"Reparierter" Kopfplattenbruch stabilisieren?

Wie baue ich mir eine elektrische Gitarre?

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hogan666
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"Reparierter" Kopfplattenbruch stabilisieren?

#1

Beitrag von hogan666 » 28.02.2018, 16:51

Salve,

ich hab schon ewig meine erste richtige Gitte, ne SG Special aus den 90ern, im Ständer rumstehen.
Die hatte mal einen Kopfplattenbruch, den ich als dummer Teenie mit Ponal Holzleim repariert hab. Hat auch lang genug getan, bis die wieder mal umgefallen ist und ich das gleiche Prozedere wiederholt hab. Das Teil hat alle Jugendsünden mitgemacht. :x
Irgendwann hat se mich nicht mehr gekickt und landete im Ständer.

Jetzt hab ich mich ihr mal angenommen, sauber abgeschliffen, teils neue Hardware bestellt und will se wieder spielbar (daheim) machen.
Ich seh oft, dass so Brüche mit dieser Stabilisierung repariert werden:
http://www.guitarspecialist.com/images/ ... line03.JPG

Macht das Sinn, in dem Rutsch auch so was anzugehen?
Scharf bin ich nicht drauf, da ich sowas noch nicht gemacht hab.
Aber da ich auch beizen will, würde es sich anbieten.

Hat da jemand Erfahrung mit?

Gruß, Markus.

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Re: "Reparierter" Kopfplattenbruch stabilisieren?

#2

Beitrag von Sven2 » 28.02.2018, 17:08

hogan666 hat geschrieben:
28.02.2018, 16:51
[...]
Macht das Sinn, in dem Rutsch auch so was anzugehen?
[...]
Frage: Geht der alte Riss gerade wieder auf oder ist er stabil?
Wenn er nicht aufgeht, würde ich die alte Regel beherzigen: Repariere nichts, was nicht kaputt ist.

Sven

Der Sängerchor trinkt Bier vom Fass,
benebelt sind schon vier vom Bass.

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Re: "Reparierter" Kopfplattenbruch stabilisieren?

#3

Beitrag von hogan666 » 28.02.2018, 17:12

Nö, der ist stabil. Ich glaub zwar wenn da ne dumme Belastung auftritt, geht der Spaß von Vorne los, aber das kann ja auch bei ner "Neuwertigen" konstruktionsbedingt schnell gehen ;-)

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Re: "Reparierter" Kopfplattenbruch stabilisieren?

#4

Beitrag von bea » 28.02.2018, 18:32

Die Splines sind eine schon seit langem und durchaus erfolgreich durchgeführte Methode. Allerdings wird man den mittleren kaum sauber setzen können, weil da der Trussrod im Weg ist. Außerdem nehmen die Versteifungen ziemlich viel vom Originalholz weg. Sie sind daher durchaus umstritten.

Solange es hält, würde ich einfach nichts weiter unternehmen. Wie Du ja selbst schreibst, läuft Dir das im Zweifelsfall nicht weg. Und dann kannst Du das immer noch angehen, und nach Möglichkeit besser.

Wenn z.B. der Ponal anfangen sollte zu kriechen (wogegen nur Ponal Express einigermaßen unempfindlich sein soll), kann man immer noch eine Reparatur angehen. In diesem Fall ist es dann vermutlich am besten, die komplette Bruchzone durch frisches Holz zu ersetzen (also eine 2doppelte Schäftung" einfügen) und dieses dann mit besser tauglichem Leim zu verleimen, also zB Knochenleim mit einem Schuß Essig drin oder Titebond. Diese Verleimungen halten mehr aus als das umgebenden Holz.

Hier übrigens Spätfolgen einer Ponalverleimung, die ich wegen Kriechens erneuern musste. Ich durfte nach dem Abschaben des alten Leims (was ja nicht vollständig verlustfrei geht) einen Keil unters Griffbrett setzen und habe dann Ponal Express genommen. Ein bisserl gedehnt hat sich die Fuge dann doch noch - aber es scheint stabil zu sein. An dieser Stelle könnte übrigens ein Spline tatsächlich nochmal was zur Versteifung beitragen. Aber das liegt vor allem daran, dass die Holzquerschnitte an dieser Stelle vergleichsweise groß sind.

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Re: "Reparierter" Kopfplattenbruch stabilisieren?

#5

Beitrag von clonewood » 28.02.2018, 18:55

wenn alles stabil ist bringen diese Splines natürlich nicht viel

ich selber habe schon diverse Male Splines setzen müssen

allerdings verfahre ich dabei anders........ich perforiere einfach mit einem dünnen Sägeblatt (ich tauche pro Spline nur einmal ein und fahre keinen Weg) und setze dann passgenaue Splines ein ...(dafür wurde ich aber schonmal heftigst kritisiert.....aber wer es nicht möchte muss es auch nicht nachmachen)

etwa so
durch das runde Profil der Splines wird vom Hals nicht unnötig viel Material entfernt

Nicht freihand versuchen!!! Man benötigt schon sichere Führungen und ein festgespanntes Werkstück (Gitarrenhals)

Als Säge kommen diverse Maschinen (man muss teilweise modifizieren) in Frage.......man lasse der Fantasie freien lauf.....Flachdübelfräse, Tauchsäge etc....

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Re: "Reparierter" Kopfplattenbruch stabilisieren?

#6

Beitrag von Lollipop » 28.02.2018, 19:54

ich hab den Halsbruch meiner SG zuerst mit Leim repariert. Hielt nicht all zu lange. Danach habe ich auch die Splines-Methode gewählt.
Einziger Nachteil, die vormal transparent rote SG ist jetzt deckend gelb lackiert. ;)

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Re: "Reparierter" Kopfplattenbruch stabilisieren?

#7

Beitrag von hogan666 » 28.02.2018, 22:03

Coole Idee @clonewood!
Der Kolleg' hier macht auch runde Splines, mit ein klein wenig mehr Holzverlust :lol:

Wie machst Du dir dann die Splines? Wahrscheinlich nimmst du das Sägeblatt als Vorlage oder?

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Re: "Reparierter" Kopfplattenbruch stabilisieren?

#8

Beitrag von clonewood » 28.02.2018, 22:33

Holz auf richtige Stärke aushobeln und dann rundsägen/rundfräsen auf genauen Sägeblattdurchmesser

mit der Zirkelfräsvorrichtung

oder

mit einer auf den Schlitten der Formatsäge montierten Platte mit Indexpin (Drehmittelpunkt) drehend am Kreissägeblatt vorbei

man kann sich das auch mit einer Vorrichtung schleifen......diese Jigs funktionieren alle sehr ähnlich

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