Stromwandler-Pickup-Sammelfaden

alles zum Thema Pickup Herstellung
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capricky
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Re: Stromwandler-Pickup-Sammelfaden

#426

Beitrag von capricky » 19.12.2018, 11:05

micha70 hat geschrieben:
16.12.2018, 16:36
Beim Betrachten der Schaltung tun sich mir nur noch weitere Fragen auf. Die Schaltung läßt zwei parallel zum Ausgang liegende Kondensatoren zu die die max. Frequenz begrenzen mit einer Dämpfung von 3dB. Die sind zwar beschaltet, dass die Grenzfrequenz bei 40kH liegt aber das könnte man doch auch anders auslegen, oder? So liese sich vielleicht das Top-End der PUs so beschneiden wie es bei passiven Hochöhmern dann wäre.
Ich würde in jedem Fall die Bandbreite begrenzen, wozu irgendwelche Frequenzen verstärken, die eh keiner hört und auch nicht braucht (irgendwelche Transienten zum Beispiel).
Dimensionierung ist ja einfach dem Datenblatt zu entnehmen. Ich würde da auf 8 - 10kHz gehen.
micha70 hat geschrieben:
16.12.2018, 16:36
Zweite Frage bezieht sich auf die Filter-Kondensatoren am Ein-/Ausgang die einen Hochpass erster Ordnung bilden. Wenn ich es richtig verstanden habe sollen die ja dafür sorgen, dass der DC Anteil der Schaltung da bleibt wo er sein soll und hingehört und so nur das Signal am Ausgang anliegt. Brächte es was hier daran rumzuspielen? Vielleicht die am Eingang, die in Reihe zur Quelle liegen?
Da magnetische Pickups, egal ob hoch- oder niederohmig, kein Bias (Vorspannung) brauchen, bräuchte man theoretisch auch keine Gleichspannungen am Eingang mit Kondensatoren blocken. Das kann man ja einfach ausprobieren. Ansonsten sind die angegebenen 100nF hier auch ein guter Wert in Hinsicht auf Hochpasswirkung.
micha70 hat geschrieben:
16.12.2018, 16:36
Der TS472 verträgt "angeblich" am Eingang nur +/-0,3V ohne aus dem Runden etwas eckiges zu machen. Entweder ich habe mich damals mit dem Oszi vermessen (sehr wahrscheinlich) oder das Teil kann mehr(weniger wahrscheinlich). Ich schaffe es nicht das Ding zum Clippen zu bringen und die 2x2500'er Talemas mit 40dB? Mir lupft es gleich das Dach von der Hütte!
Ich vermute da einen "heimlichen" Limiter/Kompressor im Chip, was bei gewidmeten Mikrofonverstärkern (der liegt hier vor) absolut Sinn machen würde.

Der Stromverbrauch ist jetzt nicht wirklich hoch, könnte aber ruhig noch geringer sein. Eine Halbierung von 1,8mA auf 0,9mA würde eine Verdoppelung der Batterielebensdauer bedeuten. So kämen auch bereits die Lithium Knopfzellen (2x) 2032 in Betracht. In diesem Zusammenhang gefält mir besonders die Standbyfunktion über eine Steuerspannung, die den Amp auf 1µA Stromaufnahme schaltet. Ich sinniere da schon über einen mechanischen "Bewegungsmelder", der das steuern könnte.

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Re: Stromwandler-Pickup-Sammelfaden

#427

Beitrag von micha70 » 20.12.2018, 16:51

Super! Danke. Schön zu lesen, dass wenigstens die ein oder andere Einschätzung nicht kompletter Unfug ist :D
capricky hat geschrieben:
19.12.2018, 11:05
Ich vermute da einen "heimlichen" Limiter/Kompressor im Chip, was bei gewidmeten Mikrofonverstärkern (der liegt hier vor) absolut Sinn machen würde.
Das wäre jetzt zwar nicht unbedingt etwas wünschenswertes aber auch kein Beinbruch. Ich hab in der Dynamik jetzt keine Einschränkungen erhört. Von daher, alles gut.
capricky hat geschrieben:
19.12.2018, 11:05
Der Stromverbrauch ist jetzt nicht wirklich hoch, könnte aber ruhig noch geringer sein. Eine Halbierung von 1,8mA auf 0,9mA würde eine Verdoppelung der Batterielebensdauer bedeuten. So kämen auch bereits die Lithium Knopfzellen (2x) 2032 in Betracht. In diesem Zusammenhang gefält mir besonders die Standbyfunktion über eine Steuerspannung, die den Amp auf 1µA Stromaufnahme schaltet. Ich sinniere da schon über einen mechanischen "Bewegungsmelder", der das steuern könnte.

capricky
Hmm, interesante Idee die PUs mit Knopfzellen zu betreiben. Wenn jeder PU auch seinen eigenen Preamp bekommt, könnte das doch über den Toggle funktionieren. Nicht über die Kontakte sondern über den Hebel. Da müsste dann noch unten was drankommen. Dann ist nur der PU aktiv der gerade auch gebraucht wird. Kann ich leider nicht versuchen weil ich einen 4PDT Schalter verbaut habe.
Eine ähnliche Überlegung habe ich gerade zu schaltbaren Festwiderständen um, bei nur einem Preamp für alle PUs, das Gain auf jeden PU individuell abzustimmen + eine "Boost" Stellung die auf Max geht (think) Jetzt muss nur erstmal die Christmas crazyness voll durchrauschen bevor es damit weitergeht.

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Re: Stromwandler-Pickup-Sammelfaden

#428

Beitrag von bea » 03.01.2022, 02:00

Auch wenn der Faden schon älter ist: meinen Prototypen habe ich aus der Kruschelkiste hervorgekramt und auf den Akustikbass gesetzt.
DSC_4665.JPG
Getestet und für gut befunden. Wenn man den Tiefbass sperrt (Mischpult, 70Hz-Filter), klingt er klar und ausgewogen und viel besser als das Piezosystem (Shadow P7).

Jetzt gehts um eine "endgültige" Lösung - das zweite Exemplar mit dem Wandler in der Mitte soll ein Schalloch-Tonabnehmer werden, vermutlich auf einer Platte aus 2mm Birkensperrholz. Weiter weg vom Hals, damit die Bässe nicht zu stark werden.

Was mir fehlt ist eine Idee für die Anschlußbuchse, auch die des Prototypen. Bohren kommt nicht in Frage; sie soll weider entfernt werden können. Irgendwie ankleben, aber so, dass es zwar hält, aber wieder entfernt werden kann.

Ideen?
LG

Beate

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Re: Stromwandler-Pickup-Sammelfaden

#429

Beitrag von jonneck » 03.01.2022, 06:52

Hallo Bea,

folgende Ideen habe ich, da kann man bestimmt eine Klinkenbuchse dranbasteln:

Klemme dieser Art
https://www.thomann.de/de/the_t.bone_lu ... bundle.htm

Oder das abwandeln
https://shop.rall-online.net/epages/615 ... s/19030004

Vielleicht kannst Du auch einfach eine dünnes Blech mit einer Klinkenbuchse drin unter eine Gurtpin-Schraube klemmen.

Wenn der Lack glatt ist, tut es evtl. auch eine Saugnapflösung.

Saitenerdung benötigst Du bei diesem Prinzip keine?
Gruß

Frank

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Re: Stromwandler-Pickup-Sammelfaden

#430

Beitrag von bea » 03.01.2022, 12:14

Saitenerdung wird allgemein überbewertet :-)

Diese Klemmen halte ich im Selbstbau anfällig - aber sie könnte trtzdem was für die Befestigung des Tonabnehmers sein.

Also schon mal vielen Dank!
LG

Beate

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Re: Stromwandler-Pickup-Sammelfaden

#431

Beitrag von jonneck » 03.01.2022, 13:57

Ich frage deswegen nach der Erdung, weil ich mir diese Art von Tonabnehmer auch bei meinem Akustikbass vorstellen könnte. Aber nur, wenn es ohne Erdung nicht brummt.
Gruß

Frank

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Re: Stromwandler-Pickup-Sammelfaden

#432

Beitrag von the schweinhorn » 03.01.2022, 14:27

Normale Buchse (aus ästhetischen Gründen besser aber ne Zargenbuchse) auf ein Stück Stahlblech montiert, das zur einen Seite sehr lang ist und durch die Decke mit fetten Neodymmagneten fixiert wird.

Vielleicht gleich ne schicke Komplettabdeckung des Schalloches aus Stahlblech im Stil einer Hotplate (siehe Resonatorgitarren) basteln, wo der ganze Zinnober inkl. Potis (wenn gewünscht) und Pickup (dann kommst du damit auf ner beliebigen Stelle auch im Schalloch an) montiert ist. Das könntest du bei weitaus größerer Auslegung rings um das ganze Loch mit genügend Magneten (die du von innen entweder bombenfest anpappst oder mit doppelseitigem Klebeband fixierst) richtig fest anbringen. Die Passung vorne könntest du mit ner Aussparung für den Halsanfang fix machen, nach hinten dürfte ein Anschlag am Steg reichen, damit sich das Ding nicht verdreht und somit die Pickupposition ändert, wenn du aus Versehen aufs Kabel latschst. Darfst halt- wenn du mit Pick spielst- nicht allzu nah an den Potis auf der G-Saite rumberserkern, sonst gibt's den Strateffekt (Poti verstellen durch dessen bescheuerte Nähe zum "anschlagsrelevanten" Bereich des Instruments) und n Kabel mit Winkelklinke wär auch besser als mit gerader.

Die Form kannst du natürlich nach deinem Geschmack stylen, ebenso, ob und wie du das Ding lochen willst (wie bei ner Dobro-Abdeckung) oder den Kollateralvorteil/Beifang der Feedbackfreudigkeitsherabsetzung durch Schließen des Korpus nutzen möchtest. Wenn du Angst hast, daß es rappelt, an den Kanten dünn Stoff, Gummi o.ä. drunterkleben.

Edit:
Natürlich könntest du bei genügend großer Auslegung des Blechs auch sone Art 2. Etage wie bei Rickenbackergitarren- jedoch auf recht hohen "Stelzen" sitzend- weiter weg vom Schalloch konstruieren und mit ner Strat-Buchsenfassung andersrum arbeiten
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grob skizziert.
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sowas, bloß da, wo der steg sitzt, halt eben den PU hinbauen.
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Re: Stromwandler-Pickup-Sammelfaden

#433

Beitrag von bea » 03.01.2022, 15:18

@johneck: bisher habe ich kein Brummen wahrgenommen (das ist bei Niederimpedanztonabnehmern eh nicht so kritisch). Ich spiele den Bass aber nicht besonders laut - Line-Eingang Mischpult und live rein akustisch (Klezmer). Der gezeigte Prototyp hat aber auch an der neuralgischen Stelle meines Wohnzimmers über eine Bassanlage keine Probleme bereitet, als ich ihn am EB-11 testete.


Bei allen nachträglich elektrifizierten alten Archtops gibt es keine Saitenerdung, und bei meiner Selbstgebauten wäre sie nur mit großem Aufwand umsetzbar gewesen (Saitenhalter aus Holz, Elektronik abnehmbar unter dem Schlagbrett). Wie gesagt - ist kein Problem.

Wenn die Schaltung eines Basses oder eine Gitarre in Ordnung ist, brummt sie übrigens auch ohne Saitenerdung nicht, auch nicht mit hochohmigen Tonabnehmern. Bei meinen Selbstbauten verzichte ich generell darauf, und ich halte mich im Zweifelsfall vom Pegel her nicht so ganz zurück (Mywatt 200 auf Doppelfuffzehn...). Deshalb schrieb ich ja, dass Saitenerdung überbewertet wird.
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Re: Stromwandler-Pickup-Sammelfaden

#434

Beitrag von bea » 03.01.2022, 15:24

@the schweinhorn das soll ne simple Konstruktion werden, die ruhig ein bisserl gebastelt aussehen darf. Und vor allem soll sie das bisserl akustischen Klang des Basses nicht noch weiter beeinträchtigen. (Eigentlich müsste ich den Boden abnehmen und die Balken dünner machen...)

Übrigens: wenn ich Magnete mit doppelseitigem Klebeband an den Anbauten befestige, kann ich diese doch auch gleich mit doppelseitigem Klebeband fixieren?
LG

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Re: Stromwandler-Pickup-Sammelfaden

#435

Beitrag von the schweinhorn » 03.01.2022, 15:58

bea hat geschrieben:
03.01.2022, 15:24
@the schweinhorn das soll ne simple Konstruktion werden, die ruhig ein bisserl gebastelt aussehen darf. Und vor allem soll sie das bisserl akustischen Klang des Basses nicht noch weiter beeinträchtigen. (Eigentlich müsste ich den Boden abnehmen und die Balken dünner machen...)

Übrigens: wenn ich Magnete mit doppelseitigem Klebeband an den Anbauten befestige, kann ich diese doch auch gleich mit doppelseitigem Klebeband fixieren?

Da hast du mich mißverstanden: Die Magnete sollen an der Innenseite der Decke befestigt werden und DURCH die Decke auf die "Hotplate" (daher aus Stahlblech) wirken. So hab ich mir z.b. Gurtkonstruktionen für Ukulelen konstruiert, ohne Löcher ins jeweilige Instrument böhren zu müssen: Bleche von innen an die Zargen geklebt, Magnete in die Gurtenden in "Taschen" eingenäht. kann man durch zusätzliche Magnete innen natürlich auch verstärken.

Ich glaub nicht, daß der Akustiksound flöten geht- da könntste ja wie gesagt Löcher ins Blech reinstylen. Ich hab jetzt auch noch keinen auch noch so teuren Akustikbaß in den Fingern gehabt, der jetzt einen sooo eigenständigen Sound hatte, wo man die Deckenholzsorte hätte raushören können- allerdings auch so gut wie keinen, wo man- auch nur minimal verstärkt- die Pfoten auch nur eine Sekunde von den Saiten nehmen durfte, ohne daß einen der Amp von hinten "angehupt" hätte. Einzige Ausnahme: mein Harley Benton Vollblechdobrobaß (wird leider nicht mehr gebaut), der aber mit Roundwounds lautstärkemäßig zumindest mit Parlors locker mithalten kann. Dann klingt er aber kraß dosig und mit Flats ist er gleich mal gefühlt 1/3 leiser.
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Re: Stromwandler-Pickup-Sammelfaden

#436

Beitrag von bea » 03.01.2022, 19:32

Ja klar, die Akustikbässe klingen nur über ihre Höhen relativ laut. Allesamt. Sobald man sie auf Ausgewogenheit trimmt, kommt da nicht mehr viel.

Daher ja der Bedarf nach dem Tonabnehmer.

Ich werde jetzt erstmal was ziemlich einfaches basteln: ein passendes Stück Birkesperrholz wird in den nächsten Tagen sowieso abfallen. Darunter dann ein Sockel mit zwei Wechselrahmenfedern, die den PU hoffentlich halten.
Den Kupferring mit ein paar Punkten Uhu Plus aufkleben, und den Magneten wohl besser mit doppelseitgem Klebeband. Irgendwie geschickt noch eine gekapselte 3.5-mm Klinkenbuchse anbringen. Und dann weitersehen. Wenn alles gut passt, könnte ich vielleicht noch ein Furnier aufkleben.
LG

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