Niederohm-Singlecoil-Selbstbau für E-Ukulele

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Kellermann
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Niederohm-Singlecoil-Selbstbau für E-Ukulele

#1

Beitrag von Kellermann » 06.07.2016, 23:37

Liebe Gemeinde,
ich bin neu im Forum und beobachte schon lange vieles hier im Form, wirklich klasse. Angefixt durch meinen Bruder, der hier aktiv ist, möchte ich nun selber bauen, nämlich eine vollelektrische Ukulele. Ich beginne mit den Dingen, die mir am schwersten fallen, nämlich mit der Bridge (schon fertig) und den Pickups (fast fertig, bis auf eine Kleinigkeit). Bilder habe ich gemacht, ich könnte also einen Bauthread starten. Frage zu meinen Bobbins: Sie sind ein geklebter Material-Mix aus Multiplex, Pertinax, Plexiglas und Resin. Alles ist gewickelt und fertig gelötet, müssen nur noch "gebadet" werden. Im Wachsbad haben wir um die 60°C, alles ist dann schön dünnflüssig.
Ich habe nur etwas Sorge, dass bei den Temperaturen all das geklebte Plastikzeugs irgendwie Schaden nimmt wg. Temperaturen. Ich möchte deshalb in einem selbstgebauten Unterdrucktopf mit Wasser-Acryllack oder Alkyd-Lack die Dinger "entpfeifen". Es wird schon an anderer Stelle diskutiert, aber spricht außer der schlechten Reparaturmöglichkeit eines so behandelten PUs definitv etwas dagegen?

Viele Grüße vom
Kellermann
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Re: Niederohm-Singlecoil-Selbstbau für E-Ukulele

#2

Beitrag von MiLe » 07.07.2016, 10:03

moin,

erst mal herzlich Willkommen hier, immer wieder schön, wenn es einen Bekloppten mehr gibt ;)
Im ersten Projekt gleich voll einzusteigen und schon die PUs selbst zu wickeln lässt darauf schließen, daß da in Zukunft einige interessante Sachen kommen.

Zuerst 2 Fragen: Mit was hast Du die Materialien verklebt und wie viele Wicklungen sind drauf??

Meine Eigenkonstrukte bisher bestanden mangels passender bobbins aus Magneten und Plexi, per Sekundenkleber miteinander verbunden. Gewachst wurde ohne Rücksicht auf Verluste: Wachs im Marmeladenglas in kochendem Wasser erhitzt, dann der Herd etwas zurückgedreeht, daß das Wasserbad so eben nicht mehr kochte. Die Temperatur dürfte also deutlich über 60° gelegen haben.
Handvakuum-Pumpe an Loch im Deckel des Marmeladenglases und so lange gepumpt, bis wirklich nicht mehr das kleinste Luftbläschen zu ziehen war, im Schnitt so 10-15 Minuten. Folgen für Plexi und Verklebung: keine (whistle)
Dafür waren selbst die 4adrigen PU-Kabel, obwohl am äußeren Ende überhaupt nicht im Wachsbad, bis zu diesem vollgezogen - Vakuum machts möglich. :D

Andere, von Lemme empfohlene Variante: Alle paar hundert Wicklungen dünnflüssigen Sekundenkleber auf die Wicklung geben (zieht durch Kapillarkräfte rein). Je nach Anzahl der Wicklungen beim niederohmigen PU könnte das auch noch funktionieren. Sekundenkleber für Glas oder Plexi hinterlässt auch nicht so hässliche weiße Spuren wie die Allerwelts-Sekundenkeber. Auf Plexi kaum sichtbar. Allerdings scheint zumindest einer der PUs eine recht lockere Wicklung zu haben (Wickelbauch) so daß ich nicht sicher bin, ob Sekundenkleber da wirklich die Hohlräume gut füllt (think)

Mit Lacken wäre ich erst mal vorsichtig: Je nach enthaltenem Lösungsmittel könnte u.U. die Lackisolierung leiden und Windungsschlüsse entstehen, das wäre ärgerlich. Bei wasserbasiertem Lack sollte die Gefahr aber gering sein.
Vakuum ist bei Lacken auch eher blöd, denn dazu muss der PU ins Bad und Lack kann man nicht einfach von der (schönen) Oberfläche abwischen.

Soweit meine begrenzten Erfahrungen - andere wissen da sicher noch mehr :)
Liebe Grüße,
Michael

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Re: Niederohm-Singlecoil-Selbstbau für E-Ukulele

#3

Beitrag von capricky » 07.07.2016, 10:58

Ja...nee, keene Angst vor heißem Wachs! Wenn das Plastik keine 60 - 70°C aushält, hätte es besser auch kein Pickup werden sollen. 8)
Ich hatte jahrzehntelang eine Literflasche mit speziellem Spulentränklack, ein "Spirituslack" herumzustehen, einmal habe ich damit einen Pickup bepinselt und dann nie wieder. Es ist nur eine Sauerei, trocknet ewig und nichts ist anschließend besser. Ich habe den Lack dann zur Sammelstelle gebracht.
Nimm Wachs (Ikea, Rossmann Teelichter) - ganz feine Akkordauflösung und beste Saitentrennung sind garantiert! ;)

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Re: Niederohm-Singlecoil-Selbstbau für E-Ukulele

#4

Beitrag von Titan-Jan » 07.07.2016, 11:57

Sehr schön!!! Wo geht's zum Bauthread? ;-)

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Re: Niederohm-Singlecoil-Selbstbau für E-Ukulele

#5

Beitrag von Bermann » 07.07.2016, 14:38

Leute, kurze Info zu Pickups und Wasser:
Das ist eine wirklich klangkillende Kombination, deshalb nie Wasserlacke zum Tränken benutzen, es könnten Wasserreste übrig bleiben.

Gruß Hermann

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Re: Niederohm-Singlecoil-Selbstbau für E-Ukulele

#6

Beitrag von Kellermann » 07.07.2016, 15:22

Liebe Beratungswillige,

vielen Dank für Eure sofortige Anteilnahme und Rückmeldungen, dann wird wohl gewachst. Mein ERSTER Beitrag und der "Meestah" gibt schon beratenden Support, vielen Dank, das nenn ich Leidenschaft im Dienste der Sache :D . Die PUs sind mit 0,1 gewickelt, der eine mit Maschine (1,6kO), der andere komplett von Hand (1,1kO), ich hatte schon erwartet, das die Differenz so ausfällt. Geklebt ist mit 2 Komponentenkleber (Holz zu Plexi bzw. zu Pertinax), die Coverteile untereinander (Plexi/Resin) mit Cyanacrylat.
Beim wachsen werden die Covers und die Löcher der Magnete auf der Unterseite mit Latex- / Maskol- oder Ähnlichem abgedeckt, was nach dem Tauchbad abgezogen werden kann, dann kann ich die Magnetchen noch in der Höhe verschieben, falls das nötig sein sollte.
Hoffentlich hält das Maskol bei der Wärme, muß ich vorher testen. Wicklungszahl weiß ich nicht, habe einfach gemacht, bis voll war, meine Zählerkonstruktion hatte versagt.

Dann werde ich mich an Herrn Lemme wenden, da mir nicht ganz klar ist, welcher seiner Vorverstärkerchen infrage kommt.
Bauthread: Schon gerne, wird aber im Schneckentempo vorwärtsgehen.

Viele Grüße vom
Kellermann

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Re: Niederohm-Singlecoil-Selbstbau für E-Ukulele

#7

Beitrag von MiLe » 07.07.2016, 15:50

Naja - Cul in 0,1 hat üblicherweise einen DC-Widerstand von ca. 2,2 Ohm/Meter, macht also 500 bzw. 727 Meter/Spule.
Bei einer geschätzten Spulenlänge von 40 mm rund 10 cm/Wicklung, macht ganz grob 5000 bzw. 7270 Wicklungen/Spule.
Das ist jetzt gar nicht mal so wenig, die niedrigen RDC-Werte kommen denmach überwiegend vom wesentlich dicken Draht und der im Vergleich zu "normalen" PUs kürzeren Spule und würden bei 0,6er Draht schon knapp beim 3fachen liegen.
Auf den Bildern kommt es mir aber irgendwie nicht so vor, als wären auf den Spulen so viele Wicklungen mit so dickem Draht - kann aber auch täuschen. Bist Du Dir sicher, was die Widerstandswerte und die Drahtstärke angeht?

Da die Spannungsabgabe nicht vom Widerstand sondern von der Induktivität/Drahtlänge abhängt, wirst Du nicht viel Verstärkung brauchen. Von Lemme kämen dann wohl der 3fach oder der 2-6fach in Frage, ich würde zugunsten der Flexibilität bei 5.-€ Preisunterschied und nominell gleichem Energieverbrauch auf den 2-6fach setzen ;)

BTW: überschüssiges Wachs kann man später abreiben/rauspulen, abgeklebt hab' ich da noch nie was. Und wenn ich mir käufliche Pickups anschaue, DiMarzio und SD auch nicht. Und je mehr Öffnungen offen sind (was is'n das für ein deutsch (think) ), desto besser kommt die Luft raus 8)
Liebe Grüße,
Michael

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Re: Niederohm-Singlecoil-Selbstbau für E-Ukulele

#8

Beitrag von Kellermann » 07.07.2016, 19:31

Hallo Michael,
danke für deine Mitarbeit, ich werde nach dem Wachsen nomals messen. Das Elektrische ist nicht wirklich so meins...., Du möchtest mir doch nicht mitteilen, dass ich auf beiden PUs diverse Wicklungsschlüsse habe :roll: . Wir werden sehen.


Ansonsten gilt für heute:
Vive la Mannschaft

Beste Grüße vom
Kellermann

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Re: Niederohm-Singlecoil-Selbstbau für E-Ukulele

#9

Beitrag von MiLe » 08.07.2016, 08:39

ich nix Fußball - außer, ich kicke selbst :D
neee - Windungsschlüsse würden ja bedeuten, daß Du noch mehr Meter Draht auf den Spulen hättest als die Messwerte vermuten lassen.
Liebe Grüße,
Michael

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