[Akustik] 000 Kopie oder nicht Kopie?

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Re: [Akustik] 000 Kopie oder nicht Kopie?

#26

Beitrag von elektrojohn » 20.06.2011, 22:47

Von wegen! Ich dachte ich leime Mal eben die bereits gebogenen Bindings ein, die bereits in der Form liegen und darauf warten, verleimt zu werden. Die Einlegestreifen, die ich noch dazulegen will, haben sich zu einem wirklichen Problem entwickelt. Bisher hatte ich damit eigentlich keine Schwierigkeiten. Die Streifen, die ich aber letztens gekauft habe, lassen sich so gut wie gar nicht biegen. Weder heiß noch kalt, sie splittern einfach weg. :shock:
Ich habe es dann nach einigen Versuchen und Verlusten (und Flüchen) hinbekommen, die Streifen kontrolliert ca. alle 3..5mm anzubrechen und die Streifen dann so um die Kurve zu legen. Das ist allerdings ein absolut nervenaufreibendes Geduldsspiel.
Auf dem Bild seht Ihr die Arbeit einer langen Stunde. Ich war gestern Abend so entnervt, dass ich die letzte kleine Kurve nicht ferig biegen konnte...bzw. wollte, um das Ergebnis nicht zu gefährden :)
Heute habe ich dann den Streifen fürs Cutaway gebogen und mit dem Binding verleimt.
Hat irgendjemand hier schon ähnliche Erfahrungen gemacht?
Wie sind diese enormen Unterschiede in der Biegefähigkeit zu erklären?
Es sind - wie bei den Vorgangergitarren - 3lagige Streifen weiß - schwarz - weiß

Antworten wie immer im Diskussionsthread (s.U.)

Grüße
Christian

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Re: [Akustik] 000 Kopie oder nicht Kopie?

#27

Beitrag von elektrojohn » 28.06.2011, 21:36

Nach einigen Stunden Arbeit bin ich mit dem Binding des Bodens weitgehend fertig.
Zum Anleimen der Bindings verwende ich Klebestreifen. An kritischen Stellen verwende ich Alu-Tape, an weniger kritischen Abklebeband.
Schwierig finde ich immer das Binding am Boden anzubringen, weil es sich in zwei Dimensionen wölbt: einmal entlang der Form der Gitarre und zum Zweiten entlang der (vielleicht zu ausgeprägten) Wölbung des Bodens. Ich kann nicht wirklich 100%ig verhindern, dass der Bindingstreifen an der ein oder anderen Stelle ein wenig aus der Senkrechten wegkippt.

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Re: [Akustik] 000 Kopie oder nicht Kopie?

#28

Beitrag von elektrojohn » 03.07.2011, 23:24

Nach insgesamt 10 Stunden Arbeit bin ich mit den Bindings fertig. Dabei bin ich besonders im Bereich des Cutaways an die Grenzen meiner Fähigkeiten gestoßen. Das Einfügen der des Bindingstücks an der Spitze war schon eine Sache für sich... da gibt es noch Verbesserungspotential :D.

Da ich schon Mal schlechte Erfahrungen mit ausreißenden Fasern beim Entfernen der Klebstreifen gemacht habe, verwende ich beim Leimen der Bindings auf der Deckenseite eine Abdeckung aus Pappe.
Mit dem Ergebnis bin ich recht zufrieden. Wenn man nicht mit der Lupe hinschaut, siehts ganz ansprechend aus.
Der Korpus muss jetzt nur noch ordentlich geschliffen werden und ist dann fertig. Das mache ich aber erst, wenn die Lackierung an der Reihe ist.

Zum Biegen der Einlegestreifen: Wie oben beschrieben hatte ich ja Probleme mit dem Biegen der Einlegestreifen: Nachdem ich mich von dem Gednken des Biegens versbschiedet hatte, gings recht flott von der Hand. 8) Über dem heißen Biegeeisen habe ich die Streifen kontrolliert angebrochen, ca. alle 3..5mm (die äußere der drei Lagen bricht dabei). Das ging dann recht gut und schnell und die Krümmung sieht rund aus.

