Werkbank Bau

Dies und das
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Re: Werkbank Bau

#26

Beitrag von zappl » 08.11.2019, 15:42

Rallinger hat geschrieben:
08.11.2019, 13:21
Der Plan ist, dass ich die Schubladen nach Jobs sortiere. Also eine Schublade "Fretting", eine "Schleifen", "Fräsen", "Löten" etc - und dann am besten jeweils einen Karton drin mit "Werkzeugsätzen". Und das Zeug das man immer wieder braucht kommt an die Wand.
Das liest sich mal absolut sinnvoll. Die Idee lass ich mal im meinem Kopf geistern.

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Re: Werkbank Bau

#27

Beitrag von skol » 11.11.2019, 20:38

Hi Ralf,

schönes Projekt. Ich hab selbst nicht viel Platz, bin daher gespannt was noch alles dazu kommt. Bei YouTube gibt es in die Richtung ja auch immer schöne Projekte. Zumeist sind das aber eher Werkinseln.

Was ich mir vielleicht noch überlegen würde, ist ein Anschlag beim Bohrständer. Vielleicht kann man den ja auch irgendwie geschickt mit dem von der Fräse kombinieren? Und vielleicht den Bohrständer noch eine Etage tiefer einlassen, damit noch ein Opferholz plan zur Arbeitsplatte drüber passt?

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Re: Werkbank Bau

#28

Beitrag von Rallinger » 11.11.2019, 22:07

skol hat geschrieben:
11.11.2019, 20:38
Was ich mir vielleicht noch überlegen würde, ist ein Anschlag beim Bohrständer. Vielleicht kann man den ja auch irgendwie geschickt mit dem von der Fräse kombinieren? Und vielleicht den Bohrständer noch eine Etage tiefer einlassen, damit noch ein Opferholz plan zur Arbeitsplatte drüber passt?
Danke für den Tipp. Einen verstellbaren Anschlag für den Bohrständer ... überleg ich mir. Eigentlich wollte ich mir auf längere Sicht einen Koordinatentisch holen, aber mit einem Anschlag würden manche Dinge auch gehen, die damit gehen. Guter Punkt. Auf die Idee mit der tieferen Fräsung bin ich auch gekommen, das ist schon eingeplant.

Morgen geht's in die Werkstatt und an die CNC - so ich nicht noch krank werde. Grad kratzt es im Hals. Liegt aber vielleicht auch daran dass ich heute Tonnen Staub geschluckt habe beim Demontieren der alten Werkstatteinrichtung ... :cry:

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Re: Werkbank Bau

#29

Beitrag von Rallinger » 13.12.2019, 11:19

Immer wieder faszinierend, wie lange einen so eine "mach ich locker in drei Tagen" Aktion aufhalten kann. Immerhin kann ich zu meiner Ehrenrettung anbringen, dass der "Werkbankbau" ein wenig ausgeartet ist. Voilà, meine neue Wirkungsstätte:
Meine "neue" Werkstatt
Meine "neue" Werkstatt
Das Bild ist mit einem starken Weitwinkel aufgenommen, daher wirkt es deutlich größer, als es in Wirklichkeit ist. Aber ich denke recht viel mehr kann man aus einem Arbeitsbereich von 2,3x3,1m nicht herausholen.
Bluetooth Mucke ...
Bluetooth Mucke ...
French cleat Wand ...
French cleat Wand ...
Bei den kleinen Borden für die Wand war ich übrigens faul. Die Dinger nennen sich "Bekväm", sind aus massiv Birke, messen 40x10x8 und werden bei Ikea als "Gewürzregal" verkauft. Kostenpunkt: 2,99€/Stück. Da fang ich nicht an zu basteln ...
Spannbereich mit Tischlerschraubstock ...
Spannbereich mit Tischlerschraubstock ...
Die neue Heimat für meine Oberfräse ...
Die neue Heimat für meine Oberfräse ...
Alle Werkzeuge die ich nicht so oft brauche sind aus dem Weg, aber schnell zugänglich ...
Alle Werkzeuge die ich nicht so oft brauche sind aus dem Weg, aber schnell zugänglich ...
So weit, so gut, nun zu den "echten" Upgrades, die diesen Umbau etwas in die Länge gezogen haben.

Die alte Werkstatt war eine Riesensauerei vor dem Herren. Da ich kaum Schubladen und Stauraum hatte, um mein einigermaßen umfangreiches Werkzeugsortiment unterzubringen, stand alles in Kisten rum, so wie sie vom Händler kamen. So hab ich nie was gefunden und vor allem gab es 1000 Ritzen und Spalten und Ecken, in die Sägespäne, Schleifstaub und andere Widrigkeiten eindringen konnte. Dass man so einen Verhau auch kaum je putzen kann, versteht sich von selbst. Diesen Mist der letzten Projekte zu entfernen war ein echter Alptraum. Glaubt mir, in den letzten Wochen war mein Taschentuch des öfteren dunkelbraun gefärbt (Nussbaum ist ja schön und gut, aber nicht in der Nase!). Eine neue Werkbank ist schön, aber so eine Sauerei wollte ich nie wieder haben. Also hab ich darüber hinaus "ein wenig" in Absaugung und Luftfilterung investiert.
Meine Scheppach-Absaugtonne ...
Meine Scheppach-Absaugtonne ...
... ist nun fix mit einem Absaug-Kanalsystem verbunden, das die Stirnseite des Arbeitsbereichs umläuft.
... ist nun fix mit einem Absaug-Kanalsystem verbunden, das die Stirnseite des Arbeitsbereichs umläuft.
Statt eines Systems mit Absperrhähnen habe ich einfach in regelmäßigen Abständen "Absaugpunkte" gesetzt. Die nicht benötigten sind mit Stopfen verschlossen. Ist einfacher. Aus Platzgründen habe ich Flachkanäle mit Querschnitt 110x55mm aus der Lüftungstechnik verwendet. Damit ist der Absaug-Durchmesser der Tonne (100mm) zwar etwas reduziert, aber die Platzersparnis war mir das wert.

Und da auch die beste Absaugung (die ich eh nicht habe) nicht perfekt ist, habe ich noch ein Luftfiltersystem installiert:
Meine Luftfilterungsanlage ...
Meine Luftfilterungsanlage ...
... besteht aus 160mm Wickelfalzrohren mit einem Rohrventilator und einer zweistufigen Filterung ...
... besteht aus 160mm Wickelfalzrohren mit einem Rohrventilator und einer zweistufigen Filterung ...
... wobei dieser "Karnickelkäfig" die erste Stufe (Klasse G4) darstellt.
... wobei dieser "Karnickelkäfig" die erste Stufe (Klasse G4) darstellt.
Warum ein Rohrsystem? Nun, den Rohrventilator und das Kästchen der zweiten Filterstufe hatte ich ja schon bei einem anderen Projekt verwendet. Da stand es allerdings noch auf der Werkbank. Ich wollte das Teil schon lange an die Decke hängen, hatte aber ein Problem. Die Werkstatt ist gerade mal 2,01m hoch, ich selbst komme mit Schuhen auf 1,89m. Wenn ich mir nicht ständig den Schädel anrennen will, muss das Ding in eine Ecke. Dann allerdings bläst der Rohrventilator die gefilterte Luft zwangsweise direkt gegen eine Wand. So entsteht um den Kasten herum ein Luftwirbel, der Staub aus entfernteren Ecken der Werkstatt (wenn man das bei 6,5m2 so ausdrücken kann) davon abhält, an den Filter zu gelangen.

Mit dem Rohrsystem sauge ich die Luft aus dem "schmutzigen" Teil der Werkstatt ab und leite die gereinigte Luft in den vorderen Bereich, wo meine Aufbewahrungsregale stehen. Dort staut sich die Luft, und es entsteht ein kleiner Überdruck. Dort wo die Luft abgesaugt wird, entsteht dem entsprechend ein Unterdruck. Diese Druckunterschiede sind natürlich minimal. Aber sie reichen aus, um die Luft in Zirkulation zu bringen. So fließt die gereinigte Luft im vorderen Werkstattbereich in Richtung des Filters. Ergo wird Staub nicht nur vom Filter angezogen, sondern von hinten in Richtung des Filters gedrückt.

