Sidewinder bauen

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Re: Sidewinder bauen

#26

Beitrag von MiLe » 26.05.2016, 16:30

Es geht noch besser:
Die Spulenzuführung läuft ja durch ein kleines Loch in der PU-Seitenwand, beide Sidewinder sind mit den Seitenwänden verklebt.
Beim Trennen der beiden Sidewinder aus dem Verguss hat's natürlich den Draht, der an der verklebten Hälfte des noch intakten Teils herauskommt gerissen, und in dem Durcheinander aus Plexi, Sekundenkleber und Ployesterharz ist nicht mehr rauszufinden, wo der an der Spule hingeht. Also beide Sidewinder - 4 Spulen - 25.000 Wicklungen Schrott - mal wieder alles auf Anfang :cry:

Merke: Murphys Gesetze gelten auch beim Pickup-Bau.
Liebe Grüße,
Michael

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Re: Sidewinder bauen

#27

Beitrag von MiLe » 26.05.2016, 17:11

und noch einer: beim vorsichtigsten Knacken der Kupferdraht-Stahlklingen-Plexiglas-Sekundenkleber-Wachs-Giesharzkonstruktion hat's dann auch gleich noch meinen letzten Ferritbar zerbröselt. Ich glaub, ich mach heute nix mehr und gehe am Besten ins Bett. Da hätte ich heute morgen auch gleich bleiben sollen ;)
Liebe Grüße,
Michael

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Re: Sidewinder bauen

#28

Beitrag von MiLe » 04.06.2016, 14:25

Der 2. Sidewinder ist (fast) fertig, diesmal gab es keine größeren Katastrophen (bis jetzt). Den Quad-Sidewinder habe ich inzwischen auch erfolgreich komplett neu und mit identischen Daten wie den zerstörten Vorgänger gebaut, der sitzt schon in der Gitte und macht richtig Freude (dance a)
Alles was dem Dual jetzt noch fehlt ist das Entformen und Beschleifen. Da ich in der Hinsicht dazugelernt habe, bin ich ganz guter Dinge.
Als Isolierung der Kurzschluss-trächtigen Stahlklinge hat sich übrigens simple Decofolie bewährt (die zum Autos folieren). Einen Schlitz für den Magneten reingeschnitten (also quasi eine Maske erstellt) und dann mit Heißluft verklebt. Dadurch kann die Folie schön um die verrundeten Kanten gezogen werden und erzeugt keine scharfen Falten und Kanten wie z.B. Tesa. Scheint sich auch beim Wickeln wesentlich schlechter durchzuschleifen als Lack, also diesmal keine Windungsschlüsse oder Sclüsse zur Klinge.

Im Gegensatz zum ersten Exemplar, das auf 4 Einzelspulen besteht, nun als Kontrast und für die Halsposition ein Zweispuler, aber ebenfalls im Standard-HB-Format.
Brummender Einzelspulenbetrieb ist nicht vorgesehen, sondern lediglich seriell und parallel. Beim Sidewinder mit einer Klinge sollten die Auslöschungen üblicher HBs unterbleiben, die mag ich am Hals nämlich nicht, da will ich eine Kombi aus Wärme und Brillanz.
Die Resonanzfrequenzen sollten für meinen Geschmack höher liegen als beim Steg-PU, der Output etwas geringer, dafür alles nicht ganz so hochohmig. Scheint geklappt zu haben :)
Schön ist anders, da muss nach dem Verguss noch Farbe drauf.
Der Anschlus ist immer noch fizzelig, aber eben platzsparend. Die Einzeladern sind von unten auf eine Plexi-Brücke geklebt, diese dann wieder mit den Kabeln nach unten auf die Klinge und Spulenseiten. Kostet nur 1,0 mm Aufbauhöhe.
Extra "schlank" gewickelt für höhere Fs und etwas weniger Output weil Halsposition. Output für Neck-Position fast schon zu hoch, der SD SH2N bringt dagegen als Singlecoil 55 und seriell 120 mV bei niedrigerer Resonanz. SC bringt der zwar schon perlige Höhen, aber mit 1 KHz höherer Resonanz sollte es mir noch besser gefallen.
3,0 und 5,5 KHz kommen meinen Vorstellungen für die Neck-Position entgegen und können per C-Switch noch reduziert werden. Die Güte ist besonders mit 11 dB parallel echt heftig und bedarf wohl dringend einer Bedämpfung - passiv auch kein Problem.
Liebe Grüße,
Michael

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Re: Sidewinder bauen

#29

Beitrag von MiLe » 05.06.2016, 00:01

Die Pannenserie reißt nicht ab :( (oder aber meine Blödheit wird einfach immer schlimmer)

Um Schleifarbeit zu sparen, wollte ich die Ränder der Vergußmasse, die sich innen an der Form etwas hochgezogen hatten, schonmal per Cutter beschneiden. Nun sind zwar alle Finger noch dran, aber 2 Einzeladern hat der Leichtsinn das Leben gekostet.

Zum Glück bin ich mittlerweile im Löten von Microstrukturen geübt, so daß ich die Litzen, nach Freilegen der Schadstelle aus dem Harz, wieder reparieren konnte (whistle)

Also auf zum finalen Beschliff, meine Gußformen sind ja HB-Kappen und die Fräsungen in der Gitte haben rundere Ecken. Also Bandschleifer auf die Werkbank gezwungen und munter losgelegt. Bautz - reißt das Schleifband, mir den PU aus der Hand und der knallt auf den Boden. Bis auf einen Riss in der Oberseite ist nix passiert, funktioniert immer noch. Zumindest isser nun etwas robuster geworden als die Vorgänger (whistle)
Liebe Grüße,
Michael

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Re: Sidewinder bauen

#30

Beitrag von MiLe » 19.06.2016, 19:34

Der nächste Plan reift :)

Die nächste Gitarre soll eine Headless mit u.a. durchgehendem Carbonhals, wechselbaren Seitenteilen, bei Lust und Laune ansetzbarer Kopfplatte und 2 verschiebbaren PUs werden. Diese wieder als Splitcoil, also nur 2 Wicklungen pro PU mit gemeinsamer Stahlklinge zu den Saiten hin. Jeder soll nicht wesentlich breiter als 18 mm werden, um gemeinsam auf Humbucker-typische Auslöschungs-Frequenzen zu kommen.

Um jedoch die durchgehende Carbonstruktur (U-Profil) des Halses im Bereich der Verschiebefläche nicht unnötig zu schwächen, sollen sie auch noch möglichst flach werden, 10-12 mm ist das Ziel. Das ist verdammt wenig Volumen, um je PU Resonanzen von ca. 2,7 KHhz seriell und 5 KHz parallel zu erreichen. Ich könnte gar keinen so dünnen Draht wickeln, damit ich bei den Abmessungen pro Einzelspule ca. 9000 Wicklungen drauf bekomme, solange ich bei meiner bisherigen Bauweise Ferritkern und Stahlklinge bleibe.

Es wird dieses Mal also darauf hinauslaufen, platzsparend Eisen in die Spulen zu packen, um Induktivität und Pegel zu erhöhen und die Resonanzfrequenz zu senken. Die Güte wird auch leiden, aber zugegebenermaßen sind die bisher erreichten Güten der eisenlosen Spulen für den praktischen Einsatz ohnehin nicht wirklich erforderlich und sinnvoll.

Ein Sidewinder wird also aus einer durchgehenden Stahlplatte 16x1 mm bestehen, um die wird gewickelt - natürlich 0,05.
In der Mitte der Stahlplatte kommt oben und unten je eine Reihe Neodyms 3x2x2 mm, Magnetisierung durch die 2 mm, die Nordpole beider Reihen zeigen zur gemeinsamen Grundplatte. Nach oben und unten gehts dann weiter mit 3 mm hohen und 2 mm breiten Stahlklingen, so daß die Gesamthöhe bei den angepeilten 11 mm liegt. Die FEMM-Simu des Aufbaus sieht gut aus - feingemaserter Feldlinienverlauf durch die Spulen und nicht allzu viele Milliteslas an der Klinge - sieht nach einer guten Kopplung aus.


Der Querschnitt durch eine Wicklungshälfte beträgt somit 7 mm in der Breite und (2x) 5 mm in der Höhe, also 35/70 mm². Mal sehen ob das reicht, um die angepeilten Werte zu bekommen und auch noch brauchbaren Output zu erzeugen. (think)

Die Schaltung der beiden PUs soll wieder auf die bewährte Art und Weise erfolgen: Ein Schalter wechselt beide PUs intern gleichzeitig von seriell auf parallel. Ein 5fach Megaswitch M schaltet beide PUs untereinander seriell, parallel, parallel oop und jeweils einzeln.
Im Idealfall kann ich beide Schalter mechanisch so kombinieren, daß die erste Funktion durch Neigen/kippen des Megaswitch erfolgt, somit wäre das ein 10fach-Schalter mit 2 Ebenen zu 5 Schaltstellungen :D
Dann noch Volume und C-Switch dazu - fertig. Wird auf jeden Fall spannend ;)
Liebe Grüße,
Michael

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