Les Paulownia

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Re: Les Paulownia

#51

Beitrag von penfield » 17.03.2017, 18:45

Nachdem ich das Ganze 24h im Warmen auspolymerisieren lassen hatte, sah es schon besser aus
Detailaufnahme nach dem Trocknen
Erstes Beschleifen
Nach längerem Schleifen tauchte dann ein Riss im Furnier auf, dachte ich - nach Vergleich der Bilder denke ich aber jetzt, es ist einer der Kratzer, die ich mit dem (etwas zu grobem) 240er Korn am Anfang der Schleifsequenz gemacht hatte und der als letzte große Schleifrille übrig war. Ich habe Superkleber drauf gekippt und habe weitergeschliffen.
Nachdem ich eine ganze Weile geschliffen hatte, sah es so aus
Im Detail sieht man den Riss/Kratzer noch leicht.

Anschließend habe ich noch mit Micromesh gewerkt, bis das Messing wieder geglänzt hat. Der Klarlack wird den Rest erledigen.
Von etwas weiter weg, sieht man allerdings auch jetzt schon nichts mehr von den kleinen Fehlern ;)
Das war’s.
Da es mein allererstes Inlay war, darf ich behaupten, es ist das Schönste, das ich je gemacht habe. 8)
Ging jedenfalls besser als erwartet.

Jetzt kommt noch der Schriftzug und wenn es endlich wieder wärmer ist, kommt der schwierigste Bauabschnitt: Das Lackieren

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Re: Les Paulownia

#52

Beitrag von Poldi » 18.03.2017, 10:05

Sauber. Sieht echt gut aus.

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Re: Les Paulownia

#53

Beitrag von Haddock » 18.03.2017, 15:17

Hallo,
Poldi hat geschrieben:
18.03.2017, 10:05
Sauber. Sieht echt gut aus.
Genau! :)

Gruss
Urs

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Re: Les Paulownia

#54

Beitrag von penfield » 19.03.2017, 14:20

Danke!

Ob Anfängerglück oder ob ich es kann, zeigt dann das nächste Mal... ;)
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Les Paulownia - Die Rückkehr

#55

Beitrag von penfield » 01.05.2018, 20:39

Während der Framebird und der Violin Bass Bausatz Ihres baldigen Zusammenbaues harren, fiel mir das gute alte Les Paulownia Projekt wieder ein.

Mehr als ein Jahr ist vergangen, als ich das oben schrieb. Fertig ist die gute LP noch lange nicht, aber ein bissl was ist im vergangenen Jahr doch weitergegangen. Hier ein kurzes Update.

Letztens - letzten Herbst, um etwas genauer zu sein - habe ich eine Begutachtung durchgeführt und den Holzhärter mit dem ich den Body imprägniert hatte, geschliffen.

Neben weiteren Fehlern, war diese Stelle besonders auffällig
Wie ich damals nur auf die Idee gekommen bin, ausgerechnet dieses Stück Holz zu verwenden... :roll:
Da das Astholz trotz der diversen Härtungsmaßnahmen und Beschichtungen nicht fest war, sondern bröckelte, habe ich es mit einer Klinge ausgeputzt.
Das Loch wurde mit MIPA Transparent Spachtel gefüllt. Das Bild zeigt ein frühes Stadium im Schleifprozess. Inzwischen ist der Bereich völlig glatt und ohne Löcher.

In einer hellen Stunde habe ich meine ursprünglichen Überlegungen, die Poren mit Epoxy oder Spachtel o.ä. zu füllen, aufgegeben.
Da ich, wie weiter oben berichtet, durch Anfälle von Ungeduld und Spontanwahnsinn jede Menge Zeit vertan hatte, wählte ich den bewährten Weg einer ordentlichen PU Grundierung. Hier ein Bild nach dem Auftragen der ersten Schicht.
Am Abend darauf geschliffen und die nächste Schicht aufgetragen.

Weil im Herbst die Bedingungen gut waren, sprich warm und trocken, ging das Lackieren mit dem Pinsel ausgezeichnet.
(Diese positiven Erfahrungen haben mich verleitet, im Winter den Framebird so zu behandeln, was aufgrund der Kälte nicht ganz so reibungslos abgelaufen ist.)

Nach vier Schichten war schon ein wenig Lackaufbau zu sehen
Nach einer Woche und insgesamt 7 Schichten war es dann so weit - die Oberfläche war nach dem Schleifen einmütig matt und nach der Trocknungszeit hätte endlich grundiert und lackiert werden können...
Leider ging damals die Lackiersaison gerade ihrem Ende zu. Aber abgesehen davon waren vor dem Lackieren noch ein paar Kleinigkeiten zu erledigen.
Und jetzt ist schon wieder Mai.
Ob es sich heuer wohl ausgehen wird? (think)
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Re: Les Paulownia

#56

Beitrag von penfield » 18.06.2018, 20:07

Nachdem ich all jene Projekte, die ich viel später begonnen hatte, abschließen konnte, wird es Zeit, dieses längste aller meiner Langzeitprojekte zu einem (hoffentlich) würdigen Ende zu bringen ;)

Nachdem Anfang Mai der Body saniert war, wandte ich mich wieder dem Headstock zu.
Die letztes Jahr begonnene Neugestaltung harrte ihrer Weiterführung. Headstockgestaltung braucht halt manchmal Weile und einige weniger erfolgreiche Versuche habe ich hier ja bereits oben beschrieben.

Das Bild beschreibt die Ausgangssituation, nachdem ich, wie oben erwähnt, den Headstock quasi neu gemacht hatte
Der/das Studio-Trussrodcover ist ein original Gibson-Teil, dessen Qualität keinesfalls mit dem geradezu prohibitiv überhöhten Preis übereinstimmt, wie man am verwischten Aufdruck sehen kann :roll:

Nach einigem Schleifen habe ich schließlich den Schriftzug aufgebracht
Und schnell überlackiert...
Nicht gerade perfekt, aber wenn ich mir meine (nicht vorhandenen) graphischen Anlagen vergegenwärtige, bin ich sehr zufrieden damit 8). Ich habe mich auch sehr bemüht; den Schriftzug habe ich geduldig geübt; ebenso das Schreiben auf der Kopfplatte, was ziemlich mühsam war; Viele Anläufe waren dafür notwendig; Zwischendurch musste ich sogar noch einmal den Headstock lackieren, da das Lösungsmittel zum Abwischen des Lackstiftes den PU Lack angegriffen hat...
Aber die schwere Geburt sieht man dem Ganzen hoffentlich nicht an ;)
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Re: Les Paulownia

#57

Beitrag von Poldi » 19.06.2018, 05:36

Das hast du doch gut hinbekommen, mir gefällt´s.

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Re: Les Paulownia

#58

Beitrag von thoto » 19.06.2018, 12:25

Ich finde es jetzt auch nicht unbedingt schlecht, das kann ich schlechter! :badgrin:

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Re: Les Paulownia

#59

Beitrag von MiLe » 19.06.2018, 13:32

penfield hat geschrieben:
18.06.2018, 20:07
Nicht gerade perfekt, aber wenn ich mir meine (nicht vorhandenen) graphischen Anlagen vergegenwärtige, bin ich sehr zufrieden damit
Da ich mich gerade mit dem Thema Paula mit dieser Art Beschriftung beschäftige: Das muss nochmal neu! (veto)
Bei Gibson sieht die Schrift definitiv grober und hingekrakelter aus. Das muss eher aussehen wie "LeoBaul" - pass gefälligst mal auf! (naughty)
Wenn Du also Wert auf Authentizität legst: Radierer raus und diesmal bitte mit etwas weniger Gefühl! :lol:
Liebe Grüße,
Michael

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Re: Les Paulownia

#60

Beitrag von penfield » 19.06.2018, 17:58

Herzlichsten Dank!

Besser wird es jedenfalls nicht, aber allzu echt soll es auch nicht sein, weil Les Paul ja eigentlich nicht mehr unterschreiben kann, von wegen seines Dahinscheidens und so...wäre eher schwierig zu argumentieren, dass er eigenhändig ... ;)

Übrigens, falls jemand eine "original" Les Paul Signatur braucht, im Moment bin ich gut in Übung... 8)
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Re: Les Paulownia

#61

Beitrag von Titan-Jan » 16.09.2018, 15:07

https://www.gitarrebass.de/stories/inte ... dium=email

Nik Huber baut jetzt auch aus Palownia.... ;-)
Mein aktuelles Projekt:
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Re: Les Paulownia

#62

Beitrag von Titan-Jan » 16.09.2018, 15:07

Ob der hier im Forum mitliest? :-D
Mein aktuelles Projekt:
CNC-Fräse

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Re: Les Paulownia

#63

Beitrag von AsturHero » 16.09.2018, 16:19

der MAnuel vom Nebelheim hat demnächst auch Paulownia im Programm....das muss aber noch ein bisschen bei ihm trocken und vorbereiten für 2-und mehrteilige Bodys....Problem bei Paulownia ist es, da den Bäumen nicht viel Zeit gelassen wird zum wachsen (Plantagenbäume) wird es schwer sein 1-teiliges Paulownia zu bekommen...aber ich bin mal gespannt auf die ersten 2-3 teiler, wenns "reif" ist :D
lg Antonio

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Re: Les Paulownia

#64

Beitrag von AsturHero » 17.09.2018, 20:12

Update: der Manuel wird auch Paulownia Hälse Gitarre & Bass) anbieten...damit kann man ja wirklich an ein Ultralight Projekt nachdenken :D

ein klassischer Body (560 x 360 x 42) wird dann auf ca. 2,2-2,5kg kommen, also der ganze Bodyblock ohne was abzuschnibbeln oder fräsen
lg Antonio

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Re: Les Paulownia

#65

Beitrag von penfield » 24.09.2019, 15:43

Nachdem ich ja nun schon die längste Zeit die Werkstattleichen abarbeite, habe ich auch endlich Zeit gefunden, hier weiter zumachen. Als ich die Ausbesserungsarbeiten an der Mystery Guitar und den Semmelblonden Jazzmasters durchführte, dachte ich spontan an dieses letzte langfristigste aller Langzeitprojekte, das vor vielen Jahren als mein erstes Selbstbauprojekt begonnen hat.

Ehe es ans finale Finish geht, war es leider notwendig, den Body herzurichten. Durch die Verwendung ungenauer Schablonen, Frästechniken und durch die unzähligen Lackierversuche mit anschließender Lackentfernung hatten nämlich Schalterschacht- und eFachdeckelauflagen stark gelitten.
Das Nachfräsen mit ordentlichen Schablonen hat gut funktioniert und behob Probleme mit ausgefransten Rändern und lackverkrusteten Kanten
Nachdem das bereinigt war, konnte es mit dem Finish weitergehen...
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Re: Les Paulownia

#66

Beitrag von penfield » 24.09.2019, 21:58

Also ging es weiter mit einem neuen Anlauf beim Finish.
Wieder einmal geschliffen und abgeklebt
Das Holz und diverse Altlackanteile hatte ich, wie bereits berichtet, mittels mehrerer Schichten PU Lack isoliert. Allerdings hatte der gepinselte PU Lack ein paar Macken, kleine Löcher u Ä, weshalb ich nach meinem damaligen Wissensstand 1K Grundierung zur Beseitigung derselben verwendete. Heute würde ich weiterschleifen bis alles wirklich glatt ist und falls notwendig noch ein paar Schichten 2K Material auftragen, aber wovon ich hier berichte ist schon eine ganze Weile her.
Schleifen/Sprühen/Schleifen/Sprühen…Mit der 1K Nitrokombi Grundierung geht das recht flott…
Hat aber seine Tücken, wie sich noch herausstellen sollte....
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Les Paulownia 2000

#67

Beitrag von penfield » 12.10.2019, 20:49

Es ist kaum zu glauben: in meinem 2000. Post komme ich endlich dazu zu verraten, welche Farbe LesPaulownia, mein allererstes Projekt und immer noch nicht fertiger allererster Komplettbau, haben soll(te) - ein Projekt das sehr lehrreich war und immer noch ist....

Die Farbwahl wurde durch dieses Geräte inspiriert
Vielleicht aber auch durch dieses ...
In einem Anfall von Wagemut habe ich meinen Kompressor gestartet und den (schon länger wartenden) Lack ausgepackt.
Das ist inzwischen doch tatsächlich schon ein paar Jahre her. Aus der digitalen Ferne sieht es nicht schlecht aus und glänzt, aber aus der Nähe war das Anblick nicht so schön. Jede Menge Dreck, dessen Herkunft ich mir nicht erklären konnte, dazu Läufer und Overspray etc.
Dazu kommt, dass man, damit der Metalliclack schön glänzt, diesen vorher auch schön aufgetragen muss; (aber das gilt wohl für jeden Lack). Wenn man ihn zu kräftig oder von zu nahe drauf bläst, gibt das wahrnehmbare Änderungen im metallic Glanzbild. Schwer zu beschreiben, aber ziemlich gut zu erkennen und nicht schön anzuschauen, insbesondere an prominenten Stellen wie dem Top.

Abgesehen davon ist der Metalliclack ein Basislack, der innerhalb einer gewissen Zeit mit Klarlack übersprüht werden muss, was unter den gegebenen Arbeitsbedingungen nicht nur ein ziemlicher Mehraufwand war sondern auch das Risiko die Lackierung zu ruinieren maximierte...
Der Traum vom perfekten, glänzenden Metalllackfinish trieb mich aber weiter an. Das kann ich besser, dachte ich, habe den Lack aushärten lassen und angeschliffen, um noch einmal drüber zu lackieren.
Beim zweiten Mal ging es dann auch tatsächlich viel besser und ich wähnte mich schon am Ziel meiner Bemühungen. Dann ist die Gitarre beim Auftragen der zweiten Schicht Klarlack vom Haken gerutscht und in den Dreck gefallen. Der Aufprall hat den klebrigem Lack mit Dreck imprägniert und ein paar ordentliche Kerben verursacht.

Nachdem ich das halbwegs verdaut hatte, versuchte ich es noch einmal, um die gewonnenen Erfahrungen nicht ungenützt zu lassen. Also noch einmal schleifen und reparieren. Weil der Dreck teilweise so tief saß habe ich dann auch noch durchgeschliffen.

Um weitere Unfälle zu vermeiden bastelte ich eine neue Lackiervorrichtung. Die zusätzliche Lackschicht machte die Oberfläche gleichmäßig glatt weshalb die Ausgangssituation für den nächsten Versuch gut schien. Leider hielt sich diese Ansicht nur bis zur ersten Lackschicht, denn dann zeigte sich, dass sich an den Durchschliffstellen trotz gründlich getrockneter Grundierung der Lack kräuselte.
Ich vermute, dies lag an der Kombination 1K Grundierung und Durchschliff/Schleifrand, die eine Art kommunizierendes Schwamm/Docht System ausbilden, weshalb bei Auftrag von weiterem Lösungsmittel (hier dann beim Überlackieren) das in den tieferen Schichten gespeicherte Lösungmittel kapillar an die Oberfläche gezogen wird und dann im lokalen Überschuss den an der Oberfläche bereits teilweise härtenden Lack kräuselt. Aber das ist nur eine bescheidene Überlegung (auch wenn ich an Schleifrändern im Zusammenhang mit der 1K Grundierung schon vorher Probleme gehabt hatte).

Aus verständlichen Gründen, gab es danach eine längere Pause; und seither verwende ich zur Oberflächenbehandlung auch nur noch 2K Produkte wie Epoxy oder PU Lack, wie gesagt sehr lehrreich das Ganze...
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Re: Les Paulownia

#68

Beitrag von hatta » 13.10.2019, 09:37

Uff, du hast meine vollste Bewunderung für dein Durchhaltevermögen ! Ich hätte da in einem Tobsuchtsanfall die komplette Gitarre geschreddert

(respekt) (respekt)
Gruß
Harald

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Re: Les Paulownia

#69

Beitrag von Poldi » 13.10.2019, 10:07

hatta hat geschrieben:
13.10.2019, 09:37
Uff, du hast meine vollste Bewunderung für dein Durchhaltevermögen ! Ich hätte da in einem Tobsuchtsanfall die komplette Gitarre geschreddert

(respekt) (respekt)
Dito. (respekt)

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Re: Les Paulownia

#70

Beitrag von penfield » 13.10.2019, 14:23

Hätte sie wahrscheinlich geschreddert, wenn es nicht die Erste gewesen wäre - die Erste mit allen damit einhergehenden Vorstellungen, Visionen, Sehnsüchten und Wünschen. Zur Rechtfertigung meines Handelns und meiner Entscheidungen kann ich nur vorbringen: Es war meine Erste. Wie gesagt, vom Ansatz her etwas naiv, aber letztendlich auch sehr lehrreich; inzwischen kann ich darüber aber auch schon wieder lachen :D .
Und jetzt würde ich es (hoffentlich) besser machen... 8)
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Re: Les Paulownia

#71

Beitrag von Drifter » 16.10.2019, 07:12

@penfield

Ich geh normalerweise in den Baumarkt mit dem Biber, der gleich bei mir um die Ecke ist. War früher Baumax, seit der Pleite und der Umstellung bin ich weniger zufrieden. Gestern hatte ich Zeit und wollte mir Oberfräsen ansehen, und bin in die Filiale bei der Westausfahrt gewesen. Und war dort mal geplättet: die haben doch glatt Dein Holz! Und nicht nur das: Schwartlinge aus Wildkirsche, Eiche, Erle und Esche. Zwar nur 19 mm, aber immerhin.

Jetzt zu meiner eigentlichen Frage: da ich den direkten Vergleich zwischen den verschiedenen Holzsorten hatte ist mir aufgefallen, dass Paulownia doch ziemlich weich ist. Ein Fingernagel hinterlässt ganz schnell Spuren. Hat sich das bei der "Nachbehandlung" (Poren füllen, lackieren, etc.) dann verbessert oder bleibt das Holz dann weiter sensibel? Wie ist das bei den Zargen, sind die noch weicher? Ich nehme an, dass der Hals sich nicht mehr vertwistet, oder lieg ich da falsch?

lg

Norbert

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Re: Les Paulownia

#72

Beitrag von penfield » 16.10.2019, 21:24

Drifter hat geschrieben:
16.10.2019, 07:12
@penfield

Ich geh normalerweise in den Baumarkt mit dem Biber, der gleich bei mir um die Ecke ist. War früher Baumax, seit der Pleite und der Umstellung bin ich weniger zufrieden. Gestern hatte ich Zeit und wollte mir Oberfräsen ansehen, und bin in die Filiale bei der Westausfahrt gewesen. Und war dort mal geplättet: die haben doch glatt Dein Holz! Und nicht nur das: Schwartlinge aus Wildkirsche, Eiche, Erle und Esche. Zwar nur 19 mm, aber immerhin.

Jetzt zu meiner eigentlichen Frage: da ich den direkten Vergleich zwischen den verschiedenen Holzsorten hatte ist mir aufgefallen, dass Paulownia doch ziemlich weich ist. Ein Fingernagel hinterlässt ganz schnell Spuren. Hat sich das bei der "Nachbehandlung" (Poren füllen, lackieren, etc.) dann verbessert oder bleibt das Holz dann weiter sensibel? Wie ist das bei den Zargen, sind die noch weicher? Ich nehme an, dass der Hals sich nicht mehr vertwistet, oder lieg ich da falsch?

lg

Norbert
Die Paulownia Leimholz Platten gibt es so weit ich weiß in jedem Baumarkt in Wien und Umgebung.
Schien mir als ich anfing das einzig halbwegs trockene und gerade Holz im Baumarkt zu sein; weil ich es auch als sehr robustes Regalbodenholz kannte, habe ich es damit probiert. Wenn man im Baumarkt die Bretter durchschaut, bekommt man durchaus schöne Platten. Nicht zu vergessen, es gibt davon auch Balken und Leisten (Als Regalstaffeln verkauft), die ich für Hälse verwendet habe.

Paulownia ist ein sehr offenporiges Holz und, wie du richtig schreibst, sehr weich und nicht fingernagelfest.
Andererseits ist es sehr leicht und unglaublich stabil auch in Sachen Verwindung. Der Hals von LP und auch die anderen, die ich aus Paulownia gemacht habe, inklusive dem 5 saitigen Bass, sind jetzt, also nach Jahren, allesamt ordentlich gerade; keinerlei Verwindungen daran zu bemerken.

Wie sich Paulownia als Zarge macht, kann ich nicht aus persönlicher Erfahrung sagen, aber ich habe im Internet Konzertgitarren komplett aus Paulownia gefunden. Die Leimholzplatten vom Baumarkt scheinen mir zwar nicht die beste Basis für Zargen, aber wenn man eine gute Platte erwischt, könnte es schon auch damit gehen Zargen herzustellen. Ich schätze, man kann Paulownia gut biegen, habe dazu aber keinerlei Erfahrungen.

Die Oberflächenbehandlung ist notwendig. Sie entspricht im Wesentlichen der Behandlung von anderen offenporigen Hölzern, wie zB Erle oder Sumpfesche. Die sehr offene Porenstruktur und die oft inhomogenen nicht aus den besten Stücke geleimten Leimhozlplatten stellen dabei durchaus eine Herausforderung dar.

Eine einfache und bewährte Methode scheint die großzügige Behandlung mit Kunstharz, wie zB Epoxy, bis eine homogene Schicht erreicht ist.
Alternativ ist es natürlich auch möglich zu beizen und mit Klarlack zu füllen, allerdings sollte man da vorher eine Sperrschicht auftragen, zB dünnflüssiger 2K Lack oder Schellack. Alles schon probiert und funktioniert. Hart wie Panzerstahl wird die Oberfläche dadurch natürlich nicht, aber mit dem richtigen Lack darauf ist die Anfälligkeit deutlich reduziert.

Andererseits können Gitarren aus härteren Hölzern ebenfalls Schaden nehmen, wenn man sie der Schwerkraft überantwortet und ihr Fall recht abrupt von den Füßen eines Mikroständers gestoppt wird. Beides schon beobachtet. Das Paulowniastromruder hatte eine seichte Delle, das Ahorntop einen argen Lackschaden. Man kann sich fragen, womit man eher umgehen kann 8)

Das einzige echte Problem scheint mir, dass man in Europa offenbar nur diese Leimholzplatten bekommt, in anderer Form habe ich noch keine Paulowniaangebote gefunden.
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Re: Les Paulownia

#73

Beitrag von Drifter » 16.10.2019, 21:56

Vielen Dank für die Einschätzung.

Für mich war es tatsächlich das erste mal, Hartholz in einen Baumarkt zu sehen, v.a. dann noch die anderen Sorten.

lG

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Re: Les Paulownia

#74

Beitrag von hatta » 16.10.2019, 22:03

Der letzte Newsletter sagt mir, dass auch Espen.de jetzt auf Paulownia gekommen ist und anscheinend die Bestände vergrößert.
Reingeschaut hab ich noch nicht obs da schon was im online shop gibt.

Zur oberflächenbehandlung: wie wärs denn einen Holzhärter einzusetzen? Sollte soch funktuonieren um das Holz etwas stabiler/widerstandsfähiger zu machen. Oder mit sehr dünnflüssigem Sekundenkleber tränken vor dem nachfolgenden Lackieren. Irgendwo auf Youtube hat das mal einer damonstriert, das video kann ich aber seit einiger zeit nichtmehr finden :(
Gruß
Harald

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Re: Les Paulownia

#75

Beitrag von zappl » 16.10.2019, 22:25

Paulownia ist voll im kommen. @penfield hat ja hier auch lange genug dafür geworben. 8) Sandberg z.B. baut aktuell Bässe aus Paulownia, bei anderen habe ich auch davon gelesen. Die Namen möchten mir aber gerade nicht mehr einfallen.

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