Tele 52

Das Board für eure Bauberichte!

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Tele 52

#1

Beitrag von ihminen » 31.03.2018, 15:54

Hallo allerseits!

Meine ersten Gehversuche in puncto Gitarrenbau hake ich erst einmal unter der Rubrik "Lehrgeld" ab. Vielleicht wird aus der Möchtegern-Strandberg später nochmal was. Aber die Tele für meine Tochter ist in vielen Punkten nix geworden. Davon abgesehen ist meine Tochter inzwischen deutlich größer, so dass die Gitarre ohnehin zu klein wäre.

Was habe ich aus dem Versuch gelernt? Nicht dass ihr mir das nicht gesagt hättet...
  • Einen genauen Plan haben. Vorher.
  • Schablonen haben. Vorher.
  • Die Hardware komplett haben. Vorher.
  • Nicht zu viel auf einmal wollen. Insbesondere nicht die Hardware selber machen wollen.
  • Nicht knauserig sein mit Material. Genügend Holz für (Fehl-) Versuche haben.
  • Nicht zu viel gleichzeitig machen.
Inzwischen habe ich auch ab und zu wenigstens ein kleines Bisschen Zeit. Was ist also der Plan?
  • Nach wie vor eine Tele-Form.
  • Nach wie vor eine Neck-thru. Finde ich nicht nur gut (warum auch immer, aber ist halt so), sondern erscheint mir auch leichter zu bauen, da kein Hals eingepasst werden muss.
  • Nach wie vor die Peavey-EVH Headstock-Form (3x3). Diese Kopfplatte ist ziemlich klein. D.h. kindgerechtere Instrumentenlänge und weniger kopflastig.
  • Top nur auf den Body-Seitenflügeln. So mancher hier findet den von vorne sichtbaren durchgehenden Hals nicht sonderlich ästhetisch. Ich hoffe aber, ich tu mir leichter damit. Jedenfalls muss dann das Top nicht ums Griffbrett eingepasst werden. Und ich finde, es gibt durchaus ästhetische Beispiele dieses Bautyps, z.B. hier, hier oder hier.
  • Standard-Hardware für Erwachsene, insbesondere eine unmodifizierte Brücke. Ich habe meine Konzertgitarre nachgemessen (die ist VIEL breiter als meine E-Gitarre) und auch meine Tochter an meine E-Gitarre gesetzt. Sie kann das gut greifen. Und ich muss keine Saitenreiter schmal feilen oder gesondert herstellen.
  • Natürlich verkleinerter Body und eine Mensur von 52 cm. Das entspricht ziemlich genau meiner E-Gitarre (Gibson-Mensur) ab dem IV. Bund. Jetzt wisst ihr auch, woher der Name "Tele 52" herrührt.
  • Material: Mahagoni-Treppenstufe. Und ich hab gleich mehrere besorgt, für Fehlversuche.
Ich habe im Herbst und Winter viel Zeit in libreCAD verbracht, um Pläne zu zeichnen. Nicht nur für diese Gitarre, sondern auch noch einige andere Projekte, aber ich wollte ja nicht zu viel gleichzeitig... Und inzwischen habe ich wieder ein Abo im Stuttgarter Hobbyhimmel.

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Re: Tele 52

#2

Beitrag von ihminen » 31.03.2018, 16:15

Es begann also mit viel Zeit am CAD.
Da stecken zahllose Stunden drin
Da stecken zahllose Stunden drin
Als der Plan dann ganz gut aussah, folgte ein 1:1-Modell aus Wellpappe. Ausgeschnitten auf dem Lasercutter. Ich hatte mir extra ein neues Carbonrennrad gekauft, um einen hinreichend großen Karton zu besitzen, damit ich die Teile im Ganzen herausschneiden konnte.
Ein Lasercutter ist ein tolles Werkzeug
Ein Lasercutter ist ein tolles Werkzeug
Pappkamerad
Pappkamerad
Das Modell wurde natürlich am Endkunden getestet.
Bis die Gitarre fertig ist, wird der Kunde wieder größer sein
Bis die Gitarre fertig ist, wird der Kunde wieder größer sein

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Re: Tele 52

#3

Beitrag von ihminen » 31.03.2018, 17:18

Der nächste Schritt erfolgte wieder am Lasercutter. Schablonen ausschneiden. Eigentlich ganz einfach, insbesondere, wenn man die CAD-Zeichnungen schon hat. Allerdings darf man nicht unterschätzen, wieviel Zeit und Nerven draufgehen, die DXF-Dateien zu konvertieren, so dass sie die Software für den Lasercutter frisst.