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Re: [Akustik] 000 Kopie oder nicht Kopie?

#29

Beitrag von elektrojohn » 13.07.2011, 22:32

Nach der Radtour gehts hier auch wieder ein Bisschen weiter:
Habe mit heute das Einlegen der Inlays vorgenommen.
Zuerst habe ich die Inlays mit zwei Tropfen Sekundenkleber aufs Griffbrett geklebt und die Kontur mit einem Cutter angeritzt. Dann die Inlays wieder runter und die Kontur mit dem Stemmeisen tiefer geschnitten. Anschließend mit dem Dremel grob ausgefräst und zum Schluss mit den Stemmeisen den Rand sauber gestochen.
Zum Einleimen verwende ich Epoxy (Uhu),dem ich Holzstaub vom Griffbrett beimische.
In diesem Zustand siehts wie immer fürchterlich aus, aber nach dem Verschleifen morgen wird es hoffentlich besser :D
Im 17. und 19. Bund hätte ich gerne noch je ein kleines Inlay, mal sehen was da rein kommt... (think)
... einfache Dots (think) ??
...bin in diesem Punkt noch unschlüssig...

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Re: [Akustik] 000 Kopie oder nicht Kopie?

#30

Beitrag von elektrojohn » 14.07.2011, 19:14

Es sind Dots geworden :)
Die Methode mit dem gefärbtem Epoxi funktioniert bei hellem Holz nur bedingt. Man sieht die Fugen, wenn man will, ist in diesem Fall aber ok. Bei Ebenholz muss man sich dagegen deutlich mehr anstrengen, um die Fugen zu sehen.
Da stellt sich natürlich die Frage, wie man das bei einer Kopfplatte und hellem Holz macht, wenn das Inlay nicht nur gerade Kanten hat... Da ich das bei komplizierteren Formen bisher nicht so super präzise hinbekommen habe, kriege ich hier ein Problem... (whistle)

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Re: [Akustik] 000 Kopie oder nicht Kopie?

#31

Beitrag von elektrojohn » 24.07.2011, 01:09

Heute Abend hatte ich Mal wieder ein wenig Zeit und Muße, mich meiner Gitarre zu widmen.
Das Ergebnis ist diese kleine Einlegearbeit als Kopfplatteninlay
Nach dem Kampf mit den Rundungen beim Bindingleimen am Cutaway, hatte ich ein Bedürfnis nach etwas Geradem.. :D

Entstanden ist das Ganze folgendermaßen:
zunächst habe ich drei Bindingstreifen mit Titebond zu einem fünfschichtigen 3mm starken Streifen geleimt.
Da die Kantenlänge des Motivs gerade Mal 35mm ist, haben mit 40cm Material hier locker gereicht.
Die einzelnen Arbeitsschritte könnt Ihr hier sehen:
1. mit dem Messer angeritzt
2. mit dem Dremel grob ausgefräst
3. mit Stemmeisen sauber ausgestochen
4..7. die vielen kleinen Puzzleteilchen nach und nach mit Sekundenkleber eingeklebt
8. Das Endergebnis

Wichtigstes Utensil bei der Entstehung war übrigens diese Lupenlampe.
Ohne die wäre ich aufgeschmissen gewesen. (Ich hätte es so weit weghalten müssen, dass ich es nicht mehr erkannt hätte :lol: )
Gute Nacht!
Christian

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Re: [Akustik] 000 Kopie oder nicht Kopie?

#32

Beitrag von elektrojohn » 31.07.2011, 23:10

Weiter ging es mit dem Einfassen des Griffbretts.
Zunächst habe ich es auf Maß gebracht: Erst mit dem Hobel...
und dann mit dem "Sanding Board" - Schleifbrett?
Als nächstes habe ich zwei Nuten an den Seiten für die Bindingstreifen gefräst...
und dann die Bindings mit Sekundenkleber angeleimt. Das habe ich früher auch schon mit Titebond gemacht, da musste ich aber noch mit Tape arbeiten. Mit dem Sekundenkleber muss man nur kurz andrücken und fertig. Einziger Nachteil ist, dass die Finger danach aussehen wie Sau :)
Das (vor allen Dingen schnelle) Ergebnis war die Schmiererei aber wert!

