Box für E-Bass

Lautsprecher-Boxen Selbstbau
mainstone
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Box für E-Bass

#1

Beitrag von mainstone » 21.08.2017, 21:29

Liebe Freunde,

unser Sohn spiel seit einiger Zeit E-Bass.
Die (oder der) Combo leistet 20W und treibt eine 8'' Chassis. Das ist nicht viel, - Zeit aufzurüsten.
Weil ich gern Boxen baue, möchte ich ihm einen Verstärker kaufen, wir denken an einen Hartke TX 600, und eine passende Box dazu bauen.
Mit Rücksicht auf meinen Rücken will ich nicht zu groß und schwer bauen, Lösungen mit 4 x 10'' Chassis fallen damit aus.
Ich würde entweder zwei 10'' oder ein 12'' Chassis verwenden.
In der Lautsprecherbau-Community in der ich mich sonst rumtreibe hat keiner ein tiefergehendes Verständnis für Boxen für Musiker.
Dort werden HiFi-Boxen entwickelt.
So bin ich hier gelandet. Alles, was ich bisher gelesen habe ist spannend.
Nun bin ich auch kein Bassist, nur Papa, und möchte mich auch nicht in theoretischen Abhandlungen verlieren, sondern zielgerichtet loslegen.

Kann mir einer von Euch einen erprobten Vorschlag für eine tragbare Bassbox liefern.

Ich freue mich auf Eure Vorschläge,

Grüße aus München,

Ralf

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Re: Box für E-Bass

#2

Beitrag von MiLe » 21.08.2017, 22:04

Bea, Dein Einsatz!! :D

Sorry Ralf, ich bin zu sehr auf Coaxe fixiert als dass ich da großartig helfen könnte, das macht die Sache aber unnötig teuer, es sei denn, Du magst auf einen Hochtöner verzichten oder die Emminence-Lösung mit dem Beta-12CX nebst Hochtöner ASD1001 anpeilen, die auch recht preiswert ist. Ein paar erste Messwerte dazu findest Du hier: http://www.gitarrebassbau.de/viewtopic. ... 25#p117844, meine Kommentare dazu beziehen sich aber eher auf den Einsatz als linearer Fullrange-Lautsprecher und weniger auf reine Bass-Anwendung - dafür dürfte der Beta viel besser geeignet sein.
50-60 Liter Bassreflex sollte da ganz gut passen, wenns konkret wird, können wir das Gehäuse auch sicher für Dich durchsimulieren, falls Du nicht allzu weit in die Materie eintauchen willst.

Ob beim Bass ein Hochtöner nortwendig oder sinnvoll ist, da scheiden sich die Geister: Ich selbst mag den Hochton-Glanz und die breitere Abstrahlung des Hochtöners,(ein 12"er bündelt ja ab 1,5 KHz schon ganz ordentlich), zumal man ihn ja auch runterregeln kann. Eine passive Trennung, wie sie mit dem Hartke nötig wäre, ist allerdings nicht ganz trivial, aber machbar.

P.S. Die Erfahrung in den HiFi-Foren hab' ich auch gemacht - da hat man eher wenig Verständnis für Musiker-Boxen ;)
Liebe Grüße,
Michael

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Re: Box für E-Bass

#3

Beitrag von bea » 21.08.2017, 22:41

Ok, dann setze ich mal ein.

Bewährte funktionierende Lösungen für 1x12:

EV TL806, Lautsprecher Oberton 12L300 - das ist ein Nachbau des Originallautsprechers für diese sehr kompakte Box. Gibt es bei Strassacker. Ansonsten Eminence Beta 12, Delta 12, Delta Pro 12. Für einen richtigen Bassamp willst Du zwei dieser Boxen!! Oder vier... ;-)
Bauplan: http://kelterbaum.de/pic/EV-TL806_Bauplan.pdf

Der o.a. Beta 12CX solle auch in diesem kleinen Gehäuse ordentlich spielen. Man kann das Kistchen auch ein wenig tiefer bauen und etwas tiefer abstimmen. Meinen Delta 12 betreibe ich z.B. in 45 l mit einer Abstimmung auf ca 65 Hz.

Eine Liga höher: http://greenboy.us/fEARful/

Auch hier gilt: besser 2 12er einplanen. Grund ist jeweils die Begrenzung der Belastbarkeit bei tiefen Frequenzen durch den maximalen Hub. Wenn ich meine Röhrenverstärker (150 W sin...) voll ausfahren möchte, kann es sonst gefährlich für die Boxen werden. Trotz einer Belastbarkeit von angeblich 300 W oder mehr.

Für "Oldschool"-Sound sind die TL806 und die TL606 jeweils mit dem Original nahekommenden Lautsprechern eher zu bevorzugen, für "modernen" Sound hingegen die Fearful-Konstruktionen.
LG

Beate

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Re: Box für E-Bass

#4

Beitrag von mainstone » 21.08.2017, 23:58

Hallo, Bea,
vielen Dank für die schnelle umfassende Antwort.
Das Oberton 12L300 Chassis kostet mal gerade weniger als die Hälfte des EV TL806.
Deine Empfehlung wäre demnach, den Bauplan für die TL806 nehmen und ein 12L300 Chassis einsetzen?
Ich würde die Kiste aus Multiplex-Birke bauen.

Interessant ist die 12/6 Lösung von fEarfull. Die verwendete Chassis,KAPPALITE™ 3012LF und Alphalite6A neo, liegen im Preis aber auch wieder
im Bereich des EV TL806.

Die Auswahl ist sicher nicht ganz einfach: Die Konstruktion von Ev schein mehrfach kopiert und bewährt zu sein.
Und bei den übersichtlichem Kosten, kann ein Versuch nicht schaden.

Gruß
Ralf

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Re: Box für E-Bass

#5

Beitrag von bea » 22.08.2017, 08:34

Meine Empfehlung richtet sich nach der Frage, was für ein Sound gewünscht wird. Die TL806 (kann man auch aus 15 mm Pappel bauen und geschickter versteifen, dann wird sie leichter, oder man "lunzt" bei der Fearful) ist eine alte bewährte Konstruktion, die sehr universell ist und von Bass über Keyboard bis Gitarre "alles" kann, und zwar recht gut.
Weil sie aber äußerst kompakt ist, ist sie zwangsläufig kein Tiefbasswunder, auch nicht die Lautsprecher. Das ist dem Wirkungsgrad geschuldet. Dafür ist der Wirkungsgrad in den musikalisch meist wichtigeren Tiefmitten und in der höheren Bassoktave sehr hoch, besonders in Verbindung mit dem Oberton, dem EV12L und dem Eminence Delta Pro.

Die Fearful ist eine andere, jüngere, aber ebenfalls bewährte Konstruktion. Klanglich anders ausgelegt - mehr Tiefgang und tatsächlich in den extremen Tiefen höherer Wirkungsgrad als die 806.

Für Metal würde ich auf jeden Fall in Richtung Fearful denken. Für alles andere eher in Richtung 806 oder mein 45 l-Kistchen.
LG

Beate

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Re: Box für E-Bass

#6

Beitrag von capricky » 22.08.2017, 08:48

mainstone hat geschrieben:
21.08.2017, 23:58

Das Oberton 12L300 Chassis kostet mal gerade weniger als die Hälfte des EV TL806.
Da gibt es "Verwirrung", die EV TL806 ist eine Box, hier ist der Bauplan dafür gemeint. Die Teile dafür kosten im Baumarkt dass, was man für das Baumaterial seiner Wahl (Sperrholz oder MDF) ausgeben will, also wenig. In die Box kommt dann ein "Lautsprecherchassis", das kann der erwähnte Oberton sein, aber auch jeder andere 12" Lautsprecherchassis (auch leichte Neodyme). So macht es Mesa Boogie bspw. ihrer "Thiele Box", das ist meist ein Celestion drin, aber auch mal ein EV. Diese Box ist bei Bassisten wie bei Gitarristen beliebt.

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Re: Box für E-Bass

#7

Beitrag von bea » 22.08.2017, 09:18

capricky hat geschrieben:
22.08.2017, 08:48
... aber auch jeder andere 12" Lautsprecherchassis (auch leichte Neodyme).
Nicht ganz jeder... Dem Eminence Beta 12 LT passt z.B. nicht rein, und auch die Twin Cones von Fame und Celestion mögen entweder größere oder z.T. sogar nur geschlossene Gehäuse.

Weil ja nach fertigen Bauplänen gefragt wurde, habe ich mich auf die Lautsprecher beschränkt, die tatsächlich für die TL806 ausgelegt sind. Bewusst...
So macht es Mesa Boogie bspw. ihrer "Thiele Box",
BTW: TL806 == Thiele Box in 12". Mit anderen Worten: Mesa Boogie baut die Konstruktion ebenfalls nach.

Mesa Boogie baut übrigens auch die TL606, teilweise ebenfalls mit EVs. Obwohl nur von 10ern und 12ern und nicht von 15ern die Rede war, möchte ich diese Box ebenfalls ins Gespräch bringen. Da passen die 15er-Versionen der o.g. 12er, aber auch Neodyms wie der Eminence Deltalite 2515, Kappalite 3015 (nicht die LF-Variante aus der Fearful) und vor allem der Faital Pro PR400.
LG

Beate

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Re: Box für E-Bass

#8

Beitrag von MiLe » 22.08.2017, 09:52

Was ich noch nicht so ganz verstehe ist der Wunsch nach einem Bauplan für eine simple Kiste, um dann eine große Bandbreite von 12" Treibern einbauen zu können. Ich ging bisher davon aus, dass - zumindest bei Musiker-Boxen - beim Gehäuse das Netto-das Volumen und gegebenenfalls die BR-Abstimmung zählt. Wie die Kiste konkret aufgebaut ist, ist das doch eigentlich ziemlich Banane, solange sie steif genug ist und das gewünschte Chassis reinpasst. Was ich allerdings für recht geschickt halte ist eine variable Länge der BR-Öffnung.
Was ist z.B. an den Vorschlag EV TL806 so besonderes? Das ist eine "exakt" auf den EV12L BR-Kiste, nicht mehr und nicht weniger.

Viel entscheidender für den Klang ab ca. 200 Hz ist doch der Treiber, darunter entscheided die Kombi Volumen/TSP/BR-Abstimmung.
Die meisten Bass-tauglichen 12er passen doch in ca. 40-60l. Je größer, desto mehr Tiefbass-Ausbeute ist bei passender BR-Abstimmung drin.
Liebe Grüße,
Michael

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Re: Box für E-Bass

#9

Beitrag von capricky » 22.08.2017, 10:21

MiLe hat geschrieben:
22.08.2017, 09:52

Was ist z.B. an den Vorschlag EV TL806 so besonderes? Das ist eine "exakt" auf den EV12L BR-Kiste, nicht mehr und nicht weniger.

Viel entscheidender für den Klang ab ca. 200 Hz ist doch der Treiber, darunter entscheided die Kombi Volumen/TSP/BR-Abstimmung.
Die meisten Bass-tauglichen 12er passen doch in ca. 40-60l. Je größer, desto mehr Tiefbass-Ausbeute ist bei passender BR-Abstimmung drin.
Das "Besondere" an dem TL 806 Plan ist, dass ich damit sofort in den nächsten Baumarkt rennen kann, und mir die Bretter zurechtschneiden lassen kann. Es ist die Zeit- und Planungsersparnis. Ich tackere da einen beliebigen 12" Lautsprecher rein und es funktioniert. Die TL 806 ist auch nicht "exakt" für ein EV Chassis berechnet, deshalb gibt es ja die Optionen des "Soundporttunings" - geschlossen, teilgeöffnet, offen mit unterschiedlicher Tief(st)basswiedergabe. Wer es noch besser braucht (aus akademischen Gründen) sollte aktive Filter verwende (das schreibt EV auch).
Wichtig ist, dass an der fertigen Box nichts schnarrt, das ist das Hauptproblem einer jeden Bassbox. Das Hauptaugenmerk sollte also auf einer soliden Konstruktion liegen. Je kleiner, desto unproblematischer.
Das alles ist die Quintessenz aus meiner Servicetätigkeit...ich bin ein Entschnarrer...nur mich selbst kann ich nicht entschnarrchen ;)

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Re: Box für E-Bass

#10

Beitrag von bea » 22.08.2017, 11:05

MiLe hat geschrieben:
22.08.2017, 09:52
Die meisten Bass-tauglichen 12er passen doch in ca. 40-60l. Je größer, desto mehr Tiefbass-Ausbeute ist bei passender BR-Abstimmung drin.
Stimmt schon. Aber wir haben eine konkrete Frage beantwortet:
Kann mir einer von Euch einen erprobten Vorschlag für eine tragbare Bassbox liefern.
So richtig viel Tiefbass ist bei einer Bassbox übrigens auch nicht erwünscht - es besteht die Gefahr, dass man alles zuwummert.

Die TL806 ist mit ihren 35 Litern übrigens so ungefähr das kleinste, was man um ein handelsübliches 12-Zoll-PA-Chassis herumbauen kann, und es ist dem damaligen Stand der Technik entsprechend geschickt gemacht, aber recht schwer. Sowohl wegen des Holzes als auch wegen des dicken Brockens von Lautsprecher. Daher ja auch mein Vorschlag, 15 mm Pappelsperrholz zu verwenden.

In der Praxis sind übrigens der Platzbedarf (Kofferraum, Bühnengröße....) und das Gewicht Kriterien, derenthalber man klanglich u.U. sogar mal Kompromisse schließen muss.
LG

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Re: Box für E-Bass

#11

Beitrag von capricky » 22.08.2017, 11:31

Pappel ist gut, dazu einen 12" Neodymchassis, dann ist die Box auch leicht.
Ich habe letztens in eine Gallien&Krueger Box einen Eminence Deltalite II 2512 als Ersatz eingebaut, der ist bei Thomann recht preiswert für149,- zu bekommen. Die Box mit 2 x 12" trägt man locker mit einer Hand.

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Re: Box für E-Bass

#12

Beitrag von MiLe » 22.08.2017, 12:04

bea hat geschrieben:
22.08.2017, 11:05
Stimmt schon. Aber wir haben eine konkrete Frage beantwortet:
Ups - stimmt, da hab' ich wohl das Ziel aus den Augen verloren (whistle) - sorry :oops:
Liebe Grüße,
Michael

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Re: Box für E-Bass

#13

Beitrag von mainstone » 24.08.2017, 08:20

Liebe Leute,
vielen Dank für die guten Vorschläge.
Mit dem EV bin ich sicher auf "Der sicheren Seite".
Hat einer von Euch mal eine Fearful 12/6 gebaut?
Und dann ist da noch die Sache mit dem 15''er.
Beate, wie sieht denn Deine Box aus?

Grüße
zur Zeit aus Amsterdam
Ralf

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Re: Box für E-Bass

#14

Beitrag von capricky » 24.08.2017, 09:18

mainstone hat geschrieben:
24.08.2017, 08:20

Und dann ist da noch die Sache mit dem 15''er.
Da gibt es natürlich auch einen Plan:
capricky

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Re: Box für E-Bass

#15

Beitrag von mainstone » 24.08.2017, 09:46

Passt da dervEminence Deltalite II 2515 rein?
Braucht es noch Elektronik in der Box?
Gruß
Ralf

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Re: Box für E-Bass

#16

Beitrag von bea » 24.08.2017, 10:01

Meine Box ist von den Proportionen her anders, aber vom Volumen und er Abstimmung her hatte ich mich an die EVs angenähert.

Der Deltalite 2515 passt sehr gut in eine TL606-artige Box, und er klingt auch gut. An "Elektronik" benötigst Du zwei Leitungen mit ordentlichem Querschnitt und zwei Buchsen, bei dieser Leistung bevorzugt Speakon.

Es hat übrigens sehr viel Sinn, die Mittelstege in der BR-Öffnung so zu verschieben, dass drei gleichbreite Kammern entstehen. Wenn man diese verschließt, sinkt die Resonanzfrequenz, und der Ton wird trockener und voller. Das kann unter schwierigen akustischen Verhältnissen ein großer Vorteil sein. Bei meiner Box ist meistens ein Port zu.
LG

Beate

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Re: Box für E-Bass

#17

Beitrag von capricky » 24.08.2017, 11:22

bea hat geschrieben:
24.08.2017, 10:01


Es hat übrigens sehr viel Sinn, die Mittelstege in der BR-Öffnung so zu verschieben, dass drei gleichbreite Kammern entstehen.
Es würde eher "Sinn" machen, die Stege unterschiedlich zu setzen, so daß man drei unterschiedliche Portbreiten hat. Das ergäbe die größte Variationsbreite bei der Abstimmung, nämlich 7 Varianten einschließlich "alle" auf und "alle zu", wenn ich mich nicht verzählt habe. Wobei "alle zu" nicht wirklich eine gute Option hinsichtlich Wärme-/Luftaustausch wäre. Von zugeführten 300W Verstärkerleistung werden im besten Fall nur 5% in Schall verwandelt, 285Watt also in Wärme. In der Praxis ist das natürlich weniger, es gibt ja keinen Dauersinus- oder rosa Rauschbetrieb.

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Re: Box für E-Bass

#18

Beitrag von bea » 24.08.2017, 12:31

capricky hat geschrieben:
24.08.2017, 11:22
...In der Praxis ist das natürlich weniger, es gibt ja keinen Dauersinus- oder rosa Rauschbetrieb.
Bei manchen Gitarristen konvergiert der Betrieb aber deutlich gegen Dauerrechteck :evil:

Der Wirkungsgrad des 2515 liegt übrigens bei etwas über 3%, der des 3015 bei 4.5%. Über 5% kommen nur wenige, darunter sind EV15L, Oberton 15L und vermutlich auch der Delta Pro 15.

Ich gehe aber davon aus, dass die Lautsprecher auf 300W Dauerleistung allesamt hochgradig allergisch reagieren werden... wenn man bedenkt, dass EV beim 15L die Belastbareitsangabe verdoppelt hat, nachdem *NUR* das Material des Schwingspulenträgers geändert wurde (tausche Pappe gegen Kunststoff...)...
LG

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Re: Box für E-Bass

#19

Beitrag von fonzarelli » 24.08.2017, 12:37

Ich habe eine TL606 aus Pappelsperrholz mit Deltalite 2515. Kann ich empfehlen! Recht kompakt, leicht und klingt gut.

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Re: Box für E-Bass

#20

Beitrag von MiLe » 24.08.2017, 13:10

Wie wird denn eigentlich bei den Musiker/PA-Chassis der Kennschalldruck angegeben?

Gerade bei Gitarrenlautsprechern mit meist sehr ausgeprägtem HochmittenHonk habe ich das Gefühl, dass dieser die angegebene Empfindlichkeit - wohlwollend ausgedrückt - positiv beeinflusst.
Nun wird aber der Bereich 2-4 KHz bei einer Bassbox eher selten der limitierende Faktor sein, der wird eher im unteren Frequenzbereich liegen, über den die genannten Werte oft wenig bis nix aussagen.
Insofern orientiere ich mich da lieber an den TSP und der linearen Auslenkung bzw. linearem Hubraum, wobei man letztes je nach Hersteller auch erst wieder umrechnen muss, weil unterschiedlich gemessen wird. (think) Selbst beim Messen der Membranfläche gibt's ja noch Unterschiede :roll:

Ein EV15L z.B. ist mit einem linearen Hub von 3,3 mm angegeben - zugunsten von EV unterstelle ich mal +/- 3,3 mm Schwingspulenlänge minus Luftspalttiefe. Das ist jetzt im Vergleich zu anderen Chassis nicht gerade üppig und lässt auf einen begrenzten Tiefton-Pegel schließen, auch wenn die 5% im Datenblatt nett aussehen ;)
Der Emi Deltalite 2515 kommt auf +/- 4,8 mm, ausgewiesene Tiefton-Spezialsten auf mehr als +/- 10 mm, können also 3x so viel Luft verschieben wie der EV 15L. Wenn juckt da der Kennschalldruck oder der Wirkungsgrad in %? - besonders im Zeitalter leistungsfähiger, leichter und bezahlbarer Amps?

Für wichtig halte ich, das Treiber und Gehäuse zusammenpassen, die BR-Öffnung nicht zu klein (und im Idealfall wie von Capricky beschrieben möglichst variabel) ist, die BR-Kanten verrundet sind, um Strömungsgeräusche zu minimieren, und die Tuning-Frequenz zur Kombi Treiber/Gehäuse/Tiefbasswunsch passt.
Insofern irritieren mich meist vorgegebene Gehäuse etwas, in die dann alle möglichen Treiber passen sollen (think), auch wenn das in der Praxis oft besser funktioniert, als es in der Theorie aussieht.

Ob BR wirklich so viel zur Schwingspulen-Kühlung beiträgt wie manchmal zu lesen ist, da bin ich auch noch nicht so sicher. Im BR-Kanal wird eine Luftmasse hin- und ergeschoben - ich kann mir kaum vorstellen, dass es da im Ineren der Box einen wirklich großen Luftaustausch gibt.
Wichtiger im Bezug auf Belastbarkeit scheint mir, dass es eine möglichst gute Wärmeableitung von der Schwingspule gibt, z.B. durch innen+außen gewickelte Spulen, Belüftung des Luftspaltes über Bohrungen, Schwingspulenträger aus thermisch gut leitendem Material und viel Wärme ableitende Masse um die Schwingspule (leider ein potentieller Nachteil von Neodym-Treibern, der aber konstruktiv z.B. über Kühlrippen u.ä. ausgeglichen werden kann).
Liebe Grüße,
Michael

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Re: Box für E-Bass

#21

Beitrag von bea » 24.08.2017, 21:58

MiLe hat geschrieben:
24.08.2017, 13:10
Der Emi Deltalite 2515 kommt auf +/- 4,8 mm, ausgewiesene Tiefton-Spezialsten auf mehr als +/- 10 mm, können also 3x so viel Luft verschieben wie der EV 15L. Wenn juckt da der Kennschalldruck oder der Wirkungsgrad in %? - besonders im Zeitalter leistungsfähiger, leichter und bezahlbarer Amps?
Den Deltalite grillst Du mit einem Hiwatt DR200. Meiner ist diesen Tod gestorben. Ich habe das Gefühl, dass da die Kühlung über den Magneten nicht mehr ausreichend ist - durchaus ein Problem bei den Neos. Der 3015 hat eine größere Schwingspule und größere Kühlrippen. Der sollte mehr aushalten. Bei dem Risenmagneten des EV15L ist das weniger ein Problem.

Was die Verstärker angeht: mein größter Verstärker ist ein ein Klon des DR201. Ok, das Ding ist auch im Vergleich zu moderne Geräten ein Monster, das mit den auf dem Papier leistungsfähigeren modernen Amps mithält... Aber ich spiele auch kleinere und relativ leichte Vollröhren. Und da bin ich auf den Wirkungsgrad angewiesen. Apropos moderne Amps: eine Class-D-Endstufe clippt hart, wenn sie übersteuert wird. Eine Röhrenendstufe und auch "einfacher gestrickte" Transistorendstufen clippen viel weicher, so daß man die Impulsspitzen übersteuern kann, ohne dass es groß auffällt. Außerdem muss man bei den neuen Kisten sehr genau hinschauen, was sie tatsächlich leisten; da wird (wie in meiner PA) schon mal mehr als die Leistungsaufnahme als Abgabeleistung spezifiziert.
Für wichtig halte ich, das Treiber und Gehäuse zusammenpassen, die BR-Öffnung nicht zu klein (und im Idealfall wie von Capricky beschrieben möglichst variabel) ist, die BR-Kanten verrundet sind, um Strömungsgeräusche zu minimieren, und die Tuning-Frequenz zur Kombi Treiber/Gehäuse/Tiefbasswunsch passt.
Es ist elementar und Grundlage von allem. Die Abstimmung der TL606 ist aber tatsächlich eine korrekte BR-Abstimmung für die genannten Treiber. Aber natürlich kann man auch für andere Volumina passende BR-Abstimmungen finden , meist größere - beim Faital Pro 15PR400 und beim Eminence Kappalite 3015 bis hinab zu ca. 60 l.
Insofern irritieren mich meist vorgegebene Gehäuse etwas, in die dann alle möglichen Treiber passen sollen (think), auch wenn das in der Praxis oft besser funktioniert, als es in der Theorie aussieht.
Sieh es mal andersrum: die TL806 und die TL606 sind mehr oder weniger Referenzdesigns, an denen sich viele orientieren. Zumindest faktisch, und wohl nicht zuletzt deshalb, weil sie vergleichsweise kompakt sind. Deshalb scheine viele PA-Chassis so konstruiert zu sein, dass sie in diese Kisten passen - gerade bei der winzigen TL806 ist das ja alles andere als selbstverständlich.
(leider ein potentieller Nachteil von Neodym-Treibern, der aber konstruktiv z.B. über Kühlrippen u.ä. ausgeglichen werden kann).
Und wie gesagt ein Schwachpunkt des Deltalite 2515 zu sein scheint. Kühlrippen -> Mehr Aluminium -> größeres Gewischt, größerer Preis.
LG

Beate

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Re: Box für E-Bass

#22

Beitrag von mainstone » 24.08.2017, 22:42

Hallo, Beate,
hast Du eine Skizze Deiner 15'' Box, greifbar.
Ich denke es wird in Richtung 15'' gehen, eine TL 606 Variante mit Deltalite 2515 Chassis.

Ich möchte Euch allen bei dieser Gelegenheit einmal Danke sagen, es ist ein Vergnügen dieser Community beizuwohnen.

Gruß
Ralf

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Re: Box für E-Bass

#23

Beitrag von bea » 25.08.2017, 01:25

Nein, habe ich nicht. Die eine ist gekauft und die andere ist "gewachsen" - der Prototyp aus diesem Thread: http://www.gitarrebassbau.de/viewtopic. ... 537#p98537

Am besten rechnest Du den TL606-Plan für das Holz um, das Du nehmen willst. Die Innenmaße sollen gleich bleiben. Die Zwischenwände für die Ports kannst Du nach Belieben verschieben, Hauptsache, die Gesamtfläche bleibt erhalten.

Was ebenfalls gehen müsste, ist, die Fearful 15 Sub auf die 55 Hz der TL606 abzustimmen. Das Volumen sollte in etwa identisch zur TL606 sein. Die Fearful ist wegen des anderen Treibers auf 46 oder auf 42 Hz abgestimmt. Die Tiefe das BR-Kanals wäre dann entsprechend zu ändern. Wenn man den hinteren Teil des Ports aus Leistchen aufbaut und diese zunächst nur verschraubt, kann man die Abstimmung recht einfach anpassen.

Wenn diese Daten stimmen, also mein Gedächtnis korrekt ist, sollte besonders der Deltalite 2515 ordentlich funktionieren, im Tiefbass eher schlank und trocken; der kommt unter den genannten Chassis am besten mit der zu niedrigen BR-Frequenz zurecht (zusammen mit dem Faital ... der wohl unter den Neodyms der interessanteste ist)
LG

Beate

Jackhammer
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Re: Box für E-Bass

#24

Beitrag von Jackhammer » 25.08.2017, 06:45

capricky hat geschrieben:
24.08.2017, 11:22
[quote=bea post_id=119319 time=1503561679

Es würde eher "Sinn" machen, die Stege unterschiedlich zu setzen, so daß man drei unterschiedliche Portbreiten hat. Das ergäbe die größte Variationsbreite bei der Abstimmung, nämlich 7 Varianten einschließlich "alle" auf und "alle zu", wenn ich mich nicht verzählt habe.
Kleine Korrektur:
2³=8 Varianten.

Edit:
Wo die Zahl 7 sinnvoll ist, ist die Aufteilung der Ports. In 1/7, 2/7 und 4/7 der Gesamtbreite aufgeteilt, kann man die Portflache in ca. 14% Schritten variieren. Da hat Meister Recht.
Viele Grüße
Yuriy

mainstone
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Re: Box für E-Bass

#25

Beitrag von mainstone » 25.08.2017, 07:41

https://www.lautsprecherbau.de/Magazine ... 01002,7698
Das ist übrigens mein 12'' Sub im Wohnzimmer, Seiten aus 18mm, Front aus 27mm Buche, aber das Teil muss ich auch nicht rumtragen.
Für einen Bass auch ungeeignet:).

Der Faital Pro 15Pr400, müsste in der TL 606 auch funktionieren?
Wenn das Volumen und Querschnitt + Länger des Reflexkanals gleich bleiben.

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