Welchen Hals-Tonabnehmer findet ihr gut ?

Wie baue ich mir eine elektrische Gitarre?

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Rocky
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Re: Welchen Hals-Tonabnehmer findet ihr gut ?

#26

Beitrag von Rocky » 13.05.2018, 14:19

Ja 5mm bei ungegriffener Saite....

Komischerweise kam das schnarren bezw. eher schebern, erst als ich die Saiten tauschte, vorher war das nicht der Fall, vielleicht liegt es aber auch daran das ich vorher Ernie-Ball, drauf hatte und nun Pyramid ?, denn Ernie Ball haben ja mehr Spannung, und es schebert nur im 7,9, und 12 Bund, und nur auf der A und tiefen E-Saite, ( ganz stark am 9. Bund und auch am 12 extrem), alle anderen Bünde klingen normal.....

Und ich weis auch gar nicht wie ich da genau vorgehe ? Wie stelle ich das ein ? Muss ich da zuerst den Halsstab einstellen ? Aber wo bei der PRS ? oder muss ich da bei der Brücke etwas einstellen ? Ich bräuchte halt Infos ? wie man das bei meiner PRS richtig einstellt ? wie man da vorgeht ?

Viele Grüße
Rocky

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Re: Welchen Hals-Tonabnehmer findet ihr gut ?

#27

Beitrag von AsturHero » 13.05.2018, 14:50

Eine kleine Frage an dich Rocky:
ist Thomann ein caritativer Verein oder einer der größten Musikalienhändler in Europa?

NAtürlich klingen Pickups unterschiedlich, aber auch ein Thomann schönt die Musikfiles und die werden wahrlich kein wissenschaftliches Test- Setting auffahren bei deren Tests/Hörbeispielen..
denn unter dem Strich möchte Thomann natürlich so viel es geht verkaufen und das geht halt eben nur über vollmundige Werbung

aber bei Pcikups ist es sehr sehr unterschiedlich, auch innerhalb einer Serie....
NAtürlich ist ein Handgewickelter Edel-Marke-Pickup was feines und er wird auch wahrscheinlich gut sein in der Regel...
aber...
es gibt auch China-Pickups für 4,95 € die nicht selten namhafte Fender Custom Shop Singlecoils an die Wand spielen ;)

Bei Pickups kann man generell nicht die QUalität/Klangeigenschaften nur am Namen/Preis/Artist Edition etc. festmachen...

Da hilft tatsächlich nur vergleichen, ausprobieren, welcher für einen der beste/richtige ist für SEINEN EIGENEN persönlichen Geschmack...

Vieles in der Gitarrenwelt besteht aus Mythos, Wunschglauben und vor allem Voodoo... und der psychologische Effekt: ein Brian MAy Special Edition handwounded Pickup MUSS einfach besser klingen als ein 5 € Pickup...man hört dann mit den Augen und dem Portemonnaie ;)

Noch ein Beispiel:
Warwick hat in seinen Rockbass STreamer "VINTAGE" Humbucker von MEC, Listenpreis von 144,60€ das Stück... und das sind mit Abstands die schlechtesten und schwächsten Pickups die ich je hatte...und da sind sich Bassspieler auf der ganzen Welt einig, das diese "MArken"-Pickup der letzte Dreck ist ;)
lg Antonio

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Re: Welchen Hals-Tonabnehmer findet ihr gut ?

#28

Beitrag von Rocky » 13.05.2018, 15:09

Mag alles sein, denoch kann man ja unterschiede bei Thomann hören, und damit meine ich jetzt keine Qualitätsunterschiede, sondern nur klangliche und bei gleichwertigen Pickups, was soll Thomann das schönigen ?, das ist ja dann nur eine Frage des Geschmacks......

Aber ich gebe dir recht, selbst ausprobieren, wäre das beste, nur funktioniert das leider nicht, denn die meisten Humbucker die es zum kaufen gibt, sind noch nicht mal in eine serienmäßigen Gitarre gebaut..... also ausprobieren geht leider nicht wirklich......

Viele Grüße
Rocky

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Re: Welchen Hals-Tonabnehmer findet ihr gut ?

#29

Beitrag von MiLe » 13.05.2018, 15:13

..und jetzt weisst Du auch, warum sich Pickups verkaufen wie geschnitten Brot und dehalb kaum ein Gitarrist wirklich besser klingt :badgrin:
Vielleicht liest Du Dir die Posts weiter oben nochmal durch, da steht eigentlich erst mal alles drin. Wenn Du unbedingt als allererstes Geld ausgeben willst - bitteschön ;)
Liebe Grüße,
Michael

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#30

Beitrag von AsturHero » 13.05.2018, 15:36

natürlich geht ausprobieren:
Variante a) kaufen, testen für gut oder schlecht befinden, wenn Händler zurück nimmt wieder retour
VAriante b) Wenn Verkäufer eingebauten Pickup nicht zurück nimmt, mit Wertverlust verkaufen und neue testen

Kleiner Tip:
MAnche Anbieter nehmen keine Pickups zurück, wo man Lötspuren sieht, also zum testen dann nur mit kleinen Kabelverbindern zusammenpfriemeln

Für manche Gitarristen ist die Suche nach DEM Pickup auch nach Jahren so etwas wie der heilige Gral ;)

und nochwas witziges von Bassspielern:
es gibt Pickups die klingen SOlo gespielt unglaublich toll, facettenreich, phänomenal..aber im Bandkontext gehen die unter bzw. ist nix mehr von deren Besondertheit mehr im Bandgefüge hörbar.
lg Antonio

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Re: Welchen Hals-Tonabnehmer findet ihr gut ?

#31

Beitrag von Rocky » 13.05.2018, 15:40

Also ganz ehrlich ich habe ja selbst auch schon einige Gitarren ausprobiert mit unterschiedlichen Pickups, ich fand dann schon Unterschiede, und zwar deutliche, das dies nur alles Marketing und lug und trug ist, dieser Meinung kann ich nicht zustimmen, natürlich können auch billige Tonabnehmer gut klingen, das Gegenteil habe ich ja nicht behauptet, aber ein Unterschied zwischen den Tonabnehmer ist schon da, z.B. ein Di Marzio IBZ und ein Di-Marzio Tone-Zone klingen anders, das weis ich aus Erfahrung, und auch die Humbucker meiner PRS haben einen ganz anderen klang, natürlich liegt es auch noch am Holz ect....aber zu behaupten alles würde man sich selbst klanglich einbilden, da man ein Opfer von Marketing ist, dem kann ich nicht zustimmen sorry..... denn mir ist die Firma Seymour Duncan oder Di-Marzio ziemlich gleich, ich halte sowieso nichts von US-Firmen, aber ich orientiere mich halt am Klang und die Hersteller bauen halt gute Pickups.....

Viele Grüße
Rocky

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#32

Beitrag von Rocky » 13.05.2018, 15:46

AsturHero hat geschrieben:
13.05.2018, 15:36
natürlich geht ausprobieren:
Variante a) kaufen, testen für gut oder schlecht befinden, wenn Händler zurück nimmt wieder retour
VAriante b) Wenn Verkäufer eingebauten Pickup nicht zurück nimmt, mit Wertverlust verkaufen und neue testen

Kleiner Tip:
MAnche Anbieter nehmen keine Pickups zurück, wo man Lötspuren sieht, also zum testen dann nur mit kleinen Kabelverbindern zusammenpfriemeln

Für manche Gitarristen ist die Suche nach DEM Pickup auch nach Jahren so etwas wie der heilige Gral ;)

und nochwas witziges von Bassspielern:
es gibt Pickups die klingen SOlo gespielt unglaublich toll, facettenreich, phänomenal..aber im Bandkontext gehen die unter bzw. ist nix mehr von deren Besondertheit mehr im Bandgefüge hörbar.
Ich lasse aber Pickups einbauen, selbst traue ich mich da nicht dran, und das kostet, also kann ich die Variante vergessen..... alles nicht so einfach, letztenendes ist das dann immer ein Glücksspiel einen Humbucker zu finden, der einem super gut gefällt.....ich meine bei der Brücke weis ich es Di-Marzio-Tone Zone, den habe ich selbst probiert und fand ihn klasse, aber am Hals fehlt mir die Vergleichsmöglichkeit ?, denn da haben die meisten Gitarren serienmäßig Humbucker verbaut, die ich als zu langweilig empfinde.....bezw. die nicht das wiedergeben was ich mir wünschen würde.....

Viele Grüße
Rocky

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Re: Welchen Hals-Tonabnehmer findet ihr gut ?

#33

Beitrag von AsturHero » 13.05.2018, 15:48

Hier hat keiner gesagt, das es keine Unterschiede gibt ;) aber die Unterschiede fallen bei weitem nicht so auf, bzw. sind nicht so ausgeprägt, als wie es in den Marketing-Sprüchen/Eigenschaften dir verkauft werden will...

Ein Pickup hat nicht unendlich viele Stellschrauben, die man drehen kann um den Sound genau zu formen, da es auch noch auf die Saiten ankommt, das Saitenmaterial, der Spieler, die Gitarre, die Bodentreter, der Amp, die Boxen etc. p.p.
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Re: Welchen Hals-Tonabnehmer findet ihr gut ?

#34

Beitrag von AsturHero » 13.05.2018, 15:51

Pickups einbauen ist keine Hexerei und auch keine Geheimwissenschaft. Das kann man mit dem 5€ Lötkolben von Obi und Co auch bewerkstelligen...i.d.r. sind das 2-4 KAbel die es gilt anzulöten und auch bei solchen Dingen können wir dir Schritt für Schritt helfen
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#35

Beitrag von Rocky » 13.05.2018, 16:46

Mir ist ja klar, das ein Pickup, nur ein Teil ist, in dem ganzem Soundspektum, das weis ich ja.....

Nein Pickup einbauen ist nicht meins, das überlasse ich lieber jemanden der sich da besser auskennt, zudem wäre ich schon erstmal dankbar, wenn ich wüsste wie ich bei meiner PRS die Saitenlage richtig einstelle ? bezw. den Hals richtig einstelle ? So das, das schebern weg ist ? Aber ans Innenleben gehe ich nicht selbst, da steht zu viel Geld auf dem Spiel.....und wenn dann muss man so etwas praktisch beigebracht bekommen und nicht theoretisch aus der Ferne.....

Viele Grüße
Rocky

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#36

Beitrag von MiLe » 13.05.2018, 17:49

Dann überlass den Hals bitte auch jemandem, der sich auskennt, da steht kostenmäßig viel mehr auf dem Spiel als beim Pickup-Tausch.
Ansonsten geb' ich auf, da Du unsere Hinwesie anscheinend komplett ignorierst.
btw: Wo ist hier der smiley mit der weissen Fahne? :D
Liebe Grüße,
Michael

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Re: Welchen Hals-Tonabnehmer findet ihr gut ?

#37

Beitrag von AsturHero » 13.05.2018, 18:37

Rocky hat geschrieben:
13.05.2018, 16:46
....und wenn dann muss man so etwas praktisch beigebracht bekommen und nicht theoretisch aus der Ferne.....

Viele Grüße
Rocky
puh...egal was man sagt, blockst du ab ;) nich einfach...das meiste hier was wir hier im Gitarrenbau gelernt haben, ist learning by doing unter Forenanleitung..die Tipps hier sind nicht theoretisch, sondern beruhen z.T. auf jahrzehnte langer Erfahrung...

Thema löten:
es gibt mit Sicherheit in deinem Haushalt ein elekrisches/elektronisches Gerät welches kaputt ist..an sowas zB. lässt sich ohne Scheu und Angst das Entlöten und löten prima üben und erlernen, da das Teil eh schon kaputt ist ;) kaputter hgehts nimmer.. d.h. nach ein paar mal Üben, kannst du löten wie im Schlaf, daher ist ein Pickup kein Problem ;) auch die Elektrik in einer Gitarre ist im Regelfall recht simpel..auch diese Dinge lasse sich ohne ein Elektrostudium erlernen, besonders in diesem Bereich ist es schön, Erfahrung zu sammeln und selber eine Schaltung oder eine Reparatur durch zu führen

Thema Halseinstellung / Saitenlage/ Bridgeeinstellung
NAch deinen Schilderungen zu urteilen bist du damit schopn überfordert, bzw. traust dich nicht ran...wie Michael schon sagte: den HAls kaputt machen wegen überdrehtem HAlsstab ist weitaus kostspieliger als ein Pickup und Co....

Auch da hast du 2 Möglichkeiten (neben dem als zum Gitarrenladen/Bauer zu rennen)
Variante 1)
du kaufst die bei Kleinanzeigen und Co. eine abgerockte Billiggitarre.. die gehen so für ca. 30-50 Euronen über den Tisch...
an diesem Billigteil kannst du drehen/schleifen/einstellen probieren bis du schwarz wirst und wenn dann was kaputt geht, ist es geldmäßig zu verschmerzen ausserdem kannst du das später auch selber bei deinen hochwertigen Gitarren

VAriante 2)
es gibt viele Gitarrenläden/Gitarrenbauer etc. die solche Einstellbasics auch als Kurse anbieten, die sind zwar nicht günstig, aber dann hättest du das Problem, welches du angesprochen hast bzgl. das dir das jemand zeigen/beibringen muss gelöst ;)

VAriante 2b)
in heutigen Zeiten von Youtube und Co. gibt es nichts, aber auch gar nichts, was es nicht in irgenteiner Form als Tutorial gibt..auch dieses anschauen hilft einen Zusammenhänge zu verstehen und gewisse Dinge an Instrumenten selber zu lernen und auszuführen
lg Antonio

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Re: Welchen Hals-Tonabnehmer findet ihr gut ?

#38

Beitrag von Rocky » 13.05.2018, 19:42

Danke für die Tipps, natürlich kann man alles lernen, wie du schreibst, nur gibt es eben Dinge die liegen mir nicht, und das ist alles in Richtung Elektronik löten mit Kabel ect.... in erster Linie will ich nur spielen und nicht daran rumtüfteln, auch wenn das Forum hier natürlich zum bauen gedacht ist, ganz klar......aber ich werde mir das mal überlegen ?

Viele Grüße
Rocky

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Re: Welchen Hals-Tonabnehmer findet ihr gut ?

#39

Beitrag von bussela » 14.05.2018, 14:22

Laß es mich mal mit einem vielleicht unerwarteten Vergleich erklären:
Was glaubst Du, muß der Pilot machen, damit ein Flugzeug steigt? Und was muß er tun, um die Geschwindigkeit des Flugzeugs zu steuern? Das Höhenruder betätigen oder den Schub erhöhen?
Überraschung: Es ist genau umgekehrt, wie die meisten vielleicht denken. Die Flughöhe wird über den Schub gesteuert, die Geschwindigkeit mittels Höhenruder. Exkurs Ende.

Was will ich damit sagen? Ganz einfach: Die technischen Daten eines Tonabnehmers sind nicht unbedingt das, was Du denkst.

Der Output sagt nichts über die Eignung des Pickups für den gewünschten Grad der Verzerrung aus. Laut bzw. verzerrt macht nämlich der Verstärker und nicht der PU. Und wie das dann (speziell verzerrt) klingt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, u.a. vom Output. Der Output hat folgerichtig also eher Einfluß auf den Klang als auf den erreichbaren Grad der Verzerrung.

Nachdem ich das verinnerlicht hatte, und vor allem nachdem der Onkel Ursache und Wirkung des Matschens plausibel erklärt hat, hab ich selbst den Versuch gemacht, und in meine "Heavy-Metal-Starkverzerrungs-Gitarre" den eher zurückhaltenden Duesenberg Grand Vintage eingebaut und war noch nie so glücklich mit meinem (Dieter Dierks Ära-)Scorpions- und Accept-Sound.

Für den Hals kann ich dir leider dennoch keine sinnvolle Empfehlung geben, da ich Humbucker in der Halsposition meide, wie der Teufel das Weihwasser. Für mich gehört mit nem Single Coil soliert, weil ich persönlich mit Einspulern vielfältigere Klangfarben zu erzeugen vermag. In meiner Metalklampfe erfüllt der Duesenberg Domino meine Ansprüche (inkl. des bauartbedingten Brumms bei einem tacet).
Liebe Grüße
Rüdiger


"Blues players don't mess around with the guitar, they hit the bloody thing." (Rory Gallagher)
…m;les to go before I sleep…
Für Eile hab ich keine Zeit.

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Re: Welchen Hals-Tonabnehmer findet ihr gut ?

#40

Beitrag von thoto » 17.05.2018, 14:58

Also ich kann mal eine persönliche Geschichte erzählen:
Ich habe jahrzehntelang(!) an meinem Gitarrensound geschraubt. Ich habe diverse Gitarren mit einigen Amps probiert. Es klang nicht so, wie ich wollte. Ich habe Pickups getauscht (weil ich auch mal dachte, der Sound wird davon maßgeblich bestimmt). Es klang immer noch nicht. Ich habe andere Saiten probiert, aber das hat nur wenig am Klang geändert.
Ich habe mir Effektgeräte gekauft, aber es nützte nichts. Ich habe mir Artikel reingezogen, wie meine Vorbildmusiker ihre Amps einstellen. Da stand meist nur sowas wie: "Ach, ich drehe ein bisschen an den Knöpfen bis es gut klingt..." Habe ich probiert, es war grauenhaft.
Ich habe tonnenweise Tutorials gelesen, welches Instrument welche Frequenzen belegen sollte und wie ich meine Gitarre in diesen Bereich kriege. Nichts.

Irgendwann habe ich aufgegeben.

Aber eines Tages bin ich in diesem Forum hier eingestiegen und habe mich zum ersten Mal WIRKLICH mit der Materie beschäftigt. Und nach und nach habe ich verstanden, wie die Dinge ungefähr zusammenhängen.

Heute habe ich meinen Wunschsound im Proberaum, meine Stimme versagt nicht mehr nach jeder Probe, weil jeder jeden klar hören kann und es ist soo entspannden.

Was habe ich geändert?
Zum einen habe ich meine ganzen Vorurteile und den ganzen Werbemist aus dem Kopf rausgeworfen.
Zum anderen habe ich mein altes Multi-Effektgerät für 80 EUR reaktiviert und vor den Amp geschaltet und auf die Amp-interne Zerre verzichtet. Und auf einmal ging die Sonne auf! Ein bisschen Finetuning noch und alles ist gut.

Was ich sagen will: Wenn du vorankommen willst und so wenig Geld wie möglich ausgeben willst, musst du dich mit dem ganzen Mist beschäftigen! Es führt kein Weg drum herum, es sei denn, du hast viel viel Geld und kaufst einfach alles, was die Hersteller anpreisen.
Aber auch dann brauchst du viel länger, alle Kombinationen durchzuprobieren, als wenn du 1 Jahr inverstierst und dir die Materie aneignest.
In jeden beruf ist es nicht anders. Die Grundlagen raufschaffe und dann Erfahrungen sammeln.

Und Löten lernen ist da wirklich nur ein mikroskopischer Teil. Ich denke auch nicht, dass dir das nicht liegt, sondern, du hast einfach zu wenig Wissen darüber, was in deiner Gitarre passiert.

Wenn du allerdings (wie du schriebst) einfach nur spielen willst, dann mach das. Aber auf deine Eingangsfrage wirst du so hier keine für dich zufriedenstellende Antwort finden, denn jeder hört anders und spielt andere Musik und hat eine andere Spiel-Technik und andere Saiten und und und.

Ich kann dir jedenfalls nur raten, dich inensiv mit deiner Gitarre und der ganzen Sound-Kette auseinanderzusetzen, es lohnt sich unbedingt und spart am Ende RICHTIG viel Geld, weil du nicht so wahllos kaufen musst.

Viel Erfolg!
Thoto
Aktuelles Projekt: viewtopic.php?p=116032

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Re: Welchen Hals-Tonabnehmer findet ihr gut ?

#41

Beitrag von Delayar » 21.05.2018, 13:50

Hi!
Um mal das Missverständnis mit dem Sustain aufzuklären: Mit Sustain im eingentlichen Sinn ist gemeint, wie lange eine angeschlagene Saite schwingt und damit einen Klang erzeugt. Das hat mal gar nichts mit dem Pickup zu tun, sondern nur damit, wie die Gitarre konstruiert ist. (und natürlich auch, wie stark die Saite angeschlagen wird. Ein Pickup hat hier höchstens durch ein zu starkes Magnetfeld einen negativen Einfluss auf das Sustain. (Das Magnetfeld "bremst" die Saite.)

Das was du meinst ist der gehörte Sustain bei hoher Verzerrung, was aber eigentlich eine Kompression des Signals im Verstärker ist. Dabei wird auch noch in der Ausklingphase der Ton so stark verstärkt, dass er deutlich hörbar bleibt. Und natürlich haben Pickups mit höherem Output auch noch in der Ausklingphase einen höheren Output, d.h. bei starker Verzerrung tritt hier auch noch Verstärkung und kompression auf. Dieser längere Sustain ist also eine direkte Folge des Outputs, und hängt auch nur damit (bzw. der nachfolgenden Signalkette) zusammen, und ist keine separate Eigenschaft eines Pickups.

Und ja, der Asbtand des PUs zur Saite hat eine direkte Auswirkung auf den effektiven Output eines Tonabnehmers. Je näher die Saite beim Tonabnehmer, desto höher der Output. Auf der anderen Seite nimmt aber die dämpfende wirkung des Magnetfeldes auf die Saite zu, je näher der Pickup an der Saite ist. Daher spricht man auch von einem "Sweet Spot" bei der Höhenjustage des Tonabnehmers, der nämlich genau dort ist, wo der Output möglichst hoch ist, aber die dämpfende Wirkung des Magnetfeldes möglichst gering. Das kann man einfach durch ausprobieren (mit nicht zuviel Zerre) herausfinden.

Und ja, technisch korrekt klingen PUs nicht, den sie erzeugen keinen Klang. Sie nehmen einen Klang der Saite auf und wandeln ihn in elektrische Signale um, und können ihn dadurch, welche frequenzen sie wie stark wiedergeben, färben. Umgangssprachlich spricht man dann vom Klang eines Pickups, was aber eben technisch falsch ist.

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#42

Beitrag von MiLe » 21.05.2018, 14:21

Der Zusammenhang mit Output und "Sustain" stimmt aber auch nur, solange man weniger Output eines Pickups nicht durch mehr Gain am Amp oder der Tretmine vornedran ausgleicht. Was früher wohl nicht ganz so einfach war, heute aber wohl nur selten ein Problem darstellt ;) Aber bei gleicher Amp-Einstellung stimmt das natürlich.
Ich habe bei meinen letzten Eigenbauten auch immer noch eine Maximierung des Outputs bei gesetzten anderen Faktoren (Resonanzfrequenz/Güte) im Auge gehabt, obwohl das ja eigentlich Käse ist. Aber jahrzehntelange Konditionierung wirken halt nach ;)
Liebe Grüße,
Michael

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#43

Beitrag von AsturHero » 21.05.2018, 14:26

..darum juckt es mich auch nnicht, das meine Lipsticks "nur" 4,2 kOhm haben...weil danach kommt eh noch ein Röhren-Vorverstärker und der Amp hat ja auch nochmals Gain zur Not ;)
lg Antonio

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#44

Beitrag von Yaman » 21.05.2018, 16:55

AsturHero hat geschrieben:
21.05.2018, 14:26
..darum juckt es mich auch nnicht, das meine Lipsticks "nur" 4,2 kOhm haben...weil danach kommt eh noch ein Röhren-Vorverstärker und der Amp hat ja auch nochmals Gain zur Not ;)
Die Höhe des Widerstandswert wird einem in Testberichten ja auch immer als der Maßstab um die Ohren gehauen. Die 4,2 Ohm sind nur der Widerstand des um den (die) Magneten gewickelten Drahts.
MiLe hat geschrieben:
21.05.2018, 14:21
Ich habe bei meinen letzten Eigenbauten auch immer noch eine Maximierung des Outputs bei gesetzten anderen Faktoren (Resonanzfrequenz/Güte) im Auge gehabt, obwohl das ja eigentlich Käse ist. Aber jahrzehntelange Konditionierung wirken halt nach ;)
Wovon hängt denn der Output ab? Anzahl der Wicklungen, Magnetmaterial, Drahtdicke?

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#45

Beitrag von MiLe » 21.05.2018, 17:14

a) Anzahl der Wicklungen
-b) Menge und Form von el. leitednem Material im Spulenkern (indiktivitätssteigernd)
c1) Stärke der Magnete an der Oberseite und Verlauf der Feldlinien durch die Spule.
c2) Nähe der Wicklung zur Saite bzw. gutes Einwirken des Saiten-Magnetfeldes auf die Spule (Schwurbelfaktor :D)

Die Drahtstärke dürfte da nur indirekt Einfluss auf den Output nehmen - so lässt sich z.B. mit dünnerem Draht mehr Spule günstig ins Magnetfeld legen. Ansonsten beeinflusst de Drahtstärke den DC-Widerstand und damit auch maßgeblich die Ausprägung der Resonanz.
Liebe Grüße,
Michael

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