Erstversuch - Bau eines einfachen Verstärkers

Amp / Effektgeräte selbst bauen oder reparieren
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Re: Erstversuch - Bau eines einfachen Verstärkers

#101

Beitrag von clonewood » 10.02.2019, 02:45

ich war nun doch noch neugierig......

der Vorwiderstand 220K in der Biasschaltung scheint ganz gut zu passen....hinter der Diode messe ich -67VDC....wenn ich es auf dem Schaltplan richtig entziffere steht dort -69VDC.....

nun noch eine Frage zum Biaspoti.....ich habe es nun so angeschlossen, dass sich bei Rechtsdrehung der Widerstand verkleinert........

Verstehe ich folgendes so richtig?

eine Verkleinerung des Widerstands per Trimmer ergibt eine heissere Einstellung
eine Vergrösserung des Widerstands per Trimmer ergibt eine kältere Einstellung

bei zu erwartenden 370 - 380V an den Anoden werde ich dann erstmal auf irgendwas um 20 mA einstellen wollen.....

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Re: Erstversuch - Bau eines einfachen Verstärkers

#102

Beitrag von capricky » 10.02.2019, 10:09

clonewood hat geschrieben:
10.02.2019, 00:46
Es ist mir so völlig schleierhaft, wie es einen Überschlag zwischen zwei Leitungen (Schirm/ Heizungssymmetrierung) geben kann, die gleichzeitig auf Masse liegen...
den Überschlag gab es doch bei der 300V Anzapfung...am Sicherungshalter, welcher genau über den verdrillten Leitungen der Schirm und Heizsymmetrierung gegen Masse hing......also Feuer/Überschlag an den Sicherungshalterungen.......die Schmauchspuren an den Sicherungshalterungen, darunter auf dem Chassis und auf der verdrillten Leitung......
Aha , Missverständnis!
clonewood hat geschrieben:
10.02.2019, 00:46
....angestellt, kein Überschlag, nun kann ich vor der Gleichrichtung 650V messen.....mehr mache ich heute besser nicht mehr....aber ich bin erstmal froh, dass der Trafo wohl noch ok ist.....
Also 650V~... dann messe die beiden Trafoanzapfungen mal gegen die Mittelanzapfung dieser Wicklungen (gegen Masse)
clonewood hat geschrieben:
10.02.2019, 00:46
auf die Absicherung der Heizungen kann man wohl auch verzichten (würde man da eigentlich flinke oder träge Sicherungen nehmen?...... ursprünglich hatte ich da 2 x 4 A träge für die 6,3V Leitungen und 2 x 3,15 A träge für die 5V Leitungen vorgesehen)...
Ja, auf Heizungssicherungen kann man verzichten. Ein dortiger Kurzschluß löst meist die Netzsicherung des Verstärkers aus. Ansonsten bei Röhrenamps träge Sicherungen verwenden.

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Re: Erstversuch - Bau eines einfachen Verstärkers

#103

Beitrag von clonewood » 10.02.2019, 12:19

Also 650V~... dann messe die beiden Trafoanzapfungen mal gegen die Mittelanzapfung dieser Wicklungen (gegen Masse)
momentan jeweils 315V~

ich könnte nun wohl die Röhren stecken und den Amp richtig starten......leider habe ich aber gerade andere Aufgaben im Haus zu erledigen.....

möglicherweise sollte ich mir auch erstmal eine Trennlampe zusammenbauen.....wenn ich das richtig verstehe ist ein Start mit Trennlampe auch etwas schonender, (formierend) für die Elektrolytkondensatoren......

ich denke ich sollte mir irgendwo eine Anleitung anschauen, wie man "offiziell" einen "unbekannten" Verstärker sicher startet......

wahrscheinlich steckt man zunächst nur die Gleichrichterröhre......misst dann die Spannungen

dann die P1, Spannungsmessungen .....PI und Spannungsmessungen......Tremoloröhre (weil sie im Bias rumpfuscht) und Endröhren zum Schluss....oder die Tremoloröhre erst nach dem Biasabgleich stecken.....

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Re: Erstversuch - Bau eines einfachen Verstärkers

#104

Beitrag von capricky » 10.02.2019, 12:49

Also die "Trennlampe" ist generell ein gute Empfehlung, sie strahlt vor Freude, wenn sie ein Problem melden darf! 8)
Auch die stückweise Modul-/Baugruppen Inbetriebnahme, beginnend mit dem Netzteil ist eine gute Idee.

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Re: Erstversuch - Bau eines einfachen Verstärkers

#105

Beitrag von clonewood » 10.02.2019, 16:31

eine Trennlampe .... nicht schön .... aber sie funktioniert
der Gleichrichterröhre habe noch 2 Dioden gegönnt.....
Gleichrichterröhre 5U4GB gesteckt.....angeschaltet.....die 60W Birne leuchtet nicht hell....also bis hier hin noch kein Problem...
dann habe ich mit zwischengeschalteter Lampe Spannungen gemessen

rund 345 VDC hinter der Gleichrichtung
auch 345 VDC hinter der Drossel zu den unbesteckten Endröhrensockeln und dem unbesteckten Tremoloröhrensockel
auch 345 VDC hinter dem 10K zu V1 und PI Sockeln (beide unbesteckt)
-54 VDC hinter der Diode vor der Biasschaltung
5,4 VAC an der 6,3V Wicklung
4 VAC an Pin2 der Gleichrichterröhre
0,2 VAC an Pin8 der Gleichrichterröhre (also da wo auch der AÜ und der erste Filterelko (40uF) dranhängt

dann normal (ohne Lampe in Serie) am Netz angeschlossen

430 VDC hinter der Gleichrichtung
430 VDC hinter der Drossel zu den unbesteckten Endröhrensockeln und dem unbesteckten Tremoloröhrensockel
430 VDC hinter dem 10K zu V1 und PI Sockeln (beide unbesteckt)
-68 VDC hinter der Diode vor der Biasschaltung
6,9 VAC an der 6,3V Wicklung
die Messungen an der Gleichrichterröhre (5V) wie zuvor 4,2VDC

warum messe ich hinder dem Choke bzw. hinter dem 10K (noch) keine niedrigeren Spannungen?
die 430V hinter der Gleichrichtung stehen 370V im Schaltplan gegenüber
die 4,2 V an der 5V Wicklung wundern mich etwas

wahrscheinlich ändert sich das wenn die fehlenden Röhren gesteckt werden....aber an den 430V wird sich wohl nicht viel ändern, oder?

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Re: Erstversuch - Bau eines einfachen Verstärkers

#106

Beitrag von clonewood » 10.02.2019, 16:54

es ist alles ok an der 5V Wicklung ....ich messe 5,1 VAC an der Heizung der Gleichrichterröhre.......zuvor hatte ich gegen Masse gemessen

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Re: Erstversuch - Bau eines einfachen Verstärkers

#107

Beitrag von clonewood » 10.02.2019, 17:51

nächster Schritt .... Vorstufenröhren gesteckt....die Spannungen werden heruntergezogen

zunächst mit zwischengeschalteter Lampe

293 VDC hinter der Gleichrichtung
292 VDC hinter der Drossel zu den unbesteckten Endröhrensockeln
251 VDC hinter dem 10K
Anode V1 132 / 133 VDC
Anoden PI 164 / 167 VDC
Tremoloröhre kurzgeschlossen 197 VDC
-48 VDC hinter der Diode vor der Biasschaltung
Biaspoti Linksanschlag -25VDC
Biaspoti auf "56K Stellung...etwa die Mitte) -9,5 VDC
Biaspoti Rechtsanschlag -9,5 VDC

Messungen direkt am Netz....

416 VDC hinter der Gleichrichtung
414 VDC hinter der Drossel zu den unbesteckten Endröhrensockeln
350 VDC hinter dem 10K
Anode V1 172 / 173 VDC
Anoden PI 217 / 219 VDC
Tremoloröhre kurzgeschlossen 269 VDC
-67,2 VDC hinter der Diode vor der Biasschaltung
Biaspoti Linksanschlag -34VDC
Biaspoti auf "56K Stellung...etwa die Mitte) -25,2 VDC
Biaspoti Rechtsanschlag -11,5 VDC

ich konnte nun auch feststellen, dass das Tremolo wohl richtig beschaltet ist....es eiert dort anodenseitig zwischen ca. 169 und 370 VDC
bzw. zwischen -24,7 und -25,2VDC an den Endstufengittern (Depthpoti zugedreht)
-11,5 bis -36VDC (Depthpoti voll auf)

...............

das bedeutet nun für das Viaspoti, ich sollte es vor dem Stecken der Endröhren zur Sicherheit nach links drehen .....

desweiteren weiss ich noch nicht ob die beiden Endröhren die noch zu hohe Spannung von rund 415V weiter runterziehen werden

wie gesagt....im Plan gibt es die Angabe 370V ......2 mal 6V6GT werden gesteckt.......wird das passen, oder sollte ich doch eine andere Trafoanzapfung nehmen .....also 275V statt 300V?

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Re: Erstversuch - Bau eines einfachen Verstärkers

#108

Beitrag von capricky » 10.02.2019, 19:30

Die Betriebsspannungen stellen sich erst ein, wenn auch Strom durch das Netzteil fließt, der bewirkt nach dem Ohmschen Gesetz die Spannungsabfälle über die Reihenwiderstände. Die Gittervorspannung stellst du bei "fixem Bias" anfänglich höher ein als notwendig, dann fließt auch kein zu hoher Ruhestrom, so kommt dann auch keine Hektik auf, beim anschließenden genaueren Einstellen.

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Re: Erstversuch - Bau eines einfachen Verstärkers

#109

Beitrag von clonewood » 10.02.2019, 22:36

Danke für die Hilfestellung!

vorab.....es funktioniert alles zur Zufriedenheit .... klingt auch wirklich gut .... kultivierter als der Tweed Deluxe Abklatsch den ich zuvor zusammengestückelt habe....würde ich sagen

... ein kleines Malheur wäre noch zu nennen ...... die Eingänge Hi Low habe ich vertauscht montiert.....entweder umbauen oder umbeschriften ist da angesagt......

hier ein Bild mit den Spannungen (in rot) die ich nun am Gerät messe......oh...ein paar Werte habe ich vergessen...hole ich noch nach
die beiden 6V6 die drin stecken sind nicht wirklich gematched

die Messungen / Einstellungen die ich vorgenommen habe:

die beiden 1Ohm Kathodenwiderstände messe ich mit 1,05 Ohm

Röhrensockel 1
21,2 mV über 1,05 R
zwischen Anode und Kathode 370V
ergibt 62,5%

Röhrensockel 2
22,9 mV über 1,05 R
zwischen Anode und Kathode 370V
ergibt 67%

dann die Röhren getauscht...... nun

Röhrensockel 1
22,8 mV über 1,05 R
zwischen Anode und Kathode 370V
ergibt 66,7%

Röhrensockel 2
21,1 mV über 1,05 R
zwischen Anode und Kathode 373V
ergibt 62,5%

das habe ich dann erstmal so gelassen......die Spannungen sind stabil.....erstmal eine Gitarre angeklemmt.....ein sehr schönes Tremolo...kein Knacksen oder Knistern, kein Röhrenrasseln, kein Rauschen, keine hochfrequenten Schwingungen, kein Motorboot in Hörweite, auch kein unangenehmes Brummen (ok, mit Singlecoils ganz nah am Amp gibt es natürlich die typische Geräuschkirmes die auch ihren Reiz hat wenn man es denn mag) ......mehr Headroom als beim 5e3 ist logischerweise auch da, nicht so dreckig wie der 5e3....richtig laut ist er natürlich auch nicht, aber dennoch laut genug.....auch sehr dynamisch.....keine übertriebene Widergabe der Bässe....ein gewisser Charakter ist vorhanden.......blabla.....das sind die ersten Eindrücke...........keine Ahnung ob ich mir das überhaupt am Oszilloskop anschauen sollte....wenn ja, dann wohl eher als Übung....ich kann mir vorstellen, dass sich in diesem Verstärker ein Pärchen 6L6 + grösserer AÜ auch gut machen könnten....aber dafür sehe ich erstmal keine Notwendigkeit.....

ok.....ich kann dann nun noch nach Ohr die Gittervorspannung etwas erhöhen, falls es mir mehr zusagt....aber nicht mehr verringern

möglicherweise noch diese "Röhrchen wechsel dich" Spielchen..........aber wenn ich so in meine Röhrensammelkiste schaue, hat das meiste wohl schon bessere Tage gesehen, oder es passt nicht wirklich zum Amp....naja wenn dann wären da wohl nur die Ansprüche an V1 in Punkto geringer Mikrofonie und wohl der Anspruch an PI, das hier die die jeweiligen Trioden etwa gleiche Werte aufweisen, die Tremoloröhre muss als solche wohl lediglich funktionieren...und die Endröhren wären gematched wohl perfekt oder es müsste pro Endröhre ein Biaspoti geben....wie letzteres in diesem Schaltplan auszusehen hätte weiss ich noch nicht.....


so....welchen Verstärker baue ich nun (nach)? Neee....Ernst beiseite........der Tremolux braucht erstmal ein Gehäuse....denn so sieht es noch ein wenig nackt aus....naja zumindest ist schonmal meine wackelige Beschriftung auf der Frontplatte.....
ach ja.....als der Mann der Masseprobleme und Brummschleifen habe ich nun vorher mal etwas nachgedacht und nicht stumpf alles an einen Bus gehängt oder wild alles zu einem Stern geführt.......

es gibt hier nun einen Bus für alle Massen der Vorstufe (V1 und PI + zuständiger Elko) der gesondert, in möglicht weiter Distanz vom Stern nahe des Netztrafos auf das Chassis geklemmt ist.......der Rest.....also Tremoloröhre, Endröhren, Schirmwicklung und Mittenabgriff des Netztrafos, Bias, Heizsymmetrierung läuft sternförmig dorthin wo auch der Schutzleiter angeklemmt ist......

hm....Gitarren bauen/schrauben....Effektgeräte bauen/schrauben.....Verstärker bauen/schrauben.......alles schön und gut......aber wie sieht es mit Lautsprechern aus? Ich habe noch ein paar defekte Teile herumliegen.....gibt es denn hier im GBB auch Menschen die sich schon mit der Reperatur oder sogar dem Bau von Lautsprechern auseinandergesetzt haben.....? Raketentechnik ist das ja auch nicht......
naja aber das Forum heisst ja GBB und nicht GBVB und schon gar nicht GBVLB....

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Re: Erstversuch - Bau eines einfachen Verstärkers

#110

Beitrag von clonewood » 11.02.2019, 07:20

Röhrensockel 1
21,2 mV über 1,05 R
zwischen Anode und Kathode 370V
ergibt 62,5%

Röhrensockel 2
22,9 mV über 1,05 R
zwischen Anode und Kathode 370V
ergibt 67%

...und die Endröhren wären gematched wohl perfekt oder es müsste pro Endröhre ein Biaspoti geben....wie letzteres in diesem Schaltplan auszusehen hätte weiss ich noch nicht.....
ich habe gerade nochmal etwas herumgerechnet .....

würde ich am Röhrensockel 2 nun den Widerstand in der Kathodenleitung auf 1,12 R erhöhen, so ergäben sich in der Theorie ebenfalls 62,5%.....in der Praxis wird der Widerstand wohl noch leicht größer sein müssen......

bzw... könnte zum Abgleich beider Röhren der 1,05 R am anderen Sockel gegen einen leicht kleineren R getauscht werden.....

wäre das (wenn auch sehr unpraktisch) ein Weg durch Umgebungsveränderung zu matchen?




edit:

ich habe gestern falsch gerechnet .... hier die Korrektur

ich gehe ja von 12Watt bei den 6V6GTs aus....obwohl es da irgendwie widersprülich zu sein scheint ....man findet Angaben von 10, 12 u. 14 Watt

Röhrensockel 1
22,8 mV über 1,05 R
zwischen Anode und Kathode 370V
ergibt 63,3%

Röhrensockel 2
21,1 mV über 1,05 R
zwischen Anode und Kathode 373V
ergibt 59,2%

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Re: Erstversuch - Bau eines einfachen Verstärkers

#111

Beitrag von clonewood » 11.02.2019, 08:22

Röhrensockel 1
22,8 mV über 1,05R
zwischen Anode und Kathode 370V
ergibt 63,3%


wobei, wenn ich nun vereinfacht rechne 370V x 22,8mV /12W = 703 ....... wären dann 70,3%

die andere Rechnung wäre 12W/370V = 32,4mA für 100% also 22,7mA für 70%
22,8mV/1,05R=21,7mA an der Kathode
an der Anode den Gitterstrom abgezogen .....also um 95% von 21,7mA wären rund 20,5mA
in Watt umgerechnet 20,5mA x 370V = 7,6W
7,6W von 12W sind 63,3%

was denn nun?

also ich bin nicht nur der Mann der Masseprobleme und Brummschleifen sondern auch noch der Mann der Biasberechnungsprobleme (think)

ich möchte es aber auch nicht unnötig kompliziert machen.....die Messwiderstände in meinen beiden Biasmessadaptern messe ich mit 1,2Ohm...da dachte ich mir ich suche mir für die fest verbauten Messwiderstände welche die näher an 1 Ohm dran sind und bin bei 2 Stück mit gemessenen 1,05Ohm fündig geworden........tja und wenn ich da schon rummesse und Zahlen notiere, dann ist es nicht weit diese auch in die Berechnung mit einbeziehen zu wollen.......dieses nur als Rechtfertigung für das Gequatsche das ich hier schreibe..... :roll:

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Re: Erstversuch - Bau eines einfachen Verstärkers

#112

Beitrag von clonewood » 11.02.2019, 09:35

wobei, wenn ich nun vereinfacht rechne 370V x 22,8mV /12W = 703 ....... wären dann 70,3%
die andere Rechnung ist wohl Quatsch

also am besten alles ganz einfach ....... ich habe das Biaspoti etwas zurückgestellt...

es errechnet sich nun

382V x 18,2mA / 12W = ca. 58% für die eine Röhre

und

378V x 19,6mA / 12W = ca. 62% für die andere Röhre

aber gematched sind die beiden Röhren nicht wirklich

jetzt höre ich mir das nochmal an....

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Re: Erstversuch - Bau eines einfachen Verstärkers

#113

Beitrag von capricky » 11.02.2019, 10:46

Endröhren sind nie wirklich völlig gematcht und wenn, bleiben sie es nicht über ihre Lebensdauer. Deshalb ist auch nicht notwendig, Gittervorspannung (Bias), den daraus resultierenden Ruhestrom oder die daraus errechenbare "Ruheleistung" auf Symmetrie abzugleichen. Da sind noch so viele Faktoren, die mitwirken, wie Toleranz der Widerstände, der Primäwicklungen des Aisgangsübertragers, der Messwiderstände (1Ohm)... wenn es "klingt" ist alles gut. Nicht mal mit dem Oszilloskop geht das 100%ig an den Primärteilwicklungen des Ausgangsübertragers zu messen, weil die Wechselspannungen auch immer auf die jeweils andere Teilwicklung gespiegelt wird.
Was dir bleibt sind eben die Variationen im Bias/ Ruhestrom bis 100% Röhrenbelastbarkeit, das ist ein Spiel zwischen subjektiver Wahrnehmung ("Klang") und "Ökonomie", sprich Aufnahmeleistung und Haltbarkeit der Endröhren.

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Re: Erstversuch - Bau eines einfachen Verstärkers

#114

Beitrag von capricky » 11.02.2019, 18:06

Da war ja noch was mit Lautsprechern.... 8)
Ich habe schon ziemlich erfolgreiche Reparaturversuche hinter mir (Sickenrisse, -ablösungen), Diaphragmenwechsel bei Mittel-und Hochtontreibern ist auch kein Problem, aber komplettes reconen habe ich noch nicht gemacht. Das ist mir zu viel Rumsauerei mit Aceton. Geld verdienen kann man damit auch nicht. Ein neuer Lautsprecher ist meist günstiger, als Ersatzteile und Arbeitsaufwand.
Es ist aber nicht so, dass ich keine Lautsprecherleichen im Keller zu liegen hätte (Lansing, Altec), irgendwie kann ich die auch nicht dem örtlichen Entsorger übegeben. Mir ist auch leider niemand bekannt, der hobbymäßig reconed, wahrscheinlich aus den bereits genannten Gründen.

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Re: Erstversuch - Bau eines einfachen Verstärkers

#115

Beitrag von clonewood » 11.02.2019, 20:09

ich habe einige Teile mit deutlichem "Coilrub", einen ganz fest sitzenden, dann noch einige alte Alnicospeaker die wohl schon relativ ausgeleiert sind, aber wirklich toll klingen......wenn ich die in Richtung Grenze belaste kratzt es ....ich traue mich aber nicht dran, da ich denke ich würde nur verschlimmbessern.......ja Lösemittel und Kleberstinkerei......ich glaube ein sehr staubfreier, sauberer Arbeitsplatz ist auch notwendig wenn man da eine Spule neu zentrieren wollen würde.....

hier am Tremolux habe ich momentan einen dieser Alnicos hängen und es ärgert mich jedesmal wenn ich etwas Kratzen vom Speaker höre......

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Re: Erstversuch - Bau eines einfachen Verstärkers

#116

Beitrag von clonewood » 23.02.2019, 21:09

nun kommt mir in den Sinn mir so einen "Stand Alone" Hall zusammenzusetzen

hier der Urschaltplan
ich glaube ein paar Abänderungen sind sinnvoll

zunächst macht es wohl Sinn die Halbwellengleichrichtung durch eine Vollwellengleichrichtung zu ersetzen....kein Problem

nun kommt aber wieder der Mann mit den Masseproblemen und sieht Probleme auf sich zukommen....

ich werde das Gerät natürlich nicht ungeerdet bauen......auch keinen Groundliftschalter einbauen
sitzt aber die Erdung mit am Chassisground (B-), so kann das durch die obligatorische Verwendung = Vorschaltung vor einen anderen Verstärker zu einer Brummschleife führen....

die Lösung wäre z.B. B- auf ein anderes Potential als die Erdung zu setzen....
das geht wohl mit einem kleinen Widerstand (irgendwas zwischen 10R und 20R) und 2 entgegengesetzt, parallel geschalteten Dioden, parallel zum Widerstand, B- wird dann über diese Schaltung mit dem geerdeten Chassis verbunden und hat dann so ein anderes Potential....

soweit die Theorie und auch die Praxis.....

nun habe ich einen Halltank bei dem der Input isoliert ist (dort die Verbindung zum OT = geschirmte Signalleitung einseitig an B-) ......der Output = der Pickup des Tanks ist über die Buchse am Tankgehäuse verbunden......

das freischwebende Tankgehäuse hätte so also erstmal noch keine Verbindung zum Chassis des Gerätes (Erde)

das würde dann bedeuten, dass alle am Chassis montierten Buchsen zwingend isoliert sein müssen, und dass dann das Tankgehäuse über die Halloutputbuchse auf B- gelegt wird....
oder sollte nun die Halloutputbuchse vom Tankgehäuse isoliert werden und das Tankgehäuse separat auf das geerdete Potential gelegt werden?

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Re: Erstversuch - Bau eines einfachen Verstärkers

#117

Beitrag von Bermann » 23.02.2019, 22:53

Hmm, Christian benutz aber bitte immer in Deinen Projekten einen zweipoligen Netzschalter der beide Phasen trennt. Ist deutlich sicherer als die billige einpolige Lösung vom Sparfuchs Leo ...
Gruß Hermann

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Re: Erstversuch - Bau eines einfachen Verstärkers

#118

Beitrag von clonewood » 24.02.2019, 01:46

ja, zweipolige Schalter habe ich bislang bei den Sachen in diesem Thread immer verwendet (auch wenn die Leoschaltpläne hier was anderes zeigen und ich eine kleine Sammlung mit einpoligen Schaltern habe, die den Geizfaktor erhöhen könnte).....in den Gems habe ich die Schalter auch gegen zweipolige gewechselt, in den Soundverstärkern und anderen alten Dingern noch nicht....

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Re: Erstversuch - Bau eines einfachen Verstärkers

#119

Beitrag von capricky » 24.02.2019, 09:39

clonewood hat geschrieben:
23.02.2019, 21:09


...das freischwebende Tankgehäuse hätte so also erstmal noch keine Verbindung zum Chassis des Gerätes (Erde)

das würde dann bedeuten, dass alle am Chassis montierten Buchsen zwingend isoliert sein müssen, und dass dann das Tankgehäuse über die Halloutputbuchse auf B- gelegt wird....
oder sollte nun die Halloutputbuchse vom Tankgehäuse isoliert werden und das Tankgehäuse separat auf das geerdete Potential gelegt werden?
Ja, das bedeutet es. Bei solchen komplexen Dingen kann man nicht wirklich seriöse Vorhersagen machen, ob das Ergebnis am Ende auch den Errwartungen entspricht. Deine Überlegungen sind jedenfalls korrekt (ich bin sehr beeindruckt!), probier es einfach aus!

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Re: Erstversuch - Bau eines einfachen Verstärkers

#120

Beitrag von clonewood » 24.02.2019, 11:52

ok, .... ich probiere es ......

gelesen habe ich u.A. hier:

https://books.google.de/books?id=9kMDBA ... &q&f=false

"Designing Valve Preamps for Guitar and Bass" von Merlin Blencowe

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Re: Erstversuch - Bau eines einfachen Verstärkers

#121

Beitrag von clonewood » 05.03.2019, 23:15

Nachdem ich ein paar Tage mit längs aufgeschnittenen Fingern leben musste habe ich den Worten auch Taten folgen lassen....(so eine Art Arbeitsunfall....scharfkantiger beschichteter Plattenwerkstoff an einer Tischfräse entlang geführt und die rote Tropferei erst bemerkt als es zu spät war....also ähnlich wie man sich auch an Papier oder Pappe schneiden kann)

keine schönen Fotos ....alles noch provisorisch....die Innereien sind wohl eher uninteressant
aber die Kiste funktioniert....

dieses Mal gibt es kein Masseproblem....aber ganz reibungslos war es doch nicht......zunächst habe ich mich bei der Größe der Feinsicherung verrechnet......sie flog anfänglich nicht, aber heute 3 Mal......da bin ich erst auf den Rechenfehler gekommen......

der Halltank ist noch zu schlabberig aufgehängt

desweiteren erweist sich ein lineares Poti als Mixregler für mich als unpraktisch.....das werde ich gegen ein logarithmisches Poti tauschen .....

die Halltreiberröhre 12AT7 scheint unproblematisch zu sein.......ein Röhrchenwechseldichspielchen brachte für mich keine hörbaren Unterschiede.......ganz anders aber die 12AX7 (vor dem Output wo Dry und Wet zusammengemischt werden)......hier habe ich sehr deutliche Unterschiede wahrnehmen können als ich Röhren von wohl sehr unterschiedlicher Qualität steckte.......eine tendenziell mikrofonische Röhre ist dort wohl echtes Gift........einige Röhren machten den Klang "dreckig"........wahrscheinlich hat es auch mit dem Verstärkungsfaktor zu tun........ich habe inzwischen eine alte Röhre gefunden bei der ich keine negative Beeinflussung feststellen kann...

ich brauche eigentlich ein Röhrentestgerät bzw. denke ich über ein Selbstbauprovisorium mit einem billigen Messgerät in der Anodenleitung nach.....ich weiss nur noch nicht wo ich die Spannungen herholen kann.....es bräuchte da ja Hochvolt, eine negative Spannung für die Gitter und noch die Heizspannung, bzw. weiss ich nicht wie man sich so einen Aufbau absichert wenn man da zufälligerweise mal eine Röhre mit einem ungünstigen Schluss gesteckt wird.....

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Re: Erstversuch - Bau eines einfachen Verstärkers

#122

Beitrag von clonewood » 06.03.2019, 21:33

ich habe den Halltank nun an sehr straffe Federn gehängt....das brachte eine Klangverbesserung in Form einer Entklapperung....

ich weiss, dass mein Geschreibsel nicht sonderlich spannend ist......aber was soll ich tun, ich habe genug gut funktionierende Gitarren, auch genug gut funktionierende Verstärker.......so ein olles Hallgerät konnte ich aber bislang noch nie mein Eigen nennen.....

und was nun?

da wäre die "Fleissarbeit" noch ein paar Gehäuse zu bauen....das ist recht unspannend.....

ein Tapedelay fänd ich auch ganz witzig....das müsste sich aus 2 alten Kassettenrecordern zusammenstückeln lassen können

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Re: Erstversuch - Bau eines einfachen Verstärkers

#123

Beitrag von Poldi » 07.03.2019, 05:29

clonewood hat geschrieben:
06.03.2019, 21:33
......und was nun?
Aus diesem Grund hab ich mir letztens mal ein Cajon gebaut.

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Re: Erstversuch - Bau eines einfachen Verstärkers

#124

Beitrag von penfield » 07.03.2019, 07:39

clonewood hat geschrieben:
06.03.2019, 21:33
ich weiss, dass mein Geschreibsel nicht sonderlich spannend ist......
Das stimmt nicht, bin immer wieder beeindruckt, von dem, was du da machst.
SGmaster, Peacemaster 3P90, Double neck fretless/fretted,
Quickbird, Basslownia, FrameBird, Violin Bass Bausatz.
Sollte an Les Paulownia arbeiten, hat aber den Umbau der Mystery Guitar und jetzt noch der Semmelblonden JMs eingeschoben...

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Re: Erstversuch - Bau eines einfachen Verstärkers

#125

Beitrag von clonewood » 07.03.2019, 18:16

desweiteren erweist sich ein lineares Poti als Mixregler für mich als unpraktisch.....das werde ich gegen ein logarithmisches Poti tauschen .....
getauscht.....das brachte die gewünschte Verbesserung, da sich das "Wetsignal" (von dem viel mehr als ohrentauglich zur Verfügung steht) nun feiner dosieren lässt....

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