Günstige Gibson SG Special Plus soll Lackiert werden

Wie baue ich mir eine elektrische Gitarre?

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tunes650
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Re: Günstige Gibson SG Special Plus soll Lackiert werden

#26

Beitrag von tunes650 » 23.03.2014, 13:48

capricky hat geschrieben: Ja, aber leider verspüre ich deutlich eine gewisse "Beratungsresistenz", vor allem gegenüber zielführenden Tipps. Dann schreibst Du permanent dieses platte "Pseudogitarrenbauerspielerinsiderwissen" vor Dich her, da kräuselts einem die Zehennägel. Das müsste man erstmal wieder auf Null stellen und nochmal ganz von vorne aufbauen. Dazu fehlt mir allerdings jegliche Motivation, weil ich die Erfolgsaussichten für sehr gering einschätze. :cry:
Es tut mir leid, dass ich so deutlich wurde, "durch die Blume" würdest Du wohl nicht wahrnehmen.
So ist es! Wenn man schon Ratschläge wünscht, sollte man auch offen gegenüber allem sein und nicht nur gegenüber dem, was man hören will.

Liebe Grüße

Dieter

aljosha
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Re: Günstige Gibson SG Special Plus soll Lackiert werden

#27

Beitrag von aljosha » 23.03.2014, 14:10

hy,

lass dich nicht entmutigen, wenn du mit ner Gitarre nicht zufrieden bist musst du sie entsprechend abaendern (oder austauschen)

wenn du lackieren willst machs mit nitro oder acryl/wasserlack
nitro aus der Dose, acryl oder wasserlack per rolle

der Unterschied zw nitro und pu-lack ist dass nitro die unteren Schichten wieder anloest
bei pu haste bei durchschleifen so ringe sichtbar woeil die Schichten sich nicht richtig verbinden
gut, wenn mans wirklich richtig macht ist das auch nicht so der Fall, aber trotzdem...
NItro ist leichter, va. fuer Anfaenger

Vorteil von PU und Poly ist dass die Wiederstandsfaehiger als Nitro sind
bei Poly wirste den Lack nie runterspielen, aber ich bezweifle dass hier jemand mit Poly arbeitet (gibts das Zeug noch?)
meine Mustang (Nitro) schaut nach nicht ganz 2 Monaten schon stark abgespielt aus...
wobei ich sie sehr hart hernehme...

und um noch was zum Thema Holz zu sagen
das Korpuskolz ist bei ner Egitte prinzipiell egal
ist echt nur optisch und eben Gewichtssache

auch Leim oder Schraubhals (und durchgehend) ist nicht hoerbar, ausser der Hals ist mit enormen Spalten eingeleimt die mit nem Weichen Leim ueberbrueckt werden
das haelt dann auf Dauer aber auch eher nicht
n Hals mit nem mm Abstand rundum zur Halstache satt eingeschraubt oder geleimt klingt gleich wie in ner saugenden Tasche...
die Verbindung ist halt nicht so stark, n Fender 3Schrauben Ding laesst sich in so ner Tasche recht leicht drehen....

Was einen Unterschied macht ist der Hals
schwerer, leichter, steifer, weicher...
da spielt das Material natuerlich rein
und die Kopfplatte und Mechaniken sind auch seehr wichtig beim Gewicht

mag schon sein dass der nette Herr im Video oben Unterschiede zwischen den Modellen hoert
ich wage aber zu behaupten dass er noch nie die gesamte Hardware der 2 getauscht hat
dann waere es vllt. genau umgekehrt...
alleine die Mechaniken der Epi sind etwa doppelt so schwer wie bei der Gibson...

best

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potomac
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Re: Günstige Gibson SG Special Plus soll Lackiert werden

#28

Beitrag von potomac » 23.03.2014, 15:06

Ich möchte mich der hier vorherrschenden Meinung anschließen, Jimmy.

