Bundierung / Bunddraht Erfahrungen

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Crott85
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Bundierung / Bunddraht Erfahrungen

#1

Beitrag von Crott85 » 06.06.2018, 10:44

Da ich mal schauen wollte wie meine Eigenbauten im Vergleich mit industriell gefertigen Klampfen abschneiden, war ich letzte Woche mal in einem großen Musikgeschäft mit M in Deutz / Köln.

Dort die PRS Gitarren begutachtet und irgendwie sah das aus als hätten die Bünde ein Plateau und wären nicht abgerundet? Kann das jemand bestätigen?

Plus, mich würde Eure Erfahrung mit Bunddraht interessieren. Von Paul (RS) liest man, dass er Draht mit sehr hohem Nickelanteil einklebt weil er der Meinung ist dieser würde am besten klingen. Welchen Bunddraht verwendet ihr / mit welchem habt ihr beste Erfahrungen gemacht?

Danke, Chris (dance a)

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Yaman
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Re: Bundierung / Bunddraht Erfahrungen

#2

Beitrag von Yaman » 06.06.2018, 14:10

Paul hört schon den Bunddraht klingen? 8)

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Re: Bundierung / Bunddraht Erfahrungen

#3

Beitrag von MiLe » 06.06.2018, 14:41

- nicht nur das - auch dessen Nickel-Anteil, also Feinheiten in der Legierungs-Zusammensetzung :roll:

Ich hab bisher immer nur Edelstahl verwendet, weil's länger halten soll - bei meinem Spielpensum allerdings eher akademisch. Die Verarbeitung fand ich bei Weitem nicht so schlimm wie oft behauptet wird, noch nicht mal bei dem knallharten Wiptam-Draht (Cobalt-Leguierung). Bei dem bisschen zu bearbeitendem Material relativiert sich das.
Liebe Grüße,
Michael

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Re: Bundierung / Bunddraht Erfahrungen

#4

Beitrag von Crott85 » 06.06.2018, 14:51

Was ist mit Evo Gold - nicht ganz so hart wie Edelstahl aber härter als die Nickel? Legierungen?

Zitat von Paul hier:
Frets also contribute to an instrument’s overall tone. Obviously, they create the scalable notes of the guitar, but it is also important to note that when a string is engaged against a fret, the fret is carrying the string’s vibration into the wood. So, they can either add to or take away from a guitar’s natural resonance and musicality. We use frets with a lot of nickel, which rings well. And between the fret radius, the superglue, and the tines of the fret, they fit so well in the fret slots that the sound transfer is unhindered


http://www.prsguitars.com/index.php/blog/post/frets

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Re: Bundierung / Bunddraht Erfahrungen

#5

Beitrag von 12stringbassman » 06.06.2018, 16:14

Und wieder mal haben wir den unsäglichen "sound transfer", der möglichst wenig behindert werden soll! Der gute Paul sollte mal seinen Zollner lesen :badgrin: :evil: ;)

Das Gegenteil ist der Fall: Die Saite sollte an beiden Enden ein stabiles, möglichst verlustarmes Widerlager haben, damit die Transversalwelle, die durch die Saite geht, möglichst vollständig reflektiert wird. Dann schwingt sie schön lang, was auch gerne als "gutes Sustain" beworben wird.

Grüße
Matthias

PS.:
Ein anderer Hersteller bewirbt das Metall, aus denen die von ihm verarbeiteten Bundstäbchen bestehen, als "Glockenbronze" :roll: Na, dann muss es ja gut klingen (whistle)
"Haltet Euch von diesen Idioten fern!" (Lemmy Kilmister)
Quidquid agis, prudenter agas et respice finem

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Re: Bundierung / Bunddraht Erfahrungen

#6

Beitrag von hatta » 06.06.2018, 16:24

12stringbassman hat geschrieben:
06.06.2018, 16:14

PS.:
Ein anderer Hersteller bewirbt das Metall, aus denen die von ihm verarbeiteten Bundstäbchen bestehen, als "Glockenbronze" :roll: Na, dann muss es ja gut klingen (whistle)
Ja.... es wird richtig glockig klingen :badgrin:

Naja... ich hab auch eine aus dem vollen "glockenmessing" gefräste Bridge ud Stoptail auf der SG verbaut. Im gegensatz zur original ABM 1 aluguss Bridge klingt es anders. Ein etwas längeres Sustain konnte ich schon feststellen und dass mir diverse Töne nichtmehr zu früh wegsterben. Als riesen unterschied würde ich es nicht bezeichnen...man hat also keine neue Gitarre ;)

