No. 29 Bariton GA 705 die Zweite

Das Board für eure Bauberichte!

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No. 29 Bariton GA 705 die Zweite

#1

Beitrag von jhg » 30.03.2021, 00:05

Der Wettbewerb ist rum und ich habe es tatsächlich geschafft, meine Gitarre fertigzustellen. Das Instrument ist gut geworden und mein Freund hat ein Auge drauf geworfen. Was er nicht weiß: er hat sich sein Geburtstagsgeschenk selber ausgesucht. Ich wollte ihm sowieso eine Gitarre zum 50. bauen - und jetzt möchte er ganau die haben.

Also bedeutet das aber für mich, ich brauche auch so eine und so habe ich den Ersatzneubau begonnen - Bariton die Zweite. Ich nehme euch an dieser Stelle ein wenig wieder mit auf die Reise und mal schauen, was es noch so zu verbessern gibt.

Zu Beginn habe ich sämliche Inlays gefräst. Von der Art her sind es die Rechteckinlays wie bei der 28 - aber noch ein bisschen verfeinert. Ich habe so einen Sortimentskasten angeschafft, weil man die kleinen Dinger kaum auseinanderhalten kann. Und außerdem sind die auch sehr schnell mal weg ...
IMG_20210329_141256.jpg
Rosette gefräst und die Blockinlays für den Boden. Geht jetzt schon mal etwas schneller, weil ich so langsam weiß, was ich machen muss.
IMG_20210329_205035.jpg
IMG_20210329_162210.jpg
Immer wieder krass, wie sauber die Fräser arbeiten - 3mm Downcut mit 1500mm/min und in diesem Fall nur 1mm Zustellung
https://youtu.be/UEO8CXj82FU

Und fertig - der Boden mit ein Einlagen
IMG_20210329_221543.jpg
Die Ronde aus dem Schallloch wandert wie immer ins Archiv - natürlich schön beschriftet (dance a)
IMG_20210329_235115.jpg

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Re: No. 29 Bariton GA 705 die Zweite

#2

Beitrag von thoto » 30.03.2021, 07:15

Das ist ein wahrhaft würdiges Geschenk zum 50.! (clap3)

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Re: No. 29 Bariton GA 705 die Zweite

#3

Beitrag von Sven » 30.03.2021, 19:33

Wie schön, dass du gleich die zweite hinterherschiebst!
Mal ne Frage: Willst du klanglich das gleiche Ergebnis, wie bei Deiner ersten Bariton erhalten, oder willst einen anderen Klang?

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Re: No. 29 Bariton GA 705 die Zweite

#4

Beitrag von jhg » 30.03.2021, 19:39

Mir gefällt die erste und ich mag Ovangkol. Also wird sie ein Zwilling. Ich denk klanglich geht die (hoffentlich) in die gleiche Richtung. Ich hab ja noch eine Zirkote in der Pipeline ....

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Re: No. 29 Bariton GA 705 die Zweite

#5

Beitrag von jhg » 01.04.2021, 09:42

Gestern mal das Griffbrett gefräst. Wieder ein paar Sachen dazugelernt :?
Leider hat sich bei meiner CNC Steuerung der Ausgang für das Spindelrelais verabschiedet :( Mal schauen, was der Christian von Estlcam dazu sagt ...

Die Inlays hatte ich in einem Rutsch schon vorgefräst und brauchte die jetzt nur noch einzusetzen. Mittlerweile habe ich auch die Toleranzen im Griff, so dass die ohne große Nacharbeit in die Taschen passen. Die Sidedots sind jetzt deutlich rechteckiger, was besser zum Gesamtdesign passt.
IMG_20210331_213820.jpg
IMG_20210331_213833.jpg
IMG_20210331_213845.jpg

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Re: No. 29 Bariton GA 705 die Zweite

#6

Beitrag von Poldi » 01.04.2021, 10:36

Wahnsinn (clap3)

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Re: No. 29 Bariton GA 705 die Zweite

#7

Beitrag von thoto » 01.04.2021, 11:04

Sieht sehr gut aus!

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Re: No. 29 Bariton GA 705 die Zweite

#8

Beitrag von jhg » 07.04.2021, 22:30

Der Boden ist fertig beleistet. Diesmal mit den gefrästen Bodenbalken und einem Längsbalken. Fragt mich nicht, ob das irgendeinen klanglichen Wert hat - ich weiß es nicht. Finde es aber geil und ich habe eine CNC (dance a) (dance a)
IMG_20210407_171254.jpg
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IMG_20210407_211746.jpg
IMG_20210407_211805.jpg
P.S.: Der Ausgang für die Spindelansteuerung funktioniert wieder - ich muss nicht alles verstehen! Vielleicht bin ich auch ab und zu zu blöd dafür ....

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Re: No. 29 Bariton GA 705 die Zweite

#9

Beitrag von dantiel » 08.04.2021, 02:24

finde die gefrästen Skelettbalken cool... ich denke schon dass es Einfluss auf den klang hat, man hätte sie vielleicht "organischer" oder irgendwie geartet machen können, aber da bin ich auch mit meinem Vorstellungsvermögen am ende, also passt schon denke ich. Gewichtsersparnis und extra Stabilität sollten allemal hilfreich sein
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Re: No. 29 Bariton GA 705 die Zweite

#10

Beitrag von Poldi » 08.04.2021, 05:40

Die Balken sehen einfach nur genial aus. (dance a)

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Re: No. 29 Bariton GA 705 die Zweite

#11

Beitrag von Gerhard » 08.04.2021, 09:43

Ich denke, du hättest die Bodenbalken wesentlich zarter ausführen können. Die Steifigkeit kommt ja aus der konstruktiven Höhe, und da wirkt es für mich, als ob du einfach zu viel Material an den Balken stehen hast.

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#12

Beitrag von jhg » 08.04.2021, 10:08

Gerhard hat geschrieben:
08.04.2021, 09:43
Ich denke, du hättest die Bodenbalken wesentlich zarter ausführen können. Die Steifigkeit kommt ja aus der konstruktiven Höhe, und da wirkt es für mich, als ob du einfach zu viel Material an den Balken stehen hast.
Ist für mich im Moment noch eine Lernkurve. Das Blöde bei sowas ist, wenn du sie zu dünn machst, macht es irgendwann "knack". Das soll ja eine funktionsfähige Gitarre geben. Eigentlich müsste ich im Vorfeld ein paar Tests machen, wo die Grenzen der Auslegung liegen (think)

Was ich tatsächlich nicht weiß ist, welchen Einfluss ein steiferer Boden auf den Gesamtklang hat. Man verändert ja das Resonanzverhalten der Gitarre. Aber wie sich das genau auswirkt, weiß ich nicht. Bei den Zargen ist es im Moment ja "in", laminierte Zargen zu machen - oft sogar mit einer sehr dicken Zwischenlage, spart sich dann sogar die Reifchen und hat einen sehr festen Zargenkranz.

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Re: No. 29 Bariton GA 705 die Zweite

#13

Beitrag von Herr Dalbergia » 08.04.2021, 12:44

Der Boden wird halt bei so einer Beleistung absolut zum Reflektor und wird eine sehr hohe Grenzfrequenz bekommen.
Wäre jetzt bei einer Steelstring nicht so meins....

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#14

Beitrag von dantiel » 08.04.2021, 13:46

für massiven bass brauch es ein massives fundament. aber vielleicht könnte man die Balken noch durch schnitzen abrunden und so etwa 20% gewicht einsparen
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#15

Beitrag von jhg » 08.04.2021, 14:40

Herr Dalbergia hat geschrieben:
08.04.2021, 12:44
Der Boden wird halt bei so einer Beleistung absolut zum Reflektor und wird eine sehr hohe Grenzfrequenz bekommen.
Wäre jetzt bei einer Steelstring nicht so meins....
Würdest du daraus schließen, dass die Gitarre hinterher etwas "spitz" klingen könnte? Bei der ersten Bariton habe ich ja nur eine Längsversteifung verbaut - da war auf jeden Fall keine störende "Überbetonung"

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#16

Beitrag von Gerhard » 08.04.2021, 17:11

dantiel hat geschrieben:
08.04.2021, 13:46
für massiven bass brauch es ein massives fundament. aber vielleicht könnte man die Balken noch durch schnitzen abrunden und so etwa 20% gewicht einsparen
Meine Erfahrungen sind genau umgekehrt: Bassreiche Instrumente sind die, die leicht und weich gebaut sind.

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#17

Beitrag von jhg » 08.04.2021, 20:26

dantiel hat geschrieben:
08.04.2021, 13:46
für massiven bass brauch es ein massives fundament. aber vielleicht könnte man die Balken noch durch schnitzen abrunden und so etwa 20% gewicht einsparen
Sorry für die Frage: Bist du irgendwie im Marketing unterwegs? Sowas lese ich eher in Gitarre&Bass oder auf den Homepages der Hersteller. Die meisten "schweren" Gitarren, die ich bisher in der Hand hatte, waren auch klanglich ziemlich dürftig. Zumindest trifft das mal auf die in Massen hersgestellen Industriegitarren zu.
Was das Gewicht in erheblichem Maße natürlich beeinflusst, ist das Holz von Boden und Zargen. Da ist man bei Ovangkol nicht auf der ganz leichten Seite im Vergleich z.B. zu Black Limba. Aber selbst da gibt es nach meiner Erfahrung keine goldene Regel ob da nun mehr Bass oder nicht zu hören ist.

Ich werde euch auf dem Laufenden halten, was die klangliche Entwicklung des Instrumentes angeht :D Versuch macht ja bekanntlich kluch ...

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Re: No. 29 Bariton GA 705 die Zweite

#18

Beitrag von Sven » 08.04.2021, 22:10

jhg hat geschrieben:
08.04.2021, 10:08
[...]
Bei den Zargen ist es im Moment ja "in", laminierte Zargen zu machen - oft sogar mit einer sehr dicken Zwischenlage, spart sich dann sogar die Reifchen und hat einen sehr festen Zargenkranz.
Bei dieser sogenannten Doppelzarge wird im Grunde die Konstruktion einer Trommel imitiert, welche ja aus einer steifen Tonne besteht, mit einem Schlagfell und einem Resonanzfell.
Eine Gitarre mit Doppelzarge soll deswegen einen weichen Boden haben, der als Resonator wirkt und nicht als Reflektor.
Ein solcher Bau steht bei mir auch noch auf der Zu-Erledigen-Liste...
:roll:

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Re: No. 29 Bariton GA 705 die Zweite

#19

Beitrag von taxman » 09.04.2021, 00:31

Und das bringt tatsächlich einiges an Stabilität, ich baue gerne "Doppelzargen". Hat auch noch den Vorteil sonst eher ungeeignete Hölzer nutzen zu können, z.B. Fladerstücke, oder instabile Hölzer mit verwachsungen, die dafür sehr dekorativ sind.

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Re: No. 29 Bariton GA 705 die Zweite

#20

Beitrag von dantiel » 09.04.2021, 03:29

@jhg ich hab doch gesagt die Balken leichter machen. und nich davon dass die decke und alles schwer sein soll.. naja dass Boden massiv gebaut als Reflektor dient (wie bei Lautsprechern eben) ist scheinbar nur eine Möglichkeit wie ich hier interessanterweise lesen darf...
klingt spannend aber aufwändig diese Doppelzargen..
@gerhard weich und leicht gebaut dachte ich würde den ton insgesamt lauter machen, aber das schliesst bass warscheinlich wohl ein..
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Re: No. 29 Bariton GA 705 die Zweite

#21

Beitrag von blackforest » 09.04.2021, 13:20

taxman hat geschrieben:
09.04.2021, 00:31
Und das bringt tatsächlich einiges an Stabilität, ich baue gerne "Doppelzargen". Hat auch noch den Vorteil sonst eher ungeeignete Hölzer nutzen zu können, z.B. Fladerstücke, oder instabile Hölzer mit verwachsungen, die dafür sehr dekorativ sind.
Das ist ein guter Hinweis, da ich mit dem Zargenbau aus gestockten Ahorn meine Mühe hatte. Da werde ich das mit der Doppelzarge mal in Betracht ziehen und mich schlauer machen.
LG Uwe

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