Alumitones "abkupfern"

alles zum Thema Pickup Herstellung
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Rallinger
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Re: Alumitones "abkupfern"

#451

Beitrag von Rallinger » 31.10.2018, 11:36

QED würde ich mal sagen. Aber von vorne ...

Ausgangspunkt des ganzen Tonestack-Experiments war für mich, dass Micha und ich unabhängig voneinander (und mit einem anderen "System" für die Übersetzung) zum selben Ergebnis gekommen sind: Die Alumis/Copperumis klingen zwar schön und definiert, aber ein wenig spitz mit einer deutlichen Resonanzspitze. Eine gewisse Höhen-Dämpfung ist also kein Fehler. Und sie sind "unten herum", in den Bässen, ein wenig schwach auf der Brust. Eine solche Klangwippe schien mir daher ideal, um beidem gleichzeitig entgegenwirken zu können. Zumindest schien es mir einen Versuch wert zu sein ...

Dass ein Tonestack Signalstärke klauen würde war selbst mir klar. Was ich im Kopf habe, ist aber eh keine "One-Size-fits-all" Lösung die in jedem Instrument mit jedem Pickup funktioniert. Der Tonestack war von Anfang an als Bestandteil eines aktiven Systems geplant. Ein gewisser Pegelverlust wäre also zu verschmerzen, solange der Rest stimmt. Sehen wir uns also den Rest an.

Um zu halbwegs vergleichbaren Aussagen zu kommen, habe ich jetzt drei verschiedene (eigentlich vier) Pickups mit identischen Pegeleinstellungen in Audacity wie am Interface gemessen. Alle PUs wurden direkt "im Leerlauf" gemessen, der Eingang des Interface war auf "Hi-Z" gestellt.
  • EMG SA-1 (Humbucker im PAF-Format, der ehemalige Neck-PU meiner Testgitarre)
EMG-SA1
EMG-SA1
  • Squier Telecaster Bridge TCA1B-BK (ein alter, leicht unterwickelter Bekannter)
Squier Tele Bridge TCA1B-BK
Squier Tele Bridge TCA1B-BK
  • Meine eigene Kreation mit Übersetzung 1:24.000, mit Spulen seriell geschaltet und direkt an die Klinkenbuchse angeschlossen.
Rallumi-No-EQ
Rallumi-No-EQ
  • Meine eigene Kreation mit Tonestack, Poti in Mittelstellung
RallumEQ-mid
RallumEQ-mid
  • Meine eigene Kreation mit Tonestack, Poti ganz links ("Bassboost")
RallumEQ-left
RallumEQ-left
  • Meine eigene Kreation mit Tonestack, Poti ganz rechts ("Trebleboost")
RallumEQ-right
RallumEQ-right
Tjaaaa. Ein bisschen weniger spitze Höhen wären natürlich schön, aber man kann es auch übertreiben. Und warum verhält sich der Tonestack jetzt so? Weil der liebe Capricky mit seinen Annahmen auf beängstigend präzise Weise Recht hat. Ich hab den Tonestack mal mit der von Capricky angenommenen Eingangsimpedanz von 576kO simuliert und folgende Sweeps erhalten (die Kurve um die -20dB ist "flat"):
Tonestack 576kO Eingangsimpedanz
Tonestack 576kO Eingangsimpedanz
Wenn ich das über die Frequenzkurve des Pickups ohne Tonestack lege, sind wir eigentlich ziemlich genau bei dem, was ich mit Tonestack gemessen habe. QED.

Ach ja, eins vielleicht noch hinterhergeschoben. Wenn man sich den Frequenzgang meines Pickups ohne Tonestack ansieht fällt auf, dass dieser Pickup deutlich fettere Bässe liefert als die bisherigen Varianten. Ich habe im Verhältnis dazu 3 Dinge verändert:
1. dünnerer Draht (0,04er statt 0,05er)
2. stärkere Übersetzung (1:24k statt 1:16k)
3. wie schon einmal spekuliert habe ich die Aufhängung der Trafos modifiziert. Der Trafokern kriegt jetzt praktisch nur noch das Signal vom mittleren Humbucker-Leiter mit (so wie das beim Bass-Bucker der Fall ist).

Da ich leider immer noch gehandicapt bin, muss ich leider den Test, welcher der drei Faktoren hierfür verantwortlich ist, noch ein wenig schuldig bleiben. Aber ich wollte es einmal festgehalten haben ...


Aaah, Tante Edit sagt dass noch ein Faktor verändert wurde. Die letzten Messungen stammen von @MiLe, dieser hier habe ich verbrochen. Tja. Wenn die Krokodilklemmen da sind mach ich mal eine Vergleichsmessung der anderen beiden Prototypen nach meiner Methode. Damit wir wissen was da Sache ist ...

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Re: Alumitones "abkupfern"

#452

Beitrag von Rallinger » 31.10.2018, 12:09

capricky hat geschrieben:
30.10.2018, 20:27
Nimm lieber einen C-Switch mit "Intensitätspoti" ala Lemme, dass kommt dem SVF am nächsten
Der ist mir nicht geläufig. Hättest du mir vielleicht einen Link wo ich mir das mal ansehen kann?

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Re: Alumitones "abkupfern"

#453

Beitrag von capricky » 31.10.2018, 12:39

Rallinger hat geschrieben:
31.10.2018, 12:09
capricky hat geschrieben:
30.10.2018, 20:27
Nimm lieber einen C-Switch mit "Intensitätspoti" ala Lemme, dass kommt dem SVF am nächsten
Der ist mir nicht geläufig. Hättest du mir vielleicht einen Link wo ich mir das mal ansehen kann?
Der sieht aus wie ein Toneregler in der Gitarre, nur das du verschiedene Kondensatoren über einen Mehrfachschalter auswählen kannst, das Poti wird auch genau wie in der Gitarre nur an dem Schleifer und einem Ende der Schleifbahn in Reihe zu dem Schalter angeschlossen. Die Werte für die Kondensatoren sollten schon kleiner als die üblichen sein, also mit vermutlich <10nF beginnen, sonst wird es ja dumpf oder man nennt es "woman tone" (Clapton).
Eine zweite Möglichkeit ist die Kondensatoren über den Schalter direkt zwischen "hot" und Masse zu schalten, also parallel zum Pickup und ebenfalls dazu parallel ein Poti mit 500k oder 1Meg, wiederum nur mit dem Schleifer und einem Ende der Schleifbahn. Das "regelt" die Höhe der Resonanzspitze, die Güte.
Ja, es ist so brutal banal...

capricky

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Re: Alumitones "abkupfern"

#454

Beitrag von 12stringbassman » 31.10.2018, 14:26

capricky hat geschrieben:
31.10.2018, 12:39
Ja, es ist so brutal banal...
Genau!

Eine weitere Variante wäre dann noch, den Übertrager etwas weniger heiß zu wickeln, mit entsprechend dickerem Draht. Dann die Kondensatorsschaltung wie von Capricky beschrieben, nur etwas anders Dimensioniert (Cs größer, Rs kleiner) und dann einen Vorverstärker mit entsprechender Verstärkung, die die geringere Windungszahl ausgleicht.
Durch den geringeren Gleichstromwiderstand und den nahezu frei wählbaren Abschlusswiderstand lässt sich nun die Resonanzspitze beliebig hinbiegen. Aber da braucht's halt dann wieder eine Stromversorgung ..... :roll: (whistle)

Grüße
vom Hias
"Denken ist wie googeln, nur krasser!"

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Re: Alumitones "abkupfern"

#455

Beitrag von bea » 31.10.2018, 18:16

Aber dann kann man auch gleich die Konstruktion abspecken und nur mit den Talemas breitbandige Tonabnehmer bauen.
LG

Beate

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Re: Alumitones "abkupfern"

#456

Beitrag von Rallinger » 01.11.2018, 07:47

capricky hat geschrieben:
31.10.2018, 12:39
Eine zweite Möglichkeit ist die Kondensatoren über den Schalter direkt zwischen "hot" und Masse zu schalten, also parallel zum Pickup und ebenfalls dazu parallel ein Poti mit 500k oder 1Meg, wiederum nur mit dem Schleifer und einem Ende der Schleifbahn. Das "regelt" die Höhe der Resonanzspitze, die Güte.
Ja, es ist so brutal banal...
Was für euch so alles banal ist ... (think)
Ich würde gerne mal die zweite Möglichkeit ausprobieren. Ich hab's nur (bzw auch;-)) grammatikalisch nicht ganz verstanden. Der C-Switch kommt parallel zum Pickup, das ist soweit klar. Jetzt das Poti: parallel zum C-Switch oder ebenfalls parallel zum Pickup? Danke! Und sorry...

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Re: Alumitones "abkupfern"

#457

Beitrag von micha70 » 01.11.2018, 08:29

Parallel zum PU. Das ist sozusagen das RC-Glied. Hab deswegen auch nach Drehkondensatoren geschaut. In der Baugröße hab ich leider nur bis 70pF gefunden und das ist dann doch zu klein. Zwei Trimmer im PU hätte mir schon gefallen.
Viele Grüße
Micha

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Re: Alumitones "abkupfern"

#458

Beitrag von capricky » 01.11.2018, 09:13

micha70 hat geschrieben:
01.11.2018, 08:29
Parallel zum PU. Das ist sozusagen das RC-Glied. Hab deswegen auch nach Drehkondensatoren geschaut. In der Baugröße hab ich leider nur bis 70pF gefunden und das ist dann doch zu klein. Zwei Trimmer im PU hätte mir schon gefallen.
Ja, Poti parallel zum Pickup und den Kondensatoren(schalter). Aber es geht auch Poti in Reihe zu den Kondensatoren(schlter) und das ganze dann parallel zum Pickup.
Nee, Drehkondensator is nich. Drehschalter mit Kondensatoren ist eh besser und kann richtig klein sein, wenn man Dezimal- oder Hexadezimalkodierschalter und SMD Kondensatoren verwendet. Man braucht dann auch nicht für jeden Schalterpin ein Kondensator.
Ist fummelig zu löten, aber wer 0,04er Lackdraht wickelt, kann das auch wenn er will ;)

Beispiel: mit einem Dezimal Kodierschalter und 4 Kondensatoren (1nF, 2x 2,2nF, 4,7nF bspw.) kann man grob alle Werte zwischen 1 und 10nF einstelllen. Mit Hexadezimalschalter und einem Kondensator mehr dann 16 Werte. Braucht kein Mensch, geht aber... 10 Stufen sind eigentlich schon zu viel, das bleibt aber jedem selbst überlassen.

capricky

Falls jemand nicht weiß, was ich meine: Bild

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Re: Alumitones "abkupfern"

#459

Beitrag von Rallinger » 01.11.2018, 10:56

Herrje, wie es der Zufall will hab ich ausgerechnet heute keine Hexadezimalschalter vorrätig. :shock: Egal, dann halt mal fürs Erste mit einem fixen Kondensator. Den Rest hab ich da. Von daher, @capricky, mein Bester, wenn du tippen müsstest ... nehm ich da ein Güte-Poti mit 500K oder 1M?
capricky hat geschrieben:
01.11.2018, 09:13
(...) kann richtig klein sein, wenn man (...) SMD Kondensatoren verwendet. Ist fummelig zu löten, aber wer 0,04er Lackdraht wickelt, kann das auch wenn er will ;)
Du willst mich wohl zum Besten halten, hm? (naughty) Hab ich gemerkt! :D

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Re: Alumitones "abkupfern"

#460

Beitrag von capricky » 01.11.2018, 11:41

Rallinger hat geschrieben:
01.11.2018, 10:56
Herrje, wie es der Zufall will hab ich ausgerechnet heute keine Hexadezimalschalter vorrätig. :shock: Egal, dann halt mal fürs Erste mit einem fixen Kondensator. Den Rest hab ich da. Von daher, capricky, mein Bester, wenn du tippen müsstest ... nehm ich da ein Güte-Poti mit 500K oder 1M?
"Wir" sind doch noch beim Prototyping, da ist doch egal wie groß die Kondensatoren sind und wie sie in den Signalweg kommen. Da passen auch Krokodil- oder Lüsterklemmen. Gilt ebenso für das Poti, ein 1Meg hat die 500k ja mit drin. Das Ohr entscheidet das letztendlich. Kann ja sein, dass auf halbem Regelweg erst mal gar nichts hörbares passiert, dann ist für den späteren Aufbau in "gut" ein 500k Poti .
Wenn du mal einen Schalter mit X Stufen verwenden willst, solltes du auf die experimentelle Art sowieso probieren, welcher kleinste Kondensatorwert und welcher größte gefällt, die Zwischenwerte dann "etwas logarithmisch" abstufen. Bei allen Versuchen und Messungen, wenn nicht ein Gitarrenkabel verwendet wird, immer einen 560pF Kondensator parallel zum Poti/Pickup/ Schalter (ist alles das selbe) schalten. Der simuliert dann das Gitarrenkabel (das nebenberuflich ja auch ein Kondensator ist).
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Re: Alumitones "abkupfern"

#461

Beitrag von Rallinger » 01.11.2018, 15:00

Auf ein Neues! Für den Tonestack gilt also die alte Weisheit "wenn etwas zu schön ist um wahr zu sein, dann ist es meist nicht wahr". Egal. Jetzt weiß ich es auch. Strich drunter. Raus damit. Neuer Versuch.
Nachdem ich keinen passenden Drehschalter hier habe, wird das nicht der letzte Aufbau sein. Um den Pickup nicht totzulöten habe ich mich für einen Aufbau mit Schellen entschieden. Nicht schön, aber zweckmäßig:
Gestern hatte ich schon in einer kleinen Testreihe einen passablen Kondensatorwert herausgefunden, der heute als Basis für die neuen Messungen dient.

Hier nochmal die Frequenzkurve des "nackigen" Pickups, verbunden über ein 3m Fender Tweed Kabel mit dem High-Z Eingang meines Interface:
knackig überhöhte Resonanzfrequenz bei ca 3,3kHz
knackig überhöhte Resonanzfrequenz bei ca 3,3kHz
Wie gehabt: Die Resonanzfrequenz liegt in einem durchaus brauchbaren Bereich. Aber die deutliche Überhöhung lässt einen relativ spitzen Klang erwarten.

Also ein erster Test mit einem parallel geschalteten 10nF Kerko:
10nF drücken die Resonanzfrequenz auf 600Hz (!)
10nF drücken die Resonanzfrequenz auf 600Hz (!)
Das ist weit stärker als ich gedacht hätte. Außerdem ist der Pegel in den Bässen ebenso wie auf der Überhöhung deutlich gefallen. Also zwei weitere Tests mit geringeren Werten:
1nF - Reso ca. 1750 Hz
1nF - Reso ca. 1750 Hz
470pF - Reso ca. 2,2kHz
470pF - Reso ca. 2,2kHz
Nun also die Tests mit zusätzlich (per 500K Trimmpoti) parallel geschaltetem Widerstand.
Poti "aus"
Poti "aus"
Die Veränderungen sind nicht dramatisch, aber doch messbar. Die Überhöhung sinkt um 2dB, der Frequenzverlauf wird insgesamt etwas glatter, linearer. Hören würde man diesen Unterschied wohl kaum.
Poti Mittelstellung
Poti Mittelstellung
Mit dem Poti in Mittelstellung (ca 250K) passiert nicht viel. Die Überhöhung sinkt nochmals um 2dB, bleibt aber an derselben Stelle. So weit wie erwartet und bezweckt.
Poti "halb rechts"
Poti "halb rechts"
Dreht man das Poti ganz nach rechts herrscht Stille. Nada. Das erklärt sich da ich ja nur den Schleifer und einen der beiden Außenkontakte angeschlossen habe. Der Effekt ist unerwartet: die Überhöhung sinkt nochmals um 2dB, soweit alles gut. Allerdings sinkt auch die Resonanzfrequenz deutlich auf ca. 1,6kHz.

Hätte ich da nicht doch besser alle drei Kontakte des Potis angeschlossen? Aktuell liegt der Schleifer auf Masse, einer der beiden Außenkontakte auf Hot, der andere ist nicht angeschlossen. Oder Poti umdrehen?

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Re: Alumitones "abkupfern"

#462

Beitrag von capricky » 01.11.2018, 15:15

Ich hätte es vorher schreiben sollen - man muss das Poti nicht auf Null drehen! Nur so weit, dass der Frequenzgang flach ist, oder ein bißchen auf der "Hochtonseite" nach Geschmack abgesenkt ist, das reicht, Dann wird dieser Potiwert gemessen und als gleichgroßer Festwert vor das Poti geschaltet, dann passiert kein Null aus mehr.

capricky

edit: die relativ "kräftige" Spannungsabsenkung führe ich auf die Parallelschaltung des Potis zurück. Vielleicht solltest du mal die Reihenschaltung zu den Kondensatoren probieren und vergleichen.

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Re: Alumitones "abkupfern"

#463

Beitrag von kehrdesign » 01.11.2018, 15:59

Rallinger hat geschrieben:
01.11.2018, 15:00
...
Die Überhöhung sinkt um 2dB, der Frequenzverlauf wird insgesamt etwas glatter, linearer. Hören würde man diesen Unterschied wohl kaum. ...
Doch, die knackigen Höhen gehen hörbar zurück, zumindest clean an einem rel. breitbandigen Amp (bspw. Blackface).

Als Festwiderstand in Reihe vor dem (Güte-)Poti verwende ich bei SCs (Lace Sensor Gold / S-100) 160 kOhm; dann produziert ein log. 1 MOhm-Poti über den gesamten Stellbereich praktikable Klänge.
Um etwas zu verhindern finden sich immer Gründe, um etwas zu erreichen findet man Lösungen.
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Re: Alumitones "abkupfern"

#464

Beitrag von Rallinger » 08.11.2018, 20:18

Langsam nähere ich mich dem Ziel - in konzentrischen Kreisen ... :roll:

Hier der neue Versuchsaufbau, wie zuvor besprochen (so hab ich es zumindest verstanden):
Die Trafospulen sind in Reihe geschaltet. Parallel zwischen Masse und Hot des Pickups liegt der neue Versuch eines "passiv SVF". Von rechts nach links:
- 4x Kondensator (47, 100, 220, 470 pF) gehen in
- 10fach Kodierschalter (s. Schaltdiagramm und Werte links)
dann in Reihe geschaltet:
- Vorwiderstand 180kOhm
- Trimmpoti 1M

Die Trimmpoti/Kondensator Geschichte funktioniert wie man das von einem C-Switch erwarten würde. Hier beispielhaft zwei, drei Frequenzgänge:
Schalter Null C-Switch bypass
Schalter Null C-Switch bypass
Schalter 2, Abfall Resonanzfrequenz auf 2880Hz
Schalter 2, Abfall Resonanzfrequenz auf 2880Hz
Schalter 6, Abfall Resonanzfrequenz auf 2410Hz
Schalter 6, Abfall Resonanzfrequenz auf 2410Hz
Was leider nicht funktioniert (beim letzten Mal aber funktioniert hat), ist die Kombi Vorwiderstand/Trimmpoti. Egal was ich am Trimmpoti einstelle, es tut sich nix. (think)

Meine Vermutung: ich hab die Schaltung zwar so aufgebaut wie auf der Skizze oben aufgemalt. Beim Einlöten hab ich dann aber gepennt, und das Board um 180 Grad verdreht eingebaut. "Hot" läuft also erst durch den Trimmer und dann erst durch den Vorwiderstand.

Oder: Beim letzten Mal hatte ich den Kondensator (da noch nicht schaltbar) parallel zum Pickup-Signal und das Poti (allerdings noch ohne Vorwiderstand) unabhängig davon ebenfalls parallel. Nun hängen Kondensatoren und Widerstände in Reihe parallel zum Pickup-Signal.

Hoffentlich steckt das Board verkehrt rum drin, das wäre weniger Löterei ;-)

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Re: Alumitones "abkupfern"

#465

Beitrag von micha70 » 08.11.2018, 21:16

Ob Vorwiderstand und dann erst Trimmer oder umgekehrt spielt in Reihe keine Rolle. Soviel erstmal dazu.

Was die Wirkung des „Gütepotis“ angeht hänge ich am gleichen Problem. Die C‘s verändern die Resonanz aber das Poti nix an dessen Höhe. Leider. Zum Glück bin ich da grad nicht ganz alleine ;)

Edit: Ist bei Dir ein Unterschied ob der Trimmer in Reihe oder parallel zu den Kondensatoren?
Viele Grüße
Micha

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Re: Alumitones "abkupfern"

#466

Beitrag von Rallinger » 08.11.2018, 21:24

micha70 hat geschrieben:
08.11.2018, 21:16
Edit: Ist bei Dir ein Unterschied ob der Trimmer in Reihe oder parallel zu den Kondensatoren?
Dieses Mal ist das Trimpoti in Reihe zu den Kondensatoren. Und beides zusammen parallel zum PU-Signal. Letztes Mal war beides unabhängig voneinander parallel geschaltet. Da hat das Gütepoti funktioniert. Werd ich als nächstes probieren.

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Re: Alumitones "abkupfern"

#467

Beitrag von capricky » 08.11.2018, 21:26

Der Vorwiderstand ist vom Wert her schlicht zu hoch. Nimm was ab um 33 kOhm plus Trimmpoti, dann passiert auch was. 8)

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Re: Alumitones "abkupfern"

#468

Beitrag von capricky » 08.11.2018, 21:32

Rallinger hat geschrieben:
08.11.2018, 21:24

Dieses Mal ist das Trimpoti in Reihe zu den Kondensatoren. Und beides zusammen parallel zum PU-Signal. Letztes Mal war beides unabhängig voneinander parallel geschaltet. Da hat das Gütepoti funktioniert. Werd ich als nächstes probieren.
... dann dürfte aber die Resonanzverschiebung noch nicht so deutlich erfolgen, wie es die Freqzenzspektren zeigen (die gefallen mir so ausgezeichnet!).
Da gibt es noch irgendeine Ungereimtheit... (think)

capricky

edit: Bei dieser Schaltungsweise hättest du keinen Vorwiderstand verwenden sollen, nur wenn das Trimmpoti parallel zu Pickup und Kondensatoren ist!

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Re: Alumitones "abkupfern"

#469

Beitrag von Rallinger » 08.11.2018, 21:38

capricky hat geschrieben:
08.11.2018, 21:32
Rallinger hat geschrieben:
08.11.2018, 21:24

Dieses Mal ist das Trimpoti in Reihe zu den Kondensatoren. Und beides zusammen parallel zum PU-Signal. Letztes Mal war beides unabhängig voneinander parallel geschaltet. Da hat das Gütepoti funktioniert. Werd ich als nächstes probieren.
... dann dürfte aber die Resonanzverschiebung noch nicht so deutlich erfolgen, wie es die Freqzenzspektren zeigen (die gefallen mir so ausgezeichnet!).
Da gibt es noch irgendeine Ungereimtheit... (think)

capricky

edit: Bei dieser Schaltungsweise hättest du keinen Vorwiderstand verwenden sollen, nur wenn das Trimmpoti parallel zu Pickup und Kondensatoren ist!
OK, dann test ich das gleich Mal ohne Vorwiderstand. Das kriege ich heute noch hin.

Die heutige Frequenzkurve für 470pF entspricht jedenfalls der vom letzten Mal mit demselben Wert als fest eingelöteter Kapazität.

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Re: Alumitones "abkupfern"

#470

Beitrag von Rallinger » 09.11.2018, 08:48

Wie heißt es immer in diesen chinesischen Glückskeksen? "Wir wünschen Ihnen interessante Zeiten". Solche hab ich gerade ... (think)

Heute morgen den Vorwiderstand ausgeknipst und durch eine Brücke ersetzt - keine Veränderung. C-Switch funktioniert wie gewollt, Güte nicht.

Schaltung durchgemessen. Aha! Das 1M Poti hat durchgehend 0,1 Ohm Widerstand. Totgelötet. Kein Wunder. Poti raus, neues Poti her. Zur Sicherheit gemessen, 1M +/- Toleranz, prima, rein damit. Pickup ausprobiert, Güte will nicht.

Poti in der Schaltung gemessen, 0,1 Ohm Widerstand. Schon wieder totgelötet? Kann doch nicht sein! Das soeben aus der Schaltung entfernte Poti gemessen - 1M +/- Toleranz. Häh? :shock:

Irgendwie scheine ich eine Schaltung "erfunden" zu haben, die den Widerstand eines Potis auf Null heruntersetzt. Kann man vielleicht irgendwo im Gitarrenbau brauchen, hier eher nicht. Crazy.

Ich schätze ich werde dann mal einen neuen Versuch machen und Widerstand/Kondensatoren unabhängig voneinander parallel schalten. Hat das letzte Mal ja (fast) geklappt.

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Re: Alumitones "abkupfern"

#471

Beitrag von capricky » 09.11.2018, 09:11

Du scheinst auf dem Board eine "unsichtbare" Brücke zu haben...

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Re: Alumitones "abkupfern"

#472

Beitrag von micha70 » 09.11.2018, 09:12

Rallinger hat geschrieben:
09.11.2018, 08:48
Poti in der Schaltung gemessen, 0,1 Ohm Widerstand. Schon wieder totgelötet? Kann doch nicht sein! Das soeben aus der Schaltung entfernte Poti gemessen - 1M +/- Toleranz. Häh? :shock:
Vielleicht eine Brücke/Kurzer im Bereich aussen am Trimmer, dass der faule Strom dran vorbei und nicht durch den durch möchte?

Edit: Zu langsam...aber immerhin nicht vollkommen daneben.
Viele Grüße
Micha

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Re: Alumitones "abkupfern"

#473

Beitrag von capricky » 09.11.2018, 09:30

Vielleicht kommt der Trimmer "mit seine langen Beene" (berlinisch) an die Kupferfolie! (Ferndiagnose an Hand obigen Bildes)

capricky

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Rallinger
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Re: Alumitones "abkupfern"

#474

Beitrag von Rallinger » 09.11.2018, 09:43

capricky hat geschrieben:
09.11.2018, 09:30
Vielleicht kommt der Trimmer "mit seine langen Beene" (berlinisch) an die Kupferfolie! (Ferndiagnose an Hand obigen Bildes)
Die Platine ist mit einem Stück doppelseitig klebendem 3M-Schaumgummi aufgeklebt ...

Aber ich weiß gerade nicht, ob eher (dance a) oder (wall) angebracht ist. Auf die Möglichkeit einer Brücke war ich gerade selber gekommen. Nachdem die Messung mit dem Durchgangsprüfer nichts ergeben hatte, habe ich trotzdem gefühlt noch 10 Minuten lang die Platine mit der Lupe nach Lötspritzern abgesucht. Nada. Dann ist mir aufgefallen, dass ich zwei komplette Cuts in der Streifenplatine komplett vergessen hatte und der Strom dort Autobahn-gleich auf direktem Wege zum Ausgang laufen konnte. Einen Teufel tat der, durch den Poti zu kriechen! (naughty)

Cuts geschnitten und Tadaaaa!
Kondensator 4, Poti aus
Kondensator 4, Poti aus
Kondensator 4, Poti Mitte
Kondensator 4, Poti Mitte
Yippieeee! (dance a) Aber dann:
Kondensator 4, Poti zu (1M)
Kondensator 4, Poti zu (1M)
(think)
Wirkung ähnlich wie im mittlerweile vorletzten Versuch: sobald ich mit dem Poti über die Mittelstellung hinaus komme, sinkt die Güte, aber auch die Resonanzfrequenz ab. Im Verhältnis zur Mittelstellung des Potis ist die Güte in der Extremstellung sogar höher (-36dB voll zu //-38dB Mitte). Also den Vorwiderstand doch wieder reinbasteln? 33K?

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Re: Alumitones "abkupfern"

#475

Beitrag von capricky » 09.11.2018, 10:10

Rallinger hat geschrieben:
09.11.2018, 09:43
Also den Vorwiderstand doch wieder reinbasteln? 33K?
Das muss das Ohr entscheiden, kein grafisches Frequenzspektrum. Das zeigt nur ob es technisch so läuft wie geplant, nicht wie das klingt.

capricky

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