Bunddraht: Ich verwende ausschließlich Edelstshl, die Neusilberdinger hab ich innerhalb nichtmal eines Jahres ziemlich "runtergespielt". (Auf den ersten 6 Bünden)

Seit ich Edelstahl hab ich dad Problem bisher nicht
Gruß
Harald

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Re: Bundierung / Bunddraht Erfahrungen

#7

Beitrag von JürgenLut » 06.06.2018, 16:57

Das Material des Bunddrahtes sollte den Saiten entsprechen. Eine sehr haltbare Legierung nützt nichts, wenn die Saitenumwicklung damit gekerbt wird. Das hört sich jedenfalls schrecklicher an, als leichte Kerben in den Bundstäbchen.

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Re: Bundierung / Bunddraht Erfahrungen

#8

Beitrag von capricky » 06.06.2018, 18:08

JürgenLut hat geschrieben:
06.06.2018, 16:57
Das Material des Bunddrahtes sollte den Saiten entsprechen. Eine sehr haltbare Legierung nützt nichts, wenn die Saitenumwicklung damit gekerbt wird. Das hört sich jedenfalls schrecklicher an, als leichte Kerben in den Bundstäbchen.
Ich denke inzwischen tatsächlich darüber nach, mal eine Konzertgitarre mit schwarzen "Plastikbünden" zu refretten.
Meine nachgerüsteten "all black" Modelle ( schwarze/geagede Bronze Mechaniken, schwarzer Sättel und Stegeinlagen, schwarze Saiten) erfreuen sich nämlich großer "Beliebtheit"!
Ich habe bisher aber noch kein Opfer finden, bzw. überzeugen können. :badgrin:

Ansonsten sind Kerben in Saiten für die Saitenlage hervorragend, man kann sie niedriger machen, weil es ja später schnarrt! :D

capricky

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Re: Bundierung / Bunddraht Erfahrungen

#9

Beitrag von Crott85 » 06.06.2018, 18:34

Danke für Euren Input, ich find das sehr interessant wie unterschiedlich die Meinungen doch sind zu dem Thema.

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Re: Bundierung / Bunddraht Erfahrungen

#10

Beitrag von MiLe » 06.06.2018, 18:40

capricky hat geschrieben:
06.06.2018, 18:08
JürgenLut hat geschrieben:
06.06.2018, 16:57
Das Material des Bunddrahtes sollte den Saiten entsprechen. Eine sehr haltbare Legierung nützt nichts, wenn die Saitenumwicklung damit gekerbt wird. Das hört sich jedenfalls schrecklicher an, als leichte Kerben in den Bundstäbchen.
Ich denke inzwischen tatsächlich darüber nach, mal eine Konzertgitarre mit schwarzen "Plastikbünden" zu refretten.
...........
Ansonsten sind Kerben in Saiten für die Saitenlage hervorragend, man kann sie niedriger machen, weil es ja später schnarrt! :D

capricky
Und ich denke gerade tatsächlich darüber nach, was von den obigen Aussagen Ironie bzw. der blanke Sarkasmus ist und was ernst gemeint ist (think) (whistle)
Dass Bünde Saiten einkerben hätte ich noch nie erlebt, außer vielleicht man schärft sie anstelle die Krone zu verrunden :D . Und ob Plastebünde der Umwicklung selbst einer Konzertgitarre widerstehen? Ich fürchte nein.
Liebe Grüße,
Michael

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Re: Bundierung / Bunddraht Erfahrungen

#11

Beitrag von thoto » 06.06.2018, 19:38

Komisch, dass PRS Nso viel auf Nickel setzt. Ich meine mich an ein Video mit dem oben genannten Meister erinnern zu können, in dem er sagte, sie nähmen möglichst hartes Material, weil sie dann ein Leben lang halten. Das war die damalige Botschaft. Und ich fand es überzeugender, als dieses Klang-Vodoo.

Hat Paul sich etwa Berater aus der Mysterien-Abteilung geholt?
Thoto
Aktuelles Projekt: viewtopic.php?p=116032

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Re: Bundierung / Bunddraht Erfahrungen

#12

Beitrag von capricky » 06.06.2018, 20:07

thoto hat geschrieben:
06.06.2018, 19:38

Hat Paul sich etwa Berater aus der Mysterien-Abteilung geholt?
Ich erinnere mich undeutlich noch an eine ähnliche Geschichte um Leim mit Paul.

Ja, es gibt tatsächlich "alternative Fakten" im Gitarrenbau, erschüttern tun sie mich aber erst wenn ich merke, dass der Propagandist das wahrscheinlich auch selbst glaubt. :shock:

@MiLe
Das mit den schwarzen Plastikbünden (Nylon, Hartpapier, POM oder PMMA) ist ernst gemeint.

Das mit den gekerbten Saiten (die umwickelten kerben tatsächlich ein) anfänglich nicht, aber wenn ich darüber nachdenke, ist das gar nicht mehr so unwahrscheinlich... (think)

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Re: Bundierung / Bunddraht Erfahrungen

#13

Beitrag von DoppelM » 09.06.2018, 09:41

Also, als ich damals™️ anfing Gitarre zu spielen, auf einer billigen Klassik-Gitarre, waren deren Saiten schon älter als ich. Drei Jahre später hatten die dann schon spuren von den Bünden :) Auch auf meiner Stanford mit Phosphorbronze Saiten sieht man das relativ fix. Und welches Material da wie hart ist ist auch wurscht, langfristig wird immer bei beidem etwas Abrieb geschehen. Ich hatte früher auf meiner Geige eine mit Alu umwickelte e-Saite. So teuer wie zwei Sätze Gitarrensaiten, nach jedem Spielen hatte ich graue Fingerkuppen und nach nem halben Jahr war die Umwicklung durch. Und ich glaube nicht das meine Fingerkuppen härter als Alu sind.
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Re: Bundierung / Bunddraht Erfahrungen

#14

Beitrag von kehrdesign » 11.06.2018, 18:37

Wie Bunddraht klingt, ist mir wurscht. Die ursprüngliche Frage war aber nach Erfahrungen mit Bunddraht. Dazu mein knapper Beitrag, auch wenn der Fragesteller etwas völlig anderes zu hören hofft:

Ich verwende seit einigen Jahren Sintoms Bunddraht, weil dessen Profil durch die leicht hohle Unterseite und deren nur leicht verrundete Kanten eine saubere, nahezu spaltfreie Auflage auf dem Griffbrett ermöglicht. Kleiner Schönheitsfehler gegenüber dem von mir früher verwendeten Dunlop-Bunddraht ist, dass die Sintoms-Stücke liederlich vorgebogen sind. Die Materialvariante Neusilber-hart (18% Nickel) stellt für mich den günstigsten Kompromiss zwischen Verschleißfestigkeit und Bearbeitbarkeit dar. Edelstahl habe ich lediglich mal für einen Nullbund verwendet. Mag aber durchaus sein, dass Edelstahlbünde für Vielspieler ihrer Berechtigung haben.
Um etwas zu verhindern finden sich immer Gründe, um etwas zu erreichen finden sich Lösungen.
______________________
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Re: Bundierung / Bunddraht Erfahrungen

#15

Beitrag von DoubleC » 12.06.2018, 15:04

kehrdesign hat geschrieben:
11.06.2018, 18:37
Wie Bunddraht klingt, ist mir wurscht. ......................................................... Die Materialvariante Neusilber-hart (18% Nickel) stellt für mich den günstigsten Kompromiss zwischen Verschleißfestigkeit und Bearbeitbarkeit dar. Edelstahl habe ich lediglich mal für einen Nullbund verwendet. Mag aber durchaus sein, dass Edelstahlbünde für Vielspieler durchaus ihrer Berechtigung haben.
Völlig ausreichend.......das Neusilber hart. Mal ein paar Beispiele aus meiner langjährigen Praxis (nie professionell gespielt ....bin doch keine Schlampe.....aber viel und intensiv geübt)

Meine erste "richtige" E-Gitarre aus dem Hause Ibanez (ES335 Clon von 1980 → AS100) ........ hat immer noch die Erstbundierung ........... 1 Fretjob 1993 (Abrichten)..........

Alles, was in den 1990igern gekauft wurde hat sich innerhalb der ersten 2-4 Jahre Benutzung derbe gekerbt. Takamine A-Guitare (teuer!): nach 4 Jahren intensiven Übens waren die Bünde 'runter.........die neu 'druffgemachten sind seit 16 oder 17 Jahren drauf.........Neusilber hart, kaum Kerben
Taylor 12-String, Fender Stratocaster AVRI......nach 3-4 Jahren sind die Fabrikbünde Schrott.........

→ Die nehmen gaaaaaanz weiches Material, damit es sich schnell bearbeiten lässt (Oder die PLEK-Maschine keine Ersatzschleifscheiben braucht....).

Die harten Neusilberteile (18% Ni), die man rollenweise bei Rall, Rockinger oder sonstwo (Big T?) ordern kann, sind eigentlich für den Normalspielbetrieb ausreichend............. Edelstahl ist ein bissel over the Top (IMHO) und auch doof abzurichten.........

My Mustard

2C

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Re: Bundierung / Bunddraht Erfahrungen

#16

Beitrag von Crott85 » 12.06.2018, 16:01

kehrdesign hat geschrieben:
11.06.2018, 18:37
Wie Bunddraht klingt, ist mir wurscht. Die ursprüngliche Frage war aber nach Erfahrungen mit Bunddraht. Dazu mein knapper Beitrag, auch wenn der Fragesteller etwas völlig anderes zu hören hofft:

Ich verwende seit einigen Jahren Sintoms Bunddraht, weil dessen Profil durch die leicht hohle Unterseite und deren nur leicht verrundete Kanten eine saubere, nahezu spaltfreie Auflage auf dem Griffbrett ermöglicht. Kleiner Schönheitsfehler gegenüber dem von mir früher verwendeten Dunlop-Bunddraht ist, dass die Sintoms-Stücke liederlich vorgebogen sind. Die Materialvariante Neusilber-hart (18% Nickel) stellt für mich den günstigsten Kompromiss zwischen Verschleißfestigkeit und Bearbeitbarkeit dar. Edelstahl habe ich lediglich mal für einen Nullbund verwendet. Mag aber durchaus sein, dass Edelstahlbünde für Vielspieler durchaus ihrer Berechtigung haben.

Das war genau meine Frage. Mir ging es nicht darum irgendeine Theorie zu beweisen sondern Eure Erfahrung zu erfragen. Ich hab bisher von billig China über Rockinger Edelstahl bis Rall ein Paar ausprobiert und mich gefragt ob das so das "Richtige" war. Manchmal kommt man auf Gute Dinge nicht durch bloßes Nachlesen der Werbeaussagen auf den Bunddraht / Gitarrenherstellerseiten.

Danke also :)

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Re: Bundierung / Bunddraht Erfahrungen

#17

Beitrag von capricky » 12.06.2018, 17:23

Crott85 hat geschrieben:
12.06.2018, 16:01

Danke also :)
Moooment mal, wir sind noch nich fertich... ;)

Im Vergleich mit Neusilberbunddraht lassen sich Saiten auf Edelstahlbünden besser ziehen. Es fühlt sich einfach besser an, ein ganz wesentlicher Punkt also - der Wohlfühleffekt!
Edelstahlbunddraht ist eigentlich nicht schwieriger zu verarbeiten, als harter Neusilberbunddraht, ein bißchen mehr Kraft beim Abkneifen braucht es schon, Bundkantenabrichten dauert vielleicht 30% länger als bei Neusilber, das Bundkronen nivellieren (abrichten) und polieren braucht gering mehr Zeit, als bei Neusilber.
Weiterer Vorteil - man bekommt beim Schleifen und Polieren nicht solche schwarzen Pfoten, wie beim Neusilber. Ich arbeite da zwar mit Nitril Handschuhen, aber im eigenen Saft zu hantieren, ist auf die Dauer kein Vergnügen
Diamantbundfeilen sind auch nicht gefährdet (wer hat nur dieses hartnäckige Gerücht in die Welt gesetzt), denn die kommen ja nach einer Neubundierung nicht zum Einsatz. (Wenn doch, stimmte was mit der Bundierung nicht!)

Ich habe vor 14 Tagen erst eine Takamine mit Edelstahl bundiert. Das ging diesmal nicht problemlos. Ursache dafür war das Tangnippen. Mein StewMac Nipper, der jahrelang klaglos nippte, schwächelte diesmal und quetschte, bzw. kerbte den Bunddraht, nicht immer, aber immer öfter.
Der passende Moment also, den robusten Fret Tang Cutter zu ordern, der explizit für Edelstahlbunddraht für schlanke 130€ mit Zubehör angeboten wird und den ich schon eine Weile auf der Habenwill - Liste zu stehen hatte.
Bestellt, geliefert, ausprobiert - Totalversagen bei dem aktuell verwendetem Bunddraht! :cry:
Ich denke ich habe die Ursache erkannt, die Reklamation läuft, wenn die Sache geklärt ist, werde ich ausführlicher berichten.

Um nun überhaupt "nippen" zu können, habe ich auf die Schnelle einen der bekannten Jigs für Feilen nachgebastelt, geht wunderbar, dauert aber länger als abknipsen und bei 22 Bünden kommt dann schon eine Stunde mehr (mit Pause) zusammen.

Hier noch ein paar Bilder der Takamine "Garth Brooks", leider hatte ich wohl aus Zeitnot versäumt, die fertige bundierte Gitarre noch mal zu fotografieren...
capricky

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