Solton Chorus 60

Amp / Effektgeräte selbst bauen oder reparieren
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Solton Chorus 60

#1

Beitrag von micha70 » 23.10.2018, 21:42

Hallo!

Beim Reifenwechsel auf dem Garagendachboden auf meinen ersten Amp getroffen den ich mit 14 geschenkt bekommen habe. Da ist mal der Speaker durchgeknallt. Jetzt finde ich alle mögliche Info über diesen Amp aber nichts über den damals verbauten Speaker. Auch über Solton ist nichts zu erfahren. Muss wohl damals eine andere Firma gewesen sein. Gibt es hier eine Info was für ein Speaker da drin war? Ich vermute ein Breitband speaker. Der Ton ist jetzt mit einem G12L-70 lang nicht derselbe wie er in meiner Erinnerung war.

Der Amp hat einen wunderschönen Chorus der leider rauscht wie blöde. Vom Vorbesitzer ist auch eine Effektschleife nachgerüstet worden.

Würde sich dieser Amp eventuell sogar als Akustikgitarrenamp eignen?

Ein paar nähere Infos zum verwendeten Lautsprecher wären schön.

EDIT: Was sind den für Lautsprecher im Roland Jazz Chorus? Könnte doch recht ähnlich sein, oder?
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Re: Solton Chorus 60

#2

Beitrag von micha70 » 06.08.2019, 15:30

Hallo!

Ich hole diesen alten Faden nochmal hoch weil ich inzwischen einen passenden Lautsprecher gefunden habe mit dem das Teil einen wirklich schönen (E-)Cleansound abliefert. Als Akustikamp taugt das Teil nicht. Ist ein reiner E-Verstärker. Ein paar Bodentreter davor und ich kann die Finger nicht davon lassen. Jetzt will ich das Teil ein wenig aufmöbeln.

Was mir gar nicht gefällt:
- der Federhall ist Mist.
- Der Chorus rauscht wie eh und je.

Über Solton, ja die Firma gibt es wirklich noch, bin ich an die alten Schaltpläne für den Amp gekommen. Hier mal die Schaltung vom Federhall
Schaltung Hall Solton Chorus.PNG
Auf was muss ich bei einer neuen Hallspirale achten? Nur raus/rein wird nicht gehen so von wegen der Ein- und Ausgangsimpedanzen, Länge usw.

Das zweite ist das Chorusrauschen. Jetzt wird's vermutlich zu heftig. Aber ich versuche es.
Chorus 1.PNG
Chorus 2.PNG
Chorus 3.PNG
Chorus 4.PNG
Das Rauschen wird mit zunehmender Lautstärke nicht lauter. Ist nur bei Zimmerlautstärke deutlich wahrnehmbar. Sehr schade. Denn ich finde diesen Chorus klasse.

Irgend einen Anhaltspunkt womit das zusammenhängt bzw. was man ggf. machen kann um das zu verbessern?

LG
Micha

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Re: Solton Chorus 60

#3

Beitrag von capricky » 06.08.2019, 17:18

Was ist denn "Mist" am Federhall? Neue "Federhallen" zu finden dürfte jedenfalls weder ein Problem, noch teuer werden.
Thema Rauschen: Austausch der op Amps 1548 durch rauschärmere Typen (Sockel für die ICs einlöten). Transistoren BC308 im Signalweg durch BC309 o.ä. ersetzen.
Die Hauptrauschquelle wird aber der Eimerketten IC MN3002 sein, hier gibt es rauschärmere Nachfolgetypen MN300x. Ob die aber pinkompatibel sind weiß ich nicht, das müsste noch eruiert werden. Eine Adapterplatine für MN3022 auf den TDA 1022 habe ich gefunden, ob der aber rauschärmer ist, weiß ich auch nicht.

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Re: Solton Chorus 60

#4

Beitrag von micha70 » 06.08.2019, 17:30

capricky hat geschrieben:
06.08.2019, 17:18
Was ist denn "Mist" am Federhall? Neue "Federhallen" zu finden dürfte jedenfalls weder ein Problem, noch teuer werden.
Hallo! Erstmal vielen Dank! Zu den einzelnen Punkten:

- denke auch, dass es sich um den Eimerkettenspeicher dreht. Das Rauschen hab ich vergessen zu erwähnen klingt wie eine leichte Brandung am Meer, also Wellenförmig. Da schau ich mal hin. Das ein oder andere Bauteil habe ich bestimmt sogar schon irgendwo rumliegen.

- Der Federhall...ok, "Mist" ist keine ausreichend gute Beschreibung. Nur bei voll Volume hörbar und dafür eine deutlich zu kurze Hallzeit und vom Klang geht das stark in Richtung "Tiny Chamber". Nichts mit Kathedrale ;) Muss ja nicht aber etwas länger wäre schon schön. Auf dem Gehäuse der Spirale steht nichts drauf, daher die Frage was ich da messen sollte um den entsprechenden Typ zu finden.

LG
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Re: Solton Chorus 60

#5

Beitrag von micha70 » 06.08.2019, 19:50

...und nochmal nachgetreten...

Unter Umständen hab ich den Grund für die schlechte Hallleistung herausgefunden. Vielleicht liegt es daran? :?
image.jpeg
Nur ausgebaut, fotografiert, angehoben und fatz war die Feder ab.

Jetzt ist definitiv eine neue Can fällig. Länge ist 430mm. Am Eingang sind es 180Ohm DCR und am Ausgang sind es 168Ohm DCR. Das sagt zumindest mir nur leider nichts über die jeweilige Impedanz. Wäre ja sonst zu einfach. Außerdem finde ich die Werte recht seltsam wenn ich dies mit Spiralen aus den einschlägig bekannten Quellen vergleiche.

Wenn man mir da noch einen Wink geben könnte? Raussuchen schaff ich dann schon ;) Bin ich echt dankbar dafür. Ich blicke da noch nicht so richtig durch.

LG
Micha

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Re: Solton Chorus 60

#6

Beitrag von capricky » 06.08.2019, 21:38

Ich glaube, ich habe genau so eine Hallbüchse zu liegen. Auf alle Fälle hat es diese schicke Zinkblechoptik. 8)
Morgen sage ich bescheid, dann bin ich wieder in der Werkstatt.

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Re: Solton Chorus 60

#7

Beitrag von micha70 » 06.08.2019, 21:45

Das wäre ja ganz großartig! Da bin ich jetzt aber gespannt.

LG
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Re: Solton Chorus 60

#8

Beitrag von capricky » 06.08.2019, 21:59

Ich war doch noch nachsehen, sonst kommst du ja nicht in den Schlaf... :badgrin:
Ja, genau dieses Teil habe ich, Eingang 168 Ohm, Ausgang 166 Ohm. Die marginalen Differenzen basieren eher auf Meßungenauigkeiten.
Typenbezeichnung jedenfalls 400H

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Re: Solton Chorus 60

#9

Beitrag von micha70 » 06.08.2019, 22:03

capricky hat geschrieben:
06.08.2019, 21:59
Ich war doch noch nachsehen, sonst kommst du ja nicht in den Schlaf... :badgrin:
Ja, genau dieses Teil habe ich, Eingang 168 Ohm, Ausgang 166 Ohm. Die marginalen Differenzen basieren eher auf Meßungenauigkeiten.
Typenbezeichnung jedenfalls 400H

capricky
Verrückt 😝 und wat muss ich machen, dass das Teil einmal quer durch die Republik wandert?

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Re: Solton Chorus 60

#10

Beitrag von capricky » 06.08.2019, 22:20

micha70 hat geschrieben:
06.08.2019, 22:03

Verrückt 😝 und wat muss ich machen, dass das Teil einmal quer durch die Republik wandert?

:badgrin: Dafür musst Du zahlen! :badgrin: ..das nutze ich natürlich schamlos aus... :badgrin: Tja... Angebot und Nachfrage... :badgrin:

14 € + Versandkosten 5,99 €(?)

..und ich lege dir noch einen TDA 1022 ins Paket, falls du probieren willst, der rauscht 4dB weniger als der MN3002, braucht aber den Adapter.

Ich kann dir per PN meine email Adresse schicken und du kannst per Paypal zahlen?

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Re: Solton Chorus 60

#11

Beitrag von micha70 » 06.08.2019, 22:38

capricky hat geschrieben:
06.08.2019, 22:20
micha70 hat geschrieben:
06.08.2019, 22:03

Verrückt 😝 und wat muss ich machen, dass das Teil einmal quer durch die Republik wandert?

:badgrin: Dafür musst Du zahlen! :badgrin: ..das nutze ich natürlich schamlos aus... :badgrin: Tja... Angebot und Nachfrage... :badgrin:

14 € + Versandkosten 5,99 €(?)

..und ich lege dir noch einen TDA 1022 ins Paket, falls du probieren willst, der rauscht 4dB weniger als der MN3002, braucht aber den Adapter.

