Ultra-flacher Sidewinder für die Carbonita

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MiLe
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Ultra-flacher Sidewinder für die Carbonita

#1

Beitrag von MiLe » 04.02.2017, 13:39

moin,

um das tragende Carbonprofil der gerade enstehenden "Carbonita" nicht zu schwächen, will ich auf Fräsungen/Einsenkungen der Pickups dieses Mal verzichten.

Das Griffbrett wird ca. 5/6 mm (Rand/Mitte) Dicke haben, die Bünde nochmal ca. 1 mm, so daß eine Saite, gegriffen am 22. Bund, ca. 6/7 mm über dem Body liegt. Da sollen die PUs zwischenpassen mit möglichst 2 mm Minimalabstand. Die Decke wird so gestaltet, daß der Abstand "Saite gegriffen am 22. Bund" zu Decke von Hals bis Bridge gleich bleibt.

Es sollen 2 verschiebbare Pickups in die Gitarre, jeder mit Singlecoil-Apertur, zusammengeschoben klassische Gibson-Apertur. Also von oben betrachtet ziemlich normale Sincgle-Coil-Formate. Jeder für sich soll natürlich brummfrei sein.

Das Spacing ist recht breit (57 mm Bridge, 38 mm Sattel). Da sich der vom PU "gesehene" Bereich beim Verschieben verändert, gibt's definitiv Klingen und keine Polepieces. Außenabmessungen der PUs also rund 65x16x4/5 mm. (12"-Radius Klinge 57 mm)

Da sich die Sidewinder-Bauweise für mich hervorragend bewährt hat, will ich's wieder so machen. Zielfunktion:

- um die 50-60 mT an den Klingen
- Fs ohne Kabelkapazität an 1 MOhm Eingangswiderstand >= 18 Khz. Das soll die Basis für Acoustic-ähnliche Sounds werden + 2 schaltbare Stufen mit SC- und P90-typischen Resonanzfrequenzen und Güten per R und C einstellbar.
- dabei möglichst hoher Output, damit möglichst wenig Spannungsverstärkung benötigt wird.

Da auf die Minispulen ohnehin nicht viel Draht passen wird (selbst 0,05er), werden Resonanzfrequenz und Güte dieses Mal kein Thema sein. Beide werden zu hoch sein und vor dem Preamp mittels R und C eingestellt. Es darf also dieses Mal ohne Reue auch Eisen in die Spulen 8)
Muss sogar aus handwerklichen Gründen, denn die ansonsten benötigten Magneten sind nicht zu kaufen und für mich auch kaum selbst herzustellen.

Klinge und Flügel bestehen aus 1,5 mm Stahl, die Magneten werden von einer Phalanx N45 Neodymen gebildet, und zwar pro Seite 11 Stück 1,0 x 1,5 x 5,0 mm, Magnetisierung durch die 1,0 mm. Besser geeignete Dimensionen konnte ich beim besten Willen nicht auftreiben.
Anordnung der Magnete wie gehabt beide Seiten mit Nord an die Mittelklinge. Diese Flügel werden dann verlängert durch 1,5 mm Stahl, jeweils 5,0 mm lang. Den Abschluss bilden Plexi-Scheiben 0,6 mm als Wickel-Begrenzung.

Mit Hilfe von FEMM habe ich verschiedene Konstrukte unter Berücksichtigung verfügbarer Magnete durchgerechnet, dieser Aufbau sollte die beste Overall-Performance liefern (Magnetfeldstärke, Saiten-Spulen-Kopplung...). Die N45 Neos dicht an dicht gesetzt (so als wäre es ein langer Neo 55x1x1,5mm) sollten laut Simu gut 50 mTesla an den Klingen liefern. Viel mehr sollte es nicht sein (Stratitis) und in diesem Fall ist auch kein oder nur minimales Runterschrauben der PUs möglich - das muss also passen.
Ein erster Versuch mit Klingen-Resten und einigen Magneten ergibt gemessene 64 mT an den Klingen. Mal sehen, eventuell muss ich doch keine Lücken lassen und statt der möglichen 11 nur 10 oder 9 pro Seite verbauen.

Ich rechne bei 0,05er Draht mit ca. 1500 Wicklungen/Seite = 3000 Wicklungen mit 3,2 KOhm seriell verschaltet. Gar nicht mal so wenig für die Winzlinge :D

Als besonders Highlight soll jeder PU auf einer Art Anker sitzen, wodurch er durch einen Schlitz in der Decke verschiebbar wird.
Da Kabel in der Body-Konstruktion bei dem großen Verschiebe-Bereich (Neck 22 - Bridge) steif und störend wären, soll die Kontaktierung über Schleifer (Poti schlachten?) und Leiterbahnen an der Unterseite der ca. 5 mm starken Decke erfolgen.

Je nach Messungen des Widerstandes der Carbon-Konstruktion kann eine Leiterbahn für Masse entfellen und direkt auf's Carbon kontaktiert werden, wenn ich da keinen Denkfehler habe. Durch das Carbon sollten ja alle Bauteile elektrisch leitend miteinander verbunden sein und somit auch als Masse und Abschirmung dienen.

Am Ende rechne ich mit einer nötigen Spannungsverstärkung zwischen 3 und 6, um auf den Pegel einer Einzelspule eines SD SH4 zu kommen. Jeder PU liefert dann über Beschaltung 3 verschiedene Grundsounds, beide PUs lassen sich über Megaswitsch M jeweils alleine, seriell, parallel oder parallel oop schalten. Dazu jeder PU in jede beliebigen Position verschiebbar, das sollte an Variationsmöglichkeiten für's Grobe reichen ;)

Aktuell warte ich noch auf die schwarzen Klingen vom Trashcontainer. Die 12" Oberseite wird die Mittelklinge, aus dem Rest schneide ich jeweils die Seitenflügel.

Nun noch ein paar Skizzen und die FEMM-Simu - dann kommen hoffentlich bald die noch ausstehenden Teile und dann kann's endlich losgehen :)
Liebe Grüße,
Michael

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