Framebird NR

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Re: Framebird NR

#151

Beitrag von penfield » 16.02.2018, 14:08

Wenn man mitten drin ist im Finish und es grenzwertig kalt ist zum Lackieren, was passiert dann:
Richtig, es wird noch kälter.
Hab ich mich über gemütliche 9°C beschwert, ich ahnungsloser - jetzt hat es 6°C in der Werkstatt :p
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Re: Framebird NR

#152

Beitrag von MiLe » 16.02.2018, 14:16

Ja Kinder, habt Ihr denn keinen Heizlüfter/Heizstrahler für die Werkstatt? :shock:
Klar, die Dinger brauchen 'ne Menge Strom, aber mit 'ner Stunde 1000 Watt erreicht man im Keller schon 'ne Menge für 25 Ct.
Wegen zu niedriger Temperaturen verhunztes Material kommt sicher teurer ;)
Liebe Grüße,
Michael

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Re: Framebird NR

#153

Beitrag von penfield » 16.02.2018, 14:43

MiLe hat geschrieben:
16.02.2018, 14:16
Ja Kinder, habt Ihr denn keinen Heizlüfter/Heizstrahler für die Werkstatt? :shock:
Klar, die Dinger brauchen 'ne Menge Strom, aber mit 'ner Stunde 1000 Watt erreicht man im Keller schon 'ne Menge für 25 Ct.
Wegen zu niedriger Temperaturen verhunztes Material kommt sicher teurer ;)
Doch, hab´ ich, aber, abgesehen vom unglaublichen Stromverbrauch, kann ich meine Heizer nur kurzzeitig unbeaufsichtigt lassen.

Ich habe jetzt ein wenig recherchiert. Mile, deine Formel 10°C Temperaturabnahme, doppelte Trocknungszeit, scheint auch für Polyurethan zu gelten bzw. wird auch in diesem Zusammenhang genannt.

Ich spekuliere jetzt einfach: Wenn man, wie ich las, um bei einem 2K Lack sichtbare Schichteffekte zu vermeiden und noch chemische Haftung zwischen den Schichten zu erhalten, bei 20°C max. 48 Stunden Zeit hat für den nächsten Schichtauftrag, wären das 4 Tage bei 10°C und konsequenter Weise 5 Tage bei 5°C - allerdings würde es mich nicht überraschen, wenn sich die Polymerisation unterhalb von 10°C noch stärker verlangsamen würde. Eine Woche Trocknungszeit scheint bei den momentanen Temperaturen zwischen den Schichten also durchaus angebracht; hat es um die 10°C, kann es dann schon knapp werden, wenn ich mich an die Schleiforgie nach dem Urlaub erinnere.

Ich werde das Ding jetzt ins Warme bringen, sonst wird das morgen sicher nichts. Insbesonder, weil es ja auch kälter geworden ist.
Alles andere sehe ich dann morgen. Wenn man der Wettervorhersage trauen kann, wird es aber in den nächsten Tagen noch kälter.
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Framebird NR - Finish (9. Schicht)

#154

Beitrag von penfield » 19.02.2018, 00:11

Nachdem ich gestern keine Lust hatte zu schleifen, bildete ich mir ein, es heute machen zu müssen.

Also habe ich wie sonst geschliffen, auch dieses Mal 2 Stunden. Ist offenbar meine Standardzeit, wenn ich ordentlich schleife.
Die Gitarre hing jetzt knappe zwei Tage auf ca 17°C. Die Oberfläche war entsprechend wesentlich trockener als bei den ersten 8 Schichten, mit Ausnahme der Urlaubsschicht (4. Schicht).

Ist so besser zu schleifen, allerdings schlägt sich das 320er Papier immer noch schnell zu, was ich so interpretiere, dass noch keine volle Polymerisation erfolgt ist und die Chancen auf ein wenig (chemische) Haftung für die 9. Schicht gut stehen.
Inzwischen ist schon ordentlich Lack drauf, so dass es keine Durchliffe mehr gibt. Auch die Kopfplatte und die Seiten sind schon ordentlich beschichtet. Zur Sicherheit habe ich mit 240er noch ein wenig aufgeraut. Anschließend geputzt und Lack drauf.

