Kurze Frage kurze Antwort Thread

Wie baue ich mir eine elektrische Gitarre?

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cabriolet
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Re: Kurze Frage kurze Antwort Thread

#3176

Beitrag von cabriolet » 28.12.2019, 16:20

micha70 hat geschrieben:
28.12.2019, 15:10
Wie läuft das genau im Einzelnen ab? Sekundenkleber mit Schleifstaub anrühren und zusammen mit dem Inlay ins Loch drücken? Wie verhindert man, dass der Sekundenkleber nicht schon vorher hart wird?
Nee, erst den Schleifstaub möglichst dicht in die Lücken hineinreiben und -drücken, erst danach Sekundenkleber aufträufeln. Den zieht´s dann durch die Kapillarwirkung in den Schleifstaub, gegebenenfalls musst du nachträufeln.

Zu den Farbunterschieden bei hellem Holz: Manche Hölzer neigen zum Verfärben (nicht nur zum Dunklerwerden) bei Sekundenkleber. Solltest du vorher testen, eventuell wäre Epoxi besser.
Wenn´s nur um das Dunklerwerden geht: Dann brauchst du deutlich helleren Schleifstaub als das Holz, oder andere helle Stäube. Ich habe da schonmal mit Kartoffelmehl Spalten in Ahorn gefüllt.

Gruß
Markus
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Re: Kurze Frage kurze Antwort Thread

#3177

Beitrag von micha70 » 28.12.2019, 16:44

cabriolet hat geschrieben:
28.12.2019, 16:20
Nee, erst den Schleifstaub möglichst dicht in die Lücken hineinreiben und -drücken, erst danach Sekundenkleber aufträufeln. Den zieht´s dann durch die Kapillarwirkung in den Schleifstaub, gegebenenfalls musst du nachträufeln.
Hey, Danke! Sach ich doch... Step-by-Step für Noobs. Jetzt hab ich es auch verstanden und an sich ist das logisch.
cabriolet hat geschrieben:
28.12.2019, 16:20
Zu den Farbunterschieden bei hellem Holz: Manche Hölzer neigen zum Verfärben (nicht nur zum Dunklerwerden) bei Sekundenkleber. Solltest du vorher testen, eventuell wäre Epoxi besser.
Wenn´s nur um das Dunklerwerden geht: Dann brauchst du deutlich helleren Schleifstaub als das Holz, oder andere helle Stäube. Ich habe da schonmal mit Kartoffelmehl Spalten in Ahorn gefüllt.

Gruß
Markus
Es waren explizit Verfärbungen im Ahorn in Richtung Gelb beim Kaschieren von Fräsfehlern. OK, ich mach erst mal einen Versuch. Mit Epoxi hab ich das bisher gemacht. Wollte nur jetzt die Sache mit dem Sekundenkleber auch mal versucht haben. Gibt es vielleicht einen speziellen den man empfehlen könnte? Ich hab den von Bindulin.

LG
Micha

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Re: Kurze Frage kurze Antwort Thread

#3178

Beitrag von Simon » 30.12.2019, 13:06

Hey @micha70
Ich würde dir raten die Inlays mit Epoxi zu kleben, aus 2 Gründen:

-du hast länger Zeit/weniger Stress als bei Sekundenkleber, also wenn was schief geht bist du nicht sofort fu**ed
-ich habe leider schon einige Male erfahren, dass sich Ahorn speziell bei Sekundenkleber an den Rändern verfärbt, ich werde in Zukunft vermeiden Sekundenkleber (war in meinem Fall immer Loctite) zusammen mit Ahorn zu verwenden

Meine Reihenfolge ist folgende:

-Schleifstaub und Epoxi außerhalb der Fräsung zu mischen
-in die Fräsung geben, lieber zu viel als zu wenig, den Rest schleifst du eh später ab
-Inlay reindrücken (ACHTUNG: verwende bitte eine Schutzbrille, ich wunderte mich immer wie man nur Sekundenkleber ins Auge bekommen kann, ich verrate dir eines: genau so! und macht mittel Spaß, auch dem Arzt in der Notaufnahme zu erklären wie es passiert ist ;) )
Und zwar tief genug, nicht dass du später was abschleifst, speziell Richtung Griffbrettkanten (Radius)
-warten bis das Epoxi ausgehärtet ist, und dann abschleifen
-im Notfall Luftblasen füllen. Luftblasen kannst du verhindern, indem du das Epoxigemisch nach dem du des Inlay eingedrückt hast mit einem Föhn leicht erwärmst.

Und weil du fragtest wie man helle Hölzer unsichtbar füllen kann: gar nicht. das geht meiner Erfahrung nach nur bei schwarzem Ebenholz, und auch hier zeichnet sich nach einiger Zeit ein Rand ab. Am besten das Insert passgenau fräsen, und sonst unbedingt das helle Teilstück passgenau herstellen. Dunkel lässt sich immer leichter füllen/kaschieren

und wenn schon Sekundenkleber (auch wenn ich explizit davon abrate) dann natürlich Gel-Sekundenkleber

Viel Erfolg, bei Fragen bitte melden :)
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Re: Kurze Frage kurze Antwort Thread

#3179

Beitrag von micha70 » 30.12.2019, 13:47

Simon hat geschrieben:
30.12.2019, 13:06
Hey @micha70
Ich würde dir raten die Inlays mit Epoxi zu kleben, aus 2 Gründen:

-du hast länger Zeit/weniger Stress als bei Sekundenkleber, also wenn was schief geht bist du nicht sofort fu**ed
-ich habe leider schon einige Male erfahren, dass sich Ahorn speziell bei Sekundenkleber an den Rändern verfärbt, ich werde in Zukunft vermeiden Sekundenkleber (war in meinem Fall immer Loctite) zusammen mit Ahorn zu verwenden

Meine Reihenfolge ist folgende:

-Schleifstaub und Epoxi außerhalb der Fräsung zu mischen
-in die Fräsung geben, lieber zu viel als zu wenig, den Rest schleifst du eh später ab
-Inlay reindrücken (ACHTUNG: verwende bitte eine Schutzbrille, ich wunderte mich immer wie man nur Sekundenkleber ins Auge bekommen kann, ich verrate dir eines: genau so! und macht mittel Spaß, auch dem Arzt in der Notaufnahme zu erklären wie es passiert ist ;) )
Und zwar tief genug, nicht dass du später was abschleifst, speziell Richtung Griffbrettkanten (Radius)
-warten bis das Epoxi ausgehärtet ist, und dann abschleifen
-im Notfall Luftblasen füllen. Luftblasen kannst du verhindern, indem du das Epoxigemisch nach dem du des Inlay eingedrückt hast mit einem Föhn leicht erwärmst.

Und weil du fragtest wie man helle Hölzer unsichtbar füllen kann: gar nicht. das geht meiner Erfahrung nach nur bei schwarzem Ebenholz, und auch hier zeichnet sich nach einiger Zeit ein Rand ab. Am besten das Insert passgenau fräsen, und sonst unbedingt das helle Teilstück passgenau herstellen. Dunkel lässt sich immer leichter füllen/kaschieren

und wenn schon Sekundenkleber (auch wenn ich explizit davon abrate) dann natürlich Gel-Sekundenkleber

Viel Erfolg, bei Fragen bitte melden :)
Hey Simon! Super Anleitung und Du hast recht, die Vorteile des Epoxi überwiegen. Wie es so sein soll, komme ich gerade aus meinem Loch und habe es genau so gemacht wie Du beschrieben hast (dance a) Mit Epoxi. Habe mich am Ende die Sache mit dem Sekundenkleber doch nicht getraut. Vielleicht das nächste Mal, wenn es nicht ganz so wehtut falls es schief läuft

LG Micha

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Re: Kurze Frage kurze Antwort Thread

#3180

Beitrag von Svenson » 02.01.2020, 23:53

Hallo,
ich habe immer von Hideglue gelesen und bin davon ausgegangen das hierbei der Hautleim gemeint ist.
Nun habe ich einen aus dem englischen übersetzten Text gelesen in dem von Knochenleim die rede war.
Haben die Amis kein extra Wort dafür?
Ich würde gerne meine nächste LP-artige Gitarre komplett mit Gluteinleim (Granulat) verleimen und frag mich jetzt
genau das: Hautleim oder Knochenleim?
Grüße

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Re: Kurze Frage kurze Antwort Thread

#3181

Beitrag von DoubleC » 03.01.2020, 14:08

Svenson hat geschrieben:
02.01.2020, 23:53
Hallo,
ich habe immer von Hideglue gelesen und bin davon ausgegangen das hierbei der Hautleim gemeint ist.
Nun habe ich einen aus dem englischen übersetzten Text gelesen in dem von Knochenleim die rede war.
Haben die Amis kein extra Wort dafür?
Ich würde gerne meine nächste LP-artige Gitarre komplett mit Gluteinleim (Granulat) verleimen und frag mich jetzt
genau das: Hautleim oder Knochenleim?
Grüße
Es handelt sich in beiden Fällen um hitzedenaturiertes Kollagen (https://en.wikipedia.org/wiki/Animal_glue). Dieses kann sowohl aus Knochen, also Knorpel ( - Die Schweinsfüsse in diversen Ethno-Eintöpfen machen die Suppe schön glibberig), als auch aus Leder (also der ganzen Haut eines Pelztieres → Hase!) durch Kochen und eintrocknen gewonnen werden.

Letztendlich kaufst Du ein Granulat, dass du in Wasser quellen und durch erhitzen verflüssigen musst.........

Grusz


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Re: Kurze Frage kurze Antwort Thread

#3182

Beitrag von Svenson » 03.01.2020, 19:26

Danke.
Ich hab auch das Hautleim-Granulat bereits hier liegen. Was mich etwas unruhig macht ist eher
welcher besser geignet ist. Knochenleim soll Glasshart werden aber auch anfälliger für Risse sein. Hautleim dagegen ist elastischer.
Wo würde denn eine elastischere Verbindung Sinn machen?
Ist Hautleim trotzdem härter als moderner Holzleim?

Grüße

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Re: Kurze Frage kurze Antwort Thread

#3183

Beitrag von capricky » 03.01.2020, 20:54

Nimm Fischleim, den kannst du kalt verarbeiten, der wird auch nicht so spröde wie Knochenleim und die Klebkaft ist für alle Zwecke im Gitarrenbau mehr als ausreichend.
Für mich ist das DER Universalleim mit angenehmsten Verarbeitungseingenschaften.

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Re: Kurze Frage kurze Antwort Thread

#3184

Beitrag von DoppelM » 03.01.2020, 23:50

capricky hat geschrieben:
03.01.2020, 20:54
Nimm Fischleim, den kannst du kalt verarbeiten, der wird auch nicht so spröde wie Knochenleim und die Klebkaft ist für alle Zwecke im Gitarrenbau mehr als ausreichend.
Für mich ist das DER Universalleim mit angenehmsten Verarbeitungseingenschaften.

capricky
Gibt es da einen bestimmten den du immer nimmst/empfiehlst?
All you need for a good song is three chords and the truth.

Hold my beer and watch this

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Re: Kurze Frage kurze Antwort Thread

#3185

Beitrag von capricky » 03.01.2020, 23:53

https://www.ebay.de/itm/Fischleim-Tisch ... 0821253265

Hier mal die Beschreibung lesen! (Kaufen kann man den Fischleim natürlich da auch, ist deutlich preiswerter, als in der eBucht 8) )

http://www.apatina-restaurierungsbedarf ... ts/2314262

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Re: Kurze Frage kurze Antwort Thread

#3186

Beitrag von DoubleC » 04.01.2020, 21:44

capricky hat geschrieben:
03.01.2020, 20:54
Nimm Fischleim, den kannst du kalt verarbeiten, der wird auch nicht so spröde wie Knochenleim und die Klebkaft ist für alle Zwecke im Gitarrenbau mehr als ausreichend.
Für mich ist das DER Universalleim mit angenehmsten Verarbeitungseingenschaften.

capricky
Geil, das ist ja mal wieder ein Fall für die Molekularbiologen /Biochemiker im Forum.

Demnach ist Gelatine (Collagen), die/das aus Viechern gewonnen wird, die im kalten leben (Fische......) elastischer/weicher, als das Collagen aus Warmblütern, die -wie der Name schon andeutet - eher im Warmen leben............

Ich frage mich, wie es mit Löwen- oder Tigerleim aussieht............oder was die chinesische Medizin noch so in der Savanne liegen lässt, nach dem die piephahnstärkenden Teile abgeschnitten wurden........ Das müsste ja dann fast Diamantenartige Eigenschaften haben........

Weiss Filz........Äh Simonkopf da mehr?

Sorry für das Trollspammen


Grüsse


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Re: Kurze Frage kurze Antwort Thread

#3187

Beitrag von uwe.s. » 06.01.2020, 12:34

Hallo,
eine Frage an capricky: Wofür benutzt Du was anderes als Fischleim?
Hintergrund: Seit 30 Jahren nehme ich Ponal Express für die meisten Verbindungen beim E-Gitarrenbau. Ansonsten bei passenden Arbeiten auch 2-Komponenten oder Sekundenkleber. Aber deine Beschreibung macht mir Lust, umzusteigen. Die Frage ist also für mich: Wo wird Fischleim nicht funktionieren?
Besten Gruß
Uwe.s.

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Re: Kurze Frage kurze Antwort Thread

#3188

Beitrag von micha70 » 06.01.2020, 13:27

Hallo,

Da möchte ich mich mit einer Frage dazu anschließen. Das Reizende an dieser Art von Leimen, zumindest von Knochenleim, ist auch die Fähigkeit Hölzer beim Erstarren zusammenzuziehen. Sozusagen eine natürliche Pressung zu erzeugen. Ist das bei Fischleim auch so? Dann wären die Verarbeitungseigenschaften nicht zu schlagen.

LG
Micha

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Re: Kurze Frage kurze Antwort Thread

#3189

Beitrag von capricky » 06.01.2020, 13:35

uwe.s. hat geschrieben:
06.01.2020, 12:34
Hallo,
eine Frage an capricky: Wofür benutzt Du was anderes als Fischleim?
Hintergrund: Seit 30 Jahren nehme ich Ponal Express für die meisten Verbindungen beim E-Gitarrenbau. Ansonsten bei passenden Arbeiten auch 2-Komponenten oder Sekundenkleber. Aber deine Beschreibung macht mir Lust, umzusteigen. Die Frage ist also für mich: Wo wird Fischleim nicht funktionieren?
Besten Gruß
Uwe.s.
Ich nehme für abgerissene Stege an Akustikgitarren, wo größere Spalte und größere Verluste an Deckenmaterials auszugleichen sind, weiterhin 2K Epoxidharz, das mit reichlich Bimsmehl angedickt wird. Das würde denke ich nicht mit Fischleim, aber auch nicht Knochenleim funktionieren.
Ansonsten nehme ich noch Sekundenkleber, um mal einen schnellen Zahnstocherdübel bei überdrehten Holzschrauben (Pickguards, Mechaniken) zu setzen.
Mein letztes titebond habe ich vorgestern zu Verpackungszwecken aufgebraucht, musste eienen Versandkarton etwas Pimpen. 8)

