[Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

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Re: [Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

#26

Beitrag von Yiti » 09.03.2019, 02:45

Titan-Jan hat geschrieben:
08.03.2019, 11:49
Hey die Bodyform gefällt mir sehr gut! Die wird toll :-)
Mir gefällt sie auch :!: Und gleich bekam ich einen Drang sie (mit TurboCAD) zu "koordinieren":
NYL-02.jpg
Der feine Raster ist 10 mm.
Nur die zwei Querlinien in deinem Rasterbild kann ich nicht sicher zuordnen, wenn die Mensurlänge 640 mm sein sollte.
NYL-01.jpg
Ausserdem fehlt mir noch die Anzahl der Bünde und die Lage des Griffbrettendes.
Die Gitarre baue ich, um gemütlich im Wohnzimmer darauf herumzuklimpern. Ohne Strom. Nylon-Saiten einfach deshalb, weil ich das Spielgefühl mag.

Ein ähnliches Projekt wartet bei mir auch aufs Weitermachen ;)
(whistle) Yiti

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Re: [Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

#27

Beitrag von DoppelM » 09.03.2019, 08:17

Irgendwie habe ich diesen megaspannenden Thread übersehen. Etwas spät dran aber:
Ich benutze beim Fügen von Decken und Böden inzwischen Malerkrepp, welches während der Trockenübung auf die spätere Leimnaht klebe. Wenn man dann vorsichtig aufklappt und Leim aufträgt, verhindert man so nebenbei längs verrutschen. Sehr hilfreich bei Bookmatched oder knapp bemessenen Teilen.
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Re: [Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

#28

Beitrag von cabriolet » 09.03.2019, 12:46

Yiti hat geschrieben:
09.03.2019, 02:45
Nur die zwei Querlinien in deinem Rasterbild kann ich nicht sicher zuordnen, wenn die Mensurlänge 640 mm sein sollte.

Ausserdem fehlt mir noch die Anzahl der Bünde und die Lage des Griffbrettendes.
Die Querlinien sind einfach Anfang und Ende einer Vertiefung im Griffbrett, damit da Raum zum Spielen für die Greifhand bleibt.
Ob die später genau da liegen werden, wird sich dann am "lebenden Objekt" entscheiden, das sind für mich bisher nur grobe Orientierungen.
Kurz unterhalb der unteren Querlinie kannst du (in der Fotokopie mit dem Raster schlecht zu sehen) vielleicht eine weitere Linie erkennen, das ist die theoretische Mensurlinie und damit dein Koordinatenursprung. Der Hals-Korpus-Übergang müsste etwa im Bereich 15. Bund liegen.
NYL-01 Stegposition.jpg
Insgesamt sind einige Dinge an diesem Projekt bisher nur Gedankenspielereien, vor allem was Hals und Griffbrett angeht. Ob und wie ich die dann genau umsetze (und ob das überhaupt funktioniert ;) ), werde ich dann beim Bau sehen. Deshalb habe ich auch zu Beginn gesagt, dass ich noch nicht allzuviel verraten will und kann, weil ich manches dann recht spontan entscheiden werde.

Gruß
Markus
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Re: [Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

#29

Beitrag von cabriolet » 10.03.2019, 17:02

Heute habe ich dann die Zargen gebogen.

Dazu zuerst die viel zu breiten (12,5cm) Zargenrohlinge auf 9cm Breite gesägt. Diesmal vor dem Biegen, um nicht wie bei meiner anderen Wettbewerbs-Gitarre später viel umständlicher sägen zu müssen und dann auch noch Spannungen frei werden, die ein Nachbiegen erfordern.

Also das Zargenpaar geschnappt, aufeinandergelegt, angezeichnet und gesägt:
IMG_1462.JPG
Aber sogar dabei kann man grobe Fehler machen :? . Wäre das eine gewöhnliche, symmetrische Akustik-Gitte geworden, hätte ich jetzt einen neuen Zargensatz gekauft...
Was ist passiert? Nach dem Sägen habe ich festgestellt, dass die beiden abgeschnittenen Streifen völlig unterschiedlich aussehen. Und nein, ich habe keine zwei Zargensätze gemixt... sondern die Zargen nicht bookmatched aufeinandergelegt. Dadurch habe ich eine bodenseitig gekürzt, die andere deckenseitig. Somit sehen sie jetzt völlig unterschiedlich aus, und ein bookmatched-Zargenstoß am Unterbug ist natürlich nicht mehr möglich.
Sowas passiert, wenn man zwar zur Entspannung baut, einem aber trotzdem (zu) viele andere Dinge durch den Kopf gehen.

Aber ganz ehrlich: Es stört mich nicht. Die Gitarre wird sowieso stark unsymmetrisch. Und die Balsa-Decke ist sowieso auch nicht bookmatched.

Dafür lief das eigentliche Biegen völlig unproblematisch. Trotz ein paar kleiner Ästchen (die ich später verfüllen muss) ließ sich die Nuss schön gleichmäßig und ohne jede Splitterneigung biegen.
Interessanterweise biegen sich die Zargen überhaupt nicht auf, ich hatte (wie ich es immer mache) zuerst deutlich überbogen und musste dann viel korrigieren.
Man sieht hier beim ersten Zargenteil, dass ich noch etwas aufbiegen muss:
IMG_1463.JPG
Beim zweiten Teil habe ich mir das Überbiegen dann gespart.
IMG_1464.JPG
Und so sehen beide Zargenteile jetzt zusammengelegt aus:
IMG_1465.JPG
IMG_1466.JPG
Gruß
Markus
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Re: [Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

#30

Beitrag von ugrosche » 10.03.2019, 18:02

Wow, sieht sehr gut aus. Die asymmetrische Form gefällt mir immer besser.
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Re: [Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

#31

Beitrag von cabriolet » 11.03.2019, 18:48

Da ich heute sowieso Fichten-/Tannen-/Kiefern-Leisten sortiert habe, wurden drei Stück gleich zu Reifchen verarbeitet:

Im 5mm-Abstand markiert und von Hand gesägt. Auf der Säge war noch der Anschlag vom Bundschlitze sägen vom "Hohlen Ding aus dem Baumarkt" aufgeklebt, und der passte hier perfekt.
IMG_1469.JPG
IMG_1467.JPG
Etwa zwei Stunden und fast 600 Schlitze später habe ich drei Meter Reifchen:
IMG_1470.JPG
Das sollte reichen, weil im Bereich der Schalllöcher Walnuss-Reifchen mit hellem Trennfurnier hin kommen. Ein kurzes Stück ist wieder einmal abgebrochen, macht aber nix. Irgendwo muss man später sowieso stückeln.

Gruß
Markus
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Re: [Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

#32

Beitrag von cabriolet » 15.03.2019, 18:34

Heute die Zargen auf Länge gesägt und beide Teile zunächst mit Klebeband verbunden. Aus einem Zargenrest ist dann der "Endklotz" entstanden, der hier gar kein Klotz ist 8) . Und ein Gurtpin ist ja auch nicht vorgesehen, also braucht er auch kein Material, das ihn hält.
Zusammen mit den Reifchen, die dann durchgehend laufen werden, ergibt sich später genug Stabilität. Also den Zargenrest in der Höhe um etwas mehr als 2 cm reduziert und auf dem Biegeeisen nachgebogen.
IMG_1471.JPG
IMG_1473.JPG
Das Stück dann eingeleimt und erstmal Wochenendkäufe getätigt.
IMG_1474.JPG
Wieder zurück zu Hause die Zargen nochmal auf der Umrisszeichnung auf Maßhaltigkeit gecheckt. Passt fast. Da ich ja nicht in einer Form baue, habe ich ein wenig mit auf Spannung geklebtem Malerkrepp korrigiert. Und zwar sowohl decken- als auch bodenseitig und dabei auf Rechtwinkligkeit geachtet. Die Klebebänder auf beiden Seiten anzubringen hat noch einen weiteren Vorteil (selbst wenn man sie nicht auf Spannung klebt weil nicht korrigiert werden muss): Beim Einleimen der Reifchen würden Kräfte ja zuerst nur auf einer Seite wirken und der Zargenkranz wird dann gerne windschief und gerät aus der Rechtwinkligkeit zu Boden und Decke. Das Klebeband ist also eine Art von improvisierter Form.
Einen Nachteil hat das Kebeband aber auch: Es erschwert die Zugänglichkeit bei der Reifchen-Leimerei, deshalb habe ich zuerst einmal nur ein kleines Stück eingeleimt, morgen geht´s dann weiter.
IMG_1476.JPG
IMG_1477.JPG
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Re: [Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

#33

Beitrag von cabriolet » 22.03.2019, 00:05

Am Wochenende ging´s dann mit der Reifchen-Einleimerei weiter.
Erst den Rest bodenseitig. Für die Engstellen habe ich die gesägten Schlitze mit einer Dreikantfeile ein wenig aufgeweitet, damit ich auch um die Kurven komme:
IMG_1478.JPG
IMG_1479.JPG
Dann deckenseitig:
IMG_1480.JPG
Wie man sieht, habe ich wieder einmal die Reifchen "verkehrt herum" eingeleimt, also mit den Schlitzen in Richtung der Zargen. Damit erhalten die Reifchen zusätzlich zur Verbindungsfläche für Decke bzw. Boden eine weitere Funktion: Sie erhöhen die Stabilität der Zargen deutlich.
IMG_1481.JPG
Deckenseitig hat nur der Unterbug die geschlitzten Reifchen bekommen, da am Oberbug ja die Schalllöcher sitzen werden und die Reifchen damit im Sichtbereich liegen.
Deshalb habe ich aus den Zargenresten schmale Streifen geschnitten und mit dem Biegeeisen in Form gebracht.
IMG_1482.JPG
IMG_1483.JPG
Ursprünglich hatte ich in diesem Bereich einen Streifen helles Trennfurnier zwischen Zargen und Reifchen geplant, aber ich wollte doch mal etwas Anderes ausprobieren: Fotokarton :p . Mit schwarzem Karton hatte ich das schonmal gemacht, hier wollte ich ja einen Kontrast zum dunklen Nussholz. Also von einem Reststück beigem Karton zwei Streifen geschnitten (die im Bild waren leider zu kurz, hatte mich irgendwo vermessen und habe nochmal welche geschnitten) und gemeinsam mit den gebogenen Walnuss-Reifchen verleimt.
IMG_1484.JPG
IMG_1485.JPG
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Re: [Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

#34

Beitrag von cabriolet » 22.03.2019, 00:07

Das Ganze sah dann zunächst recht grob und ungleichmäßig aus:
IMG_1488.JPG
Deshalb erst einmal ein Stückchen testgehobelt. Wäre das nichts geworden, hätte ich das wieder auseinandergenommen (geht bei Titebond mit Hitze problemlos) und dann doch Furnier genommen. Sieht aber gut aus (dance a) :
IMG_1489.JPG
Also konnte ich beruhigt diese Woche die Zargen auf beiden Seiten auf Höhe hobeln. Da Decke und Boden nur schwache Wölbungen bekommen werden, habe ich überall auf gleichmäßige Höhe gehobelt.
IMG_1490.JPG
IMG_1491.JPG
IMG_1492.JPG
IMG_1493.JPG
IMG_1497.JPG
Gruß
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Re: [Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

#35

Beitrag von cabriolet » 25.03.2019, 16:25

Am Zargenstoß habe ich mich für einen schmalen hellen Streifen entschieden, und da das mit dem Fotokarton in den Reifchen so gut gelungen ist, habe ich auch hier wieder Fotokarton genommen.

