1 x 15" Kompaktbox

Lautsprecher-Boxen Selbstbau
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Re: 1 x 15" Kompaktbox

#26

Beitrag von 12stringbassman » 25.07.2011, 08:47

Mit dieser Beleistung kannst Du ja direkt Clonewood Konkurenz machen :lol: ;)

Nach meiner Erfahrung ist die Versteifung eines Gehäuses am effektivsten, wenn gegenüberliegende Gehäusewände mit Sperrholz-Platten miteinander verbunden werden. Aber das geht natürlich wieder auf's Gewicht.
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Re: 1 x 15" Kompaktbox

#27

Beitrag von bea » 25.07.2011, 11:09

Fast. Mein 12-Zoll-Würfel kommt da näher ran (falls Du Dich erinnern kannst). Das Zickzack links scheint übrigens am effektivsten zu sein und sollte es theoretisch auch.
LG

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Re: 1 x 15" Kompaktbox

#28

Beitrag von bea » 25.07.2011, 23:01

Vorhin habe ich mal schnell die Wände bis auf den Boden zusammengeleimt. An der Rückwand sieht man das Übermaß. Am besten werde ich das wohl durch Auffüttern der Seitenwände ausgleichen (nicht geht über intelligent pfuschen ;)). Der Bassreflexöffnung wirds gut bekommen.

Aber Leichtbau ist was anderes... die Box benötigt auf jeden Fall Rollen.

@Hiasl: Kreuzverstebungen stehen noch auf der Todo-Liste. Gewichtsparend aus Kreuz- oder T-Trägern - die Dinger müssen ja bloss biegesteif werden...
LG

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Re: 1 x 15" Kompaktbox

#29

Beitrag von bea » 02.08.2011, 03:52

Kleines Update: Richtfest!

Nach dem Zusammenbau stellte sich der Boden als noch etwas stärker schwingfähig heraus als mir lieb war (eine vertikale Strebe lässt sich nicht einbauen, weil er verschraubt ist. Also noch eine Diagonalleiste rein...

Anschlussfeld montieren und Lautsprecher einsetzen - mutig wie ich bin erstmal ganz ohne Dämmaterial. Noch ohne Schutzgitter; das muss ich noch kaufen. Geschliffen ist die Box auch noch nicht - meine Neugier ist einfach stärker.

Ausprobieren musste natürlich sein, aber der fortgeschrittenen Stunde entsprechend nur mit dem Valve Junior und bei Zimmerlautstärke.

Erster Klangeindruck, mit dem Epiphone SG-Bass, der inzwischen um Welten besser klingt als beim Kauf: trocken, besonders im Vergleich zu dem Kistchen mit dem Beta 12, der ja viel weicher klingt. Geht tief runter, schnelle Ansprache, gute Brillianz. Der Wunsch nach einem Hochtöner kommt gar nicht erst auf - zumindest momentan sind genügend Höhen da. Mal sehen, wie sich das mit der Einspielphase entwickelt. Aber das Chassis wird ja wohl nie besonders stark belastet werden...

Bin also recht angetan.

Nachtrag: puh, kann die Box laut. Sogar mit den 6 W meines Valve Junior dürfte ich überraschend gut mit einem Drummer mitkommen - und das am Bass! Gegenkopplung mag sie nicht - da klingt sie ein wenig "lasch". Aber sogar bei einem Mudbucker löst sie Doppelgriffe sauber auf. Sehr beachtlich.
LG

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Re: 1 x 15" Kompaktbox

#30

Beitrag von bea » 03.08.2011, 13:23

Fürs erste nochmal ein Bildchen. Die Box muss noch versäubert werden, und natürlich endbehandelt. Nochmal in mich gehen werde ich wegen der Farbgebung - ich denke an rot oder goldgelb beizen (gemeinsam mit dem 12-Zoll-Würfel). Ebenfalls noch ein wenig unschlüssig bin ich, ob ich Rollen fest anbauen sollte oder mit einem Rollbrett auskomme. Rollbrett auf der Bühne ... mhmm ....
Aber das drängt nicht - die Box ist ja auch so spielbar.
LG

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Re: 1 x 15" Kompaktbox

#31

Beitrag von bea » 31.03.2012, 22:26

Endlich habe ich mal an der Box weitergewurstelt.

