Alte Hobel restaurieren

von Hobeln, Sägen und Feilen bis zu Spezialhandwerkzeugen

Moderator: jhg

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Alte Hobel restaurieren

#1

Beitrag von Reverend Sykes » 19.05.2020, 20:14

Ich hab hier zwei alte Hobel, die meinem Opa gehörten. Das letzte mal wurden sie wohl in den 60ern oder 70ern benutzt.
image001.jpg
Der dunklere Hobel hat eine asymmetrische Nase, die an die Anatomie einer rechten Hand angepaßt ist. Ich als Rechtshänder, der noch nie mit einem Hobel gearbeitet hat, würde ja instinktiv mit der linken Hand die Hobelnase greifen und mit der Rechten schieben. Ist das ein Linkshänderhobel?
image002.jpg
image003.jpg
Der hellere Hobel hat ein Ulmia-Schildchen…
image008.jpg
…und genau wie der dunklere Hobel ein Doppelmesser. Aber gehört das so? Müßte der Abstand der beiden Schneiden nicht vieeeeel kleiner sein? (think)
image004.jpg
Und welche Funktion hat dieses drehbare Messingdingsbums?
image005.jpg
In dem Ulmia wohnte auch eine kleine Made (Made in Germany). Oder ist das ein Holzwurm (winzig auf dem letzten Bild)? :oops:
image006.jpg
image007.jpg
Ich hab von und vom Hobeln noch nicht die leiseste Ahnung, also hoffe ich, daß Ihr mir sagen könnt, was das für Hobel sind und für welchen Zweck sie verwendet werden. Morgen komme ich hoffentlich dazu, neben meinen Tischsägen- und Bench-Jointer-Sidequests (Threads folgen) auch bei den Hobeln voranzukommen. Falls ich vom Garten umgraben nicht nen Hexenschuß bekomme und den Rest vom Tag nochmal Lost bingewatchen muß. (whistle)
Liebe Grüße
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Re: Alte Hobel restaurieren

#2

Beitrag von Svenson » 19.05.2020, 20:30

Das sind Putzhobel (auch Doppelhobel genannt), die nimmt man nach den gröberen Schrupphobeln.
Der Spanbrecher (das kleinere Eisen) kommt ca 1mm vor die Schneide des Hobeleisens und auf die andere Seite (auf dem 5. Bild müsste das obere Eisen umgedreht und von unten angebracht werden). Das Messingding plus Keil befestigt das Hobeleisen .
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Re: Alte Hobel restaurieren

#3

Beitrag von Sven » 19.05.2020, 21:20

Hi Rüdiger,

das sind zwei ordentliche Hobel, die du sogar direkt verwenden könntest. Ich würde ihnen vielleicht neue Eisen spendieren. Die eine Hobelsohle mit den Längsriefen müsstest du vielleicht mal nachhobeln.
Der von Ulmia ist cool. Das ist gute Qualität: https://www.ulmia.de

Falls du bisher noch nicht mit Holzhobeln gearbeitet hast, und nicht weißt, wie man sie handhabt und einstellt, dann findest du auf Youtube bergeweise Videos zu dem Thema. Und genauso viel zum Thema Eisen schärfen.
Dann kannst du dir aus dem Baumarkt einen Holzklotz zum Üben besorgen und den dann rundherum blitzblank hobeln.
Und wenn dann der Moment kommt, wo du Deinen Hobel gut geschärft und perfekt eingestellt hast und du das zischende Geräusch beim Erzeugen eines hauchdünnen Hobelspans total geil findest, dann wirst du auf dieses Werkzeug nie wieder verzichten wollen.... ;-)


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Re: Alte Hobel restaurieren

#4

Beitrag von ugrosche » 19.05.2020, 21:27

Das kommt mir bekannt vor. Von Opa habe ich auch so einen Hobel geerbt. Steht zwar nicht Ulima drauf, scheint aber mit Deinem hellen fast baugleich zu sein:
2020-05-19 21.05.38.jpg
Das kürzere Eisen ist der "Spanbrecher", der sollte dafür sorgen, dass die Fasern direkt abgeknickt werden und daher nichts einreißen kann. Wie schon geschrieben, gehört der an dersherum auf das eigentliche Hobeleisen, nur ein ganz kleines Stück zurückgeschoben. Vor dem Hobeln musst Du dich leider mit dem Schärfen beschäftigen. Dazu gibt es einiges im Netz. Falls Du keinen Schleifstein hast, würde ich mit der Schleifpapier-und-Glasplatte-Methode anfangen, dass fiel mir leichter.
Bei meinem Erbstück musste auch die Sohle abgerichtet werden. Das habe ich auch mit Schleifpapier auf der Glasplatte gemacht und zum Schluß noch mit einem Kerzenstummel abgerieben.
Und dann an Reststücken üben, wie der Hobel eingestellt werden kann. Ich hatte den Span anfangs viel zu dick. Auch wenn es zum eigentlichen Hobeln viele Videos und Anleitungen gibt: Das muss man praktisch probieren.
Ist zwar einiges an Vorarbeit, aber die Investition lohnt sich.

Edit: Sorry, Sven war schneller ;)
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Re: Alte Hobel restaurieren

#5

Beitrag von Reverend Sykes » 19.05.2020, 21:42

ugrosche hat geschrieben:
19.05.2020, 21:27
Bei meinem Erbstück musste auch die Sohle abgerichtet werden.
Danke. Das erinnert mich daran, daß ich mir dringend ne Ziehklinge zulegen muss.
Liebe Grüße
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Re: Alte Hobel restaurieren

#6

Beitrag von Sven » 19.05.2020, 21:49

bussela hat geschrieben:
19.05.2020, 21:42
ugrosche hat geschrieben:
19.05.2020, 21:27
Bei meinem Erbstück musste auch die Sohle abgerichtet werden.
Danke. Das erinnert mich daran, daß ich mir dringend ne Ziehklinge zulegen muss.
Ja, aber nicht um die Hobelsohle abzurichten...
(naughty) ;-)

https://www.youtube.com/results?search_ ... +abrichten

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Re: Alte Hobel restaurieren

#7

Beitrag von ugrosche » 19.05.2020, 22:02

bussela hat geschrieben:
19.05.2020, 21:42
...
Danke. Das erinnert mich daran, daß ich mir dringend ne Ziehklinge zulegen muss.
Schaff Dir direkt mehrere an. Ziehklingen finde ich sagenhaft. Habe kürzlich nochmal ein paar nachbestellt, als ich welche für 1,09€ beim großen Versandhandel gefunden hatte. Auch hier ist die größte Hürde anfangs das richtige Schärfen. Ist bei mir noch immer eher Glücksssache.
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Re: Alte Hobel restaurieren

#8

Beitrag von Yaman » 20.05.2020, 10:44

ugrosche hat geschrieben:
19.05.2020, 22:02
Auch hier ist die größte Hürde anfangs das richtige Schärfen. Ist bei mir noch immer eher Glücksssache.
Diese Anleitung dafür ist sehr gut:

https://www.feinewerkzeuge.de/G10004.html
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Re: Alte Hobel restaurieren

#9

Beitrag von Reverend Sykes » 20.05.2020, 11:00

Sven hat geschrieben:
19.05.2020, 21:49
bussela hat geschrieben:
19.05.2020, 21:42

Danke. Das erinnert mich daran, daß ich mir dringend ne Ziehklinge zulegen muss.
Ja, aber nicht um die Hobelsohle abzurichten...
(naughty) ;-)
In der Anleitung zum herrichten eines Kanna war das so beschrieben (so ungefähr ab 5:25):

https://youtu.be/QppepO8epgE
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Re: Alte Hobel restaurieren

#10

Beitrag von Lollipop » 20.05.2020, 13:03

Hier lese ich mal gespannt mit. Hab den selben hellen Ulmia Hobel vom Opa bekommen.

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Re: Alte Hobel restaurieren

#11

Beitrag von MattB90 » 20.05.2020, 13:08

ugrosche hat geschrieben:
19.05.2020, 22:02
bussela hat geschrieben:
19.05.2020, 21:42
...
Danke. Das erinnert mich daran, daß ich mir dringend ne Ziehklinge zulegen muss.
Schaff Dir direkt mehrere an. Ziehklingen finde ich sagenhaft. Habe kürzlich nochmal ein paar nachbestellt, als ich welche für 1,09€ beim großen Versandhandel gefunden hatte. Auch hier ist die größte Hürde anfangs das richtige Schärfen. Ist bei mir noch immer eher Glücksssache.
Seitdem ich diesen Burschen hier habe bekomm ich meine Ziehklingen jedesmal unglaublich schnell und ordentlich scharf hin

https://www.dictum.com/de/ziehklingen- ... r-2-703533

Es liegt auch eine vernünftige Anleitung zum schärfen bei
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Re: Alte Hobel restaurieren

#12

Beitrag von 100WChris » 20.05.2020, 14:27

MattB90 hat geschrieben:
20.05.2020, 13:08
Seitdem ich diesen Burschen hier habe bekomm ich meine Ziehklingen jedesmal unglaublich schnell und ordentlich scharf hin

https://www.dictum.com/de/ziehklingen- ... r-2-703533
+1 für den Carbur! Seit ich den hab klappt es mit den Ziehklingen!
beste Grüße
Chris

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Re: Alte Hobel restaurieren

#13

Beitrag von viento » 31.05.2020, 23:23

Über den Kauf dieses feinen Dingens muß ich heftig nachdenken.
Der andere dort von Veritas ist sicher nicht schlecht, nur billiger (think)
Ich versuche mit unterschiedlichem Erfolg ab und zu meine Ziehklingen mit nem harten kantigen Stahl fürs Abziehen zu schärfen, allerdings
mit recht unterschiedlichem Erfolg.Danke für diese Erinnerung!
Freundlicher Gruß!

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Re: Alte Hobel restaurieren

#14

Beitrag von Sven » 01.06.2020, 14:26

viento hat geschrieben:
31.05.2020, 23:23
[...]
Der andere dort von Veritas ist sicher nicht schlecht, nur billiger (think)
[...]
Meinst du das hier?
https://www.dictum.com/de/ziehklingen-b ... aet-703528

Das Ding ist genial. Als ich damit das erste mal meine Ziehklingen geschärft habe, musste ich danach Handschuhe tragen, weil ich mir mit der Ziehklinge in die Finger geschnitten habe.
Seitdem schärfe ich immer nur eine Kante ;-)

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Re: Alte Hobel restaurieren

#15

Beitrag von viento » 01.06.2020, 16:21

Nö, ich meinte dieses: https://www.dictum.com/de/ziehklingen-b ... her-728976

Das ist nur ein Abzieher.
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Re: Alte Hobel restaurieren

#16

Beitrag von MattB90 » 01.06.2020, 17:02

Sven hat geschrieben:
01.06.2020, 14:26
viento hat geschrieben:
31.05.2020, 23:23
[...]
Der andere dort von Veritas ist sicher nicht schlecht, nur billiger (think)
[...]
Meinst du das hier?
https://www.dictum.com/de/ziehklingen-b ... aet-703528

Das Ding ist genial. Als ich damit das erste mal meine Ziehklingen geschärft habe, musste ich danach Handschuhe tragen, weil ich mir mit der Ziehklinge in die Finger geschnitten habe.
Seitdem schärfe ich immer nur eine Kante ;-)

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Ich hab den auch, komm aber gar nicht damit zurecht :lol: muss wohl jeder selbst für sich das richtige finden :D
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Re: Alte Hobel restaurieren

#17

Beitrag von viento » 01.06.2020, 18:56

"Ich hab den auch, komm aber gar nicht damit zurecht :lol: muss wohl jeder selbst für sich das richtige finden :D"

Wahrscheinlich wirkt er nicht ganz so gut, weil das Eisen rund ist. Kantiges Eisen macht sicher leichter den gewünschten Grad.
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Re: Alte Hobel restaurieren

#18

Beitrag von cabriolet » 01.06.2020, 19:30

Nein, mit einem kantigen gehärteten (!) Stahl über eine ungehärtete Kante zu gehen, ist eher Material abschaben als einen Grat anzuziehen. Außerdem zerstörst du dir ganz leicht den Grat wieder, wenn du ihn nicht in einem einzigen Zug fertig hast. Je schärfer die Kante, desto weniger Winkelfehler beim zweiten, dritten Zug reicht, um einfach nur eine zerfetzte Kante anstelle eines Grates zu bekommen.

Damit kann man zwar dann noch irgendwie schaben und Holzstaub erzeugen, aber eigentlich ist das Prinzip "Ziehklinge" ein anderes.

Gruß
Markus
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Re: Alte Hobel restaurieren

#19

Beitrag von viento » 01.06.2020, 19:59

Danke, das Du alles wieder grade gebogen hast! Ich hab’s kapiert...
Freundlicher Gruß!

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