Minimale Werkstatt

von Hobeln, Sägen und Feilen bis zu Spezialhandwerkzeugen

Moderator: jhg

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Minimale Werkstatt

#1

Beitrag von Ozzie » 12.10.2018, 00:26

Hallo,

zur Zeit vervollständige ich eine Gitarre, die seit Jahren halbfertig brach lag und bis auf die Lackierung und Bundierung soweit fertig war. Ich hatte vor kurzem die Gelegenheit, das Instrument hier nach Australien zu bringen und ich genieße es, daran zu arbeiten und ich mache mir dabei so meine Gedanken.

Eventuell, so dachte ich, könnte ich mit dem Gitarre-bauen wieder anfangen. Meine Wohnsituation ist dabei leider recht eingeschränkt: Ich habe nicht so viel Platz. Ich wohne in der Stadt in einer Wohnung.

Daher dachte ich daran, eine absolut minimale "Werkstatt" einzurichten. Ziel: Das Werkzeug passt in eine Kiste. Nebenziel: keinerlei Redundanz bezüglich Werkzeug. Nur das absolut Notwendige kommt in die Kiste.

Was meint Ihr, was würdet Ihr als absolut notwendig bezeichnen? Ich habe mir meine Gedanken gemacht und werde diese Teilen, allerdings erst später wenn ich ein paar Meinungen gehört habe. Ich will euch nicht beeinflussen.

Vielen Dank!

LG

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Andreas Fischer
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Re: Minimale Werkstatt

#2

Beitrag von Andreas Fischer » 12.10.2018, 00:37

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Re: Minimale Werkstatt

#3

Beitrag von jhg » 12.10.2018, 00:50

Sollte reichen :D
http://rustyknuckles.blogspot.com/2012/ ... s.html?m=1

Also im ernst - du könntest ganz auf Handwerkzeuge setzen
Hobel 4 1/2
Einhand Flachwinkelhobel
Schabhobel
Stecheisen incl. Schleifsteine
Raspel
Ziehklinge
Handbohrer
Japansägen
Winkel
Zwingen
Lineal
Hammer Bund Kunststoffhammer

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Re: Minimale Werkstatt

#4

Beitrag von zappl » 12.10.2018, 01:03

Schweizer Taschenmessser. ;)

Ne im Ernst, interessante Frage, über die es sich sicher lohnt mal zu grübeln. Gewöhnlich denkt man wahrscheinlich, zumindest ich, in die entgegengesetzte Richtung, nämlich der sinnvollen Expansion der Ausrüstung. :D

Power Tools wie Oberfräse fallen wohl per se raus, oder? Also Handwerkzeug... da fällt mir wieder die Youtube Serie von jemanden in Tokyo mit gleicher Problemstellung ein:
https://www.youtube.com/watch?v=E6qt0wPpxM0
Gruß, Sebastian
#1 #2 #3 #4

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Re: Minimale Werkstatt

#5

Beitrag von DoppelM » 12.10.2018, 01:20

Das Problem haben hier so einige. Unter anderem @bea und auch ich. Es gibt da https://www.amazon.de/Minimalist-Woodwo ... 1940611350 als inspiration.
Für mich habe ich das Problem noch nicht zufriedenstellend gelöst, meine Werkzeugkiste wächst eher noch. Ein Aspekt, der aber auch mit Fähigjeiten zu tun hat, beinhaltet eher gut geschärfte Hobel, Stecheisen, Schnitzmesser und Ziehklingen zu verwenden. Machen weniger Lärm und Staub und verbrauchen gar nicht sooo viel Platz, im vergleich zu Elektrischen Geräten (Bzw einer Schleifpapiersammlung etc). Aber ich erziel mit der Oberfräse in ihren Anwendungsgebieten immer noch bessere Ergebnisse.

Japansäge und kleine Iwasakis sind aber auf jeden Fall absolute must haves.
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Re: Minimale Werkstatt

#6

Beitrag von Drifter » 12.10.2018, 10:50

Sorry for OT:
@jhg : da gehen dem Steampunk aber die Äugerln auf! (clap3) :D

lG

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Re: Minimale Werkstatt

#7

Beitrag von cabriolet » 12.10.2018, 20:14

jhg hat geschrieben:
12.10.2018, 00:50
Also im ernst - du könntest ganz auf Handwerkzeuge setzen
Hobel 4 1/2
Einhand Flachwinkelhobel
Schabhobel
Stecheisen incl. Schleifsteine
Raspel
Ziehklinge
Handbohrer
Japansägen
Winkel
Zwingen
Lineal
Hammer Bund Kunststoffhammer
Obwohl ich reichlich Platz habe (wohne zwar auch in der Innenstadt, ohne Grundstück ums Haus, dafür gehört das ganze Haus mir und ich bin alleine), sieht meine Liste recht ähnlich aus. Einfach weil ich keine lärmenden und staubenden Maschinen mag.

Ergänzen würde ich sie aber für E-Gitarren/-Bässe noch um Lötkolben (elektrisch oder Gas) und ein Multimeter, für Akustische um Wäscheklammern (z.B. zum Reifchen einleimen) und ein Biegeeisen (in meinem Fall Wasserrohre mit Heißluftföhn).
Und kleine Feilen sind auch immer nützlich.
Und nicht nur Zwingen, sondern viele Zwingen. Ich meine sehr viele Zwingen. Und noch mehr Zwingen :lol:

Außerdem nutze ich recht häufig einen Akku-Bohrer, weil mein Handbohrer nur maximal 6mm-Bohrer fasst. Außerdem kann man damit auch Forstnerbohrer nutzen.

Gruß
Markus

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Re: Minimale Werkstatt

#8

Beitrag von DoppelM » 12.10.2018, 20:29

Bei den "Vielen" Zwingen kann ich die Juuma-C Clamps von Feinewerkeuge empfehlen. Habe davon einen 12er Karton gekauft, die 76 oder 102 mm varianten reichen für fast alle Anwendungen wo man viele braucht (GB, Aufleimer...), sie kosten kaum was und nehmen wenig platz weg.
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Re: Minimale Werkstatt

#9

Beitrag von Herr Dalbergia » 12.10.2018, 21:14

Boaz Elkayam hat jahrelang Gitarren gebaut während er mit dem Motorrad die Welt bereist hat....geht also auch...

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Re: Minimale Werkstatt

#10

Beitrag von jhg » 12.10.2018, 21:37

Herr Dalbergia hat geschrieben:
12.10.2018, 21:14
Boaz Elkayam hat jahrelang Gitarren gebaut während er mit dem Motorrad die Welt bereist hat....geht also auch...
War der das nicht mit dem schweizer Taschenmesser? Ich meine, ich hätte irgendwie mal so was gelesen ....

Also noch mal als Ergänzung - mit wenig Platz kann man heute auch prima einige Akkugeräte betreiben. Ich habe die Bosch blaue 12V Serie am Start. Kleine, handliche Akkuschrauber - prima auch sonst im Haushalt zu gebrauchen. Die nehmen wenig Platz weg und die Geräte sind mit ca. 100€ echt bezahlbar. Und ja, ich bohre auch 35mm Forstnerbohrer mit dem 12V Teil! 1x Ladegerät und Akku kaufen - viele Geräte nutzen!

- Akkuschrauber (Bosch GSR 12V-20)
- Stichsäge (kleinen Sägetisch bauen und man kann mit der Stichsäge auch prima stationär sägen - Bosch GST 12V-70)
- Kantenfräse (Bosch GKF 12V)
- Proxxon IBS/E

Bei Elektrogeräten hat man schnell ein Problem mit Staub. Das ist in der Wohnung nicht so toll. Besonders bei Schleifgeräten und Fräsen verteilt man den großzügig in der ganzen Umgebung.

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Re: Minimale Werkstatt

#11

Beitrag von Titan-Jan » 13.10.2018, 22:46

Hallo Ozzie,

das gefällt mir!
Habe seit kurzem eine Werkstatt und bin noch am Einrichten. Die letzten 8 Jahre habe ich aber immerhin 12 E-Gitarren im Wohnzimmer, Esszimmer und auf dem Balkon gebaut. Das geht schon!
Zum Werkzeug wurde ja schon einiges gesagt. Mein Kommentar noch dazu: Ich finde Hobel bringen es nicht, solange man keine Hobelbank hat. Da bleibt nur Fräsen (auf dem Balkon) mit flexibler Werkbank und schleifen bzw. Arbeiten mit Ziehklingen.

Zur Organisation:
Ich hatte mehrere Werkzeugkisten und die sinnvoll aufgeteilt:
1) Werkzeugkiste mit allgemeinem Werkzeug (Schraubendreher, Hammer, Zollstock,...). Die braucht man fast immer aber halt auch generell im Haushalt oder spätestens fürs Assembly der Gitarre. Einen gewissen Grundstock an Werkzeug bekam ich von meinem Vater zum Auszug geschenkt :-)
2.) Werkzeugkiste mit allen spanenden Handwerkzeugen und speziellem Gitarrenbauerwerkzeug (Raspeln, Feilen, Haarwinkel, Prüflehren, Bundfeile, Sattelfeilen,...). Diese Werkzeugkiste habe ich einfach Jahr um Jahr um wenige aber dafür hochwertige Werkzeuge erweitert.
3.) Werkzeugkiste mit allen Schleifmitteln (Schleifpapier, Stahlwolle, verschiedene Schleifklötze und Schleifhilfen)
4.) Einen ehemaligen E-Gitarrenkoffer habe ich mir zur Löt- und Servicestation umgebaut
5.) Dann noch verschiedene Kisten, die mit der Zeit immer weiter gewachsen sind für relativ spezielle Arbeitsschritte: Kiste mit Ölen/Wachsen/Lacken, Kiste mit Frässchablonen und Fräsern, Kiste mit Wohnzimmertauglichem Bohrständer (hier zum Verkauf),...

So habe ich immer, wenn ich an der Gitarre arbeiten konnte, meine Workmate aufgebaut und die 2-3 Kisten, die ich für den jeweiligen Arbeitsschritt brauchte aus dem Keller geräumt. Bei guter Organisation, weiß man, wo welches Werkzeug ist und kommt ganz gut zurecht. Einen Strich durch die Rechnung machte mir oft die ständige Umräumerei, weil Kisten zu klein wurden und der Inhalt umverteilt werden musste. Dann musste ich mich immer umgewöhnen, wo ich welches Werkzeug finde - also wenn möglich lieber gleich viele verschiedene Kisten "anlegen".

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Re: Minimale Werkstatt

#12

Beitrag von Ozzie » 14.10.2018, 06:05

Ich sollte dazu sagen, dass es mir um massive Bretter geht, keine "hohlen" Giratten.

Daher würde ich meinen, ohne elektrische Maschinen dürfte es schwer werden. Ich bin aber offen und würde es in kauf nehmen, wenn es geht. Vor allem die Halsstabnut und die Tonabnehmer-Kammern sowie das Efach stell ich mir sehr schwer vor ohne Oberfräße.

Bisher war meine Liste

Oberfrâße, Bohrsäule, Stichsäge, Handsägen, Raspeln, ein paar Hobel, einige Zwingen, das "Spezialwerkzeug (Sattelfeilen, Bundsägen etc) "

Ich werde nun die Videos aus Japan konsumieren und dann weiterschauen.

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Re: Minimale Werkstatt

#13

Beitrag von potomac » 14.10.2018, 09:42

Ozzie hat geschrieben:
14.10.2018, 06:05
Vor allem die Halsstabnut und die Tonabnehmer-Kammern sowie das Efach stell ich mir sehr schwer vor ohne Oberfräße.
Das Kommt auf die Konstruktion an. Wenn man in Sandwich-Bauweise baut, dann geht viel ohne Oberfräse. In der oberen Schicht kann man dann die PU-Öffnungen mit der Stichsäge vorbereiten, in der unteren (hinten) das Elektrofach. Iwasakis z.B. erledigen dann den Rest. Sogar den Hals kann man so aufbauen, Mittellage in Stärke des Trussrods und Platz für ihn lassen plus Seitenkanteln. Es erfordert etwas Hirnschmalz bei der Planung, spart aber Werkzeug, Platz und Dreck.
Gruß
Wolfgang

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Re: Minimale Werkstatt

#14

Beitrag von cabriolet » 14.10.2018, 14:05

potomac hat geschrieben:
14.10.2018, 09:42
Sogar den Hals kann man so aufbauen, Mittellage in Stärke des Trussrods und Platz für ihn lassen plus Seitenkanteln.
Ja, das habe ich auch schonmal so gemacht:
Und auch mindestens eine meiner Wettbewerbsgitarren, das "hohle Ding" wird so einen Hals bekommen.
Und die Gitarre in meinem Avatar ist in Schichtbauweise entstanden, so wie Wolfgang es beschreibt. Da hatte ich aber die Spannstabnut mit zwei 6mm-Beiteln ausgestochen:
Gruß
Markus

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Re: Minimale Werkstatt

#15

Beitrag von bea » 16.10.2018, 21:49

Ozzie hat geschrieben:
14.10.2018, 06:05
Vor allem die Halsstabnut und die Tonabnehmer-Kammern sowie das Efach stell ich mir sehr schwer vor ohne Oberfräße.
Die Kammern für Tonabnehmer kann man mit Bohrer, Stecheisen und Grundhobel machen. Auch zum Nuten gibt es spezielle Hobel. Das ist allerdings speziell und teuer. Viel einfacher ist es, den Hals dreistreifig aufzubauen. Der Hals meiner Archtop ist so aufgebaut.


In dem oben erwähnten Buch gibt es ein paar Beispiele für eine Wohnzimmerwerkstattorganisation. Irgendjemand hier hatte mal eine Bastelecke mit Folie abgeteilt, so um die 1.5 m² - war das nicht Trollo?

Der verrückte Engländer aus Tokyo zeigt in einem seiner vielen Videos auch mal seine Werkstatt. Soweit man erkennen kann lebt er noch beengter als ich zur Zeit noch . (1 Zi, 27 m², Hochhaus)
LG

Beate

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