Poldis Iceman CM

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Poldis Iceman CM

#1

Beitrag von Poldi » 08.06.2015, 10:34

So, mal was neues von mir....
Ich habe mich schon lange in die hier verguckt:
Da ich aber gerade keine 8 großen Scheine für eine Gitarre über habe :D (whistle) schnitze ich mir das Teil selber.
Es soll hinterher so aussehen wie das Original, bis auf ein paar kleine Änderungen wie das breite Binding (das gefällt mir nicht).
Es kommt auch kein SH4 an die Bridge sondern ein DiMarzio Super Distortion (wie bei den ersten Iceman Craked Mirror).
Des Weiteren wird kein echter Spiegel zerbrochen sondern ein Acrylglas Spiegel.
Das Bodyholz ist Erle, der Hals aus Mahagoni und das GB aus Ebenholz, alles von Kaguit.
Die Herausforderungen für mich werden bei der Gitarre natürlich der zerbrochene Spiegel sein und, wie immer, die schwarze Lackierung. (Hab ich nicht bei der letzten Schwarzen gesagt, dass ich das nie wieder mache (whistle) ).

Das Rohmaterial:
Erst mal alles angezeichnet und an der Bandsäge ausgesägt, anschließend alles an der Ständerbohrmaschine mit Schleifwalzen geschliffen:

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Re: Poldis Iceman CM

#2

Beitrag von Haddock » 08.06.2015, 10:44

Guten Tag Micha,

na endlich wieder ein Bauthread von Dir, ich dachte schon Du willst nicht mehr bauen! ;)

Schönes Modell, das gefällt mir. Auf den Bauthread freue ich mich!
Hau rein!

Gruss
Urs

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Re: Poldis Iceman CM

#3

Beitrag von pinacoco » 08.06.2015, 10:45

witziges Teil, die Spiegelgitte.
Mich würde allerdings eher das unpassende Buchsenblech stören als das Custom Binding.
Kommt auf die Spiegelscherben noch irgend eine Beschichtung gegen Schnittwunden oder bekommt da shredding eine ganz andere Bedeutung? :-)
Gruß
Uli

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Re: Poldis Iceman CM

#4

Beitrag von capricky » 08.06.2015, 10:53

pinacoco hat geschrieben: Kommt auf die Spiegelscherben noch irgend eine Beschichtung gegen Schnittwunden oder bekommt da shredding eine ganz andere Bedeutung? :-)
Mich deucht, die Scherben sind beschliffen. Da gibt es auffällige Rundungen, wo die "Gefahr" am größten wäre....

capricky


Edith sagt, daß Poldi nun noch auf eine kleine Diamantschleifmaschine mit Wasserkühlung "hungern" muss :badgrin:

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Re: Poldis Iceman CM

#5

Beitrag von Fuchs » 08.06.2015, 11:00

Das Teil ist ja echt scharf. :)
Was ist das für ein Autogramm auf der Kopfplatte, oder besser, von wem?

Gruß,
Axel

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Re: Poldis Iceman CM

#6

Beitrag von Poldi » 08.06.2015, 11:05

capricky hat geschrieben:
pinacoco hat geschrieben: Kommt auf die Spiegelscherben noch irgend eine Beschichtung gegen Schnittwunden oder bekommt da shredding eine ganz andere Bedeutung? :-)
Mich deucht, die Scherben sind beschliffen. Da gibt es auffällige Rundungen, wo die "Gefahr" am größten wäre....

capricky


Edith sagt, daß Poldi nun noch auf eine kleine Diamantschleifmaschine mit Wasserkühlung "hungern" muss :badgrin:
Beim echten Spiegel hätte ich die Kanten wahrscheinlich wirklich alle mit einer Diamantschleifmaschine schleifen müssen.
Da ich so was aber nicht habe und ich auch nicht darauf "hungern" möchte :D und ich mich beim Spielen auch nicht verletzen will, (obwohl... (think) , wäre ja ne coole Bühnenshow, allerdings dauert der Auftritt dann nicht so lange) deshalb nehme ich lieber Acralglas.

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Re: Poldis Iceman CM

#7

Beitrag von Poldi » 08.06.2015, 11:06

Fuchs hat geschrieben:Das Teil ist ja echt scharf. :)
Was ist das für ein Autogramm auf der Kopfplatte, oder besser, von wem?

Gruß,
Axel
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Re: Poldis Iceman CM

#8

Beitrag von Poldi » 08.06.2015, 11:09

pinacoco hat geschrieben:witziges Teil, die Spiegelgitte.
Mich würde allerdings eher das unpassende Buchsenblech stören als das Custom Binding.....
Du hast recht, das muss auch noch geändert werden (ich hoffe das ich später noch dran denke :roll: )

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Re: Poldis Iceman CM

#9

Beitrag von capricky » 08.06.2015, 11:18

Hier, für "Schattenparker": http://www.modulor.de/Kunststoff-Gummi/ ... glatt.html

capricky 8)

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Re: Poldis Iceman CM

#10

Beitrag von Poldi » 08.06.2015, 11:24

Der Schattenparker und Tastaturabdecker :D 8) hat aber Plexiglas GS genommen, das läßt sich besser mechanisch bearbeiten als das XT.
http://www.plexiglas-schaufler.de/pdf/Plexiglas.pdf

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Re: Poldis Iceman CM

#11

Beitrag von Poldi » 09.06.2015, 07:30

Gestern mal den Plexiglas-Spiegel ausgesägt.
Anschließend die Spiegelstücke aufgemalt.
Dazu habe ich unter die Vorlage Kohlepapier gelegt und einfach die Bruchränder nachgezeichnet.
Das Ganze dann noch mit einem Edding sichtbarer gemacht.
Es sind knapp 130 Stücke, das gibt ja eine mächtige puzzleei. :shock:

Ein weiteres Problem ist das Ritzbrechen, laut Herstellerangaben soll das bis 3mm Materialstärke funktionieren, tut´s aber nicht :? .
Wenn ich die Stücke aussäge habe ich milchige "Bruchkanten", das sieht mMn nicht so toll aus. ich habe aber auch keine Lust die ganzen Kanten zu polieren. Ich werde mir mal ein spezielles Ritzmesser bestellen und dann weiter sehen.

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Re: Poldis Iceman CM

#12

Beitrag von Fuchs » 09.06.2015, 08:55

Meine Herren, das sieht mal mächtig kompliziert aus. Spätestens jetzt solltest du Herrn Stanley oder Ibanez verklagen. Ist ja nicht zumutbar so etwas nachzbauen. Frechheit von denen. :D :lol:

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Re: Poldis Iceman CM

#13

Beitrag von Haddock » 09.06.2015, 09:37

Guten Morgen,

:shock: Krass aber verdammt cool!

Gruss
Urs

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Re: Poldis Iceman CM

#14

Beitrag von wasduwolle » 09.06.2015, 09:51

Und wenn du die Bruchlinien einfach auflackierst?
Tja, aber was ist schon einfach...
Also Schablone wie beim Airbrush auf dem Schneidplotter machen und aufkleben.....lackieren... fertig....
Grüsse
Wasduwolle

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Re: Poldis Iceman CM

#15

Beitrag von Poldi » 09.06.2015, 09:54

wasduwolle hat geschrieben:Und wenn du die Bruchlinien einfach auflackierst?
Tja, aber was ist schon einfach...
Also Schablone wie beim Airbrush auf dem Schneidplotter machen und aufkleben.....lackieren... fertig....
Grüsse
Wasduwolle
Auflackieren vielleicht nicht, aber anritzen wird ich mal probieren.

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Re: Poldis Iceman CM

#16

Beitrag von DoubleC » 09.06.2015, 10:00

Oi! Vai is mer.......... :shock: :shock: :shock: :shock: :shock:

No, mecht mer sagen: "Zen, oder de Kunst ze brechen e Spiegel fier de Yitarre von Reb Stanley Bert Eisen"

Vielleicht kannst Du einen gelernten Archäologen finden, der DIr die Decke zusammenfriemelt............vielleicht den Kollegen aus dem Ägyptischen Museum in Kairo, der sich an Tut's Bart vergangen hat. Die sind da sehr gut mit Epoxidharzklebern ;)

Coole Sache

Mazel Tov!


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Re: Poldis Iceman CM

#17

Beitrag von solfolango » 09.06.2015, 10:30

Bin ich ja mächtig gespannt drauf, das Original gefällt mir auf jeden Fall schon einmal gut.

Ich hab früher im Aquarienbau viel mit Plexi gearbeitet, kann das sein, dass das Brechen nicht gut funktioniert weil du keine Geraden, sondern geschwungene Kurven brechen möchtest? Da arbeiten dann noch ganz andere Kräfte dem Bruch entgegen. Hilft dir jetzt aber auch nicht weiter :-/

Gutes Gelingen, das verfolge ich!

Grüße,
Sebastian

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Re: Poldis Iceman CM

#18

Beitrag von Izou » 09.06.2015, 11:33

Freunde, schlagt mich. Aber glaubt ihr nicht, dass das Glas erst ganz eingesetzt, und anschliessend gebrochen wurde? Ist sicher einfacher, als das Puzzle zu machen.
Gruss Marcel

"You Can'T Fix Stupid, not Even with Duct Tape!"

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Re: Poldis Iceman CM

#19

Beitrag von Poldi » 09.06.2015, 11:53

Izou hat geschrieben:Freunde, schlagt mich. Aber glaubt ihr nicht, dass das Glas erst ganz eingesetzt, und anschliessend gebrochen wurde? Ist sicher einfacher, als das Puzzle zu machen.
Schlagen tu ich nicht...
...aber der Spiegel wurde vorher geschnitten. Hier zu lesen: http://vintageibanez.tripod.com/psmirror.html
Leider bin ich der englischen Sprache nicht so mächtig das ich den kompletten Artikel verstehe.

Ich habe mir jetzt mal ein Ritzmesser für Plexiglas bestellt, wenn ich Glück habe kommt das ja noch vor meinem Urlaub an.

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Re: Poldis Iceman CM

#20

Beitrag von Poldi » 09.06.2015, 11:55

DoubleC hat geschrieben:Oi! Vai is mer.......... :shock: :shock: :shock: :shock: :shock:

No, mecht mer sagen: "Zen, oder de Kunst ze brechen e Spiegel fier de Yitarre von Reb Stanley Bert Eisen"

Vielleicht kannst Du einen gelernten Archäologen finden, der DIr die Decke zusammenfriemelt............vielleicht den Kollegen aus dem Ägyptischen Museum in Kairo, der sich an Tut's Bart vergangen hat. Die sind da sehr gut mit Epoxidharzklebern ;)

Coole Sache

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Re: Poldis Iceman CM

#21

Beitrag von capricky » 09.06.2015, 13:11

...uff wat haste Dir da bloß einjelassen.... :cry:

Ich glaube, ich würde auf die Plastikversuche lieber gleich verzichten und es richtig machen, dauert eben... deshalb ist das Original vielleicht auch so teuer. :?

http://www.ebay.de/itm/Tiffany-Glasschl ... 235186a12b

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Re: Poldis Iceman CM

#22

Beitrag von hansg » 09.06.2015, 13:21

Poldi hat geschrieben:Wenn ich die Stücke aussäge habe ich milchige "Bruchkanten", das sieht mMn nicht so toll aus. ich habe aber auch keine Lust die ganzen Kanten zu polieren.
Die "Bruchkanten" sehen aber auch beim teuren Original ein wenig milchig, bzw grob geschnitten aus.
Da war bestimmt kein Tiffany-Glasschleifer am Werk. :lol:
http://www.ibanezrules.com/new/ps1cm.htm

Uebrigends ein wirklich spannendes Projekt.
Respekt.

Gruss
Hans

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Re: Poldis Iceman CM

#23

Beitrag von Izou » 09.06.2015, 13:22

Danke für den Link. Ich hätte es nun auch mit dem Hammer versucht, so wie er geschrieben hat, aber dass war ja nix. Da hast du ja jede Menge Arbeit vor dir. Bin gespannt.
Gruss Marcel

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Re: Poldis Iceman CM

#24

Beitrag von solfolango » 09.06.2015, 14:00

Coole Story! :)

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"Paul's legendäre Mirror Ball Iceman ist ein perfektes Beispiel dafür, wie man den Gitarrenbau ein Stück weiter pusht. Es fing mit einem Anruf von Paul an, der mir von seiner Idee einer Gitarre erzählte die wie ein zerbrochener Spiegel aussieht. Seine genauen Worte waren, wenn ich mich recht erinnere: "Ich möchte, dass es so aussieht als hätte jemand eine verspiegelte Gitarre mit einem Hammer genau auf den Pickups zerschlagen."

"Es klang eigentlich leicht. Ich habe mir einen 1/8" Spiegel besorgt, ihn in die Form einer Iceman geschnitten und habe mit einem Hammer auf die Stelle der Pickups geschlagen. Was übrig blieb sind ungefähr 10'000 Stückchen Spiegelstaub und drei größere Stücke. So funktionierte das also offensichtlich nicht. Ich musste also jedes Stück so ausschneiden so dass es so aussah als wäre der Spiegel geborsten. Ich zog los und besorgte mir mehr 1/8" Spiegel und eine Handvoll Glasschneider.

Angefangen mit einem Spiegel, den ich wieder in die Form von Pauls Gitarre schnitt dachte ich daran, einen Plan zu zeichnen und diesen auf den Spiegel zu übertragen. Letztendlich habe ich mich fürs Improvisieren entschieden und habe Spiegelstücke ausgeschnitten von denen ich dachte, dass sie cool aussähen. Ich brauchte einige Tage dafür und während ich um die Gitarre herumarbeitete bekam ich langsam ein Gefühl dafür. Ich war froh, dass ich noch alle fünf FInger besaß als ich fertig war. Wie es sich herausstellte war das Zurechtschneiden des Spiegels noch der einfache Teil. Während ich den Spiegel bearbeitete hatte mein Partner in Crime, Jim Heffner einen Quarter Inch von einer von Pauls GItarren abgetragen. Das ist richtig, wir haben den Spiegel auf eine bestehende Gitarre aufgetragen (retrofit). Jim hat das Abalone-Binding an der Gitarre belassen und der Plan sah vor ein bisschen Epoxy draufzuklatschen und die Spiegelstücke hineinzulassen.

Wir haben das Doppelte der Spiegelstärke abgetragen damit wir die Spiegelstücke jeweils in einem leicht unterschiedlichen Winkel anbringen konnten. Pauls Bühnenkonzept sah vor, die Gitarre mit einem Super Trooper Spotlight anzustrahlen und dadurch - ähnlich wie in einer Discokugel - Lichtstrahlen von der Gitarre in allen möglichen Winkeln zu reflektieren. Wir haben uns gedacht, dass eine 5 bis 15 Grad Abweichung zwischen den angrenzenten Stücken dafür ausreichend sein dürfte.

Ich habe Dübel mit Maskierband umwickelt um zu verhindern, dass das Epoxy die gesamte Fläche zusetzt und fuhr in die Stadt. Weil die Icement eine leicht gewölbte Decke besaß mußte ich einige Spiegelstücke neu schneiden, um sie der Wölbung besser anzupassen. Dieser Teil war mühsam und der Versuch, der Trockenzeit des Epoxy immer einen Schritt voraus zu sein ist nicht immer gelungen. Dennoch passten alle Stücke ziemlich gut.

"Später in der Nacht, mit allen Spiegelstücken an Ort und Stelle gingen Jim und ich mit der Axt nach draussen und haben einen Testlauf mit den Scheinwerfern meines Pickups durchgeführt. Ja, es funktionierte. Lichtstrahlen strahlten in alle Richtungen ab. Das einzige Problem war dass sie Spiegelscherben messerscharfe Kanten bildeten, weil sie ja in verschiedenen Winkeln untereinander angebracht waren. Du hättest Berge aus köstlichem Kohl mit dieser Veg-O-Caster raspeln können.

"Ich war darauf vorbereitet, diesem Problem mit einem klaren Polyurethanfinish zu beheben, welches ich über die Spiegel goß, mit dem Ziel, dass die Oberfläche schön und eben und sicher werden sollte. Am nächsten Morgen mischte ich das Polyurethan und goss es darüber. Ich ging einige Stunden anderen Geschäften nach und als ich wieder in meine Werkstatt zurückkehrte knotete sich mein Magen zusammen. Es trocknete trüb und ruinierte den gesamten Spiegeleffekt. Scheiße! Was nun?

"Bevor es steinhart wurde nahm ich einen Beitel und kratzte das Finish wieder herunter. Glücklicherweise hielt das Finish nicht sonderlich gut auf dem Glas und pünktlich zum Abendessen hatte ich beinahe das komplette Finish entfernt. Das Finish ließ sich zwischen den Bruchstücken nicht entfernen, aber genau das entpuppte sich als die Lösung für das Problem.

Ich füllte alle Zwischenräume mit Polyurethan, aber das hinterließ immer noch scharfe Kanten. Letztendlich nahm ich einen Dremel mit einem kleinen Schleifrad und schliff jede Bruchkante glatt und füllte weiter mit Polyurethan falls das notwendig war. Das hat ewig gedauert, aber das war die Lösung.

Letztendlich blieb nur noch ein paar Glasbohrer zu besorgen und alle Pickups und die Hardware zu montieren. Paul war aufgeregt um sie auszuprobieren und ein paar Augenhornhäute und Trommelfelle zu demolieren. Als ich sie schließlich auf der Bühne sah, ein paar Millionen Lumen auf sie ballernd sah das schon sehr eindrücklich aus.

Von all den Custom Gitarren die wir anfertigten blieb mir diese in Erinnerung, hauptsächlich weil ich ein paar Fotos fand um meinem Gedächtnis etwas auf die Sprünge zu helfen. Die Tatsache, dass es ein ungeheurer Aufwand in der Herstellung war und dass es beinahe nichts zum Universum der Gitarrentechnik beitrug wird es mir immer eine beliebte Erinnerung für mich sein.

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Grüße,
Sebastian

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Re: Poldis Iceman CM

#25

Beitrag von Poldi » 09.06.2015, 17:51

Super, herzlichen Dank

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