Viele hier und woanders glauben dieser Studie https://hps.hs-regensburg.de/~elektrogitarre/ mehr als dem Herrn aus deinem Video oder den Redakteuren von Fachblättern, die auf Anzeigenaufträge der Industrie angewiesen sind. Den Wissenschaftler halte ich grundsätzlich für glaubwürdiger als den Verkäufer.

Bitte lese dich da mal ein, die Studie aus Regensburg ist erhellend und hält dich von Irrwegen ab.
Gruß
Wolfgang

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bea
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Re: Günstige Gibson SG Special Plus soll Lackiert werden

#29

Beitrag von bea » 23.03.2014, 15:09

Hi, nochmal zum Lackieren. Viel ist dazu ja nicht zu sagen - die Klampfe muss halt fein angeschliffen werden; 1200er, ggf Nass ist bei den matten Gibsons auf jeden Fall nötig, bei den schlechteren sogar 600. Klar dass man da aufpassen muss, dass man nicht durchschleift, vor allem an den Kanten. Ansonsten wurde ja bereits alles gesagt. Außer vielleicht noch, dass es hier im Forum einiges an Tutorien und ausführlichen Berichten gibt, teilweise von Lackierprofis. Also einfach mal wühlen...

Ein klein wenig hört man das Material schon durch - das darf auch gar nicht anders sein. Bei Bässen wohl stärker als bei Gitarren. Aber man darf das auf keinen Fall überbewerten. Die Wölkchen im Ahorn hört man ganz gewiss nicht heraus; am ehesten machen sich hier wohl Reibungsverluste und die steifigkeit der verwendeten Materialien bemerkbar, also makroskopische Parameter. In dieser Ansicht fühle ich mich übrigens weitgehend in Übereinstimmung mit Herrn Zollner, auch wenn der das andersherum formuliert.
Zuallererst einmal wirkt sich daher die Halssteifigkeit aus - der Hals ist ja vergleichsweise dünn und biegsam. eienn deutlichen Einfluss hat dann noch die Masse der Kopfplatte einschließlich der Mechaniken, besonders bei Instrumenten mit eher weichen Hälsen
Alles andere folgt wenn überhaupt mit großem Abstand. Interessanterweise ist das, was man verstärkt hört, oft komplementär zu dem akustischen Eindruck: bei einem Instrument, das akustisch "gut hörbar" ist, wird der Schwingung für den akustischen Ton Energie entzogen, die dann eben in dem abgenommenen Signal fehlt. (ok, Verluste in weichen Hälsen, schlechten Hals-Korpusverbindungen und wackeligen Brücken fehlen u.U hier wie dort).
LG

Beate

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Re: Günstige Gibson SG Special Plus soll Lackiert werden

#30

Beitrag von Jimmy Martin » 23.03.2014, 17:21

Nass ist glaub ich vor erstlackierungen nötig damit sich die Faserenden nochmal aufstellen und abgeschliffen werden können .
Ich denke einfaches anschleifen mit 1200er genügt , und halt mal schauen ob da , wie du meintest eine wachsschicht drauf ist (fühlt sich jedenfalls schon so bisschen danach an)
Nach tutorials werd ich auch gleich nochmal schauen , und ist ja noch zeit , ich will wie gesagt warten bis es wärmer ist und man fenster auch nachts auflassen kann zum entlüfen wärend des lackierens .

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Re: Günstige Gibson SG Special Plus soll Lackiert werden

#31

Beitrag von Bermann » 23.03.2014, 17:47

Ähmm ...
wenn sich nach dem Anschleifen Deines fertigen Lacks die Holzfasern noch aufstellen hast Du etwas falsch gemacht, nämlich durchgeschliffen, dann ist die makellose Stain-Oberfläche = gebeitzt schon beschädigt und das Endergebnis nicht mehr optimal und Du bist da, wo der liebe Capricky Dich nicht haben wollte.

