Schelllack für Gitarrenhals

wie und womit erreiche ich das gewünschten Finish?
Antworten
Svenson
Planer
Beiträge: 91
Registriert: 02.07.2018, 17:41
Hat sich bedankt: 15 Mal
Danksagung erhalten: 2 Mal

Schelllack für Gitarrenhals

#1

Beitrag von Svenson » 19.12.2018, 12:50

Hallo,
ich plane als finish eine Schelllackpolitur. Beim Hals bin ich mir aber nicht so sicher ob Schelllack da eine gute Wahl ist und würde gerne ein paar Erfahrungen dazu hören. Wie Verhält es sich genau mit dem Handschweiß? Greift es den Schelllack tatsächlich an?

Danke für Antworten

Benutzeravatar
JürgenLut
Planer
Beiträge: 78
Registriert: 17.06.2017, 16:57
Wohnort: 59063 Hamm
Hat sich bedankt: 25 Mal
Danksagung erhalten: 16 Mal

Re: Schelllack für Gitarrenhals

#2

Beitrag von JürgenLut » 19.12.2018, 14:36

Den Hals öle ich meistens, wenn ich ansonsten Schellack verwende. Die Haptik ist angenehmer. Auch bei Geigen wir übrigens der Hals bei der Lackierung ausgelassen.

Benutzeravatar
glambfmbasdler
Ober-Fräser
Beiträge: 531
Registriert: 04.05.2018, 18:03
Wohnort: Röttenbach
Hat sich bedankt: 187 Mal
Danksagung erhalten: 71 Mal
Kontaktdaten:

Re: Schelllack für Gitarrenhals

#3

Beitrag von glambfmbasdler » 19.12.2018, 15:42

JürgenLut hat geschrieben:
19.12.2018, 14:36
Den Hals öle ich meistens, wenn ich ansonsten Schellack verwende. Die Haptik ist angenehmer.
Da schließ ich mich an.
Grüße
Eduard

Der Glambfmbasdler

Benutzeravatar
Sven2
Ober-Fräser
Beiträge: 616
Registriert: 17.08.2015, 23:00
Hat sich bedankt: 139 Mal
Danksagung erhalten: 100 Mal

Re: Schelllack für Gitarrenhals

#4

Beitrag von Sven2 » 19.12.2018, 18:51

Svenson hat geschrieben:
19.12.2018, 12:50
[...]
Wie Verhält es sich genau mit dem Handschweiß? Greift es den Schelllack tatsächlich an?
Hm. Beim Spielen berühre ich den Hals, bzw. die Halsrückseite ja nur mit dem Daumen, und der schwitzt eigentlich nicht so punktuell.
;-)

Ich schellackiere immer die ganze Gitarre (außer meine Nummer 4) und habe bisher keine Probleme mit der Haltbarkeit gehabt.
Dass sich Schellack auch einfach reparieren lässt, sehe ich als weiteren Pluspunkt.

Wenn sich Fett von der Haut an Stellen ablagert, die viel berührt werden und daran dann Staub kleben bleibt, dann kann man diese Stellen mit Naphta abwischen. Naphta löst zuverlässig Fett, lässt den Schellack aber unbehelligt. Naphta kann man auch verwenden, um Polierölreste vom Schellack zu entfernen.
Wenn man diese Fett-Staub-Flecken nicht entfernt, dann wird der Schellack darunter tatsächlich mit der Zeit stumpf. Was dabei für chemische Prozesse ablaufen, kann ich aber nicht sagen. Vielleicht wirkt das Fett-Staub-Gemisch einfach nur wie ein Scheuermittel...
Also einfach regelmäßig saubermachen.

Sven

Gitarren bauen ist wie Kartoffelchips essen:
Man kann einfach nicht nur einen nehmen.

