Jtm45 goes Blackface

Amp / Effektgeräte selbst bauen oder reparieren
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hatta
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Jtm45 goes Blackface

#1

Beitrag von hatta » 19.05.2019, 11:43

Schönen Sonntag allerseits!

Mal abgesehen davon, dass ich einen Kwmper AMP mein Eigen nenne...

Mein Linnemann ärgert mich ja schon seit ich den habe. Hat zwar wenn Alles ordentlich lief ganz gut getönt, aber es reicht... neulich hat er mit kurzem Brutzeln ja mal wieder seinen Dienst quittiert.
Bevor ich jetzt allerdings wieder einen JTM45 neu aufbaue wie ürsprünglich mal geplant, schwebt mir was anderes vor. Die Zeiten seinen Sound so zu formen, dass ein elends lauter Marshall mit einem Booster noch mehr in die Übersteuerung gefahren wird sind doch längst geschichte. Lieber wäre mir ein recht cleaner AMP über den man verschiedene per Pedal gestaltete Sounds verstärken kann. Verliebt war ich irgendwie immer in den Blackface Sound, da der von herrlichem Fender clean bis hin zu ordentlichem Brett mit Pedalen ja eigentlich Alles kann. Klar... der JTM45 kann das auch, nur nicht so wie ich das gerne hätte.

Dazu hat ein Blackface auch einen Hall und ein Vibrato... sind also 2 Pedale am Pedalboard, die wegfallen :D.

Mein Vorhaben ist es also aus dem JTM 45 einen Blackface nach meinen Vorstellungen zu gestalten. Ohne viel Schaltpläne verglichen zu haben weis ich, dass vieles möglich ist. Einiges an Aufwand wird es sicher sein (whistle)
Es soll ein Topteil im JTM 45 gehäuse werden und dazu soll es im Laufe der Zeit eine 1x12 oder 2x12 Raptor Box von Tuben Town geben. Zusätzlich soll ein Effectloop für ein Delay eingebaut werden bzw. Ein Schaltbares Delay direkt in den Amp (ob das sinn macht (think) )

Jetzt mal zur eigentlichen Frage: hat zufällig jemand Trafos für nen Blackface (22W Version ich glaube dass das der AB763 sein müsste) rumliegen?
Braucht weiters jemand Trafos von nem JTM45? Netztrafo, AÜ und ne Drossel sind vorhanden... eventuell würde ich auch das komplette bestückte Turetboard veräußern.
Oder braucht jemand einen kompletten JTM45 als Projekt zum neu aufbauen. (Was genau im Argen ist seisnich leider noch nicht)

Geplant ist das Projekt eher langfristig, da ja noch andere Sachen auf die Fertigstellung warten (whistle)
Gruß
Harald

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Re: Jtm45 goes Blackface

#2

Beitrag von DoubleC » 19.05.2019, 12:25

Servus Hatta!

Was für ein Blackface meinst DU denn? Die gingen bei 15 W (Princeton) los, über 22 W (Deluxe Reverb), bis 85/100W W (Twin Reverb) und dazwischen gab es noch allerlei....wie Dual Showman etc........

Mit 22 meinst Du den Deluxe.............

Hast Du ggf. darüber nachgedacht den JTM 45 mit KT66 Endstufenröhren zu betreiben? Das Gerät war ja ursprünglich eine Kopie des Fender Bassman mit britischen Bordmitteln.

Wenn man sich Booker T and the MGs in Europa (60ies) ..... mit Otis Redding........ auf utube anhört, dann bleibt Steve Cropper seinem Sound auch über Marshall-Halfstack treu........

Just my 2 cnets......


Grüsze


DoubleC

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Re: Jtm45 goes Blackface

#3

Beitrag von hatta » 19.05.2019, 13:14

Der KTM hat KT66 original verbaut.

Es wäre eventuell möglich den JTM 45 zu modifizieren (think) allerdings hätte ich den nichtmehr mit KT66 aufgebaut. Irgendwie hab ich das Vertrauen in diesen Röhrentyp verloren... ist schon der 3. Satz Endröhren und ich gehe mal davon aus, dass dieser Satz schonwieder am Ende ist. Übrigens sind die KT66 ziemlich teuer geworden...

Hm... mal überlegen obs nicht sogar wirklich besser wäre den JTM zu modifizieren.
Einen Federhall und ein Tremolo lassen sich ja nachrüsten.
Ich möchte allerdings mit der Leistung runter auf die 22W vom Fender...
Gruß
Harald

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Re: Jtm45 goes Blackface

#4

Beitrag von bea » 19.05.2019, 16:08

Der Twin Reverb ist aber doch mit 6L6GC bestückt. Zumindest mein ehemaliger Silverface war das.

Die Leistung sollte man über das G2 reduzieren können, oder auch über die Arbeitspunkte der Endröhren - etwas kälter, weniger Strom=weniger Leistung.

Ansonsten ist doch vor allem das Tonestack anders?
LG

Beate

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Re: Jtm45 goes Blackface

#5

Beitrag von hatta » 19.05.2019, 16:55

bea hat geschrieben:
19.05.2019, 16:08
Der Twin Reverb ist aber doch mit 6L6GC bestückt. Zumindest mein ehemaliger Silverface war das.

Die Leistung sollte man über das G2 reduzieren können, oder auch über die Arbeitspunkte der Endröhren - etwas kälter, weniger Strom=weniger Leistung.

Ansonsten ist doch vor allem das Tonestack anders?
Genau! Mein Silverface läuft mit 4 x 6l6. Ist aber ein ultralinear model mit 135 Watt und bleibt clean bis zum bitteren Ende. Verzerrer klingen nicht gut darüber. Der cleansound ist ein wahrer Traum.

Deswegen möchte ich einen 22W Blackface. So einen durfte ich mal Probespielen und war ebenso begeistert wie vom Silverface.

Ich schwanke schon länger hin und her zwischen Jtm45 modifizieren und verkaufen und einen Blackface aufbauen bzw. kaufen. Leider hat der JTM vor einiger Zeit den Dienst quittiert :evil:
Gruß
Harald

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Re: Jtm45 goes Blackface

#6

Beitrag von bea » 27.05.2019, 14:27

Du bist wohl nicht der einzige, der Streß mit KT66 im JTM45 hat: https://thetonerooms.com/threads/reduci ... ost-154384

Hast Du schon mal daran gedacht, die KT66 durch 6L6GC zu ersetzen (incl BIAS-Anpassung) und den Amp ansonsten zu belassen wie er ist? Die 6L6 ist das amerikanische Gegenstück zur KT66 und datenmäßg sehr ähnlich (etwas leistungsfähiger); da sollte ein wenig Feintuning der Schaltung reichen.

Ist eigentlich bekannt, ob man dem KT66-Sterben irgendwie beikommen kann, z.B. durch Verkleinern der Gitterableitwiderstände und Vergrößern der Schirmgitterwiderstände? Wie groß sind eigentlich die Gitterableitwiderstände? Bei höherer Leistung sagt das Datenblatt wie bei der 6L6 auch 100k. Leider sagt es nicht, ob das einschließlich oder ausschließlich des Innenwiderstands der Bias-Schaltung ist. Zumindest bei der 6L6 wird das gerne mal missachtet. Aber das knn der Grund für vorzeitigen Röhrentod sein: zu großer Ableitwiderstand -> Gitter sammelt zu viel Ladung ein -> Arbeitspunkt haut ab -> Röhrentod.
LG

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Re: Jtm45 goes Blackface

#7

Beitrag von hatta » 28.05.2019, 22:34

Hm (think)
Also ursprünglich wollte ich dem Ding eigentlich mal EL34 verpassen... da wäre ein anderer AÜ notwendig. Weiters wollte ich den Netztrafo tauschen, da "w.E.L.t.eR" ausdrücklich darauf hinweist, dass der verbaute nicht für Diodengleichrichtung geeignet ist. (Ich hab den mal auf Diodengleichrichtung umgemodelt da ja eine GZ34 nach der Anderen übern Jordan ging)

Oder wie du schreibst einfach 6L6 gc nehmen und die Schaltung anpassen. Bei der Gleichrichtung könnte ich ja mit wieder auf Gleichrichterröhre zurückwechseln, müsste dann aber die Schaltung soweit modifizieren, dass die GZ 34 das aushält.

Wenn ich den Gedanken mal umspinne und beim JTM45 generell bleibe schaltungsmäßig, dann wären es garnichtmal so extreme eingriffe und ich könnte den ja in die richtige Richtung weiter modifizieren die mir passt.

Effect Loop: Macht das sinn? Hall und Delay nutze ich ganz gerne...das klingt vorm Amp nicht soo toll meiner Erfahrung nach.

Die 4 Inputs brauche ich nicht... es tut eigentlich einer und die Kanäle könnte man per Schalter verbinden oder trennen. Das ergibt dann 3 freie Plätze für Potis oder Effect Loop Buchsen.

Die Kathoden der V1a und V1b würde ich getrennt ausführen. Ansonsten streuts ja auch bei ungebrückten Input 1+2 jeweils in den anderen Kanal ein (war bei diesem Verstärker im Gegensatz zu einem baugleichen von Marshall immer um eine Ecke extreemer)

PPIMV Master hat er shon und zwar einen doppelten per Fußschalter umschaltbaren. (Die Lösung gefällt mir irgendwie nicht so ganz. Bei einem Effect Loop wäre das einfach mit einem Volume Pedal oder einem Booster zu lösen der quasi zwischen Rythm und Solo Lautstärke schaltet. Ein Einfacher PPIMV Master bleibt erhalten)

Soweit würde dann auch der Aufwand für Halltreiber usw. wegfallen, das macht ja dann wieder ein Pedal.

Hmpf... schonwieder soviele Möglichkeiten und diese Unschlüssigkeit :lol: sowas nennt man Luxusprobleme
Gruß
Harald

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Re: Jtm45 goes Blackface

#8

Beitrag von bea » 29.05.2019, 03:37

Ach, lass doch die Gleichrichtung wie sie ist. Falls Du Sag willst - das kann man auch mit Dioden erreichen - man muss den Halbleitern nur den Innenwiderstand der GZ34 in Reihe schalten. Und dann schaust einfach, welche Spannung an den Anoden liegt und was sich daraus für den Arbeitspunkt ergibt.
LG

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Re: Jtm45 goes Blackface

#9

Beitrag von hatta » 29.05.2019, 07:22

bea hat geschrieben:
29.05.2019, 03:37
Ach, lass doch die Gleichrichtung wie sie ist. Falls Du Sag willst - das kann man auch mit Dioden erreichen - man muss den Halbleitern nur den Innenwiderstand der GZ34 in Reihe schalten. Und dann schaust einfach, welche Spannung an den Anoden liegt und was sich daraus für den Arbeitspunkt ergibt.
Ich denke dass der Netztrafo damit nicht einverstanden sein wird. Warum weist der Hesteller denn ausdrücklich darauf hin, dass der Trafo nicht für Diodengleichrichtung geeignet ist? (Ich habs leider erst viel zu spät gesehen). Das muss ja einen Grund haben
Gruß
Harald

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Re: Jtm45 goes Blackface

#10

Beitrag von capricky » 29.05.2019, 08:54

Wenn Du mal ein paar Daten zu den verwendeten Trafos (Leistung, Spannungen, Ströme und Raa) posten könntest, dann kann ich auch mal was zielführendes zu der Marshall - Fender Umbauproblematik beitragen.

capricky

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Re: Jtm45 goes Blackface

#11

Beitrag von bea » 29.05.2019, 12:10

Wir haben hier übrigens keine Zensur auf den Herstellernamen. Das gibt es nur bei Tubetown - da kann man nicht mal "tadellos" unzensiert posten (wegen der ersten drei Buchstaben).

Mit dem Netztrafo meinst Du vermutlich den Welter N6 oder N6/1. Da steht, dass bei Diodengleichrichtung der Anodenstrom um 30% vermindert werden müsse. Der einzige physikalische Grund, der mir auf die Schnelle einfällt ist, dass aufgrund des geringeren Innenwiderstands des Halbleitergleichrichters die Ausgangsspannung deutlich ansteigt. Deshalb muss man die Anodenströme reduzieren, je nach Röhre auch die G2-Spannung. Das heißt, anderer Arbeitspunkt mit geringerem Ruhestrom und (theoretisch) auch höherer Raa, damit auch unter Last die Ströme kleiner bleiben. Wenn Du das nicht machst, ist es nicht erstaunlich, dass Deine Endröhren vorzeitig den Geist aufgeben. Und wenn Du das machst, wir sich der um 30% reduzierte Strom fast schon von selbst einstellen.

Wenn man dem Halbleitergleichrichter den Innenwiderstand der GZ34 in Reihe schaltet, fällt an diesem die Spannung ab, die sonst am Innenwiderstand der GZ34 abfiele. Die Verhältnisse nähern sich also denen mit Röhrengleichrichtung wieder deutlich an.

Warum Dein Verstärker Gleichrichterröhren "gefressen" hat, muss man separat klären.

Was ich also machen würde: für die gegebenen Bedingungen des Netzteils und des Übertragers eine Endstufe rechnen und schauen, ob sich da sinnvolle Betriebsbedingungen ergeben - mit Reserven bei der Belastung der Röhre, also Strömen und Leistungen auf den Elektroden. Stellschrauben sind Arbeitspunkt/Ruhestrom und G2-Spannung (und -strom!).
Das für KT66, 6L6GC und ggf KT77 oder EL34 durchspielen und dann entscheiden.
LG

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Re: Jtm45 goes Blackface

#12

Beitrag von hatta » 30.05.2019, 11:06

Nochmal von vorne... ich bringe einiges durcheinander, falls jemand auf den gerade geschriebenen beitrag antworten wollte, tut mir leid...da war einfach nur sinnloses durcheinander.

Also: ja es ist der Welter N6 verbaut. Jetzt steht es ja dabei warum nicht für Diodengleichrichtung geeignet. Da stand früher nur "nicht geeignet".
Ich denke mal, es liegt daran dass bei diodengleichrichtung höhere Spannungsspitzen erreicht werden und der Trago das einfach nicht abkann. Oder?

Weitere Frage: der AÜ (Welter Ü-JTM 45) hat die möglichkeit dass man ihn auf 8 kOhm und auf 6,6 kOhm verkabelt. Was wäre denn für die KT66 ? Ich finde im Netz sehr viele unterachiedliche Angaben.
Von 6,6 - 8 kOhm für KT66 oder 4,3 - 6,6 kOhm für EL 34.

Momentan ist er auf 8 kOhm verkabelt.

Übrigens war bei einer KT66 die Heizung durch... kann also nicht funktionieren ;)
Gruß
Harald

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Re: Jtm45 goes Blackface

#13

Beitrag von bea » 30.05.2019, 11:50

Die ideale (!) Abschlußimpedanz einer Endstufe steigt mit der Betriebsspannung. Auch wenn das bei Gegentaktendstufen manchmal etwas laxer gehandhabt wird, fällt es besonders bei der EL34 auf, weil die Röhre ja über den größten Anodenspannungsbereich eingesetzt wird. Wenn man die nah an den maximal zulässigen 800V einsetzt, sind halt 8-10 kOhm erforderlich, bei so um die 400V eben nur so um die 4 kOhm.

Wenn Du sagst "für die EL34 verkabelt" - gilt das auch für die Ruheströme bzw die neg. G1-Spannungen? DAS dürfte der kritischste Punkt sein - ein für EL34 ausgelegtes Biasing wird an 6L6en und vermutlich auch der KT66 höhere Ruheströme bewirken. Möglicherweise zu hohe.
LG

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Re: Jtm45 goes Blackface

#14

Beitrag von hatta » 30.05.2019, 12:20

bea hat geschrieben:
30.05.2019, 11:50
Die ideale (!) Abschlußimpedanz einer Endstufe steigt mit der Betriebsspannung. Auch wenn das bei Gegentaktendstufen manchmal etwas laxer gehandhabt wird, fällt es besonders bei der EL34 auf, weil die Röhre ja über den größten Anodenspannungsbereich eingesetzt wird. Wenn man die nah an den maximal zulässigen 800V einsetzt, sind halt 8-10 kOhm erforderlich, bei so um die 400V eben nur so um die 4 kOhm.

Wenn Du sagst "für die EL34 verkabelt" - gilt das auch für die Ruheströme bzw die neg. G1-Spannungen? DAS dürfte der kritischste Punkt sein - ein für EL34 ausgelegtes Biasing wird an 6L6en und vermutlich auch der KT66 höhere Ruheströme bewirken. Möglicherweise zu hohe.
Der Arbeitspunkt war eigentlich immer eingestellt auf die anliegende Spannung und war nie am Maximum.

Edit:
Tubetown bietet einen AÜ an der für KT66 und EL34 geeignet ist. Da geben sie für die EL34 8.8kOhm an.
An den Röhren liegen im JTM45 um die 400v an... also kann das doch so nicht ganz stimmen. (think)
Langsam kommts mir so vor als ob das Alles nicht so genau genommen wird beim Gitarrenverstärker Bauen ...
Gruß
Harald

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Re: Jtm45 goes Blackface

#15

Beitrag von capricky » 30.05.2019, 15:28

Die frühen JTM45 wurden mit Betriebsspannungen um 600V gefahren, da passt eine Primärimpedanz (Raa) von 6,6 - 8KOhm schon.
Was passiert mit solch einem Trafo bei 400V? Nichts böses, du hast nur am Ende weniger Leistung, weil der maximalem Anodenstrom engehalten werden "muss". Ergo - KT66 Endröhren sollten aus diesem Grund sogar länger halten. Einen"JTM45" Ausgangstrafo zu verwenden, der nicht für diese niedrige Anodenspannung gewickelt ist, bleibt aber trotzdem dämlich, weil du für Leistung bezahlst, die du nicht erhälts.
Mit dem Raa von 8 kOhm kannst du sogar ein Paar EL84 als Endröhren einsetzen, wenn die Anodenspannung nicht höher als 400V wird.
Auch 6V6 sind möglich, quasi alle Typen gebräuchlicher Endröhren ...so einfach ist das ;) ... du solltest nur die Grenzwerte von Ruhestrom (über Gittervorspannung) und somit die Anodenbelastbarkeit (Datenblatt) nicht überschreiten. Das stört beim VOX AC30 keine Sau, da werden die Endröhren ab Werk 20 - 30% überbraten.
Die Heizspannung des Netztrafos solltest Du mal unter Last, also mit allen eingesteckten Röhren messen, möglicherweise liegt die am oberen Ende der Toleranzgrenze (7V), durchgebrannte Heizwendel sind keine allzu häufige Ausfallursache.

Insgesamt sehe ich keine Probleme bei der Wandlung zum Blackface, Trafos brauchst du nicht wirklich neue. Endröhren würde ich 6L6 nehmen, nicht weil KT66 doof sind, sondern weil niemand weiß, was für ein System da tatsächlich in der coke bottle steckt. Gut (und preiswert) sind chinesische Shuguang mit geschwärzten Anoden, und Sovteks WXT und WXT+ z.B.

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Re: Jtm45 goes Blackface

#16

Beitrag von hatta » 31.05.2019, 17:12

Danke Meester :D
Also die Heizspannung ist mit allen röhren bei 6,33 Volt.

Hab heute erstmal den doppelten PPIMV und den Relais Umschalter rausgerupft... jetzt ist wieder mehr Platz da drinnen.

Ich tendiere im Ernst dazu, es einfach beim JTM 45 zu belassen. Alles Andere würde wohl zuviel aufwand und ich hab eh schon nur wenig Zeit übrig.

Der Plan ist wie folgt: Diodengleichrichterstöpsel wieder gegen eine Röhre tauschen (EH - 5U4GB)
An Pin 4 und 6 der Gleichrichterröhre kommt jeweils ein 100R/5W Widerstand und an den Standby Schalter kommt ebenfalls ein Widerstand mit 47K/2W so wie es Tubetown bei ihrem Bausatz realisiert haben.
Somit sollten auch die Röhrenprobleme behoben sein die der AMP immer hatte.

Zusätzlich bekommt er einen Effectloop von Tubetown und zwar NICHT den mit der Miniaturröhre :badgrin: (ich weis... ich bin ein Schelm...soetwas in einen Puristen AMP zu stricken (whistle) )

Endröhren kommen so wie ursprünglich geplant die EL34 rein und zwar ohne anderen AÜ! Die Schaltung wird natürlich auf die EL 34 angpasst. Danach ist Schluss. Wenn er mir dann so passt darf er bleiben, wenn nicht landet er auf diversen Verkaufsplattformen ;) und es zieht ein echter Blackface (eventuell Bausatz) ein.

Jetzt darf ich erstmal einige Sachen bestellen. Hab versehentlich den Gitterableitwiderstand abgebrochen weil ich den vergessen hab abzulöten bevor ich unters Turetboard gucken wollte :evil:

Hier mal was für die Bildergierigen ;) ... so siehts grad aus auf der Werkbank.
Gruß
Harald

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