Also immer ganz höösch (ruhig, gemütlich, vorsichtig) an sowas rangehen.
Eine eventuell vorhandene Politur / Wachsschicht entfernst Du am besten mit Lackreiniger, vielleicht auch mit Spiritus, oder klarem Schnappes (erst testen) .


Gruß Hermann

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Re: Günstige Gibson SG Special Plus soll Lackiert werden

#32

Beitrag von 12stringbassman » 23.03.2014, 18:04

Jimmy Martin hat geschrieben:Zum Thema E-gitarren und Frequenzen die durch den Pickup übertragen werden hat mich das gesagte hier definitiv nicht überzeugt , eigene erfahrungen sagen ganz klar was anderes oder er hier: (ich kenn ihn persönlich und er HAT definitiv Ahnung von was er spricht ) (...) Er ist jedenfalls der meinung dass die Hölzer einen enormen einfluss haben , der deutlich spürbar ist
Alleine die tatsache ob eine Gitarre einen geleimten hals oder verschraubt hat ist HÖRBAR ..
Ich bin ja so froh, dass ich kein so gutes "Gehör" habe, um sowas raushören zu können (whistle) Das erspart mir viel Mühe, Zeit und Geld ;)

Grüße

Matthias
"Denken ist wie googeln, nur krasser!"

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Re: Günstige Gibson SG Special Plus soll Lackiert werden

#33

Beitrag von Jimmy Martin » 23.03.2014, 18:09

Hey Bermann , Ja klar , das hab ich auch nicht vor :) , meinte ja nur auf Beates Post , dass ich da nicht nass rangehen würde , sondern wenn überhaupt mit 1200er
Mit Spiritus die evtl. Politur entfernen , trocknen (falls reste vom sprit) dann Vorsichtig anrauhen(1200er) , aber nat.nicht so dass material weggeht (wir wollen ja keine slim line SG :p )
Und dann halt mal vorsichtig die erste lage auftragen .
Die frage ist wielange soll ich zwischen den lagen mit dem weitermachen warten ? Trocken oder wird auf den noch halbtrockenen Nitro lack die nächste gelegt ?

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Re: Günstige Gibson SG Special Plus soll Lackiert werden

#34

Beitrag von Jimmy Martin » 23.03.2014, 18:22

@ 12 Stringbassman (12 String bass hatte John Paul Jones doch auch einen ? Fettes Teil.
Ne Strat vibriert auch ganz anders wie eine Paula ,das merkt man auch körperlich und Wie Beate schon sagt ist es bei bässen sogar noch ausgeprägter .
Ich kenne auch die Geschichte von Lester Polfuss und seiner "The Log" Gitarre aus der dann später die Les Paul Solid Body Guitar wurde (ich hab ALLES darüber gelesen) , aber selbst er sagt ja , da ist mehr als nur das signal was übertragen wird obwohl man im grunde nur den Balken bräuchte ..
Naja , darf ja jeder seine überzeugung darstellen , und ich der ansonsten in JEDER situation an das rationelle und wissenschaftliche glaube bin bei dem thema eben unbelerbar :lol:

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Re: Günstige Gibson SG Special Plus soll Lackiert werden

#35

Beitrag von Poldi » 23.03.2014, 18:58

Nass schleift man nicht als Erstschliff damit sich die Holzfasern aufstellen, sonder damit sich das Schleifpapier nicht so schnell zusetzt und der Schliff gleichmäßig bleibt. Also auch beim Zwischenschliff und beim Endschliff vorm Polieren.
Ich glaube Du solltest Deine Informationsquellen mal überdenken.

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Re: Günstige Gibson SG Special Plus soll Lackiert werden

#36

Beitrag von Izou » 24.03.2014, 10:07

capricky hat geschrieben:
Izou hat geschrieben:Tja, wie gesagt, die Meisten hier haben zuerst einfach begonnen, bevor sie sich an so was wie Nitrolack gewagt haben. Ich selber baue nun schon eine längere Zeit Gitarren, und konnte mich bis jetzt nicht dazu durchringen Nitrolack, welcher sehr aufwendig zu lackieren ist, anzuwenden. Denn wenn das Resultat in die Hose geht, dann wird der Aufwand dies wieder zu beheben, relativ hoch.
Wie kommst Du denn auf das schmale Brett? ;)
Nitrolack ist gleich nach Schellack am einfachsten zu verarbeiten und zu bearbeiten. Die Arbeit damit verzeiht die meisten Fehler, deshalb ist er ja so beliebt im Instrumentenbau und nicht wegen seiner "Klangeigenschaften", wie immer getönt wird. Man kann ihn streichen, spritzen, mit dem Ballen auftragen, kann Wachs und Porenfüller auf Ölbasis überlackieren, schleifen und polieren und wenn was schiefgegangen ist, kann man ihn mit Verdünnung relativ leicht entfernen. Das alles kann man so mit keinem anderen Lack.
Nachteil - er stinkt ... das können andere Lacke aber auch.

capricky
Wie ich auf das schmale Brett komme? Eigene erste Versuche, die dann leider in die Hosen gingen. Vielleicht bin ich ja einfach nicht so gut darin wie andere, lass mich da gerne eines Besseren belehren. Bei mir war der Lack äusserst weich, was wiederum dazu führte, dass ich sofort Dellen und dergleichen drin hatte. (think) Aber wie gesagt, meine Erfahrung damit. Seither lass ich es lieber.

Izou
Gruss Marcel

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Re: Günstige Gibson SG Special Plus soll Lackiert werden

#37

Beitrag von capricky » 24.03.2014, 10:32

Izou hat geschrieben: Wie ich auf das schmale Brett komme? Eigene erste Versuche, die dann leider in die Hosen gingen. Vielleicht bin ich ja einfach nicht so gut darin wie andere, lass mich da gerne eines Besseren belehren. Bei mir war der Lack äusserst weich, was wiederum dazu führte, dass ich sofort Dellen und dergleichen drin hatte. (think) Aber wie gesagt, meine Erfahrung damit. Seither lass ich es lieber.

Nun sollte man seine einmalige schlechte Erfahrung wirklich nicht verallgemeinern und quasi zum Pseudostandard erheben, das ist schlicht unseriös, zumal es tausende Leute gibt, die es besser wissen und besser können....und bei solchen statements nur den Kopf schütteln... :cry:

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Re: Günstige Gibson SG Special Plus soll Lackiert werden

#38

Beitrag von Izou » 24.03.2014, 11:50

Du wirst mir sicher Recht geben, wenn ich sage, dass Nitrolack weicher ist als "normaler" 2K Lack, oder? Ferner hat nicht Nitrolack die Eigenschaft, durch die chemischen Verbindungen schneller mit anderen Stoffen zu reagieren? Und braucht nicht Nitrolack Monate um zu trocknen, während 2K-Lack schon nach wenigen Tagen trocken ist? Und wie viele Anläufe hast du gebraucht um ein erstes gutes Ergebnis zu erziehlen?
Und was "Besser wissen" und "Können" angeht, da hab ich ja auch geschrieben, dass es meine Erfahrungen sind, richtig? Aber ok, wenn dem so ist, werde ich mich in Zukunft zurückhalten, und meine Erfahrungen und Meinungen für mich behalten.

Izou
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Re: Günstige Gibson SG Special Plus soll Lackiert werden

#39

Beitrag von bea » 24.03.2014, 13:14

Hi,

natürlich ist Nitrolack weicher als die moderneren Lacke. Und natürlich reagiert es chemisch mit allem möglichen, insbesondere Nagellackentferner. Aber: gerade die teuren Gibsons (und wohl ach Fenders) sind mit Nitrolack lackiert. meine z.B. Da empfinde ich die Härte der Lackschicht genauso wenig als Problem wie ich es über 30 Jahre bei meiner selbstgebauten Archtop empfunden hatte (das war Clou Nitro seidenmatt auf Clou SSG).

Zu den Trocknungszeiten: Nitrolack trocknet extrem schnell. Wenn die Schichten dünn sind, kannst Du, wenn du meinst, dass es wirklich pressiert, notfalls auch mehrere Schichten am Tag aufbringen. Bei manuellem Auftrag musst Du richtig flott arbeiten, damit die Lackierung nicht unsauber wird.

Und nochmal: gerade wenn man nicht geübt ist, ist es leichter, gute Ergebnisse zu erzielen, wenn das Material in dünnen Schichten mit dem Ballen aufgetragen und fleißig zwischengeschliffen wird, als z.B. mit der Sprühdose.

Ach so: die ja immer notwendigen Zwischen- und Endschliffe arten bei harten Lacken ganz schön in Streß aus....
LG

Beate

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Re: Günstige Gibson SG Special Plus soll Lackiert werden

#40

Beitrag von Izou » 24.03.2014, 13:21

Hallo Bea

Danke für die Tipps, ich werde einfach nochmals versuchen. Mal sehen wie das Resultat dann wird.

Izou
Gruss Marcel

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Re: Günstige Gibson SG Special Plus soll Lackiert werden

#41

Beitrag von capricky » 24.03.2014, 13:22

Izou hat geschrieben:Du wirst mir sicher Recht geben, wenn ich sage, dass Nitrolack weicher ist als "normaler" 2K Lack, oder? Ferner hat nicht Nitrolack die Eigenschaft, durch die chemischen Verbindungen schneller mit anderen Stoffen zu reagieren? Und braucht nicht Nitrolack Monate um zu trocknen, während 2K-Lack schon nach wenigen Tagen trocken ist?
Nein, ich kann Dir in keinem Punkt Recht geben!
Erstens gibt es nicht "den Nitrolack" sondern unzählig verschiede Modifikationen davon. Da sind je nach Anwendungsanforderung Additive drin, also zusätzlich Weichmacher, Verzögerer, Füllstoffe, UV-Blocker, Farbstoffe, Harze usw.
Zweitens ist Nitrolack einer der am schnellsten trocknenden Lacke, das hat ihn ja so beliebt gemacht.
Drittens gibt es auch keine chemischen Reaktionen mit üblichen Lackiergünden wie Metall, Holz, Kunststoffe, Stein.
Was passieren kann, ist dass das enthaltene Lösungsmittel andere, als Grund ungeeignete Lacke anlöst - typisch bei Alkydharzlacken.
2K Lack härtet chemisch durch Polymerisation aus, also gleichmäßig durch die Schichtdicke und ist in der Regel nicht mehr anlösbar.
Nitrolack trocknet pysikalisch durch Verdunstung des Lösungsmittels. Also ungünstigerweise zuerst an der Oberfläche, das verzögert natürlich eine gleichmäßige Trocknung, deshalb werden auch nur dünne Schichten gespritzt. Wenn zu allem Überfluss der Untergrund saugend ist, wie bei allen Hölzern, dann wandert das Lösungsmittel in das Holz wie in einen Schwamm. Erle z.B. Kann das besonders gut. Dadurch sackt Nitrolack auch regelmäßig ein, wenn zu schnell zu viele Schichten ohne Zwischenschliffe gespritzt werden.
Deshalb wurde bei Fender früher (in den "Vintage Jahren") das Holz zu allererst versiegelt, mit einer nitroverdünnungsresistenten Beschichtung, namens Fullerplast und/oder Homoclad, darauf dann Nitrolack oder Acryllack (Dupli Color Autolacke) und zuletzt Nitroklarlack. Das ergibt insgesamt eine dicke Schicht, die dennoch schnell trocknete, weil man systematisch vorging, Es sparte dabei sogar noch Lack. Keine Massenhersteller von Gitarren kann es sich leisten, über Wochen Gitarren zum Trocknen aufzubewaren, das bindet enormes Kapital.
Izou hat geschrieben:Und wie viele Anläufe hast du gebraucht um ein erstes gutes Ergebnis zu erziehlen?
Eigentlich bloß einen. Zuerst als Azubi mal eine kleine Gleisbaumaschine in Nitrolack signalgelb, die war aber sehr fehlertolerant. Mit diesen Grundfertigkeiten dann einen Militär LKW im mattkhakigrün...ein Traum! :lol: Dann Frontplatten und Verstärkergehäuse in mattschwarz, weiß und meßgeräteblau. Es folgten Kühlschränke, dutzende PKW's und dann endlich Gitarren. Da hatte ich dann einmal die Erfahrung mit dem nachsackenden Lack gemacht, nach bereits erfolgtem Feinschliff und Politur (weil ich es zu eilig hatte). Das war aber dank Nitrolack leicht zu beheben, weil es musste nur nachgeschliffen und noch einmal poliert (geschwabbelt) werden. ...Ach und eine Autolackierung habe ich vergeigt, weil ich bei 32°C Aussentemperatur lackieren wollte, das geht leider überhaupt nicht, der gesprühte Lack kam nur noch als "Pulver" am Blech an... :cry:

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Re: Günstige Gibson SG Special Plus soll Lackiert werden

#42

Beitrag von Izou » 24.03.2014, 13:30

Dann bin ich mal gespannt, wie das beim nächsten Versuch rauskommt, denn ich sicher unternehmen werde. Bei mir wurde der Lack so was von weich. Aber danke für eure Tipps.

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Re: Günstige Gibson SG Special Plus soll Lackiert werden

#43

Beitrag von amarok » 24.03.2014, 13:44

Mmh, die Nitrolacke die ich kenne werden ganz schön hart und sind wunderbar zu verarbeiten. Ich hab ein paar Experimente mit Acryllacken gemacht, die bleiben deutlich weicher.
Ich lackiere sehr amateurmäßig, bei schönem Wetter im Freien mit der Spraydose, da funktioniert Nitolack einfach am besten. Einer der Gründe warum Nitrolacke weitgehend aus der Industrie verschwunden sind ist die Lösemittelbilanz, die muss jeder Betrieb ab einer bestimmten Größe vorlegen. Nitro hat nunmal einen sehr hohen Lösemittelanteil das führt zu Problemen mit der Lösemittelbilanz und zu erheblichen Investitionen in thermische- oder katalytische Nachverbrennunganlagen. In der Industrie versucht man also (vernünftiger Weise) mit Lacken mit geringerem Lösemittelanteil klarzukommen.
Nitro neigt nach langer Zeit dazu feine Haarrisse zu bilden was auch nicht jeder mag, ich finde das todschick.

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Re: Günstige Gibson SG Special Plus soll Lackiert werden

#44

Beitrag von capricky » 27.03.2014, 09:52

amarok hat geschrieben: Nitro neigt nach langer Zeit dazu feine Haarrisse zu bilden was auch nicht jeder mag, ich finde das todschick.
Ich schrub es ja schon weiter oben - nicht jeder "Nitrolack" neigt zum Reissen. Je nach Anwendungsgebiet werden dem Nitrolack Additive beigemischt, oder auch nicht. Ich habe alte Gitarren (gehabt), da blieb der Lack makellos, mal bekam er Risse und mal wurde die Oberfläche schmierig (was aber wegpoliert werden kann). Nur der "reine" Nitrolack wird hart und reißt irgendwann durch Schrumpfung, so wie auch Zelluloidbindings und Zelluloidpickguards schrumpfen. Bei den "besseren" Nitrolacken muß man Rissbildung schon mit Kältespray provozieren.

capricky

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