Benutzeravatar
DoppelM
Zargenbieger
Beiträge: 1220
Registriert: 12.07.2015, 23:46
Hat sich bedankt: 125 Mal
Danksagung erhalten: 113 Mal

Re: Schelllack für Gitarrenhals

#5

Beitrag von DoppelM » 20.12.2018, 07:52

Svenson hat geschrieben:
19.12.2018, 12:50
Hallo,
ich plane als finish eine Schelllackpolitur. Beim Hals bin ich mir aber nicht so sicher ob Schelllack da eine gute Wahl ist und würde gerne ein paar Erfahrungen dazu hören. Wie Verhält es sich genau mit dem Handschweiß? Greift es den Schelllack tatsächlich an?

Danke für Antworten
Alle meine eigenen Hälse sind geschellackt, und ich liebe das Gefühl. Einzig der Basshals, der Epoxy als Porenfüller hat ist etwas anders, nich ganz so seidig. Der Telehals, auf dem das Ahornfriffbrett ebenfalls mit Schellack gemacht ist „altert“ dort allerdings schon spürbar - In 5 Jahren habe ich da nen Vintage-look.
All you need for a good song is three chords and the truth.

Hold my beer and watch this

polytune
Holzkäufer
Beiträge: 118
Registriert: 26.04.2010, 04:33
Hat sich bedankt: 2 Mal

Re: Schelllack für Gitarrenhals

#6

Beitrag von polytune » 22.12.2018, 12:38

Meine Hälse sind seit Jahren geschellackt, ab und zu kriegen sie wieder mal ein paar Wischer Politur drauf wenn ich gerade was poliere. Super Haptik, habe noch nie Probleme damit gehabt.

Benutzeravatar
kehrdesign
Zargenbieger
Beiträge: 1514
Registriert: 05.06.2011, 02:06
Hat sich bedankt: 64 Mal
Danksagung erhalten: 189 Mal
Kontaktdaten:

Re: Schelllack für Gitarrenhals

#7

Beitrag von kehrdesign » 22.12.2018, 14:01

Meine letzten, hellen Hälse (Ahorn-Griffbrett) habe ich mit Schellack bis zur Glanzpolitur vorbehandelt aber anschließend mit 2K-Lack gefinisht, u. a. auch wegen der von Dir genannten Befürchtung. Das Einlassen des Schellacks mache ich möglichst frühzeitig, da dies das helle Holz gut vor Verschmutzung während der weiteren Bearbeitung (wie Bundieren, Abrichten, Montieren) schützt.
Um etwas zu verhindern finden sich immer Gründe, um etwas zu erreichen findet man Lösungen.
______________________
http://guitars.kehrdesign.de/

Svenson
Planer
Beiträge: 91
Registriert: 02.07.2018, 17:41
Hat sich bedankt: 15 Mal
Danksagung erhalten: 2 Mal

Re: Schelllack für Gitarrenhals

#8

Beitrag von Svenson » 08.01.2019, 22:26

Hallo,

ich habe den Hals jetzt 2 mal mit rohem Leinöl behandelt. Nach einigem ausprobieren tendiere ich mittlerweile auch dazu das so zu lassen, beziehungsweise vielleicht noch etwas schützendes aufzutragen. Ich mag möglichst natürliche Materialien und würde daher zum Carnaubawachs greifen. Habe damit aber noch nicht gearbeitet und keine Vorstellung davon. Kennt sich damit jemand aus ob sich das am Gitarrenhals (unlackiert) gut macht und wie es mit der Haltbarkeit davon steht? Oder hat wer n guten Tipp was man sonst noch nehmen könnte ??

Danke und Grüße

Benutzeravatar
Sven2
Ober-Fräser
Beiträge: 616
Registriert: 17.08.2015, 23:00
Hat sich bedankt: 139 Mal
Danksagung erhalten: 100 Mal

Re: Schelllack für Gitarrenhals

#9

Beitrag von Sven2 » 08.01.2019, 22:58

Svenson hat geschrieben:
08.01.2019, 22:26
[...]
Ich mag möglichst natürliche Materialien und würde daher zum Carnaubawachs greifen. Habe damit aber noch nicht gearbeitet und keine Vorstellung davon. Kennt sich damit jemand aus ob sich das am Gitarrenhals (unlackiert) gut macht und wie es mit der Haltbarkeit davon steht?
[...]
Meine 4. Gitarre habe ich, bis auf die geschellackte Decke, komplett gewachst. Fast sich sehr angenehm an und gibt am Hals ein gutes Spielgefühl.
Da sie aber erst Anfang September fertig wurde, kann ich über das Langzeitverhalten nichts sagen. Im Grunde gilt aber das selbe, wie für Schellack: leicht zu reparieren.

Verwendet habe ich eine selbst gemachte Mischung aus vier Teilen Bienenwachs und einem Teil Carnaubawachs. Mit reichlich (ich glaube 1:1) Balsam-Terpentin habe ich die Mischung dann erhitzt und verrührt. Nach dem Abkühlen hatte ich eine Paste mit der Konsistenz von Schuhcreme, die sich mit einem Lappen leicht auftragen ließ. Sobald das Balsamterpentin verdunstet ist, ist das Wachs hart und kann mit der Bürste auf Glanz gebracht werden.
Das sah dann so aus: Klick

Die Zutaten habe ich von hier und die Rezepte und Anleitung zum Auftragen habe ich von hier .

Sven

Gitarren bauen ist wie Kartoffelchips essen:
Man kann einfach nicht nur einen nehmen.

Svenson
Planer
Beiträge: 91
Registriert: 02.07.2018, 17:41
Hat sich bedankt: 15 Mal
Danksagung erhalten: 2 Mal

Re: Schelllack für Gitarrenhals

#10

Beitrag von Svenson » 09.01.2019, 12:54

Ahhh..super, Danke.
Das werd ich ausprobieren.

Grüße

Benutzeravatar
frizzle
Ober-Fräser
Beiträge: 774
Registriert: 26.05.2014, 10:12
Wohnort: Paderborn
Hat sich bedankt: 40 Mal
Danksagung erhalten: 13 Mal

Re: Schelllack für Gitarrenhals

#11

Beitrag von frizzle » 12.01.2019, 08:21

Meine Erfahrung: das hängt von der chemischen Zusammensetzung vom Schweiß des Nutzers ab. Ich habe bisher immer Schellack (auch Gitarrenlack) und einmal Tru-Oil genutzt. Ging immer gut. Nur Nr. 7 kam in die Hände einer guten Freundin und wurde von ihr ca. 4 Monate gespielt, bis ich sie wieder sah. :shock: UNGLAUBLICH! Die sah aus als wenn sie (die Gitarre :D ) 20 Jahre gespielt worden wäre. Ich musste die ganze Gitarre, Hals und Body neu schellackieren. Seitdem putzt sie nach dem spielen die Gitarre trocken; das hat geholfen. ... ich brauche wohl nicht beschreiben, wie die Saiten aussahen ... eher grün ...

Sicher ein Einzelfall, aber in diesem wäre 2K-Lack sicher vorteilhafter gewesen.
VG
frizzle

Benutzeravatar
wasduwolle
Board-Admin
Beiträge: 1580
Registriert: 23.04.2010, 19:04
Wohnort: Bühl, Baden
Hat sich bedankt: 148 Mal
Danksagung erhalten: 102 Mal

Re: Schelllack für Gitarrenhals

#12

Beitrag von wasduwolle » 13.01.2019, 00:35

Ist kein Einzelfall, ich kenn das aus einem anderen Bereich ....

Handschweiss kann extrem unterschiedlich sein, und extrem ätzend
Finde den richtigen Nutzer, er oder sie machen das ageing
Grüsse
Wasduwolle

Benutzeravatar
capricky
Moderator
Beiträge: 10383
Registriert: 23.04.2010, 13:43
Wohnort: In Karl seinem Adlernest
Hat sich bedankt: 315 Mal
Danksagung erhalten: 506 Mal

Re: Schelllack für Gitarrenhals

#13

Beitrag von capricky » 13.01.2019, 09:53

Bei "Handschweissern" helfen auf die Dauer nur Polyurethanlackierungen und Edelstahl hardware, Bünde bis Schrauben.
Für "Öler" - Clou Holzsiegel ist zielführend und natürlich andere Boden-, Parkett- und Treppenlacke auf PUR Basis auch.

capricky

Antworten

Zurück zu „Oberflächenfinish und Aging“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste