[Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

Moderator: jhg

Benutzeravatar
cabriolet
Holzkäufer
Beiträge: 168
Registriert: 12.09.2018, 09:50
Wohnort: Wetzlar
Hat sich bedankt: 20 Mal
Danksagung erhalten: 41 Mal

[Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#1

Beitrag von cabriolet » 12.09.2018, 22:00

Nein, mit dem Titel ist niemand vom Baumarkt-Personal gemeint :lol:

Startnummer 21:

Da ich zur Zeit schon an zwei Solidbodys baue, wird mein zweiter Wettbewerbs-Beitrag grob in Richtung ES-335 gehen. Also recht flach, hohl und mit Center-Block. Aber mit eigenem Korpus-Design, ohne F-Löcher. Und vielleicht mit slotted-headstock.
Was das Holz angeht, werde ich mich soweit möglich im Baumarkt bedienen. Der Korpus aus Birken-Sperrholz; Hals, Reifchen und Centerblock aus Fi/Ta; Griffbrett entweder geräucherte Eiche oder wieder einmal "gebackene" Buche. Eventuell bekommt der Hals noch einen Mittelstreifen aus Hainbuche, damit sich der Spannstab nicht wirkungslos ins Weichholz drückt; das wäre dann der einzige "Nicht-Baumarkt"-Holzanteil.
Die Tonabnehmer werden wieder selber ent- und gewickelt, wird wohl in Richtung P90 aber mit Brummunterdrückung gehen.
Noch ist eine deckend mattschwarze Lackierung angedacht, mit Nickel- oder Chrome-farbener Hardware. Und mit poliertem Aluminium-Binding, da muss ich aber erstmal probieren, ob mir das überhaupt gelingt.

Gruß
Markus

Benutzeravatar
AsturHero
Zargenbieger
Beiträge: 1706
Registriert: 10.01.2017, 01:46
Hat sich bedankt: 217 Mal
Danksagung erhalten: 162 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#2

Beitrag von AsturHero » 12.09.2018, 22:18

Klasse! Ich bin gespannt und ich liebe Baumarkt-Holz Gitarren
lg Antonio

Meine neue Webseite: Antalo-Bass

Wann eigentlich wurde aus Sex and Drugs and Rock and Roll

Veganismus und Lactoseintoleranz und Helene Fischer???

Benutzeravatar
Poldi
GBB.de-Inventar
Beiträge: 6636
Registriert: 26.04.2010, 06:46
Wohnort: Wanne-Eickel
Hat sich bedankt: 258 Mal
Danksagung erhalten: 165 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#3

Beitrag von Poldi » 13.09.2018, 05:30

Hört sich gut an, bin gespannt ob du gutes Holz im Baumarkt findest.

Jackhammer
Ober-Fräser
Beiträge: 879
Registriert: 05.06.2015, 08:41
Hat sich bedankt: 91 Mal
Danksagung erhalten: 27 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#4

Beitrag von Jackhammer » 13.09.2018, 07:05

2mm Flugzeug-Sperrholz in meinem Baumarkt ist eigentlich ganz gut. Kostet aber knapp fuffi pro qm.
Viele Grüße
Yuriy

Benutzeravatar
penfield
Zargenbieger
Beiträge: 1458
Registriert: 27.11.2014, 14:38
Hat sich bedankt: 27 Mal
Danksagung erhalten: 84 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#5

Beitrag von penfield » 13.09.2018, 09:03

klingt gut. bin schon neugierig was da kommt
SGmaster, Peacemaster 3P90, Double neck fretless/fretted,
Quickbird, Basslownia, FrameBird, Violin Bass Bausatz.
Sollte an Les Paulownia arbeiten, hat aber den Umbau der Mystery Guitar eingeschoben...