Wie effizient das tatsächlich ist, muss sich zeigen. Ich war jetzt noch nicht motiviert, extra viel zu schleifen, um das auszuprobieren. Aber es sollte die Gesamtsituation auf jeden Fall deutlich verbessern. Ein mögliches Upgrade wäre noch, am Auslass des Rohrsystems einen weiteren 90-Grad-Winkel anzubringen. Dann würde die gereinigte Luft direkt auf den Spannbereich der Werkbank geblasen, und das Ganze käme noch stärker in Bewegung. Mal sehen.

Mit Gesamtkosten von 140 Euro bin ich jedenfalls deutlich unter dem Anschaffungspreis eines Record Power Luftfilters (den hier ja einige verwenden). Und für meinen Usecase funktioniert das auf jeden Fall besser.
Last, not least: mein guter Werkstattgeist.
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Der Kollege passt gut auf mich auf, so dass der ganze Umbau fast ohne Blutspende abging. Lediglich bei der Blechbearbeitung des Filterkastens hab ich ein paar Tropfen gelassen.

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Re: Werkbank Bau

#30

Beitrag von micha70 » 13.12.2019, 11:28

Sehr, sehr geil (clap3) Aber sag mal: Kannst Du aufrecht stehen? Nicht, dass Du noch einen rot/weißen Streifen am Lüftungssystem brauchst :lol:

LG
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Re: Werkbank Bau

#31

Beitrag von Rallinger » 13.12.2019, 11:33

micha70 hat geschrieben:
13.12.2019, 11:28
Sehr, sehr geil (clap3) Aber sag mal: Kannst Du aufrecht stehen? Nicht, dass Du noch einen rot/weißen Streifen am Lüftungssystem brauchst :lol:
Easy. Die Unterseite des Luftsystems kommt auf 1,80m runter. Die Arbeitsplatte drunter ist 600mm breit. Das Ding nimmt mir keinen Platz weg. OK, Heavy Metal auflegen und Headbangen ist nicht drin. Aber aus dem Alter bin ich eh raus ...

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Re: Werkbank Bau

#32

Beitrag von Yaman » 13.12.2019, 11:34

Einfach Klasse!
Offtopic: was ist das? Ein passiver Lautstärkesteller?

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Re: Werkbank Bau

#33

Beitrag von Rallinger » 13.12.2019, 11:48

Danke! Das ist ein 2x50W Verstärker mit integriertem Bluetooth Empfänger. Black Friday bei Amazon für 24€, den Spaß hab ich mir gegönnt.

Meine Werkstatt liegt zum Glück praktisch direkt unter meinem Arbeitszimmer, d.h. unter dem WLAN-Zugriffspunkt. Die Betondecke dazwischen dämpft das Signal zwar, aber zum Streamen reicht's.

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Re: Werkbank Bau

#34

Beitrag von Drifter » 13.12.2019, 12:10

Coole Sache!

Ad Ikea und French Cleat: hab ich bei ein paar Sachen auch schon gemacht, das Schubladensystem hab ich mehrfach. Leiste drauf, einhängen und gut ist es. Einen "Hammerhalter" hab ich auch aus Schweden, funktioniert besser als erwartet, weiß aber nicht mehr, wie der heißt.

Die Halterung für die Zwingen werde ich mir aber doch nachbauen, weil ich noch gerne eine zweite Querleiste hätte. Aber schauen wir mal.

Das Lüftungssystem ist auch nachbauenswert....

Toll gemacht, ich werde mal ein paar Fotos mir ausdrucken, für Inspiration!

lG

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Re: Werkbank Bau

#35

Beitrag von KNGuitars » 13.12.2019, 13:03

Rallinger hat geschrieben:
13.12.2019, 11:19
Immer wieder faszinierend, wie lange einen so eine "mach ich locker in drei Tagen" Aktion aufhalten kann...
für das was du alles umgesetzt hast ging der bau aber doch sehr schnell ;) (clap3)
ist echt super geworden, viel spaß (clap3)
lg klaus

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Re: Werkbank Bau

#36

Beitrag von Poldi » 13.12.2019, 13:36

Da kommt ja wieder Neid auf....Haste aber Klasse hinbekommen.

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Re: Werkbank Bau

#37

Beitrag von thoto » 13.12.2019, 17:01

Klasse Arbeit! Ne Absaugung brauch ich auch mal unbedingt! Ich bin da sehr an deinen Erkenntnissen interessiert.

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Re: Werkbank Bau

#38

Beitrag von Lollipop » 14.12.2019, 09:23

Echt cool eingerichtet!
Da ich auch gerade meine Werkstatt, ebenfalls mit French Cleat einrichte find ich deine Ideen mit dem Gewürzregal super. Ich hab mir damals nur eins mitgenommen, und ich hab in dem Ding einen Küchenrollen-Halter gesehen ;)

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Re: Werkbank Bau

#39

Beitrag von Rallinger » 14.12.2019, 09:49

Cool, einen Küchenrollenhalter brauch ich auch noch. Klau ich dir!

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Re: Werkbank Bau

#40

Beitrag von zappl » 15.12.2019, 23:56

Ja Mensch, das hat sich wohl mal gelohnt - das Maximum aus der Raumgröße rausgekitzelt! (clap3)

Was ist aus der Idee mit der Heizungskellerluft worden?

Halt uns doch bitte auf dem Laufenden wie sich sich Absaugung, Filter und natürlich die Werkbank bewähren.

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Re: Werkbank Bau

#41

Beitrag von Rallinger » 16.12.2019, 08:59

zappl hat geschrieben:
15.12.2019, 23:56
Ja Mensch, das hat sich wohl mal gelohnt - das Maximum aus der Raumgröße rausgekitzelt! (clap3)

Was ist aus der Idee mit der Heizungskellerluft worden?

Halt uns doch bitte auf dem Laufenden wie sich sich Absaugung, Filter und natürlich die Werkbank bewähren.
Danke dir! Die Idee, die Heizungskellerluft für die Beheizung und Trockenlegung der Werkstatt zu nutzen, besteht nach wie vor. Einstweilen ist sie jedoch dem Kostendruck zum Opfer gefallen. Ihr kennt das ja sicher alle, wenn sich nach dem Start eines Projekts plötzlich die Prioritäten verschieben. In meinem Falle wurde während des Entsorgens der Altlasten der Gedanke "so einen Siff will ich nie wieder haben" wichtiger als der Wunsch nach "ein bisschen wärmer und trockener wäre schön".

Aktuell liegt meine Priorität ganz klar auf Detailverbesserungen innerhalb der Werkstatt, um mal an Ort und Stelle die für den Ort idealen Arbeitsbedingungen vorzufinden. Vor allem fehlt mir noch ein Fräsanschlag, zudem will noch mein Konzept für einen Pinrouter umgesetzt sein. Und auch eine Bohrmaschine mit Drehzahlregelung hätte ich gerne noch. Neben diversen Kleinigkeiten ...

Ein paar Praxiserfahrungen kann ich aber jetzt schon anbieten:

@Werkbank:
Die Werkbank war zuerst fertig, und schon während des Werkstattausbaus Gold wert. Sollte die Arbeitsfläche mal zerschlissen sein, werde ich wohl nicht mehr auf Seekiefersperrholz setzen - das Zeug ist einfach zu weich. Die Arbeitsplatte sollte eine zeitlang halten. Schließlich habe ich sie zuerst mit Epoxy, dann mit einer Schicht Farb-PU-Lack und (als dieser auch nach Tagen noch auf Werkstücke abfärbte) zusätzlich noch mit einer Schicht Parkettlack behandelt. Beim nächsten Mal werde ich aber wohl doch ein wenig mehr Geld ausgeben, und eine Siebdruckplatte draufsetzen.