Ich kann dir per PN meine email Adresse schicken und du kannst per Paypal zahlen?

capricky
Perfekt! So machen wir das. PayPal ist vollkommen i.O. Hatte Dir schon eine PN geschickt.

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Re: Solton Chorus 60

#12

Beitrag von micha70 » 07.08.2019, 16:46

Kleines Update: So wie ich halt bin habe ich die Hallspirale, schnell und schlampig wieder instand gesetzt. Irgend ein Schmodder hing in den Federn und hat sie am schwingen gehindert. Ein rein mechanisches Problem also und siehe da: Doppelte Hallzeit. Der Austausch wird das gewünschte Ergebnis bringen (dance a)

Dabei hab ich mir die Hallspirale mal genauer angeschaut und gleich das nächste Projekt ausgemacht. Man schaue sich mal die Kernbleche der beiden Enden an.
IMG_4912.JPG
IMG_4913.JPG
Was hab ich nicht nach passenden E-Blechen für hochohmige Alumiclowns gesucht und dann mühsam aus alten Trafoblechen zusammengeschnibbelt. Die hier sind im Querschnitt ziemlich nah bei Lace aber mit viel längeren Schenkeln, sodass man mit etwas dickerem Draht gut ein paar Spulen hinbekommen könnte ;) Das aber ist ein gaaaanz anderes Thema...

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Re: Solton Chorus 60

#13

Beitrag von micha70 » 07.08.2019, 18:56

Hallo!

Schon geht die Fragerei los. Die Effektschleife ist wider erwarten original.

Was aber definitiv nicht Original ist, sind zwei parallel gehängte 8Ohm Lastwiderstände die an einem 3-Wege Toggle hängen. Ton kommt allerdings nur in einer Stellung raus und offensichtlich wird es ab und an recht warm.
Lastwiderlinge.jpg
Wozu macht man so etwas? Leistungsreduzierung? Wenn ich das richtig sehe hängen die 4Ohm auch wieder parallel zum Speaker. Damit wäre 4 Ohm Speaker // 4Ohm (2x8Ohm parallel) = 2Ohm. Richtig? Damit müsste doch aber der 4Ohm Speaker noch Leistungsgebremst werden...deshalb wird es wahrscheinlich warm. Immer noch richtig? Darf ich denn jetzt davon ausgehen, dass die gewollte (originale) Ausgangsimpedanz 4Ohm ist? Das lese ich aus dem Schaltplan nicht raus.

Ich würde das jetzt eigentlich gerne rausreißen. Das wird nur mit dem Speaker den ich jetzt drin habe nicht passen. Der hat 8Ohm. Würde doch bedeuten, ich müsste wiederum einen fetten 8Ohm Lastwiderstand fix parallel hängen um wieder auf 4Ohm zu kommen. Kann ich loslegen?

Jetzt weiß ich auch warum mir damals (1982) der Vorbesitzer gesagt hatte ich solle diesen Schalter blos in Ruhe lassen. Da war der Amp gerade mal 2 Jahre alt. Mein Erster. Es gab also schon immer GAS :lol:

Ansonsten bin ich positiv überrascht. Alle OPs auf Sockel.
IMG_4915.JPG
Macht einem das Leben einfacher.

Danke schon jetzt!

LG
Micha

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Re: Solton Chorus 60

#14

Beitrag von capricky » 07.08.2019, 20:11

Welche Angabe hat denn der Amp bezüglich Lautsprecherwiderstand, 4 oder 8 Ohm?
Also, wenn der "offiziell" 4 Ohm hat, dann heißt das auch, dass er die 60Watt nur dann hat, wenn auch ein Lautsprecher oder eine Kombination aus mehreren Lautsprechern mit 4 Ohm angeschlossen ist/sind. Hat der oder die Lautsprecher insgesamt 8 Ohm, bringt der Amp 30Watt, bei 16 0hm noch 15 Watt.
Die Widerstände machen, wenn sie den Ausgang so beschalten wie ich das verstanden habe, nicht wirklich Sinn. Es wird nicht wirklich leiser (das kann man auch mit dem Volumepoti machen), stellen aber eine latente Gefahr für die Endstufentransistoren dar (Temperatur und Überstrom). Wenn sie in Reihe geschaltet wären (4 Ohm ) würde das aber einen Endstufenschutz darstellen (auf Kosten der Leistung).

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Re: Solton Chorus 60

#15

Beitrag von micha70 » 07.08.2019, 20:57

Hallo!
capricky hat geschrieben:
07.08.2019, 20:11
Welche Angabe hat denn der Amp bezüglich Lautsprecherwiderstand, 4 oder 8 Ohm?
Genau das ist mein Problem. Das weiß ich nicht und geht aus den Unterlagen auch nicht hervor. War der Grund für den Eingangspost gewesen. Der Originalspeaker ist irgendwann einmal abgeraucht und ich hab ihn sogleich entsorgt. Womit ich jetzt leben "muss" ist, dass der Speaker den ich jetzt verbaut habe 8Ohm hat...und eben gut klingt.
capricky hat geschrieben:
07.08.2019, 20:11
Also, wenn der "offiziell" 4 Ohm hat, dann heißt das auch, dass er die 60Watt nur dann hat, wenn auch ein Lautsprecher oder eine Kombination aus mehreren Lautsprechern mit 4 Ohm angeschlossen ist/sind. Hat der oder die Lautsprecher insgesamt 8 Ohm, bringt der Amp 30Watt, bei 16 0hm noch 15 Watt.
Für mich als Wohnzimmergitarrist reicht das dicke! Das heißt ich könnte das so, also mit dem 8Ohm Speaker und ohne die Lastwiderstände, auch lassen?
capricky hat geschrieben:
07.08.2019, 20:11
Die Widerstände machen, wenn sie den Ausgang so beschalten wie ich das verstanden habe, nicht wirklich Sinn. Es wird nicht wirklich leiser (das kann man auch mit dem Volumepoti machen), stellen aber eine latente Gefahr für die Endstufentransistoren dar (Temperatur und Überstrom). Wenn sie in Reihe geschaltet wären (4 Ohm ) würde das aber einen Endstufenschutz darstellen (auf Kosten der Leistung).

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Nee, sind sicher parallel. Also raus damit.

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Re: Solton Chorus 60

#16

Beitrag von capricky » 08.08.2019, 09:17

Hast du auch einen Schaltplan von Endstufe und Netzteil? Am besten noch mit Spannungsangaben, dann kann ich dir den "kleinsten zulässigen" Lautsprecherwiderstand, der zugleich der "optimale" wör ausrechnen. Bedeutung hat das aber eh nur für's Protokoll, du fährst ja jetzt den "sichereren" Wert (nach Abknipsen der Lastwiderstände).

capricky

... nächste Stunde geht die Hallbüchse auf Reisen, Sendungsnummer bekommst du per PN

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Re: Solton Chorus 60

#17

Beitrag von micha70 » 08.08.2019, 10:12

capricky hat geschrieben:
08.08.2019, 09:17
Hast du auch einen Schaltplan von Endstufe und Netzteil? Am besten noch mit Spannungsangaben, dann kann ich dir den "kleinsten zulässigen" Lautsprecherwiderstand, der zugleich der "optimale" wör ausrechnen. Bedeutung hat das aber eh nur für's Protokoll, du fährst ja jetzt den "sichereren" Wert (nach Abknipsen der Lastwiderstände).

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... nächste Stunde geht die Hallbüchse auf Reisen, Sendungsnummer bekommst du per PN
Guten Morgen!

Here we go. Wie immer ist alles nichts so wie es erscheint. Folgendes hat mir der Solton Techniker erklärt (sofern er sich erinnert):
- Die Schaltpläne Chorus 60 und 140 sind prinzipiell gleich. Auch auf die Endstufen, Netzteile und Lautsprecher bezogen. Die 12" Speaker waren wohl immer die Gleichen. Mehr hat er nicht sagen können/wollen(?).
- Zu Chorus 60 haben sie leider nichts.
- Bild vom Trafo
IMG_4919.JPG
Mehr hab ich leider auch nicht. Messen könnte ich, wenn ich weiß wo. Schaltpläne lesen geht inzwischen so.

Was natürlich auch immer passiert wenn man an einem etwas älterem Schätzchen rumdoktort
IMG_4921.JPG
Mach ich eben den anderen Dicken rein.

Den Schalter werf ich in jedem Fall raus und würde in das Loch eine zusätzliche Buchse für einen externen Speaker einbauen die mir den internen abschaltet sobald dort was eingesteckt wird.

LG Micha
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Chorus140_Schaltplan-komprimiert.pdf
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Re: Solton Chorus 60

#18

Beitrag von capricky » 08.08.2019, 10:28

Alles klar, die Vermutung wurde bestätigt, bei 66V (2x33V) ist dann 4 Ohm der niedrigste Anschlußwert.

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Re: Solton Chorus 60

#19

Beitrag von micha70 » 08.08.2019, 12:34

Nachgemessen. Effektiv kommen 2x35V an. Den 8Öhmer angeschlossen - Leistung satt fürs Wohnzimmer.

Je länger ich in das Teil reinschaue umso lustiger wird es. Jetzt wird mir auch klar warum unter den OPs Sockel montiert sind. Alle 1458 wurden entweder durch ca3240, LF353 oder (einen) TL072 ersetzt. Auch macht es den Eindruck als hätte der Vorbesitzer versucht die Zerre zu verschönern, was man glaube ich aber hier vergessen kann.

LG Micha

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Re: Solton Chorus 60

#20

Beitrag von capricky » 08.08.2019, 20:48

Ohne Chorus ist der Amp aber relativ rauscharm?
Möglicherweise sind gar nicht der Chip oder die von mir genannten Transistoren und Op-Amps für das Rauschen ursächlich, sondern die Schalttransistoren, die den Chorus "einschleifen", das sind J-Fets J113.
In den Schaltplänen sind anscheinend zwei alternative Schaltungen für den Chorus(PC-Boards) aufgeführt, deine wird die mit dem MN3002 sein. Diese Schaltung verwendet zwei Stück J113. Deren Drain und Source kannst du mal probeweise (gefahrlos) brücken, ein dort generiertes Rauschen sollte dann verschwinden.

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Re: Solton Chorus 60

#21

Beitrag von micha70 » 08.08.2019, 21:19

capricky hat geschrieben:
08.08.2019, 20:48
Ohne Chorus ist der Amp aber relativ rauscharm?
Möglicherweise sind gar nicht der Chip oder die von mir genannten Transistoren und Op-Amps für das Rauschen ursächlich, sondern die Schalttransistoren, die den Chorus "einschleifen", das sind J-Fets J113.
In den Schaltplänen sind anscheinend zwei alternative Schaltungen für den Chorus(PC-Boards) aufgeführt, deine wird die mit dem MN3002 sein. Diese Schaltung verwendet zwei Stück J113. Deren Drain und Source kannst du mal probeweise (gefahrlos) brücken, ein dort generiertes Rauschen sollte dann verschwinden.

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Da spricht der Experte :D

Stimmt. Ohne Chorus ist der Amp „mucksmäuschenstill“. Es ist in der Tat die Variante mit dem MN3002. Das mit den J113 versuche ich und berichte.

In der Zwischenzeit die zusätzliche, geschaltete Ausgangsbuchse eingebaut und mich entschlossen doch einen 8Ohm Lastwiderstand parallel zum Lautsprecher zu hängen um die volle Leistung abrufen zu können (falls es wider erwarten mal nötig wäre).
4EBAA4A5-3DC3-4547-BB2A-DE964C85F6E7.jpeg
Mächtig laut das Teil und clean bis zum Anschlag :D Wird nichts warm, riecht nichts, alles gut. Auch nach Stunden.

LG
Micha

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Re: Solton Chorus 60

#22

Beitrag von cabriolet » 08.08.2019, 21:36

micha70 hat geschrieben:
08.08.2019, 21:19
In der Zwischenzeit die zusätzliche, geschaltete Ausgangsbuchse eingebaut und mich entschlossen doch einen 8Ohm Lastwiderstand parallel zum Lautsprecher zu hängen um die volle Leistung abrufen zu können (falls es wider erwarten mal nötig wäre).
Ist das nicht irgendwie widersinnig? Dann leistet der Verstärker zwar (ungefähr) das doppelte, wovon du aber die Hälfte wieder in deinem Widerstand als Wärme verbrätst. Heisst, du landest mit der Leistung die am Speaker anliegt wieder da, wo du vorher warst.
Allerdings kann sich der Klang durchaus verändern, einmal weil der Verstärker an sich ja mehr belastet wird und anders/mehr zerrt, zum anderen weil der "Widerstand" des Speakers ja eine Impedanz, also freuenzabhängig, ist. Und sich damit die tatsächliche Leistung frequenzabhängig ändert und du damit den Frequenzgang verbiegst.

Soll heißen: Wenn dir der Klang gefällt, mach´s. Aber höhere Lautstärke durch höhere Leistung darfst du nicht erwarten.

Gruß
Markus
Meine aktuellen Wettbewerbsgitarren:
Eine kleine Steelstring: Baubericht und Galerie
Simplex: Baubericht und Galerie

Und die Wettbewerbsgitarre 2018/2019:
Das hohle Ding aus dem Baumarkt: Galerie

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Re: Solton Chorus 60

#23

Beitrag von micha70 » 08.08.2019, 22:02

cabriolet hat geschrieben:
08.08.2019, 21:36
micha70 hat geschrieben:
08.08.2019, 21:19
In der Zwischenzeit die zusätzliche, geschaltete Ausgangsbuchse eingebaut und mich entschlossen doch einen 8Ohm Lastwiderstand parallel zum Lautsprecher zu hängen um die volle Leistung abrufen zu können (falls es wider erwarten mal nötig wäre).
Ist das nicht irgendwie widersinnig? Dann leistet der Verstärker zwar (ungefähr) das doppelte, wovon du aber die Hälfte wieder in deinem Widerstand als Wärme verbrätst. Heisst, du landest mit der Leistung die am Speaker anliegt wieder da, wo du vorher warst.
Allerdings kann sich der Klang durchaus verändern, einmal weil der Verstärker an sich ja mehr belastet wird und anders/mehr zerrt, zum anderen weil der "Widerstand" des Speakers ja eine Impedanz, also freuenzabhängig, ist. Und sich damit die tatsächliche Leistung frequenzabhängig ändert und du damit den Frequenzgang verbiegst.

Soll heißen: Wenn dir der Klang gefällt, mach´s. Aber höhere Lautstärke durch höhere Leistung darfst du nicht erwarten.

Gruß
Markus
Doch! Ist widersinnig und hast in der Theorie vollkommen recht. Kann man auch rechnen. Hatte ich vorher auch getan und trotzdem ausprobiert. Eben wegen dem Effekt der Frequenzabhängigkeit. Die Kiste mehrere Stunden auf Last durchlaufen lassen weil der Lastwiderstand nur 20W hat. Theoretisch (bei DC) müssten beide Komponenten je 30W verbraten weil R gleich ist und I in der Reihe ja auch immer gleich bleibt. In der Praxis ist der Amp allerdings lauter bzw. fängt deutlich früher an laut zu werden und klingt tatsächlich noch einen Ticken „feiner“. Zerren tut nichts. Fasziniert mich gerade. Vielleicht nicht der modernste Klang aber er haut mich gerade um.

An dem Punkt hört mein „Wissen“ aber langsam echt auf, weil AC. Vielleicht kapier ich es in diesem Leben aber noch. Das hilft hier enorm!

LG
Micha

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Re: Solton Chorus 60

#24

Beitrag von micha70 » 08.08.2019, 22:50

capricky hat geschrieben:
08.08.2019, 20:48
Ohne Chorus ist der Amp aber relativ rauscharm?
Möglicherweise sind gar nicht der Chip oder die von mir genannten Transistoren und Op-Amps für das Rauschen ursächlich, sondern die Schalttransistoren, die den Chorus "einschleifen", das sind J-Fets J113.
In den Schaltplänen sind anscheinend zwei alternative Schaltungen für den Chorus(PC-Boards) aufgeführt, deine wird die mit dem MN3002 sein. Diese Schaltung verwendet zwei Stück J113. Deren Drain und Source kannst du mal probeweise (gefahrlos) brücken, ein dort generiertes Rauschen sollte dann verschwinden.

capricky
Jetzt, wie erkläre ich das... Laut Solton sollten die Unterlagen auch für den Chorus 60 zutreffen aber offensichtlich ist das nicht ganz so.

Vom grundsätzlichen Schaltplan ist das Chorus PCB (doch) die Version mit dem TDA1022 aber mit einem Layout für den MN3002. Somit nur ein J113 auf dem Board. Trotzdem brücken? Ich glaub ich muss da mal eine Nacht darüber schlafen...

Gute Nacht
Micha

Edit: Lässt mir doch noch keine Ruhe. Hier noch eine kleine Beobachtung die vielleicht helfen könnte. Der Amp ist bei (ein-)geschaltetem Chorus rauscharm, wenn das Signal so klein wird, dass es unter einen gewissen Schwellenwert fällt und der Chorus/Vibrato quasi stoppt. Das Rauschen während dem Chrous selbst klingt wie durch einen Fader zugemischt der ständig auf- und zugedreht wird.

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Re: Solton Chorus 60

#25

Beitrag von capricky » 08.08.2019, 23:04

micha70 hat geschrieben:
08.08.2019, 22:50
Somit nur ein J113 auf dem Board. Trotzdem brücken?
Ja klar, bei nur einem J113 macht es das doch einfacher! 8)

capricky

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