Preamp Problems: Sadowsky

Potis, Schalter, Tonabnehmer, Kondensatoren und Platinen;
wie verschalte ich was richtig?
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bea
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Re: Preamp Problems: Sadowsky

#51

Beitrag von bea » 07.01.2019, 12:34

Stimmt, der Jfet wird hier immer ungefähr in der Mitte des Potentials "eingeklemmt". Die Streuungen sollten sich so auswirken, dass je nach Exemplar unterschiedlich wenig Strom fließt. Das Ding dürfte aber ebenfalls sehr clean klingen.

Wenn Du "Röhrendreck" im Ton haben willst, musst Du dem Bass schon einen Röhre spendieren.

Und gleich ein Hinweis zur Realisierung derartiger Verrücktheiten: bei vielen aktuellen Röhren reicht die Emission der Kathode nicht mehr aus, um bei 12V einen nennenswerten Strom fließen zu lassen. Sie beginnen erst ab etwa 18V, halbwegs sinnvoll zu funktionieren, so wie NOS-Röhren bei 9-12V. Das macht den Betrieb eines Röhrenpreamps in einer Gitarre schwierig. Mir fallen nur zwei Workarounds ein:

a) 2 Doppeltrioden, Heizungen alle in Reihe, Betriebsspannung 24-25V.

b) Versorgung der Heizung von außen mit 12,6V Gleichstrom. 1-2 9V Batterien für die Anodenspannung, diese auf die 12V "draufsatteln".

a) hat nur Sinn, wenn man direkt in der Klampfe ein verzerrtes Signal erzeugen will.
b) wenn man bedenkt, dass wir mit Strömen im Mikroampere-Bereich umgehen, erscheint das sehr viel sinnvoller als es zunächst aussieht: die Batterien sollten deutlich länger als in einem FET-Preamp halten, weil dessen Ströme um eher 2 als eine Größenordnung höher liegen.

12V Wechselstrom könnte man zwar auch durch eine Strippe schicken (eine Ader eines Mikrofonkabels, dann Gleichrichter bzw Verdoppler im Instrument) - aber da hätte ich Sorgen wegen Brummeinstreuungen.
LG

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Re: Preamp Problems: Sadowsky

#52

Beitrag von Rallinger » 07.01.2019, 13:02

Naja guuuut. Ne Röhre im Bass wäre zwar fancy, aber bei meinem Talent an Dingen hängenzubleiben würde die wohl keine fünf Proben überstehen. Geschweige denn einen Gig. Bin so frei und verwerfe das mal so für mich ohne tiefer darüber nachgedacht zu haben.

Und vielleicht, wahrscheinlich, mit Sicherheit wird der Begriff "Röhre" auch überinterpretiert und muss für alles herhalten, was irgendwie "warm" oder "rund" klingen soll. Was ja im Grunde Quatsch ist. Ich bekenne mich schuldig.

Was mir bei diesem Design eines Preamps taugt ist, dass es wenig unterschiedliche und keine exotischen Bauteile verwendet. Das Teil ist schlicht billig in der Anschaffung. Und wenn das mit den kolportierten 46uA Stromverbrauch stimmt, eine 9V Batterie also "ewig" hält, wird es umso interessanter.

Als ich den Schaltplan sah kam mir auch spontan die Idee, das Signal zwischen den beiden Verstärkerstufen einfach abzugreifen, den Tonestack direkt auf den Potis zu verlöten und dann wieder zurückzuführen. So könnte man nach Lust und Laune einen aktiven TB oder TMB Tonestack aufbauen.

Wenn man dann noch mit "stehenden" Widerständen arbeitet, sollte man eine Platine dafür auch extrem klein halten können, so dass sie problemlos in ein E-Fach passt.

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Re: Preamp Problems: Sadowsky

#53

Beitrag von capricky » 07.01.2019, 13:18

Der Unterschied zwischen einer Röhre im Instrument zu einer Röhre im Verstärker ist nur die Länge des Kabels zwischen Pickup(s) und (1.) Röhre, also 10cm oder 5m. Es fehlt die gewohnte Kabelkapazität von rund 500pF, die man dann aber üblicherweise mit einem Kondensator simuliert.
Für mich machen Röhren im Instrument keinen Sinn, vor allem, wenn man den notwendigen Aufwand betrachtet.

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Re: Preamp Problems: Sadowsky

#54

Beitrag von bea » 07.01.2019, 13:30

Das ist schon alles richtig. Sinnvoll ist das nicht.

Aber tun wir hier wirklich nur sinnvolle Dinge?
Wie sinnvoll sind beleuchtete Sidedots?
Wie sinnvoll ist denn z.B. Urs' in Epoxy vergossenes Flugzeug?
Wie sinnvoll sind Rauchgeneratoren in Gitarren?
Ist jetzt ein Preamp mit einer Röhre in z.B. einer PU-Fräsung (und natürlich ner LED in der Fassung...) mehr oder weniger sinnvoll?
LG

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Re: Preamp Problems: Sadowsky

#55

Beitrag von capricky » 07.01.2019, 13:44

bea hat geschrieben:
07.01.2019, 13:30
Das ist schon alles richtig. Sinnvoll ist das nicht.

Aber tun wir hier wirklich nur sinnvolle Dinge?
Wie sinnvoll sind beleuchtete Sidedots?
Wie sinnvoll ist denn z.B. Urs' in Epoxy vergossenes Flugzeug?
Wie sinnvoll sind Rauchgeneratoren in Gitarren?
Ist jetzt ein Preamp mit einer Röhre in z.B. einer PU-Fräsung (und natürlich ner LED in der Fassung...) mehr oder weniger sinnvoll?
Naja, beleuchtete sidedots können schon in Bühnensituationen Vorteile haben. Die weiteren aufgezählten Punkte sind halt "just for show".
Eine Röhre in Gitarre oder Amp wäre aber... ich wollte es oben nicht so deutlich schreiben... einfach nur blöd! ;)

capricky

..obwohl so steam- oder dieselpunkmäßig.... (think) dann aber eine Radarröhre, mundgeblasen! :badgrin:

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Re: Preamp Problems: Sadowsky

#56

Beitrag von Rallinger » 09.01.2019, 12:36

Ich hab ein wenig weitergemacht und knoble bereits an einem Board-Layout. Für mein noch wenig ausgeprägtes Verständnis der Materie schaut das gar nicht so schlecht aus. Aber könntet ihr bitte nochmal einen Blick auf den Schaltplan werfen, ob meine Eagle Version so mit dem Original übereinstimmt?
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Re: Preamp Problems: Sadowsky

#57

Beitrag von kehrdesign » 09.01.2019, 13:08

Sorry,
wo liegt überhaupt ein prinzipieller Unterschied zwischen Original- und Eagle-Schaltplan?
Beim Layouten einer Platine anhand des Schaltplanes positioniere ich zuerst die Bauelemente bzw. deren Lötpunkten und die Lötösen zur Außenbeschaltung einigermaßen sinnvoll und platzsparend auf einem Raster (mittels gängigem Vektorgrafikprogramm). Dann route ich manuell die Verbindungen der Lötpunkte. Dabei muss ich ev. hier und da aus Platzgründen die Positionen korrigieren. Dann Film herstellen, Platine belichten, ätzen, bohren - fertig zum Bestücken.

Der Sinn des Eagle-Schaltplanes erschließt sich mir einfach nicht - klärt mich doch mal auf.
Um etwas zu verhindern finden sich immer Gründe, um etwas zu erreichen findet man Lösungen.
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Re: Preamp Problems: Sadowsky

#58

Beitrag von capricky » 09.01.2019, 13:25

Für die 18Kohm "Kathodenwiderstände" ( Source Widerstände) solltest du jeweils Einstellregler 22/25k vorsehen, damit kannst du dann den Arbeitspunkt verändern .Ich vermeide bewußt "einstellen", es kann dir nämlich noch keiner versprechen, dass das ausreicht.

Den 1Megohm Widerstand am Ausgang der Schaltung kannst du getrost weglassen, der ist dann auch im nachfolgenden Gerät (tretmine/Amp) vorhanden.

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Re: Preamp Problems: Sadowsky

#59

Beitrag von Rallinger » 09.01.2019, 13:55

kehrdesign hat geschrieben:
09.01.2019, 13:08
Der Sinn des Eagle-Schaltplanes erschließt sich mir einfach nicht - klärt mich doch mal auf.
Warum verwendet jemand eine Software, wenn man es auch ohne machen kann?

Wenn du aus einem Schaltplan direkt und ohne weitere Hilfsmittel ein Platinenlayout entwerfen kannst - Hut ab! Ich kanns nicht. Zugegeben, ich kann auch Eagle nicht. Aber da ich ohnehin eine Lernkurve hinlegen muss und eine gewisse Affinität zur Arbeit mit Software mitbringe ...

In Eagle erstelle ich den Schaltplan. Wenn er fertig ist hilft mir die Software, direkt aus diesem Schaltplan ein Layout zu erstellen. Dabei hilft mir die Software dabei, dass wirklich an jeder Stelle eine Verbindung ist, an die eine hingehört. Wenn ich hinterher Änderungen vornehme hilft mir die Software, Schaltplan und Layout konsistent zu halten. Und dann ...
kehrdesign hat geschrieben:
09.01.2019, 13:08
Dann Film herstellen, Platine belichten, ätzen, bohren - fertig zum Bestücken.
Oder Gerber Files exportieren, hochladen, einen Zwanni zahlen und 10 fix und fertige PCB's frei Haus geliefert bekommen.

Ich denk hier gibt's kein falsch oder richtig. Für mich persönlich gilt: bei den Preisen für PCB's verzichte ich gerne auf das Gepansche mit Chemikalien. Zumal die auch nicht umsonst sind und ich das Platinenätzen auch erst lernen müsste ...

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Re: Preamp Problems: Sadowsky

#60

Beitrag von bea » 09.01.2019, 14:37

Vielleicht hat es ja einen Sinn, die Schaltung erstmal auf einem Breadboard aufzubauen, zumindest aber eine einzelne Verstärkerstufe. Dann kann man Transistoren austauschen und bekommt zumindest ein Gefühl dafür, ob das Konzept die Toleranzen ausgleicht oder nicht.
Normale Transistoren haben übrigens ähnlich große Toleranzen wie JFETs. Nur fallen sie da durch die etwas andere Funktionsweise nicht so sehr ins Gewicht.
LG

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Re: Preamp Problems: Sadowsky

#61

Beitrag von kehrdesign » 09.01.2019, 15:08

Rallinger hat geschrieben:
09.01.2019, 13:55
... Ich denk hier gibt's kein falsch oder richtig.
Da geb' ich Dir selbstverständlich Recht. Danke Ralf, für die Erklärung.

[OT] Wohl wissend, dass es sowas gibt, waren Eagle und dessen Funktionen bisher nicht in meinem Fokus. Mir 'steckt es halt noch im Blut' (wenn in der modernen Zeit auch etwas weltfremd), weitgehendst ohne fremde Service-Leistungen auszukommen. Wer in der früheren Servicewüste Ostdeutschland aufgewachsen ist, kann das sicherlich nachvollziehen. [/OT]
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