69er Strat zur Reparatur

Wie baue ich mir eine elektrische Gitarre?

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hatta
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69er Strat zur Reparatur

#1

Beitrag von hatta » 02.05.2018, 23:23

N'Abend :)

Neulich hat mich mein ehemaliger Versicherungsvertreter, der früher zusamen mit meinem Opa Tanzmusik gespielt hat angesprochen ob ich ihm einen Messergriff für ein altes Solingen Messer machen könnte. Gesagt getan und 3 Wochen später hatte das Messer einen Räuchereich Griff mit neuer Messing vollvernietung bekommen. Auch hab ich die Klinge komplett geschliffen und hochglanz poliert. Zum Schluss wurde ihr ein Rasiermesserscharfer Schliff verpasst.

Gut, seine Freude war riesig, sein achso geliebtes altes Messer war gerettet und laut seiner aussage 10 mal schöner als neu.

Bei der übergabe fragte er dann was seiner 69ger Strat denn fehlen könnte, da sie immer aussetzer hat beim drehen am Tone Poti und ich meinte ich kanns mir mal ansehen.
2 Tage später brachte er mir die Strat vorbei.

Heute mal angestöpselt und probiert. Der Fall war fast klar. Bis auf eine grottenschlechte einstellung (die Saiten machten eine dem Griffbrettradius entgegengesetzte Wölbung) dachte ich, dass das Tone Poti durch ein kleine Spülung mit Deoxit gerettet werden kann.

Alles zerlegt und gereinigt (da war teilweise richtige Oxydation am Schalter). Dann die Poti mit Deoxit richtig gespült. Da kam aber sowas von viel dreck und schmodder raus. Dann mit leichter Druckluft ausgeblasen und mit Deoxit "Fader Lube" wieder geschmiert. Bei der gelegenheit konnte ich 3 Lötstellen nachlöten, an denen das kabel demnächst abgebrochen wäre.

Angestöpselt und durch Klopfen mit dem Schraubendreher auf die Tonabnehmer alles durchgetestet.. Passt :D 8) war also die richtige Diagnose.

Dann Saiten Druff und an den Amp gestöpselt, da ging die Sonne auf (sabber) (sabber) (bravo)
Jetzt verstehe ich, was alle mit diesem einen absoluten unverwechselbaren "Klang" oder "Sound" meinen!! Absoluter Wahnsinn!! Ein tolles Instrument, liebe auf den ersten Blick (oder Akkord). Und das kommt von mir, der ich normalerweise Stratocaster Gitarren verachte. Ich konnte kaum noch aufhören zu spielen :lol:

Die Gitarre hat nix mit Strats aus heutiger Produktion zu tun! Keine Customshop kann da mithalten. Wenn ich die morgen mal unsrem Gitarristen vorspiele (der hat ne customshop Strat von 2009) dann verheizt er seine im Ofen. Die 2009er klingt dagegen wie bedeckt und muffig, ohne Leben.

Ich glaube ich muss den Besitzer mal etwas bequatschen, dass ich die mal übernehmen darf, wenn er sie abgeben sollte.

Bilder folgen morgen. Sowohl vom Innenleben, als auch von außen.

Das einzige was mich sehr wehmütig stimmt: leider hat er sie 2 mal neu lackieren lassen :cry: anstatt dem originalen burst das sie mal getragen hatte, wurde sie zuerst violett metallic und danach feuerrot lackiert. Und das nichtmal schön. Aber war damals halt so :(
Gruß
Harald

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Re: 69er Strat zur Reparatur

#2

Beitrag von taxman » 03.05.2018, 00:17

Und ich sag dir, der Lack macht die Musik, äh..., den Ton ;)

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Re: 69er Strat zur Reparatur

#3

Beitrag von hatta » 03.05.2018, 09:01

taxman hat geschrieben:
03.05.2018, 00:17
Und ich sag dir, der Lack macht die Musik, äh..., den Ton ;)
:badgrin: eindeutig NEIN
Gruß
Harald

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Re: 69er Strat zur Reparatur

#4

Beitrag von capricky » 03.05.2018, 09:37

Der Kemper macht die Musik... , ich ertrage inzwischen keinen anderen Amp mehr als eine Minute..., meinen Mesa Boogie Lonestar vielleicht noch... 😎😉

capricky

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Re: 69er Strat zur Reparatur

#5

Beitrag von MiLe » 03.05.2018, 09:39

Glückwunsch zu dem Glücksfall, so ein Teil selbst mal in die Finger zu bekommen und dann auch noch dran rumschrauben - ääähh - spielen zu dürfen :D
Ich drücke mal die Daumen, dass Du es irgendwann mal "erbst" - und wenn's nur als Referenz ist. Ach was würde ich die Pickups gerne mal durchmessen ;)
Liebe Grüße,
Michael

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Re: 69er Strat zur Reparatur

#6

Beitrag von hatta » 03.05.2018, 09:57

capricky hat geschrieben:
03.05.2018, 09:37
Der Kemper macht die Musik... , ich ertrage inzwischen keinen anderen Amp mehr als eine Minute..., meinen Mesa Boogie Lonestar vielleicht noch... 😎😉

capricky
Ich kann dich verstehen 8)
Über den Blackstar unsres Gitarristen klingt sogar diese Strat grottig... der ist aber auch im Arsch :roll:

Zum PU durchmessen müsste ich diese wohl auslöten.... das will ich vermeiden.
Gruß
Harald

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Re: 69er Strat zur Reparatur

#7

Beitrag von capricky » 03.05.2018, 10:46

hatta hat geschrieben:
03.05.2018, 09:57


Zum PU durchmessen müsste ich diese wohl auslöten.... das will ich vermeiden.
Nee, musste nicht!
Wenn ein Pickup über den Wahlschalter nicht eingeschaltet ist, kannst du zwischen weißem und schwarzem Kabel den Widerstand (zerstörungsfrei) messen.

capricky

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Re: 69er Strat zur Reparatur

#8

Beitrag von MiLe » 03.05.2018, 10:50

Meester, Hatta und ich dachten eher an's Durchmessen per Geberspule - da käme man um's Auslöten kaum drumherum. Ausser, er schickt mir die ganze Gitte, dann würde Dein Tip natürlich auch funktionieren :D
Liebe Grüße,
Michael

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Re: 69er Strat zur Reparatur

#9

Beitrag von bussela » 03.05.2018, 11:30

capricky hat geschrieben:
03.05.2018, 09:37
Der Kemper macht die Musik... , ich ertrage inzwischen keinen anderen Amp mehr als eine Minute..., meinen Mesa Boogie Lonestar vielleicht noch... 😎😉

capricky
Weil mein Ironiediktator nie richtig funktioniert: War das Satire oder ernst gemeint?
Liebe Grüße
Rüdiger


"Blues players don't mess around with the guitar, they hit the bloody thing." (Rory Gallagher)
…m;les to go before I sleep…
Für Eile hab ich keine Zeit.

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Re: 69er Strat zur Reparatur

#10

Beitrag von capricky » 03.05.2018, 11:38

Eine "gute" Strat klingt mit jedem Pickup gut. Eine schlechte Strat verschluckt mehr oder weniger "wichtige Töne". Das traurige ist, dass unter 100 Strats (nicht nur von Fender) nach meiner Einschätzung nur etwa eine ist, mit der ich zufrieden wäre. Das ist noch sehr optimistisch. Und ja, ich habe etwas Überblick, mein Chef ist Fender Stützpunkthändler...
Woran das liegt, weiß ich nach all den Jahren noch immer nicht genau, an teuren oder billigen Hölzern, bzw. hardware jedenfalls nicht.
Eine gute Strat ist einfach ein glücklicher Zufall.

capricky

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Re: 69er Strat zur Reparatur

#11

Beitrag von capricky » 03.05.2018, 11:46

bussela hat geschrieben:
03.05.2018, 11:30
capricky hat geschrieben:
03.05.2018, 09:37
Der Kemper macht die Musik... , ich ertrage inzwischen keinen anderen Amp mehr als eine Minute..., meinen Mesa Boogie Lonestar vielleicht noch... 😎😉

capricky
Weil mein Ironiediktator nie richtig funktioniert: War das Satire oder ernst gemeint?
Das war wirklich ernst gemeint! Und der Kemper klingt noch besser, wenn man die verwendeten Aktivmonitore mit einer ampnostalgischen Hülle tarnt, also Fender, Vox, Marshall o.ä.
Selbst ich kann mich dem bei allem Wissen und Nüchternheit nicht entziehen. Das Auge hört mit und beeinflußt den oft unterschätzten "Wohlfühlfaktor" biem Gitarrespielen.

capricky

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Re: 69er Strat zur Reparatur

#12

Beitrag von MiLe » 03.05.2018, 11:51

Wobei man es aber auch schaffen muss, dass Wissen um das, was hinter der Vintage-Fassadet steckt, zumindest kurzzeitig zu ignorieren. Klappt aber - mir geht's genauso - mein Line6 DT25 klang auch gleich besser und röhriger, wenn die Alibi-Röhre etwas Staub verbrannt hat. Und meine Coax-Monitore Marke Eigenbau wurde durch das Anbringen eines ältlich wirkenden Frontstoffs auch gleich viel autentischer :D
Liebe Grüße,
Michael

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Re: 69er Strat zur Reparatur

#13

Beitrag von hatta » 03.05.2018, 13:50

capricky hat geschrieben:
03.05.2018, 11:46
bussela hat geschrieben:
03.05.2018, 11:30


Weil mein Ironiediktator nie richtig funktioniert: War das Satire oder ernst gemeint?
Das war wirklich ernst gemeint! Und der Kemper klingt noch besser, wenn man die verwendeten Aktivmonitore mit einer ampnostalgischen Hülle tarnt, also Fender, Vox, Marshall o.ä.
Selbst ich kann mich dem bei allem Wissen und Nüchternheit nicht entziehen. Das Auge hört mit und beeinflußt den oft unterschätzten "Wohlfühlfaktor" biem Gitarrespielen.

capricky
Das stimmt zu 100%!
Ich hab schon überlegt, den Kemper in ein Marshall Fake Topteil zu integrieren, dann fehlt aber noch die 4x12 Attrappe dazu :badgrin:
Nö... im Ernst. Ich spiele Kemper und bleibe dabei. Klingt einfach! Und das ohne große Schlepperei und Aufwand!

Das mit den Guten Gitarren bzw. Strats glaube ich dir Meister! Ich habe sehr viele verschiedenste Gitarren in der Hand und achte keinesfalls auf die Marke oder Aussehen! Ab und zu mal ist dann ein Exemplar dabei, dass einen auf Anhieb verzaubert. Genau so wie diese Strat. (dance a)

Anders würde ich mir auch keine Gitarre mehr kaufen. Einfach viele verschiedene ausprobieren und wenns dann klick macht kaufen.
Gruß
Harald

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Re: 69er Strat zur Reparatur

#14

Beitrag von MiLe » 03.05.2018, 14:14

hatta hat geschrieben:
03.05.2018, 13:50
Das mit den Guten Gitarren bzw. Strats glaube ich dir Meister! Ich habe sehr viele verschiedenste Gitarren in der Hand und achte keinesfalls auf die Marke oder Aussehen! Ab und zu mal ist dann ein Exemplar dabei, dass einen auf Anhieb verzaubert. Genau so wie diese Strat. (dance a)