Am Ende hatte ich zwei alternative Workflows:
  • libreCAD DXF ==> Export nach PDF ==> Import in Inkscape ==> Export nach DXF R12 ==> Import in der Laser-Software
  • libreCAD DXF ==> Export nach SVG ==> Import in Inkscape ==> Export nach DXF R12 ==> Import in der Laser-Software
Das sind ziemlich sicher Macken in der chinesischen Laser-Software im Hobbyhimmel. Aber auch das DXF-Format hat so seine Tücken. Es verliert die absoluten Skalierungen. Meine Lösung: Alle Zeichenelemente innerhalb eines Rechtecks von 1200 x 800 mm platzieren, das ich am Ende leicht wieder auf seine ja bekannte Originalgröße skalieren konnte.

Am Ende hatte ich jedenfalls klasse Schablonen aus 3 mm HDF-Platte. Und ich konnte mit meiner Treppenstufe das eigentliche Werkstück beginnen.
Schablonen bereit, Treppenstufe ahoi!
Schablonen bereit, Treppenstufe ahoi!
Zwei Halsstreifen mit ausreichend Übermaß
Zwei Halsstreifen mit ausreichend Übermaß

Nach dem Dickenhobeln war die Farbe überraschend hell. Und glatt wie ein Babypopo. Ihr könnt mir sicher sagen, was das für eine Mahagoni-Art ist. Fühlt sich im gehobelten Zustand fast schmierig an.
Überraschend hell
Überraschend hell

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Re: Tele 52

#4

Beitrag von ihminen » 31.03.2018, 17:29

Aus dem weiteren Teil der Treppenstufe hab ich nach dem Hobeln gleich noch mit Übermaß die Body-Seitenflügel der Gitarre ausgesägt.
Bandsäge verleiht Flüüügel
Bandsäge verleiht Flüüügel
Sieht doch schon fast nach Gitarre aus
Sieht doch schon fast nach Gitarre aus
Es folgte die Auswahl des Kunden bezüglich des Holzes für den Mittelstreifen. Eiche oder Esche. "Das hellere", also die Esche. Hätte ich mir denken können.
Mittelstreifenkandidaten
Mittelstreifenkandidaten
Das Holz für das Top ist nach wie vor das ehemalige Brennholz, geriegelte Birke.
Wer sagt's denn.
Wer sagt's denn.
Also Esche absägen und hobeln.
Halsstreifen
Halsstreifen
Und die Birke bookmatched in bester Brotschneidemaschinenart absägen.
Top-Hälften
Top-Hälften
Bookmatched
Bookmatched
Und im Dickenhobel mussten die Riegel natürlich wieder ausreißen. Das hatte ich schon mal. Damals hab ich's mit dem Hand-Bandschleifer egalisiert, was natürlich nie wirklich parallel wird. Glaubt ihr, das wird in der Fräslade mit dem Flachfräser (von Rall) besser?
ärgerlich.
ärgerlich.
Das Griffbrett soll aus Pertinax werden.
Bis auf die Form schon mal ganz ansehnlich
Bis auf die Form schon mal ganz ansehnlich

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Re: Tele 52

#5

Beitrag von thoto » 31.03.2018, 18:06

Schön, dass du die Fehlschläge in Motivation umwandelst! Da hast du meinen vollsten Respekt für! (clap3) (clap3) (clap3)
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Aktuelles Projekt: viewtopic.php?p=116032

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Re: Tele 52

#6

Beitrag von novacorda » 01.04.2018, 09:56

Soweit sieht es gut aus!

Weiter so!
You could fine-tune your posture. "Say, Brainy, you're slouching over a bit, why don't you give that adjusting nut in your arse a bit of clockwise turn, it'll straighten you right up"
- Andy
www.novacorda.com

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Re: Tele 52

#7

Beitrag von ihminen » 01.04.2018, 10:08

Weiter ging's dann mit dem Verleimen des dreischichtigen Halsrohlings. Außen Mahagoni, innen einen Streifen Esche. Mahagoni um 90° gedreht, so dass die ehemalige Oberseite der Mahagoni-Treppenstufe jeweils mit der Esche verleimt wird.

Zwischen Auftrennen und Verleimen lagen allerdings Wochen. Nicht zuletzt auch wegen des Horrorberichts von Walterson. Aber das Mahagoni war kerzengerade. Die Esche hatte sich dagegen schon eher bewegt. Da war meine Hoffnung, dass das beidseitige Mahagonikorsett die Esche schon bezwingen würde.

