„The Paul“ – Rückkehr zu einer alten Liebe

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Strat0815
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„The Paul“ – Rückkehr zu einer alten Liebe

#1

Beitrag von Strat0815 » 23.07.2026, 14:03

Hallo zusammen,
dies ist mein erster Beitrag hier im Forum. Sollte ich etwas ungeschickt formulieren oder wichtige Angaben vergessen, seht es mir bitte nach.
Kurz zur Vorgeschichte:
Im Jahr 1980 kaufte ich mir als Schüler eine neue Gibson „The Paul“ mit dem damals typischen Chainsaw-Koffer. Bezahlt habe ich dafür ungefähr 925 D-Mark. Für eine „richtige“ Les Paul reichte mein Schülerbudget damals nicht, und die „The Paul“ gehörte schließlich zu den günstigsten Instrumenten, die Gibson zu dieser Zeit im Programm hatte.
Trotzdem habe ich diese Gitarre sehr geliebt. Sie ließ sich wunderbar spielen, war unkompliziert und begleitete mich viele Jahre. In den 1990er-Jahren musste ich sie schließlich abgeben, was ich schon kurze Zeit später bereute.
Seit etwa fünf oder sechs Jahren habe ich deshalb immer wieder nach einem gebrauchten Exemplar gesucht. Was ich dabei fand, war jedoch meist stark heruntergespielt oder verbastelt. Die dafür aufgerufenen Preise von 1.400 Euro und mehr empfand ich für solche Instrumente als deutlich überzogen. Manches ist eben einfach nur alt und nicht automatisch eine Kostbarkeit. Die „The Paul“ war damals schließlich bewusst als vergleichsweise günstiges Gibson-Modell konzipiert.
Da ich bereits in den 1980er-Jahren einmal selbst eine Gitarre gebaut hatte – damals eine Art SG –, kam irgendwann der Gedanke auf, mir meine eigene „The Paul“ zu bauen.
Entstanden ist die Gitarre im ersten Quartal 2026. Einen gut ausgestatteten Bastelkeller mit all den schönen Maschinen und Helferlein habe ich leider nicht. Gebaut wurde deshalb mit Japansäge, Kantenfräse, Stichsäge sowie Handhobeln, Raspeln und Feilen.
Mein Ziel war keine freie Interpretation, sondern ein Nachbau, der sich möglichst eng am damaligen Original orientiert. Dafür habe ich vermutlich jedes auffindbare Bild einer „The Paul“ im Internet mindestens einmal angesehen und vermessen. ;-)
Gerade bei diesem Modell merkt man schnell, dass es doch einige Unterschiede zu einer klassischen Les Paul gibt. Dazu gehören unter anderem die Form der Elektronikabdeckung auf der Rückseite, die Gestaltung der Kopfplatte aus der Norlin-Ära und verschiedene Details bei den Korpus-Shapings, die man auf den ersten Blick leicht übersieht.
Bei den Materialien habe ich mich weitgehend am Original orientiert. Korpus und Hals bestehen aus Nussbaum. Das Griffbrett ist aus Ebenholz und besitzt, wie beim Vorbild, bereits im ersten Bund ein Inlay.
Der Hals ist allerdings nicht vollständig originalgetreu aufgebaut. Er besitzt zwar den typischen Gibson-Trussrod, beim historischen Vorbild bestand der Hals jedoch aus drei Teilen. Meinen habe ich dagegen aus einem Stück gefertigt. Das Halsprofil entstand weitgehend nach meiner Erinnerung und orientiert sich zusätzlich an meiner Gibson R0.
Auch bei den Mechaniken gibt es eine kleine Abweichung: Verbaut sind Grover-Mechaniken wie beim Original, allerdings in der modernen Locking-Tuner-Ausführung.
Als Pickups kommen Gibson Dirty Fingers aus der aktuellen Neuauflage zum Einsatz. Sie entsprechen zwar nicht ganz den historischen Tonabnehmern, waren für mich aber die naheliegende Wahl, um dem Charakter des Originals möglichst nahe zu kommen.
Wie beim Vorbild habe ich mich für eine matte Nitrolackierung entschieden.
Eine besondere Herausforderung war die Kopfplatte. Die Ausführung der Norlin-Ära unterscheidet sich sowohl in der Form als auch im Winkel deutlich von späteren Gibson-Kopfplatten. Leider fand ich keine wirklich brauchbare Aufnahme, auf der sie exakt frontal zu sehen war. Fast alle verfügbaren Bilder waren leicht schräg aufgenommen, wodurch sich die Proportionen nur schwer zuverlässig übertragen ließen.
Ganz so gelungen, wie ich es ursprünglich geplant hatte, ist mir die Kopfplatte deshalb leider nicht. Im Nachhinein hätte ich wohl noch etwas mehr Zeit in die Konstruktion meiner 3D-gedruckten Schablone investieren sollen.
Mein Ziel war aber ohnehin keine exakte Kopie und erst recht keine Fälschung. Deshalb trägt die Kopfplatte auch mein eigenes Logo. Mir ging es vielmehr darum, mir nach vielen Jahren wieder das Instrument zu bauen, mit dem ich so viele gute Erinnerungen verbinde – möglichst nah an meiner damaligen „The Paul“.
Inzwischen ist die Gitarre fertig und wird regelmäßig gespielt. Ob sie genauso klingt und sich genauso anfühlt wie meine damalige „The Paul“, lässt sich nach so vielen Jahren natürlich kaum objektiv beurteilen. Entscheidend ist für mich, dass sie sich vertraut anfühlt und mir beim Spielen genau die Freude bereitet, die ich mir von diesem Projekt erhofft hatte.

Ich freue mich auf den Austausch, auf konstruktive Kritik und natürlich auch auf Hinweise von Besitzern einer originalen „The Paul“.
Viele Grüße
Pit
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Re: „The Paul“ – Rückkehr zu einer alten Liebe

#2

Beitrag von bea » 23.07.2026, 17:58

Cool.
LG

Beate

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Re: „The Paul“ – Rückkehr zu einer alten Liebe

#3

Beitrag von Janis » 23.07.2026, 18:56

Herzlich willkommen! Sehr schöne Gitarre 🙂👍
Viele Grüße,
Jan

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Re: „The Paul“ – Rückkehr zu einer alten Liebe

#4

Beitrag von aeky24 » 23.07.2026, 19:40

Respekt, gefällt mir was ich sehe!
Schöne Grüße,Aeky


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Re: „The Paul“ – Rückkehr zu einer alten Liebe

#6

Beitrag von Poldi » 24.07.2026, 06:02

Hut ab. Für die 2. Selbstgebaute ist das schon eine Hausnummer. Super gemacht, gefällt mir sehr gut. (dance a) (clap3) (dance a)

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Re: „The Paul“ – Rückkehr zu einer alten Liebe

#7

Beitrag von MusikMaxx » 24.07.2026, 11:25

Sehr schöne Hölzer und gute Verarbeitung. Top
Viele Grüsse

Martin

Strat0815
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Re: „The Paul“ – Rückkehr zu einer alten Liebe

#8

Beitrag von Strat0815 » 25.07.2026, 12:46

Danke euch für die netten, positiven Rückmeldungen. Es freut mich sehr, dass euch der Bau gefällt.
Ich muss gestehen, dass mir das Projekt so viel Spaß gemacht hat, dass ich direkt im Anschluss mit einer Reisegitarre weitergemacht habe – wollte ich schon immer einmal haben. Durch die Anregungen hier im Forum ist es schließlich eine Chiquita geworden.
Die Gitarre selbst ist inzwischen fertig, nur der Innenausbau des Koffers zieht sich noch etwas hin. Das Arbeiten mit Styropor wird wohl nie zu meiner großen Leidenschaft werden.
Bilder würde ich einstellen, sobald der Koffer fertig ausgebaut ist.

Viele Grüße
Pit

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Re: „The Paul“ – Rückkehr zu einer alten Liebe

#9

Beitrag von penfield » 26.07.2026, 12:19

(clap3) Nice!
SGmaster, Peacemaster 3P90, Double neck fretless/fretted,
Quickbird, Basslownia, FrameBird, Violin Bass Bausatz, Mystery Guitar, Semmelblonden JMs, Les Paulownia. Hab ausgemistet und eine Flying V begonnen, die liegt jetzt aber auch schon länger...

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