Poren schließen in Palisander

wie und womit erreiche ich das gewünschten Finish?
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Poren schließen in Palisander

#1

Beitrag von viento » 12.08.2019, 00:34

Ich habe leider nach dem Füllen der Poren mit Epoxy und anschließendem Lackieren mit einer Nitrolackschicht in den Palisander Zargen immer noch einige kleine offene Poren entdeckt. :x
Womit kann ich die noch schließen - ohne nochmal mit Epoxy zu "schmieren" ?
Freundlicher Gruß!

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Re: Poren schließen in Palisander

#2

Beitrag von hatta » 12.08.2019, 08:50

Wieviele Schichten Nitrolack sind denn drauf?

Bei Nitrolack kannst du die Poren auch punktuell mit einem Pinsel auffüllen (natürlich mit Nitrolack). Danach entweder mit einer Rasierklinge den Überstehenden Rest glattschaben oder einfach nochmal ein zwei Schichten Lack drüber spritzen/pinseln.

Gruß
Gruß
Harald

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Re: Poren schließen in Palisander

#3

Beitrag von viento » 12.08.2019, 10:30

Danke für Deinen Tipp!
Aber leider bleiben bei weiterer Lackierung immer noch kleine Spots offen.
Daher denke ich, daß es sicherer ist, irgendeine Füllung rein zu reiben.
Nur, was??
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Re: Poren schließen in Palisander

#4

Beitrag von hatta » 12.08.2019, 11:02

Die Poren Punktuell mit einem Tropfen Nitrolack auffüllen geht nicht? Oder sind es zuviele Poren?
Ich mache es bei einigen Einzelnen verbliebenen Poren immer so.

Du könntest auch versuchen mit Bimsmehl zu füllen und einen Tropfen Nitrolack da drauf zu tropfen. Bin mir nur nicht sicher ob es dann nicht weißlich/milchig bleibt, das müsstest du vorher an einem Teststück probieren.
Gruß
Harald

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Re: Poren schließen in Palisander

#5

Beitrag von Gerhard » 12.08.2019, 11:05

Was spricht dagegen, Glattzuschleifen und noch einmal drüberzulackieren? So würde ich das machen.

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Re: Poren schließen in Palisander

#6

Beitrag von viento » 12.08.2019, 12:50

Im Musiker-Board habe ich gefunden:
MIPA P 27 Crystal PE-Transparentspachtel 1 kg inkl. Härter

Ist etwas teuer für eine einzige Gitarre, aber vielleicht baue ich ja noch mal...

Vielleicht kennt das Zeug jemand und kann seine Meinung geben...?

______________________> "Was spricht dagegen, Glattzuschleifen und noch einmal drüberzulackieren? So würde ich das machen."

Wahrscheinlich muß ich das machen, obwohl ich mich etwas davor drücken möchte..(.faul! )....
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Re: Poren schließen in Palisander

#7

Beitrag von elektrojohn » 12.08.2019, 16:01

Ich hatte bei meinem aktuellen Projekt auch einzelne offene Poren, die nicht ordentlich gefüllt waren. Ich habe sie mit einem Tropfen Sekundenkleber gefüllt, anschließend mit der Ziehklinge vorsichtig eingeebnet, drübergeschliffen und drüber lackiert.
Zumindest in Kombination mit Clou-Holzsiegel hat das bei mir sehr gut funktioniert.

Gruß
C.
Mein aktuelles Projekt: 12-String und fertige: Semi-Akustik,
Steelstring, Dreadnought, 2 Ukulelen

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Re: Poren schließen in Palisander

#8

Beitrag von viento » 12.08.2019, 16:14

Das ist sicher eine gute Idee, nur sind bei mir einige Stellen mit mehr Nachholbedarf...
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Re: Poren schließen in Palisander

#9

Beitrag von hatta » 12.08.2019, 19:07

Wenn da Stellen sind, die mehr Nacharbeit erfordern, dann schleif runter und leg ein paar schichten nach. Alles Andere wird nur murkserei und im Endeffekt wirst du so schneller und sauberer sein.

Lackierst du deckend oder nur klar?
Gruß
Harald

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Re: Poren schließen in Palisander

#10

Beitrag von viento » 12.08.2019, 19:49

Danke für den Tipp!
Ich lackiere klar.
Freundlicher Gruß!

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Re: Poren schließen in Palisander

#11

Beitrag von hatta » 12.08.2019, 20:14

viento hat geschrieben:
12.08.2019, 19:49
Danke für den Tipp!
Ich lackiere klar.
Dann vergiss die Spachtelmasse.
Da bist du mit abschleifen schneller, sauberer und es wird schöner.

Die Problemstellen kannst du vor dem abschleifen ja etwas mit Klarlack füllen.
Gruß
Harald

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Re: Poren schließen in Palisander

#12

Beitrag von penfield » 12.08.2019, 23:22

viento hat geschrieben:
12.08.2019, 12:50
Im Musiker-Board habe ich gefunden:
MIPA P 27 Crystal PE-Transparentspachtel 1 kg inkl. Härter

Ist etwas teuer für eine einzige Gitarre, aber vielleicht baue ich ja noch mal...

Vielleicht kennt das Zeug jemand und kann seine Meinung geben...?

______________________> "Was spricht dagegen, Glattzuschleifen und noch einmal drüberzulackieren? So würde ich das machen."

Wahrscheinlich muß ich das machen, obwohl ich mich etwas davor drücken möchte..(.faul! )....
Das habe ich öfter verwendet und meine Erfahrungen damit sind durchwachsen.
Für deine Zwecke scheint es mir aber ohnehin ungeeignet.
Ich würde es machen wie hatta schreibt
Oder liz
SGmaster, Peacemaster 3P90, Double neck fretless/fretted,
Quickbird, Basslownia, FrameBird, Violin Bass Bausatz, Mystery Guitar . Arbeitet an Les Paulownia und den Semmelblonden JMs um die Werkstatt dann endlich ausmisten zu können...

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Re: Poren schließen in Palisander

#13

Beitrag von viento » 13.08.2019, 00:05

Das habe ich öfter verwendet und meine Erfahrungen damit sind durchwachsen.
Für deine Zwecke scheint es mir aber ohnehin ungeeignet.
Ich würde es machen wie hatta schreibt
Oder liz
Mich würde interessieren, was dabei nicht so geklappt hat
bzw. warum es für meine Zwecke ungeeignet ist.
Freundlicher Gruß!

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Re: Poren schließen in Palisander

#14

Beitrag von penfield » 13.08.2019, 11:22

viento hat geschrieben:
13.08.2019, 00:05
Das habe ich öfter verwendet und meine Erfahrungen damit sind durchwachsen.
Für deine Zwecke scheint es mir aber ohnehin ungeeignet.
Ich würde es machen wie hatta schreibt
Oder liz
Mich würde interessieren, was dabei nicht so geklappt hat
bzw. warum es für meine Zwecke ungeeignet ist.
Soweit ich verstanden habe, hast du eine bereits grundierte und mit Nitrolack behandelte Oberfläche.
Wenn du da ein paar Stellen ausbesserst ergibt sich quasi eine Mischung aus verschiedenen Belagen.
Ich denke nicht, dass sich das miteinander vertragen wird bzw. ist das Risiko recht hoch, dass nicht.

Das Polyesterspachtel war in meinen Händen nur für die quasi Verkittung von größeren Löchern und Spalten gut.
Alles andere, wie Porenfüllen, Unebenheiten ausgleichen etc. geht mit Epoxy, das deutlich fließfähiger sein kann, besser.
Im Musikerforum verdünnt der Kollege das Spachtel (Ich glaube mit Aceton), um es zum Porenfüllen besser auftragen zu können.
Der einzige Grund, der mir einfällt, warum man das so machen würde, ist die kürzere Härtungszeit des Spachtels im Vergleich zum üblicherweise hierfür verwendeten Epoxygießharz. (Man kann aber auch 5 Minuten Epoxy zum Porenfüllen nehmen).
Das Verdünnen des Mipa Spachels habe ich auch ausprobiert, hat aber in meinen Händen nicht gut funktioiniert. Das Spachtel ist damals, soweit ich mich erinnern kann, nicht ordentlich ausgehärtet, sondern klebrig geblieben.

Ach ja, abgesehen davon enthält das Spachtel Styrol.
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Re: Poren schließen in Palisander

#15

Beitrag von viento » 13.08.2019, 12:04

Ganz herzlichen Dank für Deine ausführliche Information!
Mich hatte die kurze Aushärtezeit angesprochen.
Aber wegen der nicht optimalen "Zusammenarbeit" mit meinen schon vorhandenen Schichten
werde ich den schon bestellten Spachtel erst mal ins Regal stellen und wieder das Epoxy nehmen.
Vielleicht schicke ich das Zeugs auch wieder zurück.
Eine Verdünnung mit Aceton probiere ich mal aus. Vielleicht ist das die Lösung...
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Re: Poren schließen in Palisander

#16

Beitrag von kehrdesign » 13.08.2019, 12:07

Wenn Du eine komplett porenfüllende Nitrolackierung (auf Holz) haben möchtest, gibt's nur eine Lösung: eine nitrofeste, völlig porenfüllende Grundierung. Das kann Epoxi, 2K-Lack ... bspw. wie bei 7ender eine Polyestergrundierung sein.
Wenn das nicht gegeben ist, helfen auch keine zig Schichten Nitrolack (mit wievielen Zwischenschliffen auch immer) gegen sackende Poren, was ich bei meiner EVO Special noch nach mehreren Jahren leidvoll beobachten musste. Darum arbeite ich seither bei Solidbodies auch nur noch mit 2K-Lack.
Jeglichen Reparatur- und Retuschierversuchen gebe ich daher wenig dauerhafte Erfolgchancen, wenn nicht, so hart es auch klingen mag, die Nitroschichten komplett entfernt werden und der Untergrund vor erneutem Lackieren nach einem der obigen Rezepte porenfrei gestaltet wird.
Die Alternative ist, wie ich bei der Evo Special die Poren einfach zu akzeptieren.
Verhinderer haben Gründe, Macher Lösungen.
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Re: Poren schließen in Palisander

#17

Beitrag von viento » 13.08.2019, 12:52

Herzlichen Dank für Deine detaillierte Aufklärung!!
Wahrscheinlich werde ich - so wie Du - die kleine Einschränkung
letztendlich akzeptieren, als "homemade" also... :wink:
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Re: Poren schließen in Palisander

#18

Beitrag von hatta » 13.08.2019, 15:18

Wenn du schon Nitrolack drauf hast, würde ich nichtmehr mit Epoxy drübergehen! Das gibt mit sicherheit Probleme.
Gruß
Harald

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Re: Poren schließen in Palisander

#19

Beitrag von clonewood » 13.08.2019, 15:41

richtig, das gibt mit Sicherheit Probleme ...... auf Nitro kein Epoxy, kein Sekundenkleber.......nur Nitrolack selbst oder nitrobasierende Spachtelmassen ........ unter Nitrolack geht dagegen fast alles als Füller, sogar durchgehärtete Öle ........ kunstharzbasierende Produkte würde ich niemals in Kombination mit Nitrolack verwenden

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Re: Poren schließen in Palisander

#20

Beitrag von kehrdesign » 13.08.2019, 16:35

hatta hat geschrieben:
13.08.2019, 15:18
Wenn du schon Nitrolack drauf hast, würde ich nichtmehr mit Epoxy drübergehen! Das gibt mit sicherheit Probleme.
Selbst wenn sowas wider Erwarten zusammen halten sollte und optisch akzeptabel wäre (unterschiedlicher Brechungsindex/Glanzgrad bei partiellem Einsatz), verzögert das bestenfalls das Nachsacken, verhindern würde es das nach meiner Einschätzung nicht.
Verhinderer haben Gründe, Macher Lösungen.
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