Alumitones "abkupfern"

alles zum Thema Pickup Herstellung
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cabriolet
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Re: Alumitones "abkupfern"

#376

Beitrag von cabriolet » 23.09.2018, 12:10

MiLe hat geschrieben:
23.09.2018, 11:19
Widerstand und Induktivität: Während der gemessene DC-Widerstand mit 4,7 KO unverändert ist, messe ich bei der Induktivität einen Anstieg von 6,62 auf 45,1 Henry :shock: Ist das irgendwie elektrotechnisch plausibel oder messe ich Mist?
Die Induktivitäten der einzelnen Spulen messe ich übrigens mit 14,6 und 13,7 Henry, DC-Widerstände 2,35 und 2,35 KOhm. Spulenmäßig scheint also alles in Ordnung zu sein. Vielleicht hilft das bei der Interpretation.
Ja, so passt das ins Bild, hat ja schließlich das meiste Eisen im Trafo. Auch dass die Gesamtinduktivität jetzt deutlich höher ist als die Summe der Einzelspulen (und nicht mehr kleiner) passt, ebenso der deutlich höhere Ausgangspegel.
Verwunderlich finde ich noch immer die Frequenzgänge, die falsch verlötete Version sah "konventioneller" aus. Aber immerhin past der umgelötete Kollege jetzt ins Bild der anderen gemessenen Versionen.

Gruß
Markus
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Re: Alumitones "abkupfern"

#377

Beitrag von Rallinger » 23.09.2018, 12:28

MiLe hat geschrieben:
23.09.2018, 11:19
Die Änderung des Kurvenverlaufes überlasse ich Eurer fachkundigen Interpretation. :D
Daraus lässt sich vor allem ablesen, dass ich mal wieder Mist gelötet habe. Grmpf. Naja gut, ich lerns schon noch ...
MiLe hat geschrieben:
23.09.2018, 11:19
@ Ralf: Soll ich die Vedrahtung so lassen oder wieder zurück auf Auslieferungszustand setzen?
Übrigens: Echt schöne saubere Lötstellen und toll fließendes Lot - was ist das für eins?
Ne, das jetzt wieder falsch anzulöten wäre wohl doch kontraproduktiv. Danke für den Versuch, lass es bitte so.

Wenn schon falsch anlöten, dann wenigsten sauber ;-), danke für die Blumen. Ich hab Lötzinn von Fixpoint verwendet, erstanden bei Amazon. Kostet nicht viel, und funktioniert tatsächlich sehr gut: https://www.amazon.de/Fixpoint-51062-L% ... C3%B6tzinn (ich hab nur eine Rolle gekauft, aber das wird jetzt irgendwie nicht mehr angeboten).
cabriolet hat geschrieben:
23.09.2018, 12:10
Verwunderlich finde ich noch immer die Frequenzgänge, die falsch verlötete Version sah "konventioneller" aus. Aber immerhin past der umgelötete Kollege jetzt ins Bild der anderen gemessenen Versionen.
Vielleicht waren ja die anderen falsch gelötet und dieser zufällig richtig :D (whistle) (wall) Duckundweg ...
cabriolet hat geschrieben:
23.09.2018, 11:58
Wie gesagt, diese Rechnung ist recht grob, dementsprechend sind meine Annahmen auch nicht auf die Wicklung genau anzusehen.
Ich vermute mal einen 0,045er Draht mit irgendetwas zwischen 11.000 und 12.000 Wicklungen pro Spule.
Jetzt hab ich den halben Vormittag mit der Suche nach einer Berechnungsmöglichkeit dafür verbracht und tatsächlich hier eine gefunden: https://www.seymourduncan.com/blog/the- ... it-matters Nur davor, das jetzt für meine Bedürfnisse durchzurechnen, hatte ich mich bisher gedrückt. (whistle) Danke dass du mir die Arbeit abgenommen hast, das ist wirklich hilfreich! (dance a)

Dann werd ich mir jetzt mal einen 0,04er Draht besorgen, fürs nächste Mal mit den 4er Kernen weiterarbeiten und meine Bobbins um 4mm kürzen. Dann wird das Zusammenstecken der Kerne auch leichter. Mit dem bisher verwendeten Draht wären die Spulen dann bei 8000 Windungen vermutlich schon voll. Aber mit dem dünneren Draht müssten 11-12K eigentlich draufgehen.

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Re: Alumitones "abkupfern"

#378

Beitrag von Rallinger » 23.09.2018, 13:14

Vielleicht nochmal ein Wort zum mechanischen Aufbau der Primärschleifen bzw der Aufhängung des Trafos ... wir haben ja jetzt praktisch alle Varianten gesehen:
  • Trafokern symmetrisch in Mittelleiter und Außenleiter eingebettet (wie bei den "Lace Singlecoils" und bei meinen)
  • Trafokern in Mittelleiter eingebettet, von Nordschleife berührt, aber von Südschleife entkoppelt (wie bei den Lace Humbuckern)
  • Trafokern nur in Mittelleiter eingebettet und von den Außenschleifen entkoppelt (wie beim Bassbar)
Ich gehe davon aus, dass bei Lace in der Produktion kein fleißiger Asiate mit der Feile sitzt, sondern dass die Primärschleifen mit dem Wasserstrahlschneider geschnitten werden. Eine irgendwie geartete "Arbeitserleichterung" kann man als Grund dafür also sicher ausschließen.

Wenn ich außerdem davon ausgehe, dass ich bei den drei zitierten Bauarten von Pickups jeweils etwas mehr an Basswiedergabe haben möchte, dann könnten wir in der Art der Einbettung des Trafokerns eine Stellschraube für die Bässe gefunden haben. Die reine Vergrößerung des Trafokerns scheint an dieser Stelle ja nichts bewirkt zu haben (was ja angesichts der Mini-Bauform der Laces auch zu erwarten war).

Dh. für den nächsten Versuch würde ich mal die Feile ansetzen, um den Trafokern so weit wie möglich von den Seitenleitern zu entkoppeln. Das wird bei mir zwar nicht ganz so radikal gehen wie bei den Bass-Buckern, weil meine Trafokerne einfach größer sind, aber vielleicht lässt sich ja eine Tendenz ablesen.

Meint ihr, das wäre ein vielversprechender Ansatz?

Ach ja, und wenn ich mir die Konstruktion des Bassbuckers ansehe und mir die Aussagen im Parallel-Thread durch den Kopf gehen lasse, dann scheinen sich ja "Flaschenhälse" (also Engstellen in der Primärspule) nicht negativ auszuwirken. Was mich auf die Idee bringt an der Aufnahme des Trafos eine kleine Nut zu feilen, um den Trafo weiter nach innen zu bringen (damit mir der Kern außen nicht mehr so im Weg rumgeht). Was meint ihr dazu? Egal oder kontraproduktiv?

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Re: Alumitones "abkupfern"

#379

Beitrag von cabriolet » 23.09.2018, 13:21

Wenn man die Messungen aller drei Varianten jetzt miteinander vergleicht (also die Urvariante mit den runden Magneten mal nicht mitbetrachtet), ergibt sich jetzt ein recht schlüssiges Bild: Je größer das Blechpaket, desto größer auch die Induktivität. Dementsprechend sinkt die Resonanzfrequenz/obere Grenzfrequenz und auch das steilere Abfallen im Bassbereich verschiebt sich zu tieferen Frequenzen. Also alles wie zu erwarten und hiermit bestätigt.
Wenn man sich jetzt den originalen Alumitone ansieht, ist der Blech-Kern dort verhältnismäßig winzig! Entsprechend könnten sie eine höher liegende und stärker ausgeprägte Resonanzspitze besitzen, sollten im Bassbereich aber dann noch schwächer sein (think) . Falls das durch das vermutete "Mehr" an Wicklungen nicht weggebügelt wird.

Durch die hohe Übersetzung mit 1:16.000 (2x8000 Wicklungen) haben wir bei Ralfs Werken aber auch eine recht hohe Impedanz und daher eine schlechte Anpassung an die Belastung durch das in der Messung angenommene "500k-Poti" mit gesamt 328kOhm. Eventuell sollte man im "realen Leben" deutlich höhere Poti-Werte als üblich verwenden, wenn man eine wahrnehmbare Resonanzüberhöhung haben möchte. Allerdings könnte es dadurch wieder dazu kommen, dass der Bassbereich wieder weiter geschwächt wird (da ja die Impedanz wieder auf die Primärseite zurückwirkt). Irgendwie ein Teufelskreis... :evil:

Gruß
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Re: Alumitones "abkupfern"

#380

Beitrag von cabriolet » 23.09.2018, 13:25

Rallinger hat geschrieben:
23.09.2018, 13:14
Wenn ich außerdem davon ausgehe, dass ich bei den drei zitierten Bauarten von Pickups jeweils etwas mehr an Basswiedergabe haben möchte, dann könnten wir in der Art der Einbettung des Trafokerns eine Stellschraube für die Bässe gefunden haben. Die reine Vergrößerung des Trafokerns scheint an dieser Stelle ja nichts bewirkt zu haben (was ja angesichts der Mini-Bauform der Laces auch zu erwarten war).
Doch, wenn auch nur minimal. Das siehst du, wenn du die Kurven genau betrachtest. Innerhalb des abfallenden Bassbereichs befindet sich ein sanfter Knick, unterhalb dessen die Kurve steiler abfällt. Und dieser Knick verschiebt sich von etwa 500Hz bei dem kleinsten Trafokern zu unter 200Hz beim dicksten Kern.
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Re: Alumitones "abkupfern"

#381

Beitrag von cabriolet » 23.09.2018, 14:14

Je weiter ich den Gedanken spinne, um so mehr erscheint mir beim Alumi-Prinzip eine parallele Spulenverschaltung sinnvoll. Einerseits, um die gewohnte Resonanzüberhöung zu erhalten und auch die obere Grenzfrequenz nach oben zu verschieben, andererseits aber auch, um auf dem Umweg über eine niedrigere Impedanz den Bassbereich vielleicht etwas aufpäppeln zu können.
Inwieweit dadurch jetzt ein Pegelverlust entsteht, wage ich nicht abzuschätzen, da durch die geringere Induktivität auch eine bessere Anpassung an die Poti-Beschaltung und den Verstärkereingang ergibt, die ja genau das Gegenteil bewirkt.

Und wenn man sich MiLes Messungen vom ersten "Rallinger"-PU auf Seite 7 ansieht, könnte das hinhauen.
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Re: Alumitones "abkupfern"

#382

Beitrag von Rallinger » 23.09.2018, 16:08

Da hier kürzlich das Wort "Poti" fiel ... wenn die Teile wieder bei mir eintrudeln wird's mal Zeit sie in eine Gitarre einzubauen, an einen Amp zu stöpseln und zu hören welchen Eindruck sie auf die Ohren machen. Ist ja auch nicht ganz unwichtig. Das hier wird das Versuchskarnickel sein, das für dieses Experiment entkernt wird:
Hab ich mal für 300€ oder so erstanden. Feinste Koreaware. Die Gitarre spielt sich recht eigentlich recht passabel, klingt aber grausig. Was natürlich zu einem nicht unwesentlichen Teil an meinen Fähigkeiten liegen könnte ... Jedenfalls. Ich hab ihr gerade mal unter die Haube geschaut.
In Sachen Poti gibt's keine großen Überraschungen: Je 500k für Volume und Tone, dazu ein 0,022µF Kondensator (?? es steht "2A223J" drauf) am Tone-Poti. Dazu ein 3fach-Tele-Switch.

Meint ihr das passt für ein erstes Tonexperiment? Oder wärs mit 250K Potis aussagekräftiger?

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Re: Alumitones "abkupfern"

#383

Beitrag von micha70 » 23.09.2018, 16:14

cabriolet hat geschrieben:
23.09.2018, 14:14
Je weiter ich den Gedanken spinne, um so mehr erscheint mir beim Alumi-Prinzip eine parallele Spulenverschaltung sinnvoll. Einerseits, um die gewohnte Resonanzüberhöung zu erhalten und auch die obere Grenzfrequenz nach oben zu verschieben, andererseits aber auch, um auf dem Umweg über eine niedrigere Impedanz den Bassbereich vielleicht etwas aufpäppeln zu können.
Inwieweit dadurch jetzt ein Pegelverlust entsteht, wage ich nicht abzuschätzen, da durch die geringere Induktivität auch eine bessere Anpassung an die Poti-Beschaltung und den Verstärkereingang ergibt, die ja genau das Gegenteil bewirkt.

Und wenn man sich MiLes Messungen vom ersten "Rallinger"-PU auf Seite 7 ansieht, könnte das hinhauen.
Das dürfte doch generell gelten. Meine LowZ Alumis habe ich parallel verschaltet einfach weil es subjektiv „logischer“ klang. Sagt ja keiner, dass es wie bei Lace sein muss.
Viele Grüße
Micha

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Re: Alumitones "abkupfern"

#384

Beitrag von bea » 23.09.2018, 19:16

Rallinger hat geschrieben:
23.09.2018, 16:08
Meint ihr das passt für ein erstes Tonexperiment? Oder wärs mit 250K Potis aussagekräftiger?
Klar passt das für ein erstes Experiment, dürfte sogar die beste Ausgangslage sein. Den 500-k-Potis kann man im Zweifelsfall immer noch einen Widerstand parallel schalten, und den 22nF ebenfalls (10-22 nF).
Andersrum würde es schwieriger, besonders ein eventuelles Austesten der Parameter.
LG

Beate

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Re: Alumitones "abkupfern"

#385

Beitrag von Rallinger » 30.09.2018, 09:57

Hier gibt's auch Fortschritte zu vermelden. Gestern habe ich in einer Hauruck-Aktion zwei der drei neuen Prototypen in meine Testgitarre eingebaut. Da die Kombination aus goldener Hardware und Alublechwinkel in akutem Verdacht steht, Augenkrebs auszulösen ( (puke) ), mute ich euch das Beweisfoto nur in Schwarz-Weiß zu:
Da die Blechwinkel der Trafos leider ziemlich im Weg rumstehen, konnte ich die Pickups leider nicht höhenverstellbar einbauen. Da muss ich mir wirklich was überlegen. Stattdessen habe ich in die Pickup-Fräsungen je zwei Stücke Erle-Sägefurnier eingebracht, um die Magnete Pi Mal Auge auf den "richtigen" Saitenabstand zu bringen. Leider habe ich einen der beiden Tonabnehmer natürlich wieder verpolt angelötet, so dass sich in der Mittelstellung des 3-fach-Schalters ein schöner Out-of-Phase-Effekt ergab. Ich konnte die beiden Tonabnehmer also nur unabhängig voneinander beurteilen.

Verbaut wurden die bereits von @MiLe vermessenen
"Muster 2 (Trafokern 8mm) https://www.gitarrebassbau.de/viewtopic ... 25#p140794" in der Bridge und
"Muster 3 (Trafokern 6mm) https://www.gitarrebassbau.de/viewtopic ... 50#p140875" in der Halsposition.

Mit dem Ergebnis bin ich, nicht nur angesichts der Tatsache dass ich die Pickups mit der ersten dahergelaufenen Elektronik kombiniert habe, mehr als zufrieden.

Brummfaktor: Null. Ich bin mit umgehängter Gitarre um jeden Verstärker im Raum rumgetigert, bin mit LED- und Neonlichtern auf Tuchfühlung gegangen und habe einen Flirt mit der Netztrafo-Armada meines Gitarrenkollegen angefangen (jedes Effektgerät ein Netztrafo). Ergebnis: Nada. Nix. Silence. :D

Output: Da mein Gitarrenspezl ohnehin promiskuitiv veranlagt ist, und pro Probe mindestens 4 verschiedene Gitarren zum Einsatz kommen, hatte ich einen schönen Vergleich. Zusammen mit einer anderen lieferte sich meine Gitarre ein hartes Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel der "lautesten Gitarre des Abends". Hätte ich die Pickups nicht Out-of-Phase verlötet, hätte meine in der Kombination beider Pickups das Rennen wohl mit mehr als einer Nasenlänge gewonnen.

Dabei übertraf jeder der beiden Pickups alleine deutlich den Output von zwei parallel geschalteten Singlecoils zweier verschiedener Telecaster-Modelle. Eine der beiden Teles ist mit "Texas Custom Shop" Pickups ausgerüstet. High-Gain ist mit meinen Pickups also kein Thema. Für Gitarristen, die sich in normalen Overdrive-Gefilden bewegen, dürfte der Output sogar fast schon etwas viel des Guten sein.

Klang: In Kombination mit zwei 500K Potis und einem 22pF Kondensator in den Höhen schon etwas spitz, mit einer deutlich ausgeprägten Resonanzspitze. Mit einem auf ca. 70% zurückgedrehten Tone-Regler kam dann richtig Musik raus. Schöne, seidige Höhen und gut durchsetzungsfähige Mitten. Bei legato gespielten Arpeggi waren die einzelnen Saiten sauber getrennt. Richtig schön. Die Resonanzfrequenz lag dabei für meine Ohren an der richtigen Stelle, nur die Überhöhung müsste man etwas platt machen. Bau ich da lieber 250K-Potis ein oder ist eine Erhöhung des Kondensator-Wertes vielversprechender?

Basswiedergabe: Der Höreindruck scheint MiLes Messungen zu bestätigen. Einerseits habe ich noch nie einen so deutlich artikulierenden, unmatschigen Hals-Pickup gehört wie diesen (ich hab aber natürlich auch noch nie so explizit darauf geachtet wie hier ;-)). Der Bridge-Pickup klingt drahtig mit einer guten Tontrennung. In Sachen Lautstärke fällt der Bridge- etwas hinter den Halspickup zurück. Den könnte oder sollte man also schon noch etwas heißer wickeln.

Insgesamt scheinen die Bässe aber tatsächlich etwas unterrepräsentiert zu sein. Dieser Höreindruck kann natürlich auch mit der Akustik unseres Proberaums zu tun haben, der eine Tendenz zum Bässe-Klau hat. Wären die Tonabnehmer höhenverstellbar eingebaut, hätte ein Kippen und eine Vergrößerung des Abstandes zu den Diskant-Saiten sicher eine ausgewogenere Wiedergabe über alle Frequenzen gebracht. So wie gehört war das eine schöne Klangvariante, und für Distortion-Sounds sicher brauchbar. Als Grundsound einer Gitarre war es unten rum noch nicht ganz meins.

Fazit: Für einen ersten Test war das in jedem Falle schon mal deutlich brauchbar. Insgesamt wäre aber ein Ticken mehr Beef im Bass wünschenswert.

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Re: Alumitones "abkupfern"

#386

Beitrag von micha70 » 30.09.2018, 10:11

Sau gut! Ich würde vielleicht noch einen Positionstausch für die beiden PUs vorschlagen. Einfach deswegen weil die Magneten vom Hals-PU weiter auseinanderstehen und sich das am Steg besser machen könnte. Genauso umgekehrt. Ich stehe aber auch auf SC am Hals. Deckt sich mit meinem Höreindruck der LowZ Alumis. Wie gesagt, der Hals SC ist der Knaller. Eben wegen der Transparenz. Allerdings deckt der auch gnadenlos jede Schlamperei im Spiel auf. Muss man sich daran gewöhnen.

Wenn ich das so lese würden allerdings auch weniger Wicklungen reichen und man kommt dann eher in den Bereich was von dem angeblichen Lace Mitarbeiter weitergegeben wurde. Dünnerer Draht könnte auch die Resonanz nach unten ziehen was den Rallumitones die Schärfe nehmen könnte. Wieder einmal sehr viel Konjunktiv...
Viele Grüße
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Re: Alumitones "abkupfern"

#387

Beitrag von cabriolet » 30.09.2018, 10:17

Geil (dance a) .
Und in schwarz/weiss sehen die Dinger ja mal richtig gut aus!
Rallinger hat geschrieben:
30.09.2018, 09:57
Die Resonanzfrequenz lag dabei für meine Ohren an der richtigen Stelle, nur die Überhöhung müsste man etwas platt machen. Bau ich da lieber 250K-Potis ein oder ist eine Erhöhung des Kondensator-Wertes vielversprechender?
Wenn die Stelle der Überhöhung richtig ist, lass den Kondensator wie er ist; falls du den Kondensator am Ton-Poti meinst, dann sowieso, der hat auf die Resonanzfrequenz eigentlich nur bei voll zugedrehtem Ton einen Einfluss.
Das 250kOhm-Poti ist da die richtigere Wahl. Oder einen Widerstand parallelschalten.

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Re: Alumitones "abkupfern"

#388

Beitrag von Rallinger » 30.09.2018, 10:41

micha70 hat geschrieben:
30.09.2018, 10:11
Sau gut! Ich würde vielleicht noch einen Positionstausch für die beiden PUs vorschlagen. Einfach deswegen weil die Magneten vom Hals-PU weiter auseinanderstehen und sich das am Steg besser machen könnte. Genauso umgekehrt. Ich stehe aber auch auf SC am Hals. Deckt sich mit meinem Höreindruck der LowZ Alumis. Wie gesagt, der Hals SC ist der Knaller. Eben wegen der Transparenz. Allerdings deckt der auch gnadenlos jede Schlamperei im Spiel auf. Muss man sich daran gewöhnen.
Da MiLes Messungen erwartungsgemäß einen höheren Output für den 8mm-Kern-PU ergeben haben, habe ich diesen bewusst an die Bridge-Position gesetzt. Diese beiden PUs auszutauschen dürfte die Balance zerstören. Aber du hast Recht, ein weiterer Abstand der Magneten könnte dort sicher etwas bewirken (was auch immer ;-)).
micha70 hat geschrieben:
30.09.2018, 10:11
Wenn ich das so lese würden allerdings auch weniger Wicklungen reichen und man kommt dann eher in den Bereich was von dem angeblichen Lace Mitarbeiter weitergegeben wurde. Dünnerer Draht könnte auch die Resonanz nach unten ziehen was den Rallumitones die Schärfe nehmen könnte.
Da bin ich bei dir. Inzwischen ist bei mir auch der bestellte 0,04er Draht aus dem Großen Brittannien eingetrudelt. Ich habe damit bereits zwei neue Spulen auf Bobbins mit 4x4mm Trafoquerschnitt gewickelt. Noch nicht verlötet, daher kann ich zu den Widerstandswerten noch nichts sagen:
Weil ich dachte dass der Output noch schwachbrüstig sei, habe ich diese Spulen mit 2x12.000 Wicklungen angefertigt. Das nennt man dann wohl "Overkill". Angesichts des Testergebnisses kann ich diese Spulen dann wohl in die Tonne kicken ... :( Andererseits: der dünne Draht lässt viel Raum zur Miniaturisierung des Trafos. Eventuell ließe es sich an diesem Punkt bewerkstelligen, mit nur einer Trafospule auf den benötigten Output zu kommen. Viel Platz ist damit zwar noch nicht gewonnen (der Trafokern bleibt ja in seinen Dimensionen gleich). Aber zumindest hätte ich den Bauraum gewonnen, um die von @cabriolet ins Spiel gebrachte Schaltung mit der zweiten, per Poti regelbaren Trafospule auszuprobieren (da wirst du mir allerdings helfen müssen, bitte, bitte).
micha70 hat geschrieben:
30.09.2018, 10:11
Wieder einmal sehr viel Konjunktiv...
Da ich leider nächste Woche ins Krankenhaus muss um mein Knie messern zu lassen, werden sich weitere Fortschritte leider etwas verlangsamen. Aber ich werde dranbleiben, um möglichst viele Konjunktive in Indikative verwandeln zu können. Versprochen!

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Re: Alumitones "abkupfern"

#389

Beitrag von bea » 30.09.2018, 11:21

Rallinger hat geschrieben:
30.09.2018, 09:57
Hier gibt's auch Fortschritte zu vermelden. Gestern habe ich in einer Hauruck-Aktion zwei der drei neuen Prototypen in meine Testgitarre eingebaut. Da die Kombination aus goldener Hardware und Alublechwinkel in akutem Verdacht steht, Augenkrebs auszulösen ( (puke) ),
... bringe ich immer wieder Messing als Alternative ein. Mit hinreichend großem Querschnitt sollte das funktionieren.
LG

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Re: Alumitones "abkupfern"

#390

Beitrag von micha70 » 30.09.2018, 11:48

bea hat geschrieben:
30.09.2018, 11:21
Rallinger hat geschrieben:
30.09.2018, 09:57
Hier gibt's auch Fortschritte zu vermelden. Gestern habe ich in einer Hauruck-Aktion zwei der drei neuen Prototypen in meine Testgitarre eingebaut. Da die Kombination aus goldener Hardware und Alublechwinkel in akutem Verdacht steht, Augenkrebs auszulösen ( (puke) ),
... bringe ich immer wieder Messing als Alternative ein. Mit hinreichend großem Querschnitt sollte das funktionieren.
Oder das Alu gülden eloxieren. In DIY auch was interessantes.
Viele Grüße
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Re: Alumitones "abkupfern"

#391

Beitrag von capricky » 30.09.2018, 12:00

Rallinger hat geschrieben:
30.09.2018, 09:57


Basswiedergabe: Der Höreindruck scheint MiLes Messungen zu bestätigen. Einerseits habe ich noch nie einen so deutlich artikulierenden, unmatschigen Hals-Pickup gehört wie diesen (ich hab aber natürlich auch noch nie so explizit darauf geachtet wie hier ;-)). Der Bridge-Pickup klingt drahtig mit einer guten Tontrennung. In Sachen Lautstärke fällt der Bridge- etwas hinter den Halspickup zurück. Den könnte oder sollte man also schon noch etwas heißer wickeln.
Probier mal die Lücken in der Kernblechschichtung zwischen den Spulen mit passgenau geschnittenene Blechstückchen aufzufüllen (oben, im offenen U). Bei den Alumitones fehlen da ja auf jeder Schmalseite des Blechpaketes 4 Bleche, bzw. sind Lücken. Bei deinen Prototypen ist die Zahl wahrscheinlich größer. Das kann durchaus eine absichtliche Verminderung des Eisenquerschnitts zur gezielten Beeinflussung des Frequenzganges (Absenkung) im Bassbereich sein. Sehr wahrscheinlich sogar, kein Trafobauer würde das woanders sonst so gestalten. 8)

capricky

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Re: Alumitones "abkupfern"

#392

Beitrag von Rallinger » 30.09.2018, 12:05

capricky hat geschrieben:
30.09.2018, 12:00
Probier mal die Lücken in der Kernblechschichtung zwischen den Spulen mit passgenau geschnittenene Blechstückchen aufzufüllen (oben, im offenen U). Bei den Alumitones fehlen da ja auf jeder Schmalseite des Blechpaketes 4 Bleche, bzw. sind Lücken. Bei deinen Prototypen ist die Zahl wahrscheinlich größer. Das kann durchaus eine absichtliche Verminderung des Eisenquerschnitts zur gezielten Beeinflussung des Frequenzganges (Absenkung) im Bassbereich sein. Sehr wahrscheinlich sogar, kein Trafobauer würde das woanders sonst so gestalten. 8)
Hab ich bei den aktuellen Versionen bereits gemacht, wenn auch aus Liebe zur Symmetrie ...

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Re: Alumitones "abkupfern"

#393

Beitrag von Rallinger » 30.09.2018, 12:05

bea hat geschrieben:
30.09.2018, 11:21
... bringe ich immer wieder Messing als Alternative ein. Mit hinreichend großem Querschnitt sollte das funktionieren.
Keine schlechte Idee. Aber inzwischen bin ich ohnehin kein Freund von Gold-Hardware mehr. Und ich hab hier noch 60cm Aluprofile rumliegen, die auch gerne Prototypen werden wollen ;) (oder besser: gut funktionierende Pickups, aber erstmal auf dem Boden bleiben).

Für mich stellt sich aktuell die Frage, wie sich die gewonnenen Erkenntnisse in eine Handlungsanweisung für die nächste Generation Prototypen übersetzen lassen.

Das Lastenheft dafür:
  • Bass! Gimme more Bass!
  • Ein Gefühl entwickeln, wie die Übersetzungsverhältnisse sein müssen, um Bridge und Neck in der Lautstärke so weit wie möglich anzugleichen
  • Der Trafokern muss außen aus dem Weg, um den PU höhenverstellbar zu kriegen
  • erste Voicing-Maßnahmen

Einstweilen würde ich dafür mal folgenden Ansatz verfolgen:
  • "Entkoppelung" des Trafokerns von den Außenleitern, um ggf. die Basswiedergabe zu erhöhen (wie von @capricky angedacht). Ergo Trafo-Aufnahme auffeilen, damit der Kern seinen Strom möglichst nur von dem mittleren Humbucker-Leiter kriegt
  • kurzer Magnetabstand Hals, weiter Magnetabstand Bridge
  • weiter geht's mit 0,04er Draht statt des verwendeten 0,056ers
  • weiter mit Trafokern 4x4mm, um das Dingens außen aus dem Weg zu kriegen
  • ggf. die Trafokern-Windung außen in einer kleinen Nut versenken
  • Übersetzung Bridge runter auf 2x7500, am Neck Reduktion der Wicklungszahl auf 2x7000 (statt wie bisher je 2x8000)
  • weiterhin doppelte Sekundärspule oder Test einfache Sekundärspule mit 16.000 bzw. 14.000 Windungen? (think) wohl besser erstmal bei doppelt bleiben ...

Einsprüche? Anregungen?

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Re: Alumitones "abkupfern"

#394

Beitrag von cabriolet » 30.09.2018, 12:40

Rallinger hat geschrieben:
30.09.2018, 12:05
weiterhin doppelte Sekundärspule oder Test einfache Sekundärspule mit 16.000 bzw. 14.000 Windungen? (think) wohl besser erstmal bei doppelt bleiben
Definitiv doppelt bleiben. Nur so hast du sekundärseitig auch eine Humbucking-Funktion, eine einzelne Spule würde wie ein herkömmlicher Singlecoil Störungen einfangen.
Was übrigens nichts mit der Idee der schaltbaren/regelbaren Spule zur Impedanzreduzierung zu tun hat, die wird ja nicht an den Verstärker angeschlossen. Falls du aber damit experimentieren willst, kannst du "einfach" am anderen Ende des Pickups einen weiteren Trafo anbringen. Der darf genauso aussehen wie der, den du jetzt schon nutzt, muss aber nicht. Das Ding dann einfachfür den Anfang mit einem Schalter brückbar machen.

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Re: Alumitones "abkupfern"

#395

Beitrag von micha70 » 30.09.2018, 13:21

cabriolet hat geschrieben:
30.09.2018, 12:40
Rallinger hat geschrieben:
30.09.2018, 12:05
weiterhin doppelte Sekundärspule oder Test einfache Sekundärspule mit 16.000 bzw. 14.000 Windungen? (think) wohl besser erstmal bei doppelt bleiben
Definitiv doppelt bleiben. Nur so hast du sekundärseitig auch eine Humbucking-Funktion, eine einzelne Spule würde wie ein herkömmlicher Singlecoil Störungen einfangen.
Was übrigens nichts mit der Idee der schaltbaren/regelbaren Spule zur Impedanzreduzierung zu tun hat, die wird ja nicht an den Verstärker angeschlossen. Falls du aber damit experimentieren willst, kannst du "einfach" am anderen Ende des Pickups einen weiteren Trafo anbringen. Der darf genauso aussehen wie der, den du jetzt schon nutzt, muss aber nicht. Das Ding dann einfachfür den Anfang mit einem Schalter brückbar machen.

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Re: Alumitones "abkupfern"

#396

Beitrag von micha70 » 01.10.2018, 10:18

Kleine Randnotiz von nebenan weil ich denke es könnte hier vielleicht von Wert sein. Der (Ring-)Kern eines Talema Stromwandlers AS/AX/AP-Serie hat 6,5x3mm. Der Draht ist relativ dick mit 0,16mm. Egal ob 300'er oder 500'er. Mehr hab ich nicht auseinandergenommen. Vielleicht können die Trafoexperten mehr damit anfangen. Wenn nicht, dann einfach vergessen.
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Re: Alumitones "abkupfern"

#397

Beitrag von Rallinger » 18.10.2018, 08:52

Der Bau neuer Prototypen pausiert gerade leider etwas, da ich immer noch nicht in der Lage bin, mich in die Werkstatt zu stellen. Aber ein wenig weitergegangen ist es trotzdem.

Gestern habe ich die Polarität des Bridge-Tonabnehmers umgedreht, um von der out-of-phase Verdrahtung der Pickups auf in-phase zu kommen. Oh Holla! Wäre nicht ich derjenige gewesen, der die Gitarre spielte, dann würde da richtig Musik rausgekommen sein. Ein super schöner, definierter Sound. Und als ich dann den Eingang meines Interface auf "High-Z" umgestellt hatte (manche Dinge sind viel zu einfach, um gleich darauf zu kommen (wall) ), war von Bassschwäche auch nix mehr zu hören.

Den bewährten Grundsatz "never change a winning team" bewusst ignorierend flog als nächstes die Standard-Elektronik der Gitarre raus (2x 500K Potis + 22pF Cap) und wurde gegen einen State Variable Filter von Lemme ersetzt (die Version mit dem Dreifachschalter zum Einstellen der Güte anstelle eines zweiten Potis).
Im E-Fach geht's nun ein wenig gedrängelt zu, aber schlussendlich hat alles gut reingepasst:
Was soll ich sagen? Im Vergleich zu den EMG-Pickups mit Passiv-Verdrahtung, die original drin waren, hat sich die Gitarre für meine Ohren um ca. 800% verbessert. :D (dance a) Es ist unglaublich, welche Klangvielfalt so ein SVF im Vergleich mit einer normalen Klangregelung bringt. Dabei halte ich die Version mit Poti plus Schalter für fast ideal, da man die Lieblingssounds relativ gut wiederfindet. Ich glaube ich habe den nächsten Kandidaten für eine Abkupferung gefunden ...

Die Klarheit und Auflösung der Tonabnehmer ist dabei erhalten geblieben. Eine Anfängergitarre ist das jetzt definitiv nicht mehr. Das Ganze erinnert mich ein wenig an die kleine Ernüchterung, als ich Ende der 90er zum ersten Mal eine Leica-Kamera in die Hand bekam. Mit so einem Gerät kann man weitaus besser arbeiten als mit dem, an das ich damals gewöhnt war. Aber man muss auch weitaus sauberer arbeiten, weil die Auflösung jede kleine Unsauberkeit gnadenlos aufdeckt.

Ich bin sehr gespannt wie das klingen wird, wenn ein guter Gitarrist auf diesem Instrument spielt. Darum werde ich das gute Stück jetzt noch ein wenig hätscheln, und dann bekommt sie ein Spezl zum Testen in die Hand. Auch um sicher zu gehen, dass ich nicht einfach nur höre, was ich hören will ... Vielleicht ist der Kollege ja so nett, und spielt ein paar kleine Licks ein. Ich werde ihn darum bitten und sie wenn vorhanden posten.

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Re: Alumitones "abkupfern"

#398

Beitrag von micha70 » 18.10.2018, 09:40

Meine Augen, meine Augen...ich bin blind! Aber Du hattest ja vor dem Bild in Farbe gewarnt :lol: Super! Freu mich jetzt schon auf Soundfiles.
Viele Grüße
Micha

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Re: Alumitones "abkupfern"

#399

Beitrag von Rallinger » 19.10.2018, 08:43

Mal ein kleines Offtopic zum Thema "State variable filter", wenn ihr erlaubt ...

Ich habe gestern nochmals eine Runde mit dieser Gitarre vor mich hin geklimpert und bin immer mehr von der Wirkungsweise des SVF angetan. Im Grunde hatte ich das auch erwartet. Aber es ist nochmals eine ganz andere Nummer, das mit eigenen Ohren zu hören. Als Bassist habe ich wenig bis keine Berührungsängste mit aktiven Klangregelungen. Der SVF ist anders. Er erlaubt nicht nur Eingriffe in den Grundsound eines Instruments, sondern er verpasst dem Instrument tatsächlich einen (viele) veränderte Grundsounds.

Ich will jetzt nicht so weit gehen und behaupten, man hätte damit "alle Sounds von Telecaster bis Les Paul in einem Instrument", aber es geht ein wenig in diese Richtung. Wenn man ohne SVF eine ähnlich radikale Soundveränderung haben möchte, wie sie mit einem SVF möglich ist, müsste man tatsächlich verschiedene Gitarren einstöpseln. Mit einem Bodentreter ist das nicht zu erreichen (es sei denn es wäre ein SVF drin :D ) Wer also eine sehr vielseitige und flexible Gitarre haben möchte, sollte sich das echt mal reinziehen.

Die Kehrseite: wenn man zu Hause im stillen Kämmerlein vor sich hin klimpert, ist die stufenlose Regelung der Resonanzfrequenz eine nette Kiste. So richtig bühnentauglich-idiotensicher finde ich das Konzept nicht. Zwischen den einzelnen "oh, wow" Sounds sind doch immer Frequenzbereiche, die nicht so richtig überzeugend klingen. Wenn man die auf der Bühne trifft (die Wahrscheinlichkeit ist hoch) dann ist die ganze Pracht dahin.

Aber mal ins Unreine gesprochen ... die E-Chefs mögen mir bitte widersprechen, sollte ich auf der falschen Fährte sein und Unsinn reden ...

Im Grunde wäre ja eine Bedienung wie beim C-Switch wünschenswert. Mit ein paar definierten, per Drehschalter ansteuerbaren Lieblingssounds. Die Lage der Resonanzfrequenz wird ja per Poti angesteuert, d.h. je nach dem an dieser Stelle der Schaltung anliegenden Widerstandswert ergibt sich die Resonanzfrequenz. Im Grunde müsste man dann ja mit einem "R-Switch" (same shit wie ein C-Switch, nur mit Widerständen statt Kondensatoren) die Resonanzfrequenz des SVF abgestuft schaltbar machen können. Stimmt das so oder habe ich da was übersehen?

Und falls das so läuft, müsste ja das RotoTone Set von GuitarPCB (https://www.musikding.de/Roto-Tone-Set) eigentlich diesen Mod auf schnelle, saubere und günstige Art und Weise ermöglichen?

P.S. Um Luft zu sparen: Warum nicht gleich ein C-Switch? Weil bei dem die Güte des Filters nicht einstellbar ist. Und das macht, gerade bei den höchsten und tiefsten Resonanzfrequenzen, einen Riesenunterschied.

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Re: Alumitones "abkupfern"

#400

Beitrag von micha70 » 19.10.2018, 09:02

Moin!

ist doch kein Offtopic. Da veröffentlicht cycfi immer mal wieder etwas was in die Richtung geht, oder nicht?

https://www.cycfi.com/2018/08/honey-i-shrunk-the-reso/
https://www.cycfi.com/2018/07/the-tone-block/

Entweder man baut das als Klangregelung ins E-Fach, mit Zugriff jederzeit, oder wenn man es klein genug bekommt noch mit in den PU ohne Schalter oder Potis. Hat ja jeder hier mehrere Gitarren....kommt ja kaum einer aus nur mit einer ;)
Viele Grüße
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