Epoxy als "Lack"?

wie und womit erreiche ich das gewünschten Finish?
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Epoxy als "Lack"?

#1

Beitrag von ValentinS » 02.12.2020, 13:08

Hat jemand Erfahrung mit Epoxy als "Lack"?

lasst sich das entsprechend dünn auftragen und matt schleifen um eine Decke einer Akustik-Gitarre zu behandeln?

Den Korpus würde ich dann weiterhin ölen.

Ich wüsste zu gerne, was genau der hier
zum Lackieren genommen hat. Leider... "che ne parle pas francais"
Ich verstehe nur, welche abrasiven Mittel er für das Finish verwendet.

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Re: Epoxy als "Lack"?

#2

Beitrag von atomicxmario » 02.12.2020, 13:29

Normales Epoxy mit einer Aushärtungszeit von ca. 24h ist meiner Meinung nach zu flüssig. Es fließt dir überall weg und du müsstest eine Wand aufbauen um das Wegfließen zu verhindern... andererseits benötigt man eine gewisse Menge Harz, damit das auf der Oberfläche verfließt und nicht Bereiche (Oberflächenspannung) freibleiben. Streichen (anstelle von gießen) würde ich Hartz nicht, weil man da Luftblasen reinarbeitet...

Alles in allem sehe ich eigentlich keine Vorteile von Epoxy gegenüber einer normalen Lackierung...

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Re: Epoxy als "Lack"?

#3

Beitrag von Simon » 02.12.2020, 14:12

atomicxmario hat geschrieben:
02.12.2020, 13:29
Streichen (anstelle von gießen) würde ich Hartz nicht, weil man da Luftblasen reinarbeitet...
Luftblasen aus Epoxi bekommst du am besten mit einem Bunsenbrenner raus; einfach damit knapp über der Oberfläche fahren, dann steigen die Blase auf.... zumindest hat das bei mir immer super funktioniert!
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Re: Epoxy als "Lack"?

#4

Beitrag von Gerhard » 02.12.2020, 14:47

Es gibt doch auch Epoxidharzlack, den man Streichen, Rollen oder Spritzen kann.
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Re: Epoxy als "Lack"?

#5

Beitrag von penfield » 02.12.2020, 20:57

ValentinS hat geschrieben:
02.12.2020, 13:08
Hat jemand Erfahrung mit Epoxy als "Lack"?

lasst sich das entsprechend dünn auftragen und matt schleifen um eine Decke einer Akustik-Gitarre zu behandeln?

Den Korpus würde ich dann weiterhin ölen.

Ich wüsste zu gerne, was genau der hier
zum Lackieren genommen hat. Leider... "che ne parle pas francais"
Ich verstehe nur, welche abrasiven Mittel er für das Finish verwendet.
Epoxy ist mühsam zu verarbeiten und erst recht mühsam zu schleifen.
Geht das, was du vorhast mit Lack oder mit dem zu recht vielgerühmten Holzsiegel nicht?
Und warum kein Öl, wenn du schon beim Ölen des restlichen Korpus bist?
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Re: Epoxy als "Lack"?

#6

Beitrag von ValentinS » 03.12.2020, 06:41

penfield hat geschrieben:
02.12.2020, 20:57

Epoxy ist mühsam zu verarbeiten und erst recht mühsam zu schleifen.
Geht das, was du vorhast mit Lack oder mit dem zu recht vielgerühmten Holzsiegel nicht?
Und warum kein Öl, wenn du schon beim Ölen des restlichen Korpus bist?

lackieren möchte ich vermeiden, ich hab nur eine Mini-Werkstatt und mag es einfach nicht.
Eine nur geölte Decke ist mir zu heikel, ich hätte gerne was unempfindlicheres.

Habe jetzt Versuche gestartet: Auf eine Test-Decke habe ich geduldig ca. 10 Minuten lang einen extrem langsam aushärtenden Epoxy verteilt mit dem Rakel. Was dann noch draufwar hab ich mit Papier runtergerieben. Das Resultat ist schonmal vielversprechend.

Der nächste Test beantwortet dann meine nächste Frage die ich mir stelle: Kann ich vielleicht einfach den Steg mit Epoxy auf die mit Epoxy stabilisierte Decke kleben? Das würde zur weiteren Vereinfachung beitragen.
Ich teste das mit Holzstückchen, die ich aufleime und danach mit dem Hammer abschlage. Wenn immer die Decke reisst und es nicht an der Klebestelle bricht dann könnte es passen. Nur im Reparaturfall ists dann blöd, da hätte ein geleimter Steg Vorteile...
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Re: Epoxy als "Lack"?

