Nitrolackierung - Erfahrungen & Techniktips

wie und womit erreiche ich das gewünschten Finish?
dragonjackson
Planer
Beiträge: 87
Registriert: 14.08.2017, 09:36
Wohnort: Puchheim
Hat sich bedankt: 52 Mal
Danksagung erhalten: 6 Mal

Re: Nitrolackierung - Erfahrungen & Techniktips

#26

Beitrag von dragonjackson » 06.11.2018, 11:44

Sehr schöner Bericht / Fast-Anleitung, Danke!

Zu meinen Fragen hier https://www.gitarrebassbau.de/viewtopic ... 02#p143601, würde ich, um mit 2K Lacken (danke für den Tipp mit schreinerlacke.de) zu arbeiten, einen etwas größeren Kompressor holen.
Dürfte sowas dann ausreichen? https://www.einhell-werksverkauf.de/kom ... 24-of.html
Oder solls in die Klasse gehen: https://www.amazon.de/dp/B00KMVOX82/ref ... ax_0?psc=1

Sorry, die blöden Fragen. Habe aber überhaupt kein Gefühl, was ausreichend ist... und auf blöd kaufen (hand) .
Wenn ich richtig verstanden habe, ist in der Werkstatt lackieren möglich?

Benutzeravatar
kehrdesign
Zargenbieger
Beiträge: 1905
Registriert: 05.06.2011, 02:06
Hat sich bedankt: 136 Mal
Danksagung erhalten: 395 Mal
Kontaktdaten:

Re: Nitrolackierung - Erfahrungen & Techniktips

#27

Beitrag von kehrdesign » 06.11.2018, 12:47

Größer als nötig schadet eigentlich nicht, abgesehen von Platzbedarf, Strombedarf, Lautstärke und ggf. Pflegeaufwand und Kaufpreis. Die aufrechte Bauform finde ich interessant, gebe aber keine Empfehlung ab, da ich die verlinkten Geräte nicht kenne.

Die wesentliche Frage zur Größe ist, ob man gelegentlich mal 'ne Gitarre zu lackieren gedenkt oder wenn schon denn schon auch ausgewachsene Lackierarbeiten mit 2er oder größerer Düse erledigen möchte. Für meine ersten Gitarrenlackierungen bin ich mit 'ner Ansaugleistung von 64 l/min ausgekommen. Komfortabel ist aber anders. Unter 160 l/min würde ich deshalb nicht einsteigen. Unterscheide dabei angesaugte Luftmenge (Volumenstrom) und abgegebene, also komprimierte Luftmenge (Betriebsvolumenstrom). Letztere ist entscheidend abhängig vom Arbeitsdruck, der die Luft verdichtet und damit das angesaugte Volumen reduziert.

Neben der Fördermenge ist unbedingt wichtig, dass der Kompressor saubere Spritzluft bei stabilem Druck liefert. Deshalb sollte auf jeden Fall der Ausgleichsbehälter groß genug sein, ein stabilisierender Druckminderer und Öl- bzw. Wasser-Filter/Abscheider vorhanden sein. Ferner sollte man beachten, dass vorwiegend die Billigheimer zu kräftigem Radau neigen. Bevor man also bei Schnäppchen zuschlägt, erst einmal „reinhören“.

Zur Pistole: Eine gute Spritzpistole ist im Gegensatz zu ihrem Preis sicher sehr vorteilhaft, ich möchte dennoch mein Siebeneuro China-Teil (dance a) nicht missen. Beachte auch, dass HVLP-Technik einen spürbar höheren Druckluftbedarf hat.
Verhinderer haben Gründe, Macher Lösungen.
______________________
http://guitars.kehrdesign.de/

Benutzeravatar
hatta
Luthier
Beiträge: 3529
Registriert: 12.01.2015, 12:46
Hat sich bedankt: 584 Mal
Danksagung erhalten: 429 Mal

Re: Nitrolackierung - Erfahrungen & Techniktips

#28

Beitrag von hatta » 06.11.2018, 13:15

Vergesst das HVLP zeug für diesen Zweck! Nehmt ganz normale Pistolen (sata RP zum Bleistift)
Bei Gitarren kommt es ja nicht auf 100% Farbtongenauigkeit an, sondern auf einen gleichmäßigen Farbauftrag. Dieser verringert den späteren Schleifaufwand.

Der Kompressor sollte in etwa den von der Pistole verbrauchten Luftbedarf abdecken, sonst muss man halt öfters absetzen, was speziell bei Nitrolack beschixxen ist weil das Zeug so extreem schnell trocknet.

Wenns leise sein soll, kann man über so einen Kompressor nachdenken...der läuft auch ölfrei, was ein weiterer Vorteil ist beim Lackieren: https://www.amazon.de/Starkwerk-Silent- ... ssor&psc=1

Dieser dürfte für Gitarren ausreichen und auch sonst für Lackierarbeiten.
Besser wären so um die 300 Liter Abgabeleistung bei mindestens 3-4 Bar...dann kann man super lackieren. Ein Kessel mit 50 Liter geht gerade so...90 oder 100 Liter wären perfekt.
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor hatta für den Beitrag:
gitarrenmacher
Gruß
Harald

Benutzeravatar
hatta
Luthier
Beiträge: 3529
Registriert: 12.01.2015, 12:46
Hat sich bedankt: 584 Mal
Danksagung erhalten: 429 Mal

Re: Nitrolackierung - Erfahrungen & Techniktips

#29

Beitrag von hatta » 06.11.2018, 13:23

Es gäbe noch den größeren von Starkwerk: Den Starkwerk SW477/8 mit 100L Kessel und 218 Liter Abgabe bei 4 Bar. Wenn du etwas mehr ausgeben möchtest, dann würde ich dir zu diesem Raten. Ich habe ihn schon lange in meinem Einkaufswagen, allerdings will unser aktueller Kompressor nicht und nicht draufgehen :badgrin: (whistle)

Edit.: Die Literleistungen sind etwas unterschiedlich, ich würde mich immer auf die geringeren Angaben verlassen. Mit 218 Liter bei 4 Bar ist man aber schon sehr gut dran. Alles was dann um die 300 Liter bei 4 Bar geht ist meiner meinung für den Profibereich und fürs Hobby total overload :)

Hier ein Video des Kompressors:
https://www.youtube.com/watch?v=U3XY4TmK8qM

https://www.youtube.com/watch?v=ZrGHOGreQTk
Gruß
Harald

Benutzeravatar
kehrdesign
Zargenbieger
Beiträge: 1905
Registriert: 05.06.2011, 02:06
Hat sich bedankt: 136 Mal
Danksagung erhalten: 395 Mal
Kontaktdaten:

Re: Nitrolackierung - Erfahrungen & Techniktips

#30

Beitrag von kehrdesign » 06.11.2018, 13:46

Ist sicher nicht falsch, was der Harald schreibt, aber für jährlich vielleicht eine Gitarren-Lackierung wären mir solche Investitionen etwas zu ambitioniert. Das ist wohl eher etwas um seine Brötchen damit zu verdienen, also die Profi-Kategorie.
Verhinderer haben Gründe, Macher Lösungen.
______________________
http://guitars.kehrdesign.de/

Benutzeravatar
12stringbassman
GBB.de-Inventar
Beiträge: 5181
Registriert: 25.04.2010, 09:29
Wohnort: Lkr. EBE
Hat sich bedankt: 245 Mal
Danksagung erhalten: 197 Mal

Re: Nitrolackierung - Erfahrungen & Techniktips

#31

Beitrag von 12stringbassman » 06.11.2018, 13:54

hatta hat geschrieben:
06.11.2018, 13:15
Wenns leise sein soll, kann man über so einen Kompressor nachdenken...der läuft auch ölfrei, was ein weiterer Vorteil ist beim Lackieren: https://www.amazon.de/Starkwerk-Silent- ... ssor&psc=1
So einen, nahezu beugleichen mit anderem Aufkleber drauf, habe ich. Der ist wirklich schön leise. Oberhalb meiner Werkstatt sind Mietwohnungen und ich kann den Kompressor ungeniert auch am Sonntag morgen einschalten, ohne dass es Knatsch gibt.
"Denken ist wie googeln, nur krasser!"

dragonjackson
Planer
Beiträge: 87
Registriert: 14.08.2017, 09:36
Wohnort: Puchheim
Hat sich bedankt: 52 Mal
Danksagung erhalten: 6 Mal

Re: Nitrolackierung - Erfahrungen & Techniktips

#32

Beitrag von dragonjackson » 07.11.2018, 09:30

Danke für die Tipps!
Harald, das sind alles tolle Geräte und keine Frage - hätte ich gern! Nur, für 1-2 Lackierungen im Jahr ist das over engineered.
Ich teste mich jetzt mit dem vorhandenen Material ran und werde dann beurteilen an welcher Stelle ich zulegen muss.

Benutzeravatar
hatta
Luthier
Beiträge: 3529
Registriert: 12.01.2015, 12:46
Hat sich bedankt: 584 Mal
Danksagung erhalten: 429 Mal

Re: Nitrolackierung - Erfahrungen & Techniktips

#33

Beitrag von hatta » 07.11.2018, 09:36

Gerne!
Wenn dumit einem kleineren Kompressor lackierst, dann musst du dir die Luftreserven gut einteilen!

Also schau, dass du immer eine ganze Fläche fertig lackieren kannst bevor die Luft knapp wird oder ausgeht. Dann musst du nicht mitten in der Fläche absetzen und wieder ansetzen...das gibt einen schlechten Verlauf und nachher viel Nacharbeit.

Gruß
Gruß
Harald

dragonjackson
Planer
Beiträge: 87
Registriert: 14.08.2017, 09:36
Wohnort: Puchheim
Hat sich bedankt: 52 Mal
Danksagung erhalten: 6 Mal

Re: Nitrolackierung - Erfahrungen & Techniktips

#34

Beitrag von dragonjackson » 07.11.2018, 10:03

Genau! Das war so mein Testlauf... schaffe ich mit der Luftmenge einen Durchgang. Hieße - nach jedem Durchgang (z.B. einmal über die Decke), den Kompressor füllen lassen und erst dann weitermachen (wieviele Durchgänge macht ihr denn so pro dünne Schicht? Heißt doch immer möglichst dünn, dafür öfter?). Dann noch die Abkühlzeiten beachten... wobei denn der Hopps geht - muss ja eh was Neues her ;)

Benutzeravatar
hatta
Luthier
Beiträge: 3529
Registriert: 12.01.2015, 12:46
Hat sich bedankt: 584 Mal
Danksagung erhalten: 429 Mal

Re: Nitrolackierung - Erfahrungen & Techniktips

#35

Beitrag von hatta » 07.11.2018, 10:22

Ich mach bei Nitro 3 Schichten mit je 5 Minuten Ablüftzeit dazwischen. Dann 24 Stunden ruhe dann nochmal 3, 24 Stunden ruhe und dann nochmal drei.

Also insgesamt 9 Schichten Klarlack. Eventuell nach den 24 Stunden einen leichten Nivellierschliff um grobe Orangenhaut und Fehler rauszubekommen.

Den allerletzten Spritzgang mache ich richtig richtig satt um einen möglichst glatten verlauf zu erzielen.

Als untergrund verwende ich eine Sperrschicht (2 spritzgänge) 2K PU Grund, den leicht angerauht und dann bis zu 3 satte schichten Nitro schnellschliffgrund.

Das klingt erstmal richtig viel, wenn man sich den Festkörperanteil von Nitrolack vor Augen hält ist das recht dünn und wird nicht mehr sein als bei einem 2K Acryllack mit 3-4 schichten...

Gruß
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor hatta für den Beitrag (Insgesamt 2):
dragonjacksonthoto
Gruß
Harald

Benutzeravatar
MukerBude
Planer
Beiträge: 82
Registriert: 15.07.2018, 11:40
Wohnort: Planet Erde
Hat sich bedankt: 6 Mal
Danksagung erhalten: 9 Mal
Kontaktdaten:

Re: Nitrolackierung - Erfahrungen & Techniktips

#36

Beitrag von MukerBude » 14.10.2020, 22:00

@kehrdesign,
nachträglich ein Dankeschön für Deine ausführlichen Erfahrungs-Berichte mit und über Lackierungen!
Weit mehr als die Hälfte Deiner Berichte habe ich gelesen, verstanden und werde sie anwenden.
Peter aus der MukerBude

Frischling
Planer
Beiträge: 72
Registriert: 10.06.2013, 19:15
Wohnort: Nagold
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 0

Re: Nitrolackierung - Erfahrungen & Techniktips

#37

Beitrag von Frischling » 27.01.2021, 22:19

Interessanter Bericht.
Ich bin nur etwas verwirrt.

Mal der Reihe nach:
Da es meines Wissens nur Nagellack von Einhorn gibt, gehe ich mal davon aus, dass Zweihorn gemeint ist. Aber das kann ja fast nicht sein, da Zweihorn keinen NC, also Nitrocelluloselack mehr hat, schon seit vielen Jahren. Oder ist es der SDF von Zweihorn. Das wäre aber der absolut falsche Lack, da der SDF nicht für den Lackaufbau / Mehrschichtlackierung geeignet ist, also ganz und garnicht.
Was mich auch etwas verwirrt, in der Überschrift ist Nitrolack genannt, später NC. Ausgehend das bei dem NC das C zu viel ist, wäre dies jeder Lack auf Nitrobasis ( was jeder 2. Lösemittellack wäre ), 1K und 2K. Kann ich mir jetzt allerdings auch nicht vorstellen bei dem Aufwand für den Beitrag.

Oder stehe ich da auf dem Schlauch
Gruß Thomas

Hobby ist mit dem größtmöglichen Aufwand den kleinstmöglichen Nutzen zu erzielen.

Benutzeravatar
kehrdesign
Zargenbieger
Beiträge: 1905
Registriert: 05.06.2011, 02:06
Hat sich bedankt: 136 Mal
Danksagung erhalten: 395 Mal
Kontaktdaten:

Re: Nitrolackierung - Erfahrungen & Techniktips

#38

Beitrag von kehrdesign » 28.01.2021, 01:02

Frischling hat geschrieben:
27.01.2021, 22:19
Interessanter Bericht.
Ich bin nur etwas verwirrt.
Mal der Reihe nach:
Da es meines Wissens nur Nagellack von Einhorn gibt, gehe ich mal davon aus, dass Zweihorn gemeint ist. Aber das kann ja fast nicht sein, da Zweihorn keinen NC, also Nitrocelluloselack mehr hat, schon seit vielen Jahren. Oder ist es der SDF von Zweihorn. Das wäre aber der absolut falsche Lack, da der SDF nicht für den Lackaufbau / Mehrschichtlackierung geeignet ist, also ganz und garnicht.
Was mich auch etwas verwirrt, in der Überschrift ist Nitrolack genannt, später NC. Ausgehend das bei dem NC das C zu viel ist, wäre dies jeder Lack auf Nitrobasis ( was jeder 2. Lösemittellack wäre ), 1K und 2K. Kann ich mir jetzt allerdings auch nicht vorstellen bei dem Aufwand für den Beitrag.
Oder stehe ich da auf dem Schlauch
Hallo Thomas,
ja, Zweihorn ist natürlich wahrscheinlicher :lol: . Mit hundertprozentiger Gewissheit kann ich's nicht mehr sagen, da seit etlichen Jahren dieser Lack bei mir ausgemustert wurde und ich auch keine Original-Behältnis zum Nachschauen mehr besitze.
Bitte zu beachten:
Der Thread wurde ursprünglich ca. 2012 für das mittlerweile nicht mehr existente Nachbarforum, das dir ja auch nicht unbekannt ist ;) , erstellt und der bereinigte Inhalt erst 2018 hierher übertragen. Er ist demnach materialmäßig nicht mehr aktuell. Wenn hier Fehler bei den Begrifflichkeiten vorliegen tut's mir leid. Jedenfalls wurde der verwendete Nitrocellulose-Lack als polierbar beworben und von beratender Stelle für diesen Zweck als gut geeignet empfohlen. Die Bezeichnung "Nitrolack" wurde (demzufolge fälschlich) als legere Form von Nitrocellulose-Lack von mir gebraucht und wurde letztendlich auch in diesem Sinne verstanden.
Verhinderer haben Gründe, Macher Lösungen.
______________________
http://guitars.kehrdesign.de/

Frischling
Planer
Beiträge: 72
Registriert: 10.06.2013, 19:15
Wohnort: Nagold
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 0

Re: Nitrolackierung - Erfahrungen & Techniktips

#39

Beitrag von Frischling » 28.01.2021, 08:43

Ok, das erklärt es.
Ich glaube Du hattest damals den SDF verwendet, was auch ein sehr guter Lack ist, aber eben genau auch die Probleme bei Lackaufbau bringt.
Gruß Thomas

Hobby ist mit dem größtmöglichen Aufwand den kleinstmöglichen Nutzen zu erzielen.

