Konstruktionsthread Dickenschleifmaschine

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Konstruktionsthread Dickenschleifmaschine

#1

Beitrag von KNGuitars » 26.01.2018, 11:27

Ich sarte hier ein neues Projekt:

es geht um die Konstruktion und den Bau einer Dickenschleifmaschine.
einige haben ja schon eine DIY maschine gebaut, die können hier ihre erfahrungen einbringen, einige wollen bestimmt auch eine maschine bauen, die können hier ihre ideen einbringen.
Da ich auch zu denen gehöre die eine Dickenschleifmaschine bauen wollen wäre ich über jede hilfe, jeden hinweis, jede idee und auch natürlich jede kritik dankbar :D

Ich werde die maschine dann in CAD planen, und dem Forum zur Verfügung stellen

ich würd vorschlagen ich fang mal mit den eckdaten an:
jeder der sich beteiligen möchte ist herzlich eingeladen mitzumachen, schreibt einfach mal eure wünsche auf.

meine Wünsche wären:
gewünschte schleifbreite: 40cm
durchlasshöhe: 15cm
vorschub: automatisch bzw mit handkurbel
budget: max ca 400€

also, wer ist dabei, was habt ihr für wünsche, hat mal kräftig in die tasten :D
lg klaus

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Re: Konstruktionsthread Dickenschleifmaschine

#2

Beitrag von hatta » 26.01.2018, 11:56

Meine Eckdaten:

Breite 80cm
Max durchlass 25 cm

Konstrunktion aus aluminium profilen.
Tisch fix, schleifwalze höhenverstellbar. Beidseitig geführt an präzisions zylinderrohren mit klemmung. Höhenverstellung beidseitig (per kette oder winkelgetriebe verbunden) mit spielfreien trapezspindeln.

Eventuell auch mit 2 schleifwalzen, wobei die hintere etwas schräg steht.

Vorschub per einzugsrollen oder wenn irgendwo leistbar zu bekommen per vorschubteppich.

Bauzeit derzeit unbegrenzt, da noch zuviele projekte auf fertigstellung warten.
Gruß
Harald

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Re: Konstruktionsthread Dickenschleifmaschine

#3

Beitrag von Haddock » 26.01.2018, 12:15

Hallo,

super super Idee! Evt, könnte man, wenn es dann soweit ist, Sammelbestellungen machen.

Hätte also absolut Interesse und freue mich auf den Thread!

Gruss
Urs

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Re: Konstruktionsthread Dickenschleifmaschine

#4

Beitrag von jhg » 26.01.2018, 12:25

@hatta das ist ja schon mal ein riesen Trümmer - wieso soll die 80cm breit werden?

Für Gitarren reicht eigentlich eine Breite von 45cm - damit kann man auch Akustikdecken und Böden schleifen. Meine ist mit 30cm sehr kompakt und Werkstattfreundlich - man muss auch den Platz haben.

Als Material für das Gestell habe ich Multiplex verwendet: gut verfügbar, preiswert, stabil

Die Lager für die Walze sind einfache Stehlager von ebay genau so wie die Welle mit 20mm Durchmesser. Da kann man für die Schleifwalze einfach mit einem 20mm Forstnerbohrer die Scheiben bohren.

Bei meiner Maschine gibt es sicherlich eine Gefahr des "Rückschlages" - allerdings ist die nicht so hoch wie bei einer Hobelmaschine, da die Walze kontinuierlich arbeitet. Man muss das Zeug gut festhalten. Mir war der Aufwand für ein Transportband zu groß und gerade bei sehr kleinen Teilen schätze ich auch die glatte Auflagefläche und den Handvorschub. Außerdem ist die Zustellung eher so bei 2/10 - 3/10mm.

Man kann das ganze Ding technisch sehr aufwändig konstruieren - dann kann man sich aber auch gleich die Jet-Maschine kaufen. Ich meine immer: keep ist simple! Also: kein Vorschubteppich, einfache Tischverstellung mit einer Gewindespindel, "Baumarktmaterialien", Holzkonstruktion (einfache Bearbeitung auf der Kreissäge)

Wenn man die Möglichkeit hat, besorgt man sich beim Holzhändler eine große Platte Multiplex in 24mm (kostet bei mir für 250x125cm 86€) Aus dieser Platte kann man fast alle Teile für die Maschine bauen. Am Ende noch ein bisschen Klarlack drauf oder wer Bock hat macht es farbig.

Damit kostet so eine Maschine
86€ Holz
100€ Motor
30€ Schalter
50€ Stehlager (UCP 204), Welle, Spindel und Kleinteile

Mit dem Rest von der Platte baut man sich noch einen Tellerschleifer, Foxbender, etc.


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Re: Konstruktionsthread Dickenschleifmaschine

#6

Beitrag von KNGuitars » 26.01.2018, 12:38

hatta hat geschrieben:
26.01.2018, 11:56
...
Breite 80cm
Max durchlass 25 cm
...
das wird ja eine ordentliche maschine :oops: :D

ich werds versuchen so konstruieren dass der jeweilige erbauer dann einfach seine gewünschte breite und durchlasshöhe selbst variieren kann.

höhenverstellung der schleifwalze mit fixem tisch find ich schonmal gut ... würdest du den motor unten hinsetzen? ... dann müsste man bei jeder höhenverstellung den motor mit verstellen, oder sollte der motor oben sitzen, und mitverstellt werden, so ähnlich wie bei den günstigeren jets? (wie im bild hier)
http://www.holzundlicht.de/images/produ ... 1571_1.jpg
lg klaus

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Re: Konstruktionsthread Dickenschleifmaschine

#7

Beitrag von jhg » 26.01.2018, 12:44

KNGuitars hat geschrieben:
26.01.2018, 12:38
höhenverstellung der schleifwalze mit fixem tisch find ich schonmal gut ... würdest du den motor unten hinsetzen? ... dann müsste man bei jeder höhenverstellung den motor mit verstellen, oder sollte der motor oben sitzen, und mitverstellt werden, so ähnlich wie bei den günstigeren jets? (wie im bild hier)
http://www.holzundlicht.de/images/produ ... 1571_1.jpg
Die Verstellung der Walze ist kompliziert und aufwändig. Ohne Linearlager und größere Metallarbeiten ist das nicht zu realisieren. Vor allem wenn man die Anforderung an die Präzision von 1/10mm Dickentoleranz über die ganze Breite hat.

Wenn Walze und Motor feststehend sind, kann man die Tischverstellung bequem über ein Scharnier und eine Spindel machen. So wird auch die Walze passend für die Maschine abgerichtet. Einfach mit Schleifpapier auf dem Tisch die Walze rund und genau parallel zum Tisch schleifen.

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Re: Konstruktionsthread Dickenschleifmaschine

#8

Beitrag von jhg » 26.01.2018, 12:46

Und wofür braucht man 15cm Durchlasshöhe?

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Re: Konstruktionsthread Dickenschleifmaschine

#9

Beitrag von Docwaggon » 26.01.2018, 12:49

jhg hat geschrieben:
26.01.2018, 12:44
Wenn Walze und Motor feststehend sind, kann man die Tischverstellung bequem über ein Scharnier und eine Spindel machen. So wird auch die Walze passend für die Maschine abgerichtet. Einfach mit Schleifpapier auf dem Tisch die Walze rund und genau parallel zum Tisch schleifen.
wenn ich das richtig in erinnerung habe dann war deine tischfläche neigbar und du hast die dickeneinstellung durch die änderung des zuführlwinkels gelöst und nicht durch eine parallelverschiebung des ganzen tisches ?

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Re: Konstruktionsthread Dickenschleifmaschine

#10

Beitrag von KNGuitars » 26.01.2018, 12:55

als material würde ich auch eher zu multiplex tendieren, wie jhg schreibt ist es günstig, leicht zu bearbeiten, und bei richtiger ausführung kommt vermutlich trotzdem eine maschine raus die ordentlich stabil ist ...

@jhg ... wie ist denn die genauigkeit bei deiner maschine ... kommts da vor dass sich dünne teile bei schleifen zum biegen anfangen? wird die oberfläche schön eben? wenn du nochmal bauen würdest, würdest du was anders machen? oder findest du die maschine ist für gitarrenbauer mehr als ausreichend?

ok, 15cm muss bei mir nicht unbedingt sein, aber wenn sichs kontruktionstechnisch leicht umsetzen lässt, warum nicht.
haptsächlich würd ich natürlich sachen schleifen, die sich nicht hobeln lassen, also riegelahorn decken, oder dünne leisten (2-3mm) für mehrteilige hälse ... also ich würd sagen 95% meiner schleifarbeiten wären bis max 15mm
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Re: Konstruktionsthread Dickenschleifmaschine

#11

Beitrag von jhg » 26.01.2018, 12:57

Docwaggon hat geschrieben:
26.01.2018, 12:49
wenn ich das richtig in erinnerung habe dann war deine tischfläche neigbar und du hast die dickeneinstellung durch die änderung des zuführlwinkels gelöst und nicht durch eine parallelverschiebung des ganzen tisches ?
So isses! Der Tisch ist im Prinzip als Wippe konstruiert - hinten ein Lager und vorne die Spindel zur Verstellung. Das ist einfach, super präzise und hält die Kosten gering. Parallelverstellungen sind enorm aufwändig wenn sie präzise sein sollen. Der Tisch von meiner Dickte wird mit vier Gewindespindeln realisiert. Das bedeutet für die Konstruktion: 4x Gewindespindel + Muttern, lineare Führung des Tisches, ein Zahnrad und Kettentrieb für die gleichzeitige Verstellung der Spindeln und dann noch die Lagerung der Spindeln.

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Re: Konstruktionsthread Dickenschleifmaschine

#12

Beitrag von zappl » 26.01.2018, 12:58

Den Thread werde ich gespannt verfolgen.

Meine Anforderungen an die Maschine entsprechen denen von jhg. Klingt vernünftig!

Vielleicht hier noch der Link zum alten Thread:
http://gitarrebassbau.de/viewtopic.php?f=41&t=223
Gruß, Sebastian
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Re: Konstruktionsthread Dickenschleifmaschine

#13

Beitrag von zappl » 26.01.2018, 13:02

+Messuhr
Gruß, Sebastian
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Re: Konstruktionsthread Dickenschleifmaschine

#14

Beitrag von Yaman » 26.01.2018, 13:03

jhg hat geschrieben:
26.01.2018, 12:46
Und wofür braucht man 15cm Durchlasshöhe?
Das frage ich mich auch und bin gespannt auf die Antwort.

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Re: Konstruktionsthread Dickenschleifmaschine

#15

Beitrag von jhg » 26.01.2018, 13:04

KNGuitars hat geschrieben:
26.01.2018, 12:55
@jhg ... wie ist denn die genauigkeit bei deiner maschine ... kommts da vor dass sich dünne teile bei schleifen zum biegen anfangen? wird die oberfläche schön eben? wenn du nochmal bauen würdest, würdest du was anders machen? oder findest du die maschine ist für gitarrenbauer mehr als ausreichend?
Meine schleift auf 1/10mm genau über ganze die Breite! Bei dünnen Teilen sorgt die Schleifwalze dafür, dass sich das Holz an den Tisch drückt. Man darf nur nicht mit dem Vorschub "stehenbleiben". Wenn man das ein paar mal gemacht hat, entwickelt man ein Gefühl dafür. Ich schleife auf dem Maschine auch 1x1mm Leisten ...

Ich habe die Maschine jetzt im Prinzip zum zweiten mal gebaut. Jetzt läuft sie super ruhig und mit hoher Präzision. Ein paar "Basteleien" hab ich ausgemerzt - im Moment ist sie für mich perfekt. Einzig die Breite von 30cm hat manchmal einen kleinen Nachteil. Ich schleife Boden und Zargen immer vor dem Zusammenleimen.
KNGuitars hat geschrieben:
26.01.2018, 12:55
ok, 15cm muss bei mir nicht unbedingt sein, aber wenn sichs kontruktionstechnisch leicht umsetzen lässt, warum nicht.
haptsächlich würd ich natürlich sachen schleifen, die sich nicht hobeln lassen, also riegelahorn decken, oder dünne leisten (2-3mm) für mehrteilige hälse ... also ich würd sagen 95% meiner schleifarbeiten wären bis max 15mm
Das ist auch meine Erfahrung. Je mehr Verstellung gewünscht wird, umso aufwändiger wird die ganze Konstruktion.

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Re: Konstruktionsthread Dickenschleifmaschine

#16

Beitrag von hatta » 26.01.2018, 13:39

Sorry leute, ich denke vorraus, da ich in hoffentlich nicht all zu ferner Zukunft ein Haus einricjten möchte. Da kann sich die breite von 80cm nicht negativ auswirken. Müsste eher schon auf 90 gehen, dann würde einekomplette Türe durchpassen.

Die ganze Maschine soll bei mir richtig stabil und präzise werden, deshalb treibe ich so einen Aufwand. Gleitlager für die zylinderrohre kann ich selber drehen, ne fräßmaschine ist auch parat und ich bin ja aus dem bereich metallbearbeitung. Weiters werke ich mit einem sehr erfahrenen und geschickten maschinenschlosser zusammen. Da muss ich sogar aufpassen keinen panzer daraus zu bauen wenn der mit plant :D

Ich klink mich hier mal aus, kann aber wenn mir was einfällt tipps geben ;)

Meine maschine braucht sowieso noch länger und übertrifft mit meinen forderungen eure forderungen etwas zuviel (whistle)
Gruß
Harald

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Re: Konstruktionsthread Dickenschleifmaschine

#17

Beitrag von clonewood » 26.01.2018, 14:55

Bei den Eckdaten 80 cm Breite und 15 cm Höhe kann man sich überlegen, ob man sich einen Dickenhobel umbaut. Da ist alles dran was man benötigt. Man muss sich nur die Messerwelle zur Schleifwalze umbauen.

Aber realistisch gesehen macht eine Schleifwalze bei Türen überhaupt keinen Sinn. Wie oft möchtest du denn das Schleifgewebe wechseln???

Für hohe Durchlassmengen bei der Breite braucht es in Punkto Standzeit Schleifbänder und am besten noch Oszillation.....

ist aber nur meine Meinung......ich bin seit vielen Jahren als Tischler tätig und komme dort in allen Bereichen ohne Dickenschleifer aus. Oder möchtest du grosse Platten nivellieren weil du dort Schichtstoff aupressen möchtest. In dem Fall ist es besser man fragt irgendwo nach ob man die Sachen durch den Büftering schieben darf.

Was für Türen willst du da durchschieben??? Massivholztüren haben meistens Profile, Füllungen und sind in Rahmenbauweise.....Hohlraumtüren sind furniert oder beschichtet.......

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Re: Konstruktionsthread Dickenschleifmaschine

#18

Beitrag von hatta » 26.01.2018, 15:26

clonewood hat geschrieben:
26.01.2018, 14:55
Bei den Eckdaten 80 cm Breite und 15 cm Höhe kann man sich überlegen, ob man sich einen Dickenhobel umbaut. Da ist alles dran was man benötigt. Man muss sich nur die Messerwelle zur Schleifwalze umbauen.

Aber realistisch gesehen macht eine Schleifwalze bei Türen überhaupt keinen Sinn. Wie oft möchtest du denn das Schleifgewebe wechseln???

Für hohe Durchlassmengen bei der Breite braucht es in Punkto Standzeit Schleifbänder und am besten noch Oszillation.....

ist aber nur meine Meinung......ich bin seit vielen Jahren als Tischler tätig und komme dort in allen Bereichen ohne Dickenschleifer aus. Oder möchtest du grosse Platten nivellieren weil du dort Schichtstoff aupressen möchtest. In dem Fall ist es besser man fragt irgendwo nach ob man die Sachen durch den Büftering schieben darf.

Was für Türen willst du da durchschieben??? Massivholztüren haben meistens Profile, Füllungen und sind in Rahmenbauweise.....Hohlraumtüren sind furniert oder beschichtet.......
Dein Beitrag bringt mich ins grübeln (think)
80 ist wohl doch etwas überteieben :roll: ... kommt davon wenn man sich vom schlosser viel einreden lässt.

Davon dass das teil aber massiv und stabil sowie halbwegs präzise sein soll lass ich mich allerdings nicht abbringen. 8)
Gruß
Harald

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Re: Konstruktionsthread Dickenschleifmaschine

#19

Beitrag von clonewood » 26.01.2018, 18:55

Eine Minidickenschleifmaschine für Kleinteile ist auch sehr interessant. Das lässt sich ganz einfach konstruieren, nimmt kaum Platz weg und nutzt vor allem nicht die Schleifschärfe ungleichmässig ab......also wenn man sich mit einem Kleinteil das Schleifpapier einer breiten Walze versaut ist das ärgerlich .....bei geringerer Breite ist das nicht so wild........so eine Miniwalze, gelagert über einen per Spindel und Scharnier stellbaren Tisch kann mit der Bohrmaschine angetrieben werden.....

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Re: Konstruktionsthread Dickenschleifmaschine

#20

Beitrag von jhg » 26.01.2018, 19:05

Ich finde eine Breite zwischen 25 und 30cm ideal. Die Maschine bleibt relativ kompakt und klein - ist aber groß genug um Gitarrentops (auch für E-Gitarren), Griffbretter, Kopfplatten etc. zu schleifen. Dann bleibt sogar noch Luft genug um Akustiksätze zu verarbeiten.

Die Aufgabenstellung war ja eine Maschine für max. 400€ zu bauen - da muss man schon genau gucken was sich realisieren lässt. Die meisten von uns dürften auch keinen Zugang zu Dreh- und Fräsmaschinen im Metallbereich haben - also fallen alle Konstruktionen weg, bei denen Metall aufwändig bearbeitet werden muss. Ebenso ist es eine Preisfrage, wenn man das Gestell aus Aluprofilen zusammenschrauben will - die sind auch relativ teuer und schöne, winklige Schnitte bekommt man auch nur mit einer passenden Kaltkreissäge hin ...

Für das Schleifen an sich hat es sich bewährt, das Werkstück nicht gerade sondern schräg durch die Maschine zu schieben - damit vermeidet man, dass sich das Schleifband partiell zusetzt und braune Streifen hinterlässt.

Die Schleifwalze muss unbedingt symmetrisch aufgebaut sein (auch die Klemmbacken für das Schleifpapier) sonst gibt es ziemliche Vibrationen durch die Unwucht. Das war bei meiner ersten Schleifwalze so. Nachdem ich die nun neu gemacht habe, läuft die Maschine ruhig und vibrationsfrei.


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Re: Konstruktionsthread Dickenschleifmaschine

#22

Beitrag von jhg » 26.01.2018, 23:17

So, noch mal ein paar Fotos von der Maschine.

Klar kann man sich fertig eine Jet kaufen. Ich hätte allerdings bei mir im Keller überhaupt keinen Platz für die Maschine. Meine hat eine Grundfläche von 40x40cm und ist 60cm hoch. Die kann man bequem in ein Regal oder Schrank stellen, wenn man sie gerade nicht braucht. Bei mir ist sie relativ häufig in Gebrauch. Neben Boden, Zargen und Decken wandern Rosetten, Ränder, Einlegeadern, Kopfplatten, Leisten, Stegeinlagen, Perlmutt usw. durch die Maschine. Für mich war das eine der besten Bauprojekte. Allerdings sollte man da mal locker 20-40h Arbeit rechnen bis alles so passt, wie man sich das wünscht.
Die Staubabsaugung ist natürlich unentbehrlich. Ich hatte zwischendurch mal eine Abdeckung ganz aus Sperrholz. Das ist unpraktisch weil man den Zustand des Schleifleinens nicht sehen kann. Mit der Plexiglasabdeckung sieht man direkt, wenn es Stellen auf der Walze gibt, wo sich das Leinen zugesetzt hat. Ich habe mir jetzt 50mm breites Band gekauft was sich als Ideal erweist. Es ist sehr günstig verfügbar, lässt sich gut um die Walze wickeln und hat eine hohe Standzeit.
Den Auflagestisch habe ich mit einem verzinktem Blech belegt - das hatte ich noch da. Dafür kann man entweder ein Stück Küchenarbeitsplatte nehmen oder die Platte mit einem Stück Resopal belegen.
An dem Tisch sieht man auch den kleinen Plexiglaswinkel - daran lege ich die Holzstücke an und schiebe sie schräg durch die Walze.

Hinter der Aluverkleidung läuft der Riemen. Der Motor ist von ebay (war wohl ein Rasenmähermotor) und hat eine Motorbremse - was sehr praktisch ist. Ich habe den an die Runde Aluplatte geflanscht. Von der Rückseite sind zwei Flacheisen angeschraubt und so kann sich der Motor "linear" zwischen den beiden Füßen auf und ab bewegen und sorgt zugleich für die richtige Riemenspannung. Das kann man auch über eine Wippe realisieren.

Bei der ersten Version hatte ich eine Walze mit einer Längsnut und einer keilförmigen Leiste gebaut. Man konnte einen Bogen Schleifpapier darin einspannen. Allerdings lief die Walze deswegen unwuchtig und durch die Unterbrechung ratterte es beim Schleifen. Bei der neuen Walze habe ich mir aus einem Youtube Video diese Befestigungskeile als Idee geklaut. Das sind jeweils vier Keile pro Seite. Ich habe die äußeren beiden Scheiben so ausgesägt und die Keile mit Innensechskantschrauben und Rampamuffen wieder eingeschraubt.
Und so sieht die Anlenkung von der Meßuhr aus. Im Tisch befindet sich ein 5mm Stab und über das Aluprofil wird die Bewegung umgelenkt, so dass die Uhr auch die Dicke richtig herum anzeigt. (Bei der ersten Version war die Meßuhr direkt mit dem Tisch verbunden - dann läuft sie allerdings "verkehrt" herum.)

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Re: Konstruktionsthread Dickenschleifmaschine

#23

Beitrag von taxman » 27.01.2018, 01:02

Also ich bin auch immer noch am Überlegen, ob ich mir einen Dickenschleifer baue. Eine Jet ist natürlich schön, aber die Maschinen mit ner sinnvollen Schleifbreite kosten dann auch um die 1500,-€ und nehmen eben Platz weg.

Ich würde jedenfalls, wenn ich mir denn tatsächlich eine baue, die Walze mit Klett ausstatten, das schont die Bänder etwas und macht den Wechsel einfach.
Zur Höhenverstellung gibt es verschiednste Möglichkeiten, da kann ich mich persönlich noch nicht entscheiden, die Einfachste ist sicher die von JHG.
Auf jeden Fall würde ich eine Holz/-Holzwerkstoffkonstruktion wählen, entweder Multiplex, oder Siebdruckplatte. Schleifbreite bei mir wären 45 bis 50 cm, damit verleimte Decken/Böden durchgehen.

Auf jeden Fall ein interessantes Thema.

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Re: Konstruktionsthread Dickenschleifmaschine

#24

Beitrag von KNGuitars » 02.02.2018, 08:56

ich war jetzt leider ein paar tage krank (sogar zu krank um mich hier zu beteiligen (puke) :D ) ... sind ja schon einige gute Anregungen zusammengekommen hier, und ein paar ideen hab ich auch schon zusammengesammelt
werde nächste woche mal ein paar skizzen anfertigen, und dann hier reinstellen (dance a)
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Re: Konstruktionsthread Dickenschleifmaschine

#25

Beitrag von taxman » 12.03.2018, 00:52

Ich habe nochmal über eine Vorschub, bzw. Einzugsmöglichkeit nachgedacht.
Es muß ja kein Förderband sein, zwei gumierte Walzen vor und nach der Schleifwalze, die entweder per Handkurbel, oder mit einem Motor betrieben werden würden wohl schon reichen. Bei U-tube gibt es Beispiele dafür, die Walzen können noch mit Federn verspannt werden, damit sie etwas variabel sind und trotzdem Anpressdruck erzeugen .
Allerdings bin ich mir nicht sicher, welcher (Getriebe?)Motor da sinnvoll wäre, es soll ja preislich im Rahmen bleiben und möglichst einfach konstruiert sein.

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