Wie angedroht rot - feuerrot, gemischt aus Clou hellrot mit einem guten Schuß orange. Die Beize trocknet gerade. Deshalb wirkt der Auftrag wohl weniger gleichmäßig als er in Wirklichkeit ist. Morgen werde ich sehen, ob ich nochmal beizen muss oder gleich weitermachen kann. Als Finish ist Cou Hartöl vorgesehen. Das ganze jetzt, um einen Begriff zu erhalten, wie der Farbton meinem RD-Bass stehen könnte.
LG

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Re: 1 x 15" Kompaktbox

#32

Beitrag von capricky » 01.04.2012, 09:18

Wieviel wiegt denn die fertige Box?

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Re: 1 x 15" Kompaktbox

#33

Beitrag von bea » 01.04.2012, 10:21

Ehrlich gesagt, habe ich sie noch nicht gewogen. Kann ich aber nachholen, wenn sie wieder zusammengebaut ist. Mein SWR LA-15 ist jedenfalls sehr deutlich schwerer.

Mit dem Kappalite bin ich übrigens ziemlich glüćklich.
LG

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Re: 1 x 15" Kompaktbox

#34

Beitrag von bea » 02.04.2012, 15:00

capricky hat geschrieben:Wieviel wiegt denn die fertige Box?
16,0 kg. Mit Rollen.

Ich denke schon darüber nach, ob man das ggf. noch leichter hinbekommen könnte. Auf lange Sicht wird die Box ja wohl eh ein Schwesterchen bekommen.
LG

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Re: 1 x 15" Kompaktbox

#35

Beitrag von bea » 10.05.2012, 11:10

bea hat geschrieben:... Aber das Chassis wird ja wohl nie besonders stark belastet werden...
Dachte ich.

Zur Zeit puste ich mit einem Orange Matamp aus den 70ern die Dämmwolle aus der BR-Öffnung und dessen Anodensicherungsdraht in die Umgebung...

Der EB-3 mit seinem getunten Mudbucker und tiefer Stimmung (Eb, Ab, Db, Gb) produziert offenbar relativ hohe Pegel unterhalb der Eigenresonanz des Lautsprechers und dementsprechend große Membranauslenkungen. Was man in Form von Verzerrungen hört, die wohl nicht nur aus dem Verstärker kommen.

Daher denke ich ernsthaft über a) eine zweite Box und b) einen Hochpass nach.
Meinen 12-Zöllern geht es ähnlich.

Hiasls Vorschlag des Tiefpasses 6. Ordnung ist natürlich attraktiv, setzt aber angepasste Verstärker voraus. Bei alten antiken Liebhaberstücken wie dem Orange (der zudem unserem Lead-Gitarristen gehört) ein absolutes No-Go, in der M40 ebenfalls, im Bassking für den G-2000 eine interessante Option.

Kurzer Blick in die Design-Unterlagen von Eminence: die Kappalite 3015 werden dort ausschließlich über Hochpässe betrieben.

Bleibt der Passiv-Hochpass, einfach, weil das keinen Eingriff in Verstärker erfordert. Einfachste Lösung wäre sicherlich ein passender Kondensator. Ergibt nur 6 dB/Oktave, verschlechtert den Dämpfungsfaktor (die Dynacord-Endstufen sind recht stark gegengekoppelt), vor allem aber sorge ich mich darum, dass die Lastimpedanz im Tiefbassbereich zu groß wird.

Hat schon jemand Erfahrung in dieser Hinsicht sammeln können?
Wie wird das eigentlich bei kommerziellen Bassboxen gehandhabt?
LG

Beate

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Re: 1 x 15" Kompaktbox

#36

Beitrag von 12stringbassman » 10.05.2012, 13:37

bea hat geschrieben:Bleibt der Passiv-Hochpass, einfach, weil das keinen Eingriff in Verstärker erfordert. Einfachste Lösung wäre sicherlich ein passender Kondensator. Ergibt nur 6 dB/Oktave, verschlechtert den Dämpfungsfaktor (die Dynacord-Endstufen sind recht stark gegengekoppelt), vor allem aber sorge ich mich darum, dass die Lastimpedanz im Tiefbassbereich zu groß wird.

Hat schon jemand Erfahrung in dieser Hinsicht sammeln können?
Wie wird das eigentlich bei kommerziellen Bassboxen gehandhabt?
Das denke ich mal wird nix. Aus den von Dir bereits genannten Gründen.

Warum setzt Du den Hochpass nicht einfach vor den Ämp? So quasi als Bodentreter. Zwei OP-Amps, einer als Eingangs-Buffer, der zweite macht den eigentlichen Hochpass in Sallen-Key-Schaltung, fertig.

Im einfachsten Fall stimmst Du das Filter nach Butterworth ab (also -3dB bei Resonanzfrequenz).

Wenn's vornehmer sein soll, machst Du bei Filter-Resonanz eine kleine Überhöhung (z.B. +3db) und stimmst die auf die Helmholtzresonaz Deiner Box.

Ganz vornehm kannst Du natürlich auch einen 4-fach-OP-Amp nehmen und die Filterfunktion frei einstellbar mit einem SVF realisieren ;)

Auf welche Frequenz ist denn der Helmholtz gestimmt? Hast Du das mal nachgemessen? Vielleicht isser ja zu hoch?

Gruß

Matthias
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Re: 1 x 15" Kompaktbox

#37

Beitrag von bea » 11.05.2012, 09:59

12stringbassman hat geschrieben: Auf welche Frequenz ist denn der Helmholtz gestimmt? Hast Du das mal nachgemessen? Vielleicht isser ja zu hoch?
Ich hab mal das Design überprüft - wenn man so blöde ist, die Trennwand zwischen den beiden zwei Resonatoren zu vergessen, muss man sich auch nicht wundern... theoretisch sollten das um die 54 Hz sein und nicht die gewüńschten 46 Hz. Ok, ist einfach zu korrigieren. Bei der Gelegenheit kann ich gleich noch das Dämmaterial fixieren.

Ok, aber das entbindet mich nicht davon, etwas zum Schutz der beiden 12er-Boxen zu unternehmen. Vielleicht stimme ich den Beta-12 probeweise mal tiefer ab - vertragen sollte er das ja.
LG

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Re: 1 x 15" Kompaktbox

#38

Beitrag von 12stringbassman » 11.05.2012, 14:40

bea hat geschrieben:... theoretisch sollten das um die 54 Hz sein und nicht die gewüńschten 46 Hz.
Theoretisch, also nicht gemessen?

Nach meiner Erfahrung (und ich habe schon viele BR-Boxen und reine Helmhotzresonatoren (zur Verbesserung der Raumakustik) gebaut und gestimmt) passt so ein berechneter Resonatorhals fast nie exakt auf's Hertz :roll: . Die Mündungskorrektur in den einschlägig bekannten Formeln muss nicht immer unbedingt für den konkreten Anwendungsfall passen. Es handelt sich ja hierbei eh um einen aus verschiedenen Messungen gemittelten Erfahrungs-Wert und keine Naturkonstante.

Die Helmholtz-Resonanz kann eigentlich recht einfach mit ausreichender Genauigkeit gemessen werden ("ungefähr-genau" reicht):

AC-Ampére-Meter zwischen Box und Verstärker schalten und brennende Kerze (oder Räucherstäbchen) vor die BR-Öffnung stellen. Nun mit Sinusgenerator im Bereich der vermuteten Resonanz-Frequenz hin- und her-sweepen und das Maximum des Stromflusses zwischen den beiden Minima (=Minimum der Impedanz zwischen den beiden Maxima) suchen und mit dem Maximum der Luftbewegung im Tunnel vergleichen. Wenn die Abstimmfrequenz tief genug ist, kann bei ausreichend Pegel auch ein Minimum der Membranauslenkung beobachtet werden. Und da isser dann, der Hermann Ludwig Ferdinand von Helmholtz ;)

Gruß

Matthias
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Re: 1 x 15" Kompaktbox

#39

Beitrag von bea » 11.05.2012, 20:06

Danke für den Tipp. Es macht sicherlich Sinn, nochmal nachzumessen und dann genau abzustimmen.

Allerdings habe ich gerade mal in der Simulation mit den Parametern gespielt; Hand anlegen kann ich nicht, weil das Ding im Proberaum steht. Wenn die Abstimmung nicht gerade massiv vom Schätzwert abweicht, ändert sich das Verhalten des 3015 in dieser Box nicht grundlegend. Zumindest bleibt es immer in einem halbwegs sinnvoll erscheinenden Bereich. Vor allem Xmax bleibt bei 100 W sicher im Limit.

Aber ein paar Dinge ergeben sich natürlich trotzdem: es macht sicherlich einen Sinn, die Querschnittsfläche des BR-Kanals zu vergrößern, besonders, weil ich die Box ja doch recht heftig füttern möchte. Bereits jetzt pustet er Dämmaterial durch die BR-Öffnung. Da war ich sicherlich zu geizig. Also Boden abschrauben, auffüttern und aus dem einen breiten BR-Kanal zwei oder drei machen. Erst dann genauer abstimmen. Weil ich mittelfristig ja eine zweite Box bauen möchte, macht eine Feinabstimmung sogar sehr viel Sinn.

Was das Verzerren angeht, so befürchte ich eher, dass da Kontaktprobleme eine Rolle spielen (kalte Lötstellen, dank 15 W-Kolbens?) und vor allem, dass die Verstärker an ihre Grenzen kommen. Von den alten Oranges ohne Master-Volume habe ich gelesen, dass sie sehr früh aufbrächen. Jedenfalls kann der M40 ihm an dieser Box vom Krach her (erwartungsweise) das Wasser reichen.
LG

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Re: 1 x 15" Kompaktbox

#40

Beitrag von bea » 21.05.2012, 01:19

Lasst mich mal hier weitermachen:
bea hat geschrieben: Allerdings habe ich gerade mal in der Simulation mit den Parametern gespielt; Hand anlegen kann ich nicht, weil das Ding im Proberaum steht. Wenn die Abstimmung nicht gerade massiv vom Schätzwert abweicht, ändert sich das Verhalten des 3015 in dieser Box nicht grundlegend. Zumindest bleibt es immer in einem halbwegs sinnvoll erscheinenden Bereich. Vor allem Xmax bleibt bei 100 W sicher im Limit.
Inzwischen habe ich fleißig unterschiedliche Varianten durchgespielt.Weil der Boden nur angeschraubt ist, wird es wohl nicht allzu schwer werden, das Volumen der Box auf gut 80 l zu vergrößern, die Portfläche mehr als zu verdoppeln und bei Tuning-Frequenzen von so um die 46 Hz mehr als 3 dB Gewinn im Pegel des Resonators zu erhalten. Allerdings traue ich hinsichtlich der Tuning-Frequenz bei dieser Port-Geometrie weder den Ergebnissen von WinISD noch denen von LSPCAD so richtig über den Weg; in LSPCAD bin ich darauf angewiesen, mit flächengleichen runden Port-Öffnungen zu rechnen, und WinISD (0.44) liefert gerne mal seltsame Ergebnisse (Linux/Wine).

LSPCAD berechnet auch die Membranauslenkung. Da fällt auf, dass die ihr Maximum bei so um die 70 Hz erreicht, und das leider bei einer Leistung von nur O(70) Watt bezogen auf die Membranauslenkung für XLIM. In diesem Frequenzbereich befindet sich ausgerechnet das erwartete Maximum im Spektrum von tiefen Lagen der H-Saite.

Wie würdet Ihr damit umgehen? Sind die Simulationen überhaupt zuverlässig?
LG

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Re: 1 x 15" Kompaktbox

#41

Beitrag von 12stringbassman » 21.05.2012, 07:21

bea hat geschrieben:Wie würdet Ihr damit umgehen? Sind die Simulationen überhaupt zuverlässig?
Jein. :?
Ich kenne die von Dir genannten Simulationsprogramme nicht so im Detail, aber ich gehe mal davon aus, dass die alle mit mehr oder weniger den gleichen Formeln arbeiten, die die Herren Thiele und Small vor rund 60 Jahren entwickelt haben.

Was bei diesen Programmen allerdings gerne stark vereinfacht oder verallgemeinert wird, sind Verluste durch Undichtigkeiten bzw. Resonanzen des Gehäuses, die Verluste durch unterschiedliche Port-Geometrien (kreisrund, eckig, schlitzförmig) und die Mündungskorrektur des Ports und die auf ihn einwirkende Strahlungsimpedanz durch Begrenzungsflächen in dessen Nähe (Boden/Wand-nahe Aufstellung, Gehäusewände im Inneren der Box).

Ich arbeite hier gerne mit AKABAK von Jörg Panzer. Damit kann man entweder mit einem vereinfachten Modell arbeiten und sich an die Grundkonfiguration herantasten und dann in einem zweiten Schritt das Modell zerlegen und in mehrere miteinander verbundene elektrische und akustische Netze unterteilen und dann daran herumspielen.

Das Ganze ist zwar bis zu einem gewissen Punkt ganz amüsant, irgendwann kommt man da aber in den Wald. Wenn die Box dann in Realität aufgebaut und daran herumgemessen wird, kommt die Wahrheit zutage :roll:

Um die reale Box mit der ursprünglichen Simulation in Einklang zu bringen, ist meiner Erfahrung nach immer noch etwas Feinarbeit notwendig.

Gerne werden bei der vereinfachten Simulation die Gehäuseverluste zu schwach eingeschätzt. Selbst mit 38mm dicken MDF-Platten als Gehäusewände, zusätzlich innen mit Dichtstoff ausgestrichen etc. pp. sind diese Verluste in der Praxis oft größer als man denkt. Auch die (Strömungs-)Verluste im Tunnel können je nach Geometrie und Querschnitt unerwartet groß werden. Beides führt dazu, dass der Resonator bei weitem nicht so gut arbeitet wie man sich das erhofft hätte.

Und die Resonatorfrequenz sollte auf jerden Fall nachgemessen und ggf. korrigiert werden. Die einschlägig bekannten Werte für die Mündungskorrektur sind grobe Richtwerte und passen in der konkreten praktischen Situation selten genau auf den Punkt.

Grüße

Matthias
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Re: 1 x 15" Kompaktbox

#42

Beitrag von bea » 21.05.2012, 12:10

Des Rätsels Lösung. Sowas muss man erst mal rausbekommen. Die Box läßt sich also mit 270 W füttern und bleibt dabei im linearen Bereich. Andere Dinge - Feintuning der Resonanzfrequenz - sind zwar notwendig (deshalb gehe ich ja auch nochmal an die Box dran), aber das geschilderte Problem bezog sich ja auf das vom Gehäusevolumen bewirkte relative Maximum oberhalb der Wirkung des HR. Jetzt kann ich also beruhigt einen Streifen von 4-5 cm unten in das Gehäuse einfügen und den BR-Kanal zweiteilen. Letzteres, um die Resonanz in einer sinnvollen Größenordung zu halten.
>1) When you look at X-max specs are they always one-way?
====
Correct.
====
>2) When you look at cone-excursion results in Lspcad are they referring to the one way Xmax or total movement which is always greater than 2x-Xmax( I think)
====
It shows peak-peak, with no consideration for Xmax, Xsus, or Xmech. It's up to you to know the various limits and multiply them 2x to see whether the driver's in trouble or not.
LG

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Re: 1 x 15" Kompaktbox

#43

Beitrag von bea » 26.06.2012, 15:24

12stringbassman hat geschrieben:
bea hat geschrieben:Wie würdet Ihr damit umgehen? Sind die Simulationen überhaupt zuverlässig?
Jein. :?
Ich kenne die von Dir genannten Simulationsprogramme nicht so im Detail, aber ich gehe mal davon aus, dass die alle mit mehr oder weniger den gleichen Formeln arbeiten, die die Herren Thiele und Small vor rund 60 Jahren entwickelt haben.
Und sie liefern krass unterschiedliche Ergebnisse:

Als Beispiel habe ich mir mal einen Bauplan vorgenommen, der von einigen Herstellern kommerziell gebaut wird.
Hier der Plan: http://greenboy.us/fEARful/DL/15sub/fEARful%2015sub.png

Ich komme auf ein Volumen von 116,6 l und eine Querschnittsfläche des BR-Kanals von 1x398.4 cm² bzw. 2x199.2 cm² bei 26 cm Portlänge. Einer der autorisierten Hersteller für dieses Design gibt als Resonanz für diese Box 45-46.5 Hz an (was mir für das beabsichtige Chassis, den Kappalite 3015LF, etwas hoch vorkommt - es wäre eher ein guter Wert für den normalen 3015).

Diesen Wert für die Resonanz kann ich nicht reproduzieren, weder mit Winisd 0.44, noch mit Winisd Pro 0.5 noch mit LSPCAD. Je nachdem, ob ich mit einem oder zwei Ports rechne, eckig oder flächengleich rund, komme ich auf alle möglichen Werte zwischen 42 Hz und über 53 Hz. Das einzig übereinstimmende ist eine erwartungsgemäß ewas höher liegende Resonanz bei der Simulation mit zwei kleineren Ports.

Mit anderen Worten: die Simulation sagen eigentlich gar nichts aus :(

Beate
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Re: 1 x 15" Kompaktbox

#44

Beitrag von multistring systems » 26.06.2012, 17:11

fast alle Simprogs arbeiten nach Tabellen...bis auf AJHorn (http://www.aj-systems.de ...das auch die BR, CB und TML als Horn betrachtet). Der Timmermanns (http://www.hobbyhifi.com) arbeitet nur noch damit, nachdem er Jahrelang mit Leap simuliert hat, das locker das 10fache kotztet. Seine Messungen bestätigen regelmäßig die Nähe der Simus zur Realitätätätät.
MbWn. ist es auch das einzige, das die Schwingspuleninduktivität mit einbezieht.

Wenne den Datensatz des Treibers hier reinschrauben kannst, simulier ich gerne mal "dagegen". Wichtig wären allerdings die Impedanzwerte bei 1KHz und bei 10KHz.

best
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Re: 1 x 15" Kompaktbox

#45

Beitrag von 12stringbassman » 26.06.2012, 17:57

bea hat geschrieben:Mit anderen Worten: die Simulation sagen eigentlich gar nichts aus :(
Doch. Sie gehen nur von idealen Bedingungen aus.

Die von Dir hier verlinkte Box ist alles andere als ein idealisierter Helmholtz-Resonator. Schau Dir das Tunnelende im Inneren der Box an. Wie lang ist der Tunnel? OK, mit dem Meterstab gemessen so lang wie das 10,25" lange Brettl ("shelf").

Das ist aber nicht unbedingt die akustisch wirksame Länge. Die ist wahrscheinlich wesentlich länger. Der Boden und die Seitenwände der Box verlängern ihn.
Und was soll dieses durchlöcherte Brettl in der Mitte des Tunnels ("port divider")? Muss man nun mit dem vollen Volumen und Tunnelbreite=2x9,5" rechnen, oder mit halbem Volumen und 9,5" breiter Öffnung?

Die Mündungskorrektur (mit der die Programme rechnen) für einen einseitig geflanschten Tunnel mit rechteckigem Querschnitt wurde aber unter anderen Bedingungen ermittelt, nämlich mit freistehend endendem Tunnel im Inneren der Box weit von der Rückwand entfernt.

Und was passiert, wenn die Kiste auf dem Boden steht (mit Tunnel unten)? Da verlängert die Begrenzungsfläche in direkter Nähe der Tunnelöffnung dessen akustische Länge nochmals. Der Tunnel ist also nicht mehr einseitig geflascht.

Deshalb gilt nach meiner doch einigermaßen großen Erfahrung beim Bau solcher Gehäuse:
Die Berechnung nach den bekannten Methoden ist eine grobe Orientierung um die Dimensionen abschätzen zu können. Die Einstellung auf's Hertz genau erfolgt dann mit der Säge und mit messtechnischer Kontrolle.
Und dabei sollte man die Box so aufstellen, wie sie später in der Praxis auch aufgestellt wird.

Grüße

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Re: 1 x 15" Kompaktbox

#46

Beitrag von bea » 26.06.2012, 19:03

12stringbassman hat geschrieben: Und was soll dieses durchlöcherte Brettl in der Mitte des Tunnels ("port divider")? Muss man nun mit dem vollen Volumen und Tunnelbreite=2x9,5" rechnen, oder mit halbem Volumen und 9,5" breiter Öffnung?
Das wüsste ich z.B. auch gerne. Wenn ich mit zwei Ports rechnen müsste, ginge ja die Resonanz runter. Was also passiert, wenn ich so ein Brettchen einbaue (was allein schon zur Versteifung des Bodens wichtig wäre).

Jetzt verstehe ich aber auch, wieso die Simulation der beiden Hasenkistchen mit ihren runden Reflexöffnungen oben an der Rückseite näher an der Realität zu sein scheinen.
Da verlängert die Begrenzungsfläche in direkter Nähe der Tunnelöffnung dessen akustische Länge nochmals.
und erhöht die Resonanzfrequenz. Ich denke übrigens darüber nach, die Box auf die Seite zu legen.
Deshalb gilt nach meiner doch einigermaßen großen Erfahrung beim Bau solcher Gehäuse:
Die Berechnung nach den bekannten Methoden ist eine grobe Orientierung um die Dimensionen abschätzen zu können. Die Einstellung auf's Hertz genau erfolgt dann mit der Säge und mit messtechnischer Kontrolle.
Und dabei sollte man die Box so aufstellen, wie sie später in der Praxis auch aufgestellt wird.
Genau das habe ich ja vor; ich möchte allerdings schon ein wenig zielgerichteter vorgehen.

Wenn ich es resümiere, werde ich wohl am besten das Volumen wie angedacht etwas vergrößern. Damit wird auch die Helmholtzresonanz hochgehen, weil sich ja auch die Querschnittssfläche vergrößert. Dann kann ich erstmal den "Port-Divider" einbauen und den Querschnitt wieder verkleinern, bis es passt. Mit den Simulationen wollte ich halt Startwerte in der Nähe finden.

@Elena:
die Daten des Treibers aus der Beispielbox findest Du hier: http://www.eminence.com/pdf/Kappalite_3015LF.pdf
und die meines Chassis dort: http://www.eminence.com/pdf/Kappalite_3015.pdf
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Re: 1 x 15" Kompaktbox

#47

Beitrag von multistring systems » 26.06.2012, 22:04

Ich hab jetzt mal die "Beispielbox" simuliert. Mit den 116L /400cm² Portfläche bei 26cm Länge. Ich hoffe ich hab da nichts durcheinander gebracht. Ähm, ja mit dem 3015LF...

Für die Simulation mit dem 3015A nehme ich die 72L etc. aus Deiner ersten Simu in diesem Fred?

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Re: 1 x 15" Kompaktbox

#48

Beitrag von bea » 26.06.2012, 23:45

Danke schon mal. Was ich nicht erkennen kann ist die Helmholtzresonanz der Fearful-Box.

Bei meiner eigenen Box habe ich seit der ersten Simulation immer mal wieder was geändert. Vor allem Port ist ja ganz anders geworden als in der Simulation: 3x40 cm = 120 cm² bei 20 cm Länge.

Momentan spiele ich Modelle durch, bei denen ich den Port höher mache und damit auch das Volumen um das Zusatzvolumen hinter dem Port vergrößere.

Hinsichtlich der BR-Resonanz schwanke ich hin und her zwischen 46-47 Hz und 50-51 Hz - ersteres für günstigere Bedingungen bei der Membranauslenkung, zweites für "mehr Wumms".

Hier mal eine Simulation des Ist-Zustandes (ich muss das Ding endlich mal aus dem Proberaum mit nach Hause nehmen...):
LG

Beate

multistring systems
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Re: 1 x 15" Kompaktbox

#49

Beitrag von multistring systems » 27.06.2012, 00:04

moin,
Was ich nicht erkennen kann ist die Helmholtzresonanz der Fearful-Box.
48Hz.
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Re: 1 x 15" Kompaktbox

#50

Beitrag von bea » 27.06.2012, 00:46

Danke.

Das passt ja sogar ganz gut zusammen.
Die BR-Resonanz liegt doch im lokalen Minimum der Konusauslenkung, nicht wahr (da habe ich vorhin nicht dran gedacht)?

Ich denke, da wird klar, was zu tun ist.

Hier der Vollständigkeit nochmal die Simu für die Fearful-Box:
LG

Beate

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