Gitarrendesign in Inkscape/Blender

Welche Software hilft mir beim Planen?
Womit kann ich den Abstand der Bundstäbchen berechnen?
Antworten
Benutzeravatar
bussela
Ober-Fräser
Beiträge: 741
Registriert: 24.04.2010, 01:07
Wohnort: Heidelberg
Hat sich bedankt: 123 Mal
Danksagung erhalten: 35 Mal
Kontaktdaten:

Gitarrendesign in Inkscape/Blender

#1

Beitrag von bussela » 14.07.2020, 12:42

Hallo, @@thoro, hallo @atomicxmario, hallo, alle, die mit Inkscape und vor allem Blender umgehen können,

aus schier unvermeidlichen Gründen muss ich unbedingt lernen, wie eins so eine Art „Vorschau“ einer noch zu bauenden (Bass-)Gitarre erstellt. Kompatibilität mit jedwelchen CNC-Maschinen ist dabei äußerst nachrangig. Wichtig ist, daß ich anderen Menschen möglichst exakt zeigen kann, wie ein Instrument aussehen wird. Es muß auch nicht wirklich fotorealistisch sein. Die unten aufgeführten Beispiele im jeweils ersten Post der verlinkten Threads wären bereits mehr als zufriedenstellend (okay, die sind ja auch schon wirklich sehr gut).

Leider habe ich das Problem, daß ich auf YouTube und vergleichbaren Plattformen keine Tutorials finden kann, die für mich persönlich zum Erlernen dieser Kunst geeignet sind¹. Möchte eins von Euch sich die Mühe machen, und mir das designen einer Gitarre in Blender beibringen? Oder habt Ihr Tips, wo ich das (zu bezahlbaren Preisen) erlernen kann? Oder (und das wäre vielleicht meine bevorzugte Option) mag eins mal hier einen Tutorial-Thread machen und Schritt für Schritt zeigen, wie eins eine Gitarre from scratch designt? Wichtig dabei wäre nur, daß es sich um kostenlose Open-Source-Software handelt (wie eben z. B. Blender und Inkscape).

¹Ich kann nur sehr schlecht durch lesen oder abstrahieren lernen (dafür gibt's tatsächlich einen medizinischen Fachbegriff, den ich aber regelmäßig wieder vergesse). Ein Tutorial, in dem ich einen Koffer designe nützt mir tatsächlich überhaupt nichts. :( Wenn ich lernen will, wie ich eine Gitarre designe, muß ich tatsächlich eine Gitarre designen.

https://www.gitarrebassbau.de/viewtopic.php?f=61&t=6451
thoro hat geschrieben:
13.01.2017, 13:26
Zuerst habe ich in der 3D-Software Blender den Entwurf meiner ersten Gitarre modifiziert. Ich bin bei der Korpusform meiner ersten Gitarre geblieben, weil ich sie immer noch toll finde. So konnte ich schonmal einen Eindruck davon bekommen, wie die Gitarre mit dem Ovangkol-Top, der Hardware und Pickups aussehen würde.

01_Entwurf.jpg

https://www.gitarrebassbau.de/viewtopic.php?f=22&t=8597
thoro hat geschrieben:
26.09.2019, 22:57
Dann habe ich mir Gedanken um die Details gemacht. Hier sieht man ein Vorher/Nachher-Rendering, das ich wie immer in Blender erstellt habe. Ich hatte bereits cremfarbene Vintage Alnico2-Humbucker von Donlis bestellt und kam auf die Idee, aus einem Rest ein 3-Schichten-Pickguard zu sägen, das ohne Schrauben nur durch die Potis, den Switch und ein unsichtbares Stück harte Folie unter dem Pickup-Rahmen gehalten werden sollte. Die schwarzen Poti-Knöpfe habe ich durch goldene Witch-Hats ersetzt, die ich auch noch hatte. Den hinteren Gurtpin habe ich auf die Innenseite des Flügels versetzt.

hohner_fv_devil_14.jpg

https://www.gitarrebassbau.de/viewtopic.php?f=9&t=8570
thoro hat geschrieben:
15.09.2019, 14:50
Hier noch ein Rendering aus der Entwurfs-Phase, ich habe es wie immer mit der 3D-Software "Blender" erstellt.