Benutzeravatar
capricky
Moderator
Beiträge: 11207
Registriert: 23.04.2010, 13:43
Wohnort: In Karl seinem Adlernest
Hat sich bedankt: 583 Mal
Danksagung erhalten: 981 Mal

Re: Nitrolackierung - Erfahrungen & Techniktips

#40

Beitrag von capricky » 28.01.2021, 09:28

Frischling hat geschrieben:
27.01.2021, 22:19


Mal der Reihe nach:
Da es meines Wissens nur Nagellack von Einhorn gibt, gehe ich mal davon aus, dass Zweihorn gemeint ist. Aber das kann ja fast nicht sein, da Zweihorn keinen NC, also Nitrocelluloselack mehr hat, schon seit vielen Jahren. Oder ist es der SDF von Zweihorn. Das wäre aber der absolut falsche Lack, da der SDF nicht für den Lackaufbau / Mehrschichtlackierung geeignet ist, also ganz und garnicht.
Was mich auch etwas verwirrt, in der Überschrift ist Nitrolack genannt, später NC. Ausgehend das bei dem NC das C zu viel ist, wäre dies jeder Lack auf Nitrobasis ( was jeder 2. Lösemittellack wäre ), 1K und 2K. Kann ich mir jetzt allerdings auch nicht vorstellen bei dem Aufwand für den Beitrag.

Oder stehe ich da auf dem Schlauch
Zur Verwirrung um die Bezeichnungen von Nitrolacken zitiere ich mich mal selbst:
capricky hat geschrieben:
19.06.2016, 09:31
Die korrekte Bezeichnung von Nitro, Nitrolack, NC-Lack (Nitrocellulose), Celluloselack ist eigentlich Cellulosenitratlack (CN-Lack). Gemeint ist aber immer ein und dieselbe Lackbasis. Diese Lackbasis wird je nach Anwendungsgebiet oder Hersteller mit Zuschlagsstoffen (Additiven) modifiziert ("formuliert nennen die das), z.B. Weichmachern, die Sprödigkeit und somit Rissbildung verhindern sollen.

Ob, wann und wie heute käuflich zu erwerbende Nitrolacke nach der Verarbeitung zu Rißbildung neigen, kann eigentlich niemand seriös sagen, daß hängt ja nicht nur von der Lackmischung, sondern auch vom Untergrund, dem Lackschichtenaufbau und den Schichtdicken ab.

capricky
capricky

Benutzeravatar
kehrdesign
Zargenbieger
Beiträge: 1905
Registriert: 05.06.2011, 02:06
Hat sich bedankt: 136 Mal
Danksagung erhalten: 395 Mal
Kontaktdaten:

Re: Nitrolackierung - Erfahrungen & Techniktips

#41

Beitrag von kehrdesign » 28.01.2021, 11:59

@Thomas
Nach intensivem Suchen habe ich tatsächlich noch einen Kaufbeleg gefunden; es handelte sich um den "Super Duroffix SDF-H" von Zweihorn aus dem Jahr 2011. Die Verarbeitung hatte damals eigentlich gut funktioniert mit dem bereits erwähnten Effekt des Nachsackens nach mehreren Wochen. Ein weiterer Fehler bei meinen ersten Lackierversuchen war eine milchige Eintrübung, die offenbar aus zu hoher Luftfeuchtigkeit während des Spritzens resultierte und später kein Thema mehr war. Eine Rissbildung ist trotz 14 Spritzschichten an meinem "Nitro"-Erstlingswerk bis heute nicht aufgetreten. Einziger Mangel (zumindest für mich) ist das sich an der Oberfläche abzeichnende Porenbilld bei ansonsten immer noch perfektem Hochglanz.

Gruß Falk
Verhinderer haben Gründe, Macher Lösungen.
______________________
http://guitars.kehrdesign.de/

Antworten

Zurück zu „Oberflächenfinish und Aging“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste