Primavera ...

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Re: Primavera ...

#101

Beitrag von bea » 10.07.2019, 13:49

An die Reparatur der Fehlstelle habe ich mich noch nicht getraut. Aber eigentlich wollte ich dem Tonabnehmer noch einen "Deckel" spendieren. Also mal versuchen, ob es mir gelingt, eine dünne Scheibe Furnier von einem Rest Ahorn abzusägen.
Der kleinen Japansäge sei Dank! Es scheint geklappt zu haben.

Und hier eingebaut:
Bei der Sharkfin werde ich es ähnlich machen, allerdings die Abdeckung wohl aus eher schlichtem Nußbaum.
LG

Beate

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Re: Primavera ...

#102

Beitrag von bea » 27.10.2019, 00:46

Bei diesem Bass ist wirklich fast alles schiefgelaufen, was schieflaufen konnte. Nicht nur die Fehler beim Bundieren und beim Einpassen des Halses. Nein, auch die Rampamuffen sitzen falsch. Ziemlich genau 1cm zu nah am Sattel. Offenbar habe ich da die Mensurlinie und die Linie der Befestigungsschrauben verwechselt. Dass sie falsch sitzen, weiß ich natürlich schon länger, dass es wirklich so viel ist, habe ich erst heute nachgemessen. Wenn ich das korrigiere, wird sich das nicht mehr unter der Bücke verstecken lassen :-( Da sind knapp 7mm Luft.
Bei den von mir verwendeten Saiten fehlen ungefähr 5 mm an der einstellbaren Kompensation - das könnte zwar eben gerade so ausreichen. Unschön bleibt es aber doch.

Zu allem Überfluss sind die Rampamuffen so stramm im Holz, dass ich sie wohl werde ausbohren müssen.

Bei der SG ist mir übrigens das gleiche Malheur unterlaufen. Da habe ich die Rampamuffen neu gesetzt.
LG

Beate

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Re: Primavera ...

#103

Beitrag von Niko1909 » 28.10.2019, 19:41

Du hast mein vollstes Mitgefühl! Erinnere mich an den ersten Gitarrenhals... bei der Laguna war das. Gerade vollendet, alles, ALLES außer den Side-Dots im Binding fertig.... und ich schaffe es die Side-Dots falsch zu bohren. Über viele Stunden hichkonzentriert zu bleiben ist halt nicht ohne. Wenn die Oktavreinheit hinhaut bei Deiner Primavera, lass sie bloß so. Die Decke ist zu schön um da die Bridge zu versetzen!!! Lg, Niko

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Re: Primavera ...

#104

Beitrag von bea » 28.10.2019, 20:13

Die Oktavreinheit haut leider nur fast hin. Ich hab die Federn gekürzt und die Reiter so weit wie möglich zurückgestellt. Auch dann ist die Oktavreinheit nicht perfekt einstellbar. Wenn ich die Stimmung von Quinten und Oktaven i.H. des 5. und 7. Bundes sauber einstelle, also ein wenig ausgleiche, ist der Bass zumindest bis hinauf zum 12. Bund einigermaßen sauber - Akustikbässe weichen gerne mal stärker ab.

Gestern habe ich mal detailliert an meinen beiden anderen Bässen mit dieser Mensur gemessen: wenn sich die Brücke um 6,5mm versetze, sollten die Löcher noch verdeckt sein, und der Einstellbereich sollte eben gerade so ausreichen.

Es eilt also nicht so; ich darf nochmal in mich gehen.

Ich hätte übrigens noch einen passenden Holzrest vom gleichen Brett, furnierstark unregelmäßig dick.
LG

Beate

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Re: Primavera ...

#105

Beitrag von Niko1909 » 29.10.2019, 10:43

Wie wäre es mit einem schicken Inlay zum kaschieren?

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Re: Primavera ...

#106

Beitrag von cabriolet » 29.10.2019, 11:00

Was einiges ausmacht, ist ein kompensierter Sattel, du brauchst dann nicht mehr so viel an der Bridge kompensieren. Vielleicht kannst du so noch den einen oder anderen Millimeter gewinnen.

Gruß
Markus
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Re: Primavera ...

#107

Beitrag von bea » 29.10.2019, 11:31

Der Sattel ist bereits kompensiert. Vermutlich wäre der Bass sonst auch nicht verwendbar.

Zu den Inlays: Falls da was sichtbar würde, würden da irgendwelche Inlays 2-3 mm unter der Brücke hervorstehen. Das sähe merkwürdig aus. Am wenigsten, wenn es angepasstes Holz ist.
Also zuerst prüfe ich nochmal in aller Ruhe, ob es wirklich möglich ist, die Brücke so weit zu versetzen, dass die Stelle bei montierter Brücke unsichtbar ist. Dann wäre das Einsetzen eines passenden Furniers in die Decke ein nette Übung für eine fachgerechte Reparatur.

Die ich wie gesagt "irgendwann" mal machen kann, wenn mir danach ist - das Instrument ist ja spielbar, wenn auch in den hohen Lagen nur eingeschränkt.
Auch mit dem Kaschieren des Fehlers am Halsfuß bin ich noch nicht weiter; ich weiß noch nicht, wie ich an den engen Stellen den Adergraben schneiden kann, ohne noch mehr zu verhunzen. Eine erste Idee funktionierte nicht.

Was ja auch noch aussteht ist die Klangregelung.... das hat Priorität. Das Brummen haben ich glücklicherweise inzwischen so weit reduziert, wie das mit einem SC gehen kann.
LG

Beate

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Re: Primavera ...

#108

Beitrag von Niko1909 » 29.10.2019, 16:42

Ich denke es wäre eine Frage des Inlay-Designs, aber suboptimal wäre es allemal. Ein Stück Decke kriegst Du auch ersetzt. Aber halt nicht unsichtbar... - denke ich.

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Re: Primavera ...

#109

Beitrag von bea » 29.10.2019, 21:05

Natürlich nicht unsichtbar. Aber dann sollte es wenigstens fachmännisch aussehen.
Z.B. wie vom Geigenbauer gemacht.
LG

Beate

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Re: Primavera ...

#110

Beitrag von bea » 11.02.2020, 00:24

So, endlich kann ich mich dazu aufraffen, an meinen Fehler zu arbeiten. Hier mal eine erste Füllung - zunächst mal auf der untere Seite:
Präzision ist auch hier was anderes. Aber wir üben das ...
Was ich auf der Rückseite mache, weiß ich immer noch nicht genau. Vor allem aber habe ich Angst, dass ich da alles endgültig vermurkse. Und so schön, wie der Bass trotz der mangelnden Oktavreinheit klingt, wäre das jammerschade.

Ein weitere dicker Brocken sind die Einschlaghülsen. Die habe ich nur mit Gewalt in das Holz einschrauben können. Herausdrehen dürfte so gut wie unmöglich sein. ...
LG

Beate

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Re: Primavera ...

#111

Beitrag von Drifter » 11.02.2020, 14:30

bea hat geschrieben:
11.02.2020, 00:24
Ein weitere dicker Brocken sind die Einschlaghülsen. Die habe ich nur mit Gewalt in das Holz einschrauben können. Herausdrehen dürfte so gut wie unmöglich sein. ...
Wieso sollten die nicht wieder rauskommen? Solange der Schraubendreher die Länge des Schlitzes hat, muss das gehen.

Wichtig wäre auch noch ein entsprechend großer Griff, eventuell noch eine Möglichkeit, einen Hebel anzusetzen (entweder Loch im Griff oder 6-Kant unterhalb des Griffes für Ring- bzw. Maulschlüssel). Da wäre es von Vorteil, wenn Dir ein zweiter hilft: einer drück den Schraubendreher nach unten und einer dreht. Und wenn das alles nichts hilft, gäbe es noch den Schlagschraubendreher.

Was ist auf der Rückseite eigentlich schief gegangen?

lG

Norbert

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Re: Primavera ...

#112

Beitrag von bea » 11.02.2020, 18:21

Hallo Norbert, ich habe die Hülsen mit nem 13er Gabelschlüssel auf einer kurzen M8-Sechskantschraube eingedreht und durfte dabei Gewalt anwenden.

Bei der Halseinpassung klafft eine Lücke von 1-2 mm. Die wird jetzt nach und nach gefüllt.
LG

Beate

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Re: Primavera ...

#113

Beitrag von bea » 12.02.2020, 16:05

So ganz begeistert bin ich zwar nicht, aber froh, dass die Operation ohne größere Zwischenfälle gelungen ist, bin ich trotzdem. Als nächstes gehts an das Versetzen der Brücke. Und dann ist der Bass endlich reif für eine vollständige Elektronik.
LG

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Re: Primavera ...

#114

Beitrag von bea » 15.02.2020, 01:18

Und wieder narrt mich dieser Bass. Heute wollte ich ihn in meine Firma bringen; der dort stehende Blacky ins in den hohen Lagen zu schlecht zu spielen und als Bass zum Üben in Pausen leider nicht so geeignet. Als ich ihn dort auspackte, war der Hals lose. Die Passung war doch nicht gut genug für eine geleimte Verbindung. Auch hier Fehler beim Einpassen - letztlich finde ich es eher überraschend, dass es überhaupt so lange hielt; ich hatte bereits beim Verleimen Zweifel. Obwohl der Hals so stramm sitzt, dass ich den Korpus anheben kann - dieser "Test" kann also täuschen!

Insgesamt eine ziemlich lehrreiche Erfahrung.
Einen Vorteil hat die Sache:ein paar kleinere Ungenauigkeiten bei der neuen Spaltfüllung, die sich aus Platzmangel nicht vermeiden ließen, kann ich jetzt nochmal verbessern. Und dann wird der Hals mit zwei Schrauben befestigt.
LG

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Re: Primavera ...

#115

Beitrag von kehrdesign » 15.02.2020, 12:00

bea hat geschrieben:
15.02.2020, 01:18
... war der Hals lose.
... bereits beim Verleimen Zweifel. Obwohl der Hals so stramm sitzt, dass ich den Korpus anheben kann ...
Bei geschätzten 50 qcm Leimfläche für mich einfach nicht begreiflich, auch ohne jeglichen Formschluss und hie und da mit deutlichen Spalträumen.
Im übrigen plädiere ich im Zweifelsfall immer für geschraubte Hälse, dann aber konsequent ausgeführt, so dass keinesfalls die Vermutung eines Notnagels für 'ne zweifelhafte Leimverbindung aufkommt.
Verhinderer haben Gründe, Macher Lösungen.
______________________
http://guitars.kehrdesign.de/

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Re: Primavera ...

#116

Beitrag von bea » 15.02.2020, 20:15

kehrdesign hat geschrieben:
15.02.2020, 12:00
Bei geschätzten 50 qcm Leimfläche für mich einfach nicht begreiflich, auch ohne jeglichen Formschluss und hie und da mit deutlichen Spalträumen.

.. die die Leimfläche erheblich verkleinern, insbesondere wenn man Glutenleim verwendet. In Beitrg #71 siehtst Du übrigens die Ungenauigkeiten in der Halstasche; man kann sich sogar fragen, wieso das so lange gehalten hat. Übrigens spielte der Bass bis zum Versagen prima - gute Ansprache, druckvoll. Keine irgendwie gearteten Anzeichen von einer schwachen Verbindung.

Grundsätzlich habe ich jetzt zwei Möglichkeiten:

a) ich verbessere den Formschluss der Verbindung, sprich, der beiden vertikalen Flanken und verleime sie erneut.

b) ich fertige eine saubere Schraubverbindung an.

Framus hatte bei derartigen Halsfüßen grundsätzlich beides verwendet - beim Nashville allerdings eine geleimte Verbindung:

Bild

Das war jetzt das erste Mal, dass ich mich an eine Verleimung dieser Halsfüße getraut hatte. Vorher immer verschraubt und nachher - bei der Sharkfin, versucht, besser zu arbeiten als hier.

b) wäre der offensichtliche und pragmatische Weg. Der steht mir immer offen, ohne dass es Flickschusterei gibt. Also ordentlich. Der Korpus ist nur (ziemlich dünn) geölt - da sind derartige Umabuten auch nachträglich kein Problem

bei a) wäre zu bedenken, dass man realistischerweise nur die beiden vertikalen Flanken als Leimfläche zur Verfügung hat, zumindest, wenn man um einen vorgefertigten Hals herum baut.

Momentan tendiere ich daher zur Schraubverbindung, auch wenn ich mir sicherlich einen Gefallen tue, wenn ich versuche, die Passung noch zu verbessern.
LG

Beate

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