Ich vergaß zu erwähnen, dass die Kopfplatte geschäftet sein soll. Mir ist erst neulich der Headstock meine Flying V abgebrochen... Das Holz war allerdings dank Übermaß beinahe groß genug für den ganzen Hals.
Fast groß genug für den ganzen Hals.
Fast groß genug für den ganzen Hals.
Dann also ab in die Zwingen.
Das erste Zwingenbild!
Das erste Zwingenbild!
Ergebnis am nächsten Morgen: Hält. Aaaaaber auch: schief. Naja, ist wohl trotz mehrfachen Nachjustierens das Holz beim Anziehen der Zwingen verrutscht. Vielleicht das nächste Mal mit Dübeln arbeiten. Aber das lässt sich ja wieder absägen oder hobeln...
Eben ist eben nicht so
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Re: Tele 52

#8

Beitrag von penfield » 01.04.2018, 11:16

ihminen hat geschrieben:
01.04.2018, 10:08
Ergebnis am nächsten Morgen: Hält. Aaaaaber auch: schief. Naja, ist wohl trotz mehrfachen Nachjustierens das Holz beim Anziehen der Zwingen verrutscht. Vielleicht das nächste Mal mit Dübeln arbeiten. Aber das lässt sich ja wieder absägen oder hobeln...
Schaut schon gut aus.
Ein bissl abrichten und geht schon.
SGmaster, Peacemaster 3P90, Double neck fretless/fretted,
Quickbird, Basslownia, FrameBird, Violin Bass Bausatz.
Sollte an Les Paulownia arbeiten, hat aber den Umbau der Mystery Guitar eingeschoben...

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Re: Tele 52

#9

Beitrag von ihminen » 01.04.2018, 11:27

Der nächste Schritt war dann also, die Griffbrettebene wieder zu einer solchen zu machen. Der Plan war, den Hals an der Formatkreissäge sauber abzusägen und dann durch den Dickenhobel zu schieben. Sollte beherrschbar sein. Als ich gerade beim Einrichten der Säge war (IMMER alles prüfen, insbesondere auf rechte Winkel!), bekam ich von einem anderen Werkenden im Hobbyhimmel den Tipp, das Sägeblatt zu wechseln. "Für das was du vorhast, nimmst du lieber das gute Blatt". Na schön.

Das Ergebnis war so glatt, dass ich spontan auf's Hobeln verzichtete.
Die neue Griffbrettebene
Die neue Griffbrettebene
Wenn ich schon beim Sägen war, dann holte ich auch gleich noch den Winkelanschlag hervor, um den Kopfplattenwinkel von 15° zu sägen.
Winkelanschlag!
Winkelanschlag!
Das Ergebnis war klasse.
Schief aber richtig!
Schief aber richtig!
Halsrohling erst mal fertig.
Halsrohling erst mal fertig.
Anders als bei meinem ersten Versuch, eine geschäftete Kopfplatte herzustellen, hatte ich diesmal genau darauf geachtet, dass der Halsrohling wirklich rechtwinklig ist. Bei erstem Mal war die Seite nicht rechtwinklig zur Griffbrettebene und infolgedessen die Kopfplattenebene windschief gesägt. Diesmal hat es prima gepasst. Puh!

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Re: Tele 52

#10

Beitrag von Poldi » 01.04.2018, 13:38

Schöner Bericht. Die wird mit Sicherheit gut werden. Und die Auftraggeberin wird stolz drauf sein.

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Re: Tele 52

#11

Beitrag von ihminen » 01.04.2018, 13:56

Wie gesagt, es soll ja eine geschäftete Kopfplatte werden. Der Tipp von 12stringbassman, die Kopfplatte aus dem (im Nicht-Body Bereich ja viel zu dicken) Halsrohling herauszuschneiden, fiel bei mir auf fruchtbaren Boden. Die Halsstreifen waren beim Sägen der Treppenstufe schon entsprechend dimensioniert gewesen. Das war nun also der Plan.

2 cm für Hals einerseits und Kopfplatte andererseits sollen ja reichen.
Abgrenzung Hals zu Kopfplattenmaterial
Abgrenzung Hals zu Kopfplattenmaterial

Dann die zukünftige Kopfplatte mit der Bandsäge am Anschlag aus dem Halsrohling gesägt.
Kopfplatte am Laufenden Band
Kopfplatte am Laufenden Band
Das war das Ergebnis:
Hals über Kopf
Hals über Kopf
Das Verleimen der Kopfplatte verschob ich zu diesem Zeitpunkt lieber auf das nächste Mal. Nicht zu viel auf einmal...

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Re: Tele 52

#12

Beitrag von ihminen » 01.04.2018, 23:17

Das eigentliche Verleimen der geschäfteten Kopfplatte war dann also das nächste Mal dran.