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Re: [Akustik] 000 Kopie oder nicht Kopie?

#33

Beitrag von elektrojohn » 31.07.2011, 23:17

Anschließend habe ich den Griffbrettradius geschliffen. Ich habe länger überlegt, ob das das jetzt der richtige Zeitpunkt ist, oder ob ich das Griffbrett erst auf den Halsrohling leimen soll. Ich habe mich für den früheren Zeitpunkt entschieden, weil ich die Schlitze für die Bünde noch nachsägen will. Das kann ich aber nur machen, bevor ich die Bindings auf die Griffbrettseiten geleimt habe - und das mache ich, bevor das Griffbrett auf den Hals kommt.
Zum Schleifen verwende ich meinen selbst angefertigten Radius-Schleifklotz und 60er Papier, das vom Parkettschleifen übriggeblieben ist (nicht das auf dem Bild!). Damit geht die Schleiferei - selbst von Hand - relativ flott.

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Re: [Akustik] 000 Kopie oder nicht Kopie?

#34

Beitrag von elektrojohn » 02.08.2011, 23:47

Nachdem die Zierspäne eingeklebt und verschliffen sind, habe ich die Bundschlitze nochmal nachgesägt. Mit der Tiefenmarkierung an der Fühlerlehre habe ich kontrolliert, ob die Schlitze überall tief genug eingesägt sind. Irgendwie habe ich immer Angst, dass der Bunddraht am Grund des Bundschlitzes zuerst anschlägt, statt auf der Griffbrettoberseite. :shock:
Danach habe ich dann die Ahorn-Bindingstreifen mit Titebond an die Außenseite des Griffbretts geklebt. Dabei habe ich drauf geachtet, dass alles schön plan aufliegt, damit es keine unschöne Leimfuge zwischen Binding und Hals gibt.

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Re: [Akustik] 000 Kopie oder nicht Kopie?

#35

Beitrag von elektrojohn » 07.08.2011, 13:00

Bin momentan beruflich extrem eingespannt (...muss nur noch kurz die Welt retten :D ) deshalb geht es hier nur noch in Kleinstschritten weiter... Das Griffbrett sieht im Moment so aus und wird bald auf den Hals geleimt.
Bevor ich das tue, muss ich allerdings noch eine Entscheidung treffen. Ich möchte mich dieses Mal an einem kompensierten Sattel versuchen:
etwa so:
The Compensated Nut by Stephen Delft oder earvana bzw. Buzz Feiten

Da ich das nun nicht nachträglich sondern von vorn herein einplane, würde ich das erste Feld des Griffbretts um den Betrag X kürzen wollen und die Kompensation dann in den Sattel einarbeiten. Das sieht wahrscheinlich besser aus als diese nachträglich eingebauten Klötzchen. Ich säge ungern mühevoll ausgemessene und eingesägte Griffbretter ab... :shock:
Deshalb die Frage: Wiesoll X sein?
Ich dachte so an 2..3 mm wenn ich mir die Bilder im Netz so anschaue. Dann bleiben mit bei einer Sattelbreite von 6mm immer noch mindesten 3mm stehen, selbst wenn ich bei allen Saiten wieder auf die ursprüngliche Länge käme... (think) (think)
Hat da jemand eine Meinung oder gar eigene Erfahrungen dazu?

Antworten bitte wie immer im Diskussionsthread

Schönen Sonntag!
Christian

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Re: [Akustik] 000 Kopie oder nicht Kopie?

