{032}[Akustik] eine kleine Steelstring

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cabriolet
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Re: {032}[Akustik] eine kleine Steelstring

#76

Beitrag von cabriolet » 12.03.2021, 20:39

thoto hat geschrieben:
10.03.2021, 19:16
cabriolet hat geschrieben:
10.03.2021, 18:34
Drückt mir mal bitte die Daumen, dass das Ding nicht unter Saitenzug zusammenklappt.

Gruß
Markus
Sind gedrückt. Wird schon gut gehen. :)
Danke, hat geholfen (dance a) .

Gestern habe ich noch die Mechaniken installiert, die Löcher für die kleinen Befestigungsschräubchen habe ich wieder direkt mit den Mechaniken als "Bohrschablone" gebohrt.
IMG_3270.JPG
IMG_3271.JPG
Dann Saiten ´drauf, und: Sie lebt (dance a)!
IMG_3274.JPG
IMG_3275.JPG
Klanglich funktioniert das tatsächlich so wie gedacht und gehofft, dazu schreibe ich aber morgen mehr, jetzt bin ich erstmal glücklich aber habe trotzdem die Saiten schon wieder ´runter, um am Steg und auch an der Bundierung ein wenig nachzuarbeiten (nein, ich habe nicht beim Abrichten geschlampt, der Hals ist einfach durch den Carbonstab "zu" gerade und biegt sich nicht ein Zehntel).

Gruß
Markus
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Re: {032}[Akustik] eine kleine Steelstring

#77

Beitrag von Janis » 12.03.2021, 20:54

Sehr schön! Da bin ich echt mal auf deine Klangeindrücke und in Zukunft vllt. ein Soundfile gespannt!
Viele Grüße,
Jan

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Re: {032}[Akustik] eine kleine Steelstring

#78

Beitrag von ugrosche » 13.03.2021, 13:19

(dance a) Super!
Freut mich, dass die Decke gehalten hat.
Wenn sie so gut klingt, wie sie aussieht kann ich nur gratulieren.
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Re: {032}[Akustik] eine kleine Steelstring

#79

Beitrag von penfield » 13.03.2021, 15:04

Schaut echt cool aus
SGmaster, Peacemaster 3P90, Double neck fretless/fretted,
Quickbird, Basslownia, FrameBird, Violin Bass Bausatz, Mystery Guitar und die Semmelblonden JMs. Hat endlich Les Paulownia fertig, aber keine Lust, die Werkstatt auszumisten...

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Re: {032}[Akustik] eine kleine Steelstring

#80

Beitrag von cabriolet » 13.03.2021, 18:18

Gestern abend und heute vormittag habe ich die Bundierung nachgearbeitet, ich habe ein leichtes Relief hineingeschliffen und danach natürlich die Bundkronen neu verrundet und poliert. Das ging eigentlich ganz schnell, nur das sorgfältige Abkleben vorher nervt und kostet Zeit :evil:
Der Hals ist tatsächlich so steif, dass sich unter Saitenzug absolut nix rührt, hatte ich am ersten und letzten Bund heruntergedrückt, lagen die Saiten sauber auf allen Bünden auf, das war vielleicht ein Geschepper beim Spielen (naughty) . Jetzt habe ich in der Mitte des Griffbretts etwa 0,2mm Luft unter den Saiten, so passt das.
Die Stegeinlage habe ich diskantseitig noch ein wenig tiefergelegt, die Saitenlage beträgt jetzt am 12. Bund etwa 1,8mm auf der hohen e- und 2,3mm auf der tiefen E-Saite, auch hat letztere noch etwas mehr Kompensation bekommen. Am Sattel kann ich bei den nicht umwickelten Saiten noch ein Stück tiefer, aber so ist das jetzt schonmal gut spielbar.

Das wollte ich erst erledigt haben, um zum Klang wirklich etwas sagen zu können.

Zu allererst: Bässe sind da, das winzige Ding klingt absolut erwachsen. Bei näherem Hinhören zeigt sich, dass ich mit der Schallochgröße ein wenig daneben liege, die Helmholtzresonsanz hatte ich (mit einem Online-Rechner) berechnet, dabei aber die Auswirkungen von der Zargen-nahen Lage nur abschätzen können: Ab G aufwärts wird´s langsam dünner. Stimme ich tiefer, habe ich auch drei Halbtöne weiter unten noch richtig vollen Bass. Das Schalloch hätte also nicht ganz so klein (es sind etwa 36qcm) sein dürfen, wobei ich das jetzt nicht soooo schlimm finde.

Insgesamt erinnert mich der Klang aber eher an eine nylonbesaitete Konzertgitarre als an eine Steelstring, da die Höhen recht sanft sind. Meine billige VGS Dreadnought ist dagegen richtig schrill, die 80er-Jahre Ovation schrill und dünn noch dazu. Ob das jetzt nur durch die geringe Saitenspannung (11er bei 550mm Mensur) oder auch die Fächerbeleistung kommt, kann ich nicht sagen.
Die kurze Mensur spielt sich auch wie gewünscht butterweich mit den 11er bis 47er Saiten. Da nochmal ein dicke Dankeschön an @ValentinS für seine Eindrücke zur Spielbarkeit von kurzen Mensuren, ich wollte ja ursprünglich noch kürzer bauen, aber die jetzigen 550mm sind auch für meine Spinnenfinger platzmäßig grenzwertig.

Fazit: Das Konzept mit der in einer "weichen Sicke" aufgehängten Decke, ähnlich einer Lautsprechermembran, funktioniert. In Verbindung mit dem vergrößerten schwingfähigen Deckenbereich kommt auch aus einer winzigen Gitarre (nicht ganz 6 Liter Innenvolumen) ein richtig erwachsener Klang, wobei ich mit der Abstimmung wohl sogar über´s Ziel hinausgeschossen bin. Aber so kann das halt gehen mit ungewöhnlichen Ideen und ohne Erfahrung ;) .

Gruß
Markus

p.s.: Statt der vielen Worte wäre ein Soundfile sicher aussagekräftiger, aber ich habe weder gutes Aufnahme-Equipment noch bin ich ein guter Gitarrist. Aber vielleicht findet sich da noch irgendeine Möglichkeit
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Re: {032}[Akustik] eine kleine Steelstring

#81

Beitrag von micha70 » 13.03.2021, 18:49

Egal wie die Kleine klingt, was eh ein gutes Stück Geschmacksache ist, sie schaut wirklich ganz schön erwachsen aus. Bravo (clap3)

LG
Micha

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Re: {032}[Akustik] eine kleine Steelstring

#82

Beitrag von ValentinS » 14.03.2021, 07:39

Gratulation, ich finde das Design sehr gelungen und stimmig. (clap3)
Welche Länge vom Korpus käme heraus, wenn man die Gesamtkonstruktion soweit hochskaliert dass eine 635er Mensur erreicht wird?

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Re: {032}[Akustik] eine kleine Steelstring

#83

Beitrag von cabriolet » 14.03.2021, 09:11

Jetzt sind´s etwa 43cm, da kämst du auf 50cm, die Breite (am Unterbug) würde auf fast 39cm wachsen. Also irgendwo im Bereich zwischen einer üblichen Auditorium und Grand Concert.

Heute habe ich noch ein paar kleine Stellen im Inneren nachlackiert, wo ich ein wenig zu weit abgeklebt hatte und am Sattel die blanken Saiten noch ein wenig tiefergelegt.
Jetzt fehlt nur noch mein Zettel, trotzdem erkläre ich das Baby hiermit für fertig. Galeriebilder kommen in den nächsten Tagen.

Gruß
Markus

Edit hat mir übrigens beim Durchlesen des Threads gesagt, dass sich im Beitrag #66 zum Thema Kopfplattenfurnier ein Bild eingeschlichen hat, das da nicht hingehört, nämlich dieses:
IMG_3237.JPG
Da hatte ich eine offene Stelle an der Verleimung vom Boden zu den Zargen gefunden und nachgeleimt.
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Re: {032}[Akustik] eine kleine Steelstring

#84

Beitrag von cabriolet » 14.03.2021, 09:16

Zwei Bilder habe ich übrigens noch:

Einmal das Gesamtgewicht (wovon allein die Mechaniken 208g ausmachen):
IMG_3276.JPG
Und ein Blick in´s Innere, übrigens ohne zusätzliche Beleuchtung. Das ist nur das Tageslicht, das durch die Decke scheint, man sieht dadurch auch die Hohlkehle als helleren Streifen.
IMG_3286.JPG
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Re: {032}[Akustik] eine kleine Steelstring

#85

Beitrag von Poldi » 14.03.2021, 10:14

Die sieht wirklich gut aus und da die Decke wohl hält und der Klang auch noch deinen Vorstellungen entspricht kannst du doch echt Stolz drauf sein.

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Re: {032}[Akustik] eine kleine Steelstring

#86

Beitrag von dantiel » 14.03.2021, 15:26

wow wie dick ist die decke? sieht ja schön gleichmässig aus
e pluribus unum

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Re: {032}[Akustik] eine kleine Steelstring

#87

Beitrag von cabriolet » 15.03.2021, 08:46

Etwa 1,8mm. Die Hohlkehle hat nur noch etwa 1mm.

Gruß
Markus
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Re: {032}[Akustik] eine kleine Steelstring

#88

Beitrag von Gelöschter Benutzer » 21.03.2021, 04:48

Lass ihr ein bisschen Zeit,...die geht klanglich sicher noch auf. Vielleicht gibst du nach einem Monat oder so, nochmal ein Update. Bis dahin wird auch die Decke (hoffentlich nur) etwas nachgegeben haben. Die Stegeinlagenhöhe macht mir auch ein bisschen Sorge aber wenn die Decke kommt, kannst du da hoffentlich noch ein bisschen runter.

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Re: {032}[Akustik] eine kleine Steelstring

#89

Beitrag von cabriolet » 21.03.2021, 11:08

Lumael hat geschrieben:
21.03.2021, 04:48
Lass ihr ein bisschen Zeit,...die geht klanglich sicher noch auf. Vielleicht gibst du nach einem Monat oder so, nochmal ein Update. Bis dahin wird auch die Decke (hoffentlich nur) etwas nachgegeben haben. Die Stegeinlagenhöhe macht mir auch ein bisschen Sorge aber wenn die Decke kommt, kannst du da hoffentlich noch ein bisschen runter.
Ich habe gerade mal genau nachgemessen: An der hohen e-Saite sind´s 13,5mm, an der tiefen E 14mm. Also genau da wo ich hinwollte. Bei einer "gewöhnlichen" Steelstring wäre ich da auch gerne tiefer gegangen, hier bin ich aber absichtlich ein wenig höher unterwegs, um durch die geringe Größe der Gitarre nicht zuviel an Lautstärke zu verlieren (obwohl das nicht das vorrangige Ziel war, das soll ja eine reine Wohnzimmer-Gitarre bleiben). Und die "weiche" Aufhängung in der Decke verhindert, soweit ich das bis jetzt sagen kann, tatsächlich ein frühes Komprimieren des Klangs. Eher scheppern die Saiten durch die geringe Saitenlage und die geringe Spannung auf den Bünden.

Gruß
Markus
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Re: {032}[Akustik] eine kleine Steelstring

#90

Beitrag von cabriolet » 21.03.2021, 11:11

Bevor ich´s vergesse zu sagen: In der Galerie ist das kleine Ding jetzt auch: https://www.gitarrebassbau.de/viewtopic.php?f=99&t=9754

Was in Zukunft noch kommt: Ich will noch einen Sattel und eine Stegeinlage für nicht umwickelte G-Saite bauen, um auch andere Saiten ausprobieren zu können.
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Re: {032}[Akustik] eine kleine Steelstring

#91

Beitrag von Gelöschter Benutzer » 21.03.2021, 16:56

Ich bezweifle keine Sekunde, dass du durch einen höheren Steg mehr Energie auf die Decke übertragen kannst,...Ich würde mich über ein Update nach drei Monaten freuen. Das Projekt ist spannend und mich interessiert ernsthaft, was dabei heraus kommt.

Gruß

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Re: {032}[Akustik] eine kleine Steelstring

#92

Beitrag von cabriolet » 18.07.2021, 12:38

Lumael hat geschrieben:
21.03.2021, 16:56
Ich würde mich über ein Update nach drei Monaten freuen. Das Projekt ist spannend und mich interessiert ernsthaft, was dabei heraus kommt.
Hier ist es, das Update. Wenn auch nicht nach drei, sondern vier Monaten ;) .

Also zuerst: Obwohl ich den ersten Saitensatz jetzt komplett durchgespielt habe (an der D-Saite löst sich die Umwicklung), ist die Gitarre noch nicht zusammengeklappt. Ganz im Gegenteil, da rührt sich überhaupt nix, die Saitenlage ist absolut unverändert. Schon fast unheimlich :roll: , aber der Saitenzug durch die kurze Mensur und die recht dünnen Saiten ist ja wirklich ziemlich gering.
Auch klanglich hat sich nichts geändert, nach wie vor ist der Klang recht sanft mit erstaunlich fülligem Bass und erinnert deutlich an eine Nylon-besaitete Gitarre. Mir eigentlich schon zu sanft.
Also was tun? Vielleicht helfen dickere Saiten? Würde ich von der Stabilität her durchaus wagen, aber ich wollte ja leichte E-Gitarren-ähnliche Spielbarkeit.
Ok, ein ganz anderer Weg: Ich hatte es ja schon angedeutet, dass ich auch noch eine Stegeinlage und einen Sattel für nicht umwickelte Saiten bauen wollte. Und zwar mit dem Hintergedanken, E-Gitarren-Saiten aufziehen zu können.

Gesagt, getan: Am Freitag eine neue Stegeinlage und gestern den Sattel geschnitzt (wieder aus Büffelhorn),
IMG_3444.JPG
Saiten ´drauf (im Vordergrund die alten Akustik-Saiten mit dazugehörigem Sattel und Stegeinlage).
IMG_3445.JPG
IMG_3447.JPG
IMG_3448.JPG
Auf den Bildern sind die Saiten noch nicht gestimmt, der Sattel auch nur grob gekerbt.

Nach dem Stimmen dann sofort Begeisterung: Die Brillianzen auf den umwickelten Saiten sind jetzt auch in dem Maße da, wie ich mir das eigentlich erhofft hatte (dance a) . Anderes Saitenmaterial macht wirklich unheimlich viel aus.
Erstaunlich aber, dass die D-Saite viel mehr Kompensation bräuchte. Also an der Stegeinlage nachgebessert, da ich sie aber dachförmig gestaltet hatte, ist sie dadurch deutlich niedriger geworden, schon beinahe zu niedrig. Die Kompensation reicht aber immer noch nicht. Abhilfe hat eine Saite aus einem anderen Saitensatz gebracht: Andere Stärke (.24 statt .28) und anderer Hersteller. Ich habe jetzt die Seele der Saite nicht gemessen, aber ich vermute da mal den Unterschied. Jetzt passt´s einigermaßen, trotzdem werde ich wohl noch eine neue Stegeinlage machen, wenn der nächste Saitenwechsel ansteht, die Saitenlage ist jetzt schon wirklich grenzwertig niedrig (hohes e etwa 1.6mm, tiefes E ca. 2mm und die Sattelkerben sind noch nicht einmal auf endgültiger Tiefe). Und allgemein andere Saitenstärken oder eine andere Marke probieren, der .11-.47er Satz von Pyramid fühlt sich allgemein recht steif an.

Gruß
Markus
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Re: {032}[Akustik] eine kleine Steelstring

#93

Beitrag von Gelöschter Benutzer » 31.10.2021, 08:17

Hallo Markus,

Danke für das update und sorry, Ich war lange nicht Online. Bei mir gings privat etwas drunter und drüber (eher drunter). Freut mich, dass alles stabil geblieben ist und sich meine Befürchtungen diesbezüglich nicht bestätigt haben (think) Wenn sie tatsächlich so steif ist und dir noch zuwenig rauskommt, kannst du auch mal 12.er Saiten ausprobieren. (Die Pyramid Phosphor Bronze find ich für den Preis unschlagbar) Das Kompensationsproblem, kann auch daran liegen, dass du für die kurze Mensur an der Stegeinlage einfach zu weit nach vorne gegangen bist oder, dass du am Sattel noch zu hoch bist (man kann im Regelfall viel weiter runter als man glaubt, teilweise an der Sattelkante sogar unter Bundniveau, aber das ist von instrument zu instrument unterschiedlich und mit Vorsicht zu ertasten)

Gruß

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#94

Beitrag von cabriolet » 31.10.2021, 10:07

Lumael hat geschrieben:
31.10.2021, 08:17
Ich war lange nicht Online. Bei mir gings privat etwas drunter und drüber (eher drunter).
Ist bei mir ähnlich und wird wohl auch noch eine Weile so bleiben. Ich schaue zwar öfters kurz ins Forum, zum Schreiben fehlt mir dann aber meistens die Zeit.

Das Kompensations-Problem lag übrigens an einer defekten D-Saite. Ich hatte ja zunächst die Saite gegen eine andere getauscht, die gerade greifbar war, und da hat´s ja dann schon fast gestimmt. Jetzt ist die wieder durch eine zum Saitensatz passende ersetzt und alles ist so wie´s sein soll.
Der noch nicht auf endgültige Tiefe gefeilte Sattel war natürlich auch ein kleiner Teil des Problems, das war mir durchaus bewusst. Dass aber nur die D-Saite deutlich abgewichen ist und da einige Millimeter Kompensation gefehlt hätten, war schon seltsam (und mit dem vorherigen Saitensatz hatte es ja auch gepasst).

Was den Klang angeht: Ja, zu einer Steelstring, wie man sie sonst kennt, fehlt da ´was. Erinnert mehr an eine Klassik-Gitarre, aber ich habe ja auch eine Klassik-ähnliche Fächerbeleistung verbaut. Mit unterschiedlichen Saitenstärken und -Materialien experimentiern will ich zwar weiterhin, aber viel dicker möchte ich nicht gehen; bewusst gestecktes Ziel war ja die "weiche" Bespielbarkeit. Was für die Zukunft aber noch ansteht: Schlitze für die Saiten im Steg, um den Saitenwinkel ein wenig steiler zu bekommen. Jetzt habe ich ja noch die üblichen geschlitzten Stegsteckerl drin.

Gruß
Markus
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