Ich rühre mit Fischleim als Basis und Erdpigmenten auch "Spachtel-/Füllmassen" an, um Spalte an Bindings o.ä, zu füllen. V
orteil hierbei, wie auch beim Leimen insgesamt, ist die problemlose Reinigung von Resten und Überständen. Einfach mit einem "nebelfeuchtem" Tuch nachwischen, auch wenn es bereits trocken ist.... - sauber!

capricky

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Re: Kurze Frage kurze Antwort Thread

#3190

Beitrag von capricky » 06.01.2020, 13:39

micha70 hat geschrieben:
06.01.2020, 13:27
Hallo,

Da möchte ich mich mit einer Frage dazu anschließen. Das Reizende an dieser Art von Leimen, zumindest von Knochenleim, ist auch die Fähigkeit Hölzer beim Erstarren zusammenzuziehen. Sozusagen eine natürliche Pressung zu erzeugen. Ist das bei Fischleim auch so? Dann wären die Verarbeitungseigenschaften nicht zu schlagen.

LG
Micha
Es gibt eine Schrumpfung. Das sieht man ja auch bei den Füllmassen, wie ich eben oben beschrieb, (da muss man dann noch mal nachfüllen). Ob die die gleiche Wirkung hat, wie beim Knochenleim? Keine Ahnung... ist mir glaube ich auch egal, ich vermisse sie nicht.

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Re: Kurze Frage kurze Antwort Thread

#3191

Beitrag von KNGuitars » 13.01.2020, 09:42

Kurze Frage:
Einige hier haben ja schon ein rohrsystem in der werkstatt für diverse absaugpunkte installiert, welchen durchmesser habt ihr verwendet?

bei mir sollen anschlüsse CNC, Kappsäge und ein flexibler anschluss für Handgeräte vorgerichtet werden.

je größer der durchmesser umso geringer die verluste, aber bei größerem durchmesser kanns sein dass späne im rohr hängen bleiben, wenn ich das richtig verstanden hab. gesaugt werden soll mit einem 1400W Kärcher industriesauger (Sauger ist zurückregelbar)

dazwischen noch ein zyklon

was habt ihr verwendet?

maximale rohrlänge ist 1x7m horizontal, bzw 1x4m horizontal+1,5m höhendifferenz.
es soll immer nur ein gerät betrieben werden, die restlichen anschlüsse werden verschlossen

vom bauch heraus würde ich zu 50 oder 63mm tendieren ... 100mm wird wahrscheinlich zu viel des guten?
lg klaus

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Re: Kurze Frage kurze Antwort Thread

#3192

Beitrag von Rallinger » 13.01.2020, 10:16

KNGuitars hat geschrieben:
13.01.2020, 09:42
Kurze Frage:
Einige hier haben ja schon ein rohrsystem in der werkstatt für diverse absaugpunkte installiert, welchen durchmesser habt ihr verwendet?

bei mir sollen anschlüsse CNC, Kappsäge und ein flexibler anschluss für Handgeräte vorgerichtet werden.

je größer der durchmesser umso geringer die verluste, aber bei größerem durchmesser kanns sein dass späne im rohr hängen bleiben, wenn ich das richtig verstanden hab. gesaugt werden soll mit einem 1400W Kärcher industriesauger (Sauger ist zurückregelbar)

dazwischen noch ein zyklon

was habt ihr verwendet?

maximale rohrlänge ist 1x7m horizontal, bzw 1x4m horizontal+1,5m höhendifferenz.
es soll immer nur ein gerät betrieben werden, die restlichen anschlüsse werden verschlossen

vom bauch heraus würde ich zu 50 oder 63mm tendieren ... 100mm wird wahrscheinlich zu viel des guten?
Ich hab jetzt nicht verschiedene Durchmesser ausprobiert, kann also nicht sagen was im Vergleich am besten funktioniert. Grundsätzlich funktionieren Werkstattsauger nach dem Prinzip "großes Vakuum, schnelle Luftgeschwindigkeit". Wenn du da den Durchmesser zu stark vergrößerst, fängst du dir Verluste ein. Ich hab eine Absaugtonne dran, die nach dem Prinzip "viel Luftdurchsatz" funktioniert. Da sind größere Durchmesser besser.

Ich hab aus Platzgründen Flachkanäle mit 110x55mm verwendet, und Anschlüsse mit 100mm. Funktioniert gut, aber die Strecken sind bei mir auch recht klein. Bei dir sind ziemliche Entfernungen zu überbrücken. Da würde ich nicht über 63mm gehen. Letztlich musst du halt entscheiden, welchen Tod du sterben willst. Bei einem größeren Durchmesser hast du ein geringeres Risiko von Verstopfungen, wenn dir mal ein Splitter mit auf die Reise geht. Bei HT50 Rohren hast du weniger Probleme, die Anschlüsse an die Maschinen passend zu machen. Und 50er dürften in Verbindung mit einem Werkstattsauger besser funktionieren.

Ob nach dem Ende des Saugens noch ein paar Späne im Kanalsystem liegen bleiben wäre mir persönlich komplett egal. Die nimmst du dann beim nächsten Mal absaugen mit. Hauptsache, das Zeug liegt nicht in der Werkstatt.
KNGuitars hat geschrieben:
13.01.2020, 09:42
es soll immer nur ein gerät betrieben werden, die restlichen anschlüsse werden verschlossen
Ich hab bei mir keine Schieber drin, sondern einfach Rohrstopfen genommen. Funktioniert gut. Aber wie gesagt: bei mir sind die Strecken kurz. Wenn du mehrere Zweige hast, würde ich ggf am Anfang jedes Zweigs einen Schieber vorsehen um ihn aus dem Verkehr ziehen zu können. Für die einzelnen Anschlüsse dann Rohrstopfen. Ist billiger und funktioniert genauso gut (letzteres würde ich jetzt einfach mal behaupten).
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Re: Kurze Frage kurze Antwort Thread

#3193

Beitrag von kehrdesign » 13.01.2020, 13:17

Ich verwende in Kombination mit einem Zyklon und einem handelsüblichen 1,4 KW-Haushalt-Staubsauger einschl. Schläuchen ca. 3 m 50er Rohr. Bei der Tischkreissäge genügt das gerade so.
Schleifmaschinen und Oberfräse sind kein Problem; hier kommt's auch hauptsächlich auf hohe Strömungsgeschwindigkeit an, die bei größerem Rohrquerschnitt bekannterweise abnehmen würde.
Die Anschlüsse stecke ich einfach per Flex-Schlauch um.
Eine gelegentliche Verstopfung war nie durch Späne u. Splitter, sondern durch größere Teile beim manuellen Aufsaugen vom Tisch und Boden. Das blieb aber immer im ersten Stück des Schlauches hängen und war problemlos wieder zu beseitigen.

Wenn ich die Anlage erneuern würde, käme neben einem leistungsfähigeren Sauger für die dann längere Hauptleitung stärkeres Rohr in Frage (70-90 mm, des geringeren Strömungswiderstandes wegen), die Anschlüsse zu den Geräten finde ich mit 50 mm perfekt.
Verhinderer haben Gründe, Macher suchen Lösungen.
______________________
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Re: Kurze Frage kurze Antwort Thread

#3194

Beitrag von hugenay » 23.01.2020, 13:15

Hallo zusammen,

ich trau mich mal zu fragen als Anfäger und sonst eher Mitleser. Ich habe vorletztes Jahr eine Les Paul gebaut, ziemlich genau nach Barlett Plan. Das lief alles ganz gut.
Jetzt habe ich in den letzten Wochen meine Holzreste zusammengeklaubt und Bodies und Tops vorbereitet. Die Bodies sind auch schon in Form gebracht und das Top Aufleimen käme bald.
Nun aber meine Herausforderung: ich habe die Tops nicht wie im Plan auf fast 16mm Stärke hinbekommen, sondern habe etwa 11-12mm nur. Wenn ich nun einen Halswinkel von 4,4° nehmen würde, wäre die Wahrscheinlichkeit groß, dass vom Top auf Höhe Halsübergang nichts mehr bleibt.
Da dachte ich mir den Halswinkel auf 3° zu drücken, dann müsste ja mehr vom Top stehen bleiben (schätze mal 2 mm). Wie kriege ich dann allerdings die Bridge tiefer? Da müsste ich ja im gesamten Bereich der Bridge was abnehmen und das Carving anpassen. Ist die Denke korrekt so? Übersehe ich das was?

Vielleicht ist da ja banal.... freue mich über Hinweise :-)

viele Grüße
Johannes.

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Re: Kurze Frage kurze Antwort Thread

#3195

Beitrag von Yaman » 23.01.2020, 14:34

Falls ich es richtig verstehe, ist dein Top ca. 4 mm für deinen Plan zu dünn. Du brauchst doch dann nur die Halstasche ca. 4 mm tiefer zu fräsen bei gleichem Halswinkel wie im Plan.

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Re: Kurze Frage kurze Antwort Thread

#3196

Beitrag von cabriolet » 23.01.2020, 15:15

Wenn ich dich richtig verstanden habe, willst du das Top an den Rändern so dick lassen wie es im Plan ist und die Wölbung weniger stark ausarbeiten. Dann wäre es doch an der höchsten Stelle, genau dort wo die Bridge sitzt, etwa 4 mm niedriger und deshalb sitzt deine Brige niedriger. Genau deshalb musst du dann ja den Halswinkel anpassen.

Bevor wir aber aneinander vorbeireden: Zeichne die gesamte Gitarre im Schnitt auf. Und zwar maßstäblich, am besten im Originalmaß. Dann siehst du, was du wie ändern musst.

Gruß
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Re: Kurze Frage kurze Antwort Thread

#3197

Beitrag von hugenay » 23.01.2020, 17:24

Ach danke genau! - hab mir gerade nen Winkelmesser bestellt, ich mal das gern von Hand. Vielleicht meld ich mich nochmal mit ner Zeichnung :-)

Gruß Johannes.

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Re: Kurze Frage kurze Antwort Thread

#3198

Beitrag von penfield » 23.01.2020, 17:40

hugenay hat geschrieben:
23.01.2020, 17:24
Ach danke genau! - hab mir gerade nen Winkelmesser bestellt, ich mal das gern von Hand. Vielleicht meld ich mich nochmal mit ner Zeichnung :-)

Gruß Johannes.
Fürs Durchprobieren von verschiedenen Werten eignet sich der Halswinkelrechner sehr gut.
https://www.gitarrebassbau.de/download/file.php?id=398
SGmaster, Peacemaster 3P90, Double neck fretless/fretted,
Quickbird, Basslownia, FrameBird, Violin Bass Bausatz, Mystery Guitar . Hat die Semmelblonden JMs endlich fertig und arbeitet an Les Paulownia um die Werkstatt dann endlich ausmisten zu können...

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Re: Kurze Frage kurze Antwort Thread

#3199

Beitrag von hugenay » 23.01.2020, 22:11

Ja mega 8)
Da hab ich auch direkt die Werte für Höhendifferenz Brücke - Halsansatz.
Bin mal gespannt wie das in der Praxis klappt :)

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Yaman
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Re: Kurze Frage kurze Antwort Thread

#3200

Beitrag von Yaman » 24.01.2020, 07:53

Wie dick darf Holz sein, damit ich es mit einem Biegeeisen biegen kann? Hängt wahrscheinlich auch von der Holzart ab. Ich habe Esche.

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