Ist inzwischen schon recht fad das Ganze.
Ich habe auch Fotos gemacht, aber die sind nicht wirklich anders als die schon gezeigten 8)
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Re: Framebird NR

#155

Beitrag von penfield » 19.02.2018, 00:15

Zusammengefasst waren das jetzt ca 3 Tage 6°C und ca 2 Tage 17°C. Das scheint eine gutes Maß.

Wenn ich sie dieses Mal schon Morgen ins Warme hänge,
könnte die nächste Schicht am Donnerstag oder Freitag fällig sein. (think)
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Re: Framebird NR

#156

Beitrag von capricky » 21.02.2018, 16:11

AsturHero hat geschrieben:
15.02.2018, 22:11
ich kenn das mit dem riechen...meine Frau hasst das wie die Pest...darum darfc ich ja nicht fix draussen lackieren und drinnen trocknen lassen...sie sagt sie kriegt Kopfschmerzen davon..egal wo ich sie hinlege zuzm trocknen..sie riecht das.... :roll: :roll: :roll: :roll: :roll:
Schenke ihr eine schicke Gasmaske und sage, dass es ein Versace Modell ist:
capricky 8)

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Re: Framebird NR

#157

Beitrag von penfield » 22.02.2018, 00:32

:D
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Re: Framebird NR

#158

Beitrag von Poldi » 22.02.2018, 11:28

:badgrin: :badgrin:

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Framebird NR - Finish (10. Schicht)

#159

Beitrag von penfield » 24.02.2018, 11:51

Donnerstag am Abend habe ich zwar, wie angekündigt, zu schleifen begonnen, aber nach einer Seite keine Lust mehr gehabt; der Rest folgte gestern.

Die Prognose zur Trockenzeit war sehr gut. Das Schleifen ging ohne Probleme, auch wenn es immer zwei Stunden dauert, wenn ich ordentlich schleife. Inzwischen gibt es eigentlich keine hellen Stellen mehr, alles schön grau. Verwendet habe ich 320er, die Kanten und diverse heiklere Stellen mit 400er geschliffen. Durchschliffe gibt es nunmehr auch an den Kanten keine mehr.
Dieses Mal habe ich den Lackauftrag besser vorbereitet und den Lack ordentlich vorgewärmt (Babyflaschenwärmer).
Der Unterschied war beim Auftragen deutlich spürbar.
Warum ich das nicht schon bei den ersten 9 Schichten gemacht habe, ist ein wenig rätselhaft, denn der Trick ist schon älter (zB Quickbird Projekt) und der Fläschchenwärmer steht seit damals vor meiner Nase auf der Werkbank im Eck :roll: - klarer Fall von zu wenig Muße fürs Hobby, was früher oder später zu Schleiffrust führen muss (von wegen Zeitfresser Berufstätigkeit etc.) 8)

Das Ganze liegt jetzt zum Abdunsten noch in der kalten Werkstatt, aber heute Abend kommt sie ins Warme, die Klampfe.

Die 10. Schicht ist also drauf und, bei aller Vorsicht, ein Ende abzusehen (dance a)
Also, auch wenn ich mir versprochen habe, es nie wieder zu machen ;): wenn es weniger als 15°C hat, dann sollte für den 2K PU Lack das Werkstück nicht eiskalt sein, der Lack ordentlich aufgewärmt (Flaschenwärmer) und die Trockenzeit bei 10°C verdoppelt, darunter zumindest verdreifacht werden; Eine Kombination von Abdunsten lassen in der kalten Werkstatt und anschließend ein paar Tage im Warmen ist ebenfalls anzuraten, sonst rubbelt man den größten Teil des Lacks beim Zwischenschleifen wieder runter.
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Re: Framebird NR

#160

Beitrag von penfield » 03.03.2018, 12:46

Kurzes Update: Nachdem es zwischenzeitlich in der Werkstatt 2°C hatte, beschloss ich, die 10. Schicht bis auf Weiteres trocknen zu lassen. Da sie recht gut aussieht, trage ich mich mit der Hoffnung, dass es die finale Schicht sein könnte. Aber das wird sich weisen, wenn es wieder wärmer ist.
Die Werkstatttemperatur hat inzwischen den Wetterdienstlich kolportieren Trend aufgegriffen und bereits die 4°C Grenze überschritten - quasi tropisch.
Seit die Kälte mich so grob aus der Lackierroutine gerissen hat, habe mir die Zeit u.a. mit dem Ausdenken neuer Projekte vertrieben, denn wenn ich die vielen neuen Projekte im Forum sehe, bekomme ich schon wieder Lust, etwas zu bauen.
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Re: Framebird NR

#161

Beitrag von AsturHero » 03.03.2018, 13:06

penfield hat geschrieben:
03.03.2018, 12:46
.....
Seit die Kälte mich so grob aus der Lackierroutine gerissen hat, habe mir die Zeit u.a. mit dem Ausdenken neuer Projekte vertrieben, denn wenn ich die vielen neuen Projekte im Forum sehe, bekomme ich schon wieder Lust, etwas zu bauen.
Kommt mir irgendwie bekannt vor..bei mir ist es ja auch viel zu kalt und so sind inzwischen schon Projekt Semi-Hollow und Barn-P-Bass im Kopf und Rechner entstanden...also genug zu tun in diesem Jahr inkl. der Fleur de Lys :D
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Re: Framebird NR

#162

Beitrag von penfield » 03.03.2018, 19:03

AsturHero hat geschrieben:
03.03.2018, 13:06
penfield hat geschrieben:
03.03.2018, 12:46
.....
Seit die Kälte mich so grob aus der Lackierroutine gerissen hat, habe mir die Zeit u.a. mit dem Ausdenken neuer Projekte vertrieben, denn wenn ich die vielen neuen Projekte im Forum sehe, bekomme ich schon wieder Lust, etwas zu bauen.
Kommt mir irgendwie bekannt vor..bei mir ist es ja auch viel zu kalt und so sind inzwischen schon Projekt Semi-Hollow und Barn-P-Bass im Kopf und Rechner entstanden...also genug zu tun in diesem Jahr inkl. der Fleur de Lys :D
Da hast du dir einiges vorgenommen.
Geht mir aber genau so. Ausdenken geht ja recht flott - wird aber ganz schön stressig, wenn ich das alles wirklich abarbeiten soll, was ich gerne hätte oder was ich ausprobieren möchte 8)

Aber so ganz bezwungen hat mich die Kälte nicht, so habe ich eine dringend notwendige Instandsetzung bei einer anderen Gitarre durchgeführt; Interessanter Fall.
Hatte eine meiner Gitarren bei einer Probe mit, die ich sehr selten spiele, um sie ein wenig auszulüften; nachdem wir eine Weile gespielt hatten, meinten die Burschen, die Gitarre klinge komisch und meine anderen klängen wesentlich besser.

Naturgemäß musste ich herausfinden, was da los war (dazu braucht man ja nicht unbedingt eine Werkstatt.)
Es stellte sich heraus, dass der Abstand Saiten Tonabnehmer extrem groß war (ich bin bezüglich Saitenlage extrem unempfindlich).
Hals war OK, daher stellte ich die Brücke tiefer und erkannte: die hohe Saitenlage war durch Saitenschnarren bedingt.
Mittels Kippeltest habe ich dann den 17te Bund als zu niedrig erkannt (Sieht aus als sitzt er in einer Schleifkuhle, ist aber ein gekaufter Hals ;))
Habe dann dazu Einiges gelesen und probiert 1) Nachbarbünde tiefer einpressen, die waren aber perfekt, 2) 17ten Bund etwas höher stellen, also ein wenig aus dem Griffbrett zu pulen, aber das führte nur zur Feststellung, dass meine Bundziehzange (Eigenschliff) nur dazu taugt Kratzer an den Bünden zu verursachen, also habe ich 3) die Bünde abgerichtet, was sich auf die Bünde 18-21 beschränkte
Hat sehr gut funktioniert. Die Saitenlage ist super, die Tonabnehmer ordentlich eingerichtet und die Klampfe klingt jetzt wie sie soll. (dance a)
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Re: Framebird NR

#163

Beitrag von penfield » 04.03.2018, 17:04

Weil ich ja im Moment zu viel Zeit kontemplativ verbringen kann ;) , habe ich über meine kürzliche
Verwirrung betreffend die chinesische Mechanikennomenklatur mit offenbar umgekehrten Buchstabencode nachgedacht.

Nachdem ich etliche Angebote von PRC-made 6R Mechaniken durchgeklickt habe, die allesamt nach Forumsangaben 6L sein sollten, habe ich aufgrund von ein paar Anhaltspunkten aus diversen Produkbeschreibungen eine Vermutung gewonnen, wie es zur "verdrehten" Nomenklatur kommt; das R kommt vielleicht von R wie "Rechtshändergitarre", entsprechend dem Gedankengang: In line für Rechtshänder Strat, Mechaniken oben, sind dann 6R(echtshänder Gitarren) Mechaniken.
Es sei denn, man hat bei der Bennenung der Mechaniken von hinten auf den Headstock geschaut (think), wozu ich aber keine Anhaltspunkte fand.
Und am Ende ist das alles ohnehin nur Spekulation. ;)
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Framebird NR - eFachdeckel

#164

Beitrag von penfield » 21.03.2018, 18:08

Während der Framebird immer noch vor sich hin polymerisiert, kümmerte ich mich um den eFachdeckel. Ich habe zwar einen aufwändig laminiert etc, aber bei der letzten Anprobe fand ich heraus, dass der zu hoch war. Statt herumzuschleifen bzw. eine Hochrisikofräsung am eFachrand durchzuführen, beschloss ich einfach einen neuen Deckel zu machen.
Dieses Mal aus Micarta.
Die Form aufgeklebt und gefräst, wovon es kein Bild gibt

Anschließend die Schablone für die Bohrlöcher aufgeklemmt und die Löcher markiert
Dann gebohrt und gesenkt
Micarta macht lustige Bohrspäne.

Die Bohrlöcher im eFach markiert
Passt.
Abschließend mit Micromesh poliert; so richtig glänzend wurde es davon nicht, aber nach ein paar Schichten Zappon Klarlack glänzt es nun doch.
Den Trussroddeckel habe ich dann auch noch geschliffen. Damit sind eigentlich alle Teile fertig. Der nächste Schritt, sofern nicht noch Lacknacharbeiten notwendig sein sollten, ist, wer hätte das gedacht, Schleifen! Dann polieren, zusammenbauen und spielen :)
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Framebird NR - Feinschliff

#165

Beitrag von penfield » 28.04.2018, 10:35

Nach der ausgiebigen Polymerisierungsphase war es diese Woche höchste Zeit weiterzuarbeiten. Das bedeutet üblicher Weise das S-Wort: schleifen.

Habe zunächst mit 400er und 500er trocken, dann nass 600-800-1000 geschliffen.

Das sah dann so aus
Habe allerdings nicht durgeschliffen, sondern erst Tags darauf mit 1200-1500-2000-3000 und 5000 Korn weitergemacht.