Auch was die Schubladenauszüge angeht, hätte ich wohl doch besser mehr Geld ausgegeben. Die Billigteile laufen ein wenig hakelig. Andererseits haben sie keine Kugellager, die in Verbindung mit Schleifstaub Probleme geben könnten. Auf längere Sicht ... egal. Die Schubladen laufen nicht sauber, aber ich habe welche und das ist Gold wert!

Die ganze Werkbank an sich ist jedenfalls super, wer sich davon inspirieren lässt macht keinen Fehler. Die Tiefe 70cm ist ideal. Die Höhe von 98cm ist gut für den Stauraum und mein Rücken freut sich auch. Allein bei dem Spannbereich frage ich mich, wie ich bisher ohne so etwas ausgekommen bin. Den Tischlerschraubstock mit Schnellverstellung ziehe ich jeder Hobelbank-Vorderzange vor. Es ist einfach sehr angenehm, damit zu arbeiten.

@Absaugung:
Hier steht der Praxistest noch aus, da meine Maschinen keinen 100er Anschluss haben, und ich Schläuche entsprechend reduzierten Durchmessers erst noch besorgen muss. Bei dem Wind der dort durchpfeift mache ich mir aber keine Sorgen, dass Späne den Weg zu ihrem Bestimmungsort finden werden. Potenziell problematisch könnten eingesaugte größere Splitter werden. Die 90-Grad-Umlenkungen in den Ecken sind schon ein kleines Nadelöhr. Größere Splitter könnten dort für eine Verstopfung sorgen. Durch die regelmäßig angebrachten Zugriffspunkte komme ich dort aber ran und könnte die Kanäle ohne großen Aufwand wieder frei machen. Einstweilen schlafe ich gut deswegen.

@Luftfilterung:
Gestern habe ich meine alte Bandsäge geputzt, wobei größere Staubmengen in die Luft freigesetzt wurden. Erst dachte ich "da geht ja gar nichts" weil die Staubpartikel nicht im Expresstempo in Richtung Filter geeilt sind. Aber nach ein paar Minuten war die Luft klar. In ein paar Minuten kann man natürlich mehr als genug Staub einatmen, was die Taschentuchprobe heute morgen auch bestätigt hat. Die Luft zirkuliert, aber für Arbeiten, bei denen viel Staub entsteht, zirkuliert sie mir noch nicht stark genug.

Eine Lösung wäre, die gefilterte Abluft über eine stärkere Rohrkrümmung direkt wieder in den Arbeitsbereich zu leiten. Das wäre die billigste Lösung (9€ + VK für einen weiteren 90-Grad-Bogen). Allerdings möchte ich das Prinzip "Stauluft in Aufbewahrungsregalen" ungern aufgeben - davon erhoffe ich mir, dass dieser Bereich zukünftig sauber bleibt.

Lösungsansatz #2 sähe so aus, dass ich mir eine Batterie billiger PC-Gehäuselüfter zulege. Diese würde offen in einem Rahmen als eine Art "schwenkbares Array" an der Wand platziert. Und zwar direkt neben den Bereichen, die für das Schleifen vorgesehen sind. Die Idee wäre dass der Staub aktiv vom Werkstück weg in Richtung des Filters geblasen würde, so dass er meine Nase erst gar nicht erreicht.

Lösungsansatz #3 wäre ein zweiter Luftfilterkasten der dank PC-Lüftern flach bauend an der Wand des Schleifbereichs angebracht wäre. Nach diesem Prinzip würde sich der Staub erst gar nicht verteilen, sondern schon lokal an der Quelle bekämpft.

Hier schwanke ich aktuell zwischen Lösung 2 und 3. Aufwand und Kosten wären in etwa dieselben. Ich bin mir nur unschlüssig, welcher Ansatz besser funktioniert.

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Re: Werkbank Bau

#42

Beitrag von micha70 » 16.12.2019, 09:20

Rallinger hat geschrieben:
16.12.2019, 08:59
Lösungsansatz #2 sähe so aus, dass ich mir eine Batterie billiger PC-Gehäuselüfter zulege. Diese würde offen in einem Rahmen als eine Art "schwenkbares Array" an der Wand platziert. Und zwar direkt neben den Bereichen, die für das Schleifen vorgesehen sind. Die Idee wäre dass der Staub aktiv vom Werkstück weg in Richtung des Filters geblasen würde, so dass er meine Nase erst gar nicht erreicht.
In ein paar Pulverbeschichtungsanlagen mit manueller, also Handbeschichtung, die ich gesehen habe wird Luft von oben auf die Werkstücke geblasen und unterhalb der Werkstücke zusätzlich parallel zum Boden Richtung Absaugung (hier Wand) geblasen. So entsteht ein leichter, kaum spürbarer Luftzug. Wird hier für die Pulverrückgewinnung verwendet. Dieses wird dann über einen Zyklon abgeschieden. Könnte hier ebenso funktionieren. Oder wie moderne Dunstabzüge in Herden die in die Arbeitsfläche eingelassen sind und die Dämpfe/Stäube, nach unten wegziehen. Fliegengitter über dem Schlitz in der Arbeitsfläche oder engmaschiges Laubnetz für Lichtschächte verhindern dann, dass Kleinteile auf einmal nicht mehr auffindbar sind ;) Kommt halt darauf an wie stark Dein Gebläse ist.

LG
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Re: Werkbank Bau

#43

Beitrag von Rallinger » 16.12.2019, 09:46

Danke dir. So ein ähnliches Prinzip (nur ohne Luft von oben) hatte ich ja mit meiner Fräs-/Schleifjig schon ausprobiert:
https://www.gitarrebassbau.de/viewtopic ... ig#p122058
Ich hatte mir für dieses Projekt hier schon überlegt, wie sich das in einen reinen Schleiftisch übersetzen ließe. Im Grunde sprechen für mich drei Dinge dagegen:

1. Dann müsste ich ein zweites (bzw drittes) Kanalsystem unter/hinter der zweiten Arbeitsfläche installieren und an die Absaugtonne anschließen. Dafür wäre zwar Platz, aber dann müsste ich mit einem Absperrhahn für diesen Zweig arbeiten, wenn ich woanders absaugen will. Es gibt auch Rückschlagklappen für diese Art von Lüftungssystem. Aber ob die dicht genug sind, um keinen Saugkraftverlust zu erleiden? Außerdem käme ich da nur sehr schwer ran, weil die Klappe auf jeden Fall hinter dem Kasten unter der zweiten Arbeitsfläche läge. Ok, ich könnte die Löcher auch mit einer Gummimatte abdecken, das wäre wohl einfacher ... aber ...
2. Was mich bei der oben verlinkten Jig genervt hat ist, dass mir ständig irgendwas in die Löcher gefallen ist. Den Kasten konnte ich noch packen und auf den Boden ausleeren. Eine Riesensauerei, aber ich hab das Kleinteil dann wieder gefunden. Bei einer stationären Lösung wäre das rum ums Eck, versenkte Kleinteile darf ich dann aus der Absaugtonne fischen. Na pfiati (wobei das von dir vorgeschlagene Fliegengitter helfen würde). ABER
3. Dann muss ich während des Schleifens immer die Absaugtonne laufen lassen. Zusammen mit einem Exzenter- oder dem Oszischleifer macht das einen Höllenradau, und das nicht wie beim Fräsen für ein paar Minuten, sondern ... ihr wisst ja wie das ist mit dem Schleifen. Das stresst mich.

Die "on air" Lösung wäre vielleicht nicht ganz so fancy. Aber sie geht auf jeden Fall mit weniger Lärm einher. Das tut zum Einen meinen Nerven gut, zum Anderen ist die Wahrscheinlichkeit so höher, dass mir meine Nachbarn (und in letzter Konsequenz: die Hausverwaltung) nicht auf den Sack gehen. Ich wohne in einem Drei-Parteien-Mietshaus. Wir reden zwar alle miteinander, aber ihr wisst ja wie das ist ...

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Re: Werkbank Bau

#44

Beitrag von Titan-Jan » 29.12.2019, 20:28

Thema Luftfilterung:
Das steht bei mir für 2020 auch defintiv auf der Todo-Liste. Ich wollte mich an dem kürzlich erschienenen Shop-Hacks-Artikel orientieren (kennt ihr das überhaupt? https://www.shophacks.com/the-ultimate- ... ystem.html#/). Aber die von ihm empfohlenen Produkte kommen alle aus den USA und kosten deswegen verhältnismäßig viel Versand.
Rallinger hat geschrieben:
13.12.2019, 11:19
Mit Gesamtkosten von 140 Euro bin ich jedenfalls deutlich unter dem Anschaffungspreis eines Record Power Luftfilters (den hier ja einige verwenden). Und für meinen Usecase funktioniert das auf jeden Fall besser.
Kannst du noch was zu Filtern und Ventilator sagen? Welche hast du gekauft? Hast du dazu noch Details und vlt sogar Bezugsadressen?

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Re: Werkbank Bau

#45

Beitrag von Rallinger » 29.12.2019, 20:38

Klar doch, gerne. Und mach das unbedingt. Die Investition ist echt überschaubar, und es lohnt sich absolut. Das Arbeiten macht definitiv mehr Spaß wenn nicht alles einsaut und man nicht ständig Holzstaub schneuzt ...

Das hier sind die Wickelfalzrohre und ein paar Kleinteile:
Luftfilterkasten 2. Filterstufe:
https://www.amazon.de/Luftfilter-Einbau ... 1JC6M6DTRM
Rohrventilator:
https://www.amazon.de/Rohrventilator-Ro ... 869&sr=8-3
Als Filtermatte habe ich das hier bestellt:
https://www.amazon.de/gp/product/B01279 ... UTF8&psc=1
Die Kiste für die erste Filterstufe ist eine Metall-Aufbewahrungsbox von Ikea, der ich mit der Blechschere zuleibe gerückt bin.

Edit: Ach ja, ein- und ausschalten tu ich das Dingens mit einer Countdown-Zeitschaltuhr. So kann ich das Dingens nach der Arbeit beliebig lange nachlaufen lassen, je nach Staubaufkommen ...
https://www.amazon.de/gp/product/B081FV ... UTF8&psc=1

Edit 2: Die Einzelteile werden einfach zusammengesteckt. Ich wollte die Rohre ursprünglich zusätzlich vernieten, aber das ist nicht notwendig - es hält auch so gut genug. Wichtig ist halt nur, dass du den Ventilator hinter die zweite Filterstufe platzierst - dann bleibt er auf längere Sicht sauber und wartungsfrei, und die Abluft wird nicht im Fluss behindert. Den ursprünglichen Plan, eine Drehzahlsteuerung für den Rohrventilator einzubauen, habe ich nach dem ersten Test gleich verworfen. Beim Einschalten hört man das Ding. Aber das Geräusch ist so dezent dass man es nach 30 Sekunden gar nicht mehr wahrnimmt.

Inzwischen habe ich auch mal eine größere Sauerei in der Werkstatt veranstaltet. Dabei hat sich gezeigt, dass das System ziemlich effizient arbeitet. Obwohl ich eine größere Menge an Holz auf der Tischkreissäge und ohne Absaugung zersägt habe, war die Luft sehr schnell wieder klar, und es fanden sich am nächsten Tag nur vergleichsweise sehr wenige Spuren dieser Arbeit in der Werkstatt. Allerdings hat sich auch gezeigt, dass eine zweistufige Filterung bei diesem System (bzw mit diesen Filtermatten) schon vonnöten ist. Eine kleine Menge des Staubes kam auch an der zweiten Filtermatte an. Deren Rückseite war danach aber immer noch weiß.

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