Konzertgitarre Nuss

Das Board für eure Bauberichte!

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Konzertgitarre Nuss

#1

Beitrag von liz » 17.01.2018, 10:19

Hallo zusammen,
aus aktuellem Anlass mache ich hier einen nachträglichen Baubericht. Die Gitarre habe ich bereits 2014 in Hallstatt gebaut, jedoch nie lackiert. Seitdem liegt sie in ihrem Koffer und wartet auf einen zündenden Anlass, sie fertigzustellen. Dieser hat sich nun in Form eines Vortrages über Gitarrenbau in der örtlichen Musikschule ergeben, und da muss eine Konzertgitarre dabei sein! Also hab ich die Gitarre endlich lackiert und bald wird sie fertiggestellt.
Aber beginnen wir von vorne! Ein Hals mit V-Joint entsteht!
anzeichnen und aussägen. Die graue Fläche ist angewinkelt und dient als Referenz und Auflage für die Säge. Sie ist mit Resopal belegt, so dass man nicht hineinsägen kann!
anzeichnen und aussägen. Die graue Fläche ist angewinkelt und dient als Referenz und Auflage für die Säge. Sie ist mit Resopal belegt, so dass man nicht hineinsägen kann!
grob ausgesägt
grob ausgesägt
wieder einspannen und sauber machen
wieder einspannen und sauber machen
wenn man das Stemmeisen auf der grauen Fläche auflegt, geht das super und beide Seiten werden gleich.
wenn man das Stemmeisen auf der grauen Fläche auflegt, geht das super und beide Seiten werden gleich.
Nun wird noch ein kleines Bisschen aufgedoppelt. Nach dem bündig machen wird das Male-Teil nicht mehr geändert!
Nun wird noch ein kleines Bisschen aufgedoppelt. Nach dem bündig machen wird das Male-Teil nicht mehr geändert!
das Female Teil wird angezeichnet und ausgesägt.
das Female Teil wird angezeichnet und ausgesägt.
die Flanken des Female-Teils werden einzeln angepasst. Dazu schiebt man das Kopfstück an einem Anschlag, der auf der Griffbrettaufleimfläche festgezwungen ist, hin und her.
die Flanken des Female-Teils werden einzeln angepasst. Dazu schiebt man das Kopfstück an einem Anschlag, der auf der Griffbrettaufleimfläche festgezwungen ist, hin und her.
Wenn die Flanken beide genau passen, kürzt man die Schultern des Female-Teils soweit, dass der V-Joint zugeht und verleimt das Ganze!
Wenn die Flanken beide genau passen, kürzt man die Schultern des Female-Teils soweit, dass der V-Joint zugeht und verleimt das Ganze!
Der Hals ist übrigens aus Erle.

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Re: Konzertgitarre Nuss

#2

Beitrag von liz » 17.01.2018, 10:25

am aufgedoppelten Halsfuß werden die Zargeneinlässe gesägt und ausgenommen.
am aufgedoppelten Halsfuß werden die Zargeneinlässe gesägt und ausgenommen.
dem inneren Teil verpasst man eine schöne Kurve und schrägt die Seitenflächen ab.
dem inneren Teil verpasst man eine schöne Kurve und schrägt die Seitenflächen ab.
die äußeren Flanken werden zunächst auf die Endbreite abgeschrägt und danach in einer schönen Kurve nach innen gezogen.
die äußeren Flanken werden zunächst auf die Endbreite abgeschrägt und danach in einer schönen Kurve nach innen gezogen.
Dann kann man schon den Halsfuß ausarbeiten! (links)
Dann kann man schon den Halsfuß ausarbeiten! (links)

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Re: Konzertgitarre Nuss

#3

Beitrag von liz » 17.01.2018, 10:34

die Krone wird vorne und hinten deckungsgleich angezeichnet...
die Krone wird vorne und hinten deckungsgleich angezeichnet...
...ausgesägt und sauber geputzt.
...ausgesägt und sauber geputzt.
dann gibts noch Löcher für die Mechaniken und Fenster.
dann gibts noch Löcher für die Mechaniken und Fenster.
die Krone wird noch angefast
die Krone wird noch angefast
fertiger Kopf
fertiger Kopf
der V-Joint wird noch, ja nach Geschmack, geformt und ausgearbeitet:
hier sieht man gut, wo aufgedoppelt wurde.
hier sieht man gut, wo aufgedoppelt wurde.

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Re: Konzertgitarre Nuss

#4

Beitrag von liz » 17.01.2018, 10:46

weiter geht's mit der Decke. Rosette einlegen.
weiter geht's mit der Decke. Rosette einlegen.
Balken verleimen.
Balken verleimen.

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Re: Konzertgitarre Nuss

#5

Beitrag von liz » 17.01.2018, 10:55

die Zargen müssen noch gebogen werden, dann kann die Gitarre auf die Solera!
die Zargen müssen noch gebogen werden, dann kann die Gitarre auf die Solera!
Hals und Decke werden verklebt
Hals und Decke werden verklebt
die Zargen am Oberklotz eingekeilt und an der Decke mit Peones verbunden
die Zargen am Oberklotz eingekeilt und an der Decke mit Peones verbunden
Die Querbalken werden noch mit Konsolen gesichert
Die Querbalken werden noch mit Konsolen gesichert

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Re: Konzertgitarre Nuss

#6

Beitrag von liz » 17.01.2018, 11:05

Die Bodenwölbung wird mit Hilfe einer Abwicklungsschablone in die Zargen gehobelt
Die Bodenwölbung wird mit Hilfe einer Abwicklungsschablone in die Zargen gehobelt
Reifchen verleimen
Reifchen verleimen
was braucht man noch für eine Gitarre? Achja! einen Boden!
Der Boden bekommt einen Mittelstreifen aus Ahorn
Der Boden bekommt einen Mittelstreifen aus Ahorn
Bodenbalken aufleimen
Bodenbalken aufleimen
Boden aufleimen
Boden aufleimen
dann kann man die Gitarre von der Solera lösen.
dann kann man die Gitarre von der Solera lösen.

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Re: Konzertgitarre Nuss

#7

Beitrag von liz » 17.01.2018, 11:13

Dieses Bild mag ich besonders, weil man die Deckenwölbung gut sieht:
Bauch
Bauch
Dann war es an der Zeit zu überlegen, wie die Randeinlagen und das Halsfußplättchen aussehen sollen:
und so soll der Halsfuß werden :) :
genug des Spasses! Das hier ist ein ernstes Thema!
Ränder vorschneiden gegen Ausrisse beim Fräsen.
Ränder vorschneiden gegen Ausrisse beim Fräsen.
Gehrungen stechen
Gehrungen stechen
Ränder verleimen
Ränder verleimen
Ok, Zeit die Planung in die Tat umzusetzen:
natürlich gibt es auch wieder ein Filet, dieses mal nachträglich als Intarsie eingesetzt:

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Re: Konzertgitarre Nuss

#8

Beitrag von liz » 17.01.2018, 11:17

Griffbrett aufleimen, bundieren, Hals schnitzen, alles schön schleifen und ölen:

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Re: Konzertgitarre Nuss

#9

Beitrag von liz » 17.01.2018, 11:23

Eine richtig Blöde Sache hat sich dann nach dem Schleifen gezeigt. Die Decke hat eine Ringschäle! Das ist ein Holzfehler, der bereits im Baum entsteht und sich als feiner, geschlossener, spiegelbildlicher Längsriss in beiden Deckenhälften zeigt. Aus der Nähe betrachtet sieht es aus wie ein später Jahresring, der keine dunkle Farbe abbekommen hat. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich die Decke sicher nicht verwendet. Nunja, der Schaden ist da, also musste was getan werden! Die Ringschälen wurden mit Leim getränkt und von innen mit Rissbelägen gesichert:
ja, die Beläge sitzen teilweise schräg.
ja, die Beläge sitzen teilweise schräg.
Leider sieht man die Ringschäle auch nach dem Lackieren - das Holz arbeitet an der Stelle einfach anders als am Rest. So hat man immer zwei feine Linien im Lack der Decke. Sehr ärgerlich und sehr wertmindernd für das Instrument.

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Re: Konzertgitarre Nuss

#10

Beitrag von liz » 17.01.2018, 11:27

Dann war es also Zeit das Instrument zu porenfüllen und zu lackieren. Diesmal ist es eine Schellackpolitur geworden.
rechts unten sieht man deutlich die Ringschäle
rechts unten sieht man deutlich die Ringschäle
einen Steg hab ich inzwischen auch ausgearbeitet:

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Re: Konzertgitarre Nuss

#11

Beitrag von Haddock » 17.01.2018, 11:32

Hallo Gerhard,

super schön!

Gruss
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Re: Konzertgitarre Nuss

#12

Beitrag von ugrosche » 17.01.2018, 11:57

Ach Gerhard, Deine Bauberichte sind immer besser als jeder Bildband. Mal wieder großes Kino!

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Re: Konzertgitarre Nuss

#13

Beitrag von thoto » 17.01.2018, 12:07

Ich schließe mich an: Da braucht man sich kein Buch mehr zu zu kaufen. Und es sieht alles so einfach aus! Als ob sich das Instrument selber bauen würde.
Thoto
Aktuelles Projekt: viewtopic.php?p=116032

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Re: Konzertgitarre Nuss

#14

Beitrag von jhg » 17.01.2018, 12:19

Super gemacht! Ist eben der Vorteil einer Werkstatt, die auf Gitarrenbau ausgerichtet ist. Da findet sich für alles eine kleine Vorrichtung ;)

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Re: Konzertgitarre Nuss

#15

Beitrag von Poldi » 17.01.2018, 12:38

Einfach wieder genial Gehard, ganz große Handwerkskunst die Du hier zeigst.

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Re: Konzertgitarre Nuss

#16

Beitrag von wasduwolle » 17.01.2018, 12:54

Genialer Bau und toll dokumentiert, danke Gerhard!

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Re: Konzertgitarre Nuss

#17

Beitrag von liz » 17.01.2018, 16:19

Danke, freut mich wenns gefällt!
jhg hat geschrieben:
17.01.2018, 12:19
Super gemacht! Ist eben der Vorteil einer Werkstatt, die auf Gitarrenbau ausgerichtet ist. Da findet sich für alles eine kleine Vorrichtung ;)
Meinst du das Jig für den V-Joint? Das haben wir uns schnell gebaut bevor wir losgelegt haben. Aber stimmt schon, die Schule ist echt gut ausgestattet.

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Re: Konzertgitarre Nuss

#18

Beitrag von Sven2 » 17.01.2018, 17:36

Wirklich ganz toll! Und mal wieder völlig konkurenzlose Fotos!

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benebelt sind schon vier vom Bass.

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Inverser Deckenbalken

#19

Beitrag von Sven2 » 17.01.2018, 17:44

Hallo Liz,

ich habe gesehen, dass du den zweiten Querbalken der Decke invers geschnitzt hast.
Gibt es dafür einen bestimmten Grund?

Sven

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Re: Inverser Deckenbalken

#20

Beitrag von liz » 17.01.2018, 17:55

Sven2 hat geschrieben:
17.01.2018, 17:44
ich habe gesehen, dass du den zweiten Querbalken der Decke invers geschnitzt hast.
Gibt es dafür einen bestimmten Grund?
Wurde so angeordnet.

