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Welche Software hilft mir beim Planen?
Womit kann ich den Abstand der Bundstäbchen berechnen?
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#1

Beitrag von Dave84 » 07.03.2020, 10:14

Hallo zusammen

Ich suche für eine Fender Strat ein 3d Modell im Format STL oder einem, dass Fusion 360 unterstützt. Es gibt welche in SLDPRT welche scheinbar mit der freien Lizenz nicht mehr geöffnet werden können. Ev kann mir das jemand als SLT speichern oder es hat jemand von euch eine Vorlage fürs 3d Fräsen auf der CNC.

Gruss Dave

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Re: Datenformat

#2

Beitrag von Rallinger » 07.03.2020, 10:50

Ich hab beim Stöbern bereits diverse freie Strat-Modelle gefunden. Aber da würde ich nicht meine Hand ins Feuer legen, dass diese mit passenden Dimensionen gezeichnet wurden. Wenn man genau hinsieht, sehen viele dieser Modelle gut aus, aber ob daraus eine spielbare Gitarre würde ...? Hier z.B. https://grabcad.com/library/stratocaster-11/

Aber wenn du bereit bist, ein wenig zu investieren (50$): https://www.electricherald.com/shop/gui ... ster-1958/

Mit diesen Modellen kannst du direkt in die CAM-Planung gehen. Ich hab da schon diverse dxf Pläne heruntergeladen. Die Qualität ist sehr gut. Der Mann weiß was er tut.
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Re: Datenformat

#3

Beitrag von 100WChris » 07.03.2020, 22:40

Hi Dave,
die Erfahrung von Ralf kann ich nur bestätigen: die kostenlose Zeichnungen sind meistens nicht ohne intensive Nachbearbeitung zu gebrauchten und zudem oft falsch! In der benötigen Korrektur-Zeit hätte man dann auch selbst zeichnen können…
Selbst bei kommerziellen Anbieter kriegt man manchmal Schrott, wenn Ralf also gute Erfahrung mit electricherald gemacht hat, würde ich seinem Rat folgen. So kommt am Ende eine Gitarre raus und keine grauen Haare 8)
beste Grüße
Chris

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Re: Datenformat

#4

Beitrag von KNGuitars » 09.03.2020, 09:09

... oder etwas hirnschmalz investieren und selbst was entwerfen ;)
lg klaus

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Re: Datenformat

#5

Beitrag von Dave84 » 10.03.2020, 07:28

Hallo zusammen

Danke euch für die Antworten. Ich habe mir die Modelle von electricherald angeschaut und mir die Strat gekauft. Den Sonntag habe ich dann mit fräsen verbracht und am Abend war ich doch etwas deprimiert. Schon mal vorweg. Die Daten sind einwandfrei, sehr detailliert und für das Cam zu gebrauchen.
Das Problem dürfte ehre das Cam oder die Maschine sein. Bei der 3d (2.5d) Bearbeitung habe ich zum Teil Abstufungen in den Radien. Am meisten konnte ich dies beim Radius des Halses zur Kopfplatte feststellen. Dort wurde wie in drei Flächen (Abstufungen) gefräst. Die Auflage für das Griffbrett war auch nicht mehr gerade und hätte Nacharbeitung gebraucht. Alle diese Sachen mache ich in Handarbeit schneller.
Naja ein Versuch im 2.5d fräsen wars wert und den Plan kann ich auch so gebrauchen.
Hat jemand von euch Erfahrung im 2.5d fräsen auf der Hobbymaschine? Was wären so eure Erfahrungen?
Gruss Dave

PS: Die grauen Haare kommen leider langsam :(

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Re: Datenformat

#6

Beitrag von Rallinger » 10.03.2020, 08:33

Dave84 hat geschrieben:
10.03.2020, 07:28
Schon mal vorweg. Die Daten sind einwandfrei, sehr detailliert und für das Cam zu gebrauchen.
Das ist schon mal gut zu wissen. Nicht dass ich daran gezweifelt hätte, aber trotzdem.

Zeig doch mal Bilder von den gefrästen Teilen, das würde es leichter machen Fehlerquellen zu identifizieren und dir Tipps zu geben. Allerdings ...
Dave84 hat geschrieben:
10.03.2020, 07:28
Bei der 3d (2.5d) Bearbeitung habe ich zum Teil Abstufungen in den Radien. Am meisten konnte ich dies beim Radius des Halses zur Kopfplatte feststellen. Dort wurde wie in drei Flächen (Abstufungen) gefräst.
... ich weiß das willst du jetzt nicht hören, aber das ist sehr wahrscheinlich auf deine CAM-Pfade zurückzuführen. Du hast schlicht bei der Hälfte der Arbeit aufgehört.

Ich musste das auch schon manchmal schmerzlich erfahren: Die Maschine macht stur was du ihr anschaffst. Ich tippe in diesem Fall mal darauf, dass du eine Schruppaktion für die Halsrückseite angelegt, aber nicht die Werte für die Tiefenschnitte angepasst hast. Du arbeitest mit Fusion, richtig? Dann schau doch mal in den Reiter "Durchgänge", aktiviere dort "Tiefenschnitte" und gib mal testweise einen Wert von 0,5mm an. In der Simulation dürften es dann schon wesentlich mehr Stufen sein. Stufen sind normal bei einer Schruppaktion. 1-1,5mm sollte in der Praxis ein brauchbarer Wert sein.

Wenn die CNC saubere Übergänge fräsen soll, brauchst du als nächsten Schritt eine Schlichtaktion. Idealerweise hast du dafür einen Kugelfräser mit möglichst großem Durchmesser zur Verfügung. Es geht aber auch mit einem Spiralfräser (wird dann halt nicht so sauber). Du müsstest dann unter "3D" eine "Parallel" Aktion auswählen. Je geringer der parallele Versatz ist, desto sauberer sind die Übergänge und desto weniger Nacharbeit hast du. Allerdings ist dann auch die Maschine länger am Rödeln.

Die Parallel-Aktion ist allerdings nur für den Hals wirklich brauchbar. In diesem Fall entstehen dort lange Schnitte mit nur geringer Änderung der Z-Tiefe. Wenn du die Radien am Korpus mit einer Parallel-Aktion schlichten willst, brauchst du dafür 100 Jahre (weil sich Z ständig und stark ändert). Wenn du also die Radien am Body von der CNC erledigen lassen willst, würde ich mir einen Radiusfräser mit dem entsprechenden Radius besorgen. Den hast du vermutlich eh schon, nur halt mit Anlaufring. Lege den mal testweise in der Werkzeugbibliothek an.

Ich hab das selber in der Praxis noch nicht ausprobiert. Aber meine Strategie wäre hier, eine 2D Nut zu fräsen. D.h. erstelle eine Skizze, auf die du die Außenkontur des Bodies projizierst. Erstelle dann einen Versatz mit der Hälfte des Durchmessers des Anlaufrings von deinem Radienfräser. Und dann definiere diesen Versatz-Pfad als Zentrum deiner Nut. Ich bin mir nicht sicher ob das funktioniert, aber einen Versuch ist es wert ... Wenn du einen 8er Radius fräsen willst, würde ich dann zur Sicherheit 4 Durchgänge à 2mm Tiefenzustellung fräsen. Damit sollte das eigentlich in 10 Minuten pro Seite erledigt sein.
Dave84 hat geschrieben:
10.03.2020, 07:28
Die Auflage für das Griffbrett war auch nicht mehr gerade und hätte Nacharbeitung gebraucht.
Versteh ich nicht ganz. Kannst du das näher erläutern oder Bilder zeigen?

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Re: Datenformat

#7

Beitrag von Dave84 » 10.03.2020, 10:04

Okay... Kurz zum Setup da ich gerade nicht zu Hause bin und die Fotos erst am Abend machen kann:

CAD-Programm: Fusion 360
CAM: Estelcam
Maschine: 10-05 Basic von Mechaplus
Betriebssystem: Win PC NC

STL in Fusion erstellt und mittels Estelcam (Blockbearbeitung) die Einstellungen vorgenommen. Vorschub 1200mm/min
- Schruppen mit 6mm Schruppfräser bei 3mm Zustellung in Längsrichtung zum Hals. Bearbeitungszeit ca 1 1/2h.
- Schlichten mit 6mm Kugelfräser bei 0.45mm in Längsrichtung zum Hals. Bearbeitungszeit ca 1 1/2h
Wir reden nur von einer Seite des Halses.

Problem:
Nr 1: Die Abstufung des Radius bei der Kopfplatte wie bereits beschrieben.
Nr 2: Estelcam programmiert automatisch in der Blockbearbeitung. Aus mir unerklärlichen Gründen werden die Löcher der Mechanik nicht "Vorgeschruppt". D.h. der Kugelfräser würde mit 700mm/min in Z 14mm Tief fahren.
Nr 3: Der Kugelfräser macht in der Längsbearbeitung "Rillen". D.h. aus irgend einem Grund (Mechanisch oder CAM) habe ich Verluste auf der Z-Achse. Nach einer Bahn habe ich das Problem bemerkt. neu abgenullt und Z stimmte wieder.

Ich hoffe das ich nicht auf der Maschine Schrittverluste habe. Wie ich diese beheben könnte erschliesst sich mir nicht. Sicher werde ich die Kunststoffmuttern der Gleitblöcke anschauen.

Das die Erstellung des CAM auch auf Fusion geht habe ich gewusst nur noch leider nie benutzt. Estelcam hat zB eine automatisierte Einstellungsmöglichkeit für Radiusfräser aber ich glaube für die 2.5d Bearbeitung in dieser Form ist es am Anschlag.

Gruss Dave

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Re: Datenformat

#8

Beitrag von Rallinger » 10.03.2020, 11:08

Hm. Also mit Estlcam kenne ich mich nicht aus.

Für mich zählt es zu den sympathischen Dingen von Fusion dass man auch direkt in einem Programm die CAM-Bahnen erstellen kann. Ich sage nicht dass es problemlos geht - manche Dinge sind da schon ein wenig umständlich. Aber es ist schon praktisch dass man die Umgebung nicht verlassen muss.

So wie du es beschreibst ist Estlcam nicht die beste Wahl, wenn es um so komplizierte Dinge geht wie eine Gitarre ... da kann ich dir nicht weiterhelfen. In Fusion ggf schon, auch wenn ich mich da selber noch einarbeite.

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Re: Datenformat

#9

Beitrag von KNGuitars » 10.03.2020, 11:34

ich benutz auch extlcam, vl kann ich dir etwas weiterhelfen. was ich bis jetzt gelernt hab beim 2,5/3d fräsen mit estlcam: lieber immer einen halben mm luft lassen zum schleifen, manchmal macht das programm einfach was unvorhergesehenes. 2d warens bei mir bis jetzt nur anwenderfehler :D

problem 1 kann ich nicht ganz nachvollziehen, vl kannst du mal ein foto einstellen
problem nr 2: welchen bahnabstand/seitliche zustellung fährst du denn beim schruppen ... kann natürlich sein dass du hier 1x links und 1x rechts bei den mechaniklöchern vorebigefahren bist, und sie deshalb nicht gefräst wurden .
problem nr3: wenn das null Niveau liegts an der maschine, entweder schrittverlust (was für die Z-achse aber untypisch ist, außer du hast extreme beschleunigungen eingestellt. oder der fräser war nicht richtig festgespannt.
lg klaus

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Re: Datenformat

#10

Beitrag von Dave84 » 10.03.2020, 12:32

Hier mal die zwei Bilder
20200310_123007.jpg
20200310_122958.jpg

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Re: Datenformat

#11

Beitrag von Rallinger » 10.03.2020, 12:42

Help. Da ist aber mal so richtig was schiefgelaufen. Ich frag mich auch warum da dermaßen viel Holz weggenommen wurde. Kann Estlcam keine 2D Konturen? Kann doch gar nicht sein.

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Re: Datenformat

#12

Beitrag von KNGuitars » 10.03.2020, 13:12

hmm ... du hast hier (vermutlich) den ganzen hals als 3d-objekt gefräst ... das ist natürlich nicht ideal ;)
die außenkontur solltest du nur 2d fräsen, dadurch fährt die fräse außen um den hals rum, und hier entsteht schonmal eine schöne glatte fläche.
2,5/3d gefräst sollten natürlich nur flächen werden, die auch wirklich dreidimensional sind, alles andere ist in 2d einfacher und schneller.

was allerdings am übergang zur kopfplatte schief gegangen ist kann ich auch nicht sagen, ich nehm an dass du die stelle meinst, selbst estlcam sollte hier eine sauberen runden übergang hinbekommen, vorrausgesetzt natürlich die rundung ist im stl vorhanden.

in der mitte des halses ist eine vertiefung zu sehen, ich nehm an dass du die stelle meintest, und danach neu genullt hast, oder?
lg klaus

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Re: Datenformat

#13

Beitrag von Dave84 » 10.03.2020, 14:38

Danke für die Antworten
Ev bin ich zu doofe für Estelcam... Ich kann den Nullpunkt nur in der freien Bearbeitung einstellen und nur eine Seite bearbeiten. Möche ich beide Seiten bearbeiten muss ich die Blockfuntion nehme. Wie stelle ich dann ein, dass es mir die Griffbrettfläche in Ruhe lässt, den Radius Hals/Kopfplatte frässt und fertig.

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Re: Datenformat

#14

Beitrag von KNGuitars » 10.03.2020, 15:03

Dave84 hat geschrieben:
10.03.2020, 14:38
Danke für die Antworten
Ev bin ich zu doofe für Estelcam... Ich kann den Nullpunkt nur in der freien Bearbeitung einstellen und nur eine Seite bearbeiten. Möche ich beide Seiten bearbeiten muss ich die Blockfuntion nehme. Wie stelle ich dann ein, dass es mir die Griffbrettfläche in Ruhe lässt, den Radius Hals/Kopfplatte frässt und fertig.
das ist der nachteil bei estlcam ... estlcam ist sehr simpel, das heißt du kannst keine fläche wählen die gefräst werden soll, sondern es wird die ganze datei gefräst bzw nur über einen umweg.
dieser umweg wäre die funktion "arbeitsbereiche maskieren", dann wird wirklich nur der gewünschte bereich gefräst. dazu benötigst du aber eine 2-d zeichnung als dxf mit den entsprechenden bereichen. ebenso würdest du fürs fräsen der außenkontur die außenkuntur im dxf-format benötigen.
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Re: Datenformat

#15

Beitrag von Dave84 » 10.03.2020, 15:22

Ich habe sowohl die DXF- wie auch die STL- Daten. Muss ich noch ausprobieren. Ist da Fusion ev einfacher?

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Re: Datenformat

#16

Beitrag von Rallinger » 10.03.2020, 15:40

Dave84 hat geschrieben:
10.03.2020, 15:22
Ist da Fusion ev einfacher?
Ich hab den Vergleich nicht. Aber Fusion ist praktisch, weil es die Trennung zwischen Konstruktion und Fertigung nicht gibt. Das Modell beruht ja komplett auf Skizzen, und diese hast du auch in der CAM-Umgebung jederzeit an der Hand, um damit Fräsbahnen zu planen. Du bist dafür nicht rein aufs Modell festgelegt.

Und du kannst auch jederzeit zurück in die Konstruktionsumgebung und dort Kleinigkeiten ändern. Etwa wie in meinem Beispiel weiter oben, wo du eine zusätzliche Skizze mit einem Versatz anlegst, und diesen Versatz dann als CAM-Bahn verwendest. Das ist schon sehr smart.

Ob Fusion in diesem Sinne "einfacher" ist ...? Wenn ich von den letzten Posts hier ausgehe scheint man damit jedenfalls mehr Kontrolle zu haben und weniger festgelegt zu sein. Nachdem du eh in Fusion modellierst, würde ich es an deiner Stelle einfach mal ausprobieren.
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Re: Datenformat

#17

Beitrag von 100WChris » 10.03.2020, 15:56

Ich würde Dir dringend empfehlen jede Fräsaktion erstmal in einer Simulation zu betrachten, das kann Estlcam doch auch, oder? Da sieht man dann die gröbsten Probleme sofort. Erst wenn die Simulation passt, gehts auf die CNC. Es gibt auch externe Simulationsprogramme… Die Fräse macht, was der G-Code ihr sagt, wenn da was seltsam läuft, ist in 99% der Typ vorm Rechner Schuld – frag mich nicht, warum ich das weiß :)
Zum Workflow, bzw zu Deinem Problem Nr 2: Du solltest die einzelnen Fräsaktionen im CAD festlegen und nicht in Estlcam. Ins Estlcam werden dann nur die benötigten Zeichnung-Details importieren. also zB: die Löcher für die Mechaniken auswählen, in Estlam die Werkzeugwege nur für diese Löcher berechnen und das als Datei speichern. So hast Du für verschieden Arbeitsschritte verschiedenen G-Code-Dateien. Achja: Mechanik-Löcher ist eine einfache 2d-Taschen-Fräsung, das macht man mit einem Schaftfräser und nicht mit einem Radiusfräser.
Und – wie auch von den Kollegenschon gesagt: Immer überlegen, welches die richtige Frässtrategie ist und welches Werkzeug für diese Strategie benötigt wird.
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Re: Datenformat

#18

Beitrag von 100WChris » 10.03.2020, 16:02

Nochwas: Christian Knüll, der Programmierer von Estlcam leistet einen superr guten Support für seine Software und hilft immer gerne weiter.
beste Grüße
Chris

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Re: Datenformat

#19

Beitrag von KNGuitars » 10.03.2020, 16:10

genau, du musst dir erstmal den arbeitsablauf überlegen.
ich machs auch so dass ich für jeden arbeitsschritt ein eigenes programm mach. (man kann natürlich auch alles inkl werkzeugwechsel in ein programm packen, aber ich finds so übersichtlicher)

arbeitsschritte bei dir könnte zb sein:
1. 3d fräsen des griffbrettradius
2. 2d fräsen der vertiefung der kopfplatte + bohrung der mechanikeenlöche
3. 3d fräsen übergang hals-kopfplatte
4. 2d fräsen bundschlitze
5. hals umdrehen und 3d fräsen halsrückseite
6. 2d fräsen außenkontur hals
fertig

... ist natürlich jetzt etwas vereinfacht dargestellt, du musst dir die arbeitsschritte die die fräse machen soll überlegen, und dazu entsprechende zeichnungen vorbereiten, und dann das cam damit füttern

gittarre downloaden und von cnc-fräse bauen lassen, so einfach ists leider (oder zum glück ) nicht ;)
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Re: Datenformat

#20

Beitrag von Dave84 » 10.03.2020, 19:37

Das ist mal ein Plan. Da scheint einiges an Erfahrung vorhanden zu sein.
Kurz als Einschub: Ich habe bisher 1 Gitarre komplet gebaut (Hand und Handmaschine) und eine im Bau mit Konturen CNC. Mir geht es nicht darum so schnell wie möglich zu bauen sonder der Weg ist das Ziel und "Ich liebe es wenn ein Plan funktioniert" :D
Es geht mehr um die Herausforderung, das Ding zum laufen zu bringen.
Wie regelt Ihr das mit dem Nullpunkt. Ich habe kei 3d-Taster oder so zum neu abnullel. Einmal Nullpunkt setze am Rohmaterial oder als Mittellinie des Teils?
Gruss

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Re: Datenformat

#21

Beitrag von 100WChris » 10.03.2020, 20:34

Z nulle ich mit einem Kassenbon ab, gibts ja grad reichlich…
XY je nach Fräs-Job. Ich nulle XY meist für jeden Job da ab, wo ich ihn haben möchte. Zweiseitige Sachen werden über Index-Pins und entsprechende Fräsungen in der Opferplatten ausgerichtet.
Oder Du machst es so intelligent wie Haddock, der fräst zweiseitig und richtet nach der Mittellinie aus.
Viele Wege führen nach Rom, es gibt keinen Standard-Weg. Es geht immer darum: Was will ich fräsen, was ist die richtige Strategie, welches Werkzeug brauche ich dafür, wie spanne ich das auf, wo setze ich meinen Nullpunkt, welche Fräs-Parameter wähle ich… Liste unvollständig :)
beste Grüße
Chris

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Re: Datenformat

#22

Beitrag von Dave84 » 11.03.2020, 08:00

Guten Morgen zusammen

Danke für die Hilfe von eurer Seite. Ich mache mich bald an die Arbeit und werde das Ergebnis sicher mitteilen. Dafür werde ich sicher bis Anfang nächsten Monat warten und mich dann noch entscheiden, ob ich mit dieser Gitarre am Wettbewerb teilnehme. Ob es schon eine Baudokumentation über die Herstellung einer Gitarre mittels CNC gibt weiss ich nicht, aber es wäre sicher spannend für alle die die gleiche Freude an der Technik mitbringen.

Gruss Dave

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Re: Datenformat

#23

Beitrag von Rallinger » 11.03.2020, 08:09

Dave84 hat geschrieben:
11.03.2020, 08:00
Ob es schon eine Baudokumentation über die Herstellung einer Gitarre mittels CNC gibt weiss ich nicht, aber es wäre sicher spannend für alle die die gleiche Freude an der Technik mitbringen.
Gibt's. Gab's auch schon an verschiedenen Stellen. In meinem Falle inklusive aller Fehler die ich so veranstaltet habe. Für dich zur Beruhigung vorab: bei mir ist auch ein Halskantel in die Tonne gewandert ... https://www.gitarrebassbau.de/viewtopic ... 01#p152581
Aber mach das! Es ist immer wieder spannend zu sehen, welchen Ansatz andere verfolgen!

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Re: Datenformat

#24

Beitrag von KNGuitars » 11.03.2020, 08:25

bin auch gerade dabei :
https://www.gitarrebassbau.de/viewtopic.php?f=61&t=8795

... speziell auf cnc geh ich dabei aber weniger ein, da es für den großteil hier sowieso unintressant ist, aber falls du fragen hast einfach fragen

kantentaster hab ich auch keinen ... ich nulle per hand ab, hab am nullpunkt eine bohrung zb 8mm. dann spann ich einen fräser mit 8mm durchmesser ein, und fahr den fräser in das loch, vorschub dabei natürlich ganz runter. dann wenn der fräser dann frei drehen kann passt der nulpunkt X/Y schonmal, bei Z fahr ich an die oberfläche, dreh den fräser von hand, und sobald ein kratzgeräusch zu hören ist wird Z genullt
lg klaus

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Re: Datenformat

#25

Beitrag von 100WChris » 11.03.2020, 12:29

Einen einfachen aber erstaunlich präzisen Kantentaster kann man sich schnell bauen: Auf einen Passstift ein Kugellager aufpressen und feddich! Dann seitlich das Material anfahren und in dem Moment in dem das Kugellager stoppt, hat man die Kante (Spindel dreht sich, klar…). Man muss dann noch den Radius des Kugellagers raus rechnen und hat seinen Nullpunkt.
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beste Grüße
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