Wes Instagram 01a_neu.jpg

https://www.gitarrebassbau.de/viewtopic.php?f=94&t=8898
atomicxmario hat geschrieben:
13.03.2020, 11:31
Und hier meine ersten Gehversuche im 3D Bereich mit aktualisierter Kopfplatte aber alten Mechaniken
Bitte nicht so auf die Fehler achten! ;)
Bildschirmfoto 2020-03-13 um 10.25.27_2540.pngBildschirmfoto 2020-03-13 um 10.28.21_2540.pngBildschirmfoto 2020-03-13 um 10.28.35_2540.pngBildschirmfoto 2020-03-13 um 10.29.04_2540.pngBildschirmfoto 2020-03-13 um 10.29.52_2540.png
Liebe Grüße
Rüdiger


"Blues players don't mess around with the guitar, they hit the bloody thing." (Rory Gallagher)
…m;les to go before I sleep…
Für Eile hab ich keine Zeit.

Benutzeravatar
Rallinger
Zargenbieger
Beiträge: 1972
Registriert: 27.02.2017, 12:05
Wohnort: Gröbenzell
Hat sich bedankt: 287 Mal
Danksagung erhalten: 489 Mal

Re: Gitarrendesign in Inkscape/Blender

#2

Beitrag von Rallinger » 14.07.2020, 13:18

Hallo Rüdiger,
ich arbeite mit Illustrator und Fusion360, aber die zugrunde liegenden Prinzipien sind dieselben. Nämlich vektorbasiertes Zeichnen. Wenn du das in der dritten Dimension machen willst, musst du zuerst einmal die Grundlagen in der zweiten Dimension beherrschen. Den Umgang mit Pfadwerkzeugen z.B. oder das Erstellen und Anordnen von Geometrien. Und wenn du das hast, solltest du dich mit der Organisation einer Datei in Layer und Ordner beschäftigen. Bevor du das nicht gefressen hast, ist jeder Versuch in die dritte Dimension zu gehen von vornherein zum Scheitern verurteilt.
bussela hat geschrieben:
14.07.2020, 12:42
Ein Tutorial, in dem ich einen Koffer designe nützt mir tatsächlich überhaupt nichts. :( Wenn ich lernen will, wie ich eine Gitarre designe, muß ich tatsächlich eine Gitarre designen.
Das ist halt ein bisschen so als wollte ich lernen wie man eine Geige baut, aber mich dagegen sperren den Umgang mit einer Säge zu erlernen. Kann man versuchen, aber es wird vermutlich nicht von Erfolg gekrönt sein.

Wenn du irgendwann mal an den Punkt kommen willst an dem du eine Gitarre in einem 3D Programm erstellen kannst, dann musst du dir realistische Zwischenziele setzen. Z.B. das Ziel wie man lernt einen Koffer zu designen. Und danach vielleicht, wie man einen Akustikgitarrenkoffer designt. Und wenn das geht, dann kannst du irgendwann mal an eine Gitarre denken.

Aber bevor du einen Koffer in 3D zeichnen kannst - was nicht gar so banal ist - musst du ihn erstmal in 2D hinbekommen.

Ist nicht böse gemeint, und ich möchte dich nicht ermutigen. Aber wenn dein Ziel "Gitarre in 3D" ist, dann hast du einen Langstreckenlauf vor dir. So wie du dir das vorstellst, funktioniert das nicht.

Aber schau dir als Startpunkt mal die Artikel und Videos von Electric Herald an. Der arbeitet zwar auch wie ich mit Illustrator und Fusion360, aber die Vorgehensweise ist +/- dieselbe in grün.
https://www.electricherald.com/guitar-d ... lustrator/
https://www.electricherald.com/how-to-m ... uitar-cad/

Benutzeravatar
bussela
Ober-Fräser
Beiträge: 741
Registriert: 24.04.2010, 01:07
Wohnort: Heidelberg
Hat sich bedankt: 123 Mal
Danksagung erhalten: 35 Mal
Kontaktdaten:

Re: Gitarrendesign in Inkscape/Blender

#3

Beitrag von bussela » 14.07.2020, 13:29

Oh, da hab ich mich vielleicht missverständlich ausgedrückt. Mein (Lern-)Problem ist nicht, daß ich nicht in der Lage wäre, den Gebrauch einer Säge zu üben, bevor ich eine Geige baue. Es geht vielmehr darum, daß ich nicht abstrahierend lernen kann. Ich kann das in einem Videotutorial gesehene (egal ob 2 oder 3d) nicht im Kopf auf ein anderes Objekt übertragen. Ich kann mir tausend Videos anschauen, wie von der Pike auf ein Koffer designt wird und dabei lernen, wie ich einen Koffer designe aber nicht, wie ich eine Gitarre designe. Ich weiß nicht, wie ich das anders erklären soll.
Liebe Grüße
Rüdiger


"Blues players don't mess around with the guitar, they hit the bloody thing." (Rory Gallagher)
…m;les to go before I sleep…
Für Eile hab ich keine Zeit.

Benutzeravatar
Rallinger
Zargenbieger
Beiträge: 1972
Registriert: 27.02.2017, 12:05
Wohnort: Gröbenzell
Hat sich bedankt: 287 Mal
Danksagung erhalten: 489 Mal

Re: Gitarrendesign in Inkscape/Blender

#4

Beitrag von Rallinger » 14.07.2020, 13:54

Das hab ich schon verstanden.

Aber unabhängig von deinem spezifischen Problem liegt ein 3D Design einer Gitarre für jemanden, der offenbar noch nie mit 2D Grafikprogrammen gearbeitet hat, in weiter Ferne. Eine Gitarre ist ja schon kompliziert für Leute, die durchaus schon mit CAD gearbeitet haben. Die Aufgabe ist absolut keine leichte. Eine Gitarre ist komplex.

Wenn du dort hinkommen willst, musst du dir Zwischenziele setzen, die du realistisch erreichen kannst. Und da ist die Beherrschung des Umgangs mit 2D Grafikprogrammen wirklich der aller, allererste Schritt. Das musst du können, denn in 3D Programmen basiert jeder Körper auf 2D-Skizzen.

Was du willst ist, den 150sten Schritt vor dem ersten zu machen. Und das wird auch jemand nicht schaffen, der dein Abstraktionsproblem nicht hat.

Benutzeravatar
bussela
Ober-Fräser
Beiträge: 741
Registriert: 24.04.2010, 01:07
Wohnort: Heidelberg
Hat sich bedankt: 123 Mal
Danksagung erhalten: 35 Mal
Kontaktdaten:

Re: Gitarrendesign in Inkscape/Blender

#5

Beitrag von bussela » 14.07.2020, 16:28

Rallinger hat geschrieben:
14.07.2020, 13:54
Was du willst ist, den 150sten Schritt vor dem ersten zu machen.
Das ist doch genau das Gegenteil von den was ich will?
Ist das jetzt gerade der Autismus, der bei mir kickt? Red ich denn wirklich so sehr eine andere Sprache?

Ich kann mit deinen Video-Vorschlägen nix anfangen, weil die eben gerade eine abgeschlossene Grafikdesign Ausbildung voraussetzen, muss das Video in Zeitlupe abspielen, will nicht mal ein Ton dabei ist, der erklärt, was der Typ gerade in Blitzgeschwindigkeit macht.

Wo hab ich denn geschrieben, daß ich nicht in 2d anfangen will? Ich mein, Inkscape steht literally im Threadnamen‽ Ich hab auch buchstäblich von Schritt für Schritt Anleitung gesprochen. Impliziert das für Neurotypische, daß ich die ersten 150 Schritte weglassen will? Weil für mich heißt das, beginne mit dem ersten Schritt und mache dann mit den 2. weiter.

This thread is a mess already und Informationen sind bisher noch nicht mal enthalten. /o\
Liebe Grüße
Rüdiger


"Blues players don't mess around with the guitar, they hit the bloody thing." (Rory Gallagher)
…m;les to go before I sleep…
Für Eile hab ich keine Zeit.