#7

Beitrag von Gerhard » 03.12.2020, 07:35

ValentinS hat geschrieben:
03.12.2020, 06:41
Nur im Reparaturfall ists dann blöd, da hätte ein geleimter Steg Vorteile...
So ein Steg ist schnell abgehobelt und ein neuer gemacht, in den meisten Fällen ist das sogar schneller und besser als den alten Steg abzulösen, weil dabei oft die Decke darunter, also die Leimfläche, zerstört wird. Blöd halt wenn der Steg aus Rio ist :D
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Re: Epoxy als "Lack"?

#8

Beitrag von penfield » 03.12.2020, 22:31

Ich sehe hier den Vorteil von Epoxy nicht.
Holzsiegel wäre meine Wahl, wenn man nicht lackieren will/kann und Öl zu heikel ist.
Aber Epoxy geht wahrscheinlich auch.
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Re: Epoxy als "Lack"?

#9

Beitrag von MVC Guitars » 04.12.2020, 06:44

Ich habe meine letzte Gitarre mit Epoxyd lackiert. Ist etwas schwierig, aber funktioniert. Habe allerdings UV haertendes Epoxyd Namens Solarez" I cant belive! IT's no laqueor" verwendet. Siehe auch YouTube bei Highline guitars.Dort wird es genau beschrieben. Mein ausfuehrlicher Baubericht auf meiner Website:
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Re: Epoxy als "Lack"?

#10

Beitrag von penfield » 04.12.2020, 09:47

MVC Guitars hat geschrieben:
04.12.2020, 06:44
Ich habe meine letzte Gitarre mit Epoxyd lackiert. Ist etwas schwierig, aber funktioniert. Habe allerdings UV haertendes Epoxyd Namens Solarez" I cant belive! IT's no laqueor" verwendet. Siehe auch YouTube bei Highline guitars.Dort wird es genau beschrieben. Mein ausfuehrlicher Baubericht auf meiner Website:
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Das mit der UV Härtung ist eine feine Sache.
Damit erübrigen sich wohl viele der Probleme, die man mit normalem Epoxy hat.
War leider immer sehr teuer.
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Re: Epoxy als "Lack"?

#11

Beitrag von MVC Guitars » 04.12.2020, 11:04

Ja, Das Solarez muss aktuell noch aus USA bestellt werden. Eine Dose 42 Euro. Bestellen lohnt sich erst ab zwei Dosen. Ist aber sehr ergiebig. Reicht lange und Ist mit Übung gut zu verarbeiten. Siehe mein Baubericht.
Am besten Sammelbestellung machen. So wird es billiger.

Viele Grüße

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Re: Epoxy als "Lack"?

#12

Beitrag von ValentinS » 05.12.2020, 10:50

Der Klebetest (Beantwortet die Frage mit dem Steg) zeigt: Epoxy auf Epoxy hält wunderbar, sofern genügend Epoxy an der Klebefläche bleibt und nicht ins Holz abwandert. Für den Test habe ich Mahagoniklötze auf bereits mit Epoxy (teil-bzw hauchfein) versiegelte Fichte geklebt. Das Mahagoni hat sich dabei ziemlich vollgesaugt.
Mit Ebenholz hätte ich vermutlich in drei von drei Fällen ein positives Ergebnis gehabt.
20201205_104205.jpg
Nachtrag: Ich teste jetzt, ob der wesentlich höherviskosere Uhu Endfest auch hält auf dem Teststück...

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Re: Epoxy als "Lack"?

#13

Beitrag von bea » 06.12.2020, 04:46

Es geht doch wohl um eine Akustikgitarre. Warum nimmst Du da nicht einfach Schellack. findet man häufig bei hochwertigen Instrumenten. Andere Lacke, die man mit dem Ballen auftragen kann, gehen auch. Falls es noch tauglichen Nitrolack gäbe, auch den. Gibbed aber leider nicht mehr. Öllack (Clou Hartöl!!!) habe ich auch schon mal mit dem Ballen aufgetragen. Dünn schichtbildend, ebenfalls viel Zwischenschliffe. Ist robust und beeinträchtigt den akustischen Klang nicht. Und ist "wohnzimmerwerkstatt-tauglich".
LG

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Re: Epoxy als "Lack"?

#14

Beitrag von ValentinS » 16.06.2021, 12:57

Bin weitergekommen mit den Versuchen. Zu viel Epoxy auf der Fläche führt zu Glanzstellen, ich möchte aber die Decke im Finish "Glatt und matt". Also wenig auftragen, beginnend mit 180 bis 380 mit dem Schleifer (Mirka Abranet) dann das meiste wieder runterschleifen und ganz zum Schluss die Decke ölen. Der Fingernageltest zeigt, dass die Mikroschicht die Decke extrem Wiederstandsfähig macht.
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