Die Kopfplatte hatte ich zur Vorbereitung durch den Dickenhobel geschoben. Auch die schräge Leimfläche der Kopfplatte hatte ich nochmal gesondert mit Winkelanschlag gesägt. Auf die gleiche Methode wie den Hals selbst.

Es stand die Frage im Raum, ob die Kreissäge schon hinreichend saubere Leimflächen produziert hatte. Die Flächen waren wirklich verblüffend sauber, aber nicht so gefühlt "eingecremt" wie das Mahagoni aus dem Dickenhobel gekommen war. Es ist also schon ein Unterschied... Da ich keinen Handhobel besitze (und die im Hobbyhimmel für die Allgemeinheit ausliegenden Handhobel eher so für's Grobe sind) und ich darüber hinaus auch keine Ahnung vom Handhobeln habe, wäre die Alternative nur Flachfräser oder Schmirgelpapier gewesen.

Ich beschloss, dass die Säge sauber genug war.

Nicht zuletzt aufgrund der Rutsch-Erfahrung beim Verleimen des Halsrohlings wollte ich auf Nummer sicher gehen. Einerseits die Methode aus dem Kochbuch mit auf den Tisch gezwungenem Hals und Stopp-Klotz für die Kopfplatte. Andererseits Bohrungen mit Zahnstochern im Randbereich.
Erst mal Trockenübung
Erst mal Trockenübung
Die Unterseite des Halses ist nicht glatt sondern noch Bandsäge-rauh. Die Angriffsfläche für die Pressbeilage war demzufolge nicht ideal.
Vodoo
Vodoo
Alles auf einem Reststück beschichteter Spanplatte festgezwungen. In der Hoffnung, dass der Leim darauf nicht haftet. Für sowas ist die Restekiste im Hobbyhimmel super.
In diesem Zustand übernachtete der Hals.

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Re: Tele 52

#13

Beitrag von ihminen » 01.04.2018, 23:44

Als ich am nächsten Tag die Zwingen entfernte, sah alles sehr gut aus. Naja, etwas viel Leim auf der Griffbrettebene. Da wäre ein Stück Frischhaltefolie nützlich gewesen. Aber nichts was ein Schleifklotz nicht richten könnte.
Kopf an Hals mit reichlich Übermaß an beiden Seiten
Kopf an Hals mit reichlich Übermaß an beiden Seiten
Also ein paar Mal mit 180er Korn über die gesamte Oberseite des Halses geschliffen. Erst dann zeigten sich Kreissägespuren und ich erinnerte mich bang an meine Einschätzung bezüglich der Leimflächen vom Vortag. Hmm.

Wenn ich dann schon mal da war, war nun der Halsstab der nächste logische Schritt. An dieser Stelle nochmal danke an Docwaggon für den Tipp zur Bezugsquelle von Halsstäben mit "merkwürdigen Zwischenmaßen".
Man sieht die Sägeriefen - nach dem Schleifen
Man sieht die Sägeriefen - nach dem Schleifen
Die Halsstabnut lässt sich nach meiner Erfahrung sehr gut am Frästisch herstellen. Also 6 mm Nutfräser eingespannt und sowohl die Höhe des Fräsers als auch den Seitenanschlag eingestellt.
Nuttiefe einstellen
Nuttiefe einstellen
Der Seitenanschlag ist etwas knifflig millimetergenau einzustellen. Deshalb erst mal an Probestücken in ettlichen Schritten rangetastet.
Fast schon mittig
Fast schon mittig
Die Feineinstellung des Seitenanschlags erfolgte dann direkt am Werkstück irgendwo in der Mitte unter dem Griffbrett. Der erste Versuch war ganz gut. Dann in die falsche Richtung korrigiert, dann hat's gepasst.
Beim dritten Versuch dann mittig
Beim dritten Versuch dann mittig
Ich mag den Frästisch wirklich sehr. Aber er hat den Nachteil, dass man Null Komma Nix sehen kann von der Bearbeitung. Insbesondere nicht, ob man schon weit genug gefräst hat. Deswegen der alte Trick mit dem Malerkrepp, das unter dem Werkstück vorschaut und die Position des Fräsers verrät. Dazu ein seitlicher Strich auf dem Werkstück. Strich auf linker Kante des Kreppbands heißt fertig.
Fortschrittsbalken aus Malerkrepp
Fortschrittsbalken aus Malerkrepp
Die erste Nut war nicht ganz tief genug und auch etwas zu eng. Also nochmal Nachjustieren. Dann das Gleiche nochmal für den oberen Teil des Trussrods, wo die Nut tiefer und breiter sein muss (aber nur dort). Das eigentliche Fräsen ist wirklich leicht, aber die Einstellungen dauern eben ewig.

Am Ende war ich wirklich zufrieden mit dem Ergebnis. Fast bin ich misstrauisch, weil bisher fast nichts schiefgegangen ist...
Soweit der aktuelle Stand
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Re: Tele 52

#14

Beitrag von ihminen » 01.04.2018, 23:57

... Das heisst, eine Sache fiel mir dann doch noch hinterher ein: Die Halsteile aus Mahagoni hatten ja Übermaß. Die hätte ich eigentlich vor dem Anleimen der Kopfplatte noch schmaler machen wollen. Wäre mit dem Dickenhobel (hochkant durchgeschoben) sicher nicht schwer gewesen. So ist der durchgehende Hals jetzt schon sehr durchgehend. Gut, dafür ist der Halsrohling breit genug für die komplette Kopfplatte.

Denkt ihr, es ist sinnvoll, den Hals samt Kopfplatte im Body-Bereich mit der Kreissäge schmaler zu sägen? Oder den Body-Bereich des Halses über die Hobelabrichte schieben?

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Re: Tele 52

#15

Beitrag von darkforce » 03.04.2018, 17:56

Das sieht sehr gut aus! Drücke die Daumen, dass alles weiterhin so glatt läuft.
Du musst ja den Hals eh noch auf Maß bringen. Ich würde das ganze mit der Bandsäge machen und die "Flügel" für den Body dann schlicht mit dem Handhobel fügen. Das liegt aber vermutlich eher daran, dass ich weder Kreissäge noch Abrichte zur Verfügung habe ;).

Hast du schon eine Idee was für Saiten und welche Stimmung es hinterher geben soll? Ich habe gerade eine Tele mit 530mm Mensur, allerdings mit Nylon-Saiten gebaut. Da schien mir F#-Standard ganz gut zu funktionieren.

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Re: Tele 52

#16

Beitrag von clonewood » 03.04.2018, 20:48

Ihr könnt mir sicher sagen, was das für eine Mahagoni-Art ist.
nein.......es ist eher Iroko

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Re: Tele 52

#17

Beitrag von ihminen » 03.04.2018, 21:44

darkforce hat geschrieben:
03.04.2018, 17:56
Das sieht sehr gut aus! Drücke die Daumen, dass alles weiterhin so glatt läuft.
Du musst ja den Hals eh noch auf Maß bringen. Ich würde das ganze mit der Bandsäge machen und die "Flügel" für den Body dann schlicht mit dem Handhobel fügen. Das liegt aber vermutlich eher daran, dass ich weder Kreissäge noch Abrichte zur Verfügung habe ;).
Den Halsbereich will ich auf jeden Fall mit der Bandsäge ans Griffbrettmaß annähern vor dem Fräsen. Den Bodybereich hätte ich halt gerne, solange alles noch rechtwinklig bzw. parallel ist, mit irgendeiner genaueren Maschine gemacht.

Momentan hat der Hals beinahe 8 cm. Meine Planung geht von 7 cm aus. Es muss nicht millimetergenau auf 7 cm rauskommen, aber symmetrich sollte es schon sein. Das müsste doch mit der Hobelabrichte samt Anschlag ganz gut gehen. Oder wenn man sich das ganze um 90° umgekippt vorstellt, auf dem Frästisch mit Anschlag. Kreissäge geht sicher auch, die Symmetrie muss dort aber durch sauberes Einstellen penibel erzeugt werden. (Ihr merkt, ich bin nicht gerade Schreiner...)
Übermaß
Übermaß
darkforce hat geschrieben:
03.04.2018, 17:56
Hast du schon eine Idee was für Saiten und welche Stimmung es hinterher geben soll? Ich habe gerade eine Tele mit 530mm Mensur, allerdings mit Nylon-Saiten gebaut. Da schien mir F#-Standard ganz gut zu funktionieren.
Darüber habe ich mir noch nicht so viele Gedanken gemacht. Ich wäre von einer normalen Gitarre ab dem 4. Bund ausgegangen, vielleicht zwecks Saitenspannung (und sauberer Quart) einen Halbton höher. Da ich gerade noch einen Berg 9er Saiten da hab, wird das wohl die Werksausstattung sein. Wenn's zu labberig wird auch dickere.

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Re: Tele 52

#18

Beitrag von ihminen » 03.04.2018, 21:47

clonewood hat geschrieben:
03.04.2018, 20:48
Ihr könnt mir sicher sagen, was das für eine Mahagoni-Art ist.
nein.......es ist eher Iroko
Ok... danke für den Tipp. Ich gehe jetzt mal nicht davon aus, dass das schlimm ist. Jedenfalls pass die Beschreibung "Glatt geschnitten oder geschliffen, zeigt es häufig eine leicht wachsig glänzende Oberfläche." die ich gerade gegoogelt hab. Nachdem Erstmaligen Abhobeln der Lackschicht dachte ich erst, da sei noch eine Oberflächenbehandlung, weil es so glatt und beinahe schmierig war.

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Re: Tele 52

#19

Beitrag von clonewood » 03.04.2018, 22:06

nein nicht schlimm...

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Re: Tele 52

#20

Beitrag von ihminen » 03.10.2018, 23:33

Nach sehr langer Abstinenz ging es heute endlich mal wieder ein Stück weiter. Nachdem der Halsrohling grob existiert, ist das nächste Thema das Griffbrett.

Das Griffbrett soll aus Pertinax sein. Vorversuche zu dessen Bearbeitung mit dem Lasercutter habe ich hier und hier dokumentiert. Auf diese Ergebnisse wollte ich heute aufbauen.

Erst mal wieder stundenlang die CAD-Dateien auf verschlungenen Wegen auf den Werkstattcomputer bringen, so dass auch wirklich alles stimmt. Hört sich einfach an, ist aber super-nervig.

Die Bundschlitze bestehen in der Zeichnung aus fünf parallelen Linien im Abstand von 0,1 mm. Die kleinen Abstände bekam ich (wegen Rundungsfehlern) nur korrekt importiert, indem ich die Zeichnung vorher um Faktor 10 vergrößerte und anschließend wieder verkleinerte.
Endlich alles wie zu Hause gezeichnet
Endlich alles wie zu Hause gezeichnet
Dann der nächste Trick: Pertinax nimmt die Energie des Lasers nur sehr schlecht auf. Deswegen ist eine ziemlich hohe Intensität nötig, um wenigstens ein wenig ins Material einzudringen. Das wiederum führt zu Flammen, die eine "angekokelte" Oberfläche hinterlassen. Beklebt man das Werkstück mit Malerkrepp, so wird dieses angeschmort und das eigentliche Werkstück sieht bedeutend besser aus.
Das Klebeband verhindert Anbrennen
Das Klebeband verhindert Anbrennen
Vorher nochmal mehrere Versuche an einem Reststück Pertinax. Dann, nachdem das Werkstück mit der Formatkreissäge auf Fast-Endmaß (aber noch rechteckig) gebracht wurde, ging es dann ans Eingemachte.
Immer wieder spektakulär irgendwie
Immer wieder spektakulär irgendwie
Und während der Laser noch arbeitete, konnte ich schon sehen, dass ich gerade Ausschuss produziert hatte. Ich hatte den Laser eigentlich schon ziemlich exakt auf der Werkstückkante positioniert. Aber er ist nochmal 3-5 mm nach "Süden" gefahren, bevor er loslegte. War letztendlich keine gute Idee, das Stück schon vor dem Lasern so knapp abzusägen.
Ansonsten sieht's gut aus
Ansonsten sieht's gut aus
Im Vergleich mit der Schablone fehlen einige Millimeter.
Da fehlt was!
Da fehlt was!
Naja. Dann übte ich wenigstens nochmal das Einsägen der Griffbrettschlitze. Nach allen Versuchen ist meine Strategie, die Schlitze mit dem Laser nur "anzuritzen", so dass die Metallsäge eine Führung hat. Der Laser schafft die nötige Tiefe in Pertinax nicht. Jedenfalls nicht, ohne die Schlitze oben unbrauchbar weit aufzubrennen.
Die etwas andere Bundsäge
Die etwas andere Bundsäge
Mehr Pertinax hatte ich nicht in der Werkstatt dabei (wenn man nicht immer ALLES mitnimmt...). Also arbeitete ich ein weiteres mal an einer weiteren Radius-Fräsvorrichtung. Diesmal so simpel wie möglich. Hab ich schon mal erwähnt, dass für solche Jigs die Restekiste in einer offenen Werkstatt wie dem Hobbyhimmel eine wahre Fundgrube ist?
Radius-Fräsjig
Radius-Fräsjig
Die Radiusführungen, die ich mit zwei Gewindestangen direkt an der Aufnahme der Oberfräse befestigen kann, sind übrigens auch mit Hilfe des Lasercutters entstanden.
  1. Zeichnung im Computer erstellt (16 Zoll Radius + 2 Löcher für die Aufnahme)
  2. Schablone aus 3 mm HDF am Lasercutter ausgeschnitten
  3. Multiplexplatte (die Restekiste lässt wieder grüßen) grob mit der Bandsäge ausgesägt
  4. Mit dem Kugellagerfräser am Frästisch die Radiusführungen final geformt
Entspannt mit Augenmaß aber ohne exakten Bauplan hab ich dann noch die eigentliche Fräslade zusammengebaut. Als alles fertig war, hab ich meinen 8 mm Hartmetall-Spiralfräser eingespannt, mit dem ich bei Pertinax gute Erfahrungen gemacht hatte (allerdings als Stirnfräser). Und prompt stellte sich die Lade als zu hoch heraus. Der Fräser erreicht die nötige Tiefe gar nicht.

