Flexible Bodykanten-/Binding-Jig

Schablonen und Hilfskonstruktionen

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Flexible Bodykanten-/Binding-Jig

#1

Beitrag von Rallinger » 30.12.2017, 11:38

Bei meinem aktuellen Projekt viewtopic.php?p=125460#p125460 wollte ich die Bodykanten sauber abgerundet haben. Das Problem: die Decke ist konvex gewölbt, die Rückseite konkav (oder war's andersrum? Immer diese Fremdworte!). Jedenfalls: frei Hand fräsen fiel dadurch aus, weil die Fräse gekippelt hätte. Und wenn ich mit einem Abrundfräser mit fixer Höhe gearbeitet hätte, dann würde es an den schmalsten Stellen des Korpus eine saubere Rundung gegeben haben - und an den Breitseiten (weil diese durch die Wölbung tiefer liegen) lediglich eine mikrige Fase. Ich brauchte also eine Lösung, mit der die Fräse der Korpusform sauber in der Höhe folgt.

Ideengeber war ein existierendes Tool, wie es von Stewmac oder hier in Deutschland auch von Gitabou vertrieben wird: http://shop.gitabou.de/product/bindig-fraesvorrichtung/ Allerdings funktioniert das nicht mit Fräsmotoren, und die Führung mit Laufrollen hat mich nicht wirklich überzeugt. Und dann der Preis ... eine eigene Lösung musste her!

Vorab: da die Höhe des Korpus konstruktionsbedingt ein paar Zentimeter nach Innen abgenommen wird, funktioniert meine Jig nur an den Stellen richtig gut, wo die Höhenunterschiede zwischen innen und außen nur marginal sind. Beim Armrest und der Bierbauchfräsung stößt meine Lösung an ihre Grenzen. Aber sonst hat sie richtig gut funktioniert (ein paar Macken hab ich mir in den Body reingehauen, wie immer wenn ich was fräse. Aber das war eher meine Schuld als die der Jig). Dabei ist die Jig relativ einfach und verhältnismäßig kostengünstig zu bauen. Aber von vorne ...

Hier ist das Ding in seiner ganzen, noch ein wenig improvisierten Pracht:
Herzstück ist die 40x40 Säule, die mit Winkeln auf ein Brett montiert ist:
Die Halterung des Fräsmotors läuft über Kunststoffgleiter in den Nuten der Säule und wird einfach von oben reingesteckt:
An den Seiten ist die Halterung durch Federn gehalten. Der Angriffspunkt der Feder lässt sich über einen Nutenstein in der Nut verändern. Dadurch lässt sich die Vorspannung der Feder gut auf das Gewicht des Fräsmotors einstellen. Das Ganze wird so austariert, dass die Fräse smooth nach oben flutscht, wenn sie von unten Druck kriegt - aber gleichzeitig noch genügend Druck auf den Body ausübt, um eine saubere Fräsung zu ergeben.
Die Bodykontur wird im wahrsten Sinne von einem "Kugellager" abgenommen. In diesem glockenförmigen Gehäuse läuft eine gelagerte Nylonkugel. Durch das an der Fräsmotor befestigte Gewinde lässt sich die Position des "Kugellagers" in der Höhe verstellen. Dadurch kann man in mehreren Schritten schön Step-by-step tiefer gehen, und muss nicht die gesamte Rundung in einem Rutsch fräsen (was ich nicht gerne wollte, weil die Esche ein wenig widerborstig ist).
Schlussendlich sorgt ein Nutenstein dafür, dass die Fräse, wenn man das Werkstück wegzieht, nicht auf die Bodenplatte rauscht - ein wichtiges Sicherheits-Feature. Nicht zu vergessen!
Das war's im Großen und Ganzen. Ich hab das Ding jetzt für Abrundungen hergenommen, mit einem Binding-Fräser sollte das aber auch für ein Binding auf einem Droptop prima funktionieren.

Wenn Interesse besteht, kann ich gerne eine Teileliste posten. Bis dahin: einen guten Rutsch euch allen! Sprengt euch die Pfoten nicht weg, die braucht ihr zum Gitarre-Bauen!

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Re: Flexible Bodykanten-/Binding-Jig

#2

Beitrag von wasduwolle » 30.12.2017, 13:57

Hi Ralf,
Das Teil sieht super aus, eine Teileliste wäre prima, was hast du denn ca dafür ausgegeben?
Grüsse
Wolle

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Re: Flexible Bodykanten-/Binding-Jig

#3

Beitrag von filzkopf » 30.12.2017, 14:23

super Jig, an einer Teileliste wäre ich auch interessiert :)
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Re: Flexible Bodykanten-/Binding-Jig

#4

Beitrag von Rallinger » 30.12.2017, 14:34

wasduwolle hat geschrieben:
30.12.2017, 13:57
Hi Ralf,
Das Teil sieht super aus, eine Teileliste wäre prima, was hast du denn ca dafür ausgegeben?
Grüsse
Wolle
Hi Wolle, danke dir. Also ...

Bei Dold Mechatronik:
Allerdings hab ich dann vier Kunststoffgleiter verwendet statt der hier bestellten zwei. Mit zweien ist es zu kippelig. Unbedingt vier bestellen!

Bei Ebay:
"Kugellager" (nach dem Dingens hab ich mir einen Wolf gegoogelt! Oder hätte jemand stante pede eine Ahnung, wie man sowas nennt? "Kugellager" jedenfalls nicht ;-) ): http://www.ebay.de/itm/Kugelrolle-Geh%C ... 2749.l2649
Fräsmotor-Halterung: https://www.ebay.de/itm/Eurohalsaufnahm ... 2749.l2649

Dann noch bei Hagebaumarkt ein paar Kleinteile, im Besonderen:
- 2x Zugfeder normal (hatte erst die starken probiert, die sind zu stark)
- 1x Gewindestangenverbinder M8x25
- 10x (oder so) Schrauben M3x16 (für die Nutensteine)
Alles zusammen so um die 80 Euro.

Man kann noch einiges Geld sparen, indem man sich die Halterung für den Fräsmotor selber baut. Dafür bei Dold ein Profil 20x80 I-Typ Nut 5 mit 20cm Länge mitbestellen (5,50€). Die 43mm Aufnahme muss man sich dann halt selber basteln, z.B. aus 20er Multiplex. Wenn man keine Bedenken in Sachen Haltbarkeit hat. Sonst halt aus Alu, wenn man's kann. Hatte ich mir überlegt, aber es war Weihnachten und ich wollte lieber an meinem Bass basteln. Drum hab ich es mir schenken lassen ... (whistle)

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Re: Flexible Bodykanten-/Binding-Jig

#5

Beitrag von Rallinger » 30.12.2017, 14:40

Ach ja, eine geplante Verbesserung: Momentan hab ich das Ding auf ein großes Brett befestigt. Irgendwann werde ich es wohl mal auf eine Grundplatte 12x12 befestigen und dann Bohrungen/Einschlagmuttern in meine Werkbank versenken. Dann hab ich nur noch die Säule zu verstauen. Geht dann wesentlich weniger im Weg rum. Next time ...

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Re: Flexible Bodykanten-/Binding-Jig

#6

Beitrag von kehrdesign » 30.12.2017, 15:35

Auch wenn dieses Teil als kostengünstige Alternative zu einer Tisch-Oberfräse überaus gelungen ist, stört mich etwas die eingeschränkte Nutzbarkeit. Darum ein kleiner Hinweis für Besitzer eines eines Wabeco-Bohrständers:

Solche Bohr- und Fräsständer kann man mit wenig Aufwand natürlich auch für diesen Zweck nutzen. Eine mittels Schrauben und Nutensteinen auf der Grundplatte befestigte Multiplexplatte geeigneter Größe mit 2-teiligem seitlichen Anschlag ermöglicht darüber hinaus auch das Fräsen langer, gerader Kanten oder Leimflächen für bspw. mehrteilige Bodyblanks oder Halskanteln.
Dem höheren Preis des Bohrständers gegenüber steht ein wesentlich breiteres Anwendungsfeld wie die eigentliche Nutzung für unterschiedlichste Bohrarbeiten, mehr Freiheit durch größeren, einstellbaren Abstand der Fräserachse zur Säule u.v.m. Die Montage eines zusätzlichen Niederhalters ist natürlich auch hierbei nützlich.
Die Nutzung zum streifenweisen (Stirn-)Fräsen von größeren, ebenen Fläche (wie Body- und Deckenstärke) wäre dann auch möglich, ist mit meinem Planer-Jig (mit festliegendem Werkstück und beweglicher Oberfräse) aber praktischer zu bewerkstelligen.
Um etwas zu verhindern finden sich immer Gründe, um etwas zu erreichen findet man Lösungen.
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Re: Flexible Bodykanten-/Binding-Jig

#7

Beitrag von Rallinger » 30.12.2017, 16:37

kehrdesign hat geschrieben:
30.12.2017, 15:35
Auch wenn dieses Teil als kostengünstige Alternative zu einer Tisch-Oberfräse überaus gelungen ist, stört mich etwas die eingeschränkte Nutzbarkeit. Darum ein kleiner Hinweis für Besitzer eines eines Wabeco-Bohrständers: Solche Bohr- und Fräsständer kann man mit wenig Aufwand natürlich auch für diesen Zweck nutzen.
Ich hab den Wabeco und drüber nachgedacht, wie ich den für diese Aufgabe nutzen kann. Mir ist nichts Brauchbares eingefallen. Könntest du bitte ein wenig ins Detail gehen? Das wär super! Das Bessere ist des Guten Feind, sagt man ja ...

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Re: Flexible Bodykanten-/Binding-Jig

#8

Beitrag von penfield » 30.12.2017, 17:02

Spitzenjig und danke für die akribische Aufzählung.
So eines wollte ich auch schon immer - mal sehen, wie ich dabei meine Reste vom anderen Fräsjig verwerten kann...
SGmaster, Peacemaster 3P90, Double neck fretless/fretted,
Quickbird, Basslownia, FrameBird, Violin Bass Bausatz.
Sollte an Les Paulownia arbeiten, hat aber den Umbau der Mystery Guitar eingeschoben...

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Re: Flexible Bodykanten-/Binding-Jig

#9

Beitrag von Yaman » 30.12.2017, 17:38

Rallinger hat geschrieben:
30.12.2017, 16:37
Ich hab den Wabeco und drüber nachgedacht, wie ich den für diese Aufgabe nutzen kann. Mir ist nichts Brauchbares eingefallen. Könntest du bitte ein wenig ins Detail gehen?
Mir geht es genauso. Ich wäre auch interessiert.

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Re: Flexible Bodykanten-/Binding-Jig

#10

Beitrag von kehrdesign » 30.12.2017, 17:55

Um die automatische Höhenanpassung zu ermöglichen, ist natürlich die Montage eines ebensolchen Gleitsteins nötig, was sehr sicher an der Horizontal-Säule des Bohrständers mittels massiver Schelle und passendem Gestänge möglich ist.

Der Widerstand der Vorschubmechanik kann überwunden werden
A) indem eine stärkere Zugfeder (ev. am Vorschubhebel angreifend) gegen den Vorschubwiederstand wirkt, oder
B) durch temporäre Entnahme der Feder aus der Bohrhubmechanik.
vorzugsweise aber
C) Vertikale, freie Beweglichkeit durch Lösen der Klemmschraube zur vertikalen Führungssäule (Höhenarretierung) des gesamten Kopfes (mit Horizontalführung und Vorschubmechanik). Hierzu muss nur die Vertikalführung sehr exakt, fast spielfrei eingestellt sein. Falls das Eigengewicht der Einheit mit Frässpindel nicht genügen sollte, kann das mittels einer zusätzlichen, nach unten gerichteten Zugfeder und/oder einem Zusatzgewicht unterstützt werden. Soweit meine Gedanken dazu.

Überhaupt nichts gegen Deine Vorrichtung, Ralf. Mein Gedanke war legilich, wozu eine zusätzliche Säulenführung mit zusätzlichem Tisch und zusätzlicher 43 mm Spanneinrichtung hinstellen, wenn all das in solider Ausführung schonmal vorhanden ist. Die Funktion der Höhenanpassung kommt üblicherweise auch so selten vor, dass mir der Kosten-, Arbeits- und Platzaufwand für eine separate Vorrichtung einfach leidtäte.
Um etwas zu verhindern finden sich immer Gründe, um etwas zu erreichen findet man Lösungen.
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Re: Flexible Bodykanten-/Binding-Jig

#11

Beitrag von Rallinger » 30.12.2017, 18:46

Ich hab's nicht genau verstanden, und mich betriffts ja auch nicht - ich hab ja die Jig gebaut. Ich hab dich schon richtig verstanden, keine Sorge. Kritik ist immer hilfreich. Aber der Wabeco ist weit verbreitet, da dacht ich mir schon dass das von Interesse wäre. Aber die meisten Jigs sind ja Spezialisten ...

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Re: Flexible Bodykanten-/Binding-Jig

#12

Beitrag von clonewood » 30.12.2017, 21:06

ich finde den Taster rund um das Werkzeug praktischer.....damit lassen sich dann auch gewölbte Decken gut bearbeiten.....

wie z.B. hier

http://www.gitarrebassbau.de/viewtopic. ... ing#p86642

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Re: Flexible Bodykanten-/Binding-Jig

#13

Beitrag von Rallinger » 31.12.2017, 08:27

clonewood hat geschrieben:
30.12.2017, 21:06
ich finde den Taster rund um das Werkzeug praktischer.....damit lassen sich dann auch gewölbte Decken gut bearbeiten..... wie z.B. hier
http://www.gitarrebassbau.de/viewtopic. ... ing#p86642
Wow, geil! 1:0 für dich! Dazu hätte ich nur eine Frage: wo krieg ich dieses Bauteil her? Hättest du mir da einen Link? Oder ist das selber angefertigt?

Weil in der Tat ist meine Variante nicht optimal. Zum Einen weil - wie schon erwähnt - diese Methode z.B. bei Armrest und Bierbauchfräsung an ihre Grenzen stößt. Zum anderen weil man bei den Korpushörnern aufpassen muss wie Luchs dass die Auflage nicht plötzlich vom Horn rollt und man sich eine fiese Macke reinfräst. Bei deinem Taster hätte man sich der Idiotensicherheit schon deutlich weiter angenähert.

Haben will!

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Re: Flexible Bodykanten-/Binding-Jig

#14

Beitrag von clonewood » 31.12.2017, 10:15

Das Bauteil ist selbst angefertigt

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Re: Flexible Bodykanten-/Binding-Jig

#15

Beitrag von Rallinger » 31.12.2017, 10:20

clonewood hat geschrieben:
31.12.2017, 10:15
Das Bauteil ist selbst angefertigt
Könntest du vielleicht bei Gelegenheit eine Detailaufnahme posten?

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Re: Flexible Bodykanten-/Binding-Jig

#16

Beitrag von jhg » 31.12.2017, 13:28

Was ich ungünstig bei dieser Art des "Tasters" finde ist der Abstand zur Spindel. bei einem Top mit recurve, einer Akustikgitarre etc. spielen ein paar 1/10mm "falsche" Höhe schon eine große Rolle. Das Binding sieht schief aus. Ebenso die Ausladung ist gerade bei engen Cutaways problematisch. Der Taster sollt ja dann immer radial zur Fräslinie stehen. Das geht nur mir einer sehr großen Ausladung. Bei einem "Ringtaster" und Fräser mit Kugellager spielt das keine Rolle. Egal von welcher Seite man herangeht ist die Frästiefe gleich. Deswegen würde ich immer eine ringförmige Höhenbegrunzung um den Fräser herum bevorzugen.
Die Sache mit dem Bohrständer: Für diese Jigs braucht man eine sehr leichtgänige Führung. Ich selber habe den Wabecoständer - damit kann man Einiges machen, aber eine leichtgängige Führung hat der ganz bestimmt nicht. Also kommt man nicht umhin eine irgendwie leichtgängie Z-Achse zu bauen. Ob man die nun an den Ständer baut oder

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Re: Flexible Bodykanten-/Binding-Jig

#17

Beitrag von clonewood » 31.12.2017, 13:31

ok ..... straight from the workshop....

diese einfache Konstruktion mit dem Holzbalken habe ich aus Platzgründen gewählt........es ist so alles sehr schnell auf der Werkbank montier und demontierbar......

die Nylonauflage rund um den Fräser hat etwa 4 mm Auflage und ist an einem Aluwinkel befestigt......darüber die Fräse in der Höhe mittels Mikrometerschraube einstellbar ........ dieses Konstrukt ist dann linear auf einem Alublech gelagert.......das Gesamtkonstruckt wird dann einfach mit zwei Schraubzwingen am Holzbalken befestigt.......dieser ist unten mit 2 Winkelchen auf der Werbank und oben an einem Regal befestigt........also....4 Schrauben, 2 Schraubzwingen, Feder einhängen und es kann losgehen......natürlich ist man damit auch eingeschränkt.....aber diese Vorrichtung dient bei mir alleine dazu Bindingkanäle an sämtlichen Gitarren fräsen zu können.....

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Re: Flexible Bodykanten-/Binding-Jig

#18

Beitrag von Rallinger » 31.12.2017, 15:15

Super Sache, vielen Dank! Für den Taster hab ich schon eine Idee, mal schauen wie ich das mit der Höhenverstellung adaptiert bekomme. Ein neues Projekt fürs neue Jahr ...
Einen guten Rutsch euch allen!

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