Arciliuto, Archlute, Erzlaute

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Arciliuto, Archlute, Erzlaute

#1

Beitrag von dreizehnbass » 04.12.2014, 21:13

Ja hallo,
wieder mal eine Laute. Nach Vorbild des Originals im KHM Wien (Kunsthistorisches Museum Wien)
Nach dem Bauplan entsteht eine Laute mit großem Muschelkorpus und verlängerter Mensur

8 Basssaiten (Einzelsaitenb)
6x2 Spielsaiten (wobei man die Oktavsaiten und Paarsaiten auch weglassen kann, also dann nur mit 6 Spielsaiten)

Archiliuto oder Archlute oder Bogenlaute hat Basssaitig eine etwas kürzere Mensur als eine Theorbe.

Dieses Gerät hier hat eine Muschel mit 27 Spänen aus Ahorn. Die mit 1,4mm starken Ebenholzspänen getrennt sind.
Die Muschel ist auch nicht rotationssymmetrisch sondern ist am Boden etwas abgeflacht. Daduch soll die Projektion besser sein sagt man.
Details wie die Rosette sind 1:1 nach dem Original.

Material:
Fichtendecke
Ahorn/Ebenholz Muschel
Fichtenhals mit Ebenholz und Ahorn Furniert
Ebenholz Griffbrett
Wirbel aus Zwetschge

Ein etwas anderes Modell, aber der Sound ist etwa so:
http://youtu.be/FnpaMm_2QYc
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Re: Archiliuto

#2

Beitrag von dreizehnbass » 04.12.2014, 21:27

Ein paar Pics von der Innenform, Decke und der Muschel die gerade in Arbeit ist.
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Re: Archiliuto

#3

Beitrag von liz » 04.12.2014, 21:35

So genial!! Wiedermal vom Feinsten, aber das kennen wir ja schon von dir ;)
lg

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Re: Archiliuto

#4

Beitrag von bea » 04.12.2014, 22:32

Schön, dass Du den Bau auch mit uns hier teilst.Das wird ja immer toller.

Du verwendest hier doch sicherlich Heißleim? Muss man da nicht etwas unternehmen, damit er nicht so rasch geliert, z.B. salzen?
LG

Beate

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Re: Archiliuto

#5

Beitrag von Poldi » 05.12.2014, 05:47

liz hat geschrieben:So genial!! Wiedermal vom Feinsten, aber das kennen wir ja schon von dir ;)
lg
Du sagst es....
(clap3) (clap3)

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Re: Archiliuto

#6

Beitrag von Izou » 05.12.2014, 07:40

Wow... :shock: (clap3)
Gruss Marcel

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Re: Archiliuto

#7

Beitrag von Titan-Jan » 05.12.2014, 07:43

Genial!!! Wie fixierst du die "Späne" während der Leim trocknet?

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Re: Archiliuto

#8

Beitrag von Ganorin » 05.12.2014, 08:16

incredible

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Re: Archiliuto

#9

Beitrag von Haddock » 05.12.2014, 08:52

Guten Morgen,

Sensatrionell! (clap3)

Gruss
Urs

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Re: Archiliuto

#10

Beitrag von dreizehnbass » 06.12.2014, 18:00

Titan-Jan hat geschrieben:Genial!!! Wie fixierst du die "Späne" während der Leim trocknet?
Mit Kreppband und mit Nägeln die in die Form geschlagen werden. Seitlich kann man dann mit Keilen die Späne zusammendrücken.
Ich leime den Span nicht auf einmal sondern stück für stück.
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Re: Archiliuto

#11

Beitrag von dreizehnbass » 06.12.2014, 18:02

bea hat geschrieben:Schön, dass Du den Bau auch mit uns hier teilst.Das wird ja immer toller.

Du verwendest hier doch sicherlich Heißleim? Muss man da nicht etwas unternehmen, damit er nicht so rasch geliert, z.B. salzen?
Stück für stück leimen und fixieren. Dann hat man keine Streß mit dem gelieren.
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Re: Archiliuto

#12

Beitrag von dreizehnbass » 06.12.2014, 18:07

ein kleiner Größenvergleich,

als nächstes kommt dann die Außenkappe. Diese Instrumente haben keinen Klotz am Ende.
Danach kann die Form entfernt werden und man macht die Innkappen aus Fichte....
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Re: Archiliuto

#13

Beitrag von pfromg » 08.12.2014, 13:25

Wahnsinn!!! Sehr interessant!

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Re: Archiliuto

#14

Beitrag von dreizehnbass » 12.12.2014, 22:08

Weiter geht es mit diesem urtümlichen Bassinstrument ;-)

Der Hals sitzt nicht gerade an der Muschel sondern leicht schräg. Das hat den Sinn, dass der Steg mittig auf der Decke bleibt. Seitlich laufen ja auch noch die
Basssaiten vorbei.
Der Hals besteht aus Fichte und wird mit einem 1,5mm Furnier furniert. Zwei Schichten Furnier werden mit Trennpapier zusammengeleimt und
ausgesägt. Das "Abfallstück" kann dann wo anders verbaut werden.
Das Innere der Muschel wird mit Textil und Leim verstärkt.
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Halsfurniere mit Resten des Trennpapiers. Man erhält immer das Negativ dazu und kann auch mal verwendet werden.
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Re: Archiliuto

#15

Beitrag von jhg » 12.12.2014, 22:28

Immer wieder großes Kino vom Meister persönlich! Sehr schön und immer wieder in perfekter Ausführung ....

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Re: Archiliuto

#16

Beitrag von dreizehnbass » 13.12.2014, 20:17

Das Furnier mit der Intarsie wird dann mit Krepppapier fixiert und heiß gebogen.
Beim Aufleimen auf den Halskern ist es nicht schlecht wenn man sich eine Gegenorm macht, denn das Furnier - ist es mal feucht vom Leim - macht was es will.
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Re: Archiliuto

#17

Beitrag von dreizehnbass » 13.12.2014, 20:19

jhg hat geschrieben:Immer wieder großes Kino vom Meister persönlich! Sehr schön und immer wieder in perfekter Ausführung ....

Ein altes Sprichwort sagt: Besser geht es immer ;)

lg
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Re: Archiliuto

#18

Beitrag von gitarrenmacher » 14.12.2014, 08:12

WAHNSINN
Ich muss mir wohl mal einen Hut kaufen, den ich dann ziehen kann.
Munterbleiben
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Re: Archiliuto

#19

Beitrag von pinacoco » 14.12.2014, 19:10

ich hab mal ne wahrscheinlich dumme Frage.
Wie errechnet man die Größe und Anzahl der Späne?
Die sind ja nicht symmetrisch, oder?
Oder ist das immer gleich, bzw standardisiert?

Die Mathematiker schlagen jetzt wahrscheinlich die Hände über dem Kopf zusammen :-)
Gruß
Uli

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Re: Archiliuto

#20

Beitrag von bea » 14.12.2014, 21:00

Die schneidernde Hausfrau würde ihr Maßband hervorholen, an der dicksten Stelle über die fertige Form legen und aus dem Umfang und der Breite der Späne die Anzahl berechnen. Oder aus der Anzahl die Breite. Weil die Anzahl die "Rundheit" des Korpus bestimmt, würde sie wohl tendentiell die Anzahl vorgeben.
LG

Beate

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Re: Archiliuto

#21

Beitrag von dreizehnbass » 15.12.2014, 19:59

bea hat geschrieben:Die schneidernde Hausfrau würde ihr Maßband hervorholen, an der dicksten Stelle über die fertige Form legen und aus dem Umfang und der Breite der Späne die Anzahl berechnen. Oder aus der Anzahl die Breite. Weil die Anzahl die "Rundheit" des Korpus bestimmt, würde sie wohl tendentiell die Anzahl vorgeben.
Genau so ist es, mache das an drei stellen an der Innenform. Umfang und dann die Anzahl der Späne dividieren. Mit dem Zirkel dann aufteilen.
Die Spananzahl ist bei Lauten immer ungerade. Damit man einen Mittenspan hat.
In meinem Fall sind es hier 27 Späne. Je mehr Späne desto runder wird die Muschel. Hab auch schon mal eine Laute mit 61 Spänen gesehen - schon fast wie Streichhölzer

Die Decke kam heute drauf ....
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Re: Archiliuto

#22

Beitrag von pinacoco » 18.12.2014, 00:44

Ah Danke.
Und die Späne sind demnach alle gleich breit.
Spräche etwas dagegen das unterschiedlich zu machen?
So dass in der Mitte schmale Späne und Außen breitere verwendet werden.

Sorry dass ich so vehement nachfrage, ne Laute steht bei mir auch noch aufm Zettel. :-)
Gruß
Uli

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Re: Archiliuto

#23

Beitrag von dreizehnbass » 18.12.2014, 19:46

pinacoco hat geschrieben:Ah Danke.
Und die Späne sind demnach alle gleich breit.
Spräche etwas dagegen das unterschiedlich zu machen?
So dass in der Mitte schmale Späne und Außen breitere verwendet werden.

Sorry dass ich so vehement nachfrage, ne Laute steht bei mir auch noch aufm Zettel. :-)
Müsste auch gehen, warum nicht.
Traditionell ist alle Späne untereinander gleich breit bis auf die Deckenspäne. Diese sind immer etwas breiter als der Rest.
In der Praxis ist es nur schwieriger alle wirklich gleich zu machen. Die Fuge muss zu sein und da kann es schon mal vorkommen dass eine Span etwas dünner ausfällt. Ist ne Übungssache
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Re: Archiliuto

#24

Beitrag von dreizehnbass » 18.12.2014, 19:52

Das Griffbrett ist aufgeleimt, es ist mit einem Compoundradius versehen.
Randeinlage ist auch fertig somit die der Korpus und Hals im Rohbau fertig.
Als nächstes kommt dann der Wirbelkasten
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Re: Archiliuto

#25

Beitrag von dreizehnbass » 22.12.2014, 22:28

Der lange Wirbelksten wird furniert....
Span für Span.
Zebrastyle ;)
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