Benutzeravatar
cabriolet
Holzkäufer
Beiträge: 168
Registriert: 12.09.2018, 09:50
Wohnort: Wetzlar
Hat sich bedankt: 20 Mal
Danksagung erhalten: 41 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#6

Beitrag von cabriolet » 13.09.2018, 09:20

Poldi hat geschrieben:
13.09.2018, 05:30
Hört sich gut an, bin gespannt ob du gutes Holz im Baumarkt findest.
Das Holz ist schon gefunden und bei mir schon länger gelagert. Eigentlich jedes mal, wenn ich im Baumarkt unterwegs bin, durchforste ich die Holzvorräte nach Gitarren-tauglichem Material. Und wir haben hier gleich drei Baumärkte auf engem Raum (Obi, Bauhaus, Globus) 8) .
Jackhammer hat geschrieben:
13.09.2018, 07:05
2mm Flugzeug-Sperrholz in meinem Baumarkt ist eigentlich ganz gut. Kostet aber knapp fuffi pro qm.
Auch das habe ich schon längere Zeit hier, kostet aktuell 36,50 pro qm (ob das an der Konkurrenz liegt (think) ?). Bei einem Verbrauch von nichtmal einem halben qm hält sich das aber sowieso in Grenzen.

Eine detaillierte Kostenaufstellung werde ich im Bauthread aber auf jeden Fall machen.

Gruß
Markus

Benutzeravatar
cabriolet
Holzkäufer
Beiträge: 168
Registriert: 12.09.2018, 09:50
Wohnort: Wetzlar
Hat sich bedankt: 20 Mal
Danksagung erhalten: 41 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#7

Beitrag von cabriolet » 02.10.2018, 17:53

So, dann will ich auch mal mit Bildern starten!

Ungefähr so soll die Korpusform werden, die Perspektive verzerrt allerdings ein bisschen:
Das ist ein uralter Entwurf aus Fotokarton, der seit ein paar Jahren an der Rückseite einer Tür hängt. Ich mache es absichtlich immer so, damit ich mich nicht an einen Anblick gewöhne, weil ich (zu) lange daran gearbeitet habe, dass ich meine Entwürfe längere Zeit nicht anschaue.
Dieser hier gefällt mir spontan richtig gut, ist aber deutlich zu klein, am Unterbug 33cm breit. War ursprünglich für eine massive E-Gitarre gedacht, die ich aber dann nicht umgesetzt hatte.
Das heisst, ich werde den Korpus morgen einfach ein wenig per Kästchenmethode "aufblasen".

Und Holz habe ich schonmal zusammengesucht.
Im Bild ganz oben eine Buchenleiste, die im Ofen "gebacken" zum Griffbrett werden soll.
Mittig dann der Hauptdarsteller: Birken-Sperrholz in 2mm Stärke für Decke, Boden und Zargen. Da die Zargen nicht besonders hoch werden sollen (etwa 45mm), reicht ein Streifen. Einen zweiten hätte ich aber noch hier, falls ich mich doch noch für eine größere Zargentiefe entscheide.
Unter dem Sperrholz liegen zwei Fichtenleisten für Hals und Sustainblock. Die etwas rötlichere hat einen Riss, gibt aber für den Sustainblock genug Material her.
Alternativ könnte ich für Hals und Block auch Paulownia nehmen, ganz unten im Bild. Steht zwar "Leimholz" drauf, ist aber ausnahmsweise tatsächlich einteilig.
Ein wenig im Bild versteckt hat sich das Material für die Reifchen, da liegen noch vier Fichtenleistchen unter dem Sperrholzstapel.

Das Einzige was ich an Holz nicht im Bild habe: Ein Streifen Hainbuche kommt noch in den Hals, damit sich der Spannstab in´s weiche Holz eingräbt.

Gruß
Markus

Goldschmied
Holzkäufer
Beiträge: 108
Registriert: 03.08.2016, 20:23
Wohnort: Dresden
Hat sich bedankt: 17 Mal
Danksagung erhalten: 27 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#8

Beitrag von Goldschmied » 02.10.2018, 18:25

Die Form gefällt mir richtig gut! Aber die links davon sieht auch sehr interessant aus :)

Was mich interessiert, wieviel hast du ca für das Holz ausgegeben? Wenn ich Baumarktholz höre, denk ich immer an günstiges einfaches Holz. Ist aber wahrscheinlich gar nicht so oder?

Benutzeravatar
cabriolet
Holzkäufer
Beiträge: 168
Registriert: 12.09.2018, 09:50
Wohnort: Wetzlar
Hat sich bedankt: 20 Mal
Danksagung erhalten: 41 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#9

Beitrag von cabriolet » 02.10.2018, 19:00

Goldschmied hat geschrieben:
02.10.2018, 18:25
Die Form gefällt mir richtig gut! Aber die links davon sieht auch sehr interessant aus :)

Was mich interessiert, wieviel hast du ca für das Holz ausgegeben? Wenn ich Baumarktholz höre, denk ich immer an günstiges einfaches Holz. Ist aber wahrscheinlich gar nicht so oder?
Der halbe qm Sperrholz sind 18,25 Euro, die Fichten -und Buchen-Leisten zusammen wohl etwa 20 Euro. Das Paulownia-Brett liegt bei 5,50 Euro. Die genauen Kosten werde ich aber noch auflisten.

Zum Entwurf links im Bild: Das ist ein "Zwischendurch"-Projekt. Aber nicht in dem Sinne, dass das mal eben schnell zwischendurch gebaut wird, sondern dass ich immer dann, wenn ich sonst nix zu tun habe, daran weiter werkel. Deshalb zieht sich das schon seit Januar 2017 :lol: .

Ich hatte den Bau damals auf gearbuider.de unter dem Titel "Nein, es wird kein Bass" begonnen zu dokumentieren, so soll das mal aussehen:
Und das ist der derzeitige Stand der grob zurechtgestutzten Hölzer:
Gruß
Markus

Goldschmied
Holzkäufer
Beiträge: 108
Registriert: 03.08.2016, 20:23
Wohnort: Dresden
Hat sich bedankt: 17 Mal
Danksagung erhalten: 27 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#10

Beitrag von Goldschmied » 02.10.2018, 19:56

cabriolet hat geschrieben:
02.10.2018, 19:00
Zum Entwurf links im Bild: Das ist ein "Zwischendurch"-Projekt. Aber nicht in dem Sinne, dass das mal eben schnell zwischendurch gebaut wird, sondern dass ich immer dann, wenn ich sonst nix zu tun habe, daran weiter werkel. Deshalb zieht sich das schon seit Januar 2017 :lol: .

Gruß
Markus
Na dann freue ich mich schon wenn es damit weiter geht :D auch die Form deiner solid body Gitarre find ich klasse und hab damals im gearbuilder forum still und gespannt mitgelesen!

Benutzeravatar
cabriolet
Holzkäufer
Beiträge: 168
Registriert: 12.09.2018, 09:50
Wohnort: Wetzlar
Hat sich bedankt: 20 Mal
Danksagung erhalten: 41 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#11

Beitrag von cabriolet » 04.10.2018, 16:51

Nachdem ich gestern den Korpus-Entwurf vergrößert habe (Unterbug jetzt 36 cm, Korpuslänge 42,5cm), habe ich heute endlich mal angefangen, wirklich zu bauen (dance a) .

Also wieder einmal mein altes, aus Wasser-Installations-Material bestehendes Biegerohr hervorgekramt. Aber dieses mal nicht den teuren elektronisch geregelten Heißluftföhn drangehängt, dem wird´s immer zu heiß und er regelt herunter, so dass das Rohr kaum auf Temperatur kommt. Heute musste ein Billigst-Teil herhalten, das hat bestens funktioniert. Die Temperatur habe ich mit einem Infrarotthermometer kontrolliert und durch Ein- und Ausschalten des Föhns auf etwa 180° C gehalten.
Sieht so aus, also ob ich nur eine Zargenseite gebogen habe, aber der Sperrholzstreifen ist 10cm breit. Ich will ihn später halbieren, um die geplanten etwa 45mm Zargenstärke zu erhalten und wollte mir damit die Arbeit ersparen, zwei Teile absolut gleich biegen zu müssen.
Hat leider nicht ganz hingehauen, das Sperrholz biegt sich deutlich ungleichmäßiger als es die massiven Birken-Zargen meiner ersten Akustischen taten :? . Naja, nicht wirklich schlimm, dann muss ich eben nach dem Auseinandersägen doch beide Seiten angleichen. Deshalb habe ich auch erstmal deutlich überbogen, wieder zurückbiegen geht leichter und gleichmäßiger (ist zumindest mein bisheriger Eindruck).
Übrigens riecht die Birke beim Biegen richtig lecker, erinnert mich an frische gebackenes Brot :D .

Gruß
Markus

Benutzeravatar
cabriolet
Holzkäufer
Beiträge: 168
Registriert: 12.09.2018, 09:50
Wohnort: Wetzlar
Hat sich bedankt: 20 Mal
Danksagung erhalten: 41 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#12

Beitrag von cabriolet » 05.10.2018, 19:13

Nur ein kleines Stück ging es hier heute weiter, ich habe die Zargen halbiert und nachgebogen.

Dazu erstmal einen Höhenanreisser improvisiert und die Mittellinie angezeichnet.
Dann mit einer kleinen Japansäge auf der Linie gesägt. Was sich einfacher anhört als es tatsächlich war, die Zargen ließen sich in gebogenem Zustand ja nicht mehr vernünftig einspannen, da war dann Festhalten und Auflegen auf dem Tisch und an der Tischkante in den unterschiedlichsten Positionen angesagt ;) .
Nach dem Sägen hat sich dann erst so richtig gezeigt, wie ungleichmäßig ich gestern gebogen hatte und wieviel Spannung da noch drin war: Beide Zargenteile haben am Unterbug jetzt eine völlig unterschiedliche Form :shock:.
War also nix mit der gedachten Arbeitserleichterung (whistle) . Falls ich nochmal so schmale Zargen bauen sollte, werde ich erst sägen und danach biegen.
Dann wieder das Biegeeisen aufgebaut und die Zargen anhand meiner Pappschablone in die endgültige Position gebogen. Was eine Menge Geduld gefordert hat, weil die Dinger immer irgendwie windschief bzw. in sich verdreht waren. Außerdem wollte ich beide Seiten so gleich wie möglich haben, weil ich komplett ohne Außen-, Innen- oder Sonstwas-Form baue. Die ganze Aktion hat dann fast drei Stunden gedauert.
Jetzt sind die beiden hauptsächlichen Zargen-Teile erstmal für eine Weile zwischen MDF-Platten fixiert, um in Form zu bleiben (Hab da ein Foto vergessen, kann ich aber morgen noch zeigen).

Gruß
Markus

Benutzeravatar
Haddock
Luthier
Beiträge: 4450
Registriert: 11.12.2012, 13:15
Wohnort: Schweiz
Hat sich bedankt: 187 Mal
Danksagung erhalten: 129 Mal
Kontaktdaten:

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#13

Beitrag von Haddock » 05.10.2018, 19:37

Hallo Markus,

diesen Thread verfolge ich gerne mit! Viel Erfolg :D

Gruss
Urs

Benutzeravatar
Poldi
GBB.de-Inventar
Beiträge: 6636
Registriert: 26.04.2010, 06:46
Wohnort: Wanne-Eickel
Hat sich bedankt: 258 Mal
Danksagung erhalten: 165 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#14

Beitrag von Poldi » 05.10.2018, 20:19

Haddock hat geschrieben:
05.10.2018, 19:37
Hallo Markus,

diesen Thread verfolge ich gerne mit! Viel Erfolg :D

Gruss
Urs
Dito. (clap3)

Benutzeravatar
thoto
Zargenbieger
Beiträge: 1897
Registriert: 09.10.2013, 12:33
Wohnort: Braunschweig / Niedersachsen
Hat sich bedankt: 143 Mal
Danksagung erhalten: 127 Mal
Kontaktdaten:

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#15

Beitrag von thoto » 05.10.2018, 21:22

Poldi hat geschrieben:
05.10.2018, 20:19
Haddock hat geschrieben:
05.10.2018, 19:37
Hallo Markus,

diesen Thread verfolge ich gerne mit! Viel Erfolg :D

Gruss
Urs
Dito. (clap3)
Dito dito :D
Und danke für diese Erkenntnisse. Ich wäre im Falle des Falles in dieselbe Fälle gelaufen...
Thoto
Aktuelles Projekt: viewtopic.php?p=116032

Benutzeravatar
cabriolet
Holzkäufer
Beiträge: 168
Registriert: 12.09.2018, 09:50
Wohnort: Wetzlar
Hat sich bedankt: 20 Mal
Danksagung erhalten: 41 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#16

Beitrag von cabriolet » 06.10.2018, 17:04

Danke, dann will ich euch mal nicht länger warten lassen. Es ging heute wieder ein Stück weiter.

Erst einmal das Foto von den eingesperrten Zargen, damit sie ihre Form behalten:
Die MDF-Platten sind rauh genug, dass sie durch ihr Gewicht die Zargen am Verrutschen und damit am Aufbiegen hindern, deshalb waren da keine Zwingen nötig.
Heute morgen dann zuerst alle vier Zargenteile auf Maß abgelängt.
Die Teile mal auf dem Fußboden zusammengelegt, da kann man schon ahnen, wie das mal aussehen soll. Ist immer noch ein bisschen windschief, bei den langen Haupt-Zargenteilen aber kein Problem: Von einem Zargen-Reststück ein kleines Stück abgesägt und anstelle eines Endblocks angeleimt,
wieder eine MDF-Platte ´draufgelegt und die kommende Zeit für die nächste Baustelle genutzt:
Reifchen sägen.
Auch das wieder von Hand, insgesamt benötige ich etwa drei Meter.
Mit einem Furnierstreifen als Tiefenanschlag auf der Säge ging das recht zügig, in einer Stunde hatte ich zwei Meter fertig und eine Blase am Daumen :x . Naja, den dritten Meter säge ich eben ein anderes mal.

Beim Zusammenräumen fällt mir dann eine der geschlitzten Leisten auf den Boden und zerspringt in mehrere Teile :shock: . Sieht aber schlimmer aus als es ist, ich muss später beim Einleimen ja sowieso an mehreren Stellen stückeln, den Cutaways beispielsweise.
Und die kurzen Zargenteile hatte ich ganz einfach vergessen (whistle) , aber die habe ich eben gerade auch noch mit einem Reststück verbunden. Die waren aber so widerspenstig (Platte ´drauflegen geht platzmäßig hier nicht), dass ich sie mit insgesamt sechs Zwingen in Form halten musste. Das darf jetzt auch bis morgen so bleiben.
Gruß
Markus

Benutzeravatar
cabriolet
Holzkäufer
Beiträge: 168
Registriert: 12.09.2018, 09:50
Wohnort: Wetzlar
Hat sich bedankt: 20 Mal
Danksagung erhalten: 41 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#17

Beitrag von cabriolet » 07.10.2018, 13:56

Und wieder ein kleines Stück weiter. Nein, zwei kleine Stücke weiter :lol:. Nämlich die Eck-Klötzchen in den Cutaway-Spitzen.
Dazu von einer 20x20mm Fichtenleiste aus der Restekiste zwei Stücke abgesägt und mit Hobel (den Hobel dazu einfach in einer Hand gehalten und mit der anderen das Holz über das Messer geschoben), verschiedenen Iwasakis und Schleifleinen in Form gebracht. Die Stücke habe ich etwas kürzer als Zargenhöhe gemacht, da die Zargen durch das Sägen ja nicht überall huntertprozentig gleich hoch sind und ich deshalb die Zargenhöhe noch nacharbeiten muss. Dazu wär´s blöd, wenn die Klötze im weg sind und auch in der Höhe reduziert werden müssten.
Die Dinger dann noch an den Zargenkranz geleimt, das war´s für heute. Feintuning an den Leimflächen für die Cutaway-Zargenteile kommt dann erst, wenn der Leim fest ist.
Und jetzt geht´s erstmal mit Auto-Schrauben weiter.

Gruß
Markus

Benutzeravatar
hansg
Zargenbieger
Beiträge: 1013
Registriert: 23.04.2010, 15:41
Hat sich bedankt: 14 Mal
Danksagung erhalten: 23 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#18

Beitrag von hansg » 07.10.2018, 14:12

Respekt, du gibst ja ziemlich Gas. (thumb)

Gruss
Hans

Benutzeravatar
cabriolet
Holzkäufer
Beiträge: 168
Registriert: 12.09.2018, 09:50
Wohnort: Wetzlar
Hat sich bedankt: 20 Mal
Danksagung erhalten: 41 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#19

Beitrag von cabriolet » 07.10.2018, 14:19

Naja, sind ja eigentlich alles nur kleine Schrittchen, aber ich habe gerade Zeit. In nächster Zukunft haben aber wieder meine Autos Vorrang, das verunfallte muss schnellstens wieder einsatzfertig gemacht werden, damit ich die am Alltagsschlitten aufgestauten Reparaturen endlich abarbeiten kann.
Außerdem kommt ja noch eine weitere Wettbewerbsgitarre, und da habe ich noch nichtmal ein Foto mit den Ausgangsmaterialien zustande gebracht (whistle) .

Benutzeravatar
cabriolet
Holzkäufer
Beiträge: 168
Registriert: 12.09.2018, 09:50
Wohnort: Wetzlar
Hat sich bedankt: 20 Mal
Danksagung erhalten: 41 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#20

Beitrag von cabriolet » 09.10.2018, 18:30

Gestern nachmittag habe ich dann noch die Innenseiten der Cutaways eingeleimt, an den Eckklötzchen brauchte ich fast nicht nacharbeiten.
Am Sonntag hatte ich schon die Buchen-Leiste auf Griffbrett-Länge gekürzt, gestern abend ist das dann in den Backofen gewandert.
Zwei Stunden später sah das dann so aus:
Ich lasse das Holz immer mindestens eine halbe Stunde bei etwa 120°C seine Restfeuchte verdampfen und heize erst danach hoch. Etwas knifflig ist immer, die für das Holz passende Temperatur zu finden, da ich das mit Buche aber schon öfters gemacht habe, bin ich gleich auf 200° gegangen. Das gab nach einer weiteren halben Stunde einen angenehmen Duft (wie beim Sägen), aber nur leichte Bräune. Also auf 210°, viel tut sich da farblich nicht. 15 Minuten später auf 220°, es beginnt brenzlig zu riechen und wird deutlich dunkler. Da die Färbung ja durch´s ganze Holz gehen soll, blieb das Griffbrett etwa für 45 Minuten auf dieser Temperatur. Gut lüften ist da schon Pflicht, es gibt bereits leichte Rauchentwicklung. Mehr Temperatur wäre hier nicht gegangen, wenn es stark raucht wird´s, wie ich irgendwo mal gelesen habe, wohl richtig gefährlich! Nicht nur für´s Holz, sondern auch für die Wohnung, wegen Gefahr der Selbstentzündung :shock:
Und noch ein Tipp für die, die das auch mal probieren wollen: Backofenthermostate sind ziemlich ungenau. Orientiert euch also bitte nicht zu sehr an den von mir genannten Temperaturen, sondern sucht den passenden Punkt selbst.
Ach ja: Das Fleckige verschwindet erfahrungsgemäß später beim Bearbeiten, das sind einfach die Abdrücke meiner Fettfinger (whistle) .

Die tatsächliche Farbe lässt sich bei Tageslicht natürlich besser einschätzen, dass die Enden etwas heller geblieben sind, liegt an ungleichmäßiger Hitzeverteilung im Backofen.
Heute ging es dann an die ersten Seite der Reifchen. Die leime ich übrigens "verkehrt herum" ein, mit den Schlitzen in Richtung Zargen. Wird man bei dieser Gitarre zwar nicht sehen können, weil keine Schalllöcher ´reinkommen, aber ich finde das optisch schon schöner. Der Hauptgrund ist aber einfach, dass das so deutlich stabiler wird.
Die beiden Leisten im Korpusinneren sind übrigens nicht eingeleimt, sondern einfach nur leicht eingeklemmt und dienen nur der Stabilität beim Verleimen, dass mir durch den Druck der Wäscheklammern die Zargen nicht verformt werden.
Gruß
Markus

Benutzeravatar
zappl
Zargenbieger
Beiträge: 1357
Registriert: 09.02.2016, 19:58
Wohnort: 56xxx
Hat sich bedankt: 185 Mal
Danksagung erhalten: 142 Mal
Kontaktdaten:

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#21

Beitrag von zappl » 09.10.2018, 23:15

Interessant... wie beeinflusst das die Eigenschaften des Holzes (außer der Farbe ;) ). Wird es unzappliger?

Verformt es sich sehr bei dem Prozess?
Gruß, Sebastian
#1 #2 #3 #4

Benutzeravatar
cabriolet
Holzkäufer
Beiträge: 168
Registriert: 12.09.2018, 09:50
Wohnort: Wetzlar
Hat sich bedankt: 20 Mal
Danksagung erhalten: 41 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#22

Beitrag von cabriolet » 11.10.2018, 17:44

Zumindest schrumpft es ein wenig. In der Länge fast garnicht, in Breite und Dicke aber schon im Bereich von etwa 2-3 %. Auf keinen Fall darf man also auf Endmaß bearbeiten und danach "backen". Und verwinden kann es sich genau aus diesem Grund auch, das hatte ich einmal. War aber mein Fehler, die Jahresringe lagen nämlich diagonal. Diesmal waren die Ringe nahezu stehend.
Zu den weiteren Eigenschaften kann ich eigentlich nur das wiedergeben, was sonst so über Thermoholz zu lesen ist: Weniger Möglichkeit zur Feuchtigkeitsaufnahme und dadurch weniger "Zappl"-Neigung ;) . Und wohl auch witterungsbeständiger, aber das will ich mit meinen Gitarren erst ungern testen (whistle) .

Gruß
Markus

Benutzeravatar
micha70
Bodyshaper
Beiträge: 285
Registriert: 27.08.2018, 08:38
Wohnort: Knopf im Ohr
Hat sich bedankt: 79 Mal
Danksagung erhalten: 88 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#23

Beitrag von micha70 » 11.10.2018, 18:44

Bin echt gespannt wie Du die Decke machst. Das möchte ich nicht verpassen.

Tolle Form übrigens!
Viele Grüße
Micha

Ich habe keine eigene Seite. Deswegen klemme ich mir die von meiner Tochter: www.quartetto-paganino.com

Benutzeravatar
DoppelM
Zargenbieger
Beiträge: 1130
Registriert: 12.07.2015, 23:46
Hat sich bedankt: 111 Mal
Danksagung erhalten: 90 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#24

Beitrag von DoppelM » 11.10.2018, 20:35

Oha! Fast könnte es mir passieren das ich anfange Buche zu mögen, jetzt wo das blass-kotz-rosa weg ist. Sind denn dies Buchentypischen Punkte noch da?
All you need for a good song is three chords and the truth.

Hold my beer and watch this

Benutzeravatar
cabriolet
Holzkäufer
Beiträge: 168
Registriert: 12.09.2018, 09:50
Wohnort: Wetzlar
Hat sich bedankt: 20 Mal
Danksagung erhalten: 41 Mal

Re: [Elektrisch, Gitarre]: Das hohle Ding aus dem Baumarkt

#25

Beitrag von cabriolet » 12.10.2018, 18:56

DoppelM hat geschrieben:
11.10.2018, 20:35
Sind denn dies Buchentypischen Punkte noch da?
Ja, sind sie 8) .

Antworten

Zurück zu „Kategorie Elektrische Saiteninstrumente“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast