Erstversuch: Ein Bass als Therapiegerät...

Das Board für eure Bauberichte!

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Erstversuch: Ein Bass als Therapiegerät...

#1

Beitrag von Hightower » 23.09.2019, 19:31

Moin zusammen,

ich lese schon eine Weile in diesem Forum mit und habe Eure Kreationen, Euren Einfallsreichtum und die vielen Geschichten rund um Eure Projekte gespannt verfolgt.

Warum bin ich beigetreten?
Weil ich schon eine (ziemlich lange) Weile an einem Projekt arbeite, das ich sozusagen unter einen gewissen Fortschrittsdruck stellen möchte, indem ich Euch daran teilhaben lasse.
Anders gesagt: wenn jemand anderes zuschaut, lässt man ein Projekt nicht so leicht schleifen und ich will das Ding auch irgendwann mal fertigstellen, trotz Arbeit, Familie, Haus, Hunden und Garten... ;)

Ganz abgesehen davon bin ich absoluter Anfänger und werde mehr als nur einmal auf Hilfe angewiesen sein, siehe folgende Zeilen...

Vorgeschichte:
Ich hatte, wie viele andere Jungs auch, vor vielen Jahren die Idee, mit ein paar Kumpels eine Band zu gründen.
Daraus ist zwar nicht wirklich was geworden (oder sollte ich sagen: daraus ist wirklich nix geworden), aber seitdem besitze ich einen Stratocaster-Nachbau (Hohner ST57 von 1989) und einen kleinen Marshall-Combo.
Erinnerung an eine sehr kurzlebige Idee...
Erinnerung an eine sehr kurzlebige Idee...
Aus nostalgischen Gründen habe ich mich trotz Familiengründung und mehrerer Umzüge nicht davon getrennt, auch wenn ich nie richtig spielen gelernt habe. :roll:

Vor ein paar Jahren habe ich mir dann bei einem Autounfall ein paar Finger der linken Hand gebrochen - der Airbag nimmt keine Rücksicht auf lässig in die Lenkradspeiche gehängte Greifer... :oops:

Im Rahmen der Reha bin ich auf die Idee gekommen, dass es irgendwie auch weniger langweilige Möglichkeiten geben muss, Kraft und Beweglichkeit der Hand zu trainieren: also die alte Klampfe abgestaubt, den Verstärker aus einer dunklen Ecke gezogen und Pentatoniken gegriffen...
Ich musste leider irgendwann feststellen, dass es mit dem Fingersatz von Akkorden nicht so recht hinhaut - das verbliebene Metall, insbesondere im Mittelfinger ist doch manchmal im Weg... :(

Die Idee:
Vielleicht, mit weniger Saiten und etwas mehr Platz...? (think)

OK, also sollte es ein Bass sein, soweit so gut - jetzt kommt der bescheuerte Teil: ich wollte ihn nicht kaufen sondern (zumindest teilweise) selber bauen, vielleicht mit Resten unseres Massivholzfußbodens? Jatoba sieht geölt echt schick aus und aus 19mm starken Dielen sollte doch was zu machen sein...?
Ein Mann braucht ein Hobby, 'ne Cajon habe ich ja schließlich auch geschafft...
Klingt komisch? Ist es auch.
Aber was soll's... 8)

Ich habe schon im letzten Jahr mit den ersten Skizzen und Schablonen angefangen, daher werden die ersten Beiträge eine Nachdokumentation sein, die späteren Beiträge kommen dann wahrscheinlich in etwas "gespreizterer" Folge, je nach aktuellem Baufortschritt.

Also, alles auf Anfang...!

To be continued...

Gruß
Ralf
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Re: Erstversuch: Ein Bass als Therapiegerät...

#2

Beitrag von Drifter » 23.09.2019, 20:41

Ralf, ich drück Dir die Daumen!

Bin mal sehr gespannt.

Und ja: herzlich willkommen hier.

lG

Norbert

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Re: Erstversuch: Ein Bass als Therapiegerät...

#3

Beitrag von Hightower » 23.09.2019, 21:01

Der Anfang

Es dauerte einige Zeit, bis die ziemlich diffuse Idee in meinem Kopf Gestalt annahm, schließlich habe ich schon so ein paar Steh-im-Wege im Keller. Meine bessere Hälfte war daher erstmal nicht so begeistert von der Idee, noch mehr davon zu haben:
"Wo sollen die dann alle hin?"
"Wieso alle? Ich will doch nur eine bauen...?"
"Aha..."

Wieso habe ich manchmal das Gefühl, das mich meine Frau besser kennt als ich?

Da die beste aller Ehefrauen aber doch Verständnis für ihren Mann hat konnte ich der ersten entscheidenden Frage nachgehen: welche Form sollte mein Fingertrainingsgerät haben?
Ich wusste aber, dass die ganze Aktion länger dauern würde, da das Budget begrenzt ist und ich die Teile nach und nach zusammenkaufen wollte.

Irgendwann stellte ich fest, dass die klassische Preci-Form mir am besten gefiel, ich diese aber ein wenig nach meinen Vorstellungen umgestalten wollte. Also nahm ich die beste (weil einzige) Vorlage her, die ich hatte: meine alte ST57...
Ein paar DIN A3-Blätter zusammengeklebt und flugs die Kontur des Korpus übertragen.
Da ich keine exakte Kopie bauen wollte brauchte ich nur einige passende Größenverhältnisse.
Irgendwo meinte ich mal aufgeschnappt zu haben, dass sich die Dimensionen von Bass und Gitarre nicht wesentlich unterscheiden, also sollten die Proportionen in etwa stimmen...

Dann hieß es "Bleistift und Radiergummi frei" und die Kontur ausgestaltet, noch ein paar Holzreste und Abfallteile aufgelegt, um einen Eindruck zu bekommen - é Voilà...
Erster Eindruck mit einfachen Mitteln
Erster Eindruck mit einfachen Mitteln
Designparameter...?
Nun hatte ich aber keine Ahnung von wesentlichen desginbestimmenden Merkmalen (Mensur, Pickuppositionen - ja, ich schmunzele auch... ;) ), also die allwissende Müllhalde durchsucht und so lapidare Dinge wie "Preci = Longscale" herausgefunden.

Meine verständnisvolle Frau schenkte mir zum Geburtstag - ein Kochbuch...! (dance a)
Nach und nach wurde das Bild klarer und auch die Zuversicht wurde langsam größer.
Dennoch entschied ich mich dafür, meine Kreativität auf den Korpus zu konzentrieren und den Hals als Paddel zuzukaufen, so waren einige Variablen aus dem Spiel, schließlich ist mein mitwachsendes handwerkliches (Un-)Geschick unberechenbar genug...

Aus dem Kochbuch habe ich die Idee mit der "Masterschablone" - so hatte ich schon etwas zu tun, auch wenn noch keine Teile vorhanden waren, etwas Buchensperrholz in 4mm (vom Cajon-Projekt übrig) reichte:
Angezeichnet
Angezeichnet
Ob die Entlastungsschnitte reichen...?
Ob die Entlastungsschnitte reichen...?
Fertig gesägt
Fertig gesägt
Bis hier hatte ich noch alle Werkzeuge, die ich brauchte. Zum Glätten der Kontur habe ich mir eine kleine Schleifrolle im Baumarkt besorgt und in einen leicht gepimpten Bohrständer eingespannt:
Was man mit Sperrholzresten tun kann...
Was man mit Sperrholzresten tun kann...
So ist mir zwar der Bohrständer beim Bewegen der Schablone manchmal im Weg, dafür saut mir der Staub nicht dauernd das Bohrfutter zu...

Schablone in (fast) geglättet:
img_0305.jpg
img_0306.jpg
Beim oberen Cutaway war der Durchmesser der Rolle zu groß, also Handarbeit: ein Stück Schleifpapier um einen schlanken Hammerstiel gewickelt und ab dafür...
So in etwa sollte die Form nachher aussehen:
Buche kann auch ganz attraktiv aussehen...
Buche kann auch ganz attraktiv aussehen...
Hier ist noch eine "Angstzugabe" im Bereich der Halstasche enthalten, daher wirkt der Bereich noch etwas unharmonisch...

Fortsetzung folgt...

Gruß
Ralf
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Re: Erstversuch: Ein Bass als Therapiegerät...

#4

Beitrag von ugrosche » 23.09.2019, 22:24

Das Jatoba sollte zumindest als Griffbrett gut funktionieren. Das hatte Mat uns beim Forumstreffen vor zwei Jahren gezeigt. Er hat auch mit Parkettresten gearbeitet.
(Hier auf dem 5. Bild)
Mach mit beim GBB Wettbewerb 2020/2021!
Aktuelles Projekt: Graffiti | Abgeschlossene Projekte: Kaizen-Bass | Massari-Archtop

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Re: Erstversuch: Ein Bass als Therapiegerät...

#5

Beitrag von Poldi » 24.09.2019, 05:37

Herzlich willkommen und weiterhin gutes Gelingen.

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Re: Erstversuch: Ein Bass als Therapiegerät...

#6

Beitrag von iporka » 24.09.2019, 08:57

Prima Idee, gutes Gelingen!

Wie Uwe oben schon schrieb kannst du Jatoba gut für Griffbretter
nehmen. Die Bearbeitung ist allerdings nicht ganz einfach (Ausrisse) .
Fürs erste Instrument eher eine Herausforderung - aber du schaffst das.

Viele Grüße,

Mat
Guitar building is anticipation!
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Re: Erstversuch: Ein Bass als Therapiegerät...

#7

Beitrag von Hightower » 24.09.2019, 21:49

'n Abend zusammen,

erstmal vielen Dank für die freundliche Begrüßung!
Mal sehen, was am Ende herauskommt, die möglichen Messlatten liegen ja (nciht nur bei den Profis) doch ganz schön hoch.
Aber ich habe Zeit... 8)

Auf das Jatoba komme ich später nochmal zurück - ist halt ein optisch schönes Holz mit ganz unterschiedlichen Maserungen.

Wie ging es weiter?
Nach der Masterschablone war erstmal vertiefte Lektüre des Kochbuchs angesagt und die Suche nach Erweiterung meiner Werkstatt:
Ich habe zwar eine solche direkt neben meiner Garage, aber mir fehlte noch eine Oberfräse...
In einem bekannten Kleinanzeigen-Portal wurde ich fündig - inkl. eines kleinen Frästisches, den ich mit Holzleisten und Schraubzwingen auf der Werkbank fixieren kann.
Bei Gitabou habe ich einen langen Schablonenfräser erstanden - und ich hatte nix besseres zu tun, als meine ersten Versuche mit der Fräse am - richtig: Jatoba zu machen...
Jep, das Zeug reißt ziemlich leicht, dabei ließ sich das sehr schön feilen und schleifen... (whistle)
Also habe ich die Idee, die Dielen in der Breite mit der Fräse abzurichten, gleich wieder zur Seite gelegt.

Stattdessen habe ich mir aus 10mm starkem MDF eine Arbeitsschablone gefertigt - wenn alles so einfach zu bearbeiten wäre...
Hier mal aufgelegt auf die Jatoba-Dielen:
img_0329.jpg
Hier kann man auch mein Problem sehen:
Der Body ist ziemlich breit, mit vier Dielen nebeneinander wäre es ohne Nut und Feder arg knapp geworden, das obere Horn passt gerade eben drauf, wahrscheinlich hätte ich eine fünfteilige Decke bauen müssen - Ihr habt meine Idee zum Abrichten der Dielen noch im Kopf...?

OK, erstmal Plan zur Seite legen, weiter nachdenken... :?

Gleich geht's weiter...
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Re: Erstversuch: Ein Bass als Therapiegerät...

#8

Beitrag von Hightower » 24.09.2019, 22:26

Während ich noch darüber nachdachte, woraus ich den Korpus machen wollte, vertrieb ich mir die Zeit damit, mögliche Gestaltungsoptionen durchzuspielen.
(Zwischen diesem und dem vorherigen Post müsst Ihr Euch etwa sechs (!) Monate denken - Arbeit, Haus und Familie fordern ihren Tribut...)

Also stellte ich eine weitere Schablone her - vielleicht wäre eine teilmassive Ausführung ja was?
Erstmal die Kammern auf der Masterschablone angezeichnet:
img_0020.jpg
img_0021.jpg
Dann eine neue Arbeitsschablone für die Außenkontur übertragen, die Erste hatte ich im Bereich der Halstasche gekürzt - wahrscheinlich zu weit - ich wollte die Bridge nicht so weit nach hinten schieben...
img_0022.jpg
Aber die alte Arbeitsschablone habe ich für die Kammern umgearbeitet:
Bohren, Aussägen...
Bohren, Aussägen...
Geschliffen...
Geschliffen...
Probeweise habe ich die beiden übereinandergelegt - so richtig passte das natürlich nicht...
img_0028.jpg
img_0030.jpg
img_0031.jpg
Also einmal gemeinsames Schleifen, bitte!
Zwischendurch, gewissermaßen als Motivation, einmal auf den Plan legen, über die Form der Kopfplatte hatte ich mir auch inzwischen Gedanken gemacht:
img_0033.jpg
img_0036.jpg
Manchmal frage ich mich, wieso ich, als Maschinenbauer und ehemaliger CAD-Trainer in Handskizzen mache - aber nur manchmal... (whistle)

Demnächst in diesem Kino...

Gruß
Ralf
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Re: Erstversuch: Ein Bass als Therapiegerät...

#9

Beitrag von Rallinger » 25.09.2019, 08:17

Je nachdem für was für ein Holz du dich entscheidest können die Kammern eine gute Idee sein - oder eher nicht. Wenn es was richtig schweres sein soll, freut sich dein Rücken. Ansonsten riskierst du dass der Hals auf Tauchstation geht. Du hast die Kopfplatte zwar anders gestaltet als beim originalen P-Bass, aber recht viel kleiner scheint sie mir nicht zu sein. Wenn du da die Original-schweren Tuner dranhängst, wird das Ding mit einiger Sicherheit kopflastig. Und das ist so ziemlich der Hauptgrund der mich persönlich davon abhält, auf Fender-Bässen zu spielen. Es nervt! Ergo: wenn Kammern, dann solltest du auch mit "light" Mechaniken planen.

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Re: Erstversuch: Ein Bass als Therapiegerät...

#10

Beitrag von Hightower » 25.09.2019, 22:37

'n Abend Namensvetter, ;)

Danke für den Hinweis, das würde mir in der Tat noch Stoff zum Nachdenken geben, siehe spätere Posts, wenn es um den Korpus geht, so weit war ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Da ich inzwischen im Kleinanzeiger einen Hals mit Kopfplatte in Paddelform und ohne Finish zu einem vernünftigen Kurs erstehen konnte, war es Zeit für eine Übersprungshandlung: für das spätere Fräsen der Halstasche wollte ich eine Schablone anfertigen.

Nun wurde mir ein klassisches geometrisches Problem bewusst:
kleiner Halsfuß + langer Hals = große Wahrscheinlichkeit, dass der Hals später schief sitzt...
(Habe ich schon erwähnt, dass ich vom Gitarrenbau keine Ahnung habe?)

In diesem wunderbaren Forum habe ich dann von der Leistenmethode gelesen und dass diese Methode auch im Kochbuch beschrieben ist... :oops:
(Leseverstehen wird heutzutage ab der Grunschule vermittelt, warum nur...?)

Also habe ich eine Kombination angewendet: Hals mit Hilfe der Leisten zur Mensurlinie ausgerichtet, Taschenform am Halsfuß abgenommen
Hals ausrichten, hier noch ohne Spannzwingen
Hals ausrichten, hier noch ohne Spannzwingen
Ich würde sagen, das Jatoba könnte später (im Fortgeschrittenen-Stadium) ganz gut als Griffbrett funktionieren... :)

Zuerst wieder auf der Masterschablone, die ich mit zwei Schrauben auf der Korpusschablone fixiert habe.
Dann aussägen, schleifen, bis die Schablone stramm auf den Hals geschoben werden konnte.

Danach auf die MDF-Schablone übertragen und das Ganze nochmal.

Jetzt habe ich schon eine ganze Menge Schablonen - hoffentlich passt der ganze Kram dann auch zusammen...

Lesen Sie demnächst...

Viele Grüße
Ralf
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Re: Erstversuch: Ein Bass als Therapiegerät...

#11

Beitrag von Hightower » 29.09.2019, 00:17

Fragen über Fragen

Neben der ganzen Schblonenbastelei, die nur eine Art Ersatzbefriedigung dastellte, gingen mir ständig folgende Fragen im Kopf herum:
Welche Art von Brigde sollte es werden?
Welche Mechaniken?
Wie sollte die PU-Bestückung aussehen?

Ach ja, und ich hatte noch kein Holz für den Body ausgesucht...

Da ich von vornherein alle Teile nach und nach kaufen konnten die Entscheidungen in Ruhe reifen - einige reifen noch immer... (whistle)

Da der Bass zwar keine Preci-Kopie werden, aber insgesamt eher eine klassische Form bekommen sollte, scheidet extravagante Hardware eher aus. Ich will für den ersten auch nicht zu viel Bling-Bling...

Die Auswahl der Brückenform war noch verhältnismäßig einfach: ich habe mich als Kompromiss zwischen klassischer Bauform und massiver Bauweise für die Gotoh B201-4 entschieden, Preis-Leistung passen auch. Da konnte ich also einen Haken dran machen, liegt jetzt in der Teilekiste...

Mechaniken: da der Hals bereits vorgebohrt ist (17,5mm), ist die Auswahl der Stimmer eingeschränkt, trotzdem bin ich noch unentschieden. Entweder etwas á la Schaller Schaller BMLC, damit kann man wohl wenig falsch machen, ich weiß nur noch nicht, ob mir die Form der Elefantenohren gefällt.
Oder doch etwas leichteres z.B. die BM Light https://www.thomann.de/de/schaller_bm_light_4l_c.htm aus gleichem Hause...?
Hat jemand eine Empfehlung dazu?
Wie genau sollte der Durchmesser der Montagebuchse eigentlich der Bohrung entsprechen? Erweitern ist ja kein Problem, aber kann man die Buchse auch auffüttern?
Hat jemand schonmal die Grover 145-Serie verwendet? Ich könnte einen Satz auf dem Gebrauchtteilemarkt bekommen, die Mechanik hat einen Buchsendurchmesser von 16,7mm.

Über die PUs grüble ich auch noch. Von ganz einfach (Single Coil in Mid-Position á la P51) bis etwas variabler und druckvoller (PJ o.ä.) kann ich mir alles mögliche vorstellen...
Soapbars eher nicht, die kantige Form gefält mir nicht so recht...

Zu Anfang war völlig klar, dass nur etwas Passives in Frage kommt, mittlerweile bin ich da offener.
Selber bauen würde ich erstmal zurückstellen.
Die Solderless-Technik von EMG käme mir auch entgegen, aufs Löten habe ich auch (noch) keine Lust, abgesehen davon, dass man sich bei vielen Modellen das Zusammensuchen von Poti & Co. sparen kann.

Auch hier würde ich mich über eine Empfehlung oder eine Anregung freuen. :)
Hat eigentlich schon mal jemand einen TB auf der Bridgeposition mit einem P kombiniert?
Mir schwirrt da so eine Idee im Kopf herum, einen splittbaren TB-Humbucker mit einem P-Splitcoil zu verbauen...

Beim nächsten Post geht's ins Holz...
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Re: Erstversuch: Ein Bass als Therapiegerät...

#12

Beitrag von bea » 29.09.2019, 04:26

Die EMG-Tonabnehmer haben nicht den besten Ruf. PUs mit Steckverbindern gibt es auch von Guitar Fetish (made by Artec).
P51 PUs kann man ggf auch paarweise einbauen.

Wenn irgend möglich, solltest Du Dir da Humbucker gönnen.

TB+Splitcoil habe ich noch nicht verbaut, wohl aber Firebird-Mini + Splitcoil in meinem Bass VI. Also das gleiche in schmaler, genauer einen billigen China-Firebird-PU in "MM-Stegspulen"-Position und einen DiMarzio Model P. Das harmoniert sogar vom Pegel her einigermaßen, auf jeden Fall besser als PJ-Kombinationen.

Einen splitbaren TB-Humbucker musst Du erst noch finden. Aber Splitten lohnt da nicht - TBs muss man in den Höhen eher sogar ein wenig zähmen.
LG

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Re: Erstversuch: Ein Bass als Therapiegerät...

#13

Beitrag von Drifter » 29.09.2019, 11:22

Ad Mechaniken: Du kannst die vorgebohrten Löcher verdübeln, damit bist Du frei jeglicher Norm. Einfach Rundholz in entsprechender Dicke kaufen, ablängen, einleimen, verschleifen, fertig. Hier in diesem Forum wurden schon einige Löcher für die Mechaniken schief, schräg oder sonstwie falsch gebohrt und so wieder repariert.

Bei den PU's musst Du Dich auf das verlassen, was Du willst. Ob HB, SC oder Split...

Interessant finde ich neben einer PJ Kombi auch die von @bea vorgeschlagenen HB Variante, und zwar in der Stingray-Version. Das ganze noch splitbar, und gut ist.

Und dann wäre natürlich eine Aktive Klangregelung überlegenswert. Guckst Du hier z. B.: https://www.musikding.de/Classic-Bass-P ... mp-Bausatz . Oder etwas mit parametrischen Mitten.

Wobei jetzt natürlich das berühmte "Aber...." kommen wird: Löten. Das ist wirklich keine Hexerei. Youtube Videos gibt es zuhauf, und einfach üben, üben, üben. Das hast Du schnell herausen. Du wirst Löten immer brauchen, egal ob beim Gitarrenbau oder sonst im Haushalt, den Schritt solltest Du gehen. Wenn Du Fragen zur Ausrüstung hast: einfach posten!

lG

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Re: Erstversuch: Ein Bass als Therapiegerät...

#14

Beitrag von Hightower » 29.09.2019, 12:06

Moin zusammen,

sag mal Beate, zu welchen Zeiten bist Du denn hier unterwegs....?
Auf jeden Fall vielen Dank für den Input, bisher ist ja noch nix passiert, ich habe noch alle Möglichkeiten.
bea hat geschrieben:
29.09.2019, 04:26
[...]
P51 PUs kann man ggf auch paarweise einbauen.

Wenn irgend möglich, solltest Du Dir da Humbucker gönnen.
[..]
Einen splitbaren TB-Humbucker musst Du erst noch finden. Aber Splitten lohnt da nicht - TBs muss man in den Höhen eher sogar ein wenig zähmen.
P51 paarweise: meinst Du als Humbucker auf einer Position (z.B. MM/Brigde), oder je Position einen und dann entsprechend verschaltet?

Dann käme mir spontan eine weitere Idee, zwei P51 auf der Bridge- (oder MM-)Position zusammenzupacken und einen weiteren auf der Preci-Position einzusetzen.
Könnte ich mir von der "offenen" Optik ganz gut vorstellen - oder ist das eher kreativer/naiver Unsinn? Soll ja am Ende auch funktionieren.

Ad splitbarer TB: habe ich bei EMG gesehen: http://www.emgpickups.com/bass/thunderb ... /tbtw.html
Drifter hat geschrieben:
29.09.2019, 11:22
Ad Mechaniken: Du kannst die vorgebohrten Löcher verdübeln, damit bist Du frei jeglicher Norm. Einfach Rundholz in entsprechender Dicke kaufen, ablängen, einleimen, verschleifen, fertig. Hier in diesem Forum wurden schon einige Löcher für die Mechaniken schief, schräg oder sonstwie falsch gebohrt und so wieder repariert.
[...]
Und dann wäre natürlich eine Aktive Klangregelung überlegenswert. Guckst Du hier z. B.: https://www.musikding.de/Classic-Bass-P ... mp-Bausatz . Oder etwas mit parametrischen Mitten.

Wobei jetzt natürlich das berühmte "Aber...." kommen wird: Löten. Das ist wirklich keine Hexerei. Youtube Videos gibt es zuhauf, und einfach üben, üben, üben. Das hast Du schnell herausen. Du wirst Löten immer brauchen, egal ob beim Gitarrenbau oder sonst im Haushalt, den Schritt solltest Du gehen. Wenn Du Fragen zur Ausrüstung hast: einfach posten!

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Ich seh' schon, mit "...dazu habe ich keine Lust!", "...beim nächsten Mal..." oder "...bin noch Anfänger!" kommt man hier nicht so einfach durch... :lol:

Bleiben Sie uns gewogen...

Vielen Dank und viele Grüße
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Re: Erstversuch: Ein Bass als Therapiegerät...

#15

Beitrag von zappl » 29.09.2019, 12:40

Hightower hat geschrieben:
29.09.2019, 00:17
Oder doch etwas leichteres z.B. die BM Light https://www.thomann.de/de/schaller_bm_light_4l_c.htm aus gleichem Hause...?
Hat jemand eine Empfehlung dazu?
Wie genau sollte der Durchmesser der Montagebuchse eigentlich der Bohrung entsprechen? Erweitern ist ja kein Problem, aber kann man die Buchse auch auffüttern?
Die BM Light habe ich schon mehrfach verwendet. Ich hab den subjektiven Eindruck, dass meine Bässe mit diesen Mechaniken etwas stimmstabiler sind. Dazu sparst du noch ordentlich Gewicht an der Kopfplatte, gut gegen Kopflastigkeit. ;)

Die BM Light Buchsen haben einen Durchmesser von 16,8mm. Ich bohre dann mit 17mm.
17,5mm sollte in deinem Fall aber auch noch okay sein.

Ansonsten verdübeln wie Drifter schon schrieb...

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Re: Erstversuch: Ein Bass als Therapiegerät...

#16

Beitrag von bea » 29.09.2019, 21:48

Hightower hat geschrieben:
29.09.2019, 12:06
sag mal Beate, zu welchen Zeiten bist Du denn hier unterwegs....?
Wenn ich nicht einschlafen kann, steh ich halt wieder uaf und versuche, was sinnvolles zu machen.
bea hat geschrieben:
29.09.2019, 04:26
...
P51 paarweise: meinst Du als Humbucker auf einer Position (z.B. MM/Brigde), oder je Position einen und dann entsprechend verschaltet?
Wie es Dir beliebt.
Dann käme mir spontan eine weitere Idee, zwei P51 auf der Bridge- (oder MM-)Position zusammenzupacken und einen weiteren auf der Preci-Position einzusetzen.
Könnte ich mir von der "offenen" Optik ganz gut vorstellen - oder ist das eher kreativer/naiver Unsinn? Soll ja am Ende auch funktionieren.
Das ist gar nicht mal schlecht.
Ad splitbarer TB: habe ich bei EMG gesehen: http://www.emgpickups.com/bass/thunderb ... /tbtw.html
Den hab ich noch nicht gehört; M.W. handelt es sich um einen mehr oder weniger exakten Nachbau des 2000er TB-Sidewinders.

Den ursprünglichen TB-Pickup gibt es (dem Vernehmen nach ganz gut) als China-Nachbau; ansonsten bauen Dir Christoph Dolf oder David Barfuss sowas. Sogar in ein Gehäuse deiner Wahl.
Drifter hat geschrieben:
29.09.2019, 11:22
Und dann wäre natürlich eine Aktive Klangregelung überlegenswert. Guckst Du hier z. B.: https://www.musikding.de/Classic-Bass-P ... mp-Bausatz . Oder etwas mit parametrischen Mitten.
Oder eine Alembic-Clone - das ist ein Fender-Tonestack zwischen zwei Buffern wie das Ding, das wir gerade im benachbarten Faden diskutieren.

Löten muss irgendwann sowieso mal sein. Kauf Dir ne Ersa Multitip 230 und nen Lötkolbenständer und los gehts.
LG

Beate

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Re: Erstversuch: Ein Bass als Therapiegerät...

#17

Beitrag von Hightower » 29.09.2019, 23:09

'n Abend zusammen,

erstmal Danke für Eure Kommentare.
bea hat geschrieben:
29.09.2019, 21:48
[...]
Dann käme mir spontan eine weitere Idee, zwei P51 auf der Bridge- (oder MM-)Position zusammenzupacken und einen weiteren auf der Preci-Position einzusetzen.
Könnte ich mir von der "offenen" Optik ganz gut vorstellen - oder ist das eher kreativer/naiver Unsinn? Soll ja am Ende auch funktionieren.
Das ist gar nicht mal schlecht.
Dann behalte ich das mal im Hinterkopf. :D
[...]
Oder eine Alembic-Clone - das ist ein Fender-Tonestack zwischen zwei Buffern wie das Ding, das wir gerade im benachbarten Faden diskutieren.
Äähh...? Damit bin ich eindeutig überfordert - ich hab noch nichtmal verstanden, worum es geht... :oops:
Wird vielleicht noch...
Löten muss irgendwann sowieso mal sein. Kauf Dir ne Ersa Multitip 230 und nen Lötkolbenständer und los gehts.
Das habe ich wieder verstanden... ;)

Ok, wir haben noch ein wenig Historie aufzuholen:

Ich und mein Holz, ich und mein Hoohoolz...
Ich habe ziemich lange auf der Frage des richtigen Korpusholzes herumgekaut - liegt wahrscheinlich daran, dass ich mit einer unklaren Vorstellung in mein neues Hobby gestartet bin.
Immerhin: Es sollte etwas werden, das die Maserung zeigt, gern farbig, meine handwerklichen Kenntnisse und Möglichkeiten legen Beizen und Ölen/Wachsen nahe, außerdem mag ich die seidenmatte Haptik.

Auf der Suche bin ich neben anderen, hier auch schon in verschiedenen Threads erwähnten Adressen, bei Andreas Großer https://tonholz-shop.de/ gelandet. Mir gefiel die Vorstellung, ein Holz zu verwenden, dass nicht um den halben Globus geschifft wurde. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: ich bin da nicht allzu päpstlich - sonst hätte ich auch keine Jatoba-Dielen im Wohnzimmer.
Allerdings wäre mir das eine oder andere Edelholz schlicht zu teuer für einen vergeigten Erstversuch...
Aber was nun nehmen?
Irgendwann war ich meine Unschlüssigkeit leid und ich habe mir ein zweteiliges Stück Esche bestellt - und auch bekommen:
img_0047.jpg
Der 45mm starke Brocken wog mehr als 7kg! :shock:

Na gut, davon würde noch einiges wegfallen...

Nächstes Problem: welche Seite kommt nach vorn?
Probeweiseschablonenauflegen...
Blöd nur, dass man nix sieht...
Blöd nur, dass man nix sieht...
Ich hatte doch irgendwo noch eine etwas "durchsichtigere"...?
So rum...?
So rum...?
Variante 1: Maserung schön, Farbe der Hälften passt gut zueinander
Oder doch so...?
Oder doch so...?
Variante 2: Maserung schöner, eine Hälfte deutlich dunkler als die andere - wie wird das später nach dem Beizen auffallen?

Zur Verdeutlichung meines kleinen Problems nochmal ohne Schablone aber mit ein paar aufgelegten Kleinteilen zur visuellen Unterstützung:
Variante 1
Variante 1
Variante 2
Variante 2
(Dass Vorder- und Rückseite auf den Bildern vom Farbton so unterschiedlich daher kommen, liegt an den Aufnahmen der Handykamera.)

Wie hätten Sie entschieden? Sehen Sie die Auflösung in der nächsten Folge...

Viele Grüße
Ralf
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Re: Erstversuch: Ein Bass als Therapiegerät...

#18

Beitrag von Hightower » 03.10.2019, 17:48

Einen schönen Feiertag wünsche ich Euch allen! (schacka)

In den letzten Tagen hat mich der Job derat aufgefressen, dass ich abends nicht mal noch posten mochte...
Bevor es aber mit der Familie für zwei Wochen in den Urlaub geht muss ich noch ein wenig die Geschehnisse aufarbeiten.

Die Sache, wo man am längsten für braucht
Um mir darüber klar zu werden, wo vorn und hinten ist habe ich mich meinem Holzklotz auf artgerechte Weise genähert:
Ich habe ihn mit verschiedenen Schleifmethoden bearbeitet, da die Oberfläche sich leicht wellig anfühlte, außerdem um einfach ein Gefühl für das Eschenholz zu bekommen:
1. Schleifklotz hart
2. Schleifklotz mit Moosgummisohle
3. Exzenterschleifer und
4. Bandschleifer,
alles mit 80er Schleifpapier

Mit 1 habe ich angefangen - wollte schließlich den Block nicht wellig haben - ging, aber wenig Abtrag, trotz neuem Papier.
Anschließend den Klotz mit Moosgummi - gefühlt schon besser. Immer schön in Faserrichtung, zwischendurch mit dem Stahllineal Lichspalt geprüft - wurde zumindest nicht schlimmer.
Ungeduld lässt grüßen: als nächstes den Exzenterschchleifer, auch nicht schlecht, aber wenn der Staubsager nicht richtig angeschlossen ist eine Riesensauerei. Der Bandschleifer brachte gefühlt nicht mehr außer Dreck, da der Sauganschluss nicht passte.

Da ich es je eigentlich nicht eilig habe, bin ich wieder auf die manuelle Methode zurückgegangen.
Im Kochbuch steht etwas von "im 45° Winkel zur Faser" schleifen - also ausprobiert: war nicht so toll...
Soll das so....?
Soll das so....?
Hat über eine Stunde gedauert, bis die Kratzer wieder verschwunden waren... :x
Erste Lektion in Geduld und Demut: Schleifen dauert einfach...

Schließlich beschloss ich, das die Flächen erstmal glatt genug seien und es Zeit wäre, dem Ding die erste Form zu verpassen.
Ich entschied mich für die Seite mit den besser passenden Farben, zeichnete die Kontur erneut an und machte die alte Stichsäge (Erbstück von Papa) mit dem Kurvensägeblatt klar, eine Bandsäge besitze ich nicht.
Aaaber...
Ganz eben zu kurz...
Ganz eben zu kurz...
Samstag abend, Blick zur Uhr, schnell noch zum Baumarkt, verdammt, nix passendes da, alle anderen Baumärkte schon zu - Grmpf...!
Lektion zwei in Geduld und Demut: Sortiere dein Werkzeug rechtzeitig...

Das Feierabendbier schmeckt nach einem Erfolgserlebnis irgendwie besser...
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Re: Erstversuch: Ein Bass als Therapiegerät...

#19

Beitrag von Hightower » 03.10.2019, 18:31

Späne machen!
Eine Woche später war es dann so weit: mit dem passenden Sägeblatt und der ständigen Ermahung "Schööön langsam....!" im Kopf konnte es dan endlich losgehen:
Reicht...!
Reicht...!
Die ersten Schnitte waren noch etwas ungelenk:
img_0082.jpg
img_0083.jpg
Die zweite Runde wurde schon besser:
Immer schön umspannen - und auf den Tisch aufpassen...
Immer schön umspannen - und auf den Tisch aufpassen...
Von hinten nach vorne und durchziehen bis zum Entlastungsschnitt...
img_0087.jpg
Verschnaufpause für das alte Schätzchen...
Verschnaufpause für das alte Schätzchen...
So langsam wurde es spannend - die Cutaways...
Auch hier habe ich mit geraden Entlastungsschnitten gearbeitet. Lief soweit gut, manchmal wollte die Säge nicht recht wieder rückwärts raus - und dann einmal nicht aufgepasst mit der auslaufenden Säge - ein trockenes "Donk!" - und ein Einschlag im oberen Horn...
Och nö...!
Och nö...!
Durchatmen, weitermachen...!
Stück für Stück...
Stück für Stück...
Geschafft...!
Geschafft...!
Hätte, abgesehen von der Macke, schlimmer sein könnnen, auch schiefe Schnitte durch das Verbiegen des Sägeblattes hielten sich in Grenzen.
Wichtig war mir nur, dass die Kontur unten nicht kleiner wurde als oben - alles OK...
img_0093.jpg
Holzpuzzle
Holzpuzzle
img_0095.jpg
img_0096.jpg
So weit, so gut... 8)
Für den Tag war ich aber noch nicht fertig...
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Re: Erstversuch: Ein Bass als Therapiegerät...

#20

Beitrag von Niko1909 » 03.10.2019, 20:03

Das wird! :) Nur weiter so. Die Form gefällt!

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Re: Erstversuch: Ein Bass als Therapiegerät...

#21

Beitrag von cabriolet » 03.10.2019, 20:58

Hightower hat geschrieben:
03.10.2019, 18:31
und dann einmal nicht aufgepasst mit der auslaufenden Säge - ein trockenes "Donk!" - und ein Einschlag im oberen Horn...
Der Einschlag sieht zwar so aus als ob es die Holzfasern komplett zerstört hat, aber trotzdem würde ich dort mal versuchen, das "auszubügeln": Einen Tropfen Wasser in die Macke, kurz einziehen (nicht trocknen!) lassen und direkt mit der heißen Spitze vom Bügeleisen ´drauf. Nur für ein, zwei Sekunden, damit du das Holz nicht verbrennst.

Ansonsten ist das doch schon recht sauber geworden!

Gruß
Markus
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Re: Erstversuch: Ein Bass als Therapiegerät...

#22

Beitrag von Hightower » 04.10.2019, 00:43

Vielen Dank für den Zuspruch! :)

Stimmt, an den Bügeleisentrick habe ich auch schon gedacht, war aber nicht sicher, dass das hier noch funktioniert. Der Versuch kann aber nicht schaden - kommt auf meine ToDo-List.

Noch mehr Späne!
Als nächstes stand das Fräsen der Kontur an - viel geübt hatte ich vorher nicht... (whistle)
Trotzdem, nach der recht erfolgreichen Sägeaktion wollte ich noch am selben Samstag den "lärmigen" Teil erledigen, eine Strähne muss man doch ausnutzen. :D
Also Schablone probeweise aufsetzen, überall ein paar Millimeter Überstand, alles OK.
Zum Besfestigen der Schablone wollte ich keine Schrauben setzen, da ich nocht nicht genau wusste, wo die Pickups später hinkommen.
Stattdessen habe ich doppelseitiges Klebeband verwendet: die Warnung vor schwer ablösbarem Montageband aus dem Kochbuch einerseits, die Symptome verrutschender Schablonen wegen nicht scherstabilem Klebeband hier aus dem Forum andererseits im Ohr, suchte ich nach einer Alternative.
Gefunden habe ich sogenanntes Verlegeband, in diesem Fall von Tesa, dies hat ein Gewebe als Trägermaterial und soll sich leicht wieder lösen lassen. Meine Annahme war, dass das Gewebe Scherkräfte besser aufnehmen kann als Papier oder Folie.
Davon ein paar Flicken gesetzt, außer an den Hörnern (hier wollte ich beim Ablösen ansetzen):
img_0098.jpg
Dann die Schablone vom "Hintern" her auflegen - schön langsam und mit Selbstvertrauen - wenn's schief sitzen würde, dann eben von vorne... 8)
...und drauf!
...und drauf!
Check vorne..
Check vorne..
..und hinten, sieht OK aus.
..und hinten, sieht OK aus.
Dann ab auf die Tischfräse - davon habe ich keine Fotos, ich vermute, dass ich dass wegen meines erhöhten Anspannungsgrades schlicht vergessen habe... :?
Jedenfalls war das erstmal gar nicht so einfach, erst ging der Fräser mit der Anlaufrolle nicht bis an die Schablone, so dass ich mehrfach über den selben Bereich fahren musste, bis der Fräser so viel Material wegnahm, dass er der Schablonenkontur folgte. Da ich dann nur langsam vorankam, gab's natürlich Brandspuren.
Dann stellte ich fest, dass der Fräser nicht mehr auf der vollen Höhe Material abtrug - es blieb ein schmaler Grat zurück.
OK, Fräse aus, Ursachenforschung.
Wie ich feststellen musste, hatte sich die Fräse in ihrer Einspannung gelockert, vermutlich weil ich stellenweise das Werkstück reichlich fest gegen den Fräser gedrückt hatte - habe ich schon erwähnt, dass ich Anfänger bin?
Also Fräse ausrichten und wieder festspannen, zur Sicherheit den Fräser nochmal in der Höhe sauber ausgerichtet neu einspannen.
Und weiter ging's mit reduziertem Druck, wenn eine Stelle mehrfach rasiert werden wollte, dann sollte es eben so sein...
Schließlich war ich auch mit den Cutaways durch.
Ergebnis: hätte schlimmer sein können...
img_0102.jpg
Licht ist manchmal erbarmungslos...
Licht ist manchmal erbarmungslos...
Glatt ist anders...
Glatt ist anders...
Cutaways: nicht so schlecht...
Cutaways: nicht so schlecht...
img_0106.jpg
Die Anlaufrolle hat sich stellenweise in die Schablone gedrückt - und der Fräser ins Holz...
Die Anlaufrolle hat sich stellenweise in die Schablone gedrückt - und der Fräser ins Holz...
img_0108.jpg
img_0110.jpg
Insgesamt muss ich feststellen, dass ich noch einen langen Weg vor mir habe - allerdings ist das Ergebnis für mich absolut im Rahmen, nix, was sich mit demütiger Schleifarbeit nicht beheben ließe...
Beim nächsten Versuch muss ich mal ausprobieren, wie sich die Anlauffläche der Schablone mit Sekundenkleber stabilisieren lässt, das hatte ich hier zwar vorher gelesen, in meinem "Flow" aber leider vergessen. Die Ratterspuren in der Esche erinnerten mich wieder daran... :roll:
Nun noch die Schablone wieder herunter:
Vorsichtig am oberen Horn der Schablone ziehen, mit einem Plastikschaber etwas hebeln, siehe da...
img_0111.jpg
img_0112.jpg
Nur noch die Flicken einfach abziehen - fertig...

Ach so, Edith meint, dass diese Fräserei eine Riesensauerei ist...

The Sander will return...

Viele Grüße
Ralf
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Re: Erstversuch: Ein Bass als Therapiegerät...

#23

Beitrag von Drifter » 04.10.2019, 06:02

Das schaut so aus, als wenn alles im grünen (Schleif-)Bereich wäre.

lG

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Re: Erstversuch: Ein Bass als Therapiegerät...

#24

Beitrag von Niko1909 » 04.10.2019, 07:15

Krepp and auf Schablone und Werkstück und Sekundenkleber dazwischen. Deutlich besser als jedes doppelseitige Klebeband. :)
Und sei vorsichtig mit der Fräse.... Viel Druck, viel Material auf einmal und ein gelöste Fräser hören sich nicht gut an. Da schau Dir vorher mal Tutorials auf YT an!!! Mir ist schon mal ein Stück Fräser (nie wieder Billigware) um die Ohren gepfiffen.... Zum Glück nix passiert.
Seitdem nehm ich lieber die Oberfräse als den Tisch...

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Re: Erstversuch: Ein Bass als Therapiegerät...

#25

Beitrag von thoto » 04.10.2019, 07:28

Nimm kurze Fräser am Anfang und tausche sie dann gegen längere aus. So hast du weniger Abtrag und mehr Kontrolle. Auf solltest du keinen starken Druck aufbauen, gib Fräser und Maschine Zeit, das Material abzutragen. Mehrere Durchgänge sind normal und verbessern das Ergebnis. Der Anlaufring muss lediglich stoppen, wenn er an de Schablone anliegt, viel Druck ist nicht nötig.

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