Neues Modell

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Neues Modell

#1

Beitrag von jhg » 09.01.2026, 23:49

So, nachdem wir 2024 umgezogen sind, habe ich das letzte Jahr im Wesentlichen damit verbracht, meine Werkstatt wieder in einen funktionsfähigen Zustand zu versetzen. Das war kein wirklicher Spaß und hat auch viele Ressourcen verschlungen. Aber jetzt steht soweit alles wieder und ich musste mich endlich mal an mein neues Modell machen. Die Pläne dazu sind schon vor einiger Zeit entstanden, aber vom Plan bis zu den fertigen Skizzen z.B. für die Fräse und viele andere Details, braucht es schon ein bisschen.
Inspiriert ist das Modell von den Gitarren von Tom Sands. Es sollte eine etwas "modernere" Form geben - eben keine Grand Auditorium und auch keine Dreadnought.

Der Plan ist ebenfalls einen geschraubten Hals ohne Halsfuss einzubauen. Er soll mit einer großen Schraube von hinten angzogen werden und mittels Shims im Winkel verstellbar sein. Mal schauen, wie das am Ende so aussieht.

Bei dem Holz für Boden und Zargen fiel die Wahl auf ein Satz Padouk, den ich schon länger herumliegen habe. Das Holz ist, wenn es frisch geschliffen ist, knallorange. Das muss man mögen, aber irgendwie hat es mich auch richtig angemacht. Dazu habe ich von Elforin ein grünes Kunststoffzeugs gekauft. Das zusammen gibt so richtig schöne Kontraste - ein Ginger eben.

Padouk ist ein sehr interessantes Holz. Nicht nur wegen der Farbgebung. Wenn man den Boden mit dem Finger einmal anschlägt, hat es einen nahezu metallischen Klang. Ich bin mal sehr auf das Ergebnis gespannt. Hat von euch schon jemand mal Padouk in einer Akustik verbaut?

Ein paar Vorrichtungen mussten auch neu gemacht werden. Ein Shootingboard (ist ja schnell aus zwei Brettern gemacht) und eine Vakuumspannplatte für die Fräse. Damit kann ich Boden und Decke ohne Spannmittel bearbeiten.
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Re: Neues Modell

#2

Beitrag von Yaman » 10.01.2026, 10:47

Interessantes Projekt. Da ich bei meinem aktuellen Resonator-Projekt auch auf einen Halsfuss verzichtet habe, bin ich gespannt, wie du es umsetzt.
Ich bin ein Fan von Padouk. Ich habe mal eine Akustikgitarre aus Padouk von Lakewood gespielt, die fand ich etwas "farblos" im Klang.

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Re: Neues Modell

#3

Beitrag von ValentinS » 10.01.2026, 11:08

jhg hat geschrieben: 09.01.2026, 23:49 Hat von euch schon jemand mal Padouk in einer Akustik verbaut?
Hallo Jörg, schöne Form! Ja, ich habe Padouk schon ein paarmal verbaut, zum Beispiel hier: https://www.gitarrebassbau.de/download/ ... &mode=view.
Da ich meine Böden als Reflektor baue, also steif, machen bei mir verschiedene Korpushölzer klanglich eher nur geringe Unterschiede. Mein persohnliches Gefühl jedoch ist, dass es zu den toll klingenden Korpushölzern gehört.
Viel Erfolg! Auf die Abenteuerliche Halsbefestigung bin ich gespannt...
lg VAL

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Re: Neues Modell

#4

Beitrag von Burghard » 10.01.2026, 13:21

Ich hab drei Konzertgitarren mit Padouk gebaut. Wie zu erwarten gibt es eine gewisse Brillianz als Zugabe mit. Wenn man den Boden nicht als Reflektor baut, erhält man eine tollen, trockenen, knurrenden Bass. Ich glaube, es ist auch gut für eine Bariton Gitarre geeignet. Es lässt sich gut verarbeiten und hat teilweise nach Vanilie gerochen.
Meine bestklingende Gitarre ist eine Zeder/Padouk Gitarre.
Gruß Burghard

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Re: Neues Modell

#5

Beitrag von thonk » 10.01.2026, 15:06

Burghard hat geschrieben: 10.01.2026, 13:21 …und hat teilweise nach Vanille gerochen.
Offtopic: Padouk und Cocobolo, wenn man das aufsägt, riecht es aromatisch lecker wie in einem Teehaus🤤

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Re: Neues Modell

#6

Beitrag von jhg » 10.01.2026, 15:41

Weiter geht es mit der Decke. Die Rosette sollte auch ein schönes, schlichtes Inlay erhalten. Ist mal irgendwie wie wieder eskaliert. Am Ende war es ein 100 Teile Puzzle. Die kleinen Dinger wollen halt irgenwie auch in die Decke reingebastelt werden. Aber das Ergebnis überzeugt.
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Re: Neues Modell

#7

Beitrag von Sven » 10.01.2026, 18:59

Hallo Jörg,

ein tolles Projekt und ich bin schon sehr gespannt darauf hier mitzulesen!
Mir gefällt, dass du das Padouk auch für die Rosette verwendet hast.
Eine Frage:
Wie hast du den Umriss entworfen? Von einem bestehenden Instrument abgepaust oder freihändig entworfen?

Sven
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vom Pfusch nie.
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Re: Neues Modell

#8

Beitrag von thonk » 10.01.2026, 19:16

Schöne schlichte Rosette…
Wenn man das hört, ballt man dann die Faust in der Tasche zusammen?!

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Re: Neues Modell

#9

Beitrag von jhg » 10.01.2026, 21:15

Sven hat geschrieben: 10.01.2026, 18:59 Hallo Jörg,

ein tolles Projekt und ich bin schon sehr gespannt darauf hier mitzulesen!
Mir gefällt, dass du das Padouk auch für die Rosette verwendet hast.
Eine Frage:
Wie hast du den Umriss entworfen? Von einem bestehenden Instrument abgepaust oder freihändig entworfen?

Sven
In der Regel konstruiere ich die Sachen alle selber. Ich brauche für die Fräsungen saubere Zeichnungen - die bekommt man in der Regel nirgendwo. Ideen hole ich mir hier und da und dann fließ das in die Konstruktion ein. Aber da stecken viele Stunden am Rechner dahinter ...

Bei meinen Gitarren verwende ich gerne die Reste vom Boden für die Inlays. Ich finde, das macht das Instrument immer sehr harmonisch.

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Re: Neues Modell

#10

Beitrag von jhg » 10.01.2026, 21:29

thonk hat geschrieben: 10.01.2026, 19:16 Schöne schlichte Rosette…
Wenn man das hört, ballt man dann die Faust in der Tasche zusammen?!
Meinst du, weil "schlicht" nicht ganz den Aufwand hinter dem Ganzen beschreibt? Ich denke, da stecken bestimmt 5-10h Arbeit drin. Von der Zeichnung über CAM, Rohmaterialzuschnitt und die Fuzzelei beim zusammenpuzzeln.

Wenn man solche Designs zum ersten mal macht, ist der Aufwand dementsprechend hoch. Für nachfolgene Modelle wird es dann einfacher - aber es bleiben 100 Teile, die man zusammenfrickeln muss.

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Re: Neues Modell

#11

Beitrag von thonk » 10.01.2026, 21:33

Genau das meinte ich; ich finde die Rosette sehr schön; den Aufwand sieht man ihr aber nicht an.

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Re: Neues Modell

#12

Beitrag von kehrdesign » 10.01.2026, 22:57

Mir gefällt die Korpus-Form (soweit aus der perspektivische Darstellung erkennbar) besonders gut;
ähnlich VAL’s Crossover²s gestauchtem Oberbug,
BildBild
jedoch bei symmetrischer Ausführung. Der Übergang vom Unterbug zur Taille scheint auch nicht ganz so rundlich ausgefallen zu sein.
Die Inlayverzierung ist sicher ziemlich aufwendig und wirkt sehr kunstvoll, mich persönlich spricht funktionelle Schlichtheit und harmonische, ggf. auch extravagante Linienführung mehr an.

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Re: Neues Modell

#13

Beitrag von jhg » 10.01.2026, 23:55

kehrdesign hat geschrieben: 10.01.2026, 22:57 Bild
Die Vakuumplatte hat wenig mit der eigentlichen Form zu tun. Da ich darauf auch meine GA Modelle fräsen möchte ist das ein Mix aus beiden Welten.

So sieht das Modell aus:
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Re: Neues Modell

#14

Beitrag von Simon » 11.01.2026, 22:08

Sehr toll Jörg, bin gespannt :)

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Re: Neues Modell

#15

Beitrag von Yaman » 12.01.2026, 09:52

Sehr schöne Rosette. Für den Aufwand sieht sie wirklich schlicht aus.

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Re: Neues Modell

#16

Beitrag von Poldi » 13.01.2026, 05:41

Moin Jörg, wieder ein tolles Projekt von Dir.
Gutes Gelingen erst einmal.

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Re: Neues Modell

#17

Beitrag von Gerhard » 13.01.2026, 08:56

Schick schick, gutes Gelingen und viel Erfolg in der neuen Heimat!

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Re: Neues Modell

#18

Beitrag von jhg » 27.01.2026, 14:46

So, gestern ging es ein bisschen weiter. Der Boden ist fertig beleistet. Mal ein neues Layout ausprobiert. Schauen wir mal, was das am Ende gibt.

Ich finde die Beleistung mit einem "floating bar" immer irgendwie ganz schön. Das gibt dem Boden noch mal sowas Dreidimensionales.
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Re: Neues Modell

#19

Beitrag von Poldi » 28.01.2026, 05:22

Was bewirkt der/die "floating bar"? Mehr Stabilität?

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Re: Neues Modell

#20

Beitrag von ValentinS » 28.01.2026, 10:16

Sieht toll aus die Bodenbeleistung und fasziniert mich 👍
Verstehen tu ich's leider noch nicht. Mein technisches Gespür sagt mir, dass der lange schwarze Balken ins Flattern kommen kann wenn die ganze Kiste schwingt.

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Re: Neues Modell

#21

Beitrag von jhg » 28.01.2026, 12:18

Ich bin da immer etwas experimentierfreudig und schau mir gerne an, was die Boutique Community so an Ideen raushaut. Das Konzept gibt es schon bei verschiedenen Gitarrenbauern - also eigentlich nix Neues.
Das Problem ist ja, einen flachen Boden in eine sphärische Form zu bekommen. Eine Tonnenform geht leicht, aber die sphärische Wölbung ist mit einem gewissen "Zwang" verbunden. Der Längsbalken spannt den Boden etwas vor und sorgt dafür, dass der besser in Form bleibt. Ich glaube nicht, dass da groß was flattern kann - das wird kein Problem sein.
Bei Taran Guitars spannen die die Bodenleisten sogar mit einem Kohlefaserroving vor, wie einen Flitzebogen. Ich bin auf jeden Fall mal gespannt, was rauskommt.

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