Gibt es Wölfe und Dead Spots auch bei Speakern?

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Gibt es Wölfe und Dead Spots auch bei Speakern?

#1

Beitrag von vrooom » 04.03.2019, 11:25

Als glücklicher Besitzer zweier Fender Mustang V2 Verstärker, ist mir heute etwas Sonderbares aufgefallen:

Der dicke IV mit zwei 12" Speakern (Celestion 70/80) fängt an übertrieben zu dröhnen, wenn ich auf den beiden Basssaiten einer E-Gitarre (verschiedene Modelle/Pickups getestet) die Töne Cis, D, Dis und E spiele. - Vor allem beim Fender Deluxe Reverb (die Mustangs sind Modeler Combos) ist das so extrem ausgeprägt, dass man diese Töne da eigentlich gar nicht spielen kann.

Der kleinere III mit einem 12" Eminence Swamp Thing verhält sich dagegen bei allen Tönen ausgeglichen.
Zunächst dachte ich, das wäre eben die Spezifik der Frequenzgänge der Speakertypen (wobei mir die bassreicheren 70/80 sogar besser gefallen, da man die besser laut spielen kann). Aber wieso sind dann nicht alle Basstöne wenigstens einigermaßen gleich? Nur die vier genannten dröhnen schlagartig so laut, dass man kaum Anschlag und Sound hört. Erinnert an einen Wolfston auf dem Gitarrenhals. - Gibt es bei Lautsprechern etwas Vergleichbares, also quasi einen sehr schmalbandigen Superpeak im Bassbereich eines Frequenzganges?

(Nebenbei: Das Verhältnis Saitenlänge : Saitendurchmesser spielt dabei eine Rolle. Greift man die vier Töne oben auf der E-Saite dröhnen sie noch brutaler als unten auf der A-Saite.
Und: Das Gegenteil - ein Speaker Dead Spot - ist mir bisher noch nicht aufgefallen.)

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Re: Gibt es Wölfe und Dead Spots auch bei Speakern?

#2

Beitrag von Bermann » 04.03.2019, 14:15

Vroom,
das kann durch die Resonanzfrequenz der Lautsprecher / Gehäuse Kombination entstehen.
Ich hab auf Bildern gesehen, das der Amp hinten nur eine recht schmale Holzleiste unten angeschraubt hat.
Versuch mal die offene Fläche zu verkleinern. Provisorisch z.B. durch ein Brett das mit Spanngurten befestigst. So ändert sich die Resonanzfrequenz des Gehäuses ein wenig. Falls es dann besser wird kannst Du ja die untere schmale Rückwand durch eine breitere ersetzen.

Gruß Hermann

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Re: Gibt es Wölfe und Dead Spots auch bei Speakern?

#3

Beitrag von cabriolet » 04.03.2019, 22:53

Ja, ich sehe das auch so wie Hermann. Die Gehäuseöffnung deutlich verkleinern wäre die "Erste Hilfe".

Hinzu kommt bei neuen Lautsprecherchassis (ich gehe jetzt mal davon aus, dass deine Mustangs noch neu sind) aber noch, dass sie noch nicht ihre endgültige Resonanzfrequenz erreicht haben. Sie müssen sozusagen erst "weichgeklopft" werden. Also spielen, spielen, spielen. Dadurch sinkt die Resonanzfrequenz deutlich. Das kann durchaus 50 Stunden mit hoher Lautstärke dauern, aber vermutlich wird die Chassis-Resonanzfrequenz dann tief genug sinken, um aus der Fehlabstimmung mit dem Gehäuse herauszukommen.

Gruß
Markus

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Re: Gibt es Wölfe und Dead Spots auch bei Speakern?

#4

Beitrag von vrooom » 08.03.2019, 09:04

:!: Das könnte es sein... Das Gehäuse... und vielleicht auch der Untergrund. Ich habe den IVer vor kurzem woanders auf einem Schrank plaziert und er ist so laut, dass er problemlos auch seinen Unterbau erzittern lässt. Obwohl ich ihn schon seit über einem Jahr besitze, spiele ich ihn nur selten sehr laut, so dass er bestimmt noch keine 50 Betriebsstunden auf Krachniveau hinter sich hat.
Ich werde eure Anregungen checken. Danke (dance a)

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