Von der Idee zum Gerät

Das Board für eure Bauberichte!

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Svenson
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Von der Idee zum Gerät

#1

Beitrag von Svenson » 05.10.2018, 20:56

Hallo Leute,

so langsam habe ich alle Bauteile zusammen und starte den eigentlichen Gitarrenbau.
Wichtig war mir, dass meine zukünftige leichter wird und sich besser spielen lässt als meine jetzige (Strato-Typ).
Cooler aussehen sollte sie auch. Da dies mein Erstlingswerk ist werde ich eine Solid-Body Gitarre mit einteiligen Hals und zurückversetzter Kopfplatte bauen.
Gewichtsmäßig wären ja Luftkammern die Wahl, aber das lass ich mal für spätere Bauten. Je länger ich das Holz hier liegen habe umso mehr wird mir klar,
dass ich es lieber so einfach wie möglich angehen werde, dem Erfolgserlebnis wegen.

Ich plane eine küzrere Mensur von 24,75" und 43 mm Sattelbreite.
Ingesamt ist die Bodyskizze 3cm kürzer und 2cm schmäler als die Strato.

Holzauswahl:
Korpus: Limba/ White Korina
Hals: Khaya Mahagoni
Griffb.: Palisander
Mechaniken: Framus,schwarz
Brücke: Stratotyp Kluson, schwarz
Bünde: 22, Medium


Heute habe ich die Halsschablone gefertigt. Das Bodydesign ist noch nicht entgültig. Das obere Horn wird noch etwas länger und der Cutaway an die endgültige Halsschablone angepasst.
Grüße

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Re: Von der Idee zum Gerät

#2

Beitrag von ihminen » 06.10.2018, 08:10

Dann mal gutes Gelingen!

Der hintere Teil des Bodys wäre jetzt nicht mein Fall. Aber am Ende muss sie ja ausschließlich dir gefallen. Die Blackmachine-artige Kopfform gefällt mir allerdings super.

Immer berichten! :-)

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Re: Von der Idee zum Gerät

#3

Beitrag von Svenson » 06.10.2018, 20:07

Danke. Der Hintern äh hintere Teil ist mir auch noch etwas zu kreisrund. Der Bogen mit dem Schnippel wird aber defenitiv so bleiben. Bei der Balckmachine wirkt die Kopfplatte mit den schwebenden Saiten für mich schon zu schmal.

Auch heute flog wieder ordentlich Staub. Die Halsstabnut wurde gefräst:
Fertig
Darf man ja eigentlich keinem zeigen wie ich den Hals zugerichtet habe. Bin mit der Stichsäge ziemlich unerfahren und hab da lieber mal mehr Überstand gelassen. Beim nächsten mal nehm ich auch einen anderen Stift. Den dünnen Bleistift hab ich eher erahnt als gesehen. Mit der Säge hab ich mir danach noch n paar Spiegeleier gebrutzelt.
Ready to Rumble
Dann die Nut anpassen. Hat zugegeben etwas gedauert bis ich geschnallt habe, dass die Nut für die Schraube nicht nur breiter sondern auch tiefer muss.
Passt dann aber

Feierabend. Grüße und bis bald

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Re: Von der Idee zum Gerät

#4

Beitrag von cabriolet » 06.10.2018, 22:53

Svenson hat geschrieben:
06.10.2018, 20:07
Danke. Der Hintern äh hintere Teil ist mir auch noch etwas zu kreisrund. Der Bogen mit dem Schnippel wird aber defenitiv so bleiben. Bei der Balckmachine wirkt die Kopfplatte mit den schwebenden Saiten für mich schon zu schmal.
Die Form der Kopfplatte gefällt mir richtig gut (auch wenn ich Reverse-Kopfplatten nicht mag und sie andersherum bauen würde ;) ), dagegen kann ich mich mit dem Korpus garnicht anfreunden. Irgendwie stimmen da in meinen Augen die Proportionen überhaupt nicht, mMn müsste die Taille deutlich weiter in Richtung Hals (vor allem die obere) und der "Hintern" sollte im Vergleich zum Oberbug deutlich breiter ausfallen. Und da die Kopfplatte eine so gelungene Kombination aus Ecken und Kurven ist, würde ich die Hörner eckiger und/oder spitzer gestalten, auch wenn ich sie eigentlich nicht schlecht finde.
Irgendwie ist es schwer in Worte zu fassen, aber bei deinem Korpus-Entwurf fehlen in meinen Augen jegliche Bezüge zwischen den verwendeten Formen
(think) .

Aber wie ihminen ja schon sagte: Am Ende muss die Gitarre DIR gefallen. Trotzdem ein kleiner Tipp: Leg´deinen Korpus-Entwurf noch mal für ein paar Wochen beiseite ohne ihn anzusehen. Und betrachte ihn dann mit "frischen" Augen, dann fällt nämlich am ehesten auf, wo du nochmal ´ranmusst.

Gruß und viel Spaß beim Bau!
Markus

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Re: Von der Idee zum Gerät

#5

Beitrag von Svenson » 07.10.2018, 13:44

cabriolet hat geschrieben:
06.10.2018, 22:53
Leg´deinen Korpus-Entwurf noch mal für ein paar Wochen beiseite
Und in der Zwischenzeit fang ich nochmal ganz von vorne an... Danke für die Kritiken. Ich hab mir gerade ein Buch dazu bestellt und werd mich nochmal mit Papier eindecken.

Ansonsten hab ich mich eben dem Griffbrett gewidmet und versucht es auf Stärke zu Fräsen. Im Vorfeld ist mir schon aufgefallen, dass die Granitplatte nicht Plan ist :( dabei hatte ich im Baumarkt doch so lange geguckt)
Hab dann eine 6,5 Multiplex an die Aluprofile geklebt und den Spalt bis zur Granitplatte mit Papier aufgefüllt
Dann die Oberfräse mit dem Abplattfräser bestückt. Momentan hat das Gb eine Stärke von7,2 - 7,5.
Ich lass zur Sicherheit ein paar Zehntel überstehen.
Kurzer Zwischenstand:
Nicht vergessen den Staub zu sammeln für etwaige Reperaturen

Und das Endergebnis:

Nachmessen war dann leider etwas ernüchternd:
6,2 am einen und 6,3 am anderen Ende
Denke mal das wird an meiner Fräskonstruktion liegen. Da jetzt nochmal mit der Oberfräse rüber...hmm wer weiß wie es dann aussieht. Würde ich jetzt so lassen und dann später mit dem Radiusschleifklotz anpassen. Was meint ihr? Für n Tipp was man als wirklich plane Fläche nehmen kann wäre ich auch dankbar.

Grüße

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Re: Von der Idee zum Gerät

#6

Beitrag von cabriolet » 07.10.2018, 14:11

Der zehntel Millimeter ist überhaupt nicht schlimm. Gibt sogar Leute, die das korpusseitige Ende bewusst dicker lassen, damit nach dem Radiusschleifen die Griffbrettseiten überall gleich hoch sind.
Es ist viel wichtiger, dass das Griffbrett in sich gerade ist, aber auch das muss es im jetzigen Zustand nicht einmal sein. Wenn du erst am fertigen Hals bundierst, solltest du das Griffbrett nach dem Aufleimen und vor dem Bundieren begradigen; bundierst du am losen Griffbrett, machst du das auch vor´m Bundieren. Ob du das jeweils vor dem Radiusschleifen mit einem planen Schleifklotz machst oder beide Arbeitsgänge gemeinsam mit dem Radiusschleifklotz erledigst, ist Geschmackssache.
Ich persönlich benutze nichtmal einen Radiusschleifklotz und schleife den Radius mit einem planen Klotz. Das bedingt zwar noch mehr Messerei, aber so ist man nicht festgelegt auf einen Radius und kann sogar problemlos einen Compound-Radius aufschleifen.

Gruß
Markus

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Re: Von der Idee zum Gerät

#7

Beitrag von Svenson » 07.10.2018, 15:29

Okay, cool. 8)
Wenn unter dem Begriff Bundieren auch das Schlitzen gemeint ist, werde ich das auf jedenfall vor dem Verleimen machen. Ich versuche mir gerade vorzustellen wie das hinterher gehen soll da man ja keinen 90 grad Winkel mehr hat.
Ich bin mit dem Griffbrett zum Schreiner gegangen und hab ihn mal freundlich gebeten es mir über die Abrichte zu ziehen. Werde erst die Schlitze sägen, dann aufleimen, dann in Form fräsen anschließend den Radius schleifen und dann die Bünde rein.
Bis dahin

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Re: Von der Idee zum Gerät

#8

Beitrag von cabriolet » 07.10.2018, 20:25

Svenson hat geschrieben:
07.10.2018, 15:29
Werde erst die Schlitze sägen, dann aufleimen, dann in Form fräsen anschließend den Radius schleifen und dann die Bünde rein.
Ja, auf jeden Fall erst schlitzen, das wäre auf dem Radius zumindest ohne Sägelade kaum machbar. Aber nach dem Radiusschleifen und in Form fräsen Schlitze auf richtige Tiefe nachsägen nicht vergessen!

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Re: Von der Idee zum Gerät

#9

Beitrag von micha70 » 07.10.2018, 21:18

Svenson hat geschrieben:
07.10.2018, 15:29
Okay, cool. 8)
Wenn unter dem Begriff Bundieren auch das Schlitzen gemeint ist, werde ich das auf jedenfall vor dem Verleimen machen. Ich versuche mir gerade vorzustellen wie das hinterher gehen soll da man ja keinen 90 grad Winkel mehr hat.
Gleich vorweg. Mach das so wie Du beschrieben hast!
Nur um eine Vorstellung zu geben wie so etwas an einem fertigen Hals machbar ist. Hab ich beim meinem Erstling so machen müssen weil ich vor 30 Jahren einfach zu blöd dafür war. Ein One-Piece-Maple Neck. Da ist auch nichts mit aufleimen.
Der Hals war in Form. Erst Radius schleifen. Der Schleifklotz zentriert sich dabei fast von alleine. Den Schleifklotz als Anschlag für die Säge nehmen und auf dem Sägeblatt, auf dem Schleifklotz abgewandten Seite, eine Leiste als Tiefenanschlag kleben. Dann folgt auch der Schlitz dem Radius und man spart sich das nachsägen. Hat aber eine Menge Angstschweiß gekostet.
Viele Grüße
Micha

Ich habe keine eigene Seite. Deswegen klemme ich mir die von meiner Tochter: www.quartetto-paganino.com

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Re: Von der Idee zum Gerät

#10

Beitrag von Svenson » 08.10.2018, 16:44

Hallo Leute,

heute hab ich mich den Bundschlitzen gewidmet. Dazu habe ich einen Winkel als Anschlag vor dem Griffbrett fixiert. Den 2 Winkel nach der Messung ebenfalls kurz fixiert, nochmal nachgemessen und dann mit dem Anreismesser eine Makierung gezogen. Nach dem 4. Bund (129,69 mm) habe ich den vorderen Winkel gelöst und an den zweiten, noch fixierten angelegt.
Theoretisch müsste man damit ziemlich genau sein. Anschließend hab ich es mit dem Lineal nachkontroliert und hab erst geheult, dann gekotzt und dann geflucht. Bamm , so ca. jede 3. Messung deutlich daneben. Schon der 3. Bund haut defentiv nicht hin.

Hier die Messmethode vor dem Anreissen. der 3. Bund liegt bei 100,02 mm
Schön ruhig abgemessen, nachgeprüft , angeritzt und dann das:
Beim Kontrollieren sieht man ganz deutlich das die Makierung noch vor der 100 liegt. Schei***
Den Messschieber habe ich vorher sogar noch vom Kalibrierdienst kalibrieren lassen um sicherugehen, dass der noch stimmt. Das Stahllinieal ist ein Präzisionslinieal mit 0,5 mm Schritten.
Das kann alles nicht sein ...Ich hab gerade kein Plan wo der fehler liegt.....

Boah ey ich muss jetzt erstmal ne runde durch den Wald spaziern. Falls einer einen Denkfehler entdeckt lasst es mich wissen...
Grüße

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Re: Von der Idee zum Gerät

#11

Beitrag von Poldi » 08.10.2018, 16:52

Hast du mal das Stahllineal mit dem Messschieber nachgemessen?
Ansonsten kann eigentlich nur noch ein Ablesefehler oder die addierung mehrere kleinster Ungenauigkeiten der Grund sein

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Re: Von der Idee zum Gerät

#12

Beitrag von cabriolet » 08.10.2018, 17:16

Du hast ja schon selber festgestellt, dass du mit dem Messschieber nur 4 Bünde weit kommst und du dann ab dem 4. neu ansetzen musst. Das ist zwar nicht für den Fehler am 3. Bund verantwortlich, trotzdem solltest du das so nicht machen. Mt dem Verschieben addierst du nämlich mögliche Fehler, messen solltest du immer vom Ausgangspunkt (in deinem Fall der Sattelvorderkante). Am besten also mit deinem Stahllineal.
Aber zu dem eigentlichen Problem: Der Fehler, den du am dritten Bund hast, könnte eventuell vom Reißmesser kommen, wenn du es nicht plan am Winkel anliegen hattest.
Aber das ist jetzt garnicht so schlimm, wenn ich das auf deinem Bild richtig sehe liegst du etwa drei Zehntelmillimeter daneben. Auch wenn es eigentlich heißt, dass du möglichst unter einem Zehntel liegen sollst, ist das in den unteren Bünden aufgrund der größeren Abstände mMn noch im Bereich dessen, was du tolerieren kannst. In den höheren Bünden solltest du dann aber schon genauer werden. Wenn du willst, kannst du aber auch noch korrigieren, ist ja noch nicht gesägt.

Ich messe immer mit einem Lineal und benutze es gleichzeitig auch als Anschlag für das Reißmesser. Das Lineal wird einfach immer weitergeschoben, so dass ich das Maß immer am Sattel ablese und an der Null-Kante vom Lineal ritze.
Und hinterher mehrmals alles nachmessen, man vertut sich da gerne mal irgendwo um einen Millimeter (whistle)

Gruß
Markus

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Re: Von der Idee zum Gerät

#13

Beitrag von cabriolet » 08.10.2018, 17:22

Ach so, was du auf meinem Bild auch noch siehst: Mein Messer ist für diese Art des Anreißens natürlich eigentlich ungeeignet, weil die Schneide mittig und somit etwa 0,2mm rechts vom Anschlag ist. Da das aber bei jedem Schnitt der Fall ist, ist sozusagen alles um eben diese 0,2mm verschoben, ich habe nur eine fehlerhafte Markierung, nämlich die Sattel-Kerbe.

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Re: Von der Idee zum Gerät

#14

Beitrag von Svenson » 08.10.2018, 17:33

Lineal und Messchieber decken sich. Ich hab das jetzt mehrmals wiederholt ( am dritten) und immer das selbe Ergebnis: Die Makierungen überlagern sich, also mit dem Schieber immer das gleiche Maß und mit dem Lineal liegt es daneben. Andere stimmen aber gut überein... ich check das nicht.
Das Messer habe ich natürlich im Winkel und mit der Spiegelseite angesetzt. Das kanns auch nicht sein.
Ich habe bewusst mit 2 Winkeln gearbeitet statt mit dem Lineal da ich wie gesagt glaube so genauer zu sein. Wenn die Fehler nach dem 4. Bund wären könnt ich es mir ja erklären aber so...

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Re: Von der Idee zum Gerät

#15

Beitrag von Poldi » 08.10.2018, 17:55

Dann hat dein Messschieber einen Fehler in dem Bereich. Wahrscheinlich wird die Messuhr in einem kleinen Bereich nicht weiter mitgenommen.

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Re: Von der Idee zum Gerät

#16

Beitrag von penfield » 08.10.2018, 18:58

Erfahrungsgemäß ist das Stahllineal genau genug, zumindest, wenn das Lineal am GB fixiert und dann durchgehend markiert wird.

Wenn Du es für jeden Bund neu anlegst (so sieht es jedenfalls für mich aus), kann du dir bei jedem neuen Ausrichten kleine Fehler einbringen, die sich dann aufaddieren.

Ich habe das immer so gemacht: Lineal genau am Griffbrettende und an der Mittellinie des Griffbretts ausrichten, fixieren (Zwingen), markieren; dann gefühlte 20Mal überrpüfen, danach Lineal weg 8oder an den Rand des GB), mit Winkel bei den Markierungen anritzen (sofern der Rand parallel zur Mittellinie sonst mit Dreieck, was eine Fehlerquelle sein kann), anschließend (oder auch gleich) (an)sägen.
SGmaster, Peacemaster 3P90, Double neck fretless/fretted,
Quickbird, Basslownia, FrameBird, Violin Bass Bausatz.
Sollte an Les Paulownia arbeiten, hat aber den Umbau der Mystery Guitar eingeschoben...

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Re: Von der Idee zum Gerät

#17

Beitrag von Svenson » 08.10.2018, 22:12

Das Lineal hatte ich ja nur zur Endkontrolle nachdem ich die Markierungen gesetzt hatte.
Poldi hat geschrieben:
08.10.2018, 17:55
Dann hat dein Messschieber einen Fehler in dem Bereich. Wahrscheinlich wird die Messuhr in einem kleinen Bereich nicht weiter mitgenommen.
Das wäre ärgerlich, hatte den extra vorher ins labor geschickt. Aber die prüfen nur an 3 Punkten...hmm das wäre ja extrem blöd, dann kann man sich sowas komplett sparen.
Aber auch die einizige Möglichkeit. Nicht das ich mich als fehlerquelle ausschließe..aber an son paar Stellen waren es schon abweichungen die so nicht hätten sein können.

Aber wie gesagt, ich blicks nicht. Z.b. der 18. (406,39mm) u. 19. (418,87mm) Bund stimmen sehr gut.
Hätten sich Fehler eingeschlichen und addiert müssten die weiter hinten umso deutlicher werden. Bund 220, 21 und 22 Stimmen allerdings nicht. Da könnte es aber an der methode mit den Winkeln liegen denn nach dem 19. musste ich nochmal neu anlegen.

Aber danke euch erstmal für die Antworten. Das sind wohl die berühmten Tücken von denen man sich nicht abringen lassen soll.

Bis bald

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Re: Von der Idee zum Gerät

#18

Beitrag von 100WChris » 08.10.2018, 23:12

… solange die Abweichungen im Bereich von so wenigen zehntel Millimeter liegen, ist alles in Ordnung. Das wird eine Gitarre aus Holz und kein Messgerät!

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Re: Von der Idee zum Gerät

#19

Beitrag von Svenson » 08.10.2018, 23:37

Naja das liegt bei manchen leider bei ca 5 Zehntel und mehr. Oben im Bild schön zu sehen der 21. Bund sollte bei 441,75 liegen. Der 20. bei 430,64
Das ist leider zu viel.

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Re: Von der Idee zum Gerät

#20

Beitrag von zappl » 09.10.2018, 02:02

Ich vermute die Ursache liegt auch entweder im Messschieber selbst oder in der Vorgehensweise mit dem "Anstückeln" des Winkels. Meiner Einschätzung nach schleichen sich dadurch schnell ein paar Zehntel Abweichung ein.

Da noch nicht gesägt wurde ist ja außer etwas Zeit noch nix verloren. :)

Also... mein Vorschlag: pack den Messschieber und die beiden Winkel zur Seite und vergiss auch mal die zweite Nachkommastelle komplett, runden auf Zehntel reicht vollkommen.

Wir haben hier einen Toleranzbereich von wahrscheinlich +-0.3mm. Das ist händisch durchaus machbar, realistisch betrachtet ist weniger aber auch nur schwer zu erreichen bzw. ein sehr ambitioniertes Ziel. Beim Ansetzen der Säge entsteht ja wieder eine weitere minimale Abweichung (mal zum guten, mal zum schlechten... ;) ).

Spann dein Stahllineal mit 1.0 bzw. 0.5mm Einteilung so an den Griffbrettrohling an, dass es sich für die nächsten Schritte nicht mehr verschieben kann. Steche die Bundposition leicht mit der Klinge an. Mit guten Lichtverhältnissen (!) lassen sich die Zehntel mit der gegebenen Linealeinteilung ausreichend gut abschätzen. Wenn alle Bundpositionen angepiekst wurden: nochmal kontrollieren und ggf. korrigieren.

Nun kann der Anschlagwinkel wieder hergenommen werden: Klinge jeweils in der angestochenen Markierung positionieren (spürt man ja), erst dann (!) Winkel an die Klinge anlegen und den Bundschlitz über die Griffbrettbreite anreißen.

Mit dieser Vorgehensweise sollte eigentlich alles gut (genug) werden. :)
Gruß, Sebastian
#1 #2 #3 #4

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Re: Von der Idee zum Gerät

#21

Beitrag von Svenson » 09.10.2018, 11:48

Von der Methode bin ich eigentlichr noch überzeugt. Einzige Schwachstelle ist das Andocken der Winkel. Dazu habe ich aber auch vorher tests gemacht. B markiert. A an B gelegt. B entfernt . A markiert und dann geschaut ob der Strich dicker scheint oder gar versetzt. Sah aber immer super aus. 19 Bund scheint ja aufs zehntel zu passen.

Habe mir vom Nachbarn mal n ganz schlichten Schieber geborgt, der obendrauf noch recht neuwertig ist und z.B. nochmal die Griffbrett stärke nachgemessen. Dieser zeigt mir auf beiden Seiten den selben Wert an wohingegen der Uhrschieber n Zehntel differenz zeigt. Nochmal das Labor angerufen und die Bestätigung bekommen das die kalibrierung keine entgültige Aussage auf die gesamte Länge ist.
Der hat seine Dienste wohl getan.

Das ablesen per Augenmaß....uiuiui..ich sach mal...uiuiui.
Das wollte ich eigentlich umgehen.

Wie Verhält sich denn nun dieser Toleranzwert in den oberen Lagen?
Was ich noch hier hab wäre son kleiner Anschlag...
damit ändere ich zwar auch ständig was aber das traue ich mir eher zu als die Klinge so präzise anzusetzen...glaube da hätte ich nach Bund nr.x Kopfschmerzen + kein Bock mehr und würde mir ein vorgeschlitztes besorgen.

Nochmal was anderes : wenn man das GB mit Titebond verklebt sollte man es im ernstfall auch wieder runterbügeln können, oder? (think)

Grüße

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Re: Von der Idee zum Gerät

#22

Beitrag von filzkopf » 09.10.2018, 11:59

Ja kannst runterbügeln, wenn du mit Titebond leimst. Aber ob es sich danach nochmals verwenden lässt ist eine andere Frage.....

Machs einfach so wie zappl beschrieben hat, oder so wie ich es gemacht habe vor ich mir ne Sägelade mit Templates gekauft hab:

Griffbrett 1:1 ausdrucken, auf den Rohling kleben, und dann die Positionen mit einem Skalpell vorritzen. Das hat bei sehr vielen Griffbrettern einwandrei funktioniert! und wenn ich Multi Scale Fretboards verbaue mache ich es immer noch so! ;)
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Re: Von der Idee zum Gerät

#23

Beitrag von hatta » 09.10.2018, 12:13

Ja du kannst es wieder runterbügeln und wenn du vorsichtig und geduldig arbeitest auch wieder verwenden. Woher ich das weis? :lol: Habs bei meiner Ersten so gemacht und die spielt sich einwandfrei :D
Gruß
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Re: Von der Idee zum Gerät

#24

Beitrag von capricky » 09.10.2018, 12:18

Es wäre schon wünschenswert oder beruhigender, wenn das mathematische "Mensurfretabstandsmodel" 1:1 auf das Griffbrett übertragen und geschlitzt werden könnte, ...aber entscheidend ist eigentlich "uff'm Platz" und da sieht die Realität gar nicht mehr so präzise aus. Hier entscheidet nämlich das Ohr, bzw. das (chromatische) Stimmgerät und da wird man selbst bei dem präziesest gesägtem Griffbrett erschütternde Abweichungen in cent messen. Das muss man dann abhängig von Gitarrentyp und Saitenstärke wenigstens am Steg/der Brücke kompensieren und bekommt es noch exakter hin, wenn man den Sattel einbezieht.
Wenn du beim Schlitze anreißen und sägen zwei, drei Zehntel daneben liegst, ist das gar nicht so tragisch. Wichtig ist nur, wie bereits mehrfach erwähnt, dass die Fehler nicht summiert werden, ein Kettenfehler entsteht.

Säge und fürchte dich nicht!

Den Meßschieber würde ich dennoch in der Tonne versenken. Selbst digitale Meßschieber von Aldi brauchen keinen Vergleich mit denen von Mitotoyu fürchten.

capricky

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Re: Von der Idee zum Gerät

#25

Beitrag von Svenson » 09.10.2018, 12:42

Super, dank euch.
Also die Methode so wie zappl beschreibt..respekt..ich seh da nach n paar mal ansetzen überall nurnoch Striche. Und die Kerbe fühlen klappt bei mir auch nicht so wirklich.
Ausdrucken....dafür bräucht ich erstmal ne gute Vorlage bzw. Software und Kenntnise... stelle ich nochmal hinten an.
Ich werds erstmal mit dem kleinen Anschlag riskieren und die Bundlose cbg mal bearbeiten.
Die Option mit dem Bügeleisen nimmt mir einiges an innerer Anspannung ab.

Bis bald
capricky hat geschrieben:
09.10.2018, 12:18


Den Meßschieber würde ich dennoch in der Tonne versenken. Selbst digitale Meßschieber von Aldi brauchen keinen Vergleich mit denen von Mitotoyu fürchten.

capricky

Spricht das jetzt für günstige Messschieber oder digitale? Hab den eben nämlich entsorgt und mir n neuen bestellt...mit Uhr.

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