HSS/Japanstahl/Cryo?

von Hobeln, Sägen und Feilen bis zu Spezialhandwerkzeugen

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Diego Dee
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HSS/Japanstahl/Cryo?

#1

Beitrag von Diego Dee » 23.08.2019, 11:34

Bei Hobeleisen und Stemmeisen/Stechbeiteln gibt es verschiedene Ausführungen.

Da wären z.B. Hss-Stahl, Blauer und weißer Japanischer Papierstahl,VM-11(Veritas), Damast.
Manche Stähle sind zudem noch cryogenisiert.

Als günstigste Variante steht immer irgendwo: Standardeisen mit Härte X

Jetzt könnte man seitenlang über die Vorteile von Cryo und Gefüge und alter Brückenstahl blabla sprechen, aber was mich interessiert:

Wieviel merkt man von alledem in der Praxis?
Ich setze mal eine gute Grundqualität der Stähle voraus und ebenso ein vorzüglich geschliffenes Eisen.
Bei den alten Hobeln wurde bestimmt nicht soviel Heckmeck um die Eisen gemacht und die sind auch vorangekommen.

Aber wie ist das heute nun?
Alles Marketing und Verkaufsmotor?
Oder reichen die Standardeisen?

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Yaman
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Re: HSS/Japanstahl/Cryo?

#2

Beitrag von Yaman » 23.08.2019, 11:47

Ich habe Stemmeisen von Bahco, Kirschen und höherpreisige japanische mit Zweilagenstahl. Mir fällt auf, dass die japanischen länger die Schärfe halten.

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Re: HSS/Japanstahl/Cryo?

#3

Beitrag von 12stringbassman » 24.08.2019, 00:42

Ich habe diverse Hobeleisen von Veritas, A2, PM-11 usw. und "normale" z.B. von Juuma. Und ein japanisches Stechbeitel und ein paar "normale". Mit allen kann ich gut arbeiten, wenn sie sauber geschärft sind.
Das japanische Eisen (auch die Schnitz- und Küchenmesser) lassen sich gefühlt etwas schneller richtig gut scharf schleifen und halten diese Schärfe vielleicht auch etwas länger. Die VM (oder PM?)-11 von Veritas sind etwas schwieriger zu schärfen, sind aber deutlich schnitthaltiger.
Ja mei, meiner Meinung nach sind es Nuancen.
Ich heb mir die gut geschliffenen Japaner für besonders feine Arbeiten auf (auch in der Küche), das Tagesgeschäft machte der normale Stahl. Die PM-Eisen nehme ich auch mal fürs Grobe (große Bretter mit der langen Raubank z.B.).

Grüße

Matthias
"Denken ist wie googeln, nur krasser!"

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Re: HSS/Japanstahl/Cryo?

#4

Beitrag von bea » 24.08.2019, 11:05

Diego Dee hat geschrieben:
23.08.2019, 11:34
Bei den alten Hobeln wurde bestimmt nicht soviel Heckmeck um die Eisen gemacht und die sind auch vorangekommen.
Genau. Nicht viel Heckmeck, aber sorgfältig gehärtet.

Ich habe mir übrigens mal einen Satz Billigst-Stecheisen aus der Baumarkt-Kruschelkiste besorgt, fürs ganz grobe (Stemmarbeiten in Gegenwart von Mörtel; ich besitze ein Fachwerkhaus). Wenn die mal geschärft sind, schneiden sie auch - und sie lassen sich gut schärfen.
LG

Beate

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Re: HSS/Japanstahl/Cryo?

#5

Beitrag von cabriolet » 24.08.2019, 12:43

bea hat geschrieben:
24.08.2019, 11:05
Diego Dee hat geschrieben:
23.08.2019, 11:34
Bei den alten Hobeln wurde bestimmt nicht soviel Heckmeck um die Eisen gemacht und die sind auch vorangekommen.
Genau. Nicht viel Heckmeck, aber sorgfältig gehärtet.
Ja. Wobei das Härten (und Anlassen) bei einem stinknormalen Kohlenstoffstahl auch unproblematisch und sogar mit Heimmitteln machbar ist, bei Chromstählen und dem modernen Pulvermetall-Zeug ist das ein enormer Aufwand. Da geht´s garnicht ohne "Cryo", nur mit den tiefsten Temperaturen bekommst du das Gefüge im Stahl überhaupt fein genug für eine scharfe Schneide.
Außerdem sind alte Stähle, vor allem bei Stemmeisen, noch von Hand geschmiedet und haben dadurch ein besonders feines Gefüge.

Mein Lieblings-Hobelmesser ist das originale Eisen in meinem weit über 100 Jahre alten Stanley. Das lässt sich (Übung vorausgesetzt) extrem scharf schärfen, ist natürlich aber auch recht schnell stumpf. Perfekt für sehr sauberes Arbeiten.
Für die groben Arbeiten, wo einfach viel weg muss, ist dann ein "moderner" Stahl besser geeignet, weil der härter ist und einfach länger durchhält. Dafür lasst er sich aber nicht so extrem scharf schärfen, aufgrund des groberen Gefüges.
Genauso auch bei meinen Stechbeiteln: Ein uraltes namenloses Teil für die sauberen Arbeiten (habe da aber leider nur den einen 12er). Der muss vor jeder Arbeit geschärft werden, ist dann aber wirklich sauscharf. Die nichtrostenden Chromstahl-Teile für alles Grobe und da wo der alte 12er nicht passt dann die neuen (niedriglegierten) Kirschen-Eisen.

Gruß
Markus

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Re: HSS/Japanstahl/Cryo?

#6

Beitrag von Diego Dee » 24.08.2019, 20:24

Danke für die Antworten.
Also wird es so sein, daß man auch ohne Japan Stahl was arbeiten kann.
Geht es euch nicht auch so: wenn du eine Weile auf den Shop Seiten nachschaust was es so gibt da meint man ganz schnell, daß du unbedingt das und das brauchst, wie z.B. diese Super Stähle.

Gut ist Marketing und Strategie.
Deshalb liebe ich es grundsätzlich in einem Forum nachfragen zu können.
Spart u.U. einiges an (Lehr) Geld bzw. unnütze Investitionen.

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Re: HSS/Japanstahl/Cryo?

#7

Beitrag von thoto » 24.08.2019, 22:31

Kenn ich nur zu gut. Man braucht eigentlich nur ein Lineal und schon ist der Einkaufswagen voll. :badgrin:

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Re: HSS/Japanstahl/Cryo?

#8

Beitrag von 12stringbassman » 26.08.2019, 12:51

thoto hat geschrieben:
24.08.2019, 22:31
Kenn ich nur zu gut. Man braucht eigentlich nur ein Lineal und schon ist der Einkaufswagen voll. :badgrin:
oder nur einen simplen Messschieber :roll:
"Denken ist wie googeln, nur krasser!"

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