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Re: Konzertgitarre Nuss

#21

Beitrag von Sven2 » 17.01.2018, 18:00

liz hat geschrieben:
17.01.2018, 11:23
Eine richtig Blöde Sache hat sich dann nach dem Schleifen gezeigt. Die Decke hat eine Ringschäle! Das ist ein Holzfehler, der bereits im Baum entsteht und sich als feiner, geschlossener, spiegelbildlicher Längsriss in beiden Deckenhälften zeigt. Aus der Nähe betrachtet sieht es aus wie ein später Jahresring, der keine dunkle Farbe abbekommen hat. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich die Decke sicher nicht verwendet. Nunja, der Schaden ist da, also musste was getan werden! Die Ringschälen wurden mit Leim getränkt und von innen mit Rissbelägen gesichert:
Wie kann man denn so etwas zuverlässig vorher erkennen? Da du es erst nach den Schleifen bemerkt hast, ist es wohl im sägerauhen Zustand nicht sichtbar? Vielleicht durch Biegen der Decke in Querrichtung?
Ich hätte jetzt gesagt, dass der Holzhändler sowas vorher erkennen und aussortieren muss, aber wenn ich mich recht erinnere, produziert ihr an der Hallstatter Schule euer Tonholz selbst?
Das die Decke an der Stelle zur Rissbildung neigt, hat du ja geschrieben, aber wirkt sich das auch auf den Klang aus?

Sven

P.S.: Oh Mann. Kein einziger Satz ohne Fragezeichen...

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Re: Konzertgitarre Nuss

#22

Beitrag von liz » 17.01.2018, 18:04

Sven2 hat geschrieben:
17.01.2018, 18:00
Wie kann man denn so etwas zuverlässig vorher erkennen? Da du es erst nach den Schleifen bemerkt hast, ist es wohl im sägerauhen Zustand nicht sichtbar? Vielleicht durch Biegen der Decke in Querrichtung?
Ich hätte jetzt gesagt, dass der Holzhändler sowas vorher erkennen und aussortieren muss, aber wenn ich mich recht erinnere, produziert ihr an der Hallstatter Schule euer Tonholz selbst?
Das die Decke an der Stelle zur Rissbildung neigt, hat du ja geschrieben, aber wirkt sich das auch auf den Klang aus?
Man hat es nach dem Hobeln schon gesehen, aber da wir zu dem Zeitpunkt nicht wussten was es ist, haben wir es nicht als Ringschäle erkannt. Du darfst dir das nicht wie einen Riss vorstellen, bei dem die Decke auseinanderfällt. Die hält schon zusammen, auch beim Durchbiegen. Ich glaube aber, dass es mit der Zeit eine Schwachstelle werden könnte.
Wenn man so eine Decke hat, ist kein großes Problem - einfach entlang des Jahresringes auftrennen, die Ringschäle weghobeln und neu fügen. Dann hat man zwar eine Decke mit drei Fugen, das macht aber nichts - Torres hat bis zu siebenteilige Decken gebaut.

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Re: Konzertgitarre Nuss

#23

Beitrag von Sven2 » 17.01.2018, 18:12

liz hat geschrieben:
17.01.2018, 18:04
[...]
Wenn man so eine Decke hat, ist kein großes Problem - einfach entlang des Jahresringes auftrennen, die Ringschäle weghobeln und neu fügen. Dann hat man zwar eine Decke mit drei Fugen, das macht aber nichts - Torres hat bis zu siebenteilige Decken gebaut.
Ja, an der Stelle auftrennen und neu fügen ist mir auch durch den Kopf gegangen.
Vielen Dank für die Bestätigung.

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Re: Konzertgitarre Nuss

#24

Beitrag von liz » 17.01.2018, 18:14

Achja bezüglich Klangauswirkung hab ich vergessen, es wurde noch eine zweite Gitarre mit einer benachbarten Decke aus dem selben Baum gebaut, ebenfalls mit Ringschäle. Die klang super!

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Re: Konzertgitarre Nuss

#25

Beitrag von Yaman » 17.01.2018, 19:16

liz hat geschrieben:
17.01.2018, 11:05
Die Bodenwölbung wird mit Hilfe einer Abwicklungsschablone in die Zargen gehobelt
Wie erstellt man die Schablone?

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