Als ich dann zu polieren begann, war das Ergebnis nicht ganz so wie erwartet
Ich kann es leider nicht so recht fotografieren, aber es sind noch kleine Kratzer im Lack, die noch weg müssen.
Ich konnte diese zarten Schleifspuren erst erkennen, nachdem ich diese Stellen (probehalber) poliert hatte.
An der Kopfplattenrückseite, die ich ebenfalls poliert habe, sieht man die Kratzer gut. Allerdings ist der Lack da nach dem Polieren stumpfer als am Body, was ich mir im Moment nicht ganz erklären kann. Es fällt mir dazu nur das bekannte S-Wort ein, also schleifen. ;)
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Re: Framebird NR

#166

Beitrag von zappl » 28.04.2018, 10:53

Geb mir Bescheid wenn du die Ursache herausgefunden hast.

Ich hatte vor kurzem an einer anderen Baustelle das gleiche Problem und konnte es mir einfach nicht erklären. Feine Abstufungen zwischen den Körnungen, Papier lange eingeweicht, anfallenden Schleifstaub ständig weggenommen, darauf geachtet, dass sich das Papier nicht zusetzt, Schleifklotz mit "weichen" Kanten. Beim dritten Anlauf wurde es dann endlich gut, aber ich weiß nicht warum. Das frustet! :(
Gruß, Sebastian
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Re: Framebird NR

#167

Beitrag von MiLe » 28.04.2018, 12:30

bei mir lagen solche Spuren meist an folgenden Ursachen:

- zu ungedultig: Lack nicht hart genug, bildet beim Schleifen kleine Knubbel, die dann Spuren hinterlassen
- zu schlechtes Schlaifpapier: Dadurch zu viel Druck aufgewendet um überhaupt etwas zu erreichen, Folgen siehe 1)
- Zu schnell geschliffen => Hitzeentwicklung, Folgen siehe 1)
- Papier am Rand leicht geknickt
- Excenterschleifer benutzt, wahrscheinlich auch mit zu schlechtem Papier und zu viel Druck

Die kratzerärmeten Resultate erziele ich eigentlich mit Indasa Schleifschwämmen bei leichtem Druck, die ich regelmäßig während des Schleifens reinige/absauge bei permanenter Staubabsaugung von der Oberfläche während des Schleifens. Gutes Schleifmittel hat auch bei wenig Druck ordentlich Abtrag-Leistung.
Liebe Grüße,
Michael

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Re: Framebird NR

#168

Beitrag von AsturHero » 28.04.2018, 12:50

sehe ich auch wie Michael,
wahrscheinlich ist das Scheifpapier/Leinen nich so dolle...bzw. die Schleifmethodik wie Michael beschrieben hat...

bei meinem muss ich bei frischen Stücken aufpassen, das ich fast gar keinen Druck aufbaue,quasi nur drübergehen weils sonst zuviel schleift...
positiver Nebeneffekt...
man hat kaum noch Shcleifleinen-Verbrauch, weil die etwas "stumpfer" gewordenen Leinen sich hervorragend für die nächst feinerne Schleifstufe irgendwann reichen :D
lg Antonio

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Re: Framebird NR

#169

Beitrag von clonewood » 28.04.2018, 13:09

ein 400er Trockenschliff ist mMn viel zu grob

ich beginne meistens mit einem 800er oder 1000er Nassschliff (je nach Oberflächenqualität)

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Re: Framebird NR

#170

Beitrag von Herr Dalbergia » 28.04.2018, 13:32

Ja, 800 oder 1000, auch mein Lieblingspapier....

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#171

Beitrag von zappl » 28.04.2018, 23:19

MiLe hat geschrieben:
28.04.2018, 12:30
bei mir lagen solche Spuren meist an folgenden Ursachen:

- zu ungedultig: Lack nicht hart genug, bildet beim Schleifen kleine Knubbel, die dann Spuren hinterlassen
- zu schlechtes Schlaifpapier: Dadurch zu viel Druck aufgewendet um überhaupt etwas zu erreichen, Folgen siehe 1)
- Zu schnell geschliffen => Hitzeentwicklung, Folgen siehe 1)
- Papier am Rand leicht geknickt
- Excenterschleifer benutzt, wahrscheinlich auch mit zu schlechtem Papier und zu viel Druck
In meinem Fall hat es dann eventuell an "zu viel Druck" gelegen. Der Lack war recht alt (zu alt?) und das Schleifpapier von 3M. Werde da in Zukunft nochmal gezielter drauf achten.
Gruß, Sebastian
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Re: Framebird NR

#172

Beitrag von penfield » 30.04.2018, 21:31

Wie ich an den Reaktionen zu erkennen meine, lässt das Thema Schleifen niemanden ganz kalt 8)
Daher gestatte ich mir im Nachgang ein paar Erfahrungen von mir darzubringen.

Zuerst aber die Fortsetzung des Bauberichtes. Das Problem war schnell eingegrenzt, da der Lack homogen und hart war, konnte es nur das Werkzeug sein - oder der Operator (whistle)

Ich erneuerte daher zunächst die Schleifpapiere. Schwieriger war das mit dem Operator. Letzterer hat ja bereits bei vergangenen Projekten immer wieder Probleme gemacht :roll:

Da es für den Operator keinen Ersatz (durch etwaige Schleiffreiwillige) gab (und vermutlich auch in Zukunft nicht geben wird), habe ich beim neuen Schleifdurchgang genau drauf geachtet so lange zu schleifen, bis sich das Schleifpapier an die Oberfläche saugt. Nach einer vollen Körnungssequenz war die Oberfläche dann schon einmal deutlich heller als beim ersten Mal. Anschließend habe ich poliert.

Hier während des Polierens. Links noch 5000er Körnung und rechts schon angefangen zu polieren
Hier ist der Hals fertig poliert
Scheint deutlich besser als vorher...

Nun zu den versprochenen Ausführungen ;)
(Die in Zukunft vielleicht helfen, wenn wieder einmal so ein Problem auftritt)

Im vorliegenden Fall hatte ich die eine oder andere Körnung offenbar nicht ordentlich ausgeschliffen. Man sieht das Ergebnis zwischendurch sehr schlecht und auch der (mir durchaus schon länger bekannte) Saugeffekt, der auf eine glatte Oberfläche schließen lässt, ist manchmal trügerisch.

Wie Clonewood und HrDalb. oben anmerken, ist 400er Korn recht grob. Dies sei unbestritten, jedoch ist die Wahl der Anfangskörnung nicht immer einfach. Ich versuche mich dabei von feineren Körnungen zu gröberen hin zu tasten, um die Mindestkörnung für den Anfang der Schleifsequenz zu finden. So habe ich es auch hier gemacht. Mit 600er ist, so wie davor mit 1000er und 800er, original gar nichts weitergegangen, allerdings hätte ich auch 400er nass nehmen können (think) (nächstes Mal).

Die Aufzählung (oben) von Mile umfasst ein paar wichtige Aspekte. So der, den Lack ausreichend härten zu lassen. Wenn sich Würsteln beim Schleifen bilden, ist der Lack wohl noch zu weich (ich vermute, dass sich diese hauptsächlich aus den, das Schleifpapier zuschlagenden weichen Lackresten bilden, die sich während des Schleifen mit der Zeit abwutzeln). Dies war hier nicht der Fall. Nur ganz normal ungesunder Lackfeinstaub. Dabei spielt Ungeduld eine große Rolle, aber auch die richtige Einschätzung der Umgebungsbedingungen und deren Einfluss auf die Lacktrocknung.

Mit viel Druck zu schleifen habe ich mir inzwischen abgewöhnt. Besser beim Trockenschleifen öfter entstauben und das Schleifpapier wechseln bzw. beim Nassschleifen beim Wechsel der Körnung auch das Wasser wechseln und zwischendurch öfter Wischen.

Das (locker geführte) 400er Papier konnte ich mit der genannten Schleifkornsequenz komplett ausschleifen, nachdem ich bei jeder Körnungsstufe wirklich ausdauernd geschliffen hatte, bis der Saugeffekt über die ganze Oberfläche deutlich zu merken war.

Ich erlaube mir daher bezüglich zappls Frage/Bericht zu spekulieren: Da es nach dem Dritten Mal dann gepasst hat, lag es nicht nur an zu viel Anpressdruck, sondern auch am unkompletten Ausschleifen der einzelnen Schleifkornstufen.

Aber genug davon - Noch ein paar Kleinigkeiten und der Zusammenbau kann beginnen (dance a)
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Re: Framebird NR

#173

Beitrag von AsturHero » 30.04.2018, 21:38

...ich weiss schon warum ich lieber öle und offene Poren liebe ;)
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Re: Framebird NR

#174

Beitrag von penfield » 04.05.2018, 14:20

AsturHero hat geschrieben:
30.04.2018, 21:38
...ich weiss schon warum ich lieber öle und offene Poren liebe ;)
Ach was, schleifen ist super ;)
SGmaster, Peacemaster 3P90, Double neck fretless/fretted,
Quickbird, Basslownia, FrameBird, Violin Bass Bausatz.
Sollte an Les Paulownia arbeiten, hat aber den Umbau der Mystery Guitar eingeschoben...

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penfield
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Re: Framebird NR

#175

Beitrag von penfield » 08.05.2018, 18:52

Die wertvollen Erkenntnisse von letztens berücksichtigend 8) , habe ich mich im Laufe der letzten Tage daran gemacht, die erwünschte Glanzfläche zu erreichen.

Zunächst noch einmal die Sequenz bis 5000 Körnung geschliffen und dann noch einmal poliert, da die Politur ja nicht so toll war.
Dann machte ich noch schöne Fotos in der Nachmittagssonne, die sich zur Beleuchtung von Oberflächen besonders eignet.
Leider habe ich diese Fotos ohne Speicherkarte gemacht, weshalb diese nicht gespeichert werden konnten :shock: :roll: (whistle) .
Der Sonneneinfall kam jedenfalls seither nicht wieder, weshalb ich neue Fotos, dieses Mal mit Speicherkarte in der Kamera, gemacht habe. Mit Sonne ist es zwar besser und schöner, aber das Prinzip sieht man auch hier: Eine schön glänzende Lackoberfläche.

Hier die Rückseite
Die Vorderseite
Die Kopfplatte
Der Unterschied zum ersten Versuch war, dass ich dieses Mal immer nur kleine Bereiche poliert habe.
Dadurch konnte ich die Polierpaste immer schön abbpolieren, ohne dass sie antrocknen konnte.
(Ich musste deshalb auch kein Wasser verwenden, um angetrocknete Reste Polierpaste abzupolieren).
Dieser kleine Unterschied hatte große Wirkung - so geht es wirklich schnell und gut. Zudem hat es sich bewährt, die kleinen Polierschwämme (blaue Proxxon) nach Hals und einer Seite zu wechseln. Man kann sie auch zwischendurch auswaschen, aber dann sollte man sie trocknen lassen vor der Weiterverwendung. Sonst funktioniert das Abpolieren nicht.

Das war es also mit dem Finish. Immer wieder erhebend, wenn alles so schön glänzt (dance a).

Als Nächstes habe ich den Hals eingestellt und die Bünde abgerichtet, anschließend gekrönt und die Bundenden entschärft und das Griffbrett wieder einmal gesäubert und geölt. Die Bilder dazu sind wegen des Speichkartenmangels im Äther gelandet.

Dieses Mal habe ich die Bünde dann aber noch besonders gründlich behandelt, sogar mit feinem Schleifpapier von den Feilenspuren befreit. Darauf habe ich bisher nie so geachtet, aber dieses Mal ist die Gitarre ja doch für jemanden anderen.
Anschließend habe ich die Bundstäbe mit einer Filzscheibe am Dremel und Nigrin Schleifpaste poliert.
Davon gibt es sogar ein Bild (nachdem die Speicherkarte wieder in die Kamera gefunden hatte ;))
In Bälde beginnt daher der Einbau/Zusammenbau.
Da bin ich ja schon sehr gespannt darauf.
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