Da der Fotokarton nur 0,4mm dick ist, habe ich meine Japansägen nachgemessen, das dünnste Blatt kommt an den Zähnen auf 0,5mm. Also so vorsichtig wie möglich genau auf dem Zargenstoß einen Schlitz gesägt
IMG_1498.JPG
und einen Streifen Fotokarton mit Titebond eingeleimt:
IMG_1499.JPG
Heute dann beigehobelt. Ist ein wenig ungleichmäßiger als erhofft, wahrscheinlich dadurch, dass der Papp-Streifen ja nicht eingepresst ist und so in dem etwas zu weiten Schlitz aufquellen konnte.
IMG_1500.JPG


Außerdem fiel mir heute eine Idee wieder ein, die ich schon bei meiner ersten Akustischen hatte, aber in Absprache mit dem zukünftigen Besitzer nicht umgesetzt habe: Ich wollte den Korpus leicht keilförmig gestalten, zur Bass-Seite hin ein wenig abfallend. Dadurch erhoffe ich mir, dass der Korpus unter dem rechten Arm nicht ganz so "kastig" wirkt.

Also nochmal den Hobel geschnappt und die (vorher auf gleichmäßige Höhe gehobelten :badgrin: ) Zargen bodenseitig zur Bass-Seite hin niedriger gehobelt. Dabei habe ich in der Taille weniger Material weggenommen, dann kann auch die Bodenwölbung ein wenig stärker ausfallen als ursprünglich angedacht.
Die Deckenseite lasse ich so wie sie ist, der jetzige Höhenunterschied zwischen Diskant- und Bass-Seite beträgt etwa 5mm.

Am deutlichsten zu sehen ist die Aktion im Höhenunterschied der Reifchen, aber auch von außen betrachtet ist die unterschiedliche Zargenhöhe zu erkennen. Für die Bilder lag die gehobelte (Boden-)Seite auf der Tischplatte.
IMG_1501.JPG
IMG_1502.JPG
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Re: [Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

#36

Beitrag von Poldi » 26.03.2019, 11:40

Sehr schöne Arbeit, das gefällt mir.
Allerdings hätte ich am hinteren Zargenstoss irgend etwas viel breiteres eingesetzt in der Hoffnung dass dadurch
die gedrehten Zargen nicht zu doll auffallen.

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Re: [Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

#37

Beitrag von Haddock » 26.03.2019, 17:01

Hallo,

asymetrische Formen schauen einfach besser aus ! Gefällt mir sehr :D

Gruss
Urs

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Re: [Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

#38

Beitrag von cabriolet » 26.03.2019, 18:43

Poldi hat geschrieben:
26.03.2019, 11:40
Sehr schöne Arbeit, das gefällt mir.
Allerdings hätte ich am hinteren Zargenstoss irgend etwas viel breiteres eingesetzt in der Hoffnung dass dadurch
die gedrehten Zargen nicht zu doll auffallen.
Auch wenn ich mich zunächst gerne selbst in den Ar... gebissen hätte, ist mir das inzwischen völlig egal. Die Decke ist ja auch nicht bookmatched.
Was mich mehr stört, ist der etwas ungleichmäßige (Papp-)Streifen, deshalb denke ich wirklich darüber nach, da nochmal ´ranzugehen und einen leicht keilförmigen Streifen Nuss mit jeweils einem Papp-Streifen links und rechts einzusetzen.

Heute ging´s aber erstmal mit dem Boden weiter.
Zuerst mittels Zargenkranz angezeichnet
IMG_1506.JPG
und mit etwas Übermaß ausgesägt. Dabei habe ich darauf geachtet, den "Abfall" nicht zu zerbrechen, damit ich davon noch genug Fläche übrig behalte für das Cutaway und ein Kopfplattenfurnier.
IMG_1507.JPG

Für die Bodenleisten musste wieder einmal Baumarkt-Material herhalten. Keine Ahnung, ob Fichte, Kiefer oder sonst ein Nadelholz. Jedenfalls eine schön gerade gewachsene 5x20mm-Leiste :lol: und sogar mit stehenden Ringen.
Davon drei passende Stücke abgesägt und einen Radius aufgehobelt. Das Ganze nach Augenmaß soweit, dass ich etwa 5mm Bodenwölbung erhalte.
IMG_1510.JPG
IMG_1512.JPG
IMG_1513.JPG
Die Leisten dann noch an den Enden mittels Schleifleinen abgeschrägt, dass sie mit etwas Luft zwischen die Reifchen passen. Letzte Feinheiten werden später ausgearbeitet.
IMG_1516.JPG
Wieder mit Hilfe des Zargenkranzes die genauen Balkenpositionen angezeichnet und dann aufgeleimt:
IMG_1517.JPG

Und schonmal damit begonnen, die Reifchen ein wenig zu verschönern. Da jetzt aber wieder mal das Tageslicht aufgebraucht ist, habe ich für heute die Arbeit niedergelegt.
IMG_1518.JPG
Gruß
Markus
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Re: [Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

#39

Beitrag von cabriolet » 28.03.2019, 18:25

Der Boden hat jetzt durch die drei Leisten eine Art Tonnenwölbung. Auf den Zargenkranz aufgelegt, passt das an den Seiten schon ziemlich genau, an den beiden Enden bleibt natürlich jeweils noch ein Spalt von mehreren Millimetern.
IMG_1519.JPG
IMG_1520.JPG
Das lässt sich aber von Hand leicht zusammendrücken und damit kann ich den Boden in eine annähernde Kuppelwölbung bringen. Das darf also so bleiben, gestern hatte ich dann Zeit, den Leisten eine schönere Form zu verpassen.
Dazu die Leisten zuerst mit dem Stechbeitel oben zugespitzt, dann mit Schleifleinen sauber verschliffen.
IMG_1521.JPG
IMG_1522.JPG
IMG_1523.JPG
Danach dann mit dem Beitel die Enden bis auf etwa 5mm Höhe "ausgefedert" und der Boden ist bereit zum Aufleimen (dance a) :
IMG_1524.JPG
IMG_1525.JPG

Den Rest des gestrigen Tages habe ich dann damit zugebracht, die Reifchen im Zargenkranz noch weiter zu verschönern. Sie haben jetzt alle einen leichten Radius bekommen, außerdem habe ich den überstehenden Pappstreifen bis an die Reifchen zurechtgestutzt und auch zwei Stöße der Reifchen, die im direkten Sichtbereich unter den Schalllöchern liegen werden, mit einem Titebond-Schleifstaub-Gemisch verschlossen und sauber verschliffen.
Damit war also auch der Zargenkranz bereit zum Verleimen mit dem Boden, was ich dann heute auch getan habe. Dazu war es von Vorteil, dass ich die Zargen deckenseitig noch auf gleichmäßiger Höhe gelassen hatte, so konnte ich zwei MDF-Bretter zum Setzen der Zwingen unterlegen: Wie erwartet hat sich der Boden sehr leicht in Form zwingen lassen.
IMG_1526.JPG
Und so sieht das jetzt aus, nachdem der Leim gehärtet ist:
IMG_1527.JPG
IMG_1530.JPG

An zwei Stellen der Zargen habe ich nun noch winzige Astlöcher, die muss ich noch mit dunkler Holzpaste verschließen.
IMG_1531.JPG

Gruß
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Re: [Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

#40

Beitrag von Rallinger » 28.03.2019, 18:30

Schaut super aus! Die Form gefällt mir ausnehmend gut. Bin gespannt wie es weitergeht!

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Re: [Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

#41

Beitrag von cabriolet » 07.04.2019, 18:20

Gestern sind die Mechaniken gekommen, habe mich wieder einmal für Rubner entschieden:
IMG_1577.JPG
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Re: [Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

#42

Beitrag von cabriolet » 09.04.2019, 17:56

Den Boden habe ich mit einem kleinen Balsa-Hobel bis an die Zargen beigearbeitet. An zwei Stellen leider ein wenig zu weit, das sollte aber beim Schleifen und Kanten verrunden später wegfallen.
IMG_1584.JPG
IMG_1585.JPG
Natürlich kommt man in den Taillen mit dem Hobel nicht hin, da mussten mal wieder meine mit Schleifleinen beklebten Spraydosen herhalten.
IMG_1586.JPG
Fertig beigearbeitet lässt sich die spätere Form der Gitte schon viel besser erkennen:
IMG_1588.JPG
IMG_1589.JPG

Was man jetzt aber auch deutlich sieht, sind die Ausrisse vom Hobeln am Boden. Deshalb mit der Ziehklinge den Boden nachbearbeitet.
IMG_1590.JPG
An einer Stelle habe ich mal wieder nicht ausreichend nachgedacht: Ich will ja noch den Zargenstoß mit einem breiteren Zierstreifen versehen, weil der schmale Pappstreifen ungleichmäßig ist. Das hätte ich besser vor dem Aufleimen des Bodens gemacht, jetzt komme ich da kaum noch richtig dran :? . Und so lassen will ich es jetzt aber auch nicht, der Boden ist beim Aufleimen ein wenig verrutsch. War mir in dem Moment egal, weil ich ja sowieso den Streifen ändern wollte. Hoffentlich mach´ich da im Nachhinein nix kaputt...
IMG_1591.JPG
Gruß
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#43

Beitrag von glambfmbasdler » 09.04.2019, 18:10

cabriolet hat geschrieben:
09.04.2019, 17:56

An einer Stelle habe ich mal wieder nicht ausreichend nachgedacht: Ich will ja noch den Zargenstoß mit einem breiteren Zierstreifen versehen, weil der schmale Pappstreifen ungleichmäßig ist. Das hätte ich besser vor dem Aufleimen des Bodens gemacht, jetzt komme ich da kaum noch richtig dran :? . Und so lassen will ich es jetzt aber auch nicht, der Boden ist beim Aufleimen ein wenig verrutsch. War mir in dem Moment egal, weil ich ja sowieso den Streifen ändern wollte. Hoffentlich mach´ich da im Nachhinein nix kaputt...

Gruß
Markus
Den Zargenstoß kaschiere ich eigentlich immer erst an dieser Stelle. Die Nut schneide ich mit einem Skalpell vor und stemme sie dann aus. Man muss nur auf Boden und Decke ein bisschen aufpassen, aber ansonsten sehe ich da kein Problem.
Grüße
Edi

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Re: [Akustisch] Eine "etwas andere" Nylonstring: Die Wohnzimmergitarre

#44

Beitrag von cabriolet » 09.04.2019, 18:18

Würde ich auch so machen, wenn Boden und Decke ein Binding bekämen. Bei dieser Gitarre ohne Bindings wär´s vorher deutlich einfacher gewesen, aber da muss ich jetzt eben durch (whistle). Wie gesagt, habe einfach nicht richtig nachgedacht. Ich geh da aber erst ´ran, wenn die Decke auch ´drauf ist, so ist mir das Ganze zu wabbelig.
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#45

Beitrag von glambfmbasdler » 09.04.2019, 18:27

cabriolet hat geschrieben:
09.04.2019, 18:18
Wie gesagt, habe einfach nicht richtig nachgedacht. Ich geh da aber erst ´ran, wenn die Decke auch ´drauf ist, so ist mir das Ganze zu wabbelig.
und ich hab verpennt, dass die Decke noch nicht drauf ist. :roll:
Du hast natürlich Recht, erst Decke drauf!
Grüße
Edi

Letzter Baubericht: Hurdy Gurdy
Fertig: Obstler-Slide Hurdy Gurdy
Meine gesammelten Werke: Der Glambfmbasdler

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