Erst Leimen, dann Biegen?

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Erst Leimen, dann Biegen?

#1

Beitrag von Gassenkatze » 27.08.2026, 11:20

Bei alten Instrumenten sind die Zargen öfter aus dünnen Streifen zusammengesetzt. Bisher hatte ich gedacht, dass die einzeln gebogen werden und dann zusammengeklebt, aber dieser Gitarrenbauer macht das anscheinend umgekehrt:
https://www.youtube.com/watch?v=UqtRU6VhblU

Ich dachte immer, Heißleim geht ab 70°C kaputt, also warum funktioniert das? Das ist ja deutlich einfacher...

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Re: Erst Leimen, dann Biegen?

#2

Beitrag von ugrosche » 27.08.2026, 15:33

Solche Streifen-Zargen hatte vor Jahren mal jemand hier im Forum gebaut. Er hatte auch erst geleimt und dann gebogen. Ich hätte auch nicht gedacht, dass das funktioniert.
https://gitarrebassbau.de/viewtopic.php?p=88777
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Re: Erst Leimen, dann Biegen?

#3

Beitrag von thonk » 27.08.2026, 16:10

Krass,
da hätte ich aber auch jede Wette angenommen, dass das nicht funktioniert und es einem beim Biegen um die Ohren fliegt.

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Re: Erst Leimen, dann Biegen?

#4

Beitrag von Sven » 27.08.2026, 18:42

Wo in dem Video wird denn gesagt, dass die Zargen mit Heißleim, also Glutinleim, verleimt wurden? Habe ich die Stelle übersehen/überhört?

Wenn er Titebond oder Titebond wasserfest verwendet hat, dann geht das mit dem Biegen einwandfrei. Zumindest im FoxBender.

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Re: Erst Leimen, dann Biegen?

#5

Beitrag von ValentinS » 29.08.2026, 07:00

PU-Leim hält auch der Hitze beim Biegen stand.

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Re: Erst Leimen, dann Biegen?

#6

Beitrag von Ketarrenmacher » 29.08.2026, 14:25

Wenn ich Zierspäne unter Bindings leime, nehme ich Ponal wasserfest. Den mit der blauen Kappe.
Hat sich bei Biegetemparaturen bis 140°C bewährt.
Das ist tatsächlich mein einziger Anwendungszweck für Ponalleim.
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Re: Erst Leimen, dann Biegen?

#7

Beitrag von Gassenkatze » 30.08.2026, 12:07

Sven hat geschrieben: 27.08.2026, 18:42 Wo in dem Video wird denn gesagt, dass die Zargen mit Heißleim, also Glutinleim, verleimt wurden? Habe ich die Stelle übersehen/überhört?

Wenn er Titebond oder Titebond wasserfest verwendet hat, dann geht das mit dem Biegen einwandfrei. Zumindest im FoxBender.

Sven
Dass er einfach modernen, hitzefesten Leim verwendet hat, habe ich gar nicht in Betracht gezogen. :oops:
Bei solchen Streifenzargen brauche ich die Reversibilität von Glutinleim ja nicht.

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Re: Erst Leimen, dann Biegen?

#8

Beitrag von Sven » 30.08.2026, 14:47

Gassenkatze hat geschrieben: 30.08.2026, 12:07 Dass er einfach modernen, hitzefesten Leim verwendet hat, habe ich gar nicht in Betracht gezogen. :oops:
[...]
Das war wohl eine simple Assoziationskette: HIstorisches Instrument -> "historischer" Leim
Dennoch bleibt Deine Frage bestehen, denn man fragt sich, wie die das damals im Barock gemacht haben, als es nur Glutinleime gab.
Ich glaube nämlich nicht, dass die die Streifen separat gebogen und dann aufeinander geleimt haben. Das lässt sich wahrscheinlich nur im Selbstexperiment beantworten... :-)

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Re: Erst Leimen, dann Biegen?

#9

Beitrag von Ketarrenmacher » 30.08.2026, 16:49

Sven hat geschrieben: 30.08.2026, 14:47
Ich glaube nämlich nicht, dass die die Streifen separat gebogen und dann aufeinander geleimt haben. Das lässt sich wahrscheinlich nur im Selbstexperiment beantworten... :-)

Sven
Warum sollten die das nicht getan haben? Die Lautenbauer waren doch mit der Technik des "Erst biegen, dann fügen" bestens vertraut. Die Vormaligen werden die Zargenteile auf einer Form verleimt haben und die ganze Sache dann verputzt.
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Re: Erst Leimen, dann Biegen?

#10

Beitrag von Sven » 31.08.2026, 17:32

Ketarrenmacher hat geschrieben: 30.08.2026, 16:49 Warum sollten die das nicht getan haben? [...]
Einfach nur, weil es mir so umständlich erscheint. Aber wirklich wissen tu ich es nicht.
Das Argument mit den Lautenspänen find ich aber plausibel.

Sven
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Re: Erst Leimen, dann Biegen?

#11

Beitrag von Ketarrenmacher » 02.09.2026, 21:52

Alexander Hopkins von "Hopkins Lutes" setzt die Streifenzargen vor dem Biegen zusammen.
https://hopkinslutes.com/?fbclid=IwY2xj ... Xj1_yPtdzQ
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