Anders würde ich mir auch keine Gitarre mehr kaufen. Einfach viele verschiedene ausprobieren und wenns dann klick macht kaufen.
Jetzt haben wir aber ein Problem: Wenn das so ist wie beschrieben (was ich glaube) und es auch mehr oder weniger Zufall ist, ob aus einer Kombination von Hölzern, Dimensionen, Hardware und Pickups ein solch zauberhafter Klang herauskommt (was ich ebenfalls glaube), und die bestimmenden Faktoren nun mal nicht auszumachen sind (was ich auch noch glaube):
Wieviele Gitarren zum Teufel muss man dann bauen, bis man mit hoher Wahrscheinlichkeit mal so ein Exemplar selbst zusammenzimmert? :shock:

Die Frage ist keineswegs rhetorisch oder provozierend gemeint sondern, nach Euren für mich nachvollziehbaren Erkenntnissen eine schlciht logische. Denn wahrscheinlich produzieren wir ja auch nicht mehr Glückstreffer als die Großen.

Immerhin glaube ich, mit meiner Strat-Kopie von ML-Factory was in die Richtung geschafft zu haben, das Ding hat einfach einen Klang/Charakter, der einen nicht mehr loslässt und die Kreationen aus Edelmaterialien deutlich hinter sich lässt. Die klingen im Vergleich eher flach und leblos, trocken wie über den Amp (bei moderatem Zerr). Sollte ich wirklich so viel Glück gehabt haben, bei nur 3 gebauten Exemplaren gleich ein solch gutes zu erwischen?
Liebe Grüße,
Michael

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#15

Beitrag von AsturHero » 03.05.2018, 18:55

..kenn ich kenn ich...
von meinen 17 Bässen (da ist alles mögliche dabei über Japan/China/HArley Benton/Warwick/Peavey etc. ec. dabei) ist mir der liebster ein oller abgenudelter Samick-PJ-Bass aus den 80gern....geiler Klang, super Bespielbarkeit, sehr ausbalanchiert, leicht etc. etc.)
ok ich gebs zu, ein bisschen Psychologie ist auch dabei, mein aallerallerallerliebster ist natürlich mein 1. selbstgemachte Bass.....aber da glaub ich eher das da der Grund wirklich eher in der Psychologie zu suchen ist, als an tatsächlichen Eigenschaften :D
lg Antonio

Meine neue Webseite: Antalo-Bass

Wann eigentlich wurde aus Sex and Drugs and Rock and Roll

Veganismus und Lactoseintoleranz und Helene Fischer???

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Re: 69er Strat zur Reparatur

#16

Beitrag von DoppelM » 04.05.2018, 07:15

capricky hat geschrieben:
03.05.2018, 11:38
Eine "gute" Strat klingt mit jedem Pickup gut. Eine schlechte Strat verschluckt mehr oder weniger "wichtige Töne". Das traurige ist, dass unter 100 Strats (nicht nur von Fender) nach meiner Einschätzung nur etwa eine ist, mit der ich zufrieden wäre. Das ist noch sehr optimistisch. Und ja, ich habe etwas Überblick, mein Chef ist Fender Stützpunkthändler...
Woran das liegt, weiß ich nach all den Jahren noch immer nicht genau, an teuren oder billigen Hölzern, bzw. hardware jedenfalls nicht.
Eine gute Strat ist einfach ein glücklicher Zufall.

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Und ich hatte dich immer als einen der "Pickups reissen alles raus" Typen eingeschätzt / verstanden! Dann hast du also doch Verständnis für so Bauchentscheider wie mich, die erstmal trocken testen ob das Ding auch unverstärkt klingt, resoniert, gute Ansprache hat, Spaß macht? (Gerade bei Fender und da wiederum bei Strats sorgt das schon dafür das 75-90% der Klampfen direkt wieder an den Haken geht)
All you need for a good song is three chords and the truth.

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Re: 69er Strat zur Reparatur

#17

Beitrag von capricky » 04.05.2018, 09:39

DoppelM hat geschrieben:
04.05.2018, 07:15

Und ich hatte dich immer als einen der "Pickups reissen alles raus" Typen eingeschätzt / verstanden! Dann hast du also doch Verständnis für so Bauchentscheider wie mich, die erstmal trocken testen ob das Ding auch unverstärkt klingt, resoniert, gute Ansprache hat, Spaß macht? (Gerade bei Fender und da wiederum bei Strats sorgt das schon dafür das 75-90% der Klampfen direkt wieder an den Haken geht)
Nee, für mich ist erstmal jeder Pickup ein guter Pickup, wenn er nicht pfeift und möglichst wenig brummt, völlig unabhängig von Hersteller, Preis, Hype und Name des Pickups. Einfache Regel - je lauter (mehr Windungen), desto besser. Das hat natürlich je nach gitarristischem Genre auch seine Grenzen, bzw. Vor- und Nachteile.
Ich merke, wenn ich eine Gitarre aus dem Wandhalter nehme schon nach 3 Sekunden und einem Akkord, was mit dem Instrument los ist. Heute wird wieder so ein Tag werden, etwa 20...30 Fender, Gretsches, Ibanezen warten auf mich zum Einstellen... Schaun mer mal, was ich anschließend für eine Laune habe, die allgemeine Qualität der E-Gitarren wird immer mieser. :cry:

capricky

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Re: 69er Strat zur Reparatur

#18

Beitrag von MiLe » 04.05.2018, 10:09

capricky hat geschrieben:
04.05.2018, 09:39
Einfache Regel - je lauter (mehr Windungen), desto besser. Das hat natürlich je nach gitarristischem Genre auch seine Grenzen, bzw. Vor- und Nachteile.
Klanglich finde ich ja mittlerweile eher das Gegenteil. Hochgewickelte Teile a la SD SH4 mag ich mittlerweile nicht mehr so sehr, flexibel sind sie auch nicht wirklich sondern haben vor Allem Dampf. Den brauchte es früher auch um gängige Amps anzublasen aber heute? Hat eigentlich jeder Amp genug Gain-Reserven auch für 4KOhm Singlecoils, im Falle Kemper, Fractal und Helix reicht doch eigentlich noch weniger Output (think)
Liebe Grüße,
Michael

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Re: 69er Strat zur Reparatur

#19

Beitrag von capricky » 05.05.2018, 13:47

capricky hat geschrieben:
04.05.2018, 09:39
. Heute wird wieder so ein Tag werden, etwa 20...30 Fender, Gretsches, Ibanezen warten auf mich zum Einstellen... Schaun mer mal, was ich anschließend für eine Laune habe, die allgemeine Qualität der E-Gitarren wird immer mieser. :cry:

capricky
Sorry für's offtopic...

Ich hatte anschließend ausgesprochen gute Laune, auch wenn ich nur 12 Gitarren geschafft hatte. Das war ein Rudel neuer (Fender) Gretsches, mit Null Grundeinstellung (erstes Stirnrunzeln...). Das legte sich aber ziemlich schnell, da gute hardware verwendet wurde, deren Schrauben sich auch leichtgängig drehen ließen. Verarbeitung, Lackierung tadellos und Sound... :shock:
Dazu muss ich erst mal erklären, daß ich die Gitarren im Ausstellungsraum eingestellt habe, dort auch jede Menge Combos auf dem Bodens stehen und ich ja einen zum testen brauche. Also habe ich den erst besten genommen, der in der Nähe meines Hockers stand, ein Marshall X? (ich habe gerade Rücken und konnte mich schlecht bücken, um nach der Typenbezeichnung zu schauen, war mir auch egal).
Also erstmal Gitarre eingestöpselt, Amp an, an den Knöppen gefummelt, die ich für Gain und Volume hielt... und gut... sehr gut. So ging das bei allen 10 Gretsches, keine fiel irgendwo ab. Bei der letzten hab ich mal ein bißchen den Amp aufgedreht und ein paar Beatles Riffs probiert, das klang so authentisch, dass sogar der Azubi seine Sitzung auf dem Klo aufgab, um zu schauen, wer da "so geil" (seine Aussage!) Beatles spielte...

Der Amp ist ein Marshall DSL5cr Röhrenamp mit 5 Watt AB Endstufe und 10" Speaker. Ich habe seit langem mal wieder GAS! :oops:

@Mile: Nein, ich würde in diese Gretsches keinen SH4 Pickup schrauben wollen! ;)

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Re: 69er Strat zur Reparatur

#20

Beitrag von DoubleC » 06.05.2018, 13:14

capricky hat geschrieben:
05.05.2018, 13:47
-----------------------------------------
Ich hatte anschließend ausgesprochen gute Laune, auch wenn ich nur 12 Gitarren geschafft hatte. Das war ein Rudel neuer (Fender) Gretsches, mit Null Grundeinstellung (erstes Stirnrunzeln...). Das legte sich aber ziemlich schnell, da gute hardware verwendet wurde, deren Schrauben sich auch leichtgängig drehen ließen. Verarbeitung, Lackierung tadellos und Sound... :shock:
Dazu muss ich erst mal erklären, daß ich die Gitarren im Ausstellungsraum eingestellt habe, dort auch jede Menge Combos auf dem Bodens stehen und ich ja einen zum testen brauche. Also habe ich den erst besten genommen, der in der Nähe meines Hockers stand, ein Marshall X? (ich habe gerade Rücken und konnte mich schlecht bücken, um nach der Typenbezeichnung zu schauen, war mir auch egal).
Also erstmal Gitarre eingestöpselt, Amp an, an den Knöppen gefummelt, die ich für Gain und Volume hielt... und gut... sehr gut. So ging das bei allen 10 Gretsches, keine fiel irgendwo ab. Bei der letzten hab ich mal ein bißchen den Amp aufgedreht und ein paar Beatles Riffs probiert, das klang so authentisch, dass sogar der Azubi seine Sitzung auf dem Klo aufgab, um zu schauen, wer da "so geil" (seine Aussage!) Beatles spielte...

Der Amp ist ein Marshall DSL5cr Röhrenamp mit 5 Watt AB Endstufe und 10" Speaker. Ich habe seit langem mal wieder GAS! :oops:
------------------------------
Ohooooooo!

El Jefe leidet nach Myriaden von Guitaren und Verstärkern noch an Püschoakustik?!?!?!?! :shock: :shock:

Abgesehen von der guten Hardware auf den Gitarren würde mich dann mal interessieren wie es aussähe, wenn Du den benutzten Kleinmarshall (Hilfssheriff?) irgendwo versteckst und über einen gewissen Zeitraum immer mal wieder die von Dir eingestellten Instrumente anspielst (dann hat der Azubi irgendwann Verdauungsstörungen ........ kann man denn hier nirgendwo in Ruhe Kaxxen!).

Ich würde ja glatt wetten, dass am Samstag, den 12.05.2018 alles blöd klingt.........oder am Freitag, den 18.05......... ;)

@hatta: Was macht eigentlich die olle Stratocaster von Opas Kumpel? Klingt die immer noch magisch?

Gruss


Double"the Grinch"C

Edith fragt sich gerade, ob das der selbe Kumpel war, dem der feine Herr Hatta schon den Silverface Twin aus dem Kreuz geleiert hat........... (think)

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Re: 69er Strat zur Reparatur

#21

Beitrag von hatta » 06.05.2018, 13:27

Der strat gehts gut. Bin noch nicht dazu gekommen die fertig zu machen, er hat auch keinen stress. Leider ist mir beim aufspannen die neue dünne E saite gerissen, nun muss ich mal wieder nen kompletten Satz anpatzen :( einzeln bei uns nicht zu bekommen.

Und nein, das ist nicht der selbe.... der andere, dem der Twin gehörte lebt leider nichtmehr, deshalb hab ich ihn ja bekommen. An diese Strat werd ich nicht kommen. Da hat ihm der Manuel Randi vom Herbert Pixner Projekt schon vor 2 Jahren 7.000 Euro geboten. Soviel Kohle geb ich für keine Gitarre der Welt aus.
Gruß
Harald

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Re: 69er Strat zur Reparatur

#22

Beitrag von DoubleC » 06.05.2018, 15:56

Danke für die Info.......

aber Spiel das Teil noch mal an verschiedenen Tagen und Berichte.......ich finde, dass eine Gitarren-Amp-Kombi oder eine Gitarre als solche kaum an jedem Tag gleich klingt oder sich gleich anfühlt........Luftfeuchtigkeit, Luftdruck, Stimmung, Alkoholpegel, Kokainpegel whatever..........beeinflussen das Hör- und Fühlerlebnis m.E.n. nachhaltig.........

Die E-Saite gleich???? Na, das klingt nach scharfkantigen Saitenraitern..........im Guitarplayer-Magazine wurde diesbezüglich in den Frühachtzigern mal empfohlen die Isolierung von dünnen Kabeln über die Saiten zu ziehen.............

Wenn da Grate sind (seit 49 Jahren.....) kann das zum Dauerbrenner (besser: Dauersaitenreisser) werden.......

Grüüsse

2C

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Re: 69er Strat zur Reparatur

#23

Beitrag von hatta » 08.05.2018, 14:18

DoubleC hat geschrieben:
06.05.2018, 15:56
Danke für die Info.......

aber Spiel das Teil noch mal an verschiedenen Tagen und Berichte.......ich finde, dass eine Gitarren-Amp-Kombi oder eine Gitarre als solche kaum an jedem Tag gleich klingt oder sich gleich anfühlt........Luftfeuchtigkeit, Luftdruck, Stimmung, Alkoholpegel, Kokainpegel whatever..........beeinflussen das Hör- und Fühlerlebnis m.E.n. nachhaltig.........

Die E-Saite gleich???? Na, das klingt nach scharfkantigen Saitenraitern..........im Guitarplayer-Magazine wurde diesbezüglich in den Frühachtzigern mal empfohlen die Isolierung von dünnen Kabeln über die Saiten zu ziehen.............

Wenn da Grate sind (seit 49 Jahren.....) kann das zum Dauerbrenner (besser: Dauersaitenreisser) werden.......

Grüüsse

2C
Das hab ich jetzt gemacht... und ich bin nachwievor noch begeistert von dieser Gitarre und das obwohl ih wie bekannt absolut kein Strat Fan bin. Bei der Probe gestern hab ich sie auch kurz mal hergenommen, aber gleich wieder weg gestellt. Das aber nur, da ich mir wie üblich beim stehenden Spielen mit Strats dauernd unbeabsichtigt die Tonabnehmer umschalte. Zum im Sitzen spielen und fürs Studio wäre das eine Ideale Gitarre für mich.

Die Saitenlage usw habe ich unangetastet gelassen, da er es so gewohnt ist. Die hat er nämlich an der Bridge annähernd gerade eingestellt. Die vorherige Bemerkung, dass die Saiten einen dem GB Radius entgegengesetzte Wölbung machen, stimmte so nicht, das hatte mich getäuscht.

Das mit der gerissenen E Saite lag wirklich daran, dass diese sich in die Bridge eingearbeitet hatte (bei der Durchführung von Hinten an der Stelle an der sie vorne austritt) also kein scharfkantiger Saitenreiter.

Anbei schmeisse ich mal die ganzen Fotos.
Ich konnte heute in der Früh noch auf der Terasse einige mit der Firmen Kamera knipsen, bin aber kein guter Fotograf :D
Dateianhänge
Gruß
Harald

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Re: 69er Strat zur Reparatur

#24

Beitrag von hatta » 08.05.2018, 14:23

Hier die restlichen Fotos...
8)
Dateianhänge
Gruß
Harald

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Re: 69er Strat zur Reparatur

#25

Beitrag von hatta » 08.05.2018, 14:23

Und noch mehr... :D
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Gruß
Harald

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