ErstlingsGitarre

Wie baue ich mir eine elektrische Gitarre?

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kobol123
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ErstlingsGitarre

#1

Beitrag von kobol123 » 16.12.2017, 10:26

Hi,
habe meine erste e-Gitarre gebaut.
Krumm und schief und mit letzter Not ins bespielbare Ziel, aber dennoch xD

Wiss ihr ob es normal ist das bei den tiefen seiten die immer an die Bünde anschlagen?
Im Endsound hört man es nicht so doll, jedoch wenn man ohne Verstärker hört.

Für das nächste mal, wie würdet ihr möglichst einfach die Stege bauen? da meine Bünde schief sind (zu den Saiten), sind es auch oberer und unterer steg damit ich in etwa oktavrein bin...

nicht so kritisch mit den Spielkünsten sein, bin erst seit 3 Monaten dabei.
Habe aber als Kind ca 10 Jahre Geige gespielt, aber mehr als hören kann man da nicht übernehmen.

Als nächstes möchte ich mir einen aktiven Verstärker in die Gitarre einbauen, damit weniger Rauschen ist.
Außerdem habe ich bemerkt das man unterhalb des unteren Steges an den Saiten ziehen kann ohne das sie abspringen... Tremolo xD

LG, Kobol(d)123
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Re: ErstlingsGitarre

#2

Beitrag von capricky » 16.12.2017, 10:38

Also ich finde das Design und übehaupt deine Herangehensweise an den Gitarrenbau (den Bau der ersten Gitarre) sehr herzerfrischend! (keine Ironie!)
Besonders die Sparkle Lackierung gefällt mir, aber auch der unkonventionelle Steg und die Pickupbefestigung/-justierung.

capricky

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Re: ErstlingsGitarre

#3

Beitrag von Poldi » 16.12.2017, 11:10

Mal was anderes aber für ein Erstlingswerk wirklich toll. Vor allem die Lackierung ist super ausgeführt.
Wenn die Saiten scheppern kann das viele Gründe haben, z.B. zu niedrige Saitenlage, Bünde nicht gut abgerichtet, Hals falsch eingestellt, falscher Halswinkel....

kobol123
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Re: ErstlingsGitarre

#4

Beitrag von kobol123 » 16.12.2017, 14:10

Danke für das Interesse und das Feedback!

Hmm. ich glaube es sind die selbstgebauten Stege,
Habe die Tiefen saiten ein bisschen mit Tesa umwickelt am Steg, dann klingt die leere Saite ganz ok,
im vergleich entwickeln dann aber die oberen saiten ebenfalls ein schrebbeln...
Ich denke ich muss dünnere Stege bauen mit exakterem Schliff.

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Re: ErstlingsGitarre

#5

Beitrag von MiLe » 16.12.2017, 15:42

Erst mal willkommen bei den Beloppten :D

Ohne jetzt zu weit gehen zu wollen - das Schnarren entsteht meist durch einen zu geringen Saitanabstand zum Bund, und dabei muss man auch noch jeden Bund einzeln betrachten. :shock:

Voraussetzung 1: Ein gerader Hals. Der darf unter Saitenspannung keinesfalls nach hinten gebogen sein, gerade bis minimal nach vorne gebogen ist die Zielrichtung.
Voraussetzung 2: abgerichtete Bünde: Bedeutet bei geradem Hals, dass keiner der Kameraden höhenmäßig aus der Reihe tanzt, deswegen werden die nach dem Bundieren in der Regel auch abgerichtet.
Voraussetzung 3: Die Sattelkerben sind so, dass die Saiten am 1. Bund noch etwa 0,3 mm Abstand zur Bundoberfläche haben.
Voraussetzung 4: Die Höhe der Brücke wird nach 1-3 so enigestellt (oder aber flacher gemacht oder höher gelegt), dass man eine tiefstmögliche Saitenlage ohne Schnarren bekommt.

Was da machbar ist, hängt neben den Voraussetzungen 1-4 auch vom Instrument selbst ab. Ein weicher, stark schwingender Hals wird in der Regel eine höhere Saitenlage erfordern (einfach weil er selbst mehr mitschwingt und den Saiten u.U. entgegenkommt) als ein steifer Prügel.

Ansonsten mal 'ne erfrischend andere Idee und Umsetzung - ich mag solche Querschüsse :)
Liebe Grüße,
Michael

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Re: ErstlingsGitarre

#6

Beitrag von Rallinger » 16.12.2017, 15:50

Haha, das ist mal eine richtig schräge Gitarre! Mal was ganz anderes. Chapeau!

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Re: ErstlingsGitarre

#7

Beitrag von kehrdesign » 16.12.2017, 15:56

Mir fällt auf den ersten Blick zu dem Teil kein anderes Attribut ein als BIZARR.

Ich wünsche Dir, dass bei der Verbesserung der technischen Ausführung Deiner Folgeprojekte die Unbekümmertheit bei der Gestaltung nicht verloren geht.
Um etwas zu verhindern finden sich immer Gründe, um etwas zu erreichen findet man Lösungen.
______________________
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Re: ErstlingsGitarre

#8

Beitrag von kobol123 » 17.12.2017, 10:53

Es war eine Mischung aus unsauber gefeilten Stegen und der Saitenhöhe:
dank eurer Tipps habe ich den oberen Steg etwas abgesenkt, dann den unteren neu gebaut (nur ein höhreres Brett angeschraubt).
nun scheppert da nichts mehr,
einziges Problem ist das der 24. bund nun schwieriger zu greifen ist,
aber wann brauche ich den wohl schon, am anfang eher garnicht.

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Re: ErstlingsGitarre

#9

Beitrag von hatta » 17.12.2017, 11:11

WOW!

Ein erfrischend anderes design :D

Ich kann mich den Worten vom Capricky nur anschließen!
Gruß
Harald

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Re: ErstlingsGitarre

#10

Beitrag von Haddock » 17.12.2017, 12:03

Hallo,

WOW! Verrückt aber sehr cool!

Gruss
Urs

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Re: ErstlingsGitarre

#11

Beitrag von filzkopf » 17.12.2017, 23:23

WOW!!!! Erfrischend anders!! Sehr toll, ich hoffe deine Kreativität bleibt und anhand von weiteren Projekten erhalten! :)
mfG Simon

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Re: ErstlingsGitarre

#12

Beitrag von thoto » 18.12.2017, 10:11

Herzlichen Glückwunsch zu deiner Gestaltung! Da kann man ja minutenlang schauen und sieht immer ein anderes Detail! Klasse! Erinnert mich irgendwie an chinesische Drachen, keine Ahnung, warum.
Thoto
Aktuelles Projekt: viewtopic.php?p=116032

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Re: ErstlingsGitarre

#13

Beitrag von kobol123 » 24.02.2018, 17:26

Hi nochmal und danke für alle sehr freundliche Rückmeldungen ;) Update:

Die Gitarre und ich lernen uns immer besser kennen 8)
Vorverstärker habe ich sterben lassen, das selbstgebaute ding macht zwar seinen Job,
aber analog+der "Große" ist im Rauschverhalten doch deutlich besser.
Habe mich also darauf verlegt, ein "Effektgerät" für den loopback des Verstärkers zu bauen.

Ein versuch einen 200Mhz Microcontroller in Betrieb zu nehmen scheiterte kläglich,
da es diese Chips nur in sehr kleiner Bauweise gibt und anscheinend die Stromversorgung durch die dünnen angelöteten Drähte nicht genug durchsatzt haben... Resultat war das der Degubber nicht konnecten konnte, da alle Signale com Chip unter 2.5 V lagen (~>5 volt kommunikation :evil: )

Nun habe ich einen Raspberian Pi3 und einen USB Sounblaster und habe ein Programm geschrieben, das den Sound verändert:
Prinzip ist ein digitaler Schwinger (Schwigungsgleichung iterativ gelöst) mit nichtharmonischem Potential.
Sourcen kann ich hochladen, wenn interesse besteht (C-Code).

Soundfile vom resultat im Anhang.
Ich bin ganz zufrieden, leider kommt selbst der Pi mit seinen 1000MHZ an seine Grenzen, das ganze am Rechner ausgeführt kann viel mehr Iterationen und es knackt dann deutlich weniger... egal, für unterwegs geht ja eh nichts am Pi vorbei, da habe ich dann keine Wahl.

Zukunftsmusik:
Wenn man es schaffen würde die Berechnung auf die 3 unbenutzten Kerne zu verlagern wäre man deutlich schneller... also multicore.
Aber leider ist der Algorithmus iterativ und sequenziell :x wenn da wer ne idee hat wie man da was machen könnte, nur her damit.
Außerdem will ich den Pi noch headless nur mit GPIO Knöpfen bedienen können um etwa die ausgabelautstärke zu verändern oder das System runterzufahren... momentan braucht man immernoch Tastatur und Monitor...
Synth11_Pi#1.mp3
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Synth11_Pi#2Psycho.mp3
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raumneun
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Re: ErstlingsGitarre

#14

Beitrag von raumneun » 24.02.2018, 19:57

Spannende Idee mit dem Pi. Vielleicht hast du das hier schonmal gesehen: https://www.electrosmash.com/pedal-pi
Die kommen mit dem PiZero auf beeindruckende Latenzen und der ist ja noch etwas langsamer als der Pi3. Allerdings gehen die auch nicht über USB sondern SPI rein und doppel-PWM raus. Das dürfte vom Konzept mehr Zeit für die Berechnung lassen.
Ich plane gerade einen Headless Pi zero w in mein audio Interface einzubauen um guitarix drauf laufen zu haben. Zu den Zeiten, wo ich spielen kann, schlafen halt die Kinder. Da ist AC30 anwerfen nicht die beste Idee :D

Wäre cool, wenn du den Code postest, würde mich mal interessieren. Meine C Kenntnisse sind etwas rostig, aber vielleicht kann ich ja weiter helfen.

kobol123
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Re: ErstlingsGitarre

#15

Beitrag von kobol123 » 25.02.2018, 08:57

Hi,
hier die sourcen, install_readme im source...

latenz ist kein problem, ich kann das beim spielen nicht hören ob es eine verzögerung gibt.
leider ist mein source noch recht brutforce, sprich ich polle in kleinen Zeitabständen ab ob es daten zu füttern gibt,
das könnte man noch verbessern indem man eine Interrupt Callback für alsa einhängt.
Aber da habe ich mich noch nicht genug reingelesen.

Das was ich aus dem PiPedal lesen kann, ist auch Softwarebearbeitung in float bei etwa 40kHZ.
Ich mache das auch, 48kHZ@float...
Generell braucht der Algorithmus eine hohe interpolation um gut zu klingen, am PC verwende ich 60, das führt dann schon auf einen Faktor von etwa 48kHz*60=2800 die ein Sample benötigt...ich komme im aktuellen (pi) zustand auf 15 iterationen flüssig, also 15*48= 720 ergibt etwa verhältnis 1<>4
Allein vom Prozessortakt kann das schon plausibel sein: 1GHZ<>3.2GHZ...

Also wir sind da denke ich an der leistungsgrenze eines einzelnen Kernens.
Fragt sich ob man irgendwie die Berechnung auf die anderen Kerne erweitern kann...

Die Berechnung auf sint32 umzustellen da ja die einzelnen operationen schneller sind, da denke ich das es eher nicht zielführend ist.
Man müsste loockuptables für die (float) sqrt funktion einführen und eventuell auf überläufe vorberechnen,
alles so scherze die float frei haus liefert.

Naja, sag bescheid wenn es bei dir läuft und wie es bei dir so klingt (wenn du einen Pi hast)
soundEguitar_v0.zip
c code for linux pi
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