Na gut, ein dickes Stück Spanplatte konnte ich mal probefräsen.
erstes Teststück
erstes Teststück
Bei einem Echten Griffbrett hätte ich das wohl exakter haben wollen. Aber da das heutige Stück Pertinax eh nur noch für Experimente taugt, habe ich es auf einem "Zwischenbrett" zur Erhöhung befestigt, jeweils mit Doppelklebeband. Insgesagt also zwei Klebebandebenen, was sicher keine optimale Fixierung ist.

Ich habe übrigens beim Fräsen eine Feinstaubmaske getragen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Einatmen von Pertinax-Staub keinen Spaß macht (Schwindel, Übelkeit). Eine Staubabsaugung an der Fräse wäre sicher auch nützlich gewesen.

Das Ergebnis ist nicht perfekt. Aber auch nicht schlecht und sicher besser als erhofft. Das Griffbrett ist etwas wellig (man sieht echt kaum was beim Fräsen mit dem Jig). Der Fräser müsste breiter sein und die Bahnen enger. Aber am Ende wäre eh noch der Radiusschleifklotz dran gekommen.

Ein fertiges Griffbrett habe ich heute also immer noch nicht. Aber einen großen Schritt in Richtung "Prozesssicherheit", wenn man's so will. Ich bin zufriden.
erstes Teststück aus Pertinax
erstes Teststück aus Pertinax

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Re: Tele 52

#21

Beitrag von zappl » 05.10.2018, 00:52

Schön, dass es hier weiter geht! :)
ihminen hat geschrieben:
03.10.2018, 23:33
Bei einem Echten Griffbrett hätte ich das wohl exakter haben wollen. Aber da das heutige Stück Pertinax eh nur noch für Experimente taugt, habe ich es auf einem "Zwischenbrett" zur Erhöhung befestigt, jeweils mit Doppelklebeband. Insgesagt also zwei Klebebandebenen, was sicher keine optimale Fixierung ist.
Bedenke, dass der Radius vom Radiusfräs-Jig nicht mit dem des gewünschten Griffbrettradius gleichzusetzen ist. Die Zustellung des Fräsers und die Höhe der Griffbrettoberfläche, gesehen vom Boden des Jigs, spielen da mit rein. Der Radius des Jigs muss also entsprechend größer gewählt werden. .... oder man stellt sich nach dem Fräsen auf etwas mehr Ritschratsch mit dem Radiusschleifklotz ein. ;)
Gruß, Sebastian
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Re: Tele 52

#22

Beitrag von ihminen » 05.10.2018, 07:57

zappl hat geschrieben:
05.10.2018, 00:52
Schön, dass es hier weiter geht! :)
Danke. Ja, muss jetzt echt mal wieder...
zappl hat geschrieben:
05.10.2018, 00:52
Bedenke, dass der Radius vom Radiusfräs-Jig nicht mit dem des gewünschten Griffbrettradius gleichzusetzen ist. Die Zustellung des Fräsers und die Höhe der Griffbrettoberfläche, gesehen vom Boden des Jigs, spielen da mit rein. Der Radius des Jigs muss also entsprechend größer gewählt werden. .... oder man stellt sich nach dem Fräsen auf etwas mehr Ritschratsch mit dem Radiusschleifklotz ein. ;)
Das stimmt. Der Schleifklotz wird sicher nicht arbeitslos. Bei einem Unterschied von 16'' vs. ~15'' ist aber der Unterschied bei einer Griffbrettbreite von maximal 6 cm kaum merklich, denke ich. Da fallen die Riefen vom Fräsen stärker ins Gewicht.

Die Oberfläche ist auch nicht ganz glatt geworden. Die einzelnen Fräsbahnen sind mit dem Finger fühlbar. Ich frage mich, wie das Ergebnis mit einem breiteren Fräser geworden währe, der 8 mm Spiral-Nutfräser für Metall ist hierfür vermutlich nicht ideal. Hilft wohl nur ausprobieren.

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Re: Tele 52

#23

Beitrag von dragonjackson » 08.10.2018, 14:27

zappl hat geschrieben:
05.10.2018, 00:52
Schön, dass es hier weiter geht! :)
ihminen hat geschrieben:
03.10.2018, 23:33
Bei einem Echten Griffbrett hätte ich das wohl exakter haben wollen. Aber da das heutige Stück Pertinax eh nur noch für Experimente taugt, habe ich es auf einem "Zwischenbrett" zur Erhöhung befestigt, jeweils mit Doppelklebeband. Insgesagt also zwei Klebebandebenen, was sicher keine optimale Fixierung ist.
Bedenke, dass der Radius vom Radiusfräs-Jig nicht mit dem des gewünschten Griffbrettradius gleichzusetzen ist. Die Zustellung des Fräsers und die Höhe der Griffbrettoberfläche, gesehen vom Boden des Jigs, spielen da mit rein. Der Radius des Jigs muss also entsprechend größer gewählt werden. .... oder man stellt sich nach dem Fräsen auf etwas mehr Ritschratsch mit dem Radiusschleifklotz ein. ;)
Der Moment, wenn du den Denkfehler merkst... :cry:
Arghhhhhh... ja, das Jig in der Werkstatt muss überarbeitet werden...

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Re: Tele 52

#24

Beitrag von ihminen » 02.11.2018, 09:34

Kaum macht man eine Ewigkeit Pause, geht's auch schon weiter. Es gab einen kleinen Fortschritt am Hals. Ich hatte ja vergessen, die beiden dunklen Seiten des Halses per Dickenhobel vor dem Verleimen in ihrer Breite zu reduzieren. Das bringt zwar den ungeplanten Vorteil, dass die Kopfplatte komplett auf den Halsrohling passt. Aber da der durchgehende Hals im Bodybereich von vorne sichtbar sein soll, ist die Breite von 8cm optisch zu viel des guten.

Nach langem hin-und-her-Überlegen entschied ich, dass die Hobelabrichte das beste Verfahren ist, auch wenn man nur einen Versuch pro Seite hat (die Kopfplatte soll ja nicht gehobelt werden und nach dem ersten Durchgang ist die Auflagefläche nicht mehr plan). Also Anschlag eingerichtet, Teststück gehobelt und los ging's.
Schlankheitskur für den Bodybereich
Schlankheitskur für den Bodybereich
Es zeigte sich, dass all das Grübeln unnötig war, es funktionierte kinderleicht. Das Treppenstufenholz (Mahagoni oder Iroko oder was auch immer es wirklich ist) lässt sich exzellent bearbeiten. Die resultierende Oberfläche war fatzenglatt.
Die neue Linie
Die neue Linie
Später sagte mir jemand, es habe kürzlich Probleme mit der Abrichte gegeben, die Tische seien nicht sauber ausgerichtet gewesen :oops:. Ich sollte wohl nochmal auf Rechtwinkligkeit prüfen...

Als nächstes stand das Verschlanken des Halsbereichs an, mit der Bandsäge und etwas Übermaß. Genaue Schablonen sind ja eine super Sache. Aber nur so lange, wie man die Schablone leicht auf das Werkstück legen kann. Beim Sägen der Halsaußenkanten soll der Hals natürlich mit der Griffbrettseite nach unten liegen. Aber auf der Rückseite lässt sich die Schablone nur schwer eine halbwegs genaue Linie abringen. Meine Lösung waren "Transferschnitte" quer zum Hals oben und unten. So konnte ich die Endpunkte auf die Rückseite übertragen, mit dem Bleistift verbinden und dann entlang der Linie sägen.
Und weil noch etwas Zeit war, habe ich noch schnell ein Dickenfräsjig gebaut, um die Kopfplatte auf Dicke zu fräsen. Vielleicht kann ich damit sogar die ärgerlichen Ausreißer im Birkentop egalisieren.
Dickenfräsjig
Dickenfräsjig
Die untere Vorderkante habe ich anschließend noch mit der Shinto-Raspel abgeschrägt, damit man näher an den schräg hochstehenden Hals heranfahren kann.

Würdet ihr mit so einem Dickenfräsjig und Flachfräser die Halsrückseite auf Endtiefe bringen, so ähnlich wie Urs (und andere) das mit dem Safe-T-Planer machen? Also stegseitig 2mm unterlegen und planfräsen?

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Re: Tele 52

#25

Beitrag von Goldschmied » 02.11.2018, 11:40

ihminen hat geschrieben:
02.11.2018, 09:34
Würdet ihr mit so einem Dickenfräsjig und Flachfräser die Halsrückseite auf Endtiefe bringen, so ähnlich wie Urs (und andere) das mit dem Safe-T-Planer machen? Also stegseitig 2mm unterlegen und planfräsen?
Bei meinem letzten Bau hab ich es mit genau so einem jig gemacht! Das ging super.

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