Benutzeravatar
thoro
Holzkäufer
Beiträge: 135
Registriert: 29.08.2014, 11:30
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 5 Mal
Kontaktdaten:

Re: Gitarrendesign in Inkscape/Blender

#6

Beitrag von thoro » 14.07.2020, 16:38

Ich habe noch kein Blender-Tutorial gesehen, in dem beschrieben wurde, wie man eine Gitarre modelliert, mit Materialien versieht, beleuchtet und rendert. Du bräuchtest also eigentlich jemanden, der dir das auf dich zugeschnitten beibringt.

Ein Tutorial dazu zu schreiben wäre ein ziemlicher Aufriss, denn jeder Teil des Prozesses ist sehr umfangreich.

Ich empfehle deshalb ebenfalls, das geplante Instrument in 2D zu visualisieren. Und wenn du nicht darauf angewiesen bist, es später in eine CNC-Maschine zu übertragen, könntest du statt Inkscape auch eine Bildbearbeitungssoftware nehmen. Darin wäre wahrscheinlich eine ansprechende Darstellung der Oberflächen/Hölzer leichter zu realisieren. Wenn du es von Anfang an maßstabsgetreu anlegst, kannst du daraus dann auch prima die Frässchablonen erstellen.

Viele Grüße
Thorsten

Benutzeravatar
Arsen
Zargenbieger
Beiträge: 1504
Registriert: 22.05.2011, 20:43
Hat sich bedankt: 33 Mal
Danksagung erhalten: 43 Mal

Re: Gitarrendesign in Inkscape/Blender

#7

Beitrag von Arsen » 14.07.2020, 19:48

Hallo Rüdiger,
Ralf hat es mit seinen Ratschlägen sicher nur gut gemeint - es weiß ja vielleicht auch nicht jeder hier, dass du eben anders lernst und dich Neuem evtl. anders annäherst.
Darüber hast du ja hier einmal einen spannenden Thread und Beiträge veröffentlicht.

Von daher ist es vielleicht nicht einfach sofort einen guten Ansatz für dich zu finden, aber ich bin mir sicher wir bekommen das in diesem Forum hin - wenn nicht hier, wo sonst! (dance a)

Ich habe mir Inkscape (ein paar wenige Grundlagen, die ausreichen eine 2D-Gitarre zu zeichnen) selbst beigebracht, allerdings ist das schon eine Weile her.
Vielleicht schaffe ich es in den kommenden Tagen einmal, die wichtigsten Funktionen und Werkzeuge aufzuschreiben (muss erst wieder reinkommen).
Gruß, Arsen

Benutzeravatar
thonk
Bodyshaper
Beiträge: 203
Registriert: 24.07.2010, 00:03
Hat sich bedankt: 27 Mal
Danksagung erhalten: 34 Mal

Re: Gitarrendesign in Inkscape/Blender

#8

Beitrag von thonk » 14.07.2020, 20:40

Edit mal vorne weg:
Entschuldige...
Da hätte ich deinen Eingangspost gründlicher lesen sollen; meine Tipps sind eigentlich wertlos, da sie genau das von dir verlangen, was für dich anscheinend die eigentliche Hürde ist. Das Abstrahieren und Transferieren.

Ich finde, es ist suboptimal, das 2d oder 3d modellieren so objektspezifisch aufbereitet lernen zu wollen.
Es spricht absolut nichts dagegen, als erstes eine Gitarre zu zeichnen. Die dabei auftretenden Problemstellungen sind im Falle von Inkscape garantiert im Netz umfänglich dokumentiert. Das muss man dann halt zu nutzen wissen.

Das Erlernen der einzelnen Tools und Funktionen ist am Beispiel einer Gitarre locker möglich.
Das Einrichten der Oberfläche und des Projektes, dasmaßstabsgerechte Zeichnen von Geraden, Kurven, Splines, Kreisen; das Gruppieren, Zusammenfassen, Anordnen, Ausrichten; das Kopieren, Löschen, Modefizieren...
Die Liste ist lang und es sind viele kleine Schritte, die man gehen und lernen muss.
Die Programme haben ihre Eigenarten, aber viele sind dann doch ähnlich, so dass gelerntes übertragen werden kann, sollte man wechseln wollen.

Fange mit dem an, was du hast und ackere dich da in kleinen Schritten rein. Wenn es Inkscape ist - dann halt Inkscape... Spielt jetzt keine große Rolle.

Wenn du bei Null anfängst, dann wäre mMn ein guter Start, das Einrichten des Projektes als DIN A3 quer und das zeichnen eines Griffbretts mit Bünden und dots maßstabsgerecht.

Benutzeravatar
Rallinger
Zargenbieger
Beiträge: 1972
Registriert: 27.02.2017, 12:05
Wohnort: Gröbenzell
Hat sich bedankt: 287 Mal
Danksagung erhalten: 489 Mal

Re: Gitarrendesign in Inkscape/Blender

#9

Beitrag von Rallinger » 14.07.2020, 20:58

Hallo Rüdiger, tut mir Leid wenn du dich von mir auf den Schlips getreten gefühlt hast. Das war nicht meine Absicht. Eigentlich wollte ich dich nur davor bewahren, in eine Sackgasse zu rennen.

Ich versuch's nochmal konstruktiv. Das Videotutorial das ich verlinkt habe gibt's auch als Step-by-Step Tutorial. Ich habe hier schon öfter Beiträge von Electric Herald verlinkt. Dieses hier ist das mit Abstand Ausführlichste und Verständlichste, das du im Internet finden wirst:
https://www.electricherald.com/how-to-d ... lustrator/

Das Tutorial ist mit Illustrator gemacht. Aber die Schritte die du ausführen musst sind 1:1 dieselben wie in Inkscape. Beides sind Vektorgrafikprogramme. Die GUI ist verschieden, aber das zugrunde liegende Konzept ist identisch.

Das Problem: der Kollege fängt natürlich nicht bei Null an. Um dieses Tutorial nachvollziehen zu können, muss man die Grundlagen von Vektorgrafik ausprobiert und verstanden haben.

Dasselbe gilt für das zweite Tutorial, das ich dir verlinkt habe. Hier baut er seine Gitarre mit Fusion360 und nicht mit Blender. Ich habe selbst nie mit Blender gearbeitet, aber ich gehe fest davon aus, dass auch hier das Prinzip identisch ist.

Ok, ich hab verstanden dass es für dich eine kleinere Hürde darstellen würde, wenn diese beiden Tutorials mit Inkscape und Blender erstellt wären. Bevor du dich aber nicht ganz allgemein mit 2D Bezierkurven, Ebenen, Selektionen usw vertraut gemacht hast, wird dir auch das nichts nutzen. Und in 3D, egal mit welchem Programm, potenziert sich die Komplexität nochmals.

Deswegen war mein Rat, das Design einer Gitarre als Fernziel zu betrachten, und dir machbare Zwischenziele zu definieren.

Auf Youtube gibt's z.B. sehr gute Grundlagen-Tutorials zu Inkscape: https://www.youtube.com/results?search_ ... al+deutsch

Das mit dem Transfer ist ein Problem, das habe ich verstanden. Keine Ahnung wie du das lösen kannst. Aber jedes dieser Tutorials bringt dich deinem Ziel einen Schritt näher.

Benutzeravatar
cabriolet
Ober-Fräser
Beiträge: 729
Registriert: 12.09.2018, 09:50
Wohnort: Wetzlar
Hat sich bedankt: 75 Mal
Danksagung erhalten: 228 Mal

Re: Gitarrendesign in Inkscape/Blender

#10

Beitrag von cabriolet » 14.07.2020, 21:29

Hallo Rüdiger,

Vielleicht schaffst du es ja, dich vom Gedanken frei zu machen, etwas abstrahieren zu müssen. Ich denke, Ralf hat das Beispiel mit der Säge und der Geige genau so gemeint: Du solltest Inkscape (oder welches Programm auch immer du nutzen möchtest) als Werkzeug begreifen, dessen Benutzung du zuerst lernen musst.
Ein Video-Tutorial, dass dir die wichtigsten (der vielen) Funktionen von Inkscape erklärt, ist vielleicht der bessere Einstieg ins Thema, als ein Tutorial, wie man etwas Bestimmtes designt.
Also eher sowas: www.youtube.com/watch?v=hFE4wVoP0qo
Und dann selber herumprobieren, ohne das feste Ziel "Gitarre". Irgendwelche Linien, Bezierkurven, Rechtecke, Kreise usw. zeichnen und vergrößern, verkleinern, verzerren, miteinander verbinden, füllen. Mit verschieden Ebenen arbeiten. Andere Dateien importieren, um sie zum Beispiel als Hintergründe oder Oberflächen einzusetzten oder Formen nachzuziehen, die du dann wiederum verändern kannst.
Das alles, um damit die Handhabung des Programms zu erlernen. Um es dann als Werkzeug zum Zeichnen, Entwerfen, Designen zu nutzen. Nicht nur für Gitarren, auch für vieles Anderes.

Erst der nächste Schritt wäre dann, gezielt eine Gitarre zu zeichnen. Also das "Werkzeug" Inkscape für das "Werkstück" Zeichnung einer Gitarre zu benutzen.

Aber vielleicht hast du ja schon mit Inkscape gearbeitet, und wir wissen es nur nicht. Dann hätten wir alle in der Tat aneinander vorbeigeredet.
Und wie du siehst, schlage ich dir schon wieder etwas anders vor als beispielsweise @thonk . Es gibt bestimmt so viele verschiedene Herangehensweisen an das Thema wie es verschiedene Menschen gibt. Sei dir sicher, wir sind alle verschieden, und deshalb lernt auch jeder Mensch anders.

Gruß
Markus

@Rallinger war mal wieder schneller, das von mir verlinkte Video ist das selbe wie das erste in seinem Link (whistle)
Bauprojekte: Die "Couch-Gitarre"
und natürlich die aktuellen Wettbewerbsgitarren: Noch so´n hohles Ding: Die kleine Schwester
und Simplex

Die Wettbewerbsgitarre 2018/2019:
Das hohle Ding aus dem Baumarkt: Baubericht und Galerie

Benutzeravatar
atomicxmario
Holzkäufer
Beiträge: 174
Registriert: 27.05.2013, 08:34
Wohnort: in der Oberpfalz
Hat sich bedankt: 49 Mal
Danksagung erhalten: 20 Mal
Kontaktdaten:

Re: Gitarrendesign in Inkscape/Blender

#11

Beitrag von atomicxmario » 14.07.2020, 22:09

Servus zusammen,

so wie ich das sehe, bringt es dem Rüdiger wenig, zu erlernen, wie man Kreise und Rechtecke usw zeichnet, weil er das zwar lernen kann, diese erlernten Skills allerdings nicht oder kaum dafür einsetzen kann um eine Gitarre zu zeichnen... das ist für uns "Normalos" extrem schwer nachzuvollziehen.

Natürlich besteht jede Zeichnung (ob 2d oder 3d) aus einfachen geometrischen Formen, allerdings liegt die Schwierigkeit bei Rüdiger wohl darin, dass er den erlernten Umgang mit (zB) dem Pfadwerkzeug nicht zum Zeichnen einer Gitarre einsetzen kann, wenn er den Umgang mit dem Pfadwerkzeug bei einem Tutorial zum Zeichnen eines Apfels erlernt hat... Rüdiger kann zwar dann einen Apfel zeichnen und beherrscht die Funktionen des Pfadwerkzeuges um dies zu tun, kann aber das Erlernte nicht verwenden um eine Gitarre zu zeichnen. Ich sag ja, schwer nachzuvollziehen...

Rüdiger muss also die Pfadfunktionen beim Zeichnen einer Gitarre erlernen... (das geht im Prinzip genauso).
Oder, Rüdiger, hab ich das so richtig zusammengestopselt?

Ich arbeite nur weder mit Incscape noch mit Blender, kann da also leider nicht helfen...
Gruß Mario

Madl-Guitars-Website
Hello friend. Hello friend? That's lame. Maybe I should give you a name. But that's a slippery slope, you're only in my head, we have to remember that. Shit, this actually happened, I'm talking to an imaginary person.

Benutzeravatar
kehrdesign
Zargenbieger
Beiträge: 1772
Registriert: 05.06.2011, 02:06
Hat sich bedankt: 111 Mal
Danksagung erhalten: 304 Mal
Kontaktdaten:

Re: Gitarrendesign in Inkscape/Blender

#12

Beitrag von kehrdesign » 15.07.2020, 02:32

cabriolet hat geschrieben:
14.07.2020, 21:29
... Es gibt bestimmt so viele verschiedene Herangehensweisen an das Thema wie es verschiedene Menschen gibt. ...
Dem kann ich nur zustimmen.

Das Designen auch von Gitarren (das für mich das Gestalten der Formen und Oberflächen bedeutet) geschieht bei mir bis auf geringfügige Kleinigkeiten vollständig im Kopf. (Dieses Vorstellungsvermögen ist offenbar eine nicht so häufige Gabe, die man nicht erlernen kann, bestenfalls durch Training perfektionieren.) Erst dann bringe ich die wichtigen Konturen auf eine 1:1-Handzeichnung, auf der ich noch kleine Form- bzw. Maßkorrekturen vornehmen und jederzeit die wichtigsten Funktionsmaße überprüfen kann.

Hauptsächlich zur Dokumentation und hoher Wiederholgenauigkeit, ggf. auch mal zur Ausgabe eines Prints für eine Frässchablone nutze ich Vektorgrafik-Software (Coreldraw, Illustrator, seltener Inkscape). Dabei werden bspw. Korpuskonturen nicht nur in Kreisbögen und Geraden, sondern hauptsächlich in Bezierkurven mit möglichst harmonischen Kurvenverläufen übertragen. Dazu lege ich ein Scan/Foto in eine Hintergrundebene/-Layer. Besonders wichtig ist, dass die Radien von Bogenelementen möglichts harmonisch wachsen oder schwinden. Sonsten wirken die Konturen stellenweise etwas eckig und ungekonnt.
Man könnte jetzt eine lange Liste von Regeln aufstellen, aber ohne persönliches Formempfinden würden diese auch kein positives Ergebnis garantieren können. Nicht zuletzt fließen ja als entscheidendes Moment auch ergonomische und funktionelle Bedingungen ein. Dazu kommt, dass gezielte Abweichungen von der durchgängigen Harmonie Formen erst interessant und einzigartig machen.

Zur Darstellung in 3D-Software (wie Blender, Rhino, Inventor, 3DS-Max u.v.m.) kann man sehr gut die geschlossenen Bezierkurven-Konturen aus 2D-Vektorgrafik-Programmen nutzen. Besonders zu empfehlen hierfür ist das Illustratorformat (.ai). Das oft genutzte DXF-Format enthält oft nicht alle benötigten Daten, so dass die Kurven nicht geschlossen sein können und/oder Kurven nicht mehr aus Bögen sondern aus vielen kleinen, aneinandergereihten Geradenelementen bestehen können.
Die Erstellung echter 3D-Körper ob auf Mesh- oder Nurbs-Basis lediglich zur Visualisierung ist mir meist zu aufwendig. Einfacher für mich ist im Regelfall auf Basis von 2D-Vorlagen in Photoshop mit all seinen Verzerrungs-, Masken-, Ebenen-, und vielen anderen Funktionen ein 3D-Bild fotorealistisch zu zeichnen.

So leid es mir auch tut, ich sehe wirklich keine praktikable Möglichkeit für einen verallgemeinerbaren, erfolgversprechenden Algorithmus des Gitarre-Designens. Erst recht nicht, wenn das auf bestimmte Werzeuge (Software) eingeschränkt ist.

Eventuell wäre das Modifizieren etablierter Formen ein erfolgversprechender Ansatz. Auch dabei könnte man in Inkscape u. Co. eine Vorlage als Bezierkurve nachzeichnen, diese verändern und ggf. das Ergebnis als ai-Pfad in ein 3D-Programm übernehmen, eine dritte Dimension (im einfachsten Fall durch Extrudieren) hinzuzufügen sowie mit Materialien/Beleuchtung zu belegen und zu rendern.
Verhinderer haben Gründe, Macher suchen Lösungen.
______________________
http://guitars.kehrdesign.de/

Antworten

Zurück zu „Software“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast