Kann falsche Lagerung Pickups entmagnetisieren?

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TinaT
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Kann falsche Lagerung Pickups entmagnetisieren?

#1

Beitrag von TinaT » 27.09.2016, 13:22

Wenn man Pickups wie neben- oder übereinander wie Sardinen länger aufbewahrt, nehmt ihr Rücksicht, dass sie sich anziehen/abstoßen, um eine Entmagnetisierung zu vermeiden?

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Re: Kann falsche Lagerung Pickups entmagnetisieren?

#2

Beitrag von capricky » 27.09.2016, 14:51

Das wird gerne erzählt, aber ich glaube es nicht. Jedenfalls kann ich es nicht aus eigenem Erleben berichten und ich lagere schon lange alte und neue Pickups, wie auch verschiedene Magnete (und nicht unbedingt ordentlich getrennt, also mit Sicherheitsabständen).
Ich habe zwei Tesla-/Gaussmeter, bei Bedarf kann ich also auch messen und brauch nicht nur glauben! 8)

Ein Beispiel sind ja auch die Neodymmagneten, die man in diversen shops kaufen kann, die werden ja auch als "Cluster" versendet, die Magnete stellen ihre eigene Ordnung her.

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Re: Kann falsche Lagerung Pickups entmagnetisieren?

#3

Beitrag von zappl » 27.09.2016, 15:34

Entmagnetisierung wird doch durch mechanische Einflüsse (rütteln schütteln warm kalt) hervorgerufen. Oder muss ich nochmal zurück in die Schule?

Edit: Okay , und durch Wechselfelder... siehe https://de.m.wikipedia.org/wiki/Entmagnetisierung

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Re: Kann falsche Lagerung Pickups entmagnetisieren?

#4

Beitrag von Bermann » 27.09.2016, 17:14

Mensch, Meester,
da hast Du aber ein hinkendes Beispiel genommen ...
Neodym und keramisches Magnetmaterial ist kaum zu ent- und aufmagnetisieren.
Die Remanenz ist sehr hoch. D.h. das bei der Produktion ( im glühenden Zustand ) angeregte Magnetfeld ist sehr stabil. und kann nicht oder nur sehr wenig durch andere (auch stärkere Magnetfelder) geändert werden.
ALNICO kann durch anlegen eines kräftigen Magnetfelds bis auf seine maximale Feldstärke aufgeladen werden ( Standard bei der Industriellen Tonabnehmer Produktion, da sie Hersteller diese Magneten üblicherweise unmagnetisiert liefern) .
Mit einem anders herum gepolten Magnetfeld (oder Wechselnden Magnetfeld = Wechselstrom-Elektromagnet) kann man diese Art Magnete auch wieder entmagnetisieren - auch teilweise.
Diese Fragen sind im amerikanischen Pickup-Makers Forum ausgiebig diskutiert worden.
Sicherer ist es Magnete einer Sorte (also ALNICO 5 zusammen, ALNICO 2 zusammen) zu bündeln (z.b. Südpol nach oben) und mit einem praktikablen Abstand zu anderem Magnetmaterial zu lagern. Ich glaube jetzt wird klar warum die großen PU-Hersteller während der Produktion magnetisieren, für den Amateur leider meist nicht realisierbar.
Das gleiche sollte man auch bei der Lagerung von Tonabnehmern beachten
Eine leichte Entmagnetisierung wirkt sich praktisch wenig auf den Klang aus , viele empfinden die Soundänderung als Vintage (bitte keine Sound-Diskussionen) .

Gruß Hermann

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Re: Kann falsche Lagerung Pickups entmagnetisieren?

#5

Beitrag von capricky » 27.09.2016, 18:54

Bermann hat geschrieben:Mensch, Meester,
da hast Du aber ein hinkendes Beispiel genommen ...
Neodym und keramisches Magnetmaterial ist kaum zu ent- und aufmagnetisieren.
So ein Beispiel hinkt gar nicht erst, das ist gleich auf die Schnauze gefallen! :badgrin:

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Re: Kann falsche Lagerung Pickups entmagnetisieren?

#6

Beitrag von capricky » 27.09.2016, 21:44

So "Willi" wollte es wissen - ich habe mal diese seit rund 30 Jahren "fachmännisch" im Cluster gelagerten 38 Stück Alnicos untersucht, 36 Stück haben rund 1100 Gauss, identisch mit aktuellen Seymour Duncan Strat rods, 2 Stück fallen deutlich heraus mit rund 700 und 800 Gauss. Ich denke mal, das hatten die auch von Anfang an und behaupte also weiterhin - diese Lagerung (schlimmer geht's nimmer) tut nichts! 8)
IMG_1443 (Mittel).JPG
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Re: Kann falsche Lagerung Pickups entmagnetisieren?

#7

Beitrag von Bastelmann » 28.09.2016, 06:34

Zumindest gehen die Dinger bei dieser Lagerung nicht so leicht verloren. :D
Die Bundesdoofenbeauftragte warnt: "Keine Macht den Doofen!"

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Re: Kann falsche Lagerung Pickups entmagnetisieren?

#8

Beitrag von Mischaell » 09.10.2021, 12:11

... und wenn der defekte von zwei humbuckern im Blechgehäuse bei der Widerstandmessung unverändert bleibt (1 bzw. unendlich (?) anzeigt, als ob nichts angeschlossen sei - im ausgebauten Zustand, versteht sich) und der Intakte in diesem Fall die normalen 7.5kOhm?
Unerklärlich?

Pup direkt mit amp verbunden. Klopf klopf = output vorhanden. Hä?
Funktionierender pup: Klopf klopf = output vorhanden. Beim Klopfen auf die poles allerdings deutlich lauter; auf dem Gehäuse ist das Klopfen etwa gleich laut.

Wenn das kleine digi. Messgerät *keine Veränderung* anzeigt beim vermutlich defekten pup, wie kann es sein, dass er dann output hat?
Entweder - oder, oder etwa nicht?
Wenn irgendetwas durchkommt, müsste er doch auch irgendetwas anzeigen.
Ich blicke nicht durch.

Tippe auf ein Entmagnetisierungsproblem.
Das wie zu beseitigen wäre, wenn überhaupt möglich?

Erbitte Hilfe!
Dankschön.
LG
Michael

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Re: Kann falsche Lagerung Pickups entmagnetisieren?

#9

Beitrag von capricky » 09.10.2021, 19:29

Wenn du kein Widerstand messen kannst und trotzdem kommt was aus dem Pickup, dann deutet das ziemlich sicher auf eine Wicklungsunterbrechung hin. Der Pickup ist jetzt ein Kondensator und die Wechselspannung wird kapazitiv übertragen. Abhilfe bringt nur neuwickeln.
Da gibt es sogar einen Blueser der alten Garde, desssen Markenzeichen dieser "schwächliche" Sound ist. Die Gitarre idazu ist eine Telecaster und der Spieler glaube ich Freddy King, aber da bin ich nicht sicher.

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Re: Kann falsche Lagerung Pickups entmagnetisieren?

#10

Beitrag von Mischaell » 09.10.2021, 19:57

capricky,
das klingt professionell.

Ich bin zwar Elektronik DAU aber Wicklung verstehe ich und Unterbrechung auch. Macht ja i-wie jetzt den meisten Sinn.
Also, den pup schön aufheben für Wahnsinnige, die es besonders Freddy King-mäßig haben wollen und eine Alternative rein setzen.

D a n k e und schönes WE!
Michael

(so verbreiten sich Gerüchte, von "nicht sicher" zu "hat" ... ;) )

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Re: Kann falsche Lagerung Pickups entmagnetisieren?

#11

Beitrag von capricky » 10.10.2021, 13:33

Nee, Freddie (nicht Freddy) King war das nicht, der spielt ja ES335.
...unnu binnick permanent am Grübeln, wer denn dieser "Spezialist" war. (think)

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Re: Kann falsche Lagerung Pickups entmagnetisieren?

#12

Beitrag von capricky » 10.10.2021, 13:47

Im Prinzip war alles richtig, aber es war nicht "Freddy" King, sondern Roy Buchanan mit defektem Bridge Pickup an seiner Telecaster namens "Nancy"!
Hätten wir das also auch geklärt! 8)

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Re: Kann falsche Lagerung Pickups entmagnetisieren?

#13

Beitrag von Bermann » 10.10.2021, 14:28

War's nicht der Roy?

Ähmm .. natürlich nicht Black sonder Buchanan .

Ich meine ich hab das bei einer Besprechung seiner Tele vor einigen Jahren gelesen.

Gruß Hermann

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Re: Kann falsche Lagerung Pickups entmagnetisieren?

#14

Beitrag von capricky » 10.10.2021, 14:51

Bermann hat geschrieben:
10.10.2021, 14:28
War's nicht der Roy?

Ähmm .. natürlich nicht Black sondern Buchanan .
Jo, schrieb ich doch... ein post über deinem... ;)

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Re: Kann falsche Lagerung Pickups entmagnetisieren?

#15

Beitrag von Bermann » 11.10.2021, 20:58

Hmm, der Post war noch in den Weiten des Internets verschollen, als ich meinen Post schrieb.

Gruß Hermann

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