#36

Beitrag von elektrojohn » 07.09.2011, 23:00

Heute Abend habe ich es nicht mehr ausgehalten. Und ich hatte noch genug Elan, um Mal wieder an meinem Baby weiterzuarbeiten.
Ich habe mich entschieden, 2mm vom 1sten Feld des Griffbretts wegzusägen.
Ein Scheibchen Griffbrett...:
Als nächstes habe ich die Hals-Korpusverbindung etwas egalisiert, es passt schon ganz gut. Dank der Schraubverbindung kann man das Ganze schön montieren und demontieren und sich langsam an das geringstmögliche Spaltmaß herantasten:
Die Position des Griffbretts ist ebenfalls jetzt festgelegt und mit zwei kleinen Nägeln fixiert.

Hier nochmal eine Ansicht auf den verschraubten Hals von der Korpusinnenseite.
Langsam siehts aus wie ne Gitarre... :D

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Re: [Akustik] 000 Kopie oder nicht Kopie?

#37

Beitrag von elektrojohn » 08.09.2011, 22:15

Als nächstes habe ich das Griffbrettende bearbeitet, es sollte bündig mit dem Schallloch abschließen. Ich habe bewusst KEINEN Purflingstreifen zwischen Binding und Griffbrett gemacht wie an den Seiten.
Danach habe ich das Griffbrett auf den Halsrohling geleimt, den ich dann hoffentlich in den nächsten Tagen in Form bringen kann. Hier kamen wieder mal meine Klemmen zum Einsatz, die ich mir mal gemacht hatte, um die Zargen der Archtop mit Decke und Boden zu verleimen. sie sind vielseitiger einsetzbar als ich zunächst dachte.

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Re: [Akustik] 000 Kopie oder nicht Kopie?

#38

Beitrag von elektrojohn » 18.09.2011, 16:11

Weiter gings mit der Kopfplatte. Die Kontur habe ich mit der Laubsäge grob ausgesägt und mit Raspeln und Feilen in Form gebracht.
Damit beim Raspeln nix ausreißt, lege ich immer ein "Opferbrettchen" mit bei.
Die Trussrod-Abdeckung habe ich in das Kopfplattenfurnier eingelassen. Gehalten wird die Abdeckung von einem Magneten.
Als Selbstmotivation kann ich es ja nicht lassen, die einzelnen Brocken zusammenzusetzen, um zu sehen wie es aussieht... Das hält meinen Ungedulds- bzw. "Fertighabenwill"-pegel hoch genug, um auch bei knapper Zeit gelegentlich im Keller zu verschwinden.. :D :D :D
Schönen Sonntag!
Chistian

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Re: [Akustik] 000 Kopie oder nicht Kopie?

#39

Beitrag von elektrojohn » 25.09.2011, 11:32

Gestern habe ich die Einfassung des Kopfplattenfurniers in Angriff genommen.
Zunächst mal die übliche Treppenstufe rund um die Kopfplatte mit dem Dremel gefräst.
Danach habe ich mit Sekundenkleber die inneren Zierstreifen eingeklebt.
An diesem Punkt war das letzte Fläschchen Sekundenkleber leer - Samstag Abend... :evil: :evil: :evil:
Naja, ich bin dann wieder auf Titebond umgestiegen um das Binding anzuleimen.
Und hier schließlich das Endergebnis.
Jetzt ist als nächstes die Bearbeitung der Rückseite dran und dann wird bundiert.
Ich muss mich langsam 'ranhalten, der Dezember rückt näher. Ab 8.Oktober trete ich nämlich eine 6-wöchige Weltreise an - was ich nicht wirklich schlecht finden kann - es wirft mich nur gitarrenbauwettbewerbsmäßig etwas zurück.

Schönen Sonntag
C.

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Re: [Akustik] 000 Kopie oder nicht Kopie?

#40

Beitrag von elektrojohn » 25.09.2011, 22:53

Mittlerweile habe ich die Kopfplatte auf Nennmaß runtergehobelt und gefeilt und mit der Bundierung begonnen. Zusätzlich zum Einschlagen der Bünde mit dem Kunststoffhammer verwende ich immer noch ein wenig Titebond. Ob das wirklich hilft, weiß ich nicht, habs irgendwo gelesen und es erschien mir einleuchtend.
Die Bundenden werden sphärisch verrundet. Die Optik gefällt mir und es fühlt sich beim Spielen geschmeidig an.
Die einzelnen Arbeitsschritte für ein Bundende habe ich in folgendem Bild dokumentiert:
Zum Abknibbeln der Enden verwende ich keinen Hightech-Fret-Tang-Knipper sondern einen Standard-Saitenscheider von Knipex. Das funktioniert wunderbar. Insgesamt sind diese Bundenden schon ein deutlicher Mehraufwand, aber mir gefällts besser.

Grüße
Christian

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Re: [Akustik] 000 Kopie oder nicht Kopie?

#41

Beitrag von elektrojohn » 28.09.2011, 23:19

Im Moment komme ich ganz gut voran :D :D , das Griffbrett ist fertig bundiert, mit allem drum und dran habe ich etwa 3 Stunden dafür gebraucht. Bei dieser Gitarre führe ich wieder genau Buch über meine Arbeitszeit, bin im Moment bei knapp 80h.
Logischerweise gehts jetzt weiter mit der Ausformung des Halsprofils.
das 1ste Feld habe ich mittels Schablone schon in etwa in Form gefeilt. Das Gleiche passiert als nächstes mit dem 11ten Feld, anschließend werden die Feld mit dem Ziehhobel miteinander verbunden.

Gute Nacht!
C.

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Re: [Akustik] 000 Kopie oder nicht Kopie?

#42

Beitrag von elektrojohn » 02.10.2011, 00:01

Heute Abend habe ich den Hals in Form gebracht: eine Arbeit, die mir besonders viel Spaß macht :D .
Zuerst das 11te Feld ebenfall mittels Schablone und Feile in Form gebracht.
Dann anschließend die beiden Felder mit Ziehhobel, Feilen und Schleifpapier miteinander verbunden:
Danach habe ich als "Lockerungsübung" die Sidedots angebracht und da ist es passiert: Der unvermeidliche nicht zu vertuschende Fehler, der mir bisher bei JEDER :evil: :evil: :evil: :evil: Gitarre irgendwo unterlaufen ist... aber seht selbst:
Kann man wirklich so blöd sein ?!?! (veto) (veto)

Ok, ich habe mich dann erstmal abgeregt, ein Bier aufgemacht und mich anderen Dingen zugewandt:
Die Volute am Übergang zwischen Hals und Kopfplatte:
Mit dem Ergebnis dieses Arbeitsschritts war ich sehr zufrieden und damit wieder versöhnt mit mir selbst.
Die Dots im 13ten Bund konnten auf gar keinen Fall bleiben, da mich das beim Spielen doch sehr verwirren würde...

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Re: [Akustik] 000 Kopie oder nicht Kopie?

#43

Beitrag von elektrojohn » 02.10.2011, 00:08

Also habe ich versucht, den Fehler so gut es eben geht zu korrigieren:
Das Ergebnis ist alles andere als perfekt, aber für mich ok: ich finde den 12ten Bund auf Anhieb :D. Für ein schöneres Ergebnis hätte ich mir so winzige Klingen zurechtschleifen müssen, um den Untergrund sauberer vorzubereiten, damit die Klebefugen schmaler werden... das war mir dann doch zuviel Aufwand. Hier zeigt sich mal wieder: Helles Holz verzeiht keine Fehler. Bei dunklem Holz würde man wahrscheinlich gar nichts mehr erkennen können...
Das Ergebnis des heutigen Abends in der Werkstatt sieht so aus:
Gute Nacht
C.

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Re: [Akustik] 000 Kopie oder nicht Kopie?

#44

Beitrag von elektrojohn » 03.10.2011, 17:04

So, die letzten Details folgen noch: Die Anfertigung der Heelcap (mir fehlt mal wieder das deutsche Wort).
Ich wollte ein Ahornbinding drum haben, wie der ganze Rest der Gitarre auch.
Den schwarz-weiß-schwarzen Rand kann man leider nicht so scharf um die Ecke biegen, deshalb verwende ich drei Stückchen Furnier
Ok, es ist nicht wirklich schwarz, aber fast... :D
Das ganze mit Titebond angeleimt und einen Tag stehen gelassen.
Ich hatte zwei Designs zur Auswahl, habe mich für die Version Zwetschge entschieden
So jetzt muss ich nur noch die Löcher für die Mechaniken bohren und alles nochmal gründlich abschleifen und dann gehts ans Finish!

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Re: [Akustik] 000 Kopie oder nicht Kopie?

#45

Beitrag von elektrojohn » 24.10.2011, 23:28

Da das Bohren der Mechanikenlöcher hier an anderer Stelle lang und breit diskutiert wurde, habe ich Mal ein paar Bilder gemacht. Ich halte das Ganze ja für völlig unproblematisch...:
Löcher ankörnen und mit 3mm-Bohrer bohren.
Bei meinen Mechaniken ist der Außendurchmesser der Überwurfmutter ca. 7,5mm, also bohre ich die Löcher mit 8mm auf.
Anschließend wird das Ganze umgedreht. Der Außendurchmesser der Mechanik beträgt in meinem Fall 9,5mm. Ich bohre mit 10mm gerade so tief, dass die Mechanik ganz in der Kopfplatte verschwindet. Schieblehre und Bohrtiefenskala an der Ständerbohrmaschine leisten dabei gute Dienste.
Die entstanden Stufenbohrungen sind hier ganz gut zu erkennen.
Und jetzt von vorne

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Re: [Akustik] 000 Kopie oder nicht Kopie?

#46

Beitrag von elektrojohn » 01.11.2011, 20:27

Melde mich gitarren- und werkstattlos aus Port Elizabeth in Süd-Afrika mit den letzten Bildern, die ich vor der Abreise geschossen habe. Der Hals ist jetzt (sparsam) angeleimt. Weil der Hals mit einer Schraubverbindung am Korpus befestigt ist, war ich mit dem Leim sehr sparsam: Nur unter dem Griffbrett ein wenig und an den Außenseiten zwischn Korpus und Halsfuß.
Geschliffen ist die Gitarre auch soweit. Sobald ich nach Hause zurückgekehrt bin, werde ich den Schellack ansetzen und mit dem Frensh Polish beginnen (dance a) (dance a). Mit dem Wettbewerbsende am 18.12. wird es wie gesagt sehr knapp :shock: , ich muss die Woche drauf schon wieder für längere Zeit verrreisen... :roll:
Grüße vom Indischen Ozean
Christian

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Re: [Akustik] 000 Kopie oder nicht Kopie?

#47

Beitrag von elektrojohn » 13.11.2011, 20:52

Mittlerweile habe ich begonnen mit dem Schellackieren...
Den Schellack habe ich bei Dick bestellt und als Verdünner verwende ich 100%igen Äthanol, den ich recht preiswert bei http://www.bioethanol-versand.de erstanden habe. Der Alkohol kostet etwa 3,- pro Liter und stinkt nicht so, wie Spiritus aus dem Drogeriemarkt.

Zunächst habe ich 30g Schellackflocken mit 240g Alkohol angesetzt und die Gitarre drei Schichten Schellack überzogen.

Danach habe ich mit dem Porenfüllen begonnen:
Verwendet habe ich dazu ganz wenig Bimsmehl und Alkohol. Es dauert eine Weile bis man es raushat, aber dann funktioniert es erstaunlich gut. Mit dem Bimsmehl wird die Oberfläche leicht angeschliffen, der Alkohol löst den bereits aufgetragenen Schellack wieder an. Der entstehende Brei wird dann in die Poren gerieben (so die Theorie). Es ist mir nicht gelungen, alle Poren wirklich vollständig zu schließen. Keine Ahnung, ob das so OK ist, oder ob ich solange weiter reiben muss, bis wirklich alle Poren geschlossen sind?? (think) (think). Ab einem bestimmten Punkt hatte ich das Gefühl, dass es nicht mehr besser wird.

Ich habe mich zunächst entschlossen, einfach weiter zu machen und hoffe, dass sich die Poren noch vollends schließen...
Als Öl verwende ich ganz normales Olivenöl aus der Küche.

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Re: [Akustik] 000 Kopie oder nicht Kopie?

#48

Beitrag von elektrojohn » 17.11.2011, 22:40

Nach einigen Interventionen im Diskussionsthread bin ich nochmal zum Porenfüllen zurückgekehrt mit leicht abgeänderter Technik:
Etwas mehr Bimsmehl, sodass mehr Schleifschlamm entsteht, den ich mit Alkohol und ein klein wenig Öl gleichmäßig mit kreisförmigen Bewegungen verteilt habe. Nachdem das ganze ein weinig angezogen war, habe ich es mit Alkohol und ein wenig Schellack längs der Maserung in die Poren gerieben. Das hat ganz gut funktioniert. Allerdings hatte ich anschließend etwas Probleme, den Überschuss an Schleifschlamm wieder loszuwerden. Da war ich wohl etwas großzügig... ;)

Jetzt sind die Poren zu und die Oberfläche wirkt geschlossen und glänzt schon ganz schön.
Ich habe allerdings zwei Probleme:
1. anders als beim Lackieren muss man die Gitarre richtig hart anfassen, weil Schellack mit Druck eingearbeitet werden muss. Dabei passiert es mir immer wieder, dass ich mit der Gitarre irgendwo anstoße und ich mir kleine Macken reinhaue.. :( Da muss ich wirklich besser aufpassen...
2. Ich habe nicht gut genug geschliffen vor dem Schellackieren... Man sieht alles....

Zuerst wollte ich alles in die Ecke schmeißen, weil die ersten Sessions echt frustrierend waren. Mittlerweile (nach wirklich vielen Stunden) stellt sich langsam das Gefühl ein: Ok, vielleicht kriege ich das doch hin... Es ist allerdings sehr, sehr zeitaufwändig.

Ein Vorteil ist aber sicherlich, dass der Schellack sehr angenehm zu verarbeiten ist, es stinkt wirklich überhaupt nicht. Und interssant finde ich auch, mich an so einer etwas antiquierten Technik zu versuchen.

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Re: [Akustik] 000 Kopie oder nicht Kopie?

#49

Beitrag von elektrojohn » 21.11.2011, 16:17

Hier jetzt noch ein paar Bilder.
Das Porenfülleh sehe ich jetzt als beendet an, es glänzt wirklich schon ganz nett.
Die Arbeiten müssen ruhen bis 1.12., weil ich mal wieder unterwegs bin, es wird höllisch knapp bis zum 18.12. ... :roll: :roll: :roll: Das verleitet natürlich am Ende umso mehr zum hudeln.

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Re: [Akustik] 000 Kopie oder nicht Kopie?

#50

Beitrag von elektrojohn » 06.12.2011, 22:22

Ein Schallack-Finish ist wirklich ein verdammt dickes Brett...

Mittlerweile habe ich 5 Schichten (Body Sessions) drauf und ich bin immer noch hin- und hergerissen, ob ichs gut finden soll oder nicht. Nach der 3ten Schicht hielt ich einen behutsamen Zwischenschliff für angebracht, weil ich ein paar Unebenheiten drinnen hatte. Dabei habe ich natürlich an einigen Stellen wieder durchgeschliffen, womit ich ein Stück weit wieder die Porenfüllerrei am Hals habe. Im Moment stehe ich wirklich jeden Abend mindestens ein bis zwei Stunden in der Werkstatt und poliere - meditiere - poliere -....

Mein Eindruck ist, dass es mit zunehmender Schichtdicke immer schwieriger wird, einen glatten Auftrag zu erzielen. Beim Auftragen einer neuen Schicht weicht der Untergund ein Bisschen wieder auf und es entstehen dann immer mehr Wischspuren auf der Oberfläche (die nicht völlig verschwinden). Wie daraus Mal eine hochglänzende, glatte Oberfläche werden soll, ist mir im Moment noch schleierhaft.

Ich mache jetzt einfach noch eine Weile so weiter und